Indiana Tribüne, Volume 28, Number 110, Indianapolis, Marion County, 30 December 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Württemberg. Stuttgart. Maurer Emil Haug von Gaisburg, der im Innern eines Dampfkamins in der -Hasenberg-strafte 20 Meter hoch abstürzte, ist im Katharinenhospital an den erlittenen Verletzungen gestorben. 25 Jahre sind verflossen, daß Copist Paul Müller auf der Kanzlei der Staatsanwalt schaft ununterbrochen thätig ist. Auf eine gleich lange Dienstzeit beim Landgericht konnte Gerichtsdiener Graze zurückblicken. ' V i b e r a ch. Kaufmann WilHelm Rheineck, der langjährige Vorsitzende des Vezirksvereins der Deut schen Volkspartei, erlag einer Lungenentzündung .im Alter von 61 Jahren Jrackenheim. Hier verschied im Bezirkskrankenhaus nach längerem Leiden der älteste Ortsoorsteher ' des Bezirks, Stadtschultheiß Bäder von Kleingartach, im Alter von 62 Jahren. E h i n g e n. Der 34jährige HilfsWärter Münch, der beim Rangiren beschäftigt war, wurde, bewußtlos auf dem Rücken liegend, zwischen den Geleisen gefunden und starb bald darauf. Er scheint von einem Wagen abgeschleudert und infolge einer erlittenen Gehirnerschütterung gestorben zu sein, da sich äußere Verletzungen nicht an ihm zeigten. Göppingen. Der 18 Jahre alte Eisenarbeiter Eisele aus Rechberghausen, der vor zwei Jahren seinen Kameraden in jugendlichemLeichtsinn erschoß, versetzte dem Flaschner Staudenmaier von dort, der ihn wegen ungebührlichen Benehmens zur Ruhe wies, zwei Stiche mit einem Stiletmesser. Staudenmaier ist lebensgefährlich verletzt. Hattenhofen (Göppingen). Das Doppelwohnhaus des Bauern K. Widmann brannte sammt allenRebengebäuden, Inventar undMobiliar vollständig nieder. Kup pingen. Eine Scheuer des Bauern Braun und das Wohn- und OekonomZegebäude des Bauern Wartin Höpfel wurden durch Feuer - zerstört. Rottenacker. Oekonom Feile wurde infolge Durchgehens der Pferde vom Wagen geschleudert und kam dabei untt Leben. Riedlingena.D. Das große, in Doppelscheuer und Wohnhaus bestehende Anwesen deö Ludwig Bauer (der frühere Salzstadel) brannte vollständig nieder. Gerettet wurde außer d-u: Bleh fast nichts. u l m. Zum Fonds für Errichtung eines Volksschwimmbades hier schenkte die Wittwe desCommerzienraths Wieland den Betrag von 40.000 Mark. An die Gabe ist die Bedingung geknüpft, daß an arme Leute unentgeltlich Bäder verabreicht werden sollen. Mengen (Laufen). Wohn- und Oekonomiegebäude des Bauern Weller wurden durch Feuer zerstört. Waden. Karlsruhe. Dem Kanzleisekretär Christian Fr. Stutz in Karlsruhe und dem früheren Kaufmann Willy Rickmers auf der Mettnau bei Radolfzell wurde dasRitterkreuz zweiter Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen. A ch e r n. Hier starb der Küblermeister Ernst, der älteste Bürger der Stadt, im Alter von 93 Jahren. Adels he im. In Seckach brach in dem Hause des Tünchners Matt Feuer aus, dem der Dachstuhl größtentheils zum Opfer fiel. Die Leiche der Schwiegermutter des Matt, der Wittwe Rast, fand man verkohlt im Dachräum liegen. Vruchsal. Oberleutnant Dr. Michels, der lange dem hiesigen Regiment angehörte und von hier nach Straßburg zu den Jägern zu Pferde versetzt wurde, verstarb zu Köln im Hause seiner Eltern an den Folgen einer schweren Operation. Donaueschingen. Hier starb nach längerem Leiden im 78. Lebensjähre Hauptlehrer a. D. Daniel Kupferschmid. Heidelberg. Den 80. Geburtstag feierte Kreisschulrath Strübe in wunderbarer Rüstigkeit des Körpers und des Geistes. Ueber 40 Jahre steht der Jubilar an der Spitze des Schulkreises Heidelberg-Mannheim und fast ebenso lange versieht er das Amt eines Rektors der hiesigen Volksschule. - Mannheim. Grenadier Hilgert der 4. Compagnie des hiesigen Grena dier - Regiments 110 ließ sich auf der Bahnlinie Waldhof - Wohlgelegen von einem Zuge überfahren. Der Kopf wurde ihm vollständig vom Rumpfe getrennt. Nord Halden (Engen). Unser langjähriger verdienter Bürgermeister Karl Sauter, welcher unser Gemeindeschifflein seit November 1872 zum Wohle aller Bürger und Ortseingesessenen leitete hat sein Amt des hohen Alters wegen niedergelegt. Pforzheim. Ein alter 48er-, Alexander Wolff von hier, geboren 1826, der wegen Theilnahme am badischen Aufstande zum Tode verurtheilt wurde, aber ins Ausland flüchtete, starb dieser Tage in Udine (Oberitalien). Er war an der dortigen technischen Schule als Lehrer des Deutschen thätig. R a st a t t. Die beiden Brüder Emil und Karl Streb geriethen in 5etrunkenen Zustande wegen einer Kleinigkeit in Streit, wobei Karl Streb seinem
Bruder zwei Messerstiche in Fen Oberarm versetzte und das Kinn durch' schnitt. . . S ch a ch e n (Waldshut). Im Anwesen des Fabrikarbeiters Schmied brach Feuer aus, das sich auch auf jenes des Schreinermeisters Konrad Gang ausdehnte. Beide aus Holz und stein eroauien Geoände wuroen in Asche gelegt. Waldkirch. In der Vorstadt entstand Streit zwischen dem ledigen Dienstknecht A. Beha und dem ledigen Schreiner Günzler. Letzterer zog das Messer und stach seinen Gegner, so daß dieser seinen Verletzungen sofort erlag. Der Thäter wurde verhaftet, heinpfalz. S p e y e r. Einen Unfall erlitt der hiesige Spenglermeister Philipp Stilgenbauer. Derselbe arbeitete schon längere Zeit an dem hiesigen Hasptbahnhof an der Legung von Gasröhren, und so war er auch diesmal in dem ausgehobenen Laufgraben mitZusammensetzung der Röhren beschäftigt, als Plötzlich, wahrscheinlich durch den Druck eines vorbeifahrenden Güterzuges, die Erde einfiel und Stilgenbauer derart im Rücken traf, daß er schwerverletzt mittelst Chaise in seine Wohnung verbracht werden mußte. F r a n k e n st e i n. Der Waldarbeiter Friedrich Nabinger hat sich erhängt. Die That ist die Folge einer während seiner Militärzeit bei einer Schießübung zugezogenen schweren Verletzung, welche ihn damals das linke Auge kostete. Groß st einHausen b. Zweibrücken. Hier zündeten Buben in den Wiesen, wo sie ihre Kühe hüteten, Feuer an. Die Tochter des Ackerers Heinrich Knerr kam dem Feuer zu nahe und verbrannte sich derart, daß sie unter graulichen Schmerzen starb. Kaiserslautern. Im Amtsgerichtsgefängniß hier hat sich der 22jährige Tagner Christian Fath, aus Elmstein stammend, erhängt. Fath, der eine sehr bewegte Vergangenheit hat, befand sich wegen verschiedener Delikte in Untersuchungshaft. Lachen. Ackerer Joh. Hoos fuhr letztens mit seinem mit einem Ochsen bespannten Fuhrwerk heimwärts. Plötzlich scheute das Thier, ging durch und brachte seinen Lenker unter den Wagen, sodaß Hoos einen schweren Beinbruch davontrug. R o sb a ch.' Der Ackerer Christian Lamöauer von hier stürzte in Ober, rseiler - Tiefenbach beim Brechen von Zwetschgen vom Baume und zog sich durch denSturz lebensgefährliche Verletzungen zu. Krsß.Lotl?tngen. Metz. An den Obersten des 8. bayerischen Infanterie - Regiments gelangte kürzlich ein anonymer Brief, der die Unteroffiziere der 11. Compagnie beschuldigte, die Leute sortgesetzt mißhandett zu haben. Die Leute mußten auf Anordnung des Feldwebels sogar am Sonntag Nachmittag GewehrÜbungen machen. Als Verfasser des Briefes wurde der Gefreite Munding ermittelt, dessen Valer hier Bahnbeamter ist. Munding wurde wegen verleumderischer Beleidigung von Borgesetzten vor. das Kriegsgericht verwiesen, und der Verhandlungstermin war bereits angesetzt. Letztens saß Munding mit seinen Kameraden auf der Stube, als er plötzlich seinGewehr herbeiholte und - sich, ehe Jemand im Stande gewesen wäre, die That zu verhindern, erschoß. Straßburg. Dem Oberbriefträger Schwarz wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. Diedenhofen. Die Einführung des Bürgermeisters Regierungsrath Boehm fand im Sitzungssaal des Gemeinderaths statt. Es hatten sich hier die Mitglieder des Gemeinderaths und die städtischen Beamten eingefunden. Der mit der Wahrnehmung der Stadtgeschäfte beauftragte Beigeordnete Dr. Melchior hielt die Einführungsrede. Meckkevvtrg. Schwerin. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte der Sekretär Engel im Grobherzoglichen RevisionsDevartement. Boizenburg. Hofrath Dr. Burmeister feierte sein 25jähriges Jubiläum als Bürgermeister unsere? Stadt. F r i e d l a n d. In Elienke brannte die Wassermühle mit den Vorräthen an Korn und Mehl nieder. Güstrow. Wegen Raubes von zwei Pfund. Schmalz und 1.50 Mark Baargeld wurde der 39jährige Dachdeckergeselle Albert Metzler ausStralsund vom hiesigen Schwurgericht zu insgesammt fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Polizeiaussieht verurtheilt. Der vielfach vorbestrafte Angeklagte hatte auf offener Straße in Stavenhagen einem zehnjährigen Mädchen Schmalz und Geld mit Gewalt -abgenommen. L ü b t l? e n. Auf der BUdnerei der Wittwe Schuldt in Neu-Jabel entstand Feuer, wodurch das Wohnhaus total eingeäschert wurde. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Malchow. Stadtsekretär Rud. Schott feierte sein 25jä'hriges Amtsjubiläum. P l a u. Im hohen Alter' von 93 Jahren verstarb hier der älteste Bürger unseres Ortes, der frühere Ackerbürger F. Pries. Der Verstorbene er-
I freute sich bis an sein Lebensende einer für fern hohes Alter ungewöhnlichen Rüstigkeit.
Orlnneruns. Won deinem Vuscn reichtest du die Rose, O Marga, mir in deinem Kindessinn; Sie liegt letzt wohlverwahrt in einem Buche Und lenkt mich oft zu jenen Stunden hin. Du, Erna, gabst mir einst die weiße Nelke Und, Hcdwig, du dicZ kleineVeilcyen dort; Sie ruhen jetzt als nur yeblieb'ne Zeugen Vergangener Zeit an emem stillen Ort. Tics Gänseblümchen pflücktest du,Helene, Als kaum sich unser Herz der Lieb' erschloß. Als ich in ungetrübten Frühlingstagen Mit dir der Erde selig' Glück genotz. Und dort auf jener allerletzten Seite Tics Eichcnblatt und das Vergißmcinnicht, Sie sagen mehr von süß durchlebten Träumen, Als je ein Mund in ew'gem Plaudern spricht. ES sind mir theure Pfänder dieseBlüthen, Die Herzen mir im Licbcslen gewecht; Cs sind mir werthe Grüke dieseBlätter Aus meiner reichen Jugendzeit. Und wenn ich einst in spaten Tagen fühle, Daß ich nicht mehr wie einst so frisch und jung, So sollen mich auf's Neue dann beleben Die holden Zeichen der Erinnerung!
Wenn Klimmchen ElliZck hat. Humoreske von E. Jsolani. Herr Klimmchen ist bei allen seinen Bekannten als ein rechter Pechvogel bekannt und bei seinen Skatfreunden sogar als solcher geschätzt. Er war auch niemals geneigt, sich dieses seines Unglücks halber zu schämen, Itnn er wußte, daß in das Glück eines Menschen gerade jene Lücke in seinen Geistesanlagen hineinzupassen pflegt, welche man Dummheit nennt. Er hielt sich daher, ob mit Recht oder Unrecht sei hier nicht entschieden, für einen sehp gescheiten Kopf. Diese seine Gescheitheit ließ ihn denn auch nur in den allerseltensten Fällen einmal die Karten ergreifen, denn er wußte nur zu genau, daß solch ein Griff ins volle Skatleben ihm immer theuer zu stehen kam. Heute nun aber, als er in seinem Stammkaffeehause feine Freunde Meier und Müller sitzen und auf den dritten Mann vergebens ausschauen sah, da überwog sein freundschaftllches Gefühl die zarte Rücksichtnahme auf seine Kasse, und er willigte ein, den Bitten feiner Freunde nachzukommen, setzte sich nieder und spielte Skat. Sie spielen zwar gewöhnlich wie ein Nachtwächter am Tage, wenn er schläfrig ist", meinte Herr Meier, doch in der Noth frißt der Teufel gebratene Fliegen anstatt Rebhühner. Also setzen Sie sich, Herr Klimmchen, seien Sie ein Mann, das heißt ein dritter Mann!" Und Herr Klimmchen setzte sich nieder an den Tisch und mischte die Karten. Ein unheimliches Gefühl überkam ihn. Nach langer Zeit stellte er wieder einmal das Glück auf die Probe. Wie viel wird das wieder, so sien! Aber, weiß der Teufel! Gleich das erste Spiel brachte dem Pechvogel eine Ueberraschung. Er hatte die Karten gegeben, und dies schwierige Geschäft, das ihm sonst nie so ohne alle Unfälle von statten ging, gelang ihm diesmal, ohne daß er erst vergab, noch daß er einen Theil der Karten zur Erde fallen ließ, wie einmal, als er beim Aufheben derselben den ganzen Spieltisch ins Wanken brachte und alles, was darauf lag, auf die Erde warf. Ja, er hatte sogar die Hand voller Trümpfe, und alles klappte so vortrefflich, als ob ihm plötzlich gute Kartengeister entstanden seien, welche die Karten für ihn just gerade so zurecht gelegt hatten. Und der ersten Ueberraschung folgte eine zweite und eine dritte und so fort. Er wurde in so unvernünftiger Weise heute Abend vom Glück verfolgt, wie er es in seinen kühnsten Träumen niemals zu wünschen gewagt hätte. Er mochte reizen, so gewagt wie nur möglich, immer schlug es zu feinem Glück aus. Die vier Jungen schienen sich heute geradezu eine pietätvolle Anhänglichkeit an ihn bewahrt zu haben, und ob auch die Herren Meier und Müller ihre Stühle umdrehten, hm ter sich spuckten, die Karten mit dem weisen Zauberspruch: Hexcnfett, Judenleber, dreimal schwarzer Kater!" betupften oder andere weise Vorsichtsmaßregeln ausführten, um das Glück wieder an ihrc werthen Persönlichkeit ten zu bannen, es nutzte nichts, Herr Klimmchen bekam immer wieder den stolzesten Grand oder einen Solo mit einem halben Dutzend Matadoren. Das war doch wunderbar! Es war interessant zu beobachten, wie Herr Klimmchen diese Wandlung seines Geschickes aufnahm. Er, der sonst nur so mit halber Aufmerksamkeit dem Spiel zu folgen pflegte, war heute auf das Spielen ganz erpicht. Als die anderen schon mehrmals hatten aufhören wollen, denn sie glaubten schon längst genug verspielt zu haben, hatte er sie 'mme: noch einmal aufgefordert, wei--er zu spielen. - Ich muß Euch doch noch Revanche geben!" so bat er immer von neuem, und diese Revanche bestand darin, daß er immer von neuem gewann, während Meier und Müller nur höchst selten ein Spiel machten. Klimmchen war vor Freude ganz aus dem Häuschen. Bald lachte er
hell auf. bald wieder gab er der Absicht Ausdruck, wenn er nach Hause komme, es heute einmal zu versuchen, seiner Frau zu widersprechen. An einem solchen Glückstage dürfe er eö schon einmal wagen, dachte er sich. Ein vaar Dutzend Lotterieloose wollte er sich auch gleich anschaffen, und allerlei ähnliche Vornahmen und Ge danken wälzte er in seinem Kopfe herum. Von jetzt ab spielen wir täglich oder doch wenigstens dreimal m der Woche unsern Skat!" sagte er liebenswürdig zu seinen Freunden, denn er war ja überzeugt, daß bei solcher Wandlung seines Glückes doch sicher seine Frau gegen dieses rebellische Vorhaben auch nicht das geringste würde einzuwenden haben. So hatte man ein paar Stunden gesessen, Herr Klimmchen war in dieser Zeit aus einem Pechvogel ein leibhaftiger GlücksPilz in den Augen seiner Mitspieler geworden, während er selbst sich schon Anzureden suchte, daß es nur sein vortreffliches Spiel .sei, das ihn fo oft gewinnen ließ. So spielt man in Venedig!"' so rief er selbstbewußt aus, wenn er sein Spiel gemacht hatte, obwohl er nicht einmal genau wußte, ob man überHaupt in Venedig Skat zu spielen verstand. Endlich aber mußte man nun doch an den Aufbruch denken. Herr Klimmchen in dem stolzen Gefühl, sich heute an Hunderten böser Launen des Glückes gerächt zu haben, die Herren Meier und Müller unter dem beengenden Eindruck, mit leeren Taschen das schützende Dach ihres Hauses aufsuchen zu müssen. Das Kaffeehaus war mittlerweile ziemlich leer geworden, nur um diesen Tisch herum standen noch die Kibitzen, mit sichtlichem Interesse der Berechnung des Gewinnes, die nun stattfand, folgend. Herr Klimmchen, der sonst sehr wenig verzehrte, ließ sich schnell noch, nur um das halbe Dutzend vollzumachen, den sechsten Kog nak reichen, ja, er willigte sogar ein man muß doch den Glücksgöttern ein Opfer bringen", meinte er für die ganze Skat- und Kibitzenges:llschaft eine Kognakronde zu zahlen. Das konnte er sich heute leisten! Fünf Mark zwanzig Pfennige". sagte Meier, der die Berechnung übernommen hatte, Müller zahlt drei Mark und ich zwei Mark zwanzig Pfennnige", und schweren Herzens rückten beide mit dem Gelde heraus, das schmunzelnd Herr Klimmchen, nachdem er die ganze Zeche von drei Ma?k fünfzig Pfennigen bezahlt hatte, vornehm in die Westentasche gleiten ließ. Beiben 1 Mark 70 Pfennige", berechnete er hierbei still im Kopf, das macht wöchentlich 11 Mark 90 Pfennige." Nun aber heim", sagte Herr Meier und erhob sich, während Herr Klimmchen ihn noch zurückhalten wollte und meinte: heute ist es hier gar zu schön." Aber es half ihm nichts, von allen Seiten hatte man sich erhoben, die Kellner sprangen herzu, um den Herren die Ueberzieher anzuhelfen. Ein Theil der Gesellschaft war schon auf der Treppe, die andern waren dabei, sich fertig zu machen. Herr Klimmchen hatte unterdessen weiter ausgerechnet, daß er bei einem derartigen täglichen Profit jährlich 620 Mark 50 Pfennige, im Schaltjahr sogar 622 Mark 20 Pfennige erübrigen könnte. Dann aber erhob auch er sich langsam von seinem Glücksplatz, von dem er sich gar nicht trennen wollte, als dieser Platz die Stätte des Glückes selber wäre, der er nun Lebewohl sagen sollte und nach dessen Verlassen das ganze so wunderliche Kartengebäude von seinem Glücke zusammenfallen müßte. Und um diesen Abschied zu vereinfachen, gab er seinem Körper einen heftigen Ruck, sprang auf und griff, nein, wollte nach dem Ueberzieher greifen aber ach, wo war der nur hingekommen! Vergebliches Suchen! Das wahre Glück hatte an diesem Tage nur einem einzigen gelächelt, nämlich einem Paletotmarder, der die Situation im Lokal geschickt zu benutzen verstanden hatte. Das gab einen trüben Abschluß für Herrn Klimmchen, denn man kann zwar wie ein altes Märchen lehrt sehr glücklich sein ohne Hemd, aber nicht ohne Ueberzieher!
In der Nähe von Ehattanooga, Olla., fand unlängst ein Kesseltreiöen auf Wölfe statt, an welchem 1500 Männer und 75 Hunde theilnahmen. Ein Areal von 40 Quadratmeilen wurde abgejagt und 60 Wölfe zusammengetrieben, von denen man aber nur 10 einfangen und tödten konnte. Architektenrache. Was haben Sie mir da für einen Plan gebracht? Das ist ja eine Raubritterbürg!" Architekt: Sie haben ja doch einen stilvollen Plan für ein Sommerfrischlerhotel haben wollen." In d e r S ch u l e. Lehrerin: Ruth sagte: Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen". Was sehen wir aus diesen Worten?" Die klein Emmi: Daß sie sich allein fürchtete JmmerimBeruf. Ich sehe Dich immer mit Dr. Müller; Du sagtcst doch. Du hättest ihn aus dem Buche Deines Lebens gestrichen?!" Schriftstellerin: Hm ich hab' ihn halt wieder unterpunktirt!"
Allerlei für's HauS. Politur zum Aufpoliren derMöbel. Man erhitzt in einem irdenen Gefäße über gelindem Feuer und unter beständigem Umrühren y Pint guten Weingeist, 1 Unze Gummilack und 1 Unze Sandarack. Von dieser Lösung bringt man ein wenig auf eine Rolle von Tuchsahlband und bedeckt letzteres darauf mit weicher durch kaltes Leinöl angefeuchteter Leinwand. Hiermit reibt man das zu polirende Holz kreisförmig, und ohne zu viel auf einmal zu bedecken. Nachdem das Holz gehörig eingesogen hat, fügt man zu dieser Glätte noch etwas Weingeist und fährt mit dem Reiben fort. Man erhält auf diese Weise eine sehr schöne und gute Politur, die durch Wasser nicht leidet und weder Risse noch Flecken bekommt. Terracotta zu reinigen. Porzellannippes und Gegenstände aus Terracotta reinigt man in lauwarmem Selfenwasser unter Zuhilfenahme einer weichen Zahnbürste. In klarem Wasser nachgespült, läßt man sie trocknen. Druckstellen a us Plüschmöbeln entfernt man, indem man die Stellen mit heißem Wasser betupft und mit einer scharfen Bürste bearbeitet; die umgedrückten Fäden richten sich nach dieser Prozedur wieder auf. Vergilbte weiße Wollsuchen aufzufrischen. Weißer Flanell, weiße Kinderkleider etc., die durch Liegen gelb geworden sind, frischt man auf folgende Weise wieder auf. Ein halbes Pfund beste Marseillerseife wird in zehnQuart lauwarmem, weichem Wasser eingelöst und 50 Gramm Salmiakgeist zugesetzt. Darin weicht man die vergilbten Sachen ein, drückt sie nach einiger Zeit ordentlich darin herum, ohne sie zu reiben, und wäscht sie dann in reichlich lauem Wasser aus. Man kehrt die linke Seite nach außen, hängt sie zum Austrocknen auf, indem man noch ein weißes Tuch überlegt, und plättet nachher dieienigen Stoffe, die das Plättm vertragen, sorgfältig unter weißen Tüchern aus. Um das Sauerwerden des Ciders zu verhüten, läßt man ihn nur gähren, bis er den gewünschten angenehmen Geschmack hat, dann giebt man zu jedem Fasse eine halbe Tasse voll geriebenen Meerrettig und schüttelt dies gut durch. Dadurch wird weiteres Gähren verhindert. Nachdem er so einigeWochen gestanden hat, wird er auf reine Fässer gezogen und dann fest zugespundet. Ein anderes Terhütungsmittel gegen das Sauerwerden des Ciders ist folgendes: Acht Gallonen Cider werden auf einmal in ein reinesFaß gegossen; dann mischt man eine Unze Holzkohlenpulver mit eine? Unze gepulverten Schwefel und thut dies in einen eisernen Behälter, den man durch das Spundloch in das Faß bringen kann. Dann steckt man ein Stück glühend rothes Eisen in die Holzkohle und den Schwefel und w'ährend dieses brennt, läßt man es herab in das Faß, bis auf einen Fuß Entfernung von dem Clder in dem Fasse und läßt es so an einem Drahte hängen. Nach zwölf Stunden zieht man es heraus und behandelt dann eine andere Menge Cider ebenso. Dieser wird dann in einem anderen Fasse fest zugespundet und er hält sich in einem kühlen Keller ein Jahr lang oder länger. Fettflecke in Sammetkragen, sowie Flecke, welche durch Feuchtigkeit oder Druck erzeugt wurden. können auf leichte Art mittels Zwiebelsaftes entfernt werden. Man zerschneide eine gewöhnliche Zwiebel, bestreiche mit derselben die Flecke und lasse den Saft eintrocknen. Bei dem darauf folgenden Bügeln verflüchtet der Zwiebelgeruch. Man muß insbesondere bei Druckstellen gegen den Strich der Zwiebel streichen, und nur dann, wenn der Sammet trocken ist, darf man dünsten". Bei derben Druckstellen wird das Verfahren wiederholt, der getrocknete Sammet gezogen und gebürstet. Hellfarbige Sammete werden nicht gedünstet, sondern mit der Außenseite auf dem Bügelkissen noch auf einen weichen Stoff gelegt und dann ein halbnasser Lappen aufgelegt, welcher mit nicht zu heißem Eisen abgebügelt wird. Mittel gegen Sodbrennen. Gebrannte Magnesia wird Messerspitzen- bis kaffeelöffelweise, mit Wasser umgerührt, als ein leichtes Abführmittel benutzt, z. V. kleinen 5iindern bei Verstopfung Messerspitzenweise in der Milch gegeben. Wirkt sie zu schwach abführend, so kann man sie noch mit einem Dritte! oder zurHälftc mit Rhabarber Pulver vermischen. Schmeckt sie widerlich, so nehme man sie in Kaffee oder mit etwas Citronenfast. Ferner wird die gebrannte, sowie auch die kohlensaure Magnesia als Streupulver oder als Zahnpulver benutzt. Die gebrannte Magnesia wird ferner in zwei wichtigen Fällen als Heilmittel angewendet und muß deshalb stets in der Hausapotheke vorräthig sein, erstens bei Arsenikvergiftung. hier ist sie (1 Eßlöffel in 1 Pint Wasser) tassenweise zu trinken, oder in Zwischenräumcn von je 15 Minuten 4 'bis 6 Eßlöffel von dieser Mi-' schung zu nehmen. Zweitens ist töm dieser Mischung (1 Eßlöffel Magnesia auf 1 Pint Wasser) bei Vergiftung mit Schwefelsäure (Vitriolöl) tassenweffe zu trinken.
