Indiana Tribüne, Volume 28, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1905 — Page 3

Jnblank Tribüne, S. Januar 1005

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Aerzte.

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RuMche

Die

letzte Depesche General StöMs aus Port Arthur.

Ungarischer Landtag aufgelöst. Neues

hcerungen an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Krame Japaner. Holland wabrt seine Neutralität. Medizinischer Congreß in Panama. Deutsche Turnriege zum Bundes-Turnsest in Indianapolis.

Rußland. Trüb Weihnachten. St. Petersburg, 4. Jan. Der Fall Port Arthur'S hat allen ZM?!knacktfegl!ckke!t!n die Seele ae. nommen. Äle Jllumlnattonen und Dekarationen, wie sie hier üblich find. werden fortfallen. Die Kirchen find mit trauernden Verwandten undgreun den, der in der Festung gefallenen pmvi rwi r?.W- ? - - Vetoen, gesUlll. morgen nnoer IN j Ksan.K,hedrleein Trauergoltez. dienst galt, dem auch der Zar und die " w s - fi arma beiwohnen werden. Die Zemst' woS und die Behörden vieler Städte haben sich vertagt. Durch die Trauer blickt aber die Unzusrieoenyeu ourq, ob oic wcaicmna r v i v x. v - r. v cn . i - I oaouiDianacimurncinu n. v. on...i nic I Ulianoe m miqut gim. Nach zuverlässigen Nachrichten ist die Lage bei Mulden durchaus nicht so be. friedigend, wie behauptet wird: Gen. Kuropatkin hat etwa 225,000 Mann zur Verfügung. Die Leistungen der I sibirischen Bahn. erweisen f.ch als unge. hügenD. Dieser Umstand in Verbin. dung mtt der age tm Innern lonme ... . ... i von großem mnune jein, iouic a r n? ev .rr. f 9 r . rr i r I pan Friedensvorschläge machen. Bis jetzt ist aber Nichts derart erfolgt. 'n l7e V ÄSae durS di V 2.22 Rnb ? ins beabfichtlgt sind so muß die li l j(f .T X VUii vni(AvmT Uckkehr des Botschafters McCormick 008 amrrn weroen. .e m n,P 1 H 4 i . i i . v . . v!. ..in I üuua vcuuiiicy. r.. . l? I I. H) c 1 1 1 5 0 u i a, 4. :?an. ' ... . I fetttl te W? Uebergabe, dat.r. om 1. Jn.e. kF...:k.4 m.; x.. cvaHa. um ""u" UMl Bl - Dez. und schließt wie solgt : MW STO! nrrr nnfMflrtf ft ilt WV.VV HVtlVIUIUI IVIII n Hf - tnlirm, aber Alle? liegt in Gölte; I " I Hand. Wir haben furchtbare Verluste lRrnKp? ctt li??if nk ? Wir haben Alles gethan, was in mensch. r l lichen Kräften lag. Richte uns, aber sei gnädig! Beinahe 11 Monate un unterbrochener Kämpfe haben uns er rjL X kCl CTI . ! u (T) ! ftt t I ,ÜVI yiw m son ist noch am Leben und davon ist die Mehrzahl krank. Da sie noch nicht einmal kurze Pausen der Ruhe bei der Vertheldtgung haben, find sie zu Schatten heruntergekommen." Zar auf Reifen. " " 4' 4U"1 heute Morgen UM 10 Uhr hier an und Minsk. 4. Jan. Der Aar kam hielt eine Revue über die Truppen ab, it iwi r r r r t v i ri -r r Die caricyoereytnacy oem u:tn yaoen. Am Bahnhofe übergab eine Deputa tion des Adels dem Zaren S18.000 für U. , m tr ? i. cy cw r t 1 vle enyelolger Pvrr Anyur s. um w tim- r I w r ' . lt t . r cniag ,e?ie oer ar elie sorr. A m e r i t a n i s ch e A t t a ch e S. is. a crt giVUiivuiy, iiurn 2ut.ii leutnant Schuyler vom 2. U. S. Kav. Reg. und Hauptmann Carl Reichmann vom 17. U. S. Jnf-.Reg., die bei der! russischen Armee im fernen Osten wa ren, und zurückberufen wurden, sind von hier abgereist. Oberstleutnant I r v:fi rrr-.rc:-.i-1 uyiu lüiiu uuui uuu, ?uimlvtt gehen, Hauptmann Reichmann wird 2 Wochen in Deutschland verweilen, um Verwandte zu besuchen. Oß-Afien. Kranke Japaner. Mukden. 4. Jan. An der Front wird eS lebhafter. In den letzten Tagen haben die Japaner ver schiedene Vorstöße gegen die russischen ....- Pl ,nun gmaq., q wt e,ner Auch chinkfischen Quellen kommen v - v m ; jl i . v - r. n . w anoaueino winjic, oap an,iecienoe e v r unter den Javanern berrscken. tijn.ni .vpv WltVVMvtVIt vsrnn r nr tptt iittii nrnu. MrirniirnrffTT , - -w-t ' 1-7 o z u g o e r u , e n. Port Arthur, 4. Jan.. über Tfchlfu. Heute Abend flattert die Fahne der ausgehenden Sonne über der Zitadelle von Port Arthur. Die japa Nischen Soldaten traten in .freund, fchafmchen Verkehr mit den russischen, sobald die Kapitulation vollzogen war. Die gefammte Garnison mit allen Nichtcombattanten wird morgen aus

der Stadt nach dem Dorfe Bahuthwtt'em angebliches Wort des Kaifers, das

cihnachtcn.

Ministerium in Rumänien. Ver an der Taubenbt n,!n. Nn dort werden die russischen Offiziere " I nach Dalny tranSporlirt werden; dann können ff. eben. wiin fli tCOQcn ' D ' 1 I Die Kriegsgefangenen werden lu den imrh.n ix.m rwf. Miwyvit vutuuu in hliii vv( " I gebracht werden, bis sie nach Dalny transportirt werden können. q. , , ca 1 1 Für kranke Russen. Tokio. 4. kar. tnat ftthfant. dak die rüsten K.sannen am Mitt. wock au; 5iort Artbur marsz,zn soll, ten,doch wurde die Sache bis Donnerstaa verhoben. Die Javaner find ftt its Im R?fifei htt tfiniihtFnrts. Wslh tuna5mil.r hh sebr tbwendk wa. rcn Arzeneien und Aerzte find den ' - - -o l russischen Verwundeten und Kranken " 7 I ,ua?sandt wa?k?n ' O s f i z i e r e k ö n n e n w äh l en. Tokio, 4. Jan. Der Kaiser von Rußland hat Gen. Stössel telegraphtrt, daß er es den Ofsizieren überlasse, ob r . cm ni ... I !yr orr geoen momen, mcyl welker ZU fechten und nach Rußland kommen mouien ooer oo ne in ipan,iqe ni v t rr . , . rjci ovitöBHa"M"i wuuu. l?,Akt,.t v TTl I Pessimistisch. ' 3. Die Ansicht in Offilitntn Kikn scheint dahin zu ge. sm im m "',' unh Arthur'S die Lage nicht wesentlich Sn " 1' r' I x - r sc: frtrt. IW... v ... kfctlVfc UIW Wir vermuthen, daß die Russen rtrstBr 9TnfJrnrntttrpn tn? rnftsfitt m ' ' l .rn h.t .rwA.rn nhAmA,... " ror - ' zur ee tu aewinnen. Wir irenen Vorbereitungen diese Absichten zu. ver ." eiteln. . , , rr-. , ' "D.e Lage macht alles Gerede von ?r!x v v"'" B e w u n d e r unu fÜTiAffuT. " D w I I Berlin, 4. Jan. Der beispiel. lose Heldenmuth, mit welchem General. leutnant Stöffel und die Belagerten die nunmehr gefallene Festung Port n if ... i ili , yr i I Äriyur monaielang verryelolgttn, yar bewirkt, daß die Sympathien hier fast mehr auf der russischen als auf der japanischen Seite find. Alle Blätter zollen der russischen Tapferkeit den höchsten Tribut und sagen zur Ehre deS unterlegenen Ge nerals Stöffel : Sein Name wird ewig in der Kriegsgeschichte glänzen. China. Entwaffnet. Tsch ifu. 4. Jan. Eine Devekcke Tstngtau meldet, dak die ruM. 11 sn TorpedobootjSger Smirli und Bgi entwaffnet werden. Mit ihnen kam am 2. Jan. ein TranSportdampser an, der 800 russische Soldaten ln Bord hatte. Oesterreich'Ungarn. Parlament aufgelöst. B u d a p e st, 4. Jan. Der Kaiser. zzgg Franz Jf löste heute in seiner Thronrede den Landtaa auf mit der . Gründung, daß derselbe nicht im Stande oeweien sei seine Arbeit tu thun. Er halte es für seine konstitu. tionelle Pflicht dem Volke Gelegenheit zu geben seine Meinung kund zu thun, Die Rede war sebr mild und übte keinerlei Kritik an der Opposition. Turner nach Amerika. Berlin, 4. Jan. Der deutsche Turnerbund wird eine .Riege von 8 I " , dem am.riwnischen Bund.! '"mskst in Indianapolis senden Pn KerlS auch noch er ... I r. m ertin, 4. 3QH4 neuervtngs helßt eS wieder, daß die ReichStagSdiä. ten nun wirklich kommen sollen. ES wird als sehr wahrscheinlich bezeichnet, daß der Bundesrath demnächst, wenn auch vielleicht nicht in den nächsten Wo chen,' in der Lage fein werde, sich mit der Gewährung von Tagegeldern an die Reichstagsabgeordneten zu befaffen. Bei der Erörterung deS Vorschlags reglstnrt dle Frankfurter Zeitung"

er einmal in einer Unterredung über die

Diütenfrage gebraucht haben soll und duS-also lautet: Den KerlS auch noch Diäten?!" Mit Mann und Maus verloren. Kiel, 4. Jan. Noch immer lau. fen zahlreiche Hiobsposten über die Ver heerungen ein, welche die orkanartigen Stürme in den jüngsten Tagen befon der an den Küsten der Nordsee und Ostfee angerichtet haben. Wie heute Abend aus Hamburg telegraphisch ge meldet wird, ist daZ Küstenfahrzeug "Wuft Iwm fieientert unb Me a a W r a a W. - a W k a ,,u 0 ".. lne vllanlge llevttM llver en itc v. n i-av.t. :a ilUilg. vci uzuitlupc ii uuiy "i " " kwik ist. daß auch der aciiujniicicii um -et X. 3Mer erretchen wird Landgerichtsdirekt ar verhaftet. B r e S l a u, 4. Jan. Der Land gerichtsdirektor Hasse ist auf die An klage in Haft genommen worden, einen Mordversuch begangen zu haben Wie angeaeoen niro, iiano er in luanicrn Betlcljr mit einem Berliner Kauf. manögehilfen Namens Lindner, von v .rr r .n. r jcr : .er : je .. 11 1 impii cmmiuiau mx V' . r . . t CV 17. s-sf C ...f ..V . AuCl f. VUIIM" uuicuuc ycuyicu wuueu, um Lindner'S Schweigen zu erkaufen. Fndttch meiste er selbst nach Berlin. suchte Lindner auf und machte dabei angeblich den Versuch, den Kaufmanns gehilfen zu erschießen, worauf seine . - . . . Festnahme erfolgte. Dle ProzelNrung dürste zu den unerquicklichsten Enthül mngen suyren. Starke Kälte. Berlin, 4. Jan. Seit wenigen Tagen herrsch, in der Provinz Schle. fien große Kälie; zwölf Personen sind ZaS Welter wird jetzt 1 wvv. Niederlande. Wahrung der Neutra l i t ü t. , Vuua, . 0. -v""11""""'!" uflt.et hat feine Reise nach SüdFrankreich, die er gesundheitshalber un- " . . ternebmen wollte, amaeaeven. va er selbst die Aufrechterhaltung strikter Neutralität in den ostindischen Be sitzungen zu überwachen wünscht. Der Marineminifter ist vorbereitet, im Nothfalle die Flottenmiliz mobil zu machen um die Neutralität zu wahren. Man weib. daß die japanischen Kreu zer in jenen Gewässern geringen Ge fechtSwerth haben und daß sie nur l . r i i. . . cyi . oottylN genial wuroen um Vewegun gen des möglicher Weife erscheinenden zweiten russischen PacisicgischwaderS zu beobachten. Frankreich. Keine Vermittelung. Paris, 4. Jan. Im auswärti. gen Amte wie in der Presse ist man der Ansicht, daß Vermittelungsversuche gegenwärtig bei Rußland ganz unan gebracht sind. Hawaii. H o n o l u l u, 4. Jan. Prinz Fu " fhimi von Japan, der spät gestern Abend mit dem Dampfer Mongolia" hier ankam, wurde von dem Falle Port Arthur'S benachrichtigt. Die hier woh. nenden Japaner veretteten lym eine Ovation. Heute Nachmittag fuhr der Prinz nach Japan weiter. Panama. Medizinischer Kongreß Panama, 4. Jan. Die Eröff I ... . .. . w?..? nung oes panamernanlicyen meoizim. schen Kongresses gestern Abend war ein großer Erfolg. Die höchsten Regie rungsbeamten, das diplomatische Corps und angesehene Bürger wohnten dersel den bei. Der Ches.Jngemeur des Ka naleS, Wallace, begrüßte die Delegaten und gab eine Uebersicht, der bis jetzt ge thanen Arbeit. Rumänien. Neues Ministerium. Bukarest, 4. Januar. König Karl nahm heute die Demission des Sturdza Kabinets an und betraute Cantacuzene, den Führer der Könser vauven, nm Btivung emes neuen Ministeriums. Dieses setzt sich I . wie folgt zusammen: Pemler und Minister deS Innern. George Cantacuzene; KriegS.Minifter, Gen. Mano ; FinanZ'Minifter, M Jones ; Minister des Auswärtigen, Gen. Lahovarz; Minister des Ackerbau und Handels, John L. A. Haverz Minister der öffentlichen Arbeiten, John Gradisteanu; Justizmiuister, M. Baradra; Unterrichts Minister, M. Na I desco.

Die Höflichkeit.

Ihre verschiedene Bethätigung bei den einzelnen Völkern. Taktgefühl deA rite Freundliche Aus merksamkeit deS Teutschen TamengeselU schaften in Frankreich und Italien Pos sirlicher Orientale Spanische Phrase. Die Höflichkeit, so schreibt ein deutfcher Reisender, ist eine Tugend, von der man in den einzelnen Ländern zum Thcll ganz verschiedene Begriffe hat. Ruhiges Jgnoriren der fremden Umgebung hält der Brite im Reiseverkehr ur den emzlg richtigen Ausdruck guter Manier. Der Deutsche dagegen erblickt m . steter freundlicher Aufmerksamkeit ur seine Umgebung die vollendete Form der Höflichkeit. Es- ist bei dem Engander nicht Hochmuth oder Mangel an Lebensart, pudern ein in seiner Art besonders fein entwickeltes Taktgefühl, daß er den Fremden, den er im Eisenbahnwagen oder im Lesesaal des Hotels vorfindet, nicht durch einen Gruß zum Gegengruß verpflichtet. Der bloße Zuall, der ihn gerade mit diesem zusammengeführt hat, erscheint ihm noch weniger ausreichend dafür, eine UnterHaltung anzuknüpfen, gar sich ihm vorzustellen, wie es vielfach deutsche Sitte ist, und ihn dadurch zu zwmgen, über Nam' und Art" ihm, dem Stocksremden, eine Auskunft zu geben. Auch in seiner Heimath bedient sich der Englander anderer Höflichkeitsformen als der Deutsche. Kein Herr darf eine ihm bekannte Dame, der er auf der Straße begegnet, grüßen. Die Dame selbst muß ihm durch ein Kopfnicken erst zu erkennen geben, daß sie von ihm einen Gruß annehmen will. Manner, die geschäftlich miteinander zu thun haben, kennen sich im Privatleben nicht. Sem Heim öffnet der Brite nur Dem, der ihm von verläßlichen, erprobten Freunden empfohlen ist- Wer aber in seinem Haus, an seinem Kamm, dem behaglichen Plauderplatz, Ausnahme gesunden hat, der verläßt ihn nicht anders als entzuckt von der vollendeten Hoslichkeit, der phrasenlosen Herzlichkeit des Hausherrn. Eine Höflichkeit des Engländers qeqen seme Hausgenossen besteht darin, daß er zur Hauptmahlzeit am Abend in gewissermaßen festlichem Gewände erscheint. Die Hausfrau macht sich Abends, wenn die Tagesgefchafte schweigen, für ihren Gatten hübsch, auch wenn keine Gäste erwartet werden. Die meisten Deutschen fühlen sich daheim erst dann gemüthlich, wenn sie den besseren Rock mit emem bequemeren, unter Umständen schon recht abgetragenen, vertauscht haben. In Frankreich und Italien besuchen die einander bekannten Damen sich geaenseitiqzwanalos zum Fünfuhrthee: etwas offizieller lädt man einander ein für ein Stündchen nach dem Diner." Die Gesellschaft versammelt sich um acht Uhr, es wird geplaudert, musizirt, aber um die leibliche Verpflegung der Gäste macht man sich keine Kopfschmerzen. Vielleicht bietet die Dame des Hauses um 10 Uhr ihren Gästen eine Tasse Thee mit ewigen Miniaturkucken an. Das Sichgruppiren, um märchenhafte Mengen wohltemperirter Flüssigkeiten zu genehmigen, was dem Deutschen zur Gemüthlichkeit fast unentbehrlich ist, kennt man weder m Frankreich noch in Italien. Das Possirlichste an übertriebener Höflichkeit leistet der Orientale. Kommt man in Stambul oder Tunis in einen Bazar, um einen Einkauf zu machen, so laßt der Inhaber des Gewölbes zunächst ein paar Schälchen dicken, gezuckerten, arabischen Kaffees bringen; es hebt eine umständliche Unterhaltung über das vLiderseitige Befinden an, über das Befinden der Brüder, der Kinder (nach der Frau darf man den Mohammedaner nicht fragen, das verbietet die hier gebotene besondere Höflichkeit); das Geschäft beginnt erst, wenn diese Formalitäten völlig er schöpft sind. Der Käufer macht die Waare schlecht und bietet 'ein Drittel des geforderten Preises; der Verkäufer schwort, es sei die beste, die es unter der Sonne gebe, er babe den niedrigsten Preis angesetzt, weiter ablassen könne er nichts, es sei sonst sein , Ruin. Aber schließlich zieht der Käufer, nachdem er knapp die Hälfte bezahlt hat, mit der Waare fröhlich ab, begleitet von den überschwenglichsten Höflichkeitsphrasen des Handlers. Die phrasenhafteste Höflichkeit herrscht in Spanien. Wenn em Fremder die Stadt bewundert, die er betreten bat. so saat ihm der Eingeborene: Es ist die Ihre, Sennor!" Kommt man in das schmucke Landhaus des Eingeborenen, so heißt es wiederum: Es ist das Ihre. Wirksamkeit der GeHeimpolizei. Im regulären Geveimpolizeidienst der Bundesregierung wurden letztes Jahr 419 Verhaftungen wegen verschiedener Verletzungen der Gesetze gegen Geldfälschung vorgenommen. Die konfiszirten gefälschten Banknoten repräsentirten die Summe von $44,350, die konfiszirten falschen Münzen die Summe von $16,419; 25 mehr oder weniger gefährliche Fälschungen wurden während des 'Jahres entdeckt und die Verüber resp. Ausgeber von 18 der Fälschungen ausfinbig gemacht und verhaftet. Umfassende Erhebungen unter den Banken des öandes haben ergeben, . daß der Betrag des cirkulirenden falschen Papiergeldes im Durchschnitt ZI auf je $100.000 und etwas weniger als $3 auf je $100,000 Hartgeld beträgt.

zJournaliflkn.Cigarrc.

Die eueste ..Schöpfung" einer sinnigen deutschen Ligarrensabrik. Eine Spezial-Cigarre" für .Journalisten und Schriftsteller ist die neueste Schöpfung einer deutschen Cigarrenfirma, welche ihr Produtt in einem Cirkular folgendermaßen anpreist: Die Cigarre erhält durch ihren Feuertod den Rauchern Ueberlegung, Seelenruhe und Friede im Gedankenaustausch. In dem Umherwirbeln der sich nach und nach verziehenden Rauchwölkchen entwickeln sich die Keime zu neuen Gedanken und Meinungen." In Erwägung der Thatsache, daß Journalisten und chrlflsteller in der Regel, in finanzieller Hinsicht, nicht gerade außerordentlich, leistungsfähig sind und infolge dessen beim Gebrauch von Luxusartikeln nicht allzutief in die Tasche zu greifen vermögen, hat die findige Firma bezüglich der Preise kluge Abstufungen inneaehalten. Die Marke La Gazeta" (Die Zeitung) ist am theuersten und kostet 8 Pfennig; als Käufer sind wohl der Verleger und die gutbesoldeten Herren von der Geschaftsofflce gedacht. Die Marke La Redaccion" ist um 2 Pfennig billiger, was bei den häufig knappen Kassenverhaltnlssen der Herren von der Presse nur zu loben ist. Etwas hoher bewerthet wird die edle Kunstkritik, für welche die auf 7 Pfennig angesetzte Marke La Sentencia" bestimmt ist. Der Lokalberichterstatter wird in seiner finanziellen Leistungsfähigkeit am niedrigsten bewerthet; La Cronica de la Ciudad" kostet nur 5 Pfenma. Sebr merkwurdla isrs. daß der Fabrikant die fünfte Marke El Autors mit 7 Pfennig ausschreibt; hier scheint ihn seine Sachkenntniß'im Stich zu lassen; er wird bes aller Autoreneitelkeit erleben müssen, daß gar mancher unabhängige" Schriftsteller, wenn er eine Bestellung aufgibt, sich mit der Cronica de la Ciudad" bescheidet. Und wenn der Autor" gar Verse macht, so wird es vorkommen, daß er auch da noch um 20 Prozent Nachlaß bittet. 6?cHeite BtHrfiHrrMif. Ein seltenes Beispiel treuer Pflichterfüllung gab in' Berlin ein Heizer eines Stadtbahnzuges. Als der Zug Abends den Bahnhof Jannowitzbrücke verließ, bog sich der die Maschine bedienende Heizer, vermuthlich um an der Lokomotive etwas nachzusehen, zur Seite; er verlor das Gleichgewicht und. stürzte in die Tiefe. Der Heizer fiel' mit dem Kopf gegen die Stange einer Signallaterne, behielt jedoch seine Besinnung und persuchte sofort wieder aufzustehen, während der Lokomotivführer bremste. Um sich zu erheben, griff er, eine Stütze suchend, mit der rechten Hand nach der Seite, gerieth dabei mit dem Handteller auf die Schiene, und das eine Rad der noch langsam rollenden Lokomotive ging dem Unglücklichen über die Hand, von der drei Finger buchstäblich abgeschnitten wurden. Inzwischen kam der Stationsvorsteher des Bahnhofes Jannowitzbrücke herbeigeeilt, um nachzusehen, weshalb der Zug nochmals halte. Bevor der Stationsbeamte jedoch eine ??raae stellen konnte, rief der Verlekte . jenem zu: Bestellen Sie Reserveheizer nach dem Schlesischen Bahnhof," sprang auf die Lokomotive, und im nächsten Augenblick fuhr der Zug davon. Der ganze Vorfall hatte kaum eine Minute gedauert Bei der Ankunft auf dem Schlesischen Bahnhof war der wackere Heizer infolge des bedeutenden Blutverlustes derartig geschwächt, daß er von der Lokomotive herabgehoben und nach dem Stationsbureau gebracht werden mußte, wo ihm ein Nothverband angelegt wurde. Dann wurde der Verunglückte, der anscheinend bei dem Sturz auch innere Verletzungen davon getragen hatte, nach einem KrankenHause geschafft. Nach 34 Jahren. Wegen einer schweren Verwundung, die er am 18. August 1870 in der Schlacht bei Gravelotte erhalten, hat der frühere Kaufmann, jetzige Pension'ar Karl Lefevre in Berlin, vor Kurzem sich einer schweren Operation unterziehen müssen. , Lefevre hat den Feldzug bei der 2. Kompagnie des Garde-Schlltzenbataillons mitgemacht, das in der genannten Schlacht schwere Verluste hatte-. Mitten in dem mörderischen Kampfe erhielt Lefevre quer durch beide Backen einen Schuß, der ihm den Gaumen und fast sämmtliche Oberzähne herausriß. Vor einiger Zeit, nach 34 Jahren, bildete sich im Munde eine eiterige Entzündung, die große Schmerzen bereitete. Lefevre bat deshalb um Aufnahme in das armonlazareth und dort wurden die zerchmetterten Knochen, die damals sehr chnell geheilt waren, wieder aufgemeizelt. Dabei entdeckten die Aerzte in er Wunde mehrere Knochensplitter und einen Geschoßtheil, die sämmtlich herausgenommen wurden. Japanische Knoten. Die Japaner gebrauchen - keine Knöpfe, Schnallen, Haken und Oejen. Zu allen Arten der "Befestigung dient bei ihnen Schnur, und dieIrt, wie sie diese knoten, haben sie in zahllosen künstlerischen Variationen ausgebildet. So haben die Japaner Hunderte von Knotenformen. Für-den gewöhnlichen und ceremoniellen Gebrauch gibt es Dutzende von Knoten, die jedes japanische Kind knüpfen kann. So gibt es Pflaumen-, Kirschen-, Iris-, Chrysanthemum- und Fichtenknoten, Fujiyama-, Schildkrö-ten-. Storch, alte . Manns", alte Weibs"-Knoten und viele andere.