Indiana Tribüne, Volume 28, Number 119, Indianapolis, Marion County, 11 January 1905 — Page 3

Jndiank Tribüne, 11 Januar 1905

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Die Japaner

Wollen angeblich das russische Geschwader bei Mada-

Streik im westdeutschen Kohlenreviere.-Neuer deutscher Flottenplan.-Kaiser Wilhelm dekorirt Stösse! und Rogi. Der neue Kammer-Präsident in Frankreich.- In Deutsch-Südwestafrika gefallen.

Afrika. Japaner im Anzuge? P o r t L o u i s, Insel Mauritius, 10. Jan. Es geht hier das Gerücht, daß ein japanisches Geschwader bei Diego Garcia, Chagos Inseln, liegt. Der russische Admiral erhielt am 3. Jan. die Nachricht, daß japanische Kriegsschiffe unterwegs seien, um das russische Geschwader zu treffen und die Wachsamkeit auf dem letzteren wurde verdoppelt. Der Adjutant des russische soll in einem Interview zu Tamatave gesagt haben, es werde das russische Geschwader einen Monat nehmen den Indischen Ozean zu kreuzen. Aegypten. Russisches Geschwader. Port S a i d, 10. Jan. Das russische Geschwader ist von Kreta komrnend hier eingetroffen. Der russische Gesandte begab sich, begleitet von Kapitän Schwank von der russischen Ma rine, an Bord des Flaggschiffs Olag. Nach Unterzeichnung der vorgeschriebenen Erklärungen wird es den Schiften gestattet sein, eine bestimmte Quantität Kohlen einzunehmen. Port Said, 10. Jan. Das russische Geschwarder unter Kontro Admiral Botrovsky. das am Sonntag die Suda Bai, Kreta, verließ, ist in Sicht. Rußland. Sachalin und Kamtschatka. St. Petersburg, 10. Jan. In einer längeren Besprechung der militärischen Lage dringt die Novoc Vremya" aus sofortige Verstärkung von Wladiwostok, der Insel Sachalin und

Kamtschatka'S Die eituna sagt: e3!enfiliMm Presse, mit der Army and 7 in I STJrthV sRiioH" Xf (S:iu T

ist wenig Wahrscheinlichkeit vorhanden. daß die Nüssen zu Wladiwostok so überrumpelt werden, wie zu Port Arthur, aber die Regierung hat die Verpflichtung darauf zu sehen, daß keine Ver heidigungsmaßregel übersehen wird. Sachalin und Kamtschatka sind schwerer zu vertheidigen und haben eine spär lichere Bevölkerung, aber beide sind reich an Mineralien und anderen HilfS quellen und deshalb von besonderer Anziehungskraft für die Japaner, zu deren Expansionsplänen sie nothwendig sind." Die Novoc Vremya" führt dann aus, daß es, so lange das EiS hält, möglich ist ohne Seemacht Verstärkungen und Vorrüthe nach Sachalin und Kamtschatka zu senden und fleht, daß dies sofort geschehe. Streik. Riga. 10. Jan. Die Arbeiter in den hiesigen SchiffZbauhöfen sind an den Streik gegangen, da sie über Löhne und Arbeitsstunden anderer An sicht waren wie die Arbeitgeber. Arbeiterkrawalle. T i f l i s , 10. Jau. Ein ofsi. zieller Bericht sagt, daß in den letzten Arbeiterkrawallen 20 Personen getödtet und 44 Oelthürme verbrannt wurden. Japan. NachderHeimath. Tokio, 10. Jan. Außer Gen. Stösse! wurden die Generalmajare RieS. Nadian, Konlinkow, die Eontre Admiräle Fürst Uchtomsky, Gregors witch und RoßtiliSki, ferner Ehef.Jn. genieur Rindeback auf Parole freigegeben. S e e n i n t n. T ok i o. 10. Jan. Das Flotten department meldet, daß der Distrikt, der mit unterseeischen Minen bedeckt ist. außerhalb des Hafens von Port Arthur einen Radius von 40 Meilen hat. Bis jetzk wurden 395 dieser Minen gesun ken und zum Explodiren gebracht. Deutschland. Kohlengräber-Streik. Köln, 10. Jan. Grubenbesitzer wie Bergleute bereiten sich auf einen allgemeinen Streik vor. Bis jetzt sind von den 270,000 Arbeitern nur 20.000 ausgestanden. Die Grubenbesitzer ha ben gestern begonnen die Forderungen der Arbeiter zurückzuweisen. Sobald

amr nnnrrifm JUSUll UUUUIL1U

ihre Antworten eingehen, weigern sich die Leute zu ihrer nächsten Schicht zu gkhen. ' Nach dem Gesetze theilen die Arbeit gebe? den Arbeitern dann mit, zur Ar beit zu kommen, andernfalls werden sie den Lohn für 6 Tage verlieren. Zu Dortmund gingen heute die Leute von 7 Gruben an denAuöstand. DieBesitzer behaupten, daß sie nicht in der Lage sind, für die Zeit zu bezahlen, die für die Einfahrt und Ausfahrt in der Grube nothwendig ist, auch könnten sie keine kostspieligen Aenderungen in der Drainage der Gruben machen, weil Deutschland sonst die Konkurrenz in der Kohlenindustrie mit dem Auslande nicht aushalten könne, ebenso werde eS den Fabriken gehen, die Kohlen brauchen. ES sollen nur noch Kohlenvorräthe für eine Woche vorhanden sein und die Sache wird in der Presse lebhaft er örtert. Neuer Jlottenplan. Berlin, 10. Jan. Die vereinig, ten Handelskammern des niederrhei' nisch-westfälischen Jndustriebezirks ha ben eine Resolution gefaßt, in welcher der Vermehrung und dem schnelleren Ausbau der deutschen Flotte in tnU schledener Weise das Wort geredet wird. Immer häusiger lassen sich neu erdingS die Stimmen vernehmen, und

zwar auch außerhalb des Deutschen hat den Generälen Stösse! und Nogi Flottenvereins und des Alldeutschen den Orden Pour le Merke" verlieVerbandes, welche darauf dringen, hen in Anerkennung ihrer Tapferkeit

daß die Flottensrage nicht mehr i cc v. -tt v v cm I Dagaien oeganocn uno in oern au . i -r?rr n n. ... . I von juieflsicgiijen ein neueres J.empo eingeschlagen wird. DaS jüngste anmaßende Gethue der Navy Gazette" an der Spitze, welche sich stellt, als ob verdeutsche FlottenauZbau von der Genehmigung oder Zustimmung Englands abhänge, hat die Bewegung zu Gunsten einer Novelle zum Flottengesetz von 1900 erst recht in Fluß gebracht, und jener Beschluß der Handelskammern ist nur eine von vie len symptomatischen Auslassungen der öffentlichen Meinung, welche in diesen Tagen zu registriren find. rr . i v rn... rr n v I m sur eine nernarrung oer Kriegsflotte in großem Umfang Stim. mung gemacht. ES ist angeblich ein Entwurf in Vorbereitung begriffen, durch welchen zehn neue Linienschiffe, r.jt -c n ......... ..v r t ,.: Is lupc icujci uuu icucuii iicinc Kreuzer dem Bestand hinzugefügt wer. oen lernen, ermulouna ervau " r x. r. w rwi ncy, oa, wenn oer reguläre scanne, Etat erledigt ist, die neue Flottenvor1 ..C .k.i :v iuUc uu uyu iumuicn wno. EindraverWirth. G ö t t i n g e n, 10. Jan. Vor einigen Tagen verstarb hier der Rentner Aug. Heyden, der früher eine der be. kanntegen Wirthschaften in Göttingen hatte, die namentlich von Studenten stark besucht wurde. Jetzt wird nach der TestamentSeröff. nung bekannt, daß Heyden, der zwar verheirathet war, aber keine Kinder hatte, eine Summe von 40,000 Mark zu einer Heydenstistung für unbemit. telte Studirende ausgesetzt hat. Der joviale alte Herr erklärte öfters, daß fein Vermögen, das er durch die Stu denten erworben diesen auch wieder zu Gute kommen solle. So wnd denn mancher arme Student bald ein Hey dengeld" kriegen. FünfBergleutever schüttet. B r t I a u. 10. 5lan. 5n timm Braunkoblenwerke bti Eaarau im Re. ' - " aierunaSbttirk Slan hah,n fnf Bergleute ihren Tod gefunden. Die 0 u -r i "i Decke eines Stollens war eingestürzt und batte die fünf Unalückttcken schüttet. Als Hülfe zur Stelle kam. war eS zu spät. ernarlung der o tamer. Station. Berlin, 10. Jan. Vertreter der Industrie, und Handelswelt haben neuerdings eine Verstärkung der deut. schen Kreuzerdiviston auf der ostameri konischen Station angeregt. Die ge genwärtlge schwache Besetzung sei der!

Würde und den Interessen Deutsch

landS nicht angemessen. Wenn, wie es im Plane steht der kleine Kreuzer Falke" demnächst nach der westamerikanischen Station abgeht. der mm Krer mumm; bleiben aus der o iameruanl Ten nur letztes Jahr die .Gazelle" ablöste, und das Kanonenboot Panther." Selbstmord. Berlin. 10. Jan. Dr. Alonzo Sylvester, Kaiser Wilhelm's Zahnarzt. hat sich erschossen. Als Grund wird angegeben, daß sein Assistent, Dr. Geo. Watson. euch ein Amerikaner, sich selbstständig gemacht und Sylvester viele seiner besten Kunden weaae schnappt hatte. Deutsch amerikanische Handelsbeziehungen. Berlin, 10. Jan. Finanzminister v. Rheiybaben, der heute im preußischen Landtage das Budget vorlegte, kam auch auf die deutsch-amerika nifch:n Handelsbeziehungen zu sprechen. Er sagte, eS sei ein großer Irrthum, wenn man annehme, daß Deutschland durch einen Rückgang imjökonomifchen Ausschwunge der Vereinigten Staaten etwas gewinnen könne. Die Gefahr der amerikanischen Concurrenz, die nie für groß gehalten wurde, sei stark ge schwunden. seit die wachsende Besserung im Geschäfte der Vereinigten Staaten die Nachfrage daselbst verstärkt habe. . Verluste aeaen die Auf ständigen. Berlin, 10. Januar. In den Kämpfen zwischen den Truppen unter Major Meister und den WitboiS in Deutsch . Südwest-Afrila vom 2., 3. und 4. Januar wurden Major v. Nau nendorf und 3 Ofsiziere, sowie 15 Mann getödtet; 4 Offiziere und 45 Mann verwundet. A u S z e i ch n u nZg. Berlin, 10. Jan. Der Kaiser und der ihrer Truppen. Aartarica fJHMlUÜ Botschaft. San Juan, 10. Jan. Gou verneur Winthrop'S Botschaft an die N.Zsi mhB.fcf '.N. O:X Legislatur empsiehle innerster Linie Sparsamkeit, eine geringe Erhöhung der Steuern, eiu Eivildienftgesetz und Vorsicht bei der Aufnahme von Anlei hen, damil der Credit der Insel nicht geschädigt werde. Großbritannien. Brasilianische Gewalt. that. London, 10. Jan. Der Mini er des AuSwürtiaen LanSdowne bat dem britischen Gesandten in Rio de Ja. eiro aufgegeben, die angebliche Ge. walttbat aeaen die Offiziere des Dam. pfet5 Rio Xapury" zu Para zu unter. I .. " suchen. Der Verband schottischer SchiffScapl. ox o.,,. I wuywv Uii vUlU UU9UUW(l( I w s seien am 29. November, wäkrend genanntes Schiff zu Para vor Anker I - laa. UN fttrm rt? y,t? AirS kommen, hätten die Ofstziere an Land -"jjf - - . M. V W gebracht und in's Gefängniß geworfen. Ein Grund für dieses Verfahren wurde nicht angegeben. Am folgenden Tage wurden die Ofsiziere entlassen. In Zwischen aber war ihnen aus den Kabi nen Geld und andere Sachen gestohlen worden. Frankreich. Neuer Kammerpräsident. P a r i S, 10. Jan. Paul Doumell. früher General'Gouverneur von Fran. zöfisq.Jndochina wurde heute mit 265 gegen 240 Stimmen zum Präsidenten der Deputirtenkammer erwählt. Er ist ein Gegner des Premierministers Combes. In der Mongolei er mordet. P r l s, 10. Jan. Ein Post dampfe? der heute aus dem Osten an lam berichtet, daß Oberst Bogdanog I w rnr k w . - . " ""V 'mee un Begie, 4"' ülc uan sruyeren BlZeronlg I 1... V! L. u V F tl m , mf.! . .. . ew w ein nnon nach der fB, ßna,iai wuroen, von Emge nen ermoioer woroen pno. Oesterreich'Ungarn. Eines Bürgermeisters Selbstmord. Wien, 10. Jan. Ein tragischer Vorfall wird aus Jschl in Oberöfter reich telegraphisch hierher meldet. Dort hatte sich der verdienstvolle Bür. germeister Wiesinger in Folge von Differenzen mit dem Gemeinderath so enegt, daß er Selbstmord beging.

Cuba. Convention. H a v a n a , 10. Jan. Vor der

amerikanischen Gesellschaft für öffent. iche Gesundheitspflege hielt Dr. Snod graß, der städtische Bakteriologe von St. Louis, einen Vortrag über das dortige System, das Wasser zu reini gen. Er behauptete, das jetzige Sy stem der chemischen Reinigung sei so befriedigend, daß man in St. Louis wahrscheinlich nie zur chemischen Rei nigung sich entschließen werde. Die meisten Anwesenden schlössen sich den Ansichten Dr. Snodgraß' nicht an. Gomez kein Candidat. H a v a n a , 10. Jan. General Maximo Gomez hat einen Brief ver. öffentlicht, in dem er sich dagegen ver. wahrt, daß er als Candidat für das Amt des Präsidenten genannt werde. General Gomez ist öfter als mögli cher Candidat genannt worden, befon ders in Anbetracht seiner ausgesproche nen Ansicht, daß die Veteranen der Revolution gemäß den Liften in Voll ausbezahlt werden sollten, statt einen Compromiß zu schließen, wie eS die PülmaAdministration versuchte. Italien. Große Befriedigung. Rom, 10. Jan. Im Vatican hat die Erwählung Doumer's zum Kam. merprüsidenten große Befriedigung er. regt, da sie als eine Niederlage deS Ministerpräsidenten CombeS aufgefaßt wird. Der Todfeitt) der ungarischen Ob struktion. Der Kaiser -König Franz Josef hat dem ungarischen Premierminister Grafen Tisza mt Versicherung feines rückhaltlosen Vertrauens ertheilt und ihn ermuntert, den emgefchlagenen politischen Kurs weiter zu steuern. Tlsza wird somit den Kampf gegen die Obstruktion mit erneuter Kraft sortsetzen. Ten ersten qrcßen Erfolg erzielte ver Mann der starrn Hand", als er die neue Geschäftsordnung geschickt und zielbewußt zwischen sick und den anstürmenden Gegner der Parlamentär!schen Ordnung schob. Mit whler Ge ringschätzung rief er der tcbendenRolte zu, er werde der Komödie ein Ende machen; und seine Maßnahmen lassen mit aller Bestimmtheit ko?.xai schließen, daß er nicht in den Fehler ferner Vorganger fallen und der Obstruktion auch nur den klemm Finger bieten wird. Es heißt jetzt: Biegen oder brechen"; jedes Mittelding ist unmöglich und würde von einer poltischen Kurzsichtigkeit zeugen, die bei dem Grafen Trsza nach den bisherigen Erfahrungen nicht zu fürchten ist. - Er hatte gewiß vollkommen v!echt, als er sich darauf berief, daß es ein llndiNF sei, für jede Abänderung der Geschäftsordnung die einstimmige Ein willigung des Hauses zu verlangen. und daß alle iuristischen Haarspalte reien im Interesse des Gemeinwohls bedingungslos vor der Nothwendigkeit verschwinden mußten, der Gewaltherr schast der Obstruktion so oder so ein Ende zu machen. Unter dem Eindrucke mMT" itbiTjpitsrpnri(n sftnrTVmmn Ss W V fW)VV'' - O lairqic oer von' der liberalen Parter ge stellte Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung über die Köpfe der Obstruktion hinweg zur Annahme. Es war das ein Meisterstück Tisza's, das mit einem Schlage freie Bahn schuf und das Haupthindermß zur WiederHerstellung geordneter Verhältnisse beseitiate. Die Unabhänaiakeitspartei schritt darauf zur brutalen Gewalt. Ihre Mitglieder zertrümmerten unter Fuy runa des Grafen Apponyi und Franz Kossuths die Möbel im Sitzungssaale, vertrieben die Wachen und beschimpften den Vorsitzenden Perczel und den Premlerminister. Trsza blieb dem wilden Sturme gegenüber fest. Er stellte die Tobenden vor die Wahl: unterwer fung der terroristischen Minderheit un ter die Regeln des Parlaments oder Auflösung des Reichstages. Die Herren stehen jetzt vor der Nothwendigkeit, ihre Entschließung kundzugeben. Der Graf hat die überwiegende Mehrheit der liberalen Partei hinter sich und ist der Austimmuna des Kaiser'-KönigZ sicher,, wenn er das Abgeordnetenhaus auflost und dem Ungarvolke rne Ent scheiduna der ffraae anheimstellt, ob eS seinen Kurs billigt oder die obstruirende Mißwirthschaft vorzieht, die bereits in parlamentarische Anarchie ausgeartet ist . Vom rein deutschen Standpunkte aus hat man gerade kerne Veranlas sung, sich für den Staatsmann Tisza zu begeistern, der, zum Wohle des Maayarenthums jede fremde Rationalität im Ungarlande auch die deutsche mit rauher Rücksichtslosig keit niederbält und namentlich auch das Schulwesen feine nationale Unterdrückungspolitik fühlen läßt. Dem kühnen Bekämpfe? der Obstruktion aber, die ihre Kräfte einsetzt, das Parlamentswesen vor der Welt in Verru zu bringen, muß man Anerkennung 'zollen und Gluck wünschen.

JSraelitcn in Preußen. Nach den letzten amtlichen Feststes ungen wohnten im preußischen Staate nsgesammt 392,322 Juden oder 1,14

v. H. der Gesammtbewohnerschaft. Dieses Verhältniß ist in den letzten 20 Jahren stetig zurückgegangen, denn es wurden 1880: 1,33, 1835: 1,29, 1890: 1,24 und 1893: 1.19 v. &. Juden im Staate ermittelt. Welchen Antheil die udlsche Bevölkerung an der Gesammteinwohnerschaft der 22 preußischen Großstädte, d. h. also derjenigen städtischen Gemeinwesen hat, die rm preußichen Staate bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1900,mehr als 100,000 Einwohner zahlten, ergiebt folqende Zusammenstellung der Maad. Ztg.": Auf je 1000 Einwohner kamen rn diesen 22 Städten an Juden in: 1) Frankfurt a. M 76.0 2) Charlottenburg ..... 51.2 3) Posen 51.2 4) Berlin . 48.8 5) Vreslau 46.7 G) Köln 20.2 7) Kassel 23.0 8) Königsberg 21.0 9) Hannover ...... 19.3 10) Danzig 17.4 11) Krefeld 16.7 12) Stettin 14.9 13) Dortmund , 13.5 14) Altona 12.4 15) Aachen 11.7 16) Elberseld 10.6 17) Essen 10.3 18) Düsseldorf 10.0 l'J) Magdeburg 8-4 20) Halle 8.0 21) Barmen 4.2 22) Kiel Der Hauvtsik.des 5ludenthums in den preußischen Großstädten ist also nach wie vor die Stadt Frankfurt a. M. Weniaer ist es bekannt, vatz rn Charlottenburg verhältnißmäißig meh: Juden wohnen als in Berlin. Die Ausschreitungen eines dänischen Parlamentariers, des Folketingsabgeordneten Bjerre, im Kieler Hasen an Bord des Postdampfers Freya sind jetzt durch gerichtliches Erkenntniß in vollem.Umfang bestätigt worden. Die peinlichen Vorgänge, die m Deutschland und Dänemark viel oesprochen wurden, haben sich nach dänischen Mittheilungen in folgender Weise abgespielt: Bjerre gab Kieler Herren und Damen an Bord der Freya ein Abschiedsfest; er und seine Gesellschaft lärmten mitten in der Nacht, daß es durch das ganze Schiff schallte. Besonders der Gastgeber war in sehr gehobener Stimmung; er schlug mit seinein Stock aufs Treppengeländer und auf Mahagonitische, daß sich tiefe Svuren zeiaten. Den Kapitän Brockmeyer nannte er einen Straßenjungen, die Mannschaft unreife Burschen, den Steward einen Eckensteher. Wiederholt erklärte er, daß er als Folketingsabgeordnete: schon dafür sorgen werde, daß die ganze Besatzung der Freya das Schiff ist Eigenthum der dänischen Post verabschiedet würde. Einen Reiselistenhalter zertrümmerte er durch Werfen gegen emen Tisch; die mit oem Hamburger Zug in Kiel eintreffenden neuen Fahrgäsie belästigte er, als sie an Bord gingen. Bjerre bestritt einige Vorgänge, deren Richtigkeit jedoch Fahrgäste und Besatzung der Freya eidlich bestätigten. Das verhalten des Kapitäns, den Bjerre sehr belastete, zeigte sich als völlig einwandfrei; berechtigt sei die Weisung Brockmeyers gewesen., dem Abgeordneten kerne weitern Svirituosen zu verabreichen. Das Gericht in Korsör verurtheilte den Parlamentarier zu 340 Kronen Geldbüße und zur Tragung der Kosten. Aus der Geschichte Tibets. Oberst Holdich, der früher Vorsteher des englischen Grenzaufnahmedepartements in Indien war, hielt kürzlich in London emen interessanten Vortrag über Tibet. Er erklärte, daß dieses Land, obwohl es sich von dem Verkehr mit der Außenwelt stets abzuschließen, bemübt war. eine interessante Geschickte ausweise. Es besitzt eine Königslinic, deren Alter weit über unsere Zeitrechnuna binausreicht. Die tibetanischen Herrscher dehnten ihre Macht einmal bis nack Bengalen aus.-und einer von ihnen fiel als Eroberer in China ein und zwana den Kaiser, ihm eine chrnesische Prinzessin zur Frau zu geben. Diese Prinzessin war es. die im Jahre 1640 in Tibet den Buddhismus einführte; während ihrer Mitherrschaft über das Land wurde Lassa gebaut, m Anfanae des 18. Jahrhunderts wurde eine christliche Mission in Tibet eingerichtet, die bis zum Jahre 1745 mit großer Aussicht auf Erfolg und ebenso großem Eifer thätig war. Die Kapuziner waren die Gründer dieser Mission, die in der späteren Zeit durch die Jesuiten stark unterstützt wurde. 9m der damaligen Zeit bewegten stch die Europäer frei im Lande. Sie wurden überall geduldet und gut veizanvcir. .ffeine Besckreibuna des Landes, o er klarte der Oberst, sei so treffend und so vollständig wie die. die jene Missionare geliefert bätten. Auf die politische Bedeutung Tibets übergehend, versicherte der englische Offizier, daß dieses Land einen natürlichen und vorzüglichen Pufferstaat für Nordindien gebildet babe. dan aber eine dauernde Besetzung der Mandschurei durch die Russen wabrscheinlick auch eine Besetzung des nordöstlichen Theiles von Tibet zur Folge haben werde. Je kleiner die Seele, um so mehr Raum darin für Gehässigkeiten.

Drohende Zeichen in China. Die Anzeichen mehren sich, dafc bi

fremdenfeindliche Bewegung in Ckina der Zentralregierung in Peking über kurz oder lana gefährlich werden dürfte. Auch die betheiligten Mächte haben alle Veranlassung, mt Augen.ossen zu kalten, um sich nicht wieder durck dcn Gang derEreignisse überraschen zu lassen. cach einer Meldung aus Tient, sin gewinnt die gegen die Dynastie gerichtete Bewegung in den Provinzen Tschili, Nordhunan und Schantung bedenklich an Ausdehnung. Die Bevölkerung verweigert die alten Kriegstaxen und neuen Arm.steuern. Die Eifersucht zwischen der mit großen Vrivileaien ausaeftatteten sogenannten Hofarmee und dv sich vernachlässigt m S t L äZ . -s suhlenden anoeren norps gieo: zu veständigen Reibungen Anlaß. Ebenso bestätigt eine Vekinge? Meldung die in einigen südlichen Provinzen herrschende anildynastlscye und fremdenselnd!:cy: Bewegung, welche von der aus unzufriedenen alten Soldaten gebildeten Gesellschaft Kolaohui geleitet wird; der Aufstand in Kwangst ist von dieser angestiftet; sie erhält auch aus Priesterkrcisen Anhang, weil jüngst eine arönere Anzahl Tempelgüter für Staatszwecke beschlagnahmt wurden. Bnvcnstretai.

Aus Negen-sburg wird geschriebene, , Wegen böswilliger Beschädigung deX -: i n rjcc . 4

oerurnicn jieincrnen ijcmcn, eines aiv ten Wahrzeichens unserer Stadt, hatte sich der Sandlungsgebilfe Georg Wiitl ,

vor der Strafkammer zu verantworier..' In einer Nacht waren dem Ochsen von Bubenhänden die beiden Hörner gewaltsam abgeschlagen und entwendet worden. Mit Hülse einer auf die ErMittelung des unbekannten Frevlers ausgesetzten hohen Belohnung gelang es, als Thäter den genannten Handlungsgehulsen und einen semer Freunde. Names Wagner, zu ermitteln und festzunehmen. Wagner hat sich inzwischen nach dem Auslande geflüchtet und konnte daher noch nicht zur Verantwortung gezogen werden. Der Angeklagte rrv i . . ' . cm'l I.t CY . Uiixiu war vorocm cnglico oer ziz mima" rn Nürnberg, einer aus lugendlichen Gewerbs- und Handlungsgehülsen bestehenden, studentische Gebrauche nachäffenden Verbindung. Er hat, wie er gestand, nach einer Vereinskneiperei den steinernen Ochsen bestiegen und ihm ttn Horn abgeschlagen, wahrend Wagner das andere abschlug. Beide Hörner wurden später in der Wohnung Witrls gefunden und auf seine Kosten wieder angebracht. Der Staatsanwal! beantragte 14 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof ließ indessen Milde walten mit Rücksicht' auf die bisherige Unbescholtenheit. den geleisteten Schadenersatz. den trunkenen Zustand des Angeklagten bei Ausführung der That und da offenbar mehr ein unüberlegter Jugendstreich als ein Rohheitsakt vorliege. Das Urtheil lautete demgemäß nur aus 300 Mark Geldstrafe. Aerzte. Dr. J. A. Sutciiffe, Wund -Arzt, Geschlechts., Urin- unectum Rrankheiten. Okgce ? 155 Oft Market Str. Tel. 941 Ofsteetunden : 9 bl IS Udr 8m. ; I lll iVl)T. Dr. Carl G.Winter Deutscher Tlrzt. VeHsndelt alle akute und chronische Kran? heilen. SeburtShülfe Spezialität. Ossice: 14 West Ohio Gtt. vffttLtnde: 1011 Vorm. 4 Nachm. bovntagl z Vm. kelepho. Neu tt. Wohnung: 1180 Vadtssn ve. Sprechstunden : 78 Adendl Sonntag : b Nach. Wohnung Telephon : - U, 1025; Neu.. Dichmann L5 Orabhorn, Fabrikanten von seinen Schau-Käften. Olaö Ladentische und Cigarren-Tische 22 Oft Washington Otrnfje. IterPhontsMaw1 185. r 0 001 West Washington Str Verkäufer de? berühmten Quinine :: Whisky jßa pefte Sttttel gegen Ztalatia md GtfaUtiaü Laloon nnd Restaurant. NeueS Telephon 4048. Oflf tt R6t. - IAKE EillE & WESTEH, 0. R. t T .v'. ....Fahrzeit der Zu... C- . . -v' s - Sbsahrt vkuvs Ivledo, hicazo und Mchigan errreß.? 7.13 nos$ koledo. Detroit nnd Chicago Lim .18.20 f 14 vichigan tu. Mnncie u.Lasayette0plf 7 SO fiOJS tflalich t auJfitnoomtn Gotmtagl. . v

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