Indiana Tribüne, Volume 28, Number 111, Indianapolis, Marion County, 31 December 1904 — Page 7

Jndiana Tribune, 31 Dezember 1904

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4 o : llon.in von I Moritz v. Ncichcnbch. . ! o s : : 4 $ ! (Fortsetzung Ach, bitte, sagen Sie daö Papa." b! 5iä!h?. ..Pcipa ist so unglückliches hat tm l-ciite den ganzen Geburts taz rcroorb:u. Ich tröste ihn ja. sc a'cer ich verstehe es doch nicht. ir-ie da? eigentlich ist mit der irie die ber Papa für ei. sol,Indir ches Unglück hält. Und Sie kommen doch auö dem Judustriebezirk, und irenn Sie ihm sagen, daß das alleZ nicbt so schliium iü " HanS Verga sah auf seinen Huj herab iti x t dem Maiblumensirauß. ' Für den Oderförster würde es uiauche eränbeningcn mit sich brir gen, wenn größere Industrieanlage:: hicr entstünden," sagte er. aer er würde sich den Vortheilen, die sie mit sich brinaen. auch nicht derschliest.cn." lauten Sie das nicht," rief Käthe lebhaft. Papa ist das Stillleben in und mit seinem Wald gewöhnt, nichts geht ihm darüber, und jeden, der ihm da- stört, wird er als seinen Todfeind betrachten!" Hans Vergas Hand glitt über die Maiblumen hin. Er schüttelte den 5cpf. .Taö hoffe ich doch nicht." sagte er. 3ch mutz ja freilich zugeoen, tan eine Idylle sich da, wo wir hinkommen, schlecht hr" aber unsere Zeit isl den Jdyllcnhaüpt nicht sehr hold. Ter Ur:?a!d ist auch eine Art von Idylle. trenn man so will, aber Werthe, die der ganzen 'lenschbeit zu gute kommen, dringt er nicht hervor. Ta muß erst die (Zivilisation kommen und roden und pflanzen und die rohe Naturkrast dem Willen des Menschen Unterthan machen. Ux MYJ.tfVrtVr fnS.

" 11 li'-ilitlil -UtCVU', IU3 $S ist eben unsere Ausgabe wir zwingen &bi. l?.-rh?r ir S'-n Tinft h?ä WiVrrfsPri

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wir sind die Soldalen der Arbeit " Hier ist aber kein Urwald," rief ftäifc. Vaters orstkulturcn sind auch Arbeiten, die nützliche Zwecke haben" Hans sab, sie beifällig an. Tas tleine. eigenwillige Ting, das er einst gkant battc, war ja ein ganz mstänbes Mädchen geworden, befangen natürlich in den Ideen des Kreises, in dem sie aufgewamsen toar, aber gewiß auch einem erweiterten Verständniß zugänglich. ..Tas ist ganz richtig." sagte er. ..Wenn wir nun aber so diele Menschen im Lande hab-.m, daß sie von dem, was Grund und Boden hervorbringen, nicht mehr leben können, da müssen noch andere Werthe, als die Erzeugnisse von

f&v Feld und Wald, geschaffen werden. üOj? Sehen Sie. Fräulein Waldow, ich bin -9- !rt CjrVi Vr(t? llsirflS

tlll illlllK Uti VtltiH.', li.'tlU;fc3 Elend in den abgelegenen Walddörfern herrscht, denn zu meiner Mutter, die eigentlich gar nichts wegzugeben hatte, kamen die Armen um Rath und Hilfe. Und wie oft gab es bei uns nur Kartoffeln und Salz, weil die Noth irgendwo im Torf gar zu groß gewesen war und die Mutter wieder einmal mit der linken Hand fortgegeben hatte, was chte mcht wissen durfte; das mehr, als eigentlich vernünftig ' heißt war." ,.Tas ist nicht mehr so," sagte Käthe, jetzt bekommt jeder, der arbeiten will, auch Arbeit. Ich weiß das von meinem Bruder in Pronowitz. Aber die Leute laufen ja fort, gehen nach Sachsen" Sie würden hier bleiben, wenn sie VKsier ausreichenden Verdienst hätten." Bewahre, denn hier haben die jungen Arbeitsfähigen alte Eltern und sonstige Angehörige, die sie von ihrem Verdienst ernähren müssen; wenn sie nach Sachsen gehen, sind sie aber frei, und die Alten können hier verhungern, oder die Gutsherrschaft muß sie füttern deshalb gehen sie eben so gern nach Sachsen." Wieder nickte Hans beifällig. Ich sehe schon. S'e geben mit offeN5N Augen umher. Fräulein. Waldow." sagte er. und ein warme? Ton, der Käthe eigenthümlich berührte, klang in Keiner CXAirtyy isf fpYtrr fcat

. I'HIV 11 -J W44ktl Vlt r.v einem so jungen Mädchen." s o jung bin ich nicht!" Er lächelte. Zwanzig, denke ich

ich kann s dem nachrechnen!

v55 Nun lachte sie wieder, und dabei 0ii freute es sie, daß er sie so verständig" r& fand, denn zu Hause wurde sie doch -?jic immer noch als Kind behandelt, weil sie 'Ftä das Nestkükcn" war.

t&f' Hans Bcrga aber begann den IdeenLang, in dem er sich einen Augenblick l"!jV? 1Tr r ft rr .-&i r fittf ? rsr t t f V? nrt

fJ uiunwuuji juui, uuilil.

f Sehen Sie, Fräulein Waldow,

'7b schon damals als Knabe war es meine 'f'& Jee, einmal hier etwas anzufanifi&A ßen lras all dem armen Volk Verdienst VvV. c'dbt. in Vronowik rnnn?n di? N?r-

haltuiffe sich ja gebessert haben, aber in den Walddörfern, die zu dem gräslichen

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jcti- .?utt soll Arbeit und Verdienst in Hülle ln 'lt CS?ni) kommen; ich -i. in ein paar Jahren gibt es fSJy Strohdächer und Holzhäuschen 'hr in Pronowitz. und die Schulkinder rh' geh?n nicht mehr in Lumpen herum HjsgV und ich bin sicher, Ihr Vater wird sich T mit unseren Unternehmungen aussöh-

nen.' Mit .unseren " wiederholte Käthe und sah mit banger Frage zu ihrem

Begleiter auf. Gehören Sie denn auch zu den Leuten, die da auf dem Kohlenselbe arbeiten?" Ja, Fräulein Waldow, ich habe das Glück gehabt, von der .Gesellschaft' als

leitender Ingenieur beim Bau des neuen Hüttenwerks engagirt zu werden." Bei einem Hüttenwerk wlederyottc sie. Ach Gott, das soll ja noch viel schlimmer sein als die Grube " Ihre Augen füllten sich mit Thränen, und leise vor sich hinsprcchend sagte sie: ..Ich ängstige mich so um Papa!" Er blieb stehen und blickte sie mit warmer Theilnahme an. Es thut mir sehr, sehr leid, daß ich also nicht nur als Freudenbote in Ihr Haus komme, wie ich es gehofft hatte," sagte er. und der frohe, zuversichtliche Ton, in dem er bisher gesprochen hatte, war aus seiner Stimme verschwunden. Aber 5br 5)err Valer ist ein erfahrener alter Praktiker ich kann mir doch nicht denken, daß er sich uns und unserer Arbeit ernstlich feindlich gegenüberstellen wird. Was in meiner Macht steht, um seine Interessen zu schützen, das soll natürlich geschehen jede mögliche Rücksicht soll genommen werden " Sie batten die Oberförsterei erreicht. Das Pförtchen in dem von Pfingstrosen umrankten Gartcnzaun stand offen; auf den Rabatten rechts und links blühten stark duftende weiße Narzissen, und jenseit des frischgrünen Rasens zwischen Fliederbüschen mit ihren weißen und blauen Blüthendolden stand die nrau Oberförsterin auf dem sauber gehaltenen gelben Kieswege und rief gerade: Kälhe Käthe!" Ta trat die berufene in Hans Bergas Begleitung durch das Pförtchen. All! einem musternden Blick auf den Fremden kam die Oberförsterin dem Paare entgegen, aber sie vergaß das Mustern bald über den Neuigkeiten, die Berga brachte. Ihr 5iarl kam also richtig an die neue Grube, und mit einem so großen Gehalt sie hatte es ja immer gesagt, bei der Industrie gab es noch etwas ZU verdienen. Sie schickte Käthe in den Keller, um eine Flasche Wein zu einem Willkornmtrunke sür den Gast zu holen und setzte sich einstweilen mit diesem in die Lattenlaube, die jetzt noch ohne den Schmuck der rankenden Bohnen aussah wie ein großes Vogelbaner. Und nun hatte die Frau Oberförsterin erst Zeit, die anfängliche Musterung ihres Gastes wieder auszunehinen. Zuerst hatte sie auf seinen Namen gar nicht geachtet, und es nöthigte ihr eine gewisse Anerkennung ab, als der i'inge Mann ihre fragen nacy ..Stand und Art" beantwortete, ader diese Anerkennung erlitt einen Rückschlag, als bei diesem Examen herauskam, daß der fremde Vogel, den die Frau Oberförsterin da in ihrem Gartenbauer festgefetzt hatte, eigentlich der Sohn des Torfschullehrers von Pronowitz war. Was tausend Sie sind es also sie sah ihn mit einem sehr mißtrauischen Blick von der Seite an und jetzt sollen Sie das neue Hüttenwerk bauen " sie schüttelte den Kopf. Sie erinnerte sich wohl, daß der Schullehrer, der gemäß der Landessitte Rektor" genannt wurde, seinerzeit seinen Sohn auf das Gymnasium schickte, waö Oberförsters, bei dem knappen Gehalt des Lehrers, thöricht genug fanden. Dann aber hatte man die Bergas aus den Augen verloren, denn seit Ottos Heirath gehörte man doch in einen anderen Gesellschaftskreis, und man hatte ja ohnehin niemals mit einander verkehrt. Dann hatte Karl wohl ein oder da andere Mal mit Anerkennung von dem jungen Verga gesprochen; aber ihn nun auf einmal so als gemachten Mann vor sich zu sehen, wollte der Oberförsterin doch nicht recht in den Kopf, und da sie gern den Sachen auf den Grund ging, fragte sie: Haben Sie Konnexionen bei der Aktiengesellschaft, die hier bohren läßt?" Ich weiß nicht, ob ich es so nennen darf." antwortete er, der Direktor Drowitz war zuerst aufmerksam aus mich geworden, weil es mir geglückt war, in dem Hochofenbetriebe, bei dem ich als Assistent angestellt war, einige praktische Aenderungen zum billigeren Transport der Rohmaterialien einzuführen maschinelle Vorrichtungen nichts Besonderes." Seine Antwort klang bescheiden, und doch empfand die Oberförsterin, daß ein tüchtiges Können hinter dieser Bescheidenheit stecken müsse, und unwillkurlich sagte sie: Und wenn man denkt, daß Ihre Mutter Gedichte macht" Hans Vergas Stirn röthete sich. Meine gute Mutter hat über dieser kleinen Liebhaberei doch nie ihre praktischen Pflichten versäumt," erwiderte er. Käthe kam gerade mit dem Wein zurück. Hans sah ihr entgegen, wie die zierliche Gestalt über den Kiesweg daher kam, während die Weingläser auf dem Tablett, das sie trug, leise klirrten. Und während er das liebliche Mädchen ansah und dabei an seine Mutter dachte, wurde ihm ganz eigen warm um das Herz, und seine Stimme klang weich, fast ein wenig bewegt, als er sagte: Gerade meiner Mutter wegen ist meine Berufung in die hiesige Gegend mir eine so besondere Freude meine Mutter ist eine seltene Frau; sie hat sich in ihrer bescheidenen, ja oft geradezu sorgenvollen Lage das Interesse und das Verständniß für hundert Dinge zu erwerben und zu erkalten g'wußt, an die andere in ihrer Lebensstellung kaum denken. Und bei all ihrer Schwärmerei für gute Bücher ist sie doch das beste Hausmütterchen, das man sich denken

sonn, und immer heiter und empfanglich für alles Schöne."

Hans Verga hielt plötzlich rnne, denn er bemerkte, daß die Frau Oberförsterin mit ein wenig erhitztem Gesicht den Wein einschenkte; aber über die Besorgniß, daß er im Lobe seiner Mutter zu viel gesagt haben könnte, beruhigte ihn Käthe, deren Blick er begegnete. In Käthes Augen stand es deutlich geschrieben: Das ist schön und recht, daß Du so von Deiner Mutter sprichst, und ich verstehe Dich!" Hans Vergas Augen aber antworteten: Ich danke Dir!" Und dann stießen sie. mit ihren Gläsern an einander und wurden Beide ein wenig roth dabei. Auf Ihren Sohn," sagte Hans, zu der Oberförsterin gewendet und sein Glas nochmals erhebend. Glückauf für ihn und für die GlückimwaldGrube!" Im Hause wurden die Hunde in einer besonderen, fröhlich klingenden Meise laut. Der Vater kommt zurück!" rief die Oberförsterin, während Käthe aufsprang und eilig dem Hause zuschritt. Käthe!" rief die Oberförsterin ihr nach, auf Vaters Schreibtisch liegt ein Expreßbrief, gib ihm den gleich und dann kommt hierher, wir erwarten Euch hier." Käthe war im Hause verschwunden. Hans ertappte sich auf dem Wunsche ihr nachzueilen, und dann bei der Entdee'cung, daß der Zauber der Waldidylle, den er vorher so mächtig emPfunden hatte, mit dem Augenblick 'chwand, wo Käthe nicht mehr da war. kic- Oberförsterin sprach noch dies und das. aber Hans war zerstreut, und es schien ihm, als dufteten die Narzissen bedeutend stark; es war, als lege ihr Duft sich wie eine Wolke um seine Stirn und hinderte ihn, so klar und scharf zu denken, wie es sonst seine Gewohnheit war. Am Ende verstummte auch die Oberförsterin. Es war ganz still in dem kleinen Garten, nur das Locken der Nachtigallen klang aus den blühenden Fliederbüschen. Ich begreife nicht, wo mein Mann so lange bleibt," sagte endlich die Oberförsterin. Sie erhob sich und trat vor die Laube, Hans folgte ihr. Da kam Käthe eiligen Schrittes aus dem Hause. Es war inzwischen so dunkel geworden, daß man ihr Gesicht nicht erkennen konnte, aber ihre Stimme klang verändert, und Hans strengte sich an, um zu erkennen, ob sie etwa geweint hätte. Seien Sie nicht böse," sagte sie mit dieser Stimme, die Hans bis in's Herz hinein rührte, aber der Papa kann nicht kommen ich habe ihm alles gesagt und dann kam noch der Bries dazu er kann jetzt nicht mit Ihnen sprechen und und es ist auch besser so!" Ist es denn eine schlechte Nachricht, die in dem Briefe steht?" fragte die Oberförsterin. Es handelt sich um die neue Grube," erwiderte Käthe, und jetzt brach ihre Stimme wirklich m Thränen. Der Papa ist so unglücklich! Ach bitte, seien Sie ihm nicht bose!" Und dabei streckte Käthe Hans Verga ihre Hand entgegen, die weiß und blaß aussah in dem Halbdunkel des Maiabends. Er erfaßte sie mit festem, warmem Griff. Wie sollte ich Ihrem Vater böse sein!" rief er. Es thut mir nur sehr, sehr leid, daß ich ihm, wenn auch nur mittelbar, Kummer bereiten muß. Aber ich kann doch nicht anders ich bin hier, um meine Pflicht zu erfüllen, und ich bitte Ihren Vater, mir das mcht personlich nachzutragen." I, das' wird er nicht thun," sagte Frau Gustel zuversichtlich. Aber er ist nun einmal so; es faßt ihn immer alles gleich so stark, das liegt so m sei ner Natur." Hans Berga nahm Abschied. Freund lich war's ja nicht von dem Oberförster, daß er Hans gar nicht empfangen hatte, aber er wollte mit dem Alten mcht rech ten. Schnellen Schrittes ging er über den Waldweg der Chaussee zu, auf der er noch etwa eine Stunde zu gehen hatte, bis er das 'Ziel seiner Wänderung, das Schulhaus von Pronowitz, erreichte. Es war ganz dunkel im Walde, aber Hans wußt? ''etzt, daß er den Weg nicht verfehlen konnte. Tiefes Schweigen umgab ihn, denn im Kiesernhockwald gab es leine Nachtigallen. Hans Berga war so sehr an den Lärm, der die Werke" Tag und Nacht erfüllte, gewöhnt, daß diese Stille, in der er nur seine eigenen Tritte hörte, etwas Befremdliches für ihn hatte. Und aus dem Dunkel, das ihn umgab, trat greifbar deutlich Käthes Gestalt vor seine Seele. In dieser weltabgeschiedenen Stille war sie aufgewachsen, wie eine Waldblume. Hans nahm den Hut ab und athmete den Duft von Käthes Maiblumen ein, die noch daran steckten. Ja, wie eine Blume!" wiederholte er, und ihm wurde dabei wundersam und bewegt, zu Sinne. Ihm war.als höre er wieder Käthes Stimme neben sich. So einfach kindlich und doch klua war alles gewesen, was sie gesagt hatte. Sie war doch nicht nur eine Blume. Sie hatte Verständniß für das, was Hans die wirklichen Dinge" nannte. Wie schön mußte es sein, in solch einem klugen Kindergemüth dieses Verstandniß zu vergrößern ein Weib wie Käthe tyellnehmen zu lassen an der harten Ar beit, die Hans Vergas Leben erfüllte. bei ihr auszuruhen, frischen Muth zu tapferem Vorwärtsschreiten oder Trost bei Mißerfolgen zu suchen. In Gedanken erzählte er ihr sein ganzes Leben. Ta war erst die Gymnasialzeit mit all den Entbehrungen, die ein schmales Stipendium und die noch schinakre Aushilfe von zu Hause nöthig

machten. Wie oft hatte Hans, mit Ausnahme der paar Freitische, die man ihm gewährte, nur von trockener Semmel gelebt er begriff jetzt selbst nicht, daß er dabei gesund geblieben war; aber die Zauberformeln: Ich muß" und Ich will" geben wohl eine eigene Kraft. Mit achtzehn Jahren hatte Hans sein Abiturientenexamen gemacht, und als bester Schüler bekam er wiederum ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, die Berliner Bergakademie zu besuchen. Tann endlich, mit einundzwanzig Iah-

ren, war er rn den praktischen Betrieb eingetreten, zunächst als einfacher Arbeiter bei einem ochofenwerke. Das war eine eiaene Ant aeweien. du stramme körperliche Arbeit Seite an Seite mit Leuten, die über diese Arbeit nicht hinausdachten und ihre freie Zeit so fest und sorglos verschliefen, wie müde Zugthiere, während Hans seinen Schlaf bescyrankte, um den Büchern nicht aonz fremd zu werden. Man Wurde aufmerksam auf ihn; schon nach einem Jahr wurde er Assistent des Betriebsleiters. Welche Seligkeit, als er die ersten paar Thaler von dem Gehalt. das er bezog, erübrigen und der Mutter schicken konnte! Und von Jahr zu Jahi wurden diese Sendungen nun reichlicher, bis er eines Tages entdeckte, dar die Mutter keinen Pfennig für sich verbrauchte, sondern alles aufhob, weil man doch nicht wissen könnte, ob er ez nicht eines Tages brauchen würde Was Käthe wohl sagen würde, wenn ei ihr das erzählte? Hans trat jetzt aus dem Waldes schatten heraus. Der Mond war inzwischen aufgegangen. Weiß beleuchtet und schnurgerade lag die Ehaussee vor ihm. An die Chaussee grenzten die Felder mit ihren regelmäßigen, eckigen Formen, und zwischen den jungen Ovstbäumen, die der Landrath an Stelle der alten Pappeln rechts und links von der Chaussee hatte pflanzen lassen, lagen, gleichmäßig aufgeschüttet, kleingeklopfte Steine in länglichen, grabformigen Haufen. Im Mondlicht verlor das frische Grün der Felder seine leohafte Farle, alles erschien eintönig, regelmaßig und langweilig. Dabei wehte ein frischer Wino Hans entgegen. Ernüchtert blickte er vor sich hin. Seine Gedanken flogen zu dem neuen Grubenseid; er berechnete, wie die Bauten Icxt am vortheilhaftesten aufgeführt tocrden würde, und bald war sein Kopf nur noch erfüllt von Zahlen, zwischcn denen lern Platz mehr für Käthes Bild war. Und wenn die Phantasien seines Herzens ihm den Waldweg verkürzt hatten, so nahmen seine Pläne und Berechnungen ihn jetzt dermaßen in Anspruch, daß er völlig achtlos an den Steinhaufen und jungen Bäumchen vorüberschritt und erst aufblickte, als Hundegebell an sein Ohr schlug und er erstaunt sah, daß das Ziel seiner Wanderung schon vor ihm lag. Hinter den mathematischen Figuren der Felder lagen die Häuschen von Pronowitz, halb versteckt von den mächtigen, im weißen Blüthenschmuck schimmernden Kronen der toilden Birnbäume, die keinem altoberschlesischen Dorfe fehlen. Hart an der Chaussee lag das Schulhaus. Aus der kleinen Wiese, die sich an den Gemüsegarten anschloß, ragte eine kreisrunde Erderhöhung empor, auf der ein mächtiges hölzernes Kreuz mit einer buntgemalten, blechernen Christusfigur stand. Das Haus selbst war noch eins von der alten Sorte, die nachgerade anfängt, selbst in Qberschlesien selten zu werden ein langes, einstöckiges Gebäude, mit Fachwerkwänden, kleinen, fast viereckigen Fenstern und einem hohen, schwarzen Schindeldach. Man hatte es zur Wohnung des Lehrers ausreichend gefunden, während ein neuer Ziegelbau, der die eigentlichen Klassenräume enthielt, seine rothen Wände am anderen Ende des Gartens erhob. Von der Chaussee aus führte ein Laubenweg, an dem im Sommer Wein und rothblllhende Bohnen emporrankten, bis zur Thür des alten Hauses, die nur durch :!ne niedrige, ausgetretene Schwelle vorn Erdboden getrennt wurde. Die Thür war fest geschlossen. Hans mußte ein paarmal klopfen, ehe sie geöffnet wurde. Es war die Frau Rektor Berga selbst, die ihren Sohn einließ. Sie trug ein braunes Wollkleid von einem Schnitt, der nur ihr eigenthümlich war. und ein graues Wolltuch, das sie vorn kreuzweise über der losen Jacke festgesteckt hatte. Auf der kleinen, runden Figur saß ein Kopf, der einmal sehr hübsch gewesen sein mußte und aus tem die braunen, freundlichen Augen noch beinahe jugendlich lebhaft unter dem glatt anliegenden, von wenigen Silberfäden durchzogenen, dunklen Scheel hervorsahen. Sie legte den Finger auf den Mund.Der Vater schläft fchon," flüsterte sie, komm' leise herein, mein Junge!" Er schloß die Thür behutsam hinter sich; sie ergriff die Lampe, die sie neben die Thür gestellt hatte, und mit der anderen Hand führte sie ihren großen Sohn, der für sie immer noch ihr Junge war, in das Wohnzimmer. Dort war auf dem Sofabett, das Hans geschenkt hatte, das Lager für ihn bestellt, und auf dem Tisch stand eine Flasche Bier. Butterbrot und Aufschnitt friedlich neben einem aufgeschlagenen Bande von Schillers Gedichten und einem angefan. genen Kinderstrumpf. Nun mußt Du aber diel erzäblen." sagte die Frau Rektor, denn als Du heute Mittag kamst, da ging alles zu eilig, und dann, wenn der Vater dabei ist und die ' Kinder na. Du weißt schon" (Fortsetzung folgt.)

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