Indiana Tribüne, Volume 28, Number 115, Indianapolis, Marion County, 6 January 1905 — Page 6

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vlbschied. Von Georg GeroeS. senkst Du noch der frohen Spiele, Die als Binder uns vereint? Weigt Du nock. wie wir zusammen Bald gelacht und bald geweint? Als das Kind zum Jüngling reifte. Und der Jünglmg wurde Mann, Aus dem kindlichen Gefühle Wurde hcitze Liebe dann. Schicksalswoge, die uns trennte. Trieb mich wieder zu Dir hin, Leise baten meine Worte: Sprich! aus daß ich glücklich tun." Thränend sprach zu mir Dein Auge, Doch verschlossen blieb Dein Mund, Ach. so muß ,ch Dich verlassen Und das Herz so krank, so wund! Wieder geh' ich in die Fremde, Wieder fort vom Vaterhaus, Glück und Ruh' träumt ich zu finden Schöner Traum, du bist nun aus! So leb' wohl, geliebtes Mädchen, Bitter hast Du mich gekränkt. Doch es sei der Gott gepriesen. Der dem Herzen Hoffnung schenkt.

en will ich in der Ferne, en auf ein stilles Glück; Hoffen, daß Du dennoch rufest Mich dereinst zu Dir zurück. Ein Stündchen in der Zvelt der Mcher. Humoreske von tonnn Bormann. Herr Kneller, glücklicher Besitzer der Buchhandelsfirma I. C. H. Kneller & Sohn, steht an seinem Ladentische und schlägt langsam in einem Buche Blatt für Blatt um. Na, alter Freund, was treiben Sie denn da?" ruft ihm verwundert der Medizinalrath Scholtze zu, der eben das Geschäftslokal betreten hat. Feierlich hält Herr Kneller einen Radiergummi empor. Ich entferne vermittelst diesesRein lichkeitsinstrumentes aus einer zurAnsicht ausgefandten Novität die Fingerspuren." Was?! Zeigen Sie mal her! Ei psui der und jener! Und so was wagt man, Ihnen zurückzuschicken? Warum lassen Sie sich das bieten?" Verehrter Gesundheitsrath, der Buchhandel ist und bleibt eine schwere Sache. Wenn ich jedem meiner Kun-, den so deutlich kommen wollte, wie Sie verlangen, so wüchse nach einem Vierteljahre Gras auf der Schwelle meiner Ladenthür. Das Buch wird mir von einer der reichsten Damen der Stadt zurückgesandt, zugleich einer meiner besten Kundinnen. Da muß man eben ein Auge zudrücken." Nun, lieberFreund, Sie haben halt wieder die Bestätigung meiner Behauptung: Die Bücher sind zu theuer, viel zu theuer! Ein neuer Roman drei, vier, fünf Mark; ein Drama, ein Bündchen Reimereien zwei Mark, zwei Mark fünfzig, und dann noch dazu blos broschirt! Sehen Sie, da lobe ich mir Reclam; der Mann versteht's Geschäft. Zwanzig Pfennig der Band. Die Mitte zwischen dem Preise eines Glases Lager und eines Glases Bayrisch. Das läßt sich allenfalls erschwingen." Ja, und wo bleiben die Sortimenter, wo die Autoren, wenn alle Bücher so billig verkauft würden?" Die Autoren? Zum Donnerwetter, muß denn so ein Kerl vom Büchermachen auch noch leben wollen?! Kann er denn das nicht so nebenher betreiben und sich im Uebrigen redlich nähren wie ein anderer vernünftiger Mensch?" Wir werden uns über diesen Punkt nie einigen. Was also verschafft mir die Ehre? Vielleicht das neueste Reclam - Hestchen gefällig?" Mann, wo denken Sie hin? - Ich, der meistbeschäftigte Medikus ber Stadt, wo soll ich die Zeit zum Lesen solcher Lappalien hernehmen? Ein einziges Reclamheft bewältigen, hieße mindestens zehn Patienten vernachlässigen. Nein ich komme nur, Ihnen zu sagen, daß heute Abend unser Schafkopfclub eine Stunde früher zu tagen beginnt. Guten. Morgen, lieber Freund!" Unterdessen ist ein ältliches Dienstmädchen eingetreten. Sie wünschen?" fragt höflich Herr Kneller . Einen schönen Gruß von der Frau Commerzienräthin, und sie ließe um die sämmtlichen Werke bitten." Schön," spricht Herr Kneller leise lächelnd, aber die sämmtlichen Werke von wem?" . Nun, die Frau Commerzienräthin will sie dem Herrn Commerzienrath zum Geburtstage schenken." Sehr wohl. Also dürsten es vielleicht Shakesp-ares sämmtliche Werke fein? oder Schillers sämmtliche Werke?" Wie sagten Sie? Schäcksbie ? Ja, das könnte sein. Ist das nicht eine Gipssigur? Den hat man bei uns sehr gerne! Ich muß ihn alle acht Tage abstäuben und alle halbe Jahre einmal gründlich mit Seife und der Bürste waschen." . Ja, aber sindSie Ihrer Sache auch sicher? War es nicht doch etwa Schiller?" Schiller, Schiller?! Das wäre auch möglich. Unser Commerzienrath irägj nämlich zwei Sorten Stehkragen. In einer steht Moltke und in der andern Schiller gedruckt. . Ja, für Schiller sind wir auch sehre." Da ist es doch auf alle Fälle besser, Sie fragen noch einmal zu Hause und kommen heute Nachmittag wieder.

Meine Empfehlung an die Frau Commerzienräthin!" Ein junger Mann mit dem ersten Anfluge eines Bärtchens auf derOberlippe ist schüchtern eingetreten und hat artig gewartet, bis die ältliche .Hausdienerin verschwunden ist. Gestern hat wieder einer danach gefragt," flüstert ihm der Ladenbesttzer verbindlich lächelnd zu. Schön, schön. Vor vier Monaten sind meine Märzveilchen" erschienen. Waren es zwei oder drei Exemplare, die Sie damals verkauften?" Drei. Das eine Ihrer Frau Tanie, das andere . . ." Schon gut, schon gut. Und im Laufe des nächsten Vierteljahrs bereits wieder zweimal danach gefragt! Das läßt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft schließen, und vielleicht äuf ein brillantes zur Reisesaison" Mensch!" ruft plötzlich eine tiefe Baßstimme dazwischen, daß beide erschreckt zusammenfahren, und der Jüngling ohne Weiteres das Lokal verläßt. Mensch, wie können Sie sich erdreisten und ein solches Schundbuch wie das neueste von ProfessorHasenschnäuzel ins Schaufenster legen?! Sie wis--sen, daß ich Hasenschnäuzel schon vor drei Jahren literarisch unmöglich gemacht habe. Hasenschnäuzel existirt für die Wissenschaft nicht mehr! Und jetzt wagen Sie es . . .! Senden Sie mir heute noch Ihre Vierteljahrsrechnung! Als Kunden haben Sie mich zum letzten Male gesehen!" Krachend fällt die Thüre hinter ihm ins Schloß. Eine junge Dame mit tief über die Ohren gekämmtem Haar fragt mit schmachtender Stimme: Könnte ich etwas Modernes haben? Ich schwärme für das Moderne! Und nur für das Moderne! Wie kann man nur überHaupt noch etwas anderes lesen als Modernes?!" Hier, dasNeueste von Maeterlinck!" Maeterlinck? Wann ist das erschienen?" Vor etwa vier Wochen." Ach nein, dann ist es doch wohl nichts mehr modern genug für mich. Ich will mich lieber wo anders erkundigen." Während des Besuchs der jungen Dame ist der Briefträger eingetreten und hat einen Brief auf die Ladentafel gelegt. Aber schon steht eine feingekleidete Fünfzigerin vor Herrn Kneller und beginnt mit näselnder Stimme: Ich möchte für meine Tochter, die Frau Baronin von Bommsdorff, den neuestenGynäkologischen Kalender von Weimar haben." Gnädige Frau wünschen ohne Zweifel den Genealogischen Kalender von Gotha. Hier ist er. Macht sieben Mark." Ah, sieben Mark? Haben Sie nicht vielleicht ein antiquarisches Exemplar?" Vom neuesten Jahrgange? Bedaure, gnädige Frau, nein." Nun, ich dächte, bei Ihnen könnte man auch niemals finden, was man sucht. Leben Sie wohl." Verehrter Freund! Verehrter Freund!" ruft ein kleines flinkes Männchen, das wie aus der Pistole geschössen auf denBuchhändler zuspringt. Haben Sie schon den neuesten Literaturwitz gehört? Was ist der Unterschied zwischen einem Confirmanden in Europa und einem Confirmanden in Kamerun? Na?" Der eine ist weiß, und der andere schwarz." Wenn's das blos wäre! In Europa kriegt der Confirmand die Palmblätter von Gerock", in Afrika einen Gehrock von Palmblättern". Prost! Prost! Hahahaha!" Und weg ist er. Herr Kneller greift zu dem Briefe. Eine Grafenkrone auf dem Siegel?! Die unterzeichnete Gräfin von Schlippenburg plant zur Hochzeit ihrer einzigen Tochter (dreihundert Personen geladen) eine Privattheatervorstellung. Man sende zu diesem Behufe umgehend 25 bis 30 Bände aus der Collection Reclam zur Ansicht. Nach getroffener Wahl werden von dem zu spielenden Stücke drei Exemplare bestellt werden; das andere folgt gelegentlich zurück. Porto tragen Sie. . ." Weiter kommt der Lesende nicht, denn hier wird die Thüre aufgerissen, ein Herr erscheint auf der Schwelle und ruft mit dröhnender Stimme: Herr Kneller, in Firma I. C. H. Kneller & Sohn, wenn Sie sich noch einmal unterstehen, mir unverlangte Ansichtsendungen ins Haus zu schicken, so werfe ich ihren Boten die Treppe hinunter! Die Folgen nehmen ich auf mich. Ich bin Rechtsanwalt PrümmKr." Schüchtern ist eine alte Frau engetreten. Sie entscholdigen gietigst. Hamm Se vielleicht Glowusse auf Lager? Mei Aeltester is nämlich auf der Realschule, un da is sei heechfler Wunsch . . ." Gewiß. Hier ist einer." Ach nee. So groß? Un da Zs'gewiß viel Zeig druf, was er noch ' gar nich gehabt hat. Hamm Se nicht än Glowus von Sachsen alleene?" Bedauere, ist augenblicklich vergrifr " sen. Na, da will ich vor Weihnachten wieder Lmol anfragen." Vier junge Mädchen kommen kichernd in den Laden: Wir mochten ein Buch haben!" Sehr wohl

Ein Buch für eine junge Dame," beginnt die zweite. , Für eine Kränzchenschwester," fügt die dritte hinzu, und dann fangen alle vier wieder an zu kichern. Und was dürfte das für ein Buch sein?" Nun, wir dachten, ein gebundenes." Hier habe ich das neueste von Julius Wolff. Sechs Mark." Hm, hm." Und hier einen zweibändigen Noman aus der deutschen Vergangenheit. Acht Mark." Hm, hm." Hier ein reichillustrirtes Prachtwerk. Zehn Mark." Hm, hm." Jetzt bringt Herr Kneller ein dickes, bunt gebundenes Buch und legt es, ohne irgend einen Titel zu nennen, auf den Ladentisch. Vier Mark." Das nehmen wir!" ertönt es gleichzeitig aus allen vier Mädchenmündern. Denn jede hatte eine Mark zum Geschenk beigesteuert. Und so schließt der Vormittag für den vielbeschäftigten Ladenbesitzer doch nicht ohne ein wirkliches Geschäft ab. Ob dieses Geschäft die Spesen des Vormittags gedeckt hat, und was Herr Kneller außerdem dabei gewonnen hat, vermag ein gewöhnlicher Sterblicher nicht zu ergründen. Denn der BuchHandel ist und bleibt für jeden Uneingeweihten ein Mysterium. Ein pferdehandel. Humoristische Skizze von öd. SS' erberg. 'Kennst Du Dummrath?" fragte Bauer Möller, der am Fenster saß und sich eine Pfeife stopfte. Na, Du kennst ihn nicht? Dann will ich Dir eine Geschichte von ihm erzählen. Sie ist wirklich und wahrhaftig passirt." Es mag nun wohl ungefähr ein Jahr her sein. Da fuhr Dummrath mal nach der Stadt. Es war gerade Jahrmarkt. Er wollte sehen, ob er nicht für ein Billiges ein Paar Pferde kaufen konnte. Na, er kehrt also im Goldenen Stern" ein und treibt sich dann auf dem Marktplatz herum. Wie er da so in Gedanken verloren spaziert, kommt ein Mann und gibt ihm die Hand. Guten Tag", sagt der Mann. Tag", antwortete Dummrath und guckt den andern an. Er kann sich gar nicht darauf besinnen, daß er ihn kennt. Na, bist Du auch mal in der Stadt! Wie geht es denn bei Euch zu Hause?" O, danke ganz gut", antwortet Dummrath höflich. Hör' mal, wir wollen doch eine Kleinigkeit genießen, Schwager." Sie gingen also in. eine Bude und tranken ein paar Schnäpse und dann noch ein paar. Dummrath dachte zuerst, daß die Geschichte mit dem Schwagertitel nur Spaß von dem Mann wäre, aber er merkte bald, daß dieser wirklich glaubte, er wäre sein Schwager. Weißt Du was. nun kommst Du mit mir nach Hause", sagte dann der andere, meine Alte ist verreist und hat die Mädels mitgenommen, aber wenn Du fürlieb nehmen willst. . ." Na, er geht mit ihm nach Hause und da wird Essen und Trinken aufgetafelt. Dummrath langt zu und läßt es sich schmecken. Er fühlt sich immer gemüthlicher, obgleich er von der ganzen Geschichte noch immer nichts versteht. Er ist' aber kein Kostverachter und nimmt mit, was er kriegen kann. Dies ist, hol' mich der Teufel, die beste Geschichte, die mir in meinem Leben vorgekommen ist", denkt er bei sich. Nach dem Mittagessen wurde Kaffee gebracht, der Schwager bot ihm eine Cigarre an und schenkte noch immer fleißig in die Weingläser. Dummrath ließ sich nichts zum zweitenmal anbieten. Wie geht es denn Kathrine?" fragte der andere. Jetzt darf ich mich bei Leibe nicht verrathen", dachte ü ummrath, dann räusperte er sich ein wenig und antwortete: O danke, reckt gut." Und was machen die Kinder?" Sie sind, Gotk sei Dank, alle gesund!" Wieviele hast Du denn eigentlich?" Hm " Sind es eigentlich zwei ode? drei?" Es sind drei. . . .das heißt, mit dem letzten." Mit dem letzten? Kathrine sagte doch, es wären Zwillinge." Ganz richtig. Ganz richtig. . . Prosit! Aber sieh mal, der eine starb ja gleich." Ach so. . . Hast Du kürzlich von Johann Kaßberg gehört?" Dummrath hatte nicht die entfernteste Ahnung von Johann Kaßbergs Existenz. Er schrieb vorgestern an mich", fuhr der Schwager fort. Er will durchaus, ich soll ihm die beidenBrauncn verkaufen, die Du ja kennst." Wieviel bot er Dir dafür?" fragte er vorsichtig. Er bot mir 900 M., aber ich sagte nein". Du kennst die Thiere ja Em Paar Staatspferde, was?" Dummrath wurde plötzlich still, er saß und dachte nach.

Und wieviel willst Du dafür haben?" fragte er nach einer Pause. Tausend Mark. Ich verkaufe sie aber nur dann, wenn ich bestimmt weiß, daß sie es gut auf der Stelle haben, wo sie hinkommen." Hm. . . Du zeig' mir doch mal die Pferde", sagte Dummrath. Sie sehen noch gerade so aus, wie damals, als Du sie zum letztenmal sahst. Heda, Peter", rief er aus dem Fenster. Ziehe mal die beiden Braunen aus dem Stall!"' Peter gehorchte und erschien gleich darauf mit zwei Pferden auf dem Hofe. Die sollte ich für neunhundert Mark verkaufen, was? Dann hätte ich sie Dir lieber damals gelassen, als Du mir neunhundertfünfzig dafür geben wolltest." Hm neunhundert und fünfzig! Ja, die Thiere sehen gut aus, das ist gewiß. . . Wenn ich sie gebrauchen könnte. . ." Du hast sie nicht nöthig, das weiß ich. Ich will mich übrigens auch nicht davon treunen. Peter, ziehe sie wieder in den Stall und schütte ihnen Hafer vor. Prosit!" Hör' mal", sagte Dummrath gleich darauf und rückte etwas näher. Höre, Schwager. . . aufrichtig gesagt, bin ich heute darum nach der Stadt gekommen, um ein Paar Gäule zu kaufen." So o ! Das wäre des Teufels!" Wenn Du sie mir also der Verwandtschaft wegen. . Es thut -mir leid. Es thut mir wirklich leid. Ich habe aber die Thiere seid ihrer Geburt gehabt und trenne mich sehr ungern von ihnen." Sie sollen es auch gut bei mir haben " ' Ja a, das ist ja recht schön. Aber sie sind vielleicht doch nicht so brauchbar, wie sie aussehen, Schwager, und dann ist das Kalb ins Auge geschlagen. Nein, ich glaube doch, wir lassen es lieber." Das ist egal", sagte Dummrath, der immer mehr darauf versessen wurde, die Pferde zu kaufen, je mehr der andere sich sträubte, sie zu verkaufen. Ich nehme die Gäule, wie sie da sind. Du wirst ja wohl keine allzu hohe Forderung an Deinen Schwager stellen, was? Na, Prosit, Du!" Na ja, dann in Gottes Namen, wenn Du sie nehmen willst, wie sie gehen und stehen. Wenn Du mir feierlich versprichst, daß Du gut gegen sie sein willst, sollst Du sie für 950 Mark haben." Das ist ein Wort, hol' mich der Teufel!" Als Dummrath eine Stunde sp'ä ter durch die Stadt fuhr, die beiden Gäulen hinten an den Wagen gebuuden, stand der Schwager in der Hausthllr. Adieu, vielen schönen Dank und meinen Glückwunsch zum Handel!" rief er. Ich habe nur zu danken für die freundliche Aufnahme und Schwägerschaft", lachte Dummrath. Ein sehr netter Mann", dachte er und knallte mit der. Peitsche. Honett, angenehm und vielseitig gebildet." Leider! Es währte nicht lange, bis Dummrath entdeckte, daß der Schwager ihn auf die ärgste Art betrogen hatte. Als er die Braunen das erstemal vor den Wagen spannte, legten sie sich auseinander und jeder ging nach feiner Seite. Dabei waren sie Strangschläger und Krippenbeißer der schlimmsten Gattung. Dummrath setzte sich sofort auf den Wagen und fuhr nach der Stadt. Unglücklicherweise war der Schwager seiner Frau und seinen Töchtern nachgereist. Er konnte ihn wenigstens nicht finden. . Und er hat ihn bis heute auf diesen Tag noch nicht gesunden.

Die Prophezeiung erfüllt Die eigenartige . Erfüllung einer Prophezeiung beschäftigte unlängst die Gemüther in einer Stadt der Mark Brandenburg. Dort lebte lange Jahre Tante Gustchen, eins von jenen übrig gebliebenen Mädchen, die ihr Leben als Allerweltstante bei Verwandten und Freunden nützlich verbringen. Tante Gustchen war als junges Ding zu einer Kartenlegerin gekommen, die ihr voraussagte, daß sie unvermählt bleiben würde, bis der Kaiser sie heimholen Würde. Oft genug )vurde die alte Dame mit dieser Prophezeiung geneckt. Vor Kurzem starb Tante Gustchen, 64 Jahre alt. Als sie im Sarge lag, machte ein junger Neffe von ihr die Bemerkung: Nun hat das arme Gustchen so lange auf. ihren Kaiser gewartet, und er hat sie doch nicht geholt." Indem ging die Thür auf, ein Mann überreichte einen Zettel' Es war die Bescheinigung des Todtengräbers über die Grabstelle; er kam mit den Trägern, um die Leiche abzuholen. Ernst reichte der Hausherr die Bescheinigung dem Neffen und wies auf die Unterschrist hin der Todtengräber hieß Kaiser. Vor dem FriedenLricht e r. Beklagte: Ich nehme meine Behauptung, daß der Hut der Frau Klägerm unmodern sei, zurück, erkläre mich auch bereit, ihn acht Tage lang zu iraaen!".

JnGrand Rapids, Mich., entkam ein an Typhus erkrankte? Jta liener, Namens I. Delatto, im FieberWahn den Wärtern und hielt sich für zwei Stunden mit einer Axt sieben Polizisten vom Leibe, nachdem er in

- die Reformirte Kirche gerannt und hoch oben auf die Orgel geklettert war. Drei Polizisten wurden schlimm verwundet und der wahnsinnige Mensch erhielt einen Schuß in den Kopf, den man aber nicht für tödtlich hält.EineFrau W. H. Cavan a u g h, welche in Burlington, Ja., mit ihrem Mann Zeitungsanzeigen sammelt, ist das leichtgläubige Opfer eines schlauen Wahrsagers geworden. Der Polizei erzählte sie die Sache so: Der Mann kam zu ihr in's Hotel und sie ließ sich von ihm wahrsagen. Dabei hielt er ihre Hand -und befahl ihr darauf, ihm das Geld und Schmucksachen in ihrem Besitz zu übergeben, welches sie auch ohne Weigerung that. Nach ihrer Angabe sei sie hypnotisirt worden, denn als sie wieder zu sich gekommen sei, war der Wahrsager mit Z1000.Geld und Z700 Juwelen verschwunden. Die Dummen werden eben nicht alle. Durch Erbschaft ist ein schottischer Arbeiter Namens William D. Moir, der in Seattle, Mont., als Nachtwächter ein kümmerliches Dasein fristete, Lord Corrrenony of Glen Morrison, Invernes in Schottland, und Mitglied des englischen Oberhauses geworden. Was ihm jedoch vielleicht werthvoller erscheint, er ist in den Besitz eines jährlichen Einkommens von etwa 5200.000 gelangt, d. h. sobald die letzten Formalitäten erledigt sein werden, die dem Antritt der Erbschaft noch vorausgehen müssen. Bis dahin behütet seine Lordschaft mit der Laterne in der Hand noch die Baulichkeiten seiner ganz gewöhnlich bürgerlichen Arbeitgeber. Die Postkutsche von Grand Marais nach Two Harbors, Mich., wurde am hellen Tage von einem Rudel Wölfe vier Stunden lang verfolgt, bis man endlich gegen acht Uhr die Haltestation erreichte. Auf dem Hintertheil der Kutsche war ein Hirsch festgebunden und der Blutgeruch batte die Wölfe angezogen. Die Bestien sprangen wiederholt auf den Hirsch, ja selbst an die Hälse der Pferde, zum Glück hatten aber mehrere Passagiere Revolver und manche der Bestien haben ein Loch in den Pelz gekriegt. Keiner der Männer zeigte Furcht, aber man war doch froh, als die Licht?r des Nachtquartiers blinkten. Nach allen Berichten sind die Wölfe dieses Jahr zahlreicher und frecher, wie es noch je zuvor der Fall war. Schwere U e b e r t r e t u n g e n des New Forker Staatsgcsetzes über Kinderarbeit kommen in der Stadt New Jork vor. So wird über eine -dortige Zuckerfabrik von einer Jnspektorin berichtet: Ein vierzehnjähriges und ein dreizehnjähriges Mädchen, die in einer Woche von sechs Tagen 63 Stunden arbeiten, durchschnittlich über 11 Stunden den Tag, bekommen dafür im Ganzen $3. Die Fabrikinspektori.. sagt: Ich fand ferner, daß die von der Firma beschäftigten Kinder für jedes Mal, wenn sie während der Arbeit sprachen, 10 Cents Strafe erlegen mußten und 2 Cents für jede fünf Minuten, die sie zu spät kamen. Das wurde ihnen vom kargen Lohn abgezogen." Die beiden Mädchen waren im Gericht anwesend. Sie sahen bleich und abgearbeitet aus. Ueber einen Rückgang des Holzhandels im Staate Washington wird . aus Tacoma berichtet: Eine große Anzahl von Mühlen haben ihren Betrieb eingestellt, und andere werden folgen, da die Preise für Bauholz und Schindeln derartig gefallen sind, daß ein Andauern dieser Geschäftslage diese ganze Industrie zu ruiniren droht. Es wird erwartet, daß die Frühlingseinkäufe in Kurzem beginnen und damit ein Anziehen der Vreise stattfinden wird. Die aus den Schluß aller Mühlen abzielende allgemeine Bewegung bezweckt, den gegenwärtigen Verkauf zu Schadenpreisen zu verhüten und dem Markte Festigkeit zu verleihen. Die Tacoma Mill Company, welche diese Wendung zum Schlimmen voraussah, schloß bereits im Juli und wird nicht vor dem 1. Januar, eröffnen. Staunens werthe Tapferkeit legte der 10jähr. Walter Vallance in West Hoboken, N. I., an den Tag, als ihm durch einenFrachtzug oerErieBahn der linke Fuß abgefahren nzurde. Der Junge war auf den Zug gesprungen, um auf billige Weise nach Weehawken zu gelangen. In der Nähe der 12. Straße, Hoboken, verlor er jedoch seinen Halt, fiel herab und kam mit dem Bein unter eines der Räder, sodaß ihm der Fuß glatt abgeschnitten wurde. Nachdem sämmtliche Wagen an ihm vorübergefahren waren, suchte der Knabe seinen verlorenen Fuß und rief einige Kameraden herbei, ihm behülflich zu sein, den Fuß wieder anzusetzen. Diese benachrichtigten sofort die Polizei von Hoboken, die den Schwerverletzten nach dem St. Mary's -Hospital bringen ließ. Der Junge, dessen, einzigste Sorge die Frage war, ob der Arzt ihm seinen Fuß wieder anflicken könnte, gab nicht einen Schmerzensschrei oder auch nur ein Stöhnen von sich. Vor einiger Zeit verlor ein älterer Bruder des Letzteren durch einen Unglücksfall einen Arm und erst vor wenigen Wochen wurde ein anderes Mitglied der Familie am Kopfe schwer verbrüht. '