Indiana Tribüne, Volume 28, Number 116, Indianapolis, Marion County, 7 January 1905 — Page 6

Jttdiana Tribüne, 7. Januar 1905

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nKiituittitateX iüitW Dr August Koenig's amburger Brustthee ist au Heilkräftigen S3ur zeln und Kräutern zusam mengeseytund ist das best Heilmittel gegen Hals und LungenAefchwerden. Kut in OrlglnaUPakkettn. MWFWAWAWAVmsl .Warum nicht Ihr Heim. anziehend machen, durch den Ge brauch eines Garland Ofen... .... und .... Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heiz?raft und Spar sn!eit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen Lzeigt, in WILLIG'S ...Mbrl'Handlung... 141 West Washington Straße. in tttttM Iw H RITBTsllM i m AI A f jL Rechtsanwalt, z t Früher Konsul in Teutschland.) Deutscher z Advokat und Notar. j Praktizirt in allen Gerichtshöfen !der Ver. Staaten. 613 State Life Gebäude. Z C00M IMHMMt'M0 Bestellen Sie Ihren Unzug oder Ueberzicher ....von.... G. SCHNEIDER oa erhalten Sie perfektes Passen und die feinste Arbeit zu den nud rigften Preisen. Anzüge oder Ueberzicher ans Bestellung $15, $18, S2, $23, aufwärt,. Hosen $3, $41, 55, $6 aufwLi, 38 Monument Platz. mnmr In 48 Stund ivnd Slmarrhöa nd Ukstn? au stn uim - lucganrn durch SNltal,S?ttBy ausgeyovn, ebne Undequnnlichklten. Preil $1.00, bei alle Druggiste oder , y. O. Vor 2081, Ne York.

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Europäische Nachrichten.

Mittckdeutsche Staaten. Ger a. Die hiesige Freimaurerloge .Arckimede zum ewigen Bunde" feierte ihr hundertjähriges Bestehen. Aus unbekannten Gründen erschoß sich ver in allen Kreisen gleich beliebte Wirth des Rathskellers, R. Kutschbach. Gotha. Der m den dreitziger Jahren stehende Bahnbeamte Heyn kam 4 . py n .i.ir. . .. cv rs oeim ueoerscyreiien oer iiciic zu yuu und wurde von einer herannahenden Lokomotive überfahren und gräßlich zugerichtet. Die beiden Beine wurden ihm vom Körper getrennt, und der Leib wurde buchstäblich aufgeschlitzt. Der Tod trat auf der Stelle ein. G r o ß r ö d a. Der m den zwanziger Jahren stehende Bergarbeiter Erwm Kasek aus Startenderg wurve bier im Euaenschacht" durch einstürzende Erdmassen verschüttet. Erst nach 16 Stunden konnte man die Leiche des Verunglückten an's Tageslicht fordern. Hermsdors. Der ILiahrlge Zimmergeselle Pctermann zog sich dadurch, daß er einen allzu schweren Gegenstand hob, so erhebliche innere Verletzungen zu, daß er auf. dem TransPort nach der Jenaer Universitätsklinik starb. Jena. Die hiesige Landes-Jrren-anstalt, unter Leitung des Geheimen Medizinalraths Professor Dr. Binswanaer, fererte tm engsten Kreise der Aerzte und der Anstalts - Insassen ihr Ljähriges Jubiläum. K o b u r g. Anlaßlich des 50jahngen Bestehens des städtischen Gaswerkes hat in Gegenwart beider städtischer Körperschaften, der Beamten und Arbeiter, sowie zahlreicher Interessenten des Werkes m den oberen festlich geschmückten Räumen s:!b?N r.na wür dige Feier stattgefunden. T i n z. Der (Leschirrsuhrer Zschack von hier gerieth in unaufgeklärter Weise in der Kaiser-Wilhelm-Straßf unter seinen Wagen, wobei ihm hu Räder über die Brust gingen. Er wurde in ein Haus gebracht, wo er kurz darauf verstarb. Er hinterlaßt Frau und zwei Kinder. W e i d a. Der hier lebende Kauf mann Fichtner, der früher in Gera und Weida . in Fabrikations - Geschäften thatig war und sich durch Agenturen aller Art nährte, hat sich im soenannten Geßner" (Flur Cronschwitz) entl:ibt. Sachsen. Dresden. Professor Dr. D. Vendan, der vor SV2 Jahren sein 50jähriges Doktorzubilaum feierte, beging seinen 80. Geburtstag. Auf einem Neubau in Vorstadt Trachenberge fiel ein Pfosten mehrereStockwerke hoch herunter und traf den unten stehenden 21jährigen Bauarbeiter Weber auf den Kops, der dadurch einen Schadelbruch erlitt. Der Verletzte tourde nach dem FriedrichstädterKrankenhause gebracht, wo er hoffnungslos darmedernegt. A d o r f. Jedenfalls infolge Brandstiftung wurde die den Bürgern Zeitler und Dölling gehörige große Scheune ein Raub der Flammen. Das Slugfeuer ergriff das den Genannten gehörigeDoppelwohnhaus und äscherte auch dieses zum größten Theile ein Dittersbach bei Sayda. In dem von zahlreichen Familien bewohn ten früher Schmerler'schen Wohn- und Wirthschaftsgebäude, jetzt dem Fabrikbesitze? Martin gehörig, brach Feuer aus. Es wurde viel Mobiliar gerettet, auch konnte schließlich der Brand auf den Dachstuhl beschrankt werden G o r d e n bet Elsterwerda. Der 7 Jahre alie Sohn des Windmühlenbesitzers Schnelle gerieth in das Triebwerk der rm Gange befindlichen Mühle, wobei ihm der Kopf buchstäblich zerquetscht wurde. L ö b a u. Eines schweren Todes ist der bei der hiesigen Stadtbau-Jnspek-tion angestellt gewesene frühere BaupoHer Krohe gestorben. Genannter war von einer an einem Obstbaum gelegten Leiter abgestürzt und hatte sich dabei mehrere Kippenbrüche zugezogen. Dabei war eine Rippe in die Lunge gedrungen. Meißen. In Meißen rechts der Elbe ist die Familie des Bahnsteigschasfners Lesch in tiefe Betrübniß versetzt worden. Nachdem sich der Mann zum Dienst begeben hatte, brachte ihm die Ehefrau den Morgenkaffee auf den Bahnsteig. Während der Abwesenheit der Mutter ist nun das 6 Jahre alte Sohnchen erwacht, ist auf den Fenstersims in der Küche geklettert, hat nach der Mutter gerufen und ist dabei aus der im dritten Stock gelegenen Wohnung in den Hof gestürzt, wo es mit zerschmettertem Kopfe und anderen Verletzungen todt aufgefunden wurde. ' R o ß w e i n. Im benachbarten Bohrigen entstand in dem großen We bereigebäude der Firma F. G. Leh mann, A.-G., Feuer, welches bei dem herrschenden Winde schnell um sich griff und das Gebäude mit semen sämmtlichen Maschinen zerstörte. Z w i ck a u. Im Parterre der hiesigen Baumwollspinnerei brach Feuer aus, das einen gewaltigen Umfang annahm. Der Arbeiter Löscher aus Marienthal erlitt eineRauchvergiftuna, an der er kurz darauf verstarb. Acht andere Arbeiter erlitten theils Brand wunden, theils Rauchvergiftungen, so daß sie ohnmächtig von der Brandstelle getragen werden mußten. Mehrere Hundert Eentner Baumwolle sind ver brannt. '

Sessr n.Zarrnskadk. Darmstadt. Einer der ältesten hiesigen Aerzte ist verschieden, Geh. Medizinalrath Dr. Orth. Er war am 18. April 1821 geboren und hat so-

mtt ein Alter von 83 Jahren erreicht. r.t fj n t . L. Zin ZUslizgeoauoe wuroe ver s)oe?landesaerichtsrath Maximilian Scrlba. als er die Staatsvrüfunaen für das Justizfach abhielt, von einem Herzschlag getroffen und starb nach wenigen Augenoliaen. Gau-Bickelheim. Von einem schweren Unglücksfall wurde die hier wohnende Familie Schnabel heimaesucht. Als Schnabel sr., der im 70. Lebensjahre steht, nicht aus seinem Schlafzimmer kam, ging der Sohn ln das Zimmer und fand sowohl seinen Vater als auch seine Mutter von Kohlenaasen erstickt im Bette. Wiederbelebungsverfuche waren bei dem Vater erfolglos; er war schon todt. Die. Mutter starb bald darauf. K o st y e i m. Auf der neuen Umführungsbahn Mombach - Bischofsbeim hat sich der erste Eisenbahnunfall mit tödtlichem Verlauf ereignet. Die hiesige Ehefrau Beller schlupfte durch den geschlossenen Uebergang, wurde von einem Güterzug erfaßt und todtgefahren. Ma:nz. Emer unserer beliebtesten und ältesten Mitbürger, Justizrath Notar Lippold, ist :n selnem 9a. Lebensjahre sanft verschieden. Wayern. München. Der 71jährige Fuhrwerksbeüker Joseph Rößner kreuzte. nachdem er mit seinem einspännigen schwer beladenen Brückenwagen aus dem Areal der Krauß'fchen Fabrik auf die Lindwurmstraß: hinausgefahren war. das Trambahnaeleise, um durch die Eisenbahnunterfahrt stadteinwärts zu fahren und die rechte Seite der Fahrstraße zu gewinnen. In diesem Auaenölick wurde .der neben semem Fuhrwerk einhergehende Rößner von einem von rückwärts (Sendling) kommenden Trambahnwagen umgestoßen, unter die Nader seines Fuhrwerks geschleudert und an der Brust so überfahren, daß der Tod sofort eintrat. A n s v a ch. Tin bei Waaner'schen Brauerei hielt der Braugehilfe Stocklin, der mit dem Auflegen eines Niemens auf eine Transmissionwelle befchäftigt war, in eine sogen. GerstenTransportschnecke seinen rechten Arm, welcher ihm unterhalb des Ellenbogens abgerissen wurde. B a m b e ? a. Bauer Tima aus Sulzfeld, der vor einiger Zeit zum Steuerzahlen nach Königshöfen ging und seitdem verschollen war, wurde mit zerschmettertem Schädel todt amgefunden. Es wird Raubmord angenommen; der Thater lst mcht ermntelt. D i n a o l f i n a. Zum siebenten Male in diesem 5lahre brach m Teisbach Feuer aus. Es brannte das Anwesen sammt Stall und Stadeln des Oekonomen Georg Harlander total nieder. Nürnberg. Der Professor an der hiesigen k. Kunstgewerbeschule, Behrens, eine sehr tüchtige Lehrkraft, die erst vor einiger Zeit hierher berufen wurde, ist gestorben. O f l l n g s. Der altere Marnt tin Allaäu. der Privatier Rauheisen, ist nach kurzerKrankheit gestorben. Rauheisen hätte demnächst seinen 103. Geburtstag feiern können. Penzbera. In der Jauchgrube ertrunken ist das unbeaufsichtigte ." . .. .f. C - rt Cft . 3 zweliayrige sormazen oes erginami Schwarzmeier. Reaensbura. Der Kommandeur des hiesigen 11. Jnfanterie-Regi-ments Oberst German Meyer, der seit October 1902 an der Spitze des Regiments stand, hat unter Verleihung des Charakters als Generalmajor den erbetenen Abschied bewilligt erhalten. W ü r z b u r g. Im hiesigen BahnHofe wurde der verheiratheteStationsdlener Jgnaz Scherps von der caschine eines badischen Zuges erfaßt und derart zu Boden geworfen, daß ihm die Wirbelsäule gebrochen wurde und der Tod sofort eintrat. ZNUvttemverg. Stuttgart. Auf dem Pragfriedhofe wurde der im Alter von 74 Jahren verstorbene Oberregierungsrath a. D. Oskar Freiherr von Wächter beerdigt. Bör Hingen fGöppingen). Die hiesige Gemeinde beging das 25j'ährige Amtsjubiläum ihres verdientenSchultheißen und Verwaltungsaktuars Piscalar durch ein Bankett im Gasthaus zum Hirsch. D e i z i s a u. Das zweijährige Söhnchen des Tagelöhners Johannes Schiller wurde durch eine von einem Holzhausen herabgefallene eiserne Herdplatte "erschlagen. D o n z d o r f. , Der Gräflich v. Rechbergsche Waldschütz Blessing kam bei der Verfolgung eines Wilderers beim Sprung über einen Graben zu Fall, sein Gewehr ging los und der Schuß traf ihn in den Oberschenkel. Blesstng ist auf dem Weg in's Spital infolge Verblutung gestorben. F e u e x b a ch. Weinberghüter Krä mer wurde mit einer Schußwunde in seinem .Bett aufgefunden. Die Frau des Verletzten wurde m Untersu chunqshaft genommen. Wie verlau tet, soll sie dem Untersuchungsrichter eingestanden haben, daß sie die neben dem Bett gefundene Pistole in dem Weinberghäuschen während der Nacht geholt habe.

Trost. Von Otto Klimmer. Weine nicht! Silbernes klingendes SternenNcht Rieselt über die wäume. Oben hoch vom blauen Meer Leuchten zwei weihe Segel her. Leuchten unsere Träume. Weine nicht! Wenn auch manches Boot zerbricht, Eines findet den Hafen; Eines findet die stille Stadt, Wo die Schuld ein Ende hat Und die Schmerzen schlafen. Weine nicht! Hebe Tein bleiches Angesicht Hoch den Sternen entgegen. Dort, dort liegt das Jnselland, Wo die Erlösten im Festgcwand Wandeln auf goldenen Wegen. Weine nicht! Weil der Dornenkranz Dich sticht. Sildern stehen die Bäume. Oben hoch vom blauen Meer Leuchten zwei weiße Segel her, Leuchten unsere Träume.

Die Schwiegermutter. Schwiegermutter! So mancher Leserin witd es beim Klänge der vier Silben bange werden! Meist ist es aber nur das allgemeineVorurtheil gegen die Schwiegermutter, das 'dem Worte einen so unangenehmen Beigejchmack gibt. Schwiegermutter! Schwiegersohn und Schwiegertochter fürchten die Herrschaft dieser Frau; ste wollen sich mmls vergeben, wollen sie nicht beherrschen, beeinflussen lassenund vor allem, sie wollen sich der Schwiegermutier nicht anpassen, sie wollen ihre eigenen Ansichten von allem Anfang an vertreten. Daraus entsteht ern Kampf, der nach außen hin scheinbar unbedeutend, die Menschen innerlich verzehren kann. Alt und Jung steht aus emem zu verschiedenen StandPunkt, um sich einander vollständig harmonisch anpassen zu können. Traurig und folgeschwer ist dieser Kampf meist für alle drei Theile, Schwiegermutter wie Gatten. Ist es doch ein hin und her, ein 'rüber und 'nuber zwischen Menschen, die sich Ueben! Mann und Frau kommen dabei am schlimmsten weg. Sie stehen zwischen Mutter und Gatten, haben beide lieb, möchten es beiden recht machen, was aber meist unmöglich ist. Eine jede Schwiegermutter wird von Anfang an in der jungen Ehe ein wenig mitreden wollen. Denn sie ist es ein Leben lang gewöhnt gewesen und kann sich nicht in den Gedanken finden, daß für den Sohn oder die Tochter nun eine andere, fremde Person maßgebend ist. Da heißt es denn vonSeiten des jungenPaares amPlatze sein und von Anfang an dem schwiegermütterlichen Einspruch oder Einfluß in schonender Weise entgegen treten. Denn nur Mann und Frau gehören zusammen und finden sich ohne diesen dritten Einfluß bedeutend schneller und besser in ihre gegenseitigen kleinen Fehler und Schwächen. Ja, diese Fehler fallen ihnen in ihrer Liebe manchmal gar nicht auf. Die Schwiegermutter hält gewöhnlich ihr eigenes Kind für vollkommen und arbeitet wohl darauf hin. daß der fremde dritte Theil sich selbstverständlich der Uebermacht anpaßt. In solchem Falle müssen die Gatten fest und treu zueinander stehen, sich gegenseitig helfwi, sonst muß der bedauernswerthe Dritte, der in diesem ungleichen Kampfe über kurz oder lang den Kürzeren zielt, seine ganze Individualität aufgeben, nach langem, vergeblichen Kampfe endlich resignirt sein Ich dem verhaßten Joch anpassen. Lebensfreude und Lebenslust gehen dabei zu Grunde. Das daraus entstehende Verhältniß zur Schwiegermutter wird ein recht trauriges und rechfertigt die allgemeine Angst vor dieser Frau. Eine vernünftige Schwiegermutter gibt dem jungen Paar klugerweise selten Anlaß zu Differenzen. Sie hat ihr Leben ausgelebt, mag es die Jugend auch so machen! Wird sie um einen Rath oder um Hilfe angegangen, so ist sie sofort bereit zu helfen, denn sie weiß aus Erfahrung, daß ihre großen Kinder nicht immer so selbst, ständig sind, wie ste scheinen wollen. Naturgemäß wird die fremde Tochter die Schwiegermutter erst selten und schüchtern um Rath und Hülfe angehen. Siebet sie dbtc, wie gern und froh sie gewährt werden, so entsteht allmählich ein wärmeres Verhältniß zur Schwiegermutter, die sich immer mehr als eine hülfsbereite, selbstlose Frau zu erkennen gibt. Die junge Frau findet in der gefürchtetenSchwiegermutter eine traute Freundin, eine zweite Mutter. Der Schwiegersohn aber kommt einer klugen, taktvollen Schwiegermutter mit besonderer Hochachtung und Werthschätzung entgegen, weil er für ihr rücksichtsvolles Verhalten, ihre Aufopferung und HUlfsbereitschaft dankbar ist. Daß die Juzend dem Alter mit ebensoviel Takt und Rücksicht entgegen kommen muß, ist selbstverständlich. Das bequeme Sichgehenlassen muß sowohl der Schwiegermutter, wie auch dem Gatten gegenüber verbannt werden. So werden feinfühlende, taktvolle Nenfchen die unangenehmen Reibettien, den gegenseitigen Zwang und sie anderen Unannehmlichkeiten, die vir uns unwillkürlich bei dem Worte Schwiegermutter vorstellen, kaum geoahr. Das Vorurtheil, das wir der Schwiegermutter entgegen bringen, .Dird zerstört.

Meik ZZaversack's Zchreü!ebrief.

ffo. 373. Se'öhrter Mister Edithorl Ei tell juh, mer hen in die Woch, wo mer iekt in Neu Nork sin mebr strebnsche Dingses gesehn, als wie an die aane Weltsfebr aewese sin un das Schönste dabei is, daß se nicks for tschahrtsche duhn. Ich will Jhne von e vaar Jnzidenls verzähle un ick bette Jhne einiges, daß Sie alle Auge un Ohre uffreiße wer'n. An die Ellewehtersch do sin mer ganz bald gejuyst geworde un ick kann 5bne saae. es is e schöneJnwentschen; wo mer e Tschehns r r t t w f. f n . geyaor yen, oo yen mer se aucy geuysi; dabei werd mer doch nit so aria ausgeteiert. Well, mer stn auch in en grofce Stoyr komme, so ebbes hen ich auch noch nie nit gesehn, ei tell juh, do kann mer puttinier ganz Appel Jäck eneistelle. Es Hot uff die ganze Welt nicks was mer do nit kaufe kann. Mir stn inseit gange for e paar Henkerschiffs zu kaufe. Grad wie mer unsern Stoff gehabt hatte, do hen ich gesagt: schiewik. was hen ich ia uff eemol e Tuhsehk! Ich hen hardlie die Sentenz gesmnlscht gehabt, do Hot Mich so en Feiler en Huck an den Uffhänger von meine Jwwerkutt gemacht un hoppla sin ich m en annere Part von den Stohr gesaust. Dort stn ich grad uff en Stuhl aefalle. en Keller bot e Pebr Pinschers angesetzt un e halwe Seckend spater Hot er mein Tuhs erausgepullt gehabt: en halwe Dahler. Hot er gesagt un ich hen Widder gehn könne. So ebbes hen ich in mei ganzes Lew noch nit gesehn! Ich hen ein von die Klerks gefragt, ob mer in die Nachbarschaft e wenig tausche tonnt un do Hot er ge-. sagt, mer sollte nor obstehrs gehn, do hätte se e feines Resterant. Duht das nit einiges biete? Mer hen dann nach den Ellewehter gefragt un do Hot der Feller gesagt, so .altfäschende Sache dehts in en opptudeht Stohr nit mehr gewwe. Mer sollte nur die Stehrweh juhse. Sell Hot uns geposselt; mir wäre einige Zeit liewer mit den Ellewehter gefahre, awwer wann die Piebels kein hen, do hen mer auch nit drin fahre könne. Do stn mer also uff die Steps, awwer jetzt is ebbes gehäppend ich stn schuhr das glauwe Se mich gar nit. So wie mer. an die Stehrweh gesteppt stn, stn mer mit die ganze Stehrkehs obstehrs gefloge. In e Seckend wäre mer drowwe un mer hen hardlie genohtißt, wie es geschafft Hot. No, no, do kann mer Widder emol sehn. was Mcnschehände alles fertig bringe. konne.DerMlsterMehr Hot auch gesagt, das deht einiges biete. Well mer hen en feine Lonsch gehabt un stn dann Widder an die Stehrweh un rutsch stn mer daunstehrs gewese. Ich stn e wenig zu früh abgesteppt un das Riesolt war, daß ich den gange Weg hingefalle sin, was e großes Gcgickcl unner die Lehdie Klerks Hervorgerufe Hot. Das macht awwer alles nicks aus, e große Erfindung is es doch. Mer hen uns auch e Bohrdinghaus gesucht un wie mer lang genug gesucht hatte, do hen mer auch eins gefunne. Es is e wenig eckspensief gewese, awwer wgs hen mer auch do for en Komfort gehabt! Wie mer die Rehts errehnschr gehabt hatte, do wollte mer obstehrs gehn, awwer die Lendlehdie Hot gesagt, mer sollte nor uff den Sohfa Platz nemme, wo in den Korner gestanne Hot. Wie mer das gedahn hatte, schwupp" is das ganze Sohfa in die Höh gepullt worde un in e Seckend sin mer in unserRuhm gewese. Es is fonnie, daß mer kein Bett gesehn hen, awwer der Mister Mehr, wo in so Sache e wenig mehr gepohstet is, Hot gesagt, do wär schuhr genug irgendwo e Meschinerie. An die Wahls wäre e ganze Latt schwarze Bottens. Die wolle mer erscht emol treie, Hot der Mister Mehr gesagt, bikahs es guckt nit gut, wann mer fragt un dann die Leut gleich wisse laßt, daß mer noch nicks von die Welt gesehn Hot. Well, das is sensibbel gewese. Mer hen also en Botten gepuscht un do hen uff eemol siwwezehn Lämps in unser Ruhm gebcennt. Dann hen mer en annere Botten gepuscht un do is es uff eemol so heiß in den Ruhm geworde, daß mer hardlie briese konnte. Mer hen Widder en annere Botten getreit un do is von alle Seite en Striem in das Ruhm komme, daß mer fascht gedraundet sin un wie es immer noch nit gestappt Hot, do hen mer en annere Botten gepuscht un do is die Lendlehdie un der Porter un die Schehmbermehd nn noch zwei odder drei von die 5lmvleuiies komme un hen aefraat. was die Mätter war. Die hen off Kohrs die ganze Rickemetick gestappt un dann Hot die Lendlehdie gefragt, was mir for Hewens Sehks denn ennihau wollte: mir hätte ia den FeierEckstinkwischer gepuscht un damit wär auch das Feier - Dlepartement konneck tet un die Jnscheins münte Zede Mm nit da sein. In denselweAugeblick käme auch die Jnscheins angerasselt und off

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Kohrs hen se Widder abnehe müsse.wie

se ausgefunne hatte, daß es en falscher Alahrm war. Mir hen dann die Lendlehdie gesagt, mer dehte ang sarr fühle, daß mer se soviel Trubel gemacht hätte, awwer mir hätte nach unfern Bett geguckt un hätte keins gefunne un do hätte mer emol die Bottens getreit. Well, Hot se gesagt, das is doch iesig. Warum hen Se dann den hier Botten nit gepuscht? So weit sin mer noch nit gewese, Hot der Mister Mehr gesagt, ich denke, mer hen an den ronge End gestalt. Wie mer jetzt den Bettbotten gepuscht hen, do is e Buckkehs was do gestanne Hot uff eemol umgefalle un das schönste Bett, wo Se in Ihr ganzes Lewe gesehn hen, Hot dogestanne. Ei tell mh, Neu Nork, das is der Platz, wo ich zu lewe gleiche deht un so duht der Mister Mehr. Awwer watsche Se nur uns beide, wann mir heun komme, dann duhn Mir kem Ding zu Appel Jäck. Mit allerhand Riegards Juhrs Trulie, Meik Habersack, . Eskweier un Scheriff von Apple Jack Holie Terrer Kauntie. Rechtspflege im Sudan. Eine der gebräuchlichsten Strafen für Diebe, Räuber usw. bildet im Sudan das Abschneiden von Hand und Fuß, eine Operation, die dort in der primitivsten Form ausgeführt wird. Es wird emfach em junger Schlachter gerufen und dem Verurtheilten Hand und Fuß oberhalb der Stelle, wo ste abgeschnitten werden sollen, mit emem gewöhnlichen Stricke festgebunden. Der geübte Fleischer, der genau die Struktur der Glieder kennt, schneidet mit einem scharfen Messer das Gelenk, das die Hand mit dem Arm und den Fuß mit dem Oberschenkel verbindet, rasch entzwei, wobei die feste Abbindung die Blutung hindert. Um Krebs und Brand fernzuhalten, werden die verstummelten Glieder sofort nach der Operation in kochendes Oel oder Fett getaucht. Später werden die Wunden mit Catrem aus Schamum bestrichen, und in zwei Monaten . tritt Heilung ein. Manche Delinquenten erliegen der schrecklichen Operation, jedoch halten sie auch viele der nervenstarken Sudanesen aus, was die große Zahl der Krüppel beweist, die ohne Hand und Fuß im Lande umherirren. Eine mildere" Strafe, die gewöhnlich über Trinker und Raucher verhängt wird, besteht in Schlägen, deren Zahl durchschnittlich 80 beträgt. Der Delinquent legt sich auf den Bauch, stützt mit den Händen den Kopf und empfängt gleichzeitig seine Strafe. Zwei Sklaven führen mit starkem Arm abwechselnd Schläge mit der Nilpferdpeitsche, und zwar mit solcher Wucht, daß schon bei den ersten Schlägen das Blut spritzt. Trotzdem bleibt der Geschlagene unbeweglich, was von den Zuschauern gelobt wird, die im anderen Falle, wenn der Delinquent jammert, ihn auslachen und verachten. Ein Brief Gusto Freytagö. Der Dichter der Ahnen" und der Journalisten" hatte gegenüber Autographenjägern und anderen Sammlern strenge, aber verständige Grundsätze. Auch bei Wohlthätigkeits-Ver-anstaltungen" blieb er consequent, selbst hochgestellten Patronessen" gegenüber. Das zeigt ein erst neuere dings veröffentlichter Brief. Er ist an die Gattin eines Dichters und hohen Hofbeamten gerichtet, die Angehörige eines altadeligen Hauses, die gewohnt war, die höchstgestellten Persönlichkeiten zu empfangen: ' Leipzig. 22. März 1873. Liebe gnädigste Gönnerin! . Photographien meines Gestchts habe ich nicht und gegen die Albums fühle ich genau den Abscheu, den ich bei Jhnen selbst sympathisch erkenne. Endlich bin ich auch gar nicht im Besitz ambulirknder Basarnippse,welche an würdiges Dastehen und Verlostwerden gewöhnt stnd. Nichts habe ich von allem, was Sie gnädig andeuten, als nur eine gewisse Sympathie für billige Miethwohnungen und vor allem die Sehnsucht, Ihnen zu gefallen. Deshalb wage ich die schüchterne Frage: Wäre nicht möglich, bei dieser wohlthätigen Aktion mir eine andere sociale Stellung zu ertheilen und mich unter die Käufer statt unter die Verkauften zu stellen? Gestatten Sie, mir, bcifolgende Bolleten vor Ihren Füßen niederzulegen und die bescheidene, aber leidenschaftliche Bitte auszusprechen, daß dieselben angewendet werden mögen, um eine vernachlässigte Kleinigkeit zu kaufen, die fast niemand mag, deren Verkauf aber wünschenswerth wäre. In keinem Fall aber dürften Sie damit bemüht werden, die Sache an mich zu dirigiren. Vielleicht könnte man ste. auf dem Bazar doch noch anderweitig verkaufen. Mit herzlichen Empfehlungen an den Gemahl in treuer Ehrfurcht meiner lieben, lieben Excellenz ergebenster Freytag." Selbstbewußt. Reisender (zum Schaffner einerSekundärbahn): Der Zug kriecht ja entsetzlich! Telegraphiren Sie doch schnell nach der Endstation, damit man doch wenig stens von meiner Ankunft unterrichtet ist." Schaffner: Glauben S' vielleicht, daß a Telegramm schneller geht?"