Indiana Tribüne, Volume 28, Number 112, Indianapolis, Marion County, 3 January 1905 — Page 3
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C. ESS
Einen neuen Bürgerkrieg in Vene $.!Cla kündigt 'ein angesehenec Venezolancr
in einem wrieie an un er an das! Berliner aenan" richtet. Er erklärt, wenn laitteni liajiio seine offenbare Absicht verwirkliche, durch gesetzwidrige Mittel seine WieDerwaal herbeizuführen, so sei eine allgemeine Volkserhebung gegen Castro sicher. Es heißt rn seinem Briefe: Der Regierungswechsel in Venezuela muß pch, gemäß der Verfassung des Landes, im kommenden Februar vollziehen. Indes scheint es, daß der Diktator Cipriano Castro sich wenig an das geschriebene Gesetz kehrt, vielmehr die Absicht hat, den Präsidentensitz auf unbegrenzte Zeit innezuhalten. Das aber wird zweifellos einen neuen Bürgerkrieg in Venezuela entfesseln, bei dem sich.der Diktator in übler Lage befinden würde. Denn das venezolanische Volk wird sich mit dem Losungswcrt Ccntinuismo" (Usurpation) in Massen erheben, wie es vor zehn Jahren bei dem Präsidenten Andueza Palacio der Fall war, der nach einigen Monaten aus seiner Machtstellung gestürzt wurde, weil er gleiche Absichten verfolgte wie Castro. Der General Antonio Paredes sagt in einem geistreichen Artikel unter der Ueberschrift Die Weiterregierung Cipriano Castros, erörtert in einer Konferenz mit zwei alten, ihren Gräbern entstiegenen Generälen," folgendes: Wenn Cipriano Castro zuläßt, daß sich die Wahlen in der gesetzmäßigen Form vollziehen, wird es in Venezue.'a keinen Krieg geben, bleibt er aber in seiner Machtstellung, nur weil es ihm so paßt, so werden wir ihn mit Fußtritten davonjagen." Auf Antonio Paredes, einen jungen General aus vornehmem Geschlecht, von vorzüglicher europäischer (5rz:ehung und von wohlverdientem hohen Ansehen in Venezuela, richtet sich die Hoffnung des Volkes; seine Ehrenhaft tigkeit, seine Intelligenz und seine Tapferkeit machen ihn zu dem geeigmten Manne, Venezuela vom Joche Castros zu befreien. Paredes wurde seinerzeit wegen seiner mannhaften Unterstützung "der alten Regierung von Castro gefangen genommen, drei Iahre lang in einem fast todbringenden. Gefängniß eingekerkert und erst anläßlich des Konfliktes zwischen Venezuela und Europa wieder in Freiheit gesetzt, um an der Vertheidigung des Vaterlandes theilzunehmen. Aber statt sich mit dem Diktator auszusöhnen, zog er es vor, ins Ausland zu gehen, in der Erwartung, daß Castro nach Ablauf seiner gesetzlichen Regierungsperiode seine Gewalt ruhig aus den Händen geben werde. Cs heißt am Schlüsse des Artikels Paredes', der. wie gesagt, die Form eines Gespräches des Verfassers mit seinem Vater und seinem Großvater, zwei verstorbenen Generälen, hat, von denen der ältere der treue Freund und Mitkämpfer Bolivars für die Unabhängigkeit von Venezuela, Kolumbia, Ccuador, Peru und Bolivia war: Umarme mich. Vater! Umarme mich. Großvater! Hier vor dem Gott der Nationen schwöre ich Euch bei der Ehre unseres Namens, daß Cipriano Castro, der Verruchte, nicht in seiner Machtstellung verbleiben wird; ich werde zu dem souveränen Volke Venezuelas stehen: Ihr werdet mich sehen, und ich hoffe. Ihr werdet mit mir zufrieden sein." Vielleicht genügt die Ankündigung Paredes'. die zugleich ein Ausruf an das venezolanische Volk ist, um Casiro einzuschüchtern. Ein aeheimnißvolles Begräbnis. Mitternacht! Ein einsames Haus auf dem Hausotterplan" in Reinickendorf. Ein junges Mädchen aus der Bürgerstraße, das gerade schlafen gehen will, hört eine Droschke über das Steinpflaster rasseln. Plötzlich hält der Wagen. Neugierig schaut das Fräulein hinaus. O Grauen! Eine schwarzgekleidete Dame steigt aus der Droschke, zwei Männer mit Spaten folgen, graben auf dem Platz ein Loch, ithun zur Droschke zurück und schleppen einen länglichen, menschenähnlichen Gegenstand in das Grab. Noch drei Hände voll Erde und die geheimnißvollen Menschen verschwinden in und mit dem Wagen spurlps. Am anderen Morgen wandert das Gerücht von einem Morde von Haus zu Haus. Die Polizei vernimmt es und macht sich mit einer riesigen Menschenmenge auf. um Nachforschungen abzuhalten. Sie findet das frisch aufgeschüttete Erdreich. Keiner wagt den ersten Spatenstich zu thun. Endlich finden sich nn paar Verwegene. Sie graben nach, sie stosten auf den Körper, ein Schrei des Entsetzens durchschauert die Menge. Jetzt . . . jetzt wird die Leiche hervorgezogen. Viele schließen die Augen vor Furcht. Einige wagen hinzusehen und sehen die Leiche eines großen Hundes. Man lacht. Aber da giebt es nichts zu lachen. Die Menge ist klUger, sie ruft: Die Leiche ist nur in ein Hundefell eingenäht. An Ort und Stelle wird eine Obduktion vorgenommen, und siehe, es ist und bleibt alles durch und durch Hund. Man ging beruhiat nach Hause und konnte wieder schlafen. Die deutsche Marineve? waltuna hat sich entschlossen, mit Un terseebooten umfangreiche Versuche zu machen. Sie fordert zu diesem Zwecke . . ' :nm(v CTf andertdxuo nauionen 'cari.
Behandlung rn ssischer Verwunde
tcr, Ein Aufsatz der Ruki-Wjedomo. sti". der in die St. Petersburger Z:i tunaen und in zahlreiche Provin blälter übergegargen ist. hat in allen russischen Kreisen die tiefste Entrüstung hervorgerufen. Die genannte Zeitung bringt den Bericht eines Augenzeugen aus Tsa zabir.sk, der Dinge über die Art. wie die russische Verwaltung sich die Verpflegung ihrer transportfähigen Verwundeten angelegen sein läßt, vecmeldet, die einfach haarsträubend sind. Die Verwundeten bekommen nach diesem Bericht auf der unqeheuerenStrccke von der Station Mandschuria bis nach Tscheljabinsk es sind mehr als 4000 Werst! mchts Warmes zu essen. Aus Charbin, Tschita, Werchneudins! und anderen Punkten, wo esHospitäler giebt, werden die transportfähigen, für den Krieg unbrauchbar gewordenen Verwundeten zur Heimath zurückgeschafft, wobei sie mit Fahrkarten und Kostgeldern versehen werden, und zwar erhalten. sie bis nach Jrkutsk 21 Kopekcn und- von Jrkutsk ab 16 Kopeken, also etwa 33 Pfennig für den Tag. Ein aus Charbin nach dem Gouvernement Tschernigow abgefertigter Soldat erhielt zum Beispiel für 32 Tage 5 Rubel und 32 Kopeken, nämlich je 21 Kopeken für vier Tage und je 1(5 Kopeken für 23 Tage, wobei ihm 21 Kopeken für mitgenommenes Brot abgezogen wurden. Bei den hohen Prei sen, welche in jenen Gegendenfür Nahrungsmittel seit dem Ausbruch des Krieges gezahlt werden müssen, bedeu ten die Verpflegungsgclder geradezu eine Schandsumme. Der Augenzeuge erzählt, daß er einen Soldaten sah, der am Kinnladen und an der Kehle verwundet war und nur Milch schlucken konnte. Ein Glas Milch kostet aber auf den Stationen der sibirischenBahn 12 Kopeken. Wenn dieser unglückliche Mensch nicht verhungert ist, so hat er das ausschließlich privater Hilfe zu verdanken, mit der es bis zum europäischen Rußland sehr schlecht bestellt i t. Da für das Pfund Brot in der Mandschurei 10 Kopeken, m Sibirien 7 bis 9 Kopeken gefordert werden, so besteht die Nahrunq der Heimkehrenden thatsächlich aus Wasser und Brot, ist also erbärmlicher als die Nahrung eines Verbrechers, der im Zuchthaus sitzt oder in den Bergwerken arbeitet. Der Augenzeuge fügt seinem Schreiben noch ein Stückchen des waschechtesten russischen Bureaukratismus hinzu. Wenn der Verwundete in Tscheljabinsk nicht in den bei der Berechnung vorausgesehen zehn sondern statt dessen etwa m acht Tagen emtnsst, so muß er das ersparte" Geld abliefern, ehe ihm der Kreischef das Kostgeld für die Fortsetzung der Fahrt gewahrt. Natürlich hat der arme Teufel keine einzige Kopeke mehr und beschwört damit emen Konflikt herauf, wahrend dessen sehr schwieriger Ausgleichung der Verwundete wieder dasitzt und nichts zu beißen hat! Man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen die Leute in der Heimath emtreffen. m . ' , Ein Winterbild aus Rumänien. Aus Bukarest-uvird schrieben: Wir sind völlig eingeschneit und fast von allem Verkehr mit den Nachbarländern avgeschlojlen. In den Städten liegt der Schnee zirka 40 Centimeter bock. von den Dörfern sind unzählige vollständig unter den Schneemassen vergraben. Am schlimmsten sieht es in der unteren Moldau und in der Dobrudscha aus. Jassy ist von den umliegenden Qrtschaften abgeschlossen, mit denen alle Kommunikation unmöglich geworden ist. Die Wölfe drinaen.-vom Hunger getrieben, bis in die Dörfer. Dabei herrscht der Cnpetz in unerbörter Weise. Dächer abdeckend. Kirchen. Schulen, Spitäler beschädigend. rr : . o : : . f. t o , - r. m ouBc lllven instjcjainmi eryeo:ill)e Verspätungen. Bei der Station Muftiu ist ein Zug im Schnee stecken geblieben. Braila selbst ist gleich Galatz von allemerkeyr abgeschlossen, da die Verbindung auch zu Wasser unterbrochen ist. Auf dem Schwarzen Meer wüthet seit mehreren Tagen ein Sturm, wie man ihn kaum je erlebt hat. Infolge dessen wurde das mit großer Wucht, ankommende Wasser der Donau in den Hafen von Sulina durch das Meer & A k AC A t ((AsXu. v A äuiuuycuicucji uuu uuciu;ucuwmc den westlichen Zqtxl der -tadt wo die Säuser 1.201.50 Meter unter Wasser stehen. Mit unendlicher Mühe gelang es den vereinten Kräften der städtischen Behörden, der Marine und der europäischen Donaukommission. die Bewohner aus ihrer gefährlichen Lage zu befreien, bis sich das Wasser nach und nach verzog. Der angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. Am schlimmsten ist Cönstantza betroffen worden, das durch seine hohe Lage dem Wüthen des Sturmes voll ausgesetzt war. Sämmtliche Bahnlinien sind verschneit und selbst der Telegraph an in ix.-i-rL-.:r. . . n " i UjUCU l UJCUIUClC CllUU. Irrsinnige gewinnt Preis. Eine Insassin des StaatsIrrenhauses in St. Paul, Minn., hat den von einer Firma im Osten für Lösung eines Rebus und Anfertigung eines Essays ausgesetzten Preis von 5250 gewonnen. Statt des Geldes hätte sie auch auf Kosten der Firma eine Reise in's Ausland unternehmen können. Sie war zu dem Letzteren geneigt und hatte die Behörde ersucht, ihr die Reise zu gestatten. Die Beamten hielten es aber für zu gewagt, sie die Fahrt machen zu lassen und verschafften ihr das Geld.
Ei Freund der Zeitungsleute. Es thut einem Zeitungsmann außerordentlich wohl, wenn eine gefühlvolle Seele mit seinem anonymen Dasein Mitleio verspürt und dem namenlosen Artikelschreiber und ManuskriptPrüfer das harte Leben im ungepolsterten Redaktionssessel zu erleichtern und zu verschönen bemüht ist. Und wenn :r Raucher ist und wer raucht nicht in' der Redaktion, vom nikotinfreien Chefredakteur bis zum Kettenraucher, der am Telephon sitzt und daneben in südamerikanischen Raubstaaten Revrlutionen macht , so freut es ihn doppelt, wenn endlich eine findige Zigarrenfirma seine Sonderbedürfnisse entdeckt zu haben vorgiebt und ihm in sinem freundlichen Rundschreiben ankündigt, daß sie eine Spezial-Zigarre für Journalisten und Schriftsteller .geschaffen" hat. Mit Vergnügen stellt kr fest, daß diese Schöpfung das mit der Herstellung von Pastoren'abak, Förstertabak, von Spezialzigarren für Landwirthe, Sporrsleute, Diplomaterr begonnene Werk würdig fortsetzt und auch seinen vielverkannten Stand einreiht unter die ehrlichen Berufe. Von diesem erhabenen Bewußtsein getragen, studirt er dann den Prospekt genauer und liest mit steigendem Wohlbehagen folgende monumentalen Sätze: Die Zigarre erhält durch ihren Feuertod den Rauchern Ueberlegung, Seelenruhe und Friede im Gedankenaustausch. In dem Umherwirbe'n der sich nach und nach verziehenden Rauch-
Wölkchen entwickeln sich die Keime zu neuen Gedanken und Meinungen." So von den Vortheilen der neuen Zigarre überzeugt, schaut er nach den Vreisen und entdeckt, dan hier kluae Abstufungen innegehalten wurden. Die Marke La gazeta" (Die Zeitung) ist am theuersten und kostet 8 Pfg.; als Käufer sind wohl der Verleger und die gutbesoldeten Herren von der Buchführung gedacht. Die Marke La redaction" ist um 2 Pfg .billiger, was bei den häufig knappen Kassenverhältnissen der Serren von der Presse", wie sich der Prospekt auszudrücken beliebt, nur zu loben ist. (5twas hoher bewerthet wird die edle Kunstkritik, für welche die auf 7 Vfa. angesetzte Marke La Sentencia" bestimmt ist. Der Lokalberichterstatter wird m seiner finanziellen Leistungsfähigkeit am niedrigsten bewerthet; La cronica de la ciudad" kostet nur 5 Pfg. ehr merkwürdig ist's, daß der Fabrikant die fünfte Marke El autor" mit 7 Pfg. ausschreibt; hier scheint ihn seine Sachkenntniß im Stich zu lassen; er wird bei aller Autoreneitelkeit erleben müssen, daß gar mancher, unabhäng V Schriftsteller, wenn er eine Bestelln q ausgiebt, sich mit der ..cronica de la ciudad" besckeidet .Und wenn der Autor gar Verse macht, so wird es vorkommen, daß er auch da noch um 20 Prozent Nachlaß bittet. Lebaudti's Konkurrent. Lebaudy, der Sahara-Kaiser, der durch seine Narrenspossen ganz Jtalien unterhielt, hat ernstliche Konkurrenz erhalten; seit einigen Tagen spricht man in Rom (von der Jnnsbrucker Barbarei" abgesehen) .nur noch von einem höchst merkwürdigen jungenEngländer, der erst Neapel und jetzt auch Rom unsicher macht. Dieses Original", das dem bekannten jungen Engländer" Hauffs auch äußerlich ahnlich sehen soll, scheint über zahllose Millionen und ebensoviel Schrullen zu verfügen, denn ... er liebt es, als Amazone gekleidet (das heißt im Damenreitkostüm), durch die Villa Borghese zu galoppiren oder aber, gleichfalls im Frauengewand, in prächtiger Galaequipage einherzufahren. Dabei ist Mr. Atkinson so nennt sich das Mannweib oder umgekehrt stets von eleganten Kavalieren begleitet und von mächtigen Blumensträußen umgeben. Einem Redakteur des Messaggero, der ihm seine Aufwartung machte, zeigte er sich mit affenartiger Geschwindigkeit in allen möglichen Tamenkostümen, vom ausgeschnittenen Ballkleids bis zur intimen Morgenrobe; dabei waren auch Unterkleider, Strümpfe u. s. w. von Seide. Die Garderobe des Mr. At kinson" der je nach Belieben beiden Geschlechtern anzugehören behauptet ist in zwölf großen Koffern untergebracht; es befinden sich darunter Kleider aus ersten Pariser Werkstätten und von angeblich kolossalem Werthe. Da ist für den wohl etwas seltenen Fall, daß Mr. Atkinson" sich als ... Mann fühlt eine Kaiserkröne (!) und ein Hermelinmantel, der 25,000 Francs gekostet. Die ganze Toilette stellt einen Werth von über 300,000 Francs dar. Im Grand Hotel, wo der seltsame Gast abstieg, wurde ihm indessen bereits der kuhl vor die Thüre gesetzt. Jetzt haust er in einem Hotel an der Bahn und freut sich der so leicht erreichten Berühmtheit. Die Auswanderung aus den spanischen Provinzen Galizien und Andalusien nach Südamerika und Kuba nimmt einen beunruhigend: Umfang an. Viele Dörfer find bereits entvölkert. Im ersten Halbjahr manderten 50,000 aus, seitdem nimmt die Auswanderung infolge der herrschenden Noih bedeutend zu. Zur Zeit warten 3500 Menschen allein in Malag2 auf Fahrgelegenheit. Der nach Unterschlagung von 10.000 Mark auS Düsseldorf flüchtigePostasststent Röpke ist in Lon. don verhaftet worden.
Mehr vom Vkrerl?anminister über die Farmer. Dem Berichte tes AckerbauminiNers Wilson ist noch folgend. s über die Leistunqen der Farmer dieses Landes zu
entnehmen: . Mährend der diesjährige Ertrag mancher Bodenprodukte unseres Landes nicht den Erirartllnien entsprochen hat, hafon Andere den Ausfall mehr als gedeckt; und das Ercebniß im Allgemeinen ist, daß die Farmer ' dem Werthe nach in diesem Jahre mehr ErZeugnisse geschaffen und geerntet Hzben. als ic in einem guten früheren Jahre. Wenngleich sich übe: die Maisernte noch Nichts Endgültiges melden laßt, so steht schon letzt fest, daß der Gesammtwerth eine Milliarde Dollars im amerikanischen Begriff des Wortes bei Weitem übersteigt. Den Werth der Baumwollernte darf man auf Z600,000.000 schätzen, den der 'Heu- und Weizenernten ebenfalls auf mehr als eine Milliarde Dollars. Eine Haferernte, wie die diesjährige, von 60,000.000 Bushel. ist im Jahre 1902 erzZelt worden. Dagegen steht die diesjährige Reisernte von 900,000.000 Pfund unübertroffen da. Insgesammt stellt sich der Werth zener Bodenerzeugnisse. deren Ernte alljährlich von dem Ackerbau-Departement oder von Han-dels-Firmen abgelchatzt wird, zu gegenwärtiger Zeit auf $3,583,339,609. Unter Ausschluß der als Viehfutter verwandten Ernteerzeugnisse darf man den Werth aller in diesem Jahre erzeugten Bodenprodukte auf 54.900.000.000 veranschlagen, gegen $4.480.000.000 im Jahre 1903 und $3,742,000.000 im Jahre 1899. Indem Wilson den Werth des auf dem Lande befindlichen Bestandes an Pferden auf tz1.136.940.28Ä und des an Mauleseln auf $217.532.832 schätzt, auch erwähnt, oaß die amerikanischen Hühner im Jahr 1F66.000.000 Eier legen, ergeht er sich sodann rn folgenden Betrachtungen: Eine Beschäftigung, wie die unserer Farmer, welche es möglich macht, in einem Jahre emen nicht auszudenkenden Werth von $5.000.000.000 zu schaffen, läßt sich besser beurtheilen, wenn man andere Werthziffern' zum Vergleiche heranzieht. Seit Columbus Amerika entdeckt hat. haben alle Goldminen der ganzen WeZt keinen größeren Werth in Gold geschaffen, als die Farmer unseres Landes in zwei Iahren Werthe produzin haben. Ihr diesjähriges Ernteprodukt ist dem Werthe nach um sechs Mal größer, als das Kapital aller National - Banken des Landes. Der Werth der diesjährigen Vodenproduktion der Ver. Staaten ist doppelt so groß, wie der Werth unserer Waaren-Ausfuhr und -Ein fuhr für ein Jahr; er ist um zwei und ein balb Mal so groß, wie die Brutto-Jahres-Einnahmen unserer Eisenbahnen. und um drei und ein halb Mal so groß, wie der Wertb aller hierzulande rn einem Jahre produzrrten Minerale, einschließlich von Kohle, Eisenerz, Gold. Silber -und Bausteinen. Cin Fest der Idioten. Die städtische Jdiotenanftalt zu Dalldorf feierte ihr '23. Jahresfest. In einer Anzahl von Lektionen wurde nachgewiesen, daß Wissenschaft und Kunst auch unter diesen unglücklichen Wesen nicht zu kurz kommen. Die Kleinsten aus der vierten Klasse lasen und schrieben gar nicht übel. Die dritteKlasse fertigte nach einem natürlichen Apfel Tonmodelle an; man merkte den Kindern die Freude sichtlich an. In der ersten Klasse wurde nach der gleichen neuen Zeichenmethode, die jetzt in den Berliner Gemeindeschulen ei'geführt ist, ein Schmetterling auf Blocks mit Kohle undVuntstift gezeichnet. Die Versuche gelangen bei denMeisten. Angenehm fiel das korrekte Deutsch auf, in dem die Kinder trotz so vieler körperlicher und seelischen Mängel ihre Antworten gaben. Das Beste leisteten Knaben sowohl wie Mädchen im 'Turnen; die schwierigsten Reigen und Marschübungen gelangen, komplizirte Befehle wurden frisch und glatt ausgeführt. Nach der Arbeit das Vergnügen: Direktor Piper setzte sich an's Klavier, und nun wurde musizirt und deklamirt von Wandervögeln, von Märchen, vom Schlaraffenland und von dem nahen Weihnachtsfest. Ob einstimmig oder vielstimmig, immer klangen die Lieder ausdrucksvoll. Zum Schluß spielte die Hauskapelle" Naiionalhymnen. Wenn auch die neun Musen bei dieser letzten Leistung sicher nicht zugegen waren, so zeugt: sie doch von dem rhythmischenGesühl d?r Jdioten. Einige ehemaliae Zöglinge wa ren aus alier Dankbarkeit b:i der Jubelfeier zu Gast. Der eine, der vor der Aufnahme in Dalldorf weder lesen noch schreiben konnte, vor Allem aber nicht fähig war. kurze Aufträge, zu behalten, zeigte jedem hocherfreut seine outen Zeugnisse, die t: sich als Frühstücksausträger, Pferdeknecht undEärtnerbursche erworben hatte. Die aus der Ansialt als geheilt Entlassenen es sind etwa 50Prozent b'eiben immer noch unter der Aufsicht der Anstatt. DieSchafsung einer neuen Kriegsflotte für Brasilien soll beschlossene Sache sein. 'Die Flotte soll nach den Plänen der Regierung 3 Schlachtschiffe, 3 Panzerkreuzer, 6 Torpedojäger, 12 Torpedoboote. 3 Unterseeboote. 1 Schulschiff und 1 Transportschiff, im Ganzen also 29 Schiffe zäh. kn, die innerhalb zehn Jahren gebaut werden sollen.
Kardinal Moccnni. . Der Kardinal Mario Mocenni, Bischof von Sabina, Abt von Faifa, der im Alter von 81 Jahren in seiner Wohnung im obern (tock des vatikanischen Palastes gestorben ist, war einePersönlichkeit, die über den Durchschnitt hinausragte. Am 22. Januar1823 in dem wcinberühmten Montesiascone geboren, genoß er in dem bischöflichen Seminar zu Viterbo feine Vorbildung und studierte dann inRom Theologie. Nach Erlangung . der Doktorwürde kehrte er nach Viterbo zurück, wo er 12 Jahre als- Lehrer am Seminar wirkte. Von hier berief ihn Pius IX., der auf ihn aufmerksam ge- . worden war, in die römische Prälatur und sandte ihn als Nuntiatursekretar nach Wien, wo er sich den Ruf diplomatischer Gewandtheit und Klugheit erwarb. Schon 1877 wurde er daher -unter Ernennung zum Titularerzbischof von Heliopclis in besonderer Mission nach Chile gesandt. Von Chile ging er 1882 nachBranlien, wo er als apostolischer Jnternuntius und außerordentlicher G:'a.idier . kurze Zeit wirkte. In diesen Aemtern bethätigte er sich so zur Zufriedenheit Leos XIII., daß ihn dieser 'zum Unterstaatssekretär und zum Sekretär des Chiffrieramtes ernannte. Im Januarkonsistorium 1893 erhob ihn Leo zum Kardinal und berief ihn in die Kommission ux Verwaltung der Güter des heiligen Stuhles und des Peterspsennigs, in welcher Eigenschaft er großen Einfluß auf Leo XIII. gewann. Er war ein energischer Mann, der rücksichtslos vorzugehen Pflegte. Auch als Diplomat war er kein Leisetreter, hatte aber trotzdem immer Erfolg mit seiner offenen und geraden Art, die Verwickeltesten Fragen anfzufassen und zu lösen, und war deshalb in diplomatischen Kreisen geschätzt. Die päpstliche Verwaltung fuhr nicht schlecht unter ihm. Das Sparsystem, das Pius X. jetzt durchzuführen bestrebt ist, hatte in ihm schon einen Vorläufer, und Leute, die durch seine Reformen von ihren mühelosen Pfriin--den eingebüßt hatten, waren deslzalö nicht gut auf. ihn zu sprechen. Auch sah er den Untergebenen scharf auf die Finger und war deshalb bei ihnen, mehr gefürchtet als beliebt. Zu seinen charakteristischen Gewohnheiten gehörten seine Spaziergänge in den vatikanischen Loggien, wo man ihn gelegen!lich, die unvermeidliche Pfeife oder Cigarre im Munde, sehen kon.-:k?. Mocenni gehörte zu der in der römischen Pralatur nicht seltenen Gattung der witzigen Köpfe, die mit ihrer Spottsucht selbst vor dem eignen Beruf nicht Halt machen. Er hat sich diese Eigenschaft bis in sein letztes Stundchen bewahrt. - Wenigstens erzählen die Blätter, daß er auf eine theilnehmende Frage des Papstes, der ihn auf seinem Sterbebette besuchte, geantwortet habe: Nur eine Bitte hätle ich. heiliger Vater, empfehlen Sie Jhre-n Herrn und Gebieter., daß er mich mchi zu schlecht behandelt! Dle Halligen. Die November-Sturmfluth hat bewiesen, daß nur durch eine Festlandmachung" aller Halligen eine dauernde , Sicherung der Eilande und des Festlandes bewirkt werden kann. Die preußische Staatsregierung wird trotz aller engherzigen Bedenken und . Einsprüche der betheiligten Kreise die Ausführung des großen Werkes nicht länger hinausschieben und die erste Rate zur Festlandmachung Nordstrands in den Etat 1905 einstellen. Die letzten Ueberschwemmungen haben viel Hal- -ligland fortgerissen und die Schutzbauten arg beschädigt. Die auf den Halligsüdfall vom Besitzer vorgenommene Eindeichung wurde völlig überfluthet und weggeschwemmt. Damit ist ein mühevolles Werk vernicht' Das Getreibe, das wiederholt durch die Fluth gelitten hat, ist nicht zur eife gelangt. Auf den uneingedeichten Halligen ragten nur die bewohnten Warften aus dem Wasser hervor, und selbst bei der eingetretenenEbbe blieben einige Warften vom Wasser eingeschlossen. Die Bewohner befürchteten schon, daß die . Fehdinge, die auf den Warften angelegten Trinkstätten für das Vieh, von den Fluthen erreicht und durch das Salzwasser unbrauchbar werden würden. Die Staatsregierung wird gleichzeitig die Hafenverhältnisse Husums, des wichtigsten Handelsplatzes der Westküste, verbessern und die Zugänge ' vor einer Verschlickung und Verschlämmung schützen. Es soll eine Wassertiefe von 4,5 M. ausgebaggert werden. Die Stadt hat jetzt ihren Einspruch gegen die Festlandmachung Nordstrands zurückgenommen. Wenn auch die Krabbenfischer und andere Gegner in ihrer Opposition verharren, so
wird dadurch das große . Werk der MiedererstehunC des vor Jahrhunder- ' ten untergegangenen Nordfrieslands nicht aufgehalten. Mord um ein Nichts. In Huntington, W. Va., wurde Anthony Martin von Burnie Coon, Sohn des Councilmannes John Coon, durch. 'einen Messerstich getödtet und Samuel Rütenhouse krhielt von demselben wie böse Stichwunde im Rücken. Martin und Rittenhouse hatten einen Neger um ein Streichholz gebeten, als Coon vorbeiging und erklärte, daß kein Centleman einen Neger um' em Streichholz bitten würde. Ein Streit entpand.mit den angegebenen Folgen. Coon über-, lieferte sich der Polizei.
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