Indiana Tribüne, Volume 28, Number 112, Indianapolis, Marion County, 3 January 1905 — Page 1
t ! ' , . v s J". j -i r , T- ., VCT 9JJJ i ' i' ' ?- c ' -' ' . -:,'-Xr v,v -tr ä -p, -'-r V
r- ; ; " 7 . ; ! SIS T " C . - V i- , ". i.: SS co r A ' tii 1 f - . A (i.l'öü O' (jssssäsnässctH ' ' ' 8 und v -7 ftslTI $ Tage und H s' ) üM,t-fr Qi (.- viuuwyyiuii (4 - ' r ii S'o.rmtslasMatt lOetcr Woche. j L -l ' lOc ver Woche. l kK Ky vv KBVLJSLVLTSVS V L . 15? SLSLALSSLS v 3? fe Jy v:r , 4 T'J 1
i
1n cS
V j V
n
fP J L A,
NJ-w"!
r
V
B i
- . ' Erscheint seden Nachmittag Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Dienstag, 3, Januar 1905. No 112 wM 7 -
r' -
cm
r IW-J.W Z-t-II.i V c M r i . ' L.Ti-'.;- " ' . -J V:V :W -JS.V KV, i sv.'V v i
Port Arthur kapitulirt. Heute werden die Japaner in die liewnstete Stadt einziehen.
Kapitulation unterz e i ch.n e t. Tokio, 3. Januar. Die russtscheu und japanischen Kommissäre, die ernannt wurden, um die Bedin gungen der Uebergabe von PoN Arthur zu vereinbaren, unterzeichneten den Vertrag gestern Abend um 9.45 Uhr. Tokio, 2. Jan. Der Wortlaut von Gen. Nogi's Depesche, welche die Kapitulation der russischen Streitkräste in Port Arthur meldet, ist wie solgt: Die Bevollmächtigten beider schlos. sen ihre Verhandlungen heute Nachmit tag um 4:30 Uhr. Die russischen Kommisfäre nahmen im Ganzen die von uns gestellten Bedingungen an und erklärten sich bereit, zu kapituliren. Da? Dokument ist fertig und die Unterschrift ten werden eben darunter gesetzt. Gleichzeitig mit dem Schluß der VerHandlungen stellten beide Armeen die Feindseligkeiten ein. Man erwartet, daß die japanische Armee morgen in Port Arthur einziehen wird." Ehre für Stösse!. Tokio, 2. Jan. Der Mikado hat erklärt, General Stösse! habe seinem Lande große Dienste erwiesen. Er hat daher Gen. Nogi auffordern lassen. Gen. Stösse! nach Abschluß der Con' vention volle militärische Ehren erweisen zu lassen. Ä o g i's Depesche. Tokio, 2. Jan. General Nogi's Telegramm, das meldete, daß General Stössel bereit sei, über die Uebergabe Port Arthur's zu unterhandeln, kam zu srüher Morgenstunde hier an, wurde aber erst um 10 Uhr veröffentlicht. Die Depesche rief große Freude unter den Beamten hervor, die schon lange eine solche Kunde erwarteten. Ueber die Bedingungen der Uebergabe ist noch Nichts bekannt. Der Fall von Wantai, der bald die Besetzung der Forts auf den Hügeln Rihlung, Sungshu und des FortsNew Panluna folgte, wurde hier als ein sicheres Zeichen betrachtet, daß die Widerstandskraft der Besatzung von Port Arthur gebrochen sei. Mit der Einnahme des 203-Meter-Hügels war die letzte VertheidigungLinie gebrochen. Trotz aller Bemühungen konnten die Russen den Hügel nicht zurückerobern und ihre VertheidigungsLinie wurde im Verhältniß zu ihrer Zahl zu ausgedehnt. Als die Depesche Nogi's in der Stadt bekannt wurde, bemächtigte sich der Bevölkerung eine wilde Freude. ES fanden zahlreiche Umzüge flatt und Feuerwerk wurde massenhaft abgebrannt. Zahlreiche Glückwünsche wurden auSgetauscht bei dem Neujahrs-Empfange des Kaisers, der heute noch fortdauerte. Stößel'S Brief. Gen. Nogi meldete, daß ein Parlamentär an der Vorpostenlinie zu Shuishijing gestern Abend um 9 Uhr folgenden Brief abgegeben habe: Nach einem Ueberblick über die Stellungen, welche Sie halten, erachte ich ferneren Widerstand für zwecklos und um das Opfer von mehr Menschenleben zu vermeiden, schlage ich vor, in Verhandlungen zwecks Uebergabe zu treten. Sollten Sie hiermit einver standeu sein, so bitte ich Kommissäre zu ernennen, um die KapitulationSbedinzungen zu diskutiren und einen Platz zu bestimmen, wo unsere Kommissäre, die von Ihnen ernannten treffen können. Ich versichere bei dieser Gelegenheit Ew Excellenz meiner Hochachtung. Stößel.Nogi'S Antwort. Ich erlaube mir auf Ihren Vor -schlag bezüglich der Bedingungen einer Kapitulation -zu antwrtten. Ich habe
zu diesm Zwecke als Kommissär Generalmajor Jjicbi, den Stabschef unserer Armee ernannt. Er wird von einigen Stabsossizieren und Civilbeamten begleitet sein. Sie werden Ihre Kom missäre zu Shuishijing am 2. Januar um die Mittagsstunde treffen. Die Kommissäre beider Parteien werden bevollmächtig! sein eine Convention bezüglich Kapitulation abzuschließin ohne eine weitere Ratification abzuwarten und werden dieselbe sofort in Kraft setzen. Die Vollmacht für solch weitgehende Ermächtigungen soll von dem höchsten Ofsizier jeder der verhandelnden Parteien unterzeichnet sein und von den respektive Kommissären auSgetauscht werden. Ich versichere hiermit Ew. Excellenz meiner Hochachtung. Nogi." Von der Front. Gen. Kuroki'SHauptquartier, 2. Jan. über Trenstin. Die
C " 's" "y'i T' " ''"'S rs "SO", . , "5 y "s's T"-':,,,,,,? , yss;'s''r''scrsssrrmssgt,-i V ' ' " '"' ' ' , "ss ' ' ' ' ' 1' ''S 's? 'VV'Z;' ''?''' 4 "'' "J's '"'"' '&''' ''fy ' '" '' Jss ' '''" "''' ' '? 'S' 1, 5 5 i .ö.'55. .5" .Z ;',' , st., ''?'".& A -"?"'''',';,,' ' , , ' 'J'b 'Wirts' '''''r-yiL'A ""' ,.''" ',' ',, ' ''', ' ' '-' ', ''',fyt,4;S4', '( 'i',4Xf ''' hfivtA: '-! , ? : i- -k T' z tjm-, Y"7 h"Jx?z-? ' S . VZat-V' Wsfy'& ui. s yXrfrN X'ß?9$$&t ', ', "'s '"'' 7 s ''S ' 's ' ' 4v; ''"stj.'?rfsify4?s ' " y,' ,"','.' f st , ' ' "'Zf X. '''&' 'S'S'V. '.'' ?'''Ss. :s y""Z"S "''W,S,: t ' ' V ,''" s. "Sy-i ,;''- "'S,- '-'" ' if'J ' ' '''-s ij X';SÄ'::?:4 v'A Vi" - i V;,-:' ' ! aw' L k -'s'--' - , ?.".,", r 's"'S - ' . jtW"' .S ''s sSy,S ' z , 7 ''f JV s. , ' -':'s,'Ss 5. '' 'S'"',, ,f'S" "' ' i-1 A i' '"-- M'' s 5 5 ' l 'S Sf' ,,"' .',.' TfJ 'Tr'' tJt' '-i X' - i 'S, ',',', '' V lvX r 'tZ.Z'Vl s-" " ., y f . TSrV ' h ? - A , "S''-'.' s,; -," T-: k-JrbC f'""'v' " Ü i i,'ss,.. '', , fL- t- rK'''' - - &Z-s ir-tv" '. &:t.'Cv.4iW i4j's, rWVV' . A"' : irr'i-'.fi ' ' & fpj' : i. ',', ' s' , "VSjtJhT- ,r ' i&''s '"ss"''-:' - - - - ' l - -,'-' & Vs-; : - ' ,','', - I -"iw ' V" & yfi'lJ'? o 'm-:' J.fJ0 ' - r; i ; ''s;- - t'lH? - - - if'-Ais -'' y I - s ', . w . -.i-iC)H-v a V m, - - wmfT te-: - A'KM--0 fe - 1 " 'f'T'i 4 i ',,: "'-' 1 ssl'S, . i S""-,'', ' 4 m4-'J-' h i ' ' yr S ',."'?'. - . 5 j&.yjZ'f SS: V--: ...... '.y.yy.-y y.-.-.- v : 'Jf.-'':si 1 S.' r?'i;r'.-. M sS$'n l-i&4t"nriCl WfMXTJ '-' L? wfc J? : Y &M"iJxf V lnpr. l-SWSk ih w.r:v WTC " X'J vtt.x ,'-'' '' T VA H is : xU . Xv 1'. ' '-' - W r ' sv" ,- ry?. VV"
K 7- 's ' J?b2 i 1 l-vrT -' KVie4U i lk ' " -A"' kV A " t T :.yyy- 's-ySy' i '-n l r l" Ii ' L ': 5 rs l? - jVi vi ; -'VV , , 's is,y -v '"s'y - f , X 1 l vV H - ''"' f V t '- X ;; -' V : X A ) 'M ' h ' - ' ; wV fern firy :t l jÄ;;'r'';:I mAÄ l fiiirWX v 'V- - " - . Vsk qt? . ". 'y; ' v "''''",' "'' y JZ -ss, f, 4 v r 'mt s ':-.; , - hWOfM) 5McX -". &isr i - -j';-- ,','' " , ''. 's" it ' a U, WtoK I V V r s -s - ' ',", ' V: v . .
J' v II - :-. V- i.i y i it: - etkrt iJUigTAl Gen. Nogi, der energische. Stellungen der japanischen und rusfischen Armeen südlich von Mulden haben sich während der letzten beiden Monate nicht wesentlich geändert. An wenigen Stellen sind die Linien mehr wie eine Meile von einander und aus dem linken japanischen Hügel find sie so nahe zusammen, daß lautes Sprechen in den russischen Lausgräben deut lich gehört werden kann. Wenn die Russen sich in der ersten Hälste des Dezember sehr ruhig verhielten, so haben sie in den letzten 2 Wochen die Beschießung des Zentrums und linken Flügels der Japaner erneuert; sie haben sich offenbar bestimmte Punkte als Ziel ausersehen. Die Japaner lagen gewöhnlich in ihren Laufgräben aus dem Boden und verhalten sich ruhig.. Oft werden an einem Tage mehrere hundert Sprenggeschosse verfeuert ohne .Schaden zu thun, wenn auch hie und da eine Granate eine Gruppe trifft oder einen sorglosen Soldaten tödtet. Fast zu jeder Stunde de8 TageS und der Nacht hört man längs der Front das Donnern der Kanonen und das Geknatter der Gewehre. Das russische Geschützfeuer beginnt gewöhnlich vor Mittag . und dauert bis
tÄ.tjL,,.r.j..i..f.( , s - -' v : " s" j I
IMBnMHBHHIlBMMwIM
Sonnenuntergang, doch wird eö häusig um Mitternacht wieder aufgenommen und bis Sonnenaufgang fortgesetzt. Häusig werden von Kompagnien Vorstöße gemacht und wenn der' Kampf ernst wird greifen auch größere DetachementS ein. Beide Armeen benützen Handgranaten als reguläre Waffen beim Nahekampfe. Auf beiden Flanken patrouiliren beständig Kundschafterabtheilungen um die Verbindungslinien gegen Störun gen zu sichern. Die Russen erhalten Vorräthe von Sinmintin, 30 Meilen westlich von Mulden, wo die chinesische Zweigbahn endet, und sie müssen die Straßen dorthin decken, ebenso wie die Japaner die Wege nach dem JaluFlusse bewachen. 2 Forts gesprengt. T s ch i f u. 2. Jan. Es wird berichtet, daß die Russen die beiden Forts nahe der Eisenbahn bei Port Arthur zerstörten, weil eS ihnen an Mannschasten und Munition zu ihrer Vertheidigung fehlte. PrecäreLage. London, 2. Jan. Hier wie in Paris ist man der Ansicht, daß Admiral RojestvenSky mit seiner Flotte zu-
ructteyren muß, oa er vlejeloe einer großen Gefahr aussetzt ohne Aussicht Wladiwostock zu erreichen. Eroberer Port Arthur's. Russische Flotte. T a m a t a v e , 2. Jan. VizeAdmiral Rojestvensky'S Abtheilung des zweiten- Pacific - Geschwaders, bestehend aus 5 Schlachtschiffen, 3 Kreuzern, den Transportschiffen Kamtschatka und Anadyr, sowie dem Hospitalschiff Orel liegt heute auf der Rhede von Samt Marie. Das Depeschenboot Libau brachte Depeschen nach Tamatave. ES berichtet, daß die Schiffe des Geschwaders trotz der heftigen Stürme, die sie auszuhalten hatten, in ausgezeichneter Ordnung feien. Tamatave ist der Haupthafen Ma dagaScar'S an der Oftküfte gelegen; Saint Marie ist eine Insel nördlich von Tamatave nicht weit von Mada gascar; sie hat einen guten Hafen. Großbritannien. G e d u l d a n z u r a t h e n. L on d on, 2. Jan. Der japanische Gesandte Hayashi erklärte, daß die Verhandlungen bis zum endgiltigen Abschluß der Kapitulation Port Arthur's vielleicht bis Dienstag oder Mittwoch dauern könnten, da viele Einzelheiten zu regeln seien.
Gedrückte Stimmung. St. Petersburg 2. Jan. In der Admiralität herrsch.t einige Bestürzung, doch wird behauptet, der Fall von Port Arthur werde die Pläne Admiral Rojestvenskys nicht ändern, da jenes Ereigniß für möglich gehalten wurde, als das zweite Pacisic.Gefchwader die russischen Gewässer verließ. Das Geschmader ist nicht nach Port Arthur, sondern nach Wladiwostock bestimmt. Trotzdem herrscht eine gedrückte Stimmung, und ein Befehl an RojestvenSky weitere Verstärkungen abzuwarten, ehe er weiterfährt, würde nicht überraschen. Man erwartet, daß die unzufriedenen Elemente hier die Gelegenheit benutzen werden, um Demonstrationen gegen die Regierung zu veranstalten. 4 Torpedoboote geflüchtet. Tch if u,2.Jan. Die russischen Torpedoboote Skory, Stratni, Vlastni und Serdity, welche in diesen Hafen flüchteten, sind entwaffnet worden, und die japanischen Torpedobootzerstörer, die ihnen folgten, haben den Hafen verlassen. . Die russischen Offiziere berichten, daß in Port Arthur 15,000 Verwundete und Kranke sind und daß 5000 Reconvaleöcenten wieder in die Linien zurückgekehrt sind.
. - - . . ; . . . ' i V rtM A v " M'iMM. g ' S. , " s . , wJs: . -w"' '- Ä - ',iMH -- --- mil $h fk. -Pffi c : "" 0y ' ' - K st y ftt - - - . , , v. . y.v."-v - -3 , - , piJfH-mi , s ., w - " - -Cj K' '" fr y " ' ' -I ''sti5i'is r '' V'&&8$L l ' . V S i t "i- rSrt 1Ra?k-X''v :;:----: r --lär? SZtr '' ' r-' r' s jj d MW!-MWH - : - ICiX 'fV -vsr -sPPsSi. 'T V7'i.l;'- VM$V -VWK )0jfp W feMf; JM Mt MMVM' t ff ff7 WfW&Wi l ' . i:r tilll I ;tiÄ 1 WKKW . v vIlli 'ßMl 11 ' -:i yP H'lr 5 V i:;t' W 2 Z'Z. f SiPSi'feX Mit k?WB" V V '-V : ; . .v f, iyö-'? i V.'V.'-'-i ' .- -Äi'AS. f A 1 pi- ;- ;w4 v&- H-"- - lr -1 rfvt;r-:V! L'Y f.i, ÄMW r&m .Ä.jwä rvVdi' v' . v 's'mM-f fom&s-'zW z z XV ." vs:lss A 4l ' ;Z??r s '-Us;' . 5 v - u :; : 5 ... - 4 Ä :: : '.; x-:-:;:Ä,:S-Äi:-:V:-:-.V .:;:::? y. i ; kh;jL -Sjk ' tv; ''-Ä . 8.4 , ' -r , ; Vi 4 y?' , , " ' 5 ' z v s. V.
Ecn. Stössel, der heldenmüthige Deutschland. Von der Börse. Berlin, 2. Jan. Sobald die Nachricht vom Falle Port Arthur'S die Börse erreichte, traten mächtige Finanz Faktoren mit der Erklärung hervor, die russische Regierung könne nicht im Geringsten von ihrem Entschlüsse abweichen, den Krieg bis zum bitteren Ende durchzuführen. ES wurde darauf hingewiesen, daß, wenn der Krieg bis jetzt Rußland weniger wie $400, 000,000 gekostet habe, es denselben noch 10 Jahre fortsetzen könne. Man glaubt allgemein, daß Port Arthur's Fall keinen Einfluß auf die Unterbringung der russischen Anleihe haben wird. Witz d e'S V o x to st x l S". Berlin, 2. Jan. Eine Mecklenburger Zeitung enthält eine Anzeige, in welcher ein großer Landbesitz feilgeboten wird, mit welchem Sitz und Stimme im Landtag erblich verbunden ist. Der sozialdemokratische Vorwärts macht den Witz und meldet, die sozialdemokratische Parteileitung beabsichtige jenes Landgut zu kaufen und einen der Parteigenossen in den feudalen Landtag jenes GroßherzogthumS zu entsen den, da? der einzige Staat DeutschlandS ist, der noch keine Konstitution hat.
Elc
nd in Port Arthur.
Rnssischc Kricglffc aus imd Tsingta Leiden in Port Arthur. Tschifu, 2. Jan. Commander Kartzow vom russischen Torpedozerftörer Vlastini entwirft eine ergreifende Schilderung von den Leiden der Besatzung von Port Arthur. Er sagt: Port Arthur fällt aus Erschöpfung, nicht allein der Munition, sondern der Soldaten. Der Rest der Garnison, hat die Arbeit von Helden während 5 Ta gen und Nächten gethan, aber gestern trat vollständige Erschöpfung ein. Die Leute lagen in den Kasematten vollständig theilnahmlos. Der Mangel an Munition allein würde nicht zur Kapitulation getrieben haben, denn derselbe bestand schon lange. , Während des letzten Monats konnten viele Forts das Feuer des Feindes nicht erwidern. Angriffe der Japaner wurden mit dem Bajonett zurückgewiesen. Dabei hatten unsere Soldaten seit Monaten keine volle Rationen mehr erhalten. Vertheidiger Port Arthur's. , Gestern wollte Gen. Stössel noch weiter kämpfen, obgleich die Wunde, die er im Anfang der Belagerung empsing ihm Schmerzen bereitete. 'Aber wir können nicht kämpfen", sagten seine Generäle. Unsere Soldaten können sich nicht bewegen, sie schlafen im Stchen. Sie können die Bajonette vor ihrer Brust nicht sehen. Wir können befehlen, aber sie können nicht gehorchen." Dann kämpfet Ihr Generäle" rief Stössel die Fäuste ballend. Schließlich ließ sich Gen. Stössel von seinen. Untergebenen, die mit ge. brochenen Stimmen zu ihm sprachen zu dem Schritte bereden, den Alle so lange gefürchtet hatten. Den größten Verlust erlitt Port Arthur vor 2 Wochen durch den Tod Gen. Kondratenko'S. Ossiziere wie Mannschasten betrachteten ihn als den glättzendsten Stern am Himmel Port Arthur's. Der General saß mit verschiedenen Offizieren in einer Käsematte und besprach mit ihnen Mittel gegen die japanischen Minen als eine 11-zöllige Granate in die Kasematte einschlug und sämmtliche Anwesende tödtete. Nogi hat die Festung mit seiner! Artillerie und seinen Tunnels genommen." -
Pott Arthur mch Tschisu gcWchtit.
Den Japanern entronnen. - T s h i f u, 2. Januar. Wie von Tsingtou gemeldet wird, sind dort die russischen Torpedoboot . Zerstörer Smirli und Bolki und ein Transport- -schiff mit 800 Verwundeten angekommen. Dieselben kamen von Port Ar. thur. Die Abfahrt der Schiffe wurde im letzten Kriegsrath beschlossen, in dem man sich auch darüber . einigte die Feftung .zu übergeben. Contre-Admiral Wiren ersuchte Gen. Stössel um- die Erlaubniß die Torpedobootzerstörer zu retten; dieselbe wurde ihm gerne gegeben. Die Schiffe verließen gestern Abend in möglichster Stille den Hafen und sie stießen auch nicht auf japanische Schiffe. Da im Hafen von Tsingtan kein russisches Kriegsschiff lag, ergaben sich die Schiffe dem Zollkommissär. Dieser ordnete an, daß die Mannschaf, ten der Torpedobootzerstörer und die rverwundeten Soldaten nach dem chinefischen Fort gehen sollten, wo Quartiere für fie vorhanden find. Heute Abend verhinderten Zollbeamte und Posten von dem Wachschiff Fremde an Bord der rusflfi'..l Schiffe zu gehen. ' . . Frankreich. S y m p a t h i e. Paris, 2. Jan. Die Nachricht vom Falle Port Arthur'S hat hier Bedauern erregt. TempS- meint, derselbe werde einen großen moralischen Eindruck zu Gunsten Japans machen. ' E m p f a n g b e i P o r t e. Paris, 2. Jan. Zu dem Neujahrsempfange bei Botschafter Porter hatten fich Hunderte von Mitgliedern der amerikanischen Kolonie, Beamte und Diplomaten eingefunden. DieS war der erste öffentliche Empfang in der Botschaft seit dem Tode der Frau Porter. ' Frl. Porter, die fich mit dem Schweizer Arzte Dr. Mende' verlobt hat, wurde ebenfalls beglückwünscht. Als der Botschafter bei dem Prüfidenten Loubet zur Gratulation erschien, sprach' derselbe sein Bedauern' aus, daß der Botschafter von seinem Posten scheidet wolle. Oesterreich'Nngarn. K a i se r emp f a n g e n. Budapest, 2. Jan. Kaiser Frauz Josef kam heute Abmd hier an und wurde am Bahnhofe von einer großen Volksmenge begeistert begrüßt. ' Der Kaiser-König wird am Mittwoch vor dem Parlamente seine' Rede vom Throne verlesen und wahrscheinlich am Donnerstag nach Wien zurückkehren. Großes Aufsehen erregt die Ankündigung deö Grafen Albert Apponyi, daß er fich der unabhängigen Partei anschließen wird, deren Präsident Franz Kossuth ist. Marokko. B a n d i t g e t ö d t e t. Tanger, 2. Jan. Bacasch, der Häuptling der Ben M'Sur.StammeS wurde beim Plündern, eines nahen Dorfes geiödtet. Er war : auch, der am 2. Dezember daS Haus Walter B. Harris', des Correspondenten der TimeS", plünderte. Bermudas-Jnfeln. Schi f fbrüchige gelandet. H a m i l t o n, 2. Jan. Der dünifche Dampser Callia, von Hamburg nach Savannah beftimmtist hier mit den Ueberlebenden der Bemannung der norwegischen Barke Marpesia, von New Nork nach Cette bestimmt, angekommen. Die Naphthaladung der Marpesia explodirta auf hoher See ; 11 Mann wurden getödtet, die 7 übrigen heute hier gelandet.
A
y 5 ,v 'A tf i 1 1 i ' V '. V - - - X V' ' ? - !. i: w ci
' m . . V ! ; - ' I ; ' i 'V- ' .
