Indiana Tribüne, Volume 28, Number 119, Indianapolis, Marion County, 11 January 1905 — Page 7
Jndiaua Tribüne, U. Januar 1905
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Gluldnmvald ut t i liornan von Moritz v. Neichcnbsch. 5 Q- 4& lLortsetzuNZ Das Cnde der Szene, war, das Käthe ihrer Mutter um den Hals fi? und bat, sie und den Vater doch nich unglüälich zu machen, indem sie sick etwas nierken liehe. Mit der Zeit wird er sich ja U kehren, Mama, aber jetzt darf er es nock nicht wissen, und Hans und ich Wh wollen so geduldig warten " HanZ und Tu!" wiederholte im Oberförs'erin und fing an, die Entrüstete zu spielen. Aber Karl schloß sil in seine Arine: sie sei ja immer feint kluge, vernünftige Mutter gewesen, si könne im Ernst doch gar nichts geger Hans Berga als Schwiegersohn einwenden. ?!achdem Hans Vergas künftiges Einkommen und die dichtend! Frau Rektorin als Verwandte einer kurzen Kampf im Gemüth der Obersörsterin bestanden hatten, gingen di dreißigtausend Mark als Siege? hervor, und gerührt und zum Nachgebe'bereit, ließ die Oberförsterin sich vor ihren Kindern umarmen. Käthe athmete froh. Ach, Mama es ist mir ja viel leichter um das Herz nun Du es wenigstens weißt, ich haft ja so viel geweint in diesen Tagen!" Ja, siehst Du, Käthchen, man mux eben Vertrauen zu seiner Mutter haben," erwiderte die Oberförsterin. ' aber warten müßt Ihr freilich no lang? Herr öcrga ist ja auch vorläufig noch gar nicht in dem hohen Gehalt, uni ehe er von neuntausend auf dreißigtavsend Mark steigt, vergeht schon so viel Zeit, daß der Papa sich allmälig eingewöhnt und wir ihn so viel als möglich schonen können." Oho, was kommt denn da für eleganter Besuch?" rief Karl in diesem Augenblick. Eine Halöchaise, Kutsche? und Diener auf dem Vack, eine einzeln! schwarz gekleidete Dame im Fond, fühl soeben in den Hof der Oberförsterei ein. Herr Gott, das ist ja unsere alte gute Gräfin!" Die Oberförsterin eilte möglichst schnell hinaus. Der Oberförster, der seine Grasvcrpachiung im Hofe abhielt, stand schon am Wagenschlage, als seine Frau aus der Thür trat. Die Leute, die zum Termin gekommen waren, hatten sich mit abgezogenen Mützen in einer langen Reihe aufgestellt, es sah ganz feierlich aus. Ich komme, um nach Ihnen zu sehen, lieber Oberförster SSaldow, weit Sie doch bei dem Waldverkauf Kummer hatten." sagte die Gräsin. Ich kann doch ein bischen aussteigen, nicht wahr?" Die Oberförsterin kam knixend heran und half der Gräfin beim Aussteigen. Was sind denn das für Leute?" Der Oberförster erklärte es ihr.' Wir schicken sie gleich weg." versicherte die Oberförsterin, aber ihr Mann schüttelte den Kopf. Das geht nicht, bitte zu verzeihen, Frau Gräfin! Es g'bt nur einen Sonntag in der Woche, die Grasverpachtung darf nich: noch acht Tage verschoben werden, und jeder andere Tag würde die Leute einen halben Tagelohn kosten, da sie aus der Arbeit weglaufen müßten, um herzukommen. Aber in einer Viertelstunde sind wir fertig." Die Gräfin nickte ihm zu. Immer pflichttreu und brav, mein lieber Oberförster Waldow, so ist's recht. Sie dürfen sich durch mich nicht stören lassen. und ich trinke inzwischen ein Täßchen Kaffee bei Ihrer lieben Frau." Nehmen Frau Gräfin es ihm nur nicht übel, aber er ist nun einmal so," entschuldigte die Obersörsterin, die mit lebhaft gerötheten Wangen neben der Gräfin stand. Er hat ja ganz recht, liebe Frau Waldow ach-das ist wohl Ihr hübsches Töchterchen. Sie sehen ja recht wie ein Waldröschen aus, liebes Kind!" Käthe küßte die Hand, die die Gräfin ihr entgegenreichte. Und das ist mein Sohn, der Obersteige?," stellte die Oberförsterin Karl vor, der unter der Hausthür stehen geblieben war. Aber während die Gr'afin diesem ein paar freundliche Worte sagte, flüsterte die Oberförsterin Käthe zu: Schnell Kaffee, vom besten, und das gute Service in die gute Stube lauf aber erst und nimm die Ueberhänge von den Möbeln." Käthe verschwand. Die Oberförsterkn war mit ihrem leicht beweglichen heiteren Sinn jetzt so ganz bei ihrem Besucb, daß die ernste Unterredung mit Käthe' für sie in nebelhafte Fernen zurücktrat, für den Augenblick wenigstens. Sie geleitete die Gräsin über den Hausflurund öffnete die Thür der guten Stube," in der das Sofa und die zwei Fauteuils in der ganzen Pracht ihrer rothen Plüschbezüge prangten, während Käthe eilig mit den Ueberhängen" verschwand. Es war etwas dumpfig in dem Zimmer, denn da man es für gewöhnlich nicht bewohnte, pflegte man auch die Fenster nicht zu offnen. Aber die Grafin fetten das nickt u bemerken, sie lobte vielmehr lebhaft das hübsche Zimmer" und setzte sich in die Sofaecke. Ach, mit unseren alten Sachen ist ia kein Staat m machen, wenn man auch alles ordentlich hält," sagte die Obersörsterin, da sieht es bei den Kin- . CV . IL. t Mt.P Z
und sie ließ ihrem' mütterlichen Stolz die Zügel schießen, während die Gräsin lächelnd zuhörte. Das ist nur schön, daß Sie m Pronowitz so viel Freude haben, da kommen Sie leichter über den kleinen Kummer hier im Walde weg." Die Gräfin lächelte und war erfreut und beruhigt, von der Oberförsterin zu hören, daß alles ja nicht so schlimm wäre, wie ihr Mann sich das dächte." Käth? brachte den Kaffee und zog sich gleich wieder zurück, denn Karl erwartete sie, und Beide gingen in den Garten, um ungestört von Hans Berga sprechen zu können. Gleich darauf kam der Oberförster in die gute Stube"; aber er hatte nicht die leichtlebige, mittheilsame Art seiner Frau. Die dumpfige Stube und die Gegenwart der Grasin, deren gütige Gesinnung ihm nicht über ihr mangelndes Verständniß für die Sachlage weghalf, bedrückten ihn. Je einsilbiger er aber war, desto redseliger wurde seine Frau. Am Ende fiel auch Hans Vergas Name mit einigen vorsichtig lobenden Verbrämungen von feiten der Oberförsterin. Da sagte die Gräfin: Ach, das ist der Sohn von der Rektorin Verga eine sehr liebe Frau, die Rektorin, ich halte sehr viel von ihr und freue mich, daß sie so viel Grund hat, auf ihren Sohn stolz zu sein!" . Die Oberförsterin sah ihren Mann triumphirend an also auch von dieser Seite Anerkennung, und eine Anerkennung. von der selbst auf die dichtende Rektorin ein Goldschein mit abfiel. Die Käthe war wirklich nicht dumm gewesen, und der Alte da würde sich schon geben! Endlich erhob sich die Gräfin. Und nehmen Sie es sich nicht zu Herzen, lieber Oberförster, wenn unser Generaldirektor vielleicht etwas barsch borgegangen ist," sprach sie warm beim Abschied; ..mein Sohn und ich, wir wissen doch, was wir an Ihnen haben das wollte ich Ihnen noch einmal besonders sagen."
Als der Wagen davonrollte, legte die Oberförsterin die Hand auf die Schulter ihres Mannes. Siehst Du, Alter, die Gräfin sagt es doch auch, daß der junge Verga so ein tüchtiger Mensch ist und daß die neue Industrie auch ihre guten Seiten haben wird!" E? antwortete mcht sofort. Plotzlich aber fragte er: Wo ist denn die Käthe?" Es war ib.m ungewohnt, daß sie emmal nicht da war, wenn er freie Zeit hatte. Auf seinen Ruf kam sie jetzt mit Karl aus dem Garten herbei und bat: Karl muß jetzt zurückgehen, Papa, und ich mochte ihn em Stück Weges be gleiten." Und dabei sah sie ihren Bruder mit einem so sonderbaren glücklichen Blicke an, daß der Oberförster merkte, er hätte die Beiden gestört, wenn er mit ihnen gegangen wäre. Iuqend aehört eben zur Iuaend ." schoß es dem Oberförster durch den Smn, und dabei überkam ihn ein Gefühl, als sei er plötzlich uralt und überflussig auf der Welt geworden. Geht nur," sagte er, ich habe ohnedies noch die Hauungspläne für's nächste Jahr fertig zu machen." Wenn er sonst an einem Sommertage, wie heute, Schreibarbeiten machen wollte, hatte Käthe ihm das auszureden gesucht, und er hatte sich von ihr, wie er das nannte, in den Wald verfuhren lassen." Heute schwieg sie. Als sie mit Karl fortgegangen war, stand der Oberförster allein am Fenster seines Arbeitszimmers und blickte in den Wald hinaus, und die Verständniß lose Güte der Gräfin, 'das vernünftige Zureden" feiner Frau und Käthes Waldgang mit dem Bruder gaben ihm zusammen ein Gefühl so völliger Vereinsamung, daß selbst der Anblick seines Waldes ihn nicht zu trösten-ver-mochte. Wie lange wird der denn noch so frisch dastehen? dachte er. Er schuttelte den Kopf. Ueberständiges Holz schlagt man ein. Ich bm uberstandig Käthe schritt indessen an des Bru ders Seite dahin. Eine Viertelstunde hinter dem Forsthaus trafen sie Hans Berga. Eiaentlich ist das gegen die Verab redung," sagte Karl. Wenn Ihr mich auch schon zum Boten zwischen Euch gemacht habt, Gelegenheit zum Rendezvous wollte ich Euch Nicht geben! Nein, Du kannst nichts dafür. Wi tragen die Verantwortung allein, nich wahr, Käthe?" Und Hans zog Käthes Arm in den seinen. So setzten sie zu dreien ihre Wanderung fort. Karl protestrrte fort während dagegen, Elephant" zu sein aber machte seine Sache als solcher doch sehr gut, und das Liebespaar war glücklich über dieses unverhoffte" und doch von beiden Seiten vorausgesehene Zusammensein. Sie hatten den Fahrweg verlassen und schritten auf einem Fußwege da hm. der sonst nur den Forstern zu Benutzung diente. Derselbe führte zwl schen buschigem Unterholz und endlich in gerader Lune an einer dichten Fich tenschonung vorüber. Da tauchten vor den Wanderern dre Männer auf, so plötzlich, als seien sie direkt aus der Flchtenschonung getreten Sie stutzten, blickten scharf nach den Näherkommenden hin, man hörte den einen To yest pan Ingenieur " (das ist der Herr Ingenieur) sagen, und dann kamen sie, leise mit einander redend, näher. In Käthe regte sich das ererbte und anerzogene Gefühl der Ver antwortlichkeit für den Wald.
Diese Leute dürfen hier nicht sehen,!
und m der Schonung haben sie vollends nichts zu thun. Bitte, Karl, frage sie, wie sie hierher kommen," wandte sie sich an ihren Bruder. Das ist ja der Peter Mlsllvletz, und feine Begleiter sind zwei von unseren Arbeitern," sagte Hans. Unwillkürlich ließ Käthe seinen Arm los, und er rief die Leute an. Na, wie kommt Ihr hierher? Habt Ihr nicht gesehen, daß auf zwei Tafeln am Waldrande steht: der Eintritt m den Wald ist verboten?" Die Leute drehten verlegen ihre Mühen in den Händen herum, und Mislivietz sagte: Hab' ich sie blos genonimen mit, kenn' ich doch Wald. werd' ich .doch hier nichts Schlechtes machen, aber habe ich wollen zeigen Weg zum Woitek, was wohnt in Kolonie " Der Fußweg ist aber verboten! Wenn Ihr nach der Kolonie wollt, müßt Ihr die Fahrstraße benutzen, mein Vater wurde sehr bose sem, wenn er Euch hier sähe." , Mislivietz schoß einen seiner giftigen Blicke auf Käthe, und Karl, dem die ganze Szene fatal war, sagte in scharfem Ton: Na kurz und gut, hier wird nicht weiter gegangen, macht, daß Ihr fortkommt, rechtsum kehrt." Die beiden Arbeiter wandten sich zunl Rückwege, aber Mislivietz zwinkerte aus seinen kleinen, schlauen Augen, die heut einmal nicht durch Schnapsdunst getrübt waren, Hans Verga und Käthe an: Bin ich gegangen Fußweg, weil ich wollte kommen vorbei zu Obersörsterei und sprechen mit Pan Ingenieur, hab' ich gewußt, daß Pan Ingenieur ist dort" Was wollt Ihr von mir?" fragte er barsch. O aber der Pan Jngemeur spricht ja polnisch " und aus seinem harten, gebrochenen Deutsch zum Polnischen übergehend, erklärte er, daß er einen geschickten Sohn habe, der mit Pferden umzugehen wisse, und daß er diesen gern auf dem Grubenfelde, wo es so viel Fuhren zu machen gäbe, beschäftigt sähe." Aber der Pietrek ist Staller bei meinem Schwager in Pronowitz, der ihn sicher ungern verlieren würde," warf Käthe ein. Nun, dann ist es von vornherein nichts." rief Hans Verga, ich miethe fremde Leute nicht aus. Euer Sohn soll bleiben, wo er ist. Und nun fort mit Euch, und ein andermal verführt meine Arbeiter nicht zur Mißachtung der Warnungstafeln, sonst werde ich Euch aus den Dienst passen!" Er wandte sich an Karl und Käthe. Mit diesem Menschen habe ich schon neulich in Pronowitz ein Renkontre gehabt damals war er total betrunken!" Sie hatten einen langsameren Schritt angenommen, um den Leuten Vor fprung zu lassen und aus ihrer Hörweite zu kommen. Peter Mislivietz beeilte sich aber auch nicht sehr, seine beiden vorangeschnttenen Begleiter einzuholen. Er trug den Kops ziemlich tief zwischen, den Schul tern gebückt und machte ab und zu heftige Armbewegungen, als hielte er sich selbst eine Ansprache mit dazu gehörigen Gesten. Das Thema, das er be handelte, aber hieß: Hans Berga, und vas, was er sich selbst über den Pan Ingenieur zu sagen gut fand, klang weder friedlich noch Vertrauen erweckend. 12. K a p Z t e l. inige Wochen vergingen. Es war Käthe durch Vermittelung von Mutter und Bruder gelungen, dem Oberförster die Erlaubnin abzuringen, daß Hans Karl bei seinem nächsten Besuch in der Oberförsterei begleiten durfte, und mit Spannung sah sie dem Sonntage entgegen, an dem Hans zum erstenmal nach seinem Abendbesuch im Mai die Oberförsterei betreten sollte. Kurz vor dem Eintreffen der beiden jungen -Leute erschien einer der Revierförster und meldete, daß er in seiner Schonung 3" Schlingen gefunden habe, und Spuren von Fußtritten und abgebrochenen Zweigen, welche darauf schließen ließen, daß Wilderer hier ihr Wesen trieben. ' Käthe, die gerade bei ihrem Vater war, als der Förster kam, erschrak, denn es war dieselbe Schonung, aus der da mals Mislivietz mit seinen Begleitern herausgekommen war. Sie scheute sich letzt, ihn zu nennen, weil er sie mi Hans Berga zusammen getroffen und sie ihrem Vater von dieser Begegnung nichts gesagt hatte. Bis jetzt hatte sie gemeint, den Vater nur zu schonen, :ndem sie ihm ihre Beziehungen zu Hans verschwieg, denn sie sagte sich, daß des Oberförsters Abneigung ungerechtferttgt sei, und ihr Herz verlangte sturMisch sein Recht, einen Mann, der ihrer würdig war, lieben zu dürfen. Heute wo diefe Liebe sie verhinderte, einen Menschen namhaft zu machen, der aller Wahrscheinlichkeit nach im Walde Un fug trieb, empfand sie zum erstenmale das Bewußtsein einer Schuld dem Va ter gegenüber. Der Oberförster hatte sofort die fremden Arbeiter des Grudenfeldes 'im Verdackt. und hrr ftnrfttr bestärkte ibn in dieser Meinung Ja, das wird 'ne rechte Landplage werden, Herr Oberförster," sagte er. unv mit dem gemüthlichen Leben hier wird's auch bald ein Ende haben. onji, wenn icy mich mit den anderen Revierförstern 'mal im Wirthshaus von Pronowitz traf, da that der Wirth 0 yri r ' ' uns, zu besauen, was er uns nur an den Auaen abseben konnte. fi der Dummkopf sich ordentlich besonnen.
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ob wir wohl auch in die Herr'enstube
gehörten und gut genug wären für die Baumeister, Ingenieure, Steiger und wie das Volk alles heißt, was jetzt dort verkehrt. Na, wir haben ihm heimgeeuchtet und haben ihm den StandPunkt klar gemacht aber die alte Cemüthlichkeit ist weg, wenn das Vier auch freilich, besser geworden ist und man auch sonst allerlei Leckerbissen kriegen kann." Der Oberförster nickte vor sich hin. Ja, ja, Werner, die alte Gemüthichkeit ist weg, da haben Sie recht." Er sah sinfler vor sich hin, dann chlug er mit der Hand auf den Tisch. Aber hier im Walde sind wir noch die Herren, hier hallen Sie mir id nung. Pasten Sie scharf auf! Wo erst Schlingen liegen, da kommen die Wildchutzcn aucb noch, und vor dem Unge ziefer .schützen tvir uns." Via, das will ich meinen, Herr Oberörster, wo ich so'n Kerl erwische ein mal anrufen, und wenn er dann nicht steht, brennt man ihm eins auf den Pelz." Aber hübsch vorsichtig, Werner. denn Sie wissen wenn so'n Kerl dann etwa doch. mcht bewaffnet ist und man nicht beweisen kann, daß man sich in der Nothwehr befunden hat, da gibt's eklige Geschichten mit den'Gerichten " Ach Herr Oberförster, wenn die Kerls erst Schlingen legen, schaffen sie sich auch bald einen Schießprügel an! Aber, was ich bitten wollte wenn der Herr Oberförster doch darauf dringen wollten, daß das Wudgitter an der neuen Grenze entlang wieder aufgerichet wird so'n ordentlicher Drahtzaun. daß einem nicht jeder in den Wald latschen .kann." Der Oberförster seufzte. Ja, die verwünschte Generaldire?tion, die immer klamm mit dem Gel'? ist ich habe gleich auf den Zaun aufmerksam gemacht." So weit das alte Wildgitter zu benutzen war, hatte man es- wieder aufgestellt, aber die neue Grenze war länger, und es blieb daher ein offener Raum gerade hinter der neuen Ansiedelung. Da seht Jhr's nun, was für Annehmlichkeiten man von den neuen Nachbarn hat!" sagte der Oberförster zu Frau und Tochter, als sein Untergebener sich entfernt hatte. Da seht Jhr's nun!" I was denn, Alter! Ab und an einmal Wilddiebereien hat es früher auch gegeben," beschwichtigte die Oberforstenn, dafür kann die Gluckim-wald-Grube nichts!" Der Oberförster seufzte: Daß sie auch noch den Namen gewählt haben es ist der reine Hohn!" Käthe schwieg. Sie sah jetzt -dem Besuche des geliebten Mannes mit mehr Sorge uls Freude entaegen. wahrend die Oberförsterin, unbeeinflußt durch die schlechte Laune ihres Mannes und die Schweigsamkeit ihrer Tochter, den Kaffeetisch ordnete und an Käthes Kragen herumzupfte, den sie nicht kleidsam genug fand. Endlich kamen die Erwarteten, und das erste, womit , Hans Berga sich bei dem Oberförster einführte, war de Nachricht, daß man ihm zugesagt habe, das Wildgitter von feiten der HüttenVerwaltung vervollständigen zu lassen. Dieses kleine Entgegenkommen machte nun doch einen guten Eindruck auf den Oberförster, und als er ferne Besurchtungen in Betreff der Schlingenleger aussprach und auch in dieser Sache volles Verständniß bei Hans Berga fand, begann er, fast gegen seinen eigenen Willen, mittheilsamer zu werden. Hans horte geduldig alles an, was der Ober förster auf dem Herzen hatte gegen das Werk, dem Hans feine besten Kräfte zu widmen entschlossen Ivar. Er wurde nicht müde, seinen Gegner Punkt für Punkt zu widerlegen, aber mehr als seine national-Lkonomischen Auseinandersetzungen wirkte auf den Oberförster das Versprechen, daß Hans Arbeiter, die beim Schlingenlegen ertappt wurden oder die im Verdacht des Wilddiebens standen, entlassen würde. Verlassen Sie sich darauf, was geschehen kann um Ihren Wildstand gegen unsere Leute zu schützen, das soll geschehen'" Käthe beobachtete mit stiller Freude, wie die umwölkte Stirn ihres Vaters sich allmälig aufhellte. Und als er gar am Abend erklärt-: Alles, was waHr ist: mit dem Berga läßt sich doch reden!" da fiel sie ihm um den Hals und küßte ihn so stü misch, daß er verwundert fragte: Na. Käthe, was ist denn los?" Ich bin so froh, daß Du heut wieder etwas heiterer in die Zukunft siehst!" erwiderte sie verlegen. Er strich über ihren Kopf hin. Du bist ein guter Kerl, Käthe, aber wenn ich gegen den Berga auch nicht ungcrecht sein will, heiter kann ich die Glück-imwald-Grube und die Hütte drum doch nicht ansehen." Immerhin fand Käthe, daß sie einen guten Schritt vorwärts gekommen war. Und diesem ersten Besuch folgten anvere. Käthe begann immer hoffnungs. doller in die Zukunft zu sehen, denn sie kannte ihren Vater und wußte, daß er wohl schroff und heftig fein konnte, wie dem Woitek gegenüber, aber sie wußte auch, wie gutherzig und weich er im Grunde war, und sie war überzeugt, daß er am Ende nachgeben würde, wenn man nichts überstürzte. (Fortsetzung folgt.) Die befte5 Cent . Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow".
Vom Jnlande. Die Ackerbauprodukte des
Südens beliefen sich im verflossenen Jahre auf den Werth von $1,100, 000,000, während im Jahre 1879 ihr Werth $773,000,000 betrug. Der Gesammtwerth der Jndustneerzeugnisse des Südens im Censusjahre 1890 belief sich auf $1,320,000,000, im Jahre 1880 aber auf nur $478,000,000. Den diesjährigen Gesummtwerth der Produkte des Südens veranschlagen aber genaue Statistiker, mit Einschluß des Ertrags von Bergwerken, Steinbrüchen und Waldungen auf mindestens $4.000.000,000. oder dreimal so viel wie im Jahre 1880. Erne sonderbare Eheschneßung hat ein Richter in Waseca, Minn., vorgenommen. Vor einiger Zeit wurde die Telephonistin Alice Ryan von Charles Smith durch emen Schuß todtlich verwundet und ietzt hat sich das Paar verheirathet. Smith steht noch unter Mondanklage, er wandte sich an die County - Commlssäre um Entlassung auf Bürgschaft, welche auf $5000 festgesetzt wurde, worauf der Gefangene auf freien Fuß gesetzt wurde, bis die Grandjury im März zusammentritt. DieBraut trägt noch jetzt die im Kinnbacken festsitzende Kugel, ist aber sonst vollständig wohl. Da eine Frau nicht gegen ihren Mann Zeugniß abzulegen braucht, wird Smith wohl unter diesen Umstanden straffrei ausgehen. ElnFall von Herzlchlag aus Herzensgüte wird aus Milford, Conn.. berichtet. Giovanni Lombardi von New Haven, Herausgeber der italienischen Zeitung Jl Couciero del Connecticut", stürzte infolge eines Herzschlages im Hause von Frank Partigliani todt zu Boden. Vor ein paar Jahren hatte Partigliani nach dem Tode seiner Frau seine Tochter, ein junges Mädchen, seinem Freunde Lombardi zur Pflege anvertraut. Vor Kurzem hatte Partigliani wieder geheirathet und hatte seine Tochter, die in Lombardi's Wohnung ein zweites Elternhaus gefunden, wieder zu sich genommen. Dieser Tage war nun Lombardi zu Partigliani gekommen, um ihn zu bitten, er möge ihm doch wieder das Kind überlassen. Während er diese seine Bitte vortrug, wurde er vom Herzschlag ereilt. Eine zeitgemäße Broschüre hat der Staats - Aufseher für Wildschütz in Maryland, John Avirett, veröffentlicht. Dieses Bulletin ist in erster Linie für die öffentlichen Schulen Maryland's bestimmt und soll dazu beitragen, in den Kindern Liebe für unsere gefiederten Sänger in Feld und Wald zu wecken und zu fördern. Durch Unverstand und aus Vertilgungslust ist der Bestand unserer Vogelwelt von Jahr zu Jahr geringer geworden. Es soll nun in den Schulen darauf hingearbeitet werden, daß diesem Unfug ein Ende gemacht wird, daß durch Belehrung über den Nutzen unserer Vögel auch die Liebe der Jugend für diese Freunde der Landwirthschaft geweckt wird. Für die jagdbaren Vögel sind die Jagdgesetze der Counties mitgetheilt. Es liegt nun an den Lehrern, von der Vroschüre den besten Gebrauch zu machen. FürdasVegräbnaßeines noch Lebenden trifft der New Forker Stadtrath Vorkehrungen. Diesem wurde kürzlich eine Resolution unterbreitet, laut welcher Bestimmungen über die Begräbnißfeier für Hiram Cronk, den letzten überlebenden Soldaten des Krieges von 1812 bis 1815, getroffen werden sollen. Cronk ist jetzt hundertundvier Jahre alt, diente in einem freiwilligen Jnfanterie-Regiment und kämpfte in der Schlacht von Sackett's Harbor rm Jahre 1814, wo die Engländer geschlagen wurden. Der Resolution zusolge soll die Leiche des Veteranen in der City Hall aufgebahrt werden. Einer der Aldermen erklärte sich zwar mit der Vorlage einverstanden, hielt es jedoch am Platze, daß man mit der Annahme so lange warten solle, bis der alte Herr wirklich todt sei. Es gelangte ein Amendement zur Annähme, in welchem es heißt, daß der Präsident des Stadtraths, sobald Fronk vom Leben Abschied nimmt, hiervon Notiz nehmen und ein Comite ernennen soll, das für ein öffentliches Begräbniß Sorge trägt. Ueber v e r h ä n g n i ß v 0 l l e Folgen einer falschen Hio5.ipost wird aus Newark, N. I., berichtet: Einem gemeinschaftlichen Uebereinkommen zu Folge lebte Frau Catharine Schäffer getrennt von ihrem Manne, Adam Schäffer, einem bekannten Politiker in Union Hill. Als Schäffer vor einiger Zeit an Lungenentzündung erkrankte, sandte seine Gattin ihre zehn Jahre alte Tochter nach seiner Wohnung und .ließ sich angelegentlich nach seinem Befinden erkundigen. Kürzlich befand sich der Kranke in einem kritischen Zustande, und als das Mädchen nach seinem Hause kam, theilte ihr irgend Jemand mit, daß ihr Vater geftorben sei. Sie eilte heim und berichtete ihrer Mutter die Botschaft. Die Frau wurde davon so angegriffen, daß sie in Krämvfe fiel, und als ibr dieselbe Hiobsbotschaft auch von andem Seite zuging, wurde sie vollständig überwältigt und starb an den Folgen von Hysterie und Epilepsie. Später stellte es sich heraus, daß die Nachricht von dem Tode Schäffer's eine falsche war;. dieser befindet sich', obwohl er nicht ganz außer Gefahr ist, auf dem
Seuer - Signale.
I Pnmst?lv ü Varkt ; Snglist'A Opa Haus k stund 9s Dork 7 Noble und Michigan 9 N. Jerjey u. Stafl Äve Pine und 5!orH 0 Market uni Pme 1 vervumt ehe Saft 2 91. 8 CpritzcnhauS Maff. 3toc nahe R"ble 13 Tcviwareund WakuU 14 . Jersey u Central A. 16 MaH und?orne?Av : Aih i.d 11. Straße -7 Park Ave und 12 Ctr Columbia und Hillsid 9 Highiand Avu.Pratt ll Jllino und Et. Io a Pcnnszlv. und Pratt u Meridian uns ll. Str is No.5SVri5chauS i5.. na? Jllinoii Senate Ave u. StCIa n JUinotS tmd Michigan Petsylvania und 14. Senate Ave. und IS, No. 1 Spritzenhaus Inv ÄvenaheMichiga Msridia und Walnut 4 California u Cmncni 5 lal nd e Fort . i3nd.2l..Hafr 17 Eitv Hospital Blake und Nortl) 18 Michigan und Lgnes 4i 3io. 6 Spritzenhaus Washington nahe Weft SZendorf u Wash. ü Missouri u New Fork iki Meridian u Wash t Jllinoi und Ohi, i7 Capitel Av. u Waff Kmgan'Z PorkhauZ !S Straßenbahn StSll W. Waington Ett ii N. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Merrill 5 Illinois u Louistana ü West und South J4 West und McTartv Hmatt Swe. Henry 17 Meridian und Aay No. 4 Spritzenhaus Vadison Av. u MorriS rtadion Lv. u Dunlop n S!o Haken Leiterhau South nah Delawar Penn.uWerri!! 13 DelcZvan ü. ZvkrCarttz -altnndRcSarttz U e Jersey u.rrM 7 Lirg.Vv.n LradffaS Eaft und Prospekt 19 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Cir Ave. nahe Hur? rt E-kst und Seorgia fi Cedar und CIri 54 Davidson u Georgia English Av. Pine rt Cheüy und BateS No. l Spritzenhaus Prospekt nahe Ehelby Fletch Llv. u Shelky yi Market tu New Zersey 32 Dclaware und Wash. ast u Washington M Nctv Fork u.Davidsoe 16 Tau! stummen Anstalt 5 er. Staaten ArsenaZ r. Orient! und Waff. Srauen-Reformat. N No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 2 Meridian a. Georaia. Meridian und South ,4 Pennsyls u. Louisiana '5 Birgini Ave u. Alab. ) Hauptquartier. 17 Grand Hotel. i3 Capital Ave und C?hl öS No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. u Alabama und 18. U Centra! Ave und 16. 6 DandeS und 15. 27 Brookside und Juptta 23 Central Ave und 17. 29 Delatvare und 19. 11 Alabama und 11. 32 Bellesontsine und 57. 54 College Av und M. '5 Delswar und 13. 55 Alabama und Rorth 17 Nevmann und 19. 33 College Ade und 14. 39 Eornell Ave und 13. 41 DandeS und 19. 42 Highland Ave und IG, 43 Tecumsey und 10. 45 New Jersey und 22. . 46 Alvord und 17. 7 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 1. 8 College Ave und X. 19 College Swe und 7. 62 Park Ave und 22. öS L S u. 23 Sehn u. 18. 54 SZaNsey Ave und IS. 55 Stoughton Newma 67 AtlaS und Pike. SS Bloyd und Pawpaw. bö No. 21 Spritzenhaus Lrightwood ,(& Arde und Depot s rightwood und 2S. tt Rural und Bloyd 6 St. Clair u. evston .7 Arsenal Ave un tt. 63 ellefontaine unt IN Park Zu vato 11 212 vital Svc nd IT. 513 PennZhlv. U. 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ÄstuQ 728 Fletch txu. Sprue, 724 Siote Ave u. Pleasmö 75 Prospekt und ?leasani 72 Orange und Harlav 723 Liberty und Mea 729 Noble und Souih No. 1 SprrtzenhauR Ost Washington 13 Market und Noble tli Ohis tt. Highland v 81& Michigan u. Highla Ll Market Arsenal A LiT Oft e Clair unl Union Bah Geleise, ll Pan Handle ShcpS S23 mnent und Walu 824 Wash. und State AK. SU Wadden's6SungFa 826 Tucka und Dorsey 27 Wash. und VeviS 4 eo.uerMtzenh eville nah Michig 1 Seutheafter txtvsä Soodside. 833 tSa$. nd Deardo 884 Southeastern kn Arsenal AveS. 885 New Fort d Taqili 13 JllinoiS nd Martzl. 13 Illinois und arte, 14 Penn, und Cc3 15 nnt Va vpezial.Oiznäle. ersten SchlZge, zweiter Alarm, Zweiten 8 Schläge, dritter Alan, Dritten Schlage, viert Alarm. i-2-i, Feuer aus und Schlauch auszereJ. 1 Schläge, Wasserdruck ab. i Schlage, 18 Uhr Mittag. Die so bezeichnete Signale werden nur do Thun ächt angegeben da an den betreffend Straz mtzungm kdu LllsouVKax fcX 1 u D i e Sinfonia Domest i c a das neueste Opus des Tondichters Strauß, welches jüngst in Berlin zum ersten Mal zu Gehör gebracht wurde, hat dem Komponisten $9000, das höchste Honorar, das in Deutschland jemals für eine Komposition ht zahlt wurde, eingebracht. ! Rheumatismus bei Ziegen ents eht meist ' durch Zugluft, rasche Abkühlung nach vorheriger Erhitzung, nasse Weiden und ebensolche Stallungen. Zwecks Heilung reibt man die Haut kräftig mit wollenen Tüchern oder Strohwischen, damit sich die Hautausdünstungen wieder regelmäßig einstellen können. In schweren Fällen sind Einreibungen von Kampfer oder Salmiakgeist mit Wasser aufgelöst am Platze. Innerlich wird in diesem Falle noch Kamillen- oder Fliederthee verabfolgt, dem ein wenig Kampfer beige-
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