Indiana Tribüne, Volume 28, Number 112, Indianapolis, Marion County, 3 January 1905 — Page 5
Jndkana Tribüne, 3. Januar 1905.
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ooo o o o preise geliefert von A. B. MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits $7.50 Pocahontas Lump 5.50 Smokeleß Lump 5.50 Ohio Cannel Lump 5.50 Ohio Cannel Egg 5.50 Kanawha Lump 4.50 PittZburg Lump 4.50 Brazil Block 4.25 Hocking Valley 4.25 Straiaht Creek Lump 4.50 Straight Creek Egg. 4.2.5 Greene County, No 4, Vein Lump .... 3.5C Greene County, No. 4, Vein Egg 3.50 Jackson Ohio Lump : 5.00 Oven Coke Egg 5.50 Gas House Lump Coke 5.50 GaS House Crushed Coke 6.00 Ezira?erechnung wo solche getragen werden muffen. (m Guter Gesundheits-Znstand. Der Gesundheitszustand hat sich im Vergleich zu vorigem Jahr für Jndianapolis gehoben. Ansteckende Krankheiten mit Ausnahme von TyphusFieber traten weniger auf, als im Jahre 1903; das Verhältniß stellt sich 784 (1904) zu 456 (1903). 25 Blatternfälle letzten Jahres rangiren gegen 566 in 1903. Scharlachfieber 129 (1994) zu 297 (1903). Diphteritiö 135 (1904) zu 259 (1903). Masern 174? 'iq03 Jan. 1904 gegen 2165 (1901). Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellom". 9 No. 1 W. Washington &tt (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechfe!, Crsditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte EuroveZ. Schisfsscheine nas und vo Eurova. An- und verkauf ausländischen Geldes. Q ie werden nie im späteren Leben Reue empfinden wenn Sie am ersten Tag im Januar neunehnhundert und fünf beschließen, ein Spar Conto mit unserer Gesellschaft zu eröffnen und einen Theil Ihres Einkommens jede Woche oder jeden Monat deponiren. Die Schnel ligkeit mit der die Depositen wachsen, wird Sie überraschen und erfreuen. Die Eröffnung eines Contos ist eine sehr einfache Handlung. Wir werden erfreut sein, Ihnen zu dienen. TOi Mai TM Co. Kapital 81,000,000 Ueberschufz 8230,000 Ecke Wash. Str. und Virginia Ave. Die Behörde für öffentliche Ar beiten bestätigt den Bericht der Kommissäre. Die Kommissäre, welche von der Stadt und der Wasser-Compagnie ernannt wurden. berichteten nach einer strengen und umfang reichen Prüfung des städtischen Wassers fclgendermaßen: Wir sind einstimmig der Ansicht, daß das Wasser welches den Consumenten während der Periode dieser Untersuchung geliefet roucde, cuten gesundheitlichen Charakters roar ; daß daö Wasser von Privat-Brunnen einer der wichtigsten Factoren der Ent stehungs-Ursachen dieser (Typhus) Epidemie Periode war." Die Kommissäre empfehlen die Condem nirung von Privat'Brunnen und Aborten, und empfehlen, daß Verbindungen mit Ab zugskanälen hergestellt erden sollen wo immer sich solche befinden. Der ganze Be richt der Kommissäre ist in Druck und wird auf Anfrage abgeliefert oder. mit der Pos versandt. Die Qualität des WasserS,wie solches von dieser Gesellschaft geliefert wird, und wie durch diesen Bericht festgestellt, ist für alle Bewohner der Stadt zum Privat'Gebrauch empfehlenswert!). Indianapolis Wasser Co.
Mädchen als Ladeudiebin derhaftet. .
Pearl Willis, ein 17 Jahre altes Mädchen, früher in einer Conditorei an der Illinois Str., wurde unter Anklage des Ladendiebstahls verhastet. Ihr Fall wird heute im Polizeigerichte zur Verhandlung kommen. Das Mädchen, eine wirkliche Schönheit, wobnt bei ihrer Stiefmutter an der Stanley Str., wo sie die gestohlenen Waaren hatte. Sie stand bereits seit längerer Zeit bei verschiedenen Aufsehern größerer Geschäfte im Verdachte. Sie betrat die Läden mit einem lan gen Pelzmantel bekleidet, und unter diesem soll sie gestohlene Waaren der'ieckt haben. In ihrer Wohnung zeigte sie den Detektives verschiedene Paare Handschuhe, seidene Strümpfe, Unterzeug, Parfüm, goldene Ringe, ein chwarzeS Boa, Bürsten, Kämme und andere Sachen und nach Aussage der Beamten gestand sie denselben, die Sa chen gestohlen zu haben. mJapanische Siegesfeier. Nach Einlaufen der SiegeZnachricht von PortjArthur, hat sich der 12, dem University.Club angehörende Japane en eine leicht zu verstehende Freude bemächtigt. Sie wollen den Sieg noch später in ihrem Kreise feiern. Jeder von ihnen wünscht, jetzt in Tokio sein zu können, wo der Jubel ein sehr großer sein wird. Geschäftige Zeit in einem Restaurante. Tassen, Teller, Syrupgläser und Milchtöpfe flogen umher, als Frank Shepperson, Sohn der Eigenthümerin des National Hotels an der Illinois und McNab Str., das Eßzimmer des Hotels betrat. Shepperson war ange duselt und sein Erscheinen sowie das Begleitphänomen riefen unter den anwefenden Gästen, die in aller Eile sich in Sicherheit brachten, natürlich eine Panik hervor. Da sich Niemand dem Manne in den Weg stellte, wurde ihm die Sache bald über und er begab sich in sein Zimmer, nachdem er die Thüre desselben eingestoßen hatte, und legte sich ins Bett, wurde jedoch in seinem süßen Schlummer durch die rauhe Hand der Radlerpolizisten Duncan und Amsden gestört und mußte die weichen Daunenkissen des Bettes mit den Prit scheu der Polizeistation vertauschen. Gottlied L eukhardt, Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble undMarket Str. - Plattdeutscher Unterstützung Berein. Unsere Plattdietskm Jungen erwählten in ihrer letzten Versammlung, welche in Ottmar Kellers Local, 217 Ost Washington Straße abgehalten wurde, folgende Beamten: Präsident, Henry Tielking; VicePräsident, Carl Rinsche; Protokoll Sekretär, Wm. Hoff; Finanz-Sekretür, Carl Wiese; Schatzmeister, Henry Weiland. Der Verein wird am Samstag den 14. Januar 1905 sein 9. Stiftung?fest in Reichweins Halle abhalten. Trnstees müssen ausscheiden. Gouverneur Durbin bat Newton Kelfay aus Evansville und Jos. H. HudSpath aus Boonville aufgefordert. ihr Amt als Mitglieder deS Board of TrufteeS vom StaatS-JrrenHo-pital von Evansville niederzulegen. Herr Kelsay hatte bereits seine Resignation an den Gouverneur abgesandt. Kelsay und Hudspath waren Republikanische Mitglieder vom Board der TrusteeS dieses Hospitals. Die Resignationen der republikanischen Mitglieder der Behörde folgten Uebergabe eines Ein sührungSfchreibenS das Herr HudSpath an den Gouverneur für Frau Clarence Bennett aus Boonville richtete Bekanntlich beruhten die Anschu! digungen dieser Frau, daß ihr Mann im Hospital schlecht behandelt worden sei, auf Unwahrheit. Gouverneur Durbin war entrüstet, daß Mitglieder genannter Brehörde die Pflichten ihres AmteS auf seine Schultern abzuladen versucht hätten. Kelsay und Hudspath waren seit 2 Jahren in ihrem Amte und sind beide politisch und durch ihr Geschüft wohl bekannt. f$o Der Lahrer Hinkende Bote Kalender für 1903 ist durch unsere Office zu be ziehen.
Durch Revolverschnß schver verwundet.
In betrunkenem Zustande betrat George Thurgon, 40, seine Wohnung, Caldwell und Walnut Str., zog, einen großen Revolver und schoß auf seine Frau, die schwer verwundet zu Boden stürzte. Nach Aussagen der Nachbarn ollen die beiden nicht in allzugutem Einvernehmen gestanden haben und am Sonntag soll Thurston die größte Zeit mit Trinken verbracht haben. So bald er den Schuß abgegeben, lief Thurston in die Wohnung eines Nach barn und rief: Mein Gott, Frau Cole, ich schoß meine Frau! Es war ein Unfall!" Thurston ging in seine Wohnung zurück, wo sich Nachbarssrauen der 23er mundeten angenommen hatten und ging dann fort, wurde aber später durch Capt. Kinney und Detektivs Holtz und Bray verhastet. Den Beamten sagte er, daß die Schießerei ein Unfall ge wesen sei und daß er nicht die Absicht hatte, stine Frau zu verletzen. Dr.J Reed vom DiSpensarium brachte die Frau mittels Ambulanz nach dem Ho pitale, wo eS sich erwies, daß der Re volver mit Schrot geladen war. Frau Thurston wurde schwer verwundet. Die m Hospitale vorgenommene Operation edoch scheint ihr einige Erleichterung gebracht zu haben, so daß sie nicht in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt. Soll seine eigene Uhr gestohlen haben. Angeklagt seine eigene Uhr gestohlen zu haben, wurde David Good, Süd Illinois Str.. gestern verhostet. . An geblich verpfändete Good seine Uhr einem Kostgefährten, später soll er jedoch dieselbe aus dem Koffer desselben wieder herausgeholt und nochmals verpfändet haben. Good behauptet unschuldig zu sein und sagt, daß er nachweisen könne. daß er zur Zeit des angeblichen DiebstahleS bei seiner Arbeit war. Leidet an Geschmacksverirrung. Tim McCarty, 917 Church Str., gefiel anscheinend d.r Anstrich deS Hauses 320 West McCarty Str., nickt besonders und mit Dreckklößen und Steinen machte er sich daran,' das Aeußere des Hauses nach seinem Ge schmacke herzurichten, wurde aber von den Polizisten Scribner, Rogers und Johnson, denen vielleicht das feine Kunstverftändniß fehlte, in - seinen Re-modelirungS-Arbeiten gestört und zur weiteren AuSlildung nach der Station gesandt. Hier wurde er dann noch angeklagt, von den Diebstählen in der Indianapolis Drop Forge Co. etwas zu wissen. Er wird Richter Whallon morgen Ausklärungen geben. HXT Der Lahrer Hinkende Bote Kalender für 1905 ist durch uusere Office zu be ziehen. Bedauernswerthe Lage. John Rush, ein alter Soldat, der schon das 75. Lebensjahr überschritt. und seine sast in gleichem Alter stehende Frau, wurden gestern aus ihrer Woh nung, 922 Chadwick Str., nach dem Hopitale überführt. Vällig hilflos und ohne Pflege waren die beiden alten Leute von Nachbarn aufgefunden, beide waren unfähig das Bett zu verlassen und hatten bereits mehrere Tage ohne Nahrung zugebracht. Die alte Frau fiel während der Nacht aus dem Bette und lag dann, unfähig sich selbst zu helfen, bis zum nächsten Morgen dort, da ja ihr Mann nicht im Stande war, irgend welche Hilfe zu leisten. Kleiner Sänger auf der Seimreise. Harry McMaster, der Knbe aus TaylorSville, Jll,. welcher neulich in der Polizeistation durch seinen Gesang Aussehen erregte, wurde durch den neu installirten Sheriff Ed. Sourbier nach dem Bahnhofe gebracht und derselbe befindet sich jetzt auf der Heimreife. Der Knabe sang vor seiner Abreise noch gelegentlich deS AbschiedSdinnerS, welches der ausscheidende Sheriff Metzger seinen Freunden gab und seine drei Lieder trugen ihm von den Zuhörern $3 und sein Eisenbahn billet ein, so daß er bis zu seiner An kunft im Elternhause genügend jetzt versorgt ist. -
Nachrichten aus Jndiana.
Bloomington. Glenn, der 2 Jahre alte Sohn JameS H. Morris stolperte beim Spielen und fiel in einen Eimer kochenden Wassers. Der Vater wollte das Kind retten, doch starb dasselbe nach hartem Todeskampfe. Fort W a y n e. Bert Chapman, Nacht-Clerk im Aveline Hotel, verließ seine Stellung und nahm,wahrscheinlich $125 mit sich, denn sie fehlen. Die Polizei sucht nach ihm; er war früher beim Jnn Hotel, Winona, an gestellt. South B e n d. August Troukman aus Bloomington, Jll., ein Bete aus dem Spanischen Kriege, der sich beim Uebersteigen der Mauern von Santiago eine Beinwunde zugezogen. verunglückte bei einem Eisenbahnübergang" und trug schwere Verletzungen davon. G o s h e n. George D. Lint, eln bekannter Anwalt, wurde tobsüchtig. Er wird nach dem Long Cliff Irren Haus, Logansport, gebracht werden. Sorgeu finanzieller Natur, die während seiner Krankheit immer größer wur den, will man dasür verantwortlich macheu. .Lint litt an Epilepsie. A n d e r s o n. Infolge eines Strei teS zwischen Lou FreeS und George Thomas, mußte auf beiden Seiten Blut fließen. Beide Männer wurden dann feparirt und hatten ihre Wunden im Gefängniß verbinden lasten. Tho maS hatte in FreeS Haufe vorgesprochen um eines seiner Kinder zu sehen, welches bei seiner Mutter, der früheren Frau Thomas wohnte und war es dabei zum Streite gekommen. L o g a n s p o r t. Die Negerin Floren Mitchell erschoß Ella Swisher eine Weiße, Sonnabend Nacht in Nick Colennia'S Lokal. Eifersüchtig über die vbn der Swisher dem C. D. Morgan erwiesenen Aufmerksamkeiten, feuerte die Negerin 3 Schüffe auf die Weiße ab und entfloh dann. In Chi cagö festgenommen, wurde sie nach hier zurücktransportirt und steht jetzt unter der Anklage des Mordes. Frau Mitchell kam von LouiZville und die Getödtete pon Terre Haute. Portland. Frau Jane Brown aus. Jackson hat durch ihren Vormund, Albert Vrunfon, im Circuit Court Klage gegen Daniels E. Brown ange strengt, um ' die mit demselben letzten Oktober eingegangene Ehe zu annuli ren. Es wird angenommen, daß sie zur Zeit des Eheabkommens geisteSschLach und somit unfähig war, einen derartigen Contract abzuschließen. Damals vermachte sie ihrem Gatten ihre Farm und anderes Eigenthum in Höhe von S10,000 bis ihre Kinder dagegen opponirten. Die Jury erklärte sie für irrsinnig und A. Brunfon wurde zum Vormund beibehalten. m Der Winter macht Ernst. Die Station hiesigen Wetterbureaus hat ein intereffantes Programm für heute aufgestellt. Auf 20 Grad soll die Temperatur heute Abend' fallen. Demnach müßte sich der für gestern angesagte Regen in Schnee umwandeln und überhaupt großer Schneefall zu erwarten sein. Polizeiliches. Unter der An klage, August Huber, 1522 Reisner Str. mit einem Schlagringe in's Gesicht geschlagen und schwer verletzt zu haben, wurde Wm. White, 1187 River Ave. verhaftet. Detektive, die gestern einen Flüchtling verfolgten und demselben, um ihn zum Halten zu bringen, mehrere Schüsse nachsandten, erregten an der Liberty und New Jork Str ziemliche Aufregung. Eine ganze Anzahl Menschen betheiligten sich an der Jagd, der Flüchtling aber entkam. Grundeigenthums Übertragungen. Barbara McOuat an Warren H. Ward, Theil vom nordöstlichen Viertel Sectlon 17, Township 14, Range 4, Perry Townspip. $719.70. Henry Beasley an Gustave E. Pohl man. Lot 17, Bright u. A.'s Subd. von Außenlot 155, südlich von North Str. $1100. SilaS H. Johnson an Washington School Township, Theil von Section 12, Township 16, Range 3, Washing. ton Township. $1.
Jour. Humoristische Skizze von Armin Ronai. - Mit dem Beginn der - Jours, der warmen Thee mit nachfolgendem Tanz, der kalten Aufschnitte mit zugelegten deklamatorischen Produktionen. beginne ich auch für meine Ruhe und Behaglichkeit aV Mensch und Junggeselle zu zittern.Zumeist treibt mich eiserne Pflicht in die hellerleuchteten Salons. Mein Leben besteht ja nur aus Pflichten. Am Tage die Pflicht der Arbeit im Beruf, die der Prinzipal honorirt. am Abend die Pflichten der Gesellschaft, die meine Prinzipalin für sich begehrt. Der Tag gehört meinem Chef, der Abend meiner Ehefeuse... Was ich sagen will . . .". meinte Frau Glanz, eben meine geehrte Prinzipalin, sich im Bureau mit einem schwachen Lächeln aus den Lippen-zu mir wendend, Sie wissen doch, daß ich heute meinen Jour habe. Kommen Sie bestimmt, denn wir seiern zugleich Mäxchens Geburtstag." Ich verbeugte mich hochentzückt, und versicherte: Werde nicht crmangeln, gnädige Frau . . ." Innerlich aber knirschte ich und dachte: Schade um meinen heutigen Skat. Als ich im Palais Glanz, wie ich die Villa meines Chefs ohne viel Uebertreibung nannte, anlangte, war der Jour bereits in voller Thätigkeit. Ich habe schon geglaubt. Sie kämen nicht," begrüßte mich die Hausfrau mit der sehr beschränkten Freundlichkeit und stark prononcirten Ueberlegenheit einer Chefeuse: Sie wissen doch, wir feiern heute Mäxchens Geburtstag. Er wird heute acht Jahre alt." Ich stammelte bestürzt einige Worte der Entschuldigung, denn ich hätte in der That ganz gut eine Viertelstunde srüher kommen können. Es war unerhört unbescheiden von mir, nach Bureauschluß erst fünfzehn Minuten lang in den Anlagen verschnauft zu haben. .Wie um mein Versäumniß gutzumachen, wandte ich mich sofort an Mäxchen und brachte ihm in wohlgesetzten Worten meine Gratulation dar. Dabei griff ich ihm unter die Arme und hob ihn, um zu zeigen, wie groß er wachsen möge, hoch in die Luft. Max dankte mir für die guten Absichten mit einem reudenaeheul und strampelte
mit den Füßen, wobei ich von ihm einen Stoß in die Seite erhielt, daß mir davon acht Tage lang die Leber schmerzte. Oder es wär die Milz. Ich verwechsele gewöhnlich diese beiden Organe, was übrigens auch Aerzten zuweilen passirt. Zur Feier des Tages, gab es diesmal, statt der kalten Sachen in abgeleierter Zusammensetzung, warmes Abendbrot, was mich mit der Situation einigermaßen ' zu versöhnen versprach. Von der Hummermayonnaise nahm ich nichts ich hasse alles, was aus Büchsen kommt und sparte mein ganzes Verlangen der Hammelkeule mit grünen Bohnen auf. .Eben wollte ich tüchtig zulangen, da erhob sich Dr. Kirschbaum, ein junger Advokat ohne Geld und Praxis und mit officiellen Absichten auf die Aelteste des Hauses, und hielt eine Rede auf das Geburtstagskind und auf die Eltern, die das Glück haben, das Kind ihr ei gen zu nennen, und auf die Schwestern. deren Brüderchen es ist, und auf die Tanten und auf alle Gäste, denen es vergönnt ist. das Fest mitzufeiern, er sprach eine halbe Stunde lang. Alles athmete erleichtert auf, als Dr. Kirschbaum endlich zur Conclusion seines Schwalles gelangte und auf Mäxchen ein donnerndes Hoch ausbrachte. Während alles um mich her jubelte, constatirte ich tiefbekümmert, daß inzwischen der Hammelbraten eiskalt und das Pücklereis nebenan auf dem Servirtisch brühwarm geworden war. Ich hätte mir immerhin einige Bissen zugelegt, aber da ertönte die schrille Stimme der Hausfrau: Wo ist Max. wo ist Mäxchen?" Das Geburtstagskind ätte nämlich in diesem Momente programmgemäß ein Gedicht hersagen sollen, das ihm die Schwestern seit vier Wochen eingedrillt hatten. Aber Mäxchen war nicht zu finden. ' Ach bitte, helfen Sie uns doch suchen." wandte sich die Cheseuse zu mir, und ich legte dienstbereit Messer und Gabel hin und ging auf die Suche nach Mäxchen. Endlich, nach lanaem erumnren vurct) alle Räumlichketten der Villa fand ich Mäxchen im Dienstbotengelaß unter dem Bett der Köchin, von wo ich ihn nach langem Parlamentiren endlich hervorholte. Aber wie sah Max aus! Ihm war scheinbar während der Rede des Doktor Kirschbaum die Zeit lang geworden, und er hatte sich m's Arbeitszimmer des Papas geschlichten, wo er sich am Schreibtisch" so lange zu schaffen machte, bis das große Tintenfaß richtig vom Gesimse fiel und ihn im Fallen mit dem Inhalt übergoß. - Vom Kopf bis zur Zehe troff nun Max von dieser röthlich schwarzen Jauche. Es war nämlich gute Copiertinte. Auf dem weißen Pikee-Festanzug machte sich das besonders vortheilhaft. In feiner Angst vor den Folgen dieser Missethat hatte sich nun Max so gründlich verkrochen. Die herbeigeeilte Mama wollte beim Anblick ihres Sprößlings in Ohnmacht fallen. Dafür gab es aber jetzt keine Zeit, und sie verschob es cfaf den nächsten Tag, ebenso die Abrechnung wegen des Pikeeanzuges. Zwei dienst-
bare Geister erhielten den Auftrag, Mäxchen rasch und gründlich zu renoViren, worauf wir zur Gesellschaft Zn'S Speisezimmer zurückkehrten. Da reichte man sich gerade die Hände und wünschte sich holdlächelnd gesegnete Mahlzeit. Ich hatte das Nachsehen. Für den Entgang mich einiaerma ßen zu entschädigen, zog ich mich sofort in's Rauchzimmer zurück, um dort in einer bequemen Sosaecke eine Havanna zu rauchen und dazu guten Cognak zu schlürfen. Doch schon erschien Frau Glanz, meine gnädige Chefeuse, im Thürrahmen und rief mit süßer, doch nicht mißzudeutender Miene: Alles strömt nach ' dem Salon, Meta deklamirt." Was blieb mir da übrig? Ich rüttelte heimlich und zähneknirschend an den unsichtbaren Sklavenketten, aber ich strömte mit. Die Scene" war bereits zum Tribunal" geworden, als ich in den Saal gelangte. Da erhob sich auch schon rauschender Beifall. Meta verneigte sich holdlächelnd nach allen Seiten. Ein Assessor, der neben mir stand, klatschte mit besonderer Wuth und schrie wie besessen Bravo. Der hat wohl auch Absichren." dachte ich mir, da trete ich ihn auch schon mächtig auf den Fuß. Unglücklicher," schrie ich ihn an, wollen Sie auch noch den Kampf mit dem Drachen" heraufbeschwören?" Der Assessor hielt verblüsft rnne. und die Gefahr war glücklich abgewendet. Schließlich kam der unausbleibliche Haupteffekt aller Joure im Hause Glanz: das Stubenmädchen rollte den Teppich auf. Mama Glanz setzte sich in eigener Person an's Klavier, warf einen siegreichen Blick auf die erwartungsvolle Gesellschaft ringsumher und begann darauf einen Walzer zu pauken. Natürlich dreht sich alles jauchzend im Kreise. Ich drehte mich ebenfalls und jauchzte mit. Und wenn ich. meiner schon etwas vorgeschrittenen Jahre gedenkend, dem empfindliöz wer- ' denden Knochengerüste etwas Ruhe gönnen möchte Hupps! Da hüpft auch schon eins von den cheslichen Fräuleins auf mich zu, lächelt mich gnädig an und führt mich in den Reigen zurück. Offenbar völlig durchdrungen von der Ueberzeugung, mir damit eine unbeschreiblich märchenhafte Wonne bereitet zu haben. Und ich modernes Gesellschafts - Unthier thue wirklich auch immer so, als ob! Inzwischen ist es , beträchtlich nach Mitternacht geworden, und es greift die Meinung Platz, daß es Zeit sei, dem Jour" ein Ende zu machen. Man erhebt sich und sucht nach Tüchern, Ueberziehern, .Ueberschuhen und passen- . oirj!w?uM.i rcdiiM u sri a
ucu '.auuicuyiuuiicii. iwuu iu meine letzte Abschiedsphrase an den Mann, vielmehr an Frau Glanz bringen, da meinte die freundliche Chefeuse so nebenbei: Ach, nicht wahr, Sie bringen Kunzenbergs heim, es ist ja nur einSprung. Das Dienstmädchen hat sich scheinbar verschlafen." Mit Vergnügen, gnädige Frau, mit außerordentlichem Vergnügen!". Dann ging ich los mit Frau Kunzenberg und Tochter. Der Sprung" dauerte übrigens eine volle Stunde.' Es war drei Uhr, als ich endlich müde und fröstelnd in's Bett kam. Damals. in jener Nacht, that ich das Gelübde,, nur noch bei solchen Brotherren Dienste zu nehmen, die entweder unverheiratet' find, oder deren Frauen schon in jenem beneidenswerthen Alter sind, da man aufhört Jours zu veranstalten. V e ? f ä l s ch t e D r o g e n. Die staatliche Apothekerbehörde in Chicago hatte an 139 dortige Apotheken Rezepte ausgeschickt, um deren Drogen auf ihre Reinheit zu prüfen, ohne daß die Apotheker wußten, woher die Rezepte kamen. Die Prüfung enthüllte, daß 23 Medizinen überhaupt die vorgeschriebenen Drogen nicht enthielten, daß 66 zu 80 Prozent unrein, und nur 31 vorschriftsmäßig angefertigt waren. In Folge dessen hat die Staatsbehörde 100 Apotheker wegen Verkaufs von verfälschten Droaen unter Anklaae aestcllt. Ungewöhnlicher Selbstmord. In ungewöhnlicher Weise it ging James T. Lunn'. ein prominenter Bürger aus Sioux Falls. S. D.. der sich in einer Heilansialt in Flint, Mich., behandeln ließ, Selbstmord. Aus einem Schnupftuch machte er eine Schlinge und einen Knoten darin, worauf er die Schlinge um seinen Hals legte. Dann steckte er eine zusammengefaltete Zeitung durch die Schlinge und drehte sie so lange, bis er sich erdrosselt hatte. . Neue Petrolerlmfelder. In Humble. Tex.. wurde vor Kurzem ein Petroleum-Brunnen in Betrieb gesetzt, der täglich 10.000 Barrels liefern kann. Die Qualität des Oeles ist sehr gut. Man hat den Brunnen Moonshine Well" getauft. Sobald die nöthigen Reservoire fertiggestellt stnd, werden noch sechs andere Pet?oleum-Brun-nen in Betrieb gesetzt werden. Das neue Petroleumfeld liegt an der Houston & West-Texas-Eisenbahn. U m Falten aus Klerdungsstücken, welche längere Zeit gedrückt gelegen haben, zu entfernen, genügt in den meisten Fällen das Aufhängen der in feuchte Tücher eingeschlagenen Kleider in einem Keller. Sehr dichte Gewebe und Seidenstoffe werden am besten geplättet, ' nachdem man sie mit feuchter Leinwand unterlegt und mit Filtrirvavier bedeckt bat.
