Indiana Tribüne, Volume 28, Number 111, Indianapolis, Marion County, 31 December 1904 — Page 4
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Indiana Tribüne. HnauSgtkcden von drr utbrs Indianapolis, Ind.
garry O. Thudium Präsident. Geschäftsloealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. l.-.tcred at the Post Office ol Indianapoli as iccond dass matter, Prosit Neujahr. Das alte Jahr war vom Standpunkte der Jndianapoliser aus betrachtet, ein recht guter Geselle, den man selbst im größten Sylvefterjubel Mit einem leisen WehmuthZgesühl im Herzen scheiden sieht. Noch sind nicht alle Weibnachiskerzen erloschen und einen Theil ihres Schimmer können wir mit in das neue Jahr hinübernehmen. Möge da neue Jahr uns nicht weniger huldvoll sein wie das Alte. Darauf ein Prosit Neujahr! allen unseren treuen Lesern und Geschäftskunden. Bertha Suttner über ihre Amerika-Neise. Man hat in Wien noch selten bei einer Veranstaltung einen so massenhaften Andrang gesehen, wie bei dem kürzlichen Vortrage der Baronin Suttner. Schon lange vor 7 Uhr waren der Ingenieur-1 und der ArchitektenSaal und dessen'.Galerie dicht gefüllt; auch der anschließende Saal, eine Art Künstlerzimmer", war überfüllt, und sowohl in der Garderobe wie im Stiegenhaufe standen gruppenweise Leute, die noch Einlaß verlangten. Hunderte von Menschen mußten dann das Gebäude verlassen. Als Baronin Suttner, um der immer größer werdenden Unruhe zu steuern, noch vor der festgesetzten Zeit, einige Minuten vor halb 3 Uhr, über ihre Eindrücke und Erlebnisse aus Amerika zu sprechen begann, wollten immer neue Gruppen sich den Eintritt in den Saal erzwingen. Leider wiederholte sich der Lärm, der hierdurch entstand, auch imjVerlaufe des Abends mehrere Male, so daß Baronin Sutt ner für einige Minuten ihren Vortrag unterbrechen mußte. Angesichts'.der Unruhe, bemerkte sie einmal humoristisch: Schwer ist's, den Frieden zu gründen!" Baronin Suttner gab ein glänzendes Bild des Friedenscongresses, der in Boston, am 3. October eröffnet wurde. Sie erzählte von Staatssekretär Hay, er habe den Ausspruch gethan, Amerika gebe eigentlich das Beispiel der Abrüstung, indem es ein Hcer von nur 60,000 Mann erhalte. In einem der Säle, in denen während des Eongreffes Versammlungen tagten, ist für die Abrüstung plaidirt worden, und gerade an dieser Versammlung, sagte Baronin Suttner, haben zahlreiche Offiziere teilgenommen. Uebrigens sei auch charakteristisch, daß sich unter den Zu stimmungSkundgebunzen, die der Eongreß erhielt, eineZKundgebung des 23. Jnfanterie-Regiments von Massachusetts befand. Die Vortragende berichtete hierauf von den Reifen, die sie von Boston aus, dieser europäischen Stadt" der Vereinigten Staaten, nach New Jork, Philadelphia, Washington und Ein cinnati unternommen hatte. In New Vork habe sie Carl Schurz kennen ge lernt. Der 75jübrige Schurz ist ein frischer, lebhafter, .geistvoller Mann, und die Stunde, die ich mit ihm verbracht habe, zählt zu meinen angenehm, sten Erinnerungen in Amerika." Unvergeßlich werde ihr auch die Un terredung mit dem Präsidenten Roose velt bleiben, der die Baronin am 17. Oktober im WeißenHause zu Wafhington empfangen hat. Roosevelt", sagte sie, ist eine energie nd lebensstrotzende Erscheinung mit blitzendem Auge und blitzenden Zähnen. Man kennt ihn als Soldaten, als Jäger. Der Soldat liegt ihm im Blute, im Geiste aber hat er die weitblickende Einficht, die Ueberzeugung der Würde seineö Vaterlandes und der Aufgaben des zwanzigsten Jahrhunderts, die auf einem anderen Felde liegen und auf dem der kriegerischen Abenteuer." Der Präsident, der Deutsch sprach, begrüßte die Baronin mit'den Worten: Ja, der Friede kommt, er kommt ganz gewiß. Schritt für Schritt, und ich arbeite auch dafür." Und dann sprach Roose velt von der Einberufung einerneuen Conferenz im Haag, von der Einfüh rung von SchiedSgerichtsverträgen mit
den einzelnen Staaten, und auch für
Oesterreich, welches er niemals vergesse, fand er warme Worte. Für die große Energie des Präsidenten," sagte Baronin Suttner, sei eS bezeichnend, daß er sein Versprechen eingelöst hat." In ungemein enthusiastischer Weife zeichnete hierauf Baronin Suttner den Charakter, des Amerikaners überhaupt und die Großzügigkeit des amerikanischen Lebens, daS aber doch nicht bar sei jegliche? Poesie. Auf ihren Ausflügen habe sie da? wohl beobachten können. Viel Fesselndes erzählte auch Baronin Suttner von ihrer Begegnung mit White dem früheren amenkanischen Botschafter in Berlin, der jetzt seine Memoiren schreibe, und die sie schon zum Theil kennen gelernt habe. So hat sich zum Beispiel Pob jedonoSzew, einer der leitenden Geister der Reaktion in Rußland, White gegenüber geäußert; ES giebt nur ein glückliches Land, das ist Rußland."
Warum?" habe White gefragt. Ja, weil eS das größte Uebel nicht hat, das eS in der Welt giebt, nämlich die Freiheit." Zum Schlüsse ihres höchst interessanten, fesselnden VortrageS bezeichnete Baronin Suttner Amerika als das Land der Zukunft, das Land der unbeschränkten Möglichkeiten"; ich würde," sagte sie, beinahe hinzufü gen, das Land der überwundenen UnMöglichkeiten." Stürmischer Beifall folgte diesen Worten. In London erregt, wie von dort berichtet wird, zur Zeit die Erfindung von zwei Ungarn, A. Pollak und I. , Virag, Aufsehen, die, wenn fle fich im Großen bewährt, eine vollständige Umwälzung im Telegraphendienst hervorrufen würde. Nach derselben soll eS nach Angabe der Erfinder möglich werden, durch den nämlichen Apparat gegen 40.000 Worte in der Minute zu versenden und, was die Hauptsache ist. die Depesche kommt nicht, wie bei den jetzigen Schreibtelegraphen, in Zeichen heraus, die dann erst wieder, um dem Publikum leserlich zu werden, umgeschrieben werden müssen, sondern gleich in allgemein leserlicher, deutlicher Schrift. Die beiden Erfinder sollen, wie der Londoner Standard" mittheilt, bei ihren Demonstrationen in der angegedenen Weise 800 Worte per Minute telegraphisch übermittelt haben, sin) aber überzeugt, daß die Zahl der in der Minute durch ihren Apparat telegraphirten Worte sich auf 40,000 steigern läßt. Was das bedeutet, kann man vergleichsweise daraus ersehen, baß ein schneller Schreiber in der Minute 30 bis 35 Worte zu schreiben, der jetzt gebräuchlichs Telegraphenapparat 200 bis 250 zu übertragen vermag. Die Tragweite der Ersindung läßt sich kaum absehen. Nicht nur in technischer, sondern auch in sozialer BeZiehung. Durch deren allgemeine Einführung würden neun Zehntel oder noch mehr der jetzt beschäftigten Telegraphisten überflüssig werden. Was soll aus allen den überflüssigen ArbeitSkrästen bei der fortgesetzten Vervollkommnung der Massen von orbeitsparenden Maschinen werden? Ehe man sich indessen ernsten Besorgnissen über die Tragweite dieser neuen, angeblich epochemachenden Erfindung hingiebt, wird man gut thun, abzu warten, ob diese Angaben sich auch beWahrheiten. DaS ist nämlich auch ein charakteri' stischeS Merkmal unseres Zeitalters der Ersindungen. daß fast jeden Tag von von einer neuen großen Erfindung berichtet wird,! die sich aber oft schließlich so schlecht bewährt, daß bald schon Nie mand mehr von ihr spricht. Versuchte Diamantring zu deraußern. Ein etwa 16 Jahre alteS Mädchen, Cdna Rosebury, die ihre Addresse als 217 Keystone Ave. anaiebt, wurde gestern durch den Detektiv Simon ver hastet, als sie gerade im Begriffe stand, in einem Pfandgeschäft an der Ost Washington Str., einen Diamantring für $2 zu verkaufen. Ein kleines Mäd chen, welches sie als ihre Schwester aus gab, begleitete sie bei dieser Gelegen heit. Beide erzählten zuerst eine Geschichte der Leiden, wie sie aus Geldmange zum Verkauf des Ringes, eines Ge schenke, gezwungen wurden, später jedoch sagte daS kleinere der beiden Mädchen, daß ihre Schwester für eine Nachbarfamilie das HauS reinmachte und bei dieser Gelegenheit den Ring fand. Edna Roseberry jedoch, gegen welche die Anklage deS GroßdiedstahlS erHoden wurde, behauptet, unschuldig zu sem.
Sylvester im Männerchor. Ein gewähltes kieder Programm den hohen Zielen des'vereins entsprechend verspricht genußreiche Stunden.' Ein Tableau um die Mitternachtsstunde.
. V" ( .. f Herr Kelley Ein mit feinem künstlerischen Ge chmack gewälteS Lieder-Programm hat der Männercho? für sein SylvefterZonzert" bestimmt, und man geht nicht ehl, wenn man den Besuchern einige genußreiche UebergangSstunden vom alten zum neuen Jahren verspricht. Als Solist für den Abend ist der berühmte New Aorker Tenorist, Herr Kelley Cole aus New Bork, gewonnen worden. Der Mänberchor wird, wie das Programm zeigt, eine Auswahl der Herr ichften deutschen Lieder, wahre Perlen ür Männerchöre vortragen und so den Zuhörern einen unvergeßlichen Genuß bereiten. Um Mitternacht wird ein kunstvoll gestelltes lebendes Bild den Einzug des Neuen Jahres markiren. Die Damen haben mit bewährter Fürsorglichkeit sür ein Souper Sorge Eigenthumer verscheucht Dieb. George Abbott, ein Grocer, 1301 Süd Meridian Str., bemerkte gestern Abend, daß in seinem Geschäftslokale nicht alles in gewöhnlicher Ordnung sei, auch hörte er ein verdächtigesDeräusch und er machte sich sofort daran, eine Untersuchung anzustellen. Kaum jedoch hatte er die Vorderthüre aufge schlössen, als er noch sah, wie ein Mann durch daS Fenster der Seitenthüre verschwand. Abbott versuchte den Kerl einzuholen, jedoch war derselbe bereits im Dunkel verschwunden. Einen mit Waaren vollgepackten Korb konnte der Ein brecher in seiner Flucht nicht mehr mit sich nehmen, derselbe wurde später hinter dem Ladentische stehend aufgefun den. Der Lahrcr Hinkende Bote Kalender für 1905 ist durch unsere Office zu beziehen. Ein Virtuose im Ausund Einbrechen ist gelegentlich einer Nazzia in Marseille, seiner Vaterstadt. verhaftet worden. Im Jahre 1886 wurde Josef Luis Bruzzo von einem französischen Schwurgericht zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurtheilt und nach Cayenne deportirt. Kaum war er dort angekommen, als er ihm bereit gelang zu entweichen. Und nun begann ein abenteuerliches Leben. Monatelang irrte er in den Urwäldern von Guyana umher, nährte sich von Wurzeln und Früchten, bis es ihm gelang, sich nach Chile durchzuschlagen. Dort arbeitete er eine Weile in einer Silbermine, aber lange hielt es ihn auch hier nicht. Er ging nach Valparaiso und ließ sich als Matrose für ein englisches Schiff heuern, das nach Europa gehen sollte. Während das Schiff noch im Hafen lag, verunglück te Bruzzo, brach sich beide Beine und wurde ins Krankenhaus geschafft. Inzwischen stach das Schiff in See und ging bald darauf mit Mann und Maus unter. Bruzzo hatte sich einen falschen Namen beigelegt und wurde unter dem Schutze und auf Kosten der französischen Behörden nach Marseille zurückgeschickt. Hier verbarg er sich bei seinen Verwandten, müßte auch noch eine Weile ins Krankenhaus. Aber kaum war er wieder im Besitz feiner Kräfte, so gründete er eine neue Einbrechergesellschast. Wieder verurtheiltsn ihn die Geschworenen, wieder wurde er diesmal für zehn Jahre nach Cayenne geschickt. Aber bereits nach vier Jahren traf er wohlbehalten in Marseille ein, nahm seine alte Thätigkeit wieder auf und wurde nun abermals verhaftet. Als er vor den Untersuchungsrichter geführt wurde, sagte er: Verurtheilen Sie mich nur, ich komme doch bald wieder."
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All Cole. getragen, welches um 11 Uhr für 50 Cents die Person servirt wird. So wird denn auch diesmal der Sylvester im Männerchor das alte Jahr mit süßen Harmonien ausklingen. Das Programm. 1. Ich will Dir's nimmer sagen" . . Eckhardt Männerchor. 2. Äm stillen Herd" 25ie MeisterfingerZ. .. Wagner. Herr Kelley Gele. 3. Nachtzauber" Storch. Männerchor. a Mein schöner Stern" . . . ) b Wer machte dich so krank" ! Schumann c Alte Laute"...' j d Jägerlied" ) ft Wo!f e .Heimweh" s "3 0i Rothhaarig ist mein Schätzelein".. Kirchl. s. 6. a Persischer Liebesreim".... Ed. Schutt. b Salomö" Hans Herman. c .Rheinlied" Franz Nies. Herr Kelley Cole. 7. Waldmorgen" Köllner. Männerchor. Der Pleasaut Nun Vouledard. Wie ein von der Parkverwaltung geprüfter Plan zeigt, ist eine Aende rung im Laufe deS projectirten Plea sant RunBoulevardS beabsichtigt. Die hauptsächlichste Aenderung besteht da rin, den Boulevard auf der Napoleon Str. 600 Fuß weit laufen zu lassen zu erweitern, sodaß Häuser zwischen dem Boulevard und dem Flußufer erbaut werden können. Diese Aenderung würde eine erhebliche Kostenverminderung gegen frühere Bau Anschläge bedeuten. . I. Laues, Mitglied der Park Behörde, will sich nächsten Dienstag mit den Eigenthümern im Morton Club HauS besprechen, ob die Leute in der Nähe der Napoleon Str. Ein Wendungen gegen das Projekt oder ihm eventuell einen anderen Plan zu machen hätten. Später würde ein Tunnel unter dem Belt an der Napoleon Str. gebaut werden. Die Hauptauslagen beständen darin, daß Mauern entlang des WafferS ge zogen werden müßten. ChaS. E. Cossin erwähnte noch, daß bei Annahme der neuen Pläne, ein weiterer Eingang für den Boulevard vorgesehen würde. Positiv identistzirt. Vier Frauen erschienen gestern im Polizeigerichte und identisizirten JameS Sears und William Davis als die beiden Neger, durch welche sie beraubt wurden. Richter Whallon überwies daher beide Angeklagte an die Großge schworenen. Beide wurden positiv identifizirt und die Frauen bestanden darauf, daß sie bestraft würden. Hannah Wilson, 321 MuSkingum Straße, schüttelte ihre Faust unter SearS Nase, als sie erzählte, wie er sie vor 3 Wochen an der Senate Avenue und Washington Straßen Ecke um $12 bestahl. Kate Miller, 527 Nord California Straße, Berry Howe, 1219 Nord Mis. souri Straße und Henriette Chambers erzählten gleichfalls, wie sie beraubt wurden. Die beiden Neger, von denen man annimmt, daß sie bereits seit mehreren Monaten in der Stadt ihr Werk trie. den, wurden durch Detektives Gerber und Trimpe an der Jndiana Avenue verhaftet. Sears hatte einen falschen S10Schein in der Tasche. Beide sollen mittels des Börsen Tricks ihre Opfer gerupft haben. Raucht die B0NANZA.
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Dir Hyrovoine. I'crbesscrteö Wasserrad zur vermekirtcn Nutznz der Wasserkraft. Ein sehr wirksames Wasserrad, vom Erfinder Hydrovolve genannt, ist mit zwei Kränzen bon arbeitenden Zellen ausgestattet. . Die Zellen des einen Kranzes sitzen auf dem geschlossenen Radboden auf. Um diesen Kranz herum ist mit einem gewissen Spielräum der zweite Kranz gelegt. Er besteht aus Zellen, deren innerer Kranz niedriger ist als der äußere. Auf diese Weise kann das Wasser leicht von dem inneren auf den äußeren Zellenkranz überfließen und ihn füllen, bis sich die Zellen am tiefsten Punkte des Radkranzes sämmtlich entleeren. Der Erfolg ist der, daß der Radkranz bis zur Hälfte des Umfanges belastet und dem Rade ein hohes Anlaufsvermögen ertheilt werden kann. Ist das Rad in Umlauf versetzt, dann darf die Menge des Aufschlagwassers so groß genommen werden, daß die inneren Zellen fast bis zum Rande vollgefüllt sind, da das abspritzende Wasser nach unten durchfließt und in den äußeren Zellenkreis eintritt, also auch Arbeit verrichtet. Das Füllungsvermögen ist daher größer als bei den oberschlächtigen Rädern. Denn die Zellen der letztern dürfen zweckmäßig nur zu einem Drittel gefüllt sein, damit sie nicht zu früh ihr Wasser verlieren. Bei der Hydrovolve wird dagegen die ganze Arbeitskraft des fallenden Wassers ausgenutzt. Der erzielte Nutzeffekt ist auf über 90 vom Hundert berechnet worden. Ein interesfanter Beweis für die gute Wirkung ist, daß der Unterwasserspiegel vor dem Rade ganz ruhig bleibt, während bei den ältern Rädern und Turbinen die brausende Wassermenge beim Austritt zeigt, welche Kraft noch in den abfließenden Wassern enthalten ist. Die Hydrovolve läßt sich in beliebigen Größen bis herab zu derjenigen herstellen, die zum Anschluß an Druckwasserleitungen für Kleinbetrieb bestimmt ist, z. B. für die Bewegung von Näh-, Strick-, Küchenmaschinen, Ventilatoren. Derartige kleine Maschinen haben einen Durchmesser von 1 Fuß 7 Zoll und eine Breite von 6 bis 12 Zoll. Gestützt auf die Erfolge der Hydrovolve hat der Erfinder ein Verfahren zum Bewegen von Lokomotiven und ganzen Lastzügen direkt durch Wasserkraft ausgearbeitet. Aus einer neben den Schienen in gewisser Höhe über ihnen geführten Wasserrinne entnimmt die Lokomotive ihren Kraftbedarf und zwar mit Hilfe eines Saughebers, den sie mit sich führt. Dort, wo das Wasser nicht direkt der Rinne zugeleitet werden kann, also z. Bl'im Flachland, pumpt man es aus Strömen durch Schiffsmühlenräder hoch oder schöpft es durch Schöpfräder hinauf. Der Heber führt das Betriebswasser einer Hydrovolve auf dem Fahrzeug zu und versetzt sie in Drebung. Bon der Welle der Hydrovolve wird die Bewegung der Lokomotive abgeleitet. Auf der Welle ist nämlich ein Kettenrad aufgekeilt, über welches eine Gelenkkette läuft. Von
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1030; Mt 1050. $ft Mypool Hrtt! ist m!r gegenüber. Photographien 142 Süd IllinoisStr Sonntags osfen. Telexhon: (Neu) 4143! lAlt)Main 3483 der Kette wird eine zweite Welle angetrieben, auf der zwei Reibungskuppelungen sitzen. Die eine Reibungskuppelung lvirkt durch ein Zahngctriebe von zwei, die andere durch ein solches, von drei Rädern auf die Antriebsachse der Maschine ein. Die Maschine kann also vor- und rückwärts fahren, während die Wasserräder stets die gleiche Bewegungsrichtung beibehalten. Solche Hydrolokomotiven können vor allem im Gebirge, wo kräftige Wasserläufe lange Strecken hindurch zur Verfügung stehen, mit Nutzen verwandt werden. Transportdienst der Armee. Nach dem jüngsten Jahresberichte desGeneral-Quartiermeisters der Bundesarmee, Brigadegencrals Charles F. Humphrey, beliefen sich im verflossenen Fiskaljahre die Gesammtkosten für Pack- und Zugthiere, Fuhrwerke und Lederzeug im Heere auf $527,050. Nach den Philippinen verschifft wurden 37,654.000 Pfund Heu und 46,998.000 Pfund Hafer; dazu wurden noch 21,246,192 Pfund einheimische Futtervorrathe in den Philippinen angekauft. Ausschließlich des Armee-Transport-dampfer-Dienstes wurde während des Jahres der Transport von 820,910 Personen, 6286 Thieren und 261,593 Tonnen Fracht , bewerkstelligt. Von San Francisco nach den Philippinen wurden im Armee-Transportdienst 10,036 Personen, von den Philippinen nach San Francisco 14,831 Personen befördert. Die Ausgaben für den Transportdienst beliefen sich auf 53.074,024. Der Transportdienst rn den Philippinen-Inseln kostete 5878.763. Für den auf Rechnung der Bundesregierung geführten Transportdam-Pfer-Dienst steht eine zu jeder Zeit dienstfertige Reserve- Flottille in den Häfen von San Francisco und New Sork in Bereitschaft. Eine Summe von 5126.402 wurde im verwichenen Geschäftsjahre dafür verausgabt, die nicht gebrauchten Transportdampfer in gehörigem Zustand, zu halten. Die französische Regierung beschäftigt 1550 Arbeiter und 15,000 Arbeiterinnen in den staatlichen Tabakfabriken und bezieht aus dieser Industrie jährlich einen Reingewinn von 580,000.000. Eine Chicagoer Ges ells ch a f t hat die elf großen Weltausstellungsgcbäude, deren Errichtung etwa 510,000,000 gekostet hat, für 5386.000 käuflich erworben. Das Wachsthum der !f i n g e r n ä g e l ist bei Kindern ein chnelleres als bei Erwachsenen und im hohen Alter am langsamsten. DaS Wachsthum ist im Sommer schneller als im Winter, und wenn es in der warmen Jahreszeit 116 Tage dauert, bis ein Nagel vollständig neu hervorgeschoben ist, sind in der kalten dazu 137 Tage nöthig.
