Indiana Tribüne, Volume 28, Number 109, Indianapolis, Marion County, 29 December 1904 — Page 7

gJndlana Tribüne, 2S. Dezember looa.

n tJtl 45 55 1. K a p i t e l. Qjfnmiitcn der Waldungen, die zur 7 j Herrschaft des Grafen Dardo Ö gehörten, lag die Oberförsterei von Domanm. Der Oberförster Waldow, dessen Vater und Großvater schon in der gräflichen Försterei angestellt gewesen waren, schaltete hier wie in seinem eigenen, ererbten Reiche. Mit seinen Bäumen war er aufgewachsen und kannte nichts Lieberes und Schöneres als seinen Wald. ' Die Schwarzwälder Uhr im Flur des Forsthauses schlug die fünfte Morgenstunde, als der Oberförster in seintm graugrünen Nock vor die Hausthür trat und mit befriedigtem Ausdruck dem Himmel zunickte, der wieder einmal ein Einsehen gehabt und den Morgen des zweiten Mai mit wölkenloser Bläue eingeleitet hatte. Es wäre ja auch unverantwortlich gewesen, wenn der Himmel dem alten Waldgänger seinen Geburtstag hätte verregnen lassen. Der Oberförster wurde beut einundsechzig Jahre alt, und seit fünfunddreibig Jahren war er es gewöhnt, daß seine Frau diesen Tag besonders feierte und daß er den Vorbereitungen zu dieser Feier in aller Herrgottsfrühe aus dem Wege ging. Er rückte den verbogenen, bräunlichen Filzhut aus der Stirn, und seine breite Brust hob sich in tiefem Athemzuge, wie er jetzt hinnaustrat in die würzige Waldluft. Fuß, Waldmann! Fuß, Nimrod!lief er dem Teckel und dem HühnerHunde zu, die ihm folgten und die auf diesen Befehl hin gehorsam dicht hinter den Füßen ihres Herrn blieben, .während dieser dem Walde zuschritt. Die Fichtenschonung, an der er vorüber kam, strömte lhm an ihren leuchtendgrünen Nadelspitzen Harzduft entgegen, und auf den Kronen des Kiefernhochwaldes lagen die Sonnenstrahlen wie goldener Schimmer. Ein Fasan ging mit trillerndem Laut aus der Schonung auf. Der erste Gratulant gutes Omen!" murmelte der Oberförster. Die Hunde hoben die Nasen aber auf das energische Fuß" senkten sie wieder die Köpfe über dem Waldweg. Der Morgengang des Oberförsters galt seinen diesjährigen Kulturen. Jetzt hatte er sie erreicht. Vor ihm dehnte sich eine weite Fläche aus, auf der ein ungeübtes Auge nur eine Mischung von Sand und schwarzer Erde erkannt hätte, aus der in ziemlich weiten Entfernungen einzelne, kerzengerade, nur am Wipfel mit Zweigen besetzte Kiefern emporragten. Erst bei genauem Hinsern entdeckte man allenthalben winzige Pfl'änzchen auf dem graugelben Boden. Vor zwei Jahren hatte hier das Holz gestanden, das nach dem neunzigjährigen Turnus des Forstbetriebe schlagbar war. ' Nachdem es bis auf die einzelnen stehen gebliebenen Samenkiefern abgeräumt und die Wurzelstöcke gerodet waren, war die Erde für die Aufnahme des künftigen Waldes vorbereitet worden und dann hatte man die Kiefernpflänzchen aus dem im Schutze des Hochwaldes gelegenen Saatkamp herausgenommen und in regelmäßigen Reihen auf die Stelle des abgeholzten Waldstückes gesetzt. Das war die diesjährige Kultur," und der Oberförster blickte jetzt mit einem fast väterlichen Wohlwollen auf die winzigen grünen Zweigspitzchen herab und freute sich, daß die Reihen nur wenige Lücken von dürr und troden gewordenen Pfl'änzchen zeigten. Als Hochwald erlebe ich die Schonung ja nicht mehr," murmelte der Oberförster, aber in zwanzig Jahren wird sie schon recht stattlich sein, und auf achtzig hoffe ich es doch zu bringen. Freilich, daß keiner von meinen Jungens dann meine Schonungen weiter pflegen soff, ist hart; aber die Käthe, die soll mir wenigstens einen Forstmann heirathen!" Er sah nach der Uhr. Er hätte gern noch die Eichenschonung besucht, auf die er besonders stolz war, aber der Weg war zu weit, er durfte sein Weibervoll" nicht warten lassen, gerade heute. Er wollte später hinfahren, denn ansehen mußte er sie doch einmal wieder, wenn 'er den Weg dahin auch bis jetzt vermieden hatte. Kein Mensch hatte geglaubt, daß Eichen hier wachsen würden, aber der Oberförster kannte feinen Boden, und jetzt war die Schonung zwölf Jahre alt, und ihr Gedeihen stand außer Frage, wenn Mit diesem wenn" hatten die Gedanken des Oberförsters einen dunklen Punkt berührt. Die verwünschten Bohrlöcher!" kam A mit einem tiefen Seufzer über die Lippen des Oberförsters, und seine freundlich und klar blickenden blauen Augen verdüsterten sich. Diese Bohrlöcher waren der Schatten in seinem sonst so friedlichen Leben. Vor fünf Jahren hatte so ein superkluger Industrieller angefangen, an der Waldgrenze bohren zu lassen und die ' Leute mit der Aussicht auf. eine Kohlengrübe und kolossale Löhne verrückt gemacht. Der Oberförster hatte nie

! -

..IiiÄWM"

n

Vornan von Moritz v.Neichenbach 54 54 fc- -$ Ai 44 i d H 54

oaran glauben wollen, aver wegen o Wildgitters, an den fremden Grenzer entlang, hatte er damals wieder einmal bei der Generaldirektion gründlich Lärm geschlagen. Und der alte Graj Dardo, der damals noch lebte, hatte schließlich seinen Wunsch erfüllt, oh aleick der Generaldirektor Koller, bei gerade neu in sein Amt gekommen war, es unnütz fand. Was verstand dei überhaupt von Wald- und Wildpflege! Das Wildgitter war nun freilich auch das einzig Gute, was bei der Bohrerei herausgekommen war, denn nachdem bis Unruhe und Heidenwirthschaft bei der Bohrlöchern etwa acht Monate gedauer! hatte, zeigte es sich, daß der Oberförste? recht hatte: die ganze Bohrerei lohnte nicht, man hörte auf damit. Die Arbeiter verliefen sich und waren froh, wieder bei den Waldarbeiten anzukommen. Jetzt, seit ein paar Wochen, war nur die Wirthschaft drüben wieder losgegangen, aber jetzt hatte es sich der Oerförster streng verbeten, daß in seine: Gegenwart die Rede davon war. Er wollte sich nicht wieder halb todt ärgern, wie vor fünf Jahren, und er wartete in Geduld, daß der Himmel dem Greuel wieder ein Ende machen würde. Nur die Eichenschonung hatte er vermieden, weil die dort in der Nähe lag. Aber heute an seinem Geburtstage faßte er den Entschluß, 'mal wiede: nachzusehen und den Aerger nicht erst in sich aufkommen zu lassen, denn: Das thust Du mir nicht an, lieber Gott, daß Du mir, das fremde ArbeiterVolk meinen Wildstand ruiniren und den Rauch meine Bäume vergiften laßt." murmelte der Oberförster und faltete dabei unwillkürlich seine breiten Hände. Er hatte den Rückweg angetreten. Bald lag die Oberförsterei wieder vo? ihm mit ihrem rothen Dach, ihren grünen Fensterländen und dem mächtigen Hirschgeweih über der Hausthür. Ein ferner Kuchendnft kam dem Oberforster entgegen, und in die Thür trat jetzt eine schlanke Mädchengestalt und spähte. in emer Hand einen Strauß Feldblumen und die andere zum Schutz gegen die Sonne über die Augen hältend, den Waldweg hinab, der nach der entgegengesetzten Seite führte.' Ho, Käthe!" rief der Oberförster, und in seinen Augen blitzte es auf von :iner so jugendlichen Fröhlichkeit, als ob nicht Krähenfüße und Fältchen jede? Art diese Augen umgeben und allerlei silberweiße Fäden sich nicht in des Oberförsters volles Haupthaar und in seinen braunen, dichten Bart gemischt hätten. Papa," rief eine junge, frohe Stimme ihm entgegen, und Käthe eilte auf ihn zu und schloß ihn in ihre Arme. Mein lieber, lieber Papa!" Er küßte ihr die guten Wünsche von den rothen Lippen und nahm den Strauß Waldblumen aus ihrer Hand. während fein Blick mit väterlichem Stolz über ihre blühende Gestalt glitt. Na ja, na ja," sagte er lächelnd, das Jahr muß doch gut werden, erst der Fasan und dann Du und als dritter Gratulant die Mutter," fügte er hinzu, sich zur Thür wendend, wo die Frau Oberförsterin soeben erschien. Zwischen Frau und Tochter betrat er das Wohnzimmer. Da' stand der Streuselkuchen" mit dem bunt bekränzten Lebenslicht" auf dem Früh stückstisch, und allerlei gestickte Herrlich leiten umgaben die Tasse des Oberför sters. Er bewunderte alles und saß endlich im Gefühl seiner Feier" auf dem bekränzten Stuhl vor seinem Kaffee. Keine Nachrichten von Otto und Karl?" fragte er. Frau Gustel schüttelte den Kopf. Mem kleiner Finger sagt mir, die kommen heute selbst zum Gratuliren! meinte sie. Der Oberförster lächelte. Kann sein, 's ist ja Sonntag der Otto kommt gewiß mit seiner Frau, aber de: Karl der arme Maulwurf Ei was," meinte Frau Gustel, den brauchst Du nicht zu bedauern, der Junge ist vergnügt wie nur einer, und neulich schrieb er, er hätte Aufsicht. Obersteiger zu werden. Obersteiger da kriegt er sechstausend Mark Gehalt mit seinen dreißig Jahren und wir haben's hier nicht über viertausend gebracht. Luft und Licht lassen sich rncht be zahlen, Gustel, und die entbehrt er bei seiner Arbeit unter der Erde. Na, abei ich habe mich ja drein ergeben, wenn's mir auch nie lieb sein wird, nun das sage ich heute noch: der Karl Ware mch Beramann aeworden. wenn der ver 'wünschte Schulmeistersbengel, dei Berga nicht gewesen Ware. Der mehr schuld daran als Du. Gustel, denn hier im Hause wäre ich am Ende noch gegen Dich aufgekommen. Abe.' der Berga mit seinen Ideen saß ihm immer vor der Nase, süon in der Schule. Der Otto war darin gescheiter. Der hat sich von diesem Streber nichts vormachen lassen."

vta, alter, sei gut und laft du

klten Geschichten ruhen, 's ist ja aanz schön mit der Forsterei aber zu Gelde kommt man doch nicht dabei." Haben wir nicht unser gutes Auskommen, und sind wir nicht zufrieden? Was. Käthe?" Käthe streichelte seinen Scheitel. Freilich, Papa!" Na da hörst Du's, Gustel!" Ja, Du und die Käthe, Ihr versteht Euch natürlich, aber die jungen Leute von heutzutage machen doch mehr Ansprüch: an's Leben. Unser Otto freilich, der ist fein heraus mit dem Gute. aber so trifft es doch nicht jeder!" Der Oberförster brockte ein großes Stück Streuselkuchen in seinen Kaffee. Wenn's die Jungens 'mal, so haben wie ich, können sie zufrieden sein." Frau Gustel lächelte vor sich hm mit einem Ausdruck, als wollte sie sagen, daß sie für ihre Jungens" denn doch etwas mehr Ansprüche machte. Ihr ältester, der Otto, schien diese Ansprüche mütterlichen Ehrgeizes auch zu rechtfertigen. Er war Landwirth, hatte das benachbarte Gut eines alten Oberamtmanns bewirthschaftet, dessen einzige Tochter geheirathet und war nun nach dem Tode des Schwiegervaters Rittergutsbesitzer. Der zweite Sohn, Karl, war auf dringenden Wunsch der Mutter und zum Verdruß des Vaters, der einen Forstmann aus ihm machen wollte, nach absolvirter Schulzelt zum Bergfach gegangen. Frau Gustel hatte eine Schwester,, die an einen Betriebsleiter im Hüttenbezirk verheirathet war, und die Einnahmen des Schwagers, verglichen mit den Einkünften der Oberförsierei, hatten bei 'Frau Gustel den Ausschlag bei der Berufswahl ihres Sohnes gegeben. Sie war eme viel zu frohlebige Natur, um geizig zu fein, aber sie hatte doch eine gewisse Hochachtung vor Geld und Geldeswerth, und da ihr Alter", ein sehr schlechter Rechenmeister war, so führte sie die Kasse, was ihre Werthschätzung alles Mammons vergrößerte, während es bei dem Oberförster die Ueberzeugung befestigte, daß die Geldquackelelen doch nur ein nothwendiges Uebel seien wie etwa die große Wäsche oder das Generalreinemachen, weshalb sie, sofern sie nicht die Forstwirthschaft betrafen, m das Weiberressort" gehörten. Vor der Oberförster wurde das Rollen eines Wagens hörbar. Käthe sprang auf. Das ist Otto!" rief sie, und im nächsten Augenblick klangen die Stimmen der Ankommenden im Hausflur. Der Oberförster folgte Käthe und nahm mit einem strahlenden Lächeln die Gluckwunsche von Sohn und Schwiegertochter entgegen, die sich mit an den Fruhstuckstlsch setzen und den Geburtstagskuchen Probiren mußten. Fehlt blos noch der Karl, und de? kommt sicher auch noch," sagte der Oberforster, wahrend er die frisch gestopfte Pfeife aus Käthes Händen entgegennahm. Nu soll mir einer sagen, wem's besser geht als mir! Und mit dem Ausdruck emer Km derfreude schweiften seine Augen über den Kreis seiner Angehörigen durch das sonnige Zimmer mit seinen hellen Mobein und weißen Fenstergardmen und hinaus zu den grünen Wipfeln, die durch die Fenster hereingrüßten. Otto Waldow warf emen schnellen Blick zu seiner jungen Frau hinüber. Frau Emma begegnete diesem Blick mit einem ernsten, fast beschwörenden Ausdruck. Otto verstand sie: sie wollten dem Vater die Geburtstagsfreude, die dieser sich mit so manchen anderen liebgewordenen Gewohnheiten bis in's Alter hinübergerettet hatte, nicht verderben, sie wollten schweigen so lange als möglich. Nach dem Frühstück ließ der Oberförster anspannen und fuhr mit Otto hinaus in den Wald, um die Eichenschonung zu besehen. Was hattest Du mit Otto?" fragte Käthe ihre Schwägerin, Ihr saht Euch so sonderbar an. Hast Du's bemerkt, Käthchen ach. ich möchte es dem Papa so lange als möglich ersparen aber denke nur, es wird nun doch Ernst mit der Kohlengrübe." Was Du sagst!" rief die Oberförsterin, und Emma erzählte, daß die Aktiengesellschaft, die das Terrain erworben hatte, bei ihren tiefer geführten Bohrungen bedeutende Flötze und zuletzt sogar Coalskohle gefunden habe, so daß nun große Anlagen industrieller Art dort gemacht werden sollen." Coakskohlen!" wiederholte dieOberförsterin. die durch ihren Schwager im Jndustriebezirk ein wenig orientirt war, das ist ja was Seltenes und Hochgeschätztes hier in Oberschlesien. Ist denn das sicher?" Emma nickte. Ja, bei uns ist das ganze Dorf in Aufregung, und es soll ranz sicher sein." Na, das wollen wir dem' Papa heut nicht sagen, das würde, ihm den ganzen Geburtstag verderben." Otto ist's auch gar nicht recht," ful)r die junge Frau fort, er sagt, unsere Arbeiterverhältnisse würden dadurch ganz verdorben werden, die Leute würden alle hinlaufen, weil die Löhne höher sein würden, als wir sie zahlen können." - Ach," meinte die Oberförsterin, unser junges Arbeitervolk läuft ja jetzt doch nach Sachsen; ob sie dann in der Grube arbeiten oder mit der Bahn auf und davon fahren, um erst im Winter wiederzukommen, das bleibt sich gleich. Der Otto muß es halt machen wie die anderen und muß, Galizier zur Feldarbeit kommen lassen!" Die Galizier sind ß.Ux tbeurer als

unsere Leute und müssen auch noch di Kost bekommen und Wohnung," bemerkte Emma nachdenklich. Dtt arme Papa, draußen wird er es ja doch erfahren," seufzte Kcllhe. Die Oberförsterin schwieg eine Weile. Seht 'mal, Kinder," sagte sie dann, als sei sie jetzt mit sich in's Reine gekommen, er stellt sich das auch schlimmer vor, als es schließlich ist. Wenn sie hinter dem Walde die Kohlengrube aufthun, bis hierher kommen sie doch nicht, der Wald bleibt stehen, und was sie dahinter treiben, geht uns nichts an. Und unsere alten, eingerichteten Arbeiter aus der Waldkolonie, die werden auch nicht unter die Erde kriechen, dik sind das Arbeiten in der freien Luft gewöhnt von Großvaters Zeiten her. Aber mehr Hühner werden wir anschaffen, Käthe, und eine Kuh mehr auffiellen, denn Butter und Eier werden theuer werden, wenn mehr Menschen in die Gegend kommen." Und, resolut wie. sie war, ging sie gleich mit den1!öchtern in den Hof, um zu sehen, welche Einrichtungen sich da treffen ließen, damit die kleine Oekonomie vergrößert würde. Man wird das heimlich machen müssen," sagte sie. denn der Papa wird nichts davon wissen wollen, aber ich sage: Wald und Feld nährt heutzutage die Leute nicht mehr allein, und die Industrie ist gar keine Teufelserfindung, wie der Papa meint, sondern eine ganz gute Sache und, Kinder, wenn der Karl etwa an der neuen Grube angestellt würde denkt doch, wie schön das wäre!" Wenn der Otto nur nichts sagt," flüsterte Käthe, sich an Emmas Arm schmiegend, der Papa wird so unglücklich sein!" Gegen Mittag kehrten die beiden Herren zurück. Käthe lief ihrem Vater entgegen ein Blick in sein Gesicht genügte ihr, um zu wissen: Otto hatte es ihm gesagt. Zärtlich schloß sie ihn in ihre Arme. Gräm' Dich nicht, Papa, es wird nicht so schlimm werden, wie Du denkst!" flüsterte sie. Er strich über ihren Scheitel. Laß nur, Käthe, das verstehst Du nicht!" Aber siehst Du, der Wald und unser Haus und die Mama und ich, wir bleiben doch alle unverändert!" Er machte sich von Käthes umschlingenden Armen los, und ein Zucken lief über sein vettergebräuntes Gesicht. Nichts bleibt hier unverändert, wenn die Industrie bei uns einzieht, nichts und Niemand, als vielleicht ich und

gerade deshalb könnte ich mich ebensogut gleich begraben lassen! 2. K a p i t e l. n der Schenke 'von Pronowitz herrschte an diesem Sonntag reges Leben. Wie ein Lauffeuer hatte das Gerücht sich verbreitet, daß es nun doch Ernst würde mit dem Abbau der Kohlengrube. Das Terrain, auf welchem die Grube sich befand, hatte früher zum Gute gehört und war vor Jahren von einem spekulativen Kopfe käuflich erworben worden. Dem Unternehmer war dann das Geld ausgegangen, und so kam es, daß die angefangenen Arbeiten jahrelang nicht weitergeführt wurden. Dann hatten allerlei Spekulationen den Mann wieder in die Höhe gebracht; es war ihm gelungen, ein paar Kapita-

listen für die Sache zu interessiren, und als die Bohrungen nun tiefer fortgeführt wurden, war man auf die in Oberschlcsien besonders gesuchten Coakskohlen gestoßen. Die '"Schenke war damals, .als die Bohrungen begannen, neu gebaut worden und hatte mit ihrer stattlichen zweiten Etage und ihrem Schild Gasthof zur Kohlengrube" wie eine Verheißung auf bessere Zeiten dagestanden und stolz auf die -Strohdächer und Holzhäuser des Dorfes herabgesehen. Dann, als die Arbeiten ruhten und der tiefe Waldfrieden wieder über, der Gegend lag. hatte der Gasthausbesitzer Bankerott gemacht,, fein Nachfolger ersetzte das Schild mit der Kohlengrube durch eins mit der Aufschrift' Zum grünen Baum" und half sich dann schlecht und recht durch, über das für den hiesigen Verkehr viel zu große Haus schimpfend. Heute stand er strahlend vor der Hausthür und erzählte dem Landvolk, das sich in seltener Menge einfand, nun bräche das goldene Zeitalter herein, und die Bauern würden sich wundern, was jetzt aus dem Dorfe werden würde. Und die Wirthin saß mit ein paar Gevatterinnen unter der Laube und berichtete, wie -sie die zwei Fremdenzimmer, die bisher als Speicher gedient hatten, nun in der größten Eile habe wieder herrichten müssen, denn schon heute Abend mit dem letzten Zuge kämen zwei Herren," die im Wirthshaus wohnen wollten, sogar telegraphirt hätten sie, ob hier ein Unterkommen wäre, und ihr Mann habe gar telegraphisch antworten müssen. Und .sie zog die zerknitterte Depesche aus der Tasche und übersetzte sie in die polnische Sprache, die ihren guten Freundinnen und getreuen Nachbarinnen doch geläufiger war als das Deutsche. Das gab ein Wundern und Vermuthen, und die Depesche ging von Hand zu Hand. So etwas bekamen sonst doch nur die Herrschaftsleute ja, ja aber jetzt würde das alles anders werden, mit der Depesche fing es an, und nun würden wer weiß was für gute Sachen unter die armen Leute kommen. Der Walek hatte gleich den ersten Verdienst, denn der holte die Herren von der Station ab mit seinem Korbwagen, und er würde drei Mark für den Wagen verlangen. "' (Fortsetzung folgt.)

WßmvdWöW

vandalia ' Abgang St. Louis Spcl., tägl .. 12 30Vm St Lome Lto täglich s d & b 6 5Jlm Capital Erprek tag! b d . . . . 7 0053m St ouiö Ac tägl 7 26Bm Ch St L Erpreß täglich ds.it 2lNm St Loui, Ezpreß tägl 3 159 T Hd Isingya Äec tägl. 4 00 Rm StLgaftMatl täglich.... 8 3551

Qeveland, Qncinnatt, Qzicago & St. konts Hattoaj.

Eleveland Abgang American Expreß täglich 4 2055m Mumie FtA5 ck B H Erp. 7 LOVm N g z?B Lim täglich S d... 7 3025m Clevland Accom 10 4593m Anderson Exp . 113035m N S d B Lim, tägl d s.. .. 2 SöNrn Union Eith St Elkh Aee tägl 5 SONrn nickerbocker Sp tägl d cks.. 6 20hm öt. LouiS New Fork Ltd tägl s.. 12 2033m St LolttS Accom.. 7 IbVm Southweftern Lim tgl d s. . .11 46Vm St. LouiS Ltd tägl d s 3 15Nm Tene Haute fe WlaVn Aee.. 5 OOAm American Ezpreß tägl 7 05Nm Cinc,3ndp!S KStS Ex tg! s 11 60Nm Cine innat Cin & LouS Rachtervreß tgl s 3 46Vm St Louö & Cin Nachterp tg 4 30vm Cincinnati Exp täg 7 30Bm Cincinnati Accom 1 OONm Cincinnati Lim tägl p 2 6591m LouiSville Expreß 2 655tm Cinc & Wash F L tg d p 6 S05tm Chicago Wcago Nachtexpeeß tägl s.. 12 l5Bm Kankakee Accom ......... 7 OOVm Chicago Faft Expreß tgl d p 11 60Vm White City Special d&p. 3 205km Lagayette Accom 6 26Nm Mich Benton Harbor Expreß. .... 7 Michigan Mail Erpreß p. . .11 Elkhart Aee täglich 6 Peria Qeoria Expreß täglich s ....12 Peoria Expreß öe Mail 7 Western Expreß täglich p d. .11 Champaign Aceorn 4 Voria ColumbuS Expreß tägl...... 4 25Bm Ohio Special tägl 3 00Nrn Lynn Accom 6 16Nm

pittsburgh, Oncinnatt, Chicago & St. lonis R'?. ; Indianapolis Division. Abgang Anknnst Pittöburg Special, tägl s .. 3 30Vm St LouiS Spezial tägl.. 12 10A ColumbuS Accom tägl 7 30Vm St LouiS Lim täglich s d d. . 645? New Aork Expreß täg d. . . . 8 10Vm Capital Expreß täglich sd. . . S 508 Keystone Expreß tägl d k s. 3 059lm Chic 6 St L Expreß tgl d .12 ION Atlantic Expreß täglich ... 5 OONm Indianavolis Accom 12 405? . N S Lim täglich s d b.... 6 609?m St Louiö Expr tägl d& 8.. 3 055? Pittöburg Expreß, tägl Ld.. 7 05Nm Nimmt keine Passagiere tgl- 8 80N Chicago Divisi c n. Chicago Special, tglpd .. 113633m Southern Expr täglich ,. . . . 3 153 Lou & Chi g Expr täglich s 11 60Nm Chic & Lou Expr täglich p d S 405? SsuiSville Division.

Southern Expreß tägl g 3 35Bm Pittö & Lou g Ö tägl ... 7 OOBm Mad Aee nur Sonnt 7 30Bm LouiSv & Madison Aceoa.. 8 0533m Chicago äoLougL täglich p d 8 56Nm Madison Accom tägl 3 65Nm LouiSville Accom tägl 6 4LNm Indianapolis & Cairo & Bineen Expr täglich 7 20Bm vineenneö Expreß tägl 3 505? Spencer & Bedford Ae, tägl. 4 4öNm

Cincinnati, amilton & Dayton R. R. Cincinnati Division. Abgang Anknns Cincinnati Lest täglich ..'.. 4 OOVm Cincinnati Vestibüle täglich 12 452-, Cincinnati Accom täglich. .. 6 05Vm Fast Mail täglich 35C gast Mail täglich s .... 8 058m Cincinnati Expreß täglich.. 10 05Jm Cincinnati & Det Expr p. .10 40Vm Cin Chi St S Ex tgl p..ll 455? Cin . k Dayton Beft. Slt p 3 005?m Cincinnati Best ä k p 3 865? Cincinnati Best täglich d p 5 OORrn Cine & Snd Accom p.. 7 24H Cin k Detroit Expreß täglich 7 025? Cin 3nl St 2k yeo Ex tg t&clO 405? Springield Division. Abgang Nntnnst Springsteld Mail 7 3093 Springsield u Decatur Expreß 6 OOB a Chicago Erpreß p ...11 60Vm Decatur Aceorn 10 8l B Decatur Aceom 3 305? Cincinnnati Expreß täglich p 2 455! Dect & Springf Exp tg , d.ll 105! Springsield & Decatur Expr. 4 40Nm Cafe rie 6c Western R. R. Abgang Ankunst Ma'l uul Expreß.. ...7 löVm Indianapolis Expreß 10 253a

X Der k M d Ex täglich.. 12 20N Sncl.. nur SonntaaS..l2 Z6N Chicago Erpre?.. ... ...... S 405

Chicago, Indianapolis 8c kouisv ille R?. (ZNonon Aoute.) Abgang Qndmst Chic Vight Expreß tägl .. .12 55V Cincinnati Best tägl s 3 353 ffaft Mail täglich 8..... 7 005Z stav Mail lagliö 7 603 Chi Expreß, nur Son,xd..ll 60? Nonon Aetägl auögSenn,10 OOF Fhi k Mch City Best dp.. 8 8551 Cincinnati Oest täglich d p. 4 525? Monon See,... 4 0)5s 0ia C.H. & O. Ny., (5Zest) nnb Nsachd'ale.

Chicago Expreß p .11 iZZzz aUlttit Ceeper. Pzzlzi C t C

l7KtzVVwN

line. Ankunst Pittöbu g Spcl, täglich 8.. 3 203 New Sork Expreß täglich sd 6 600 Schneller Mail täglich.... 7 553 Terre Haute Efsing Aee tg 10 25V Keyjtoze Sxpred täglich dL. 2 605k Atlantic Erpreß täglich .... 4 4551 The Ng Limited tägl sdb 6 46N Pittsb Erp, iägl s d".... 6 5551 Divisils. AnkiNzt ..12 102 .. 9 3SBN . . 10 40V ..112? .. 2 45Nm . . 3 0MM .. 6 455? .. 8OO3?ci New gork Ltd tägl 8 d... Union City Accom, tägl. . gort Wahne & EH Erpreß Southweftern Ltd tgl d s.. Anderson Expreß p St Louiö Ltd tgl d s American Expreß tl glich.. B H d Union City AeeM. Division. American Expreß tgl. ...... 4 JndS Col u Dayto Ex tgl 8 4 St. LouiS Expreß tägl s.... 7 OOVm 20Vm l5Vm 3SVm 60 3 SA 555? Mat'n kZ Haute Acc 10 Ä g k Boöon Lim tägl 6. 2 St LouiS 'Accom 5 Knickerbocker Sv tägl s d . . . . 6 i Division. CincinnatiAcc 10 Chic k St L Expreß tgdcksll Louö StLck Chicago Expreßll White City Spezial tägl p.. 3 Indianapolis Accom täglich. 6 Eine JndS KStLExtg ..11 Cinc & Louisv Nachtekp tgl sll Division. 2655a 36V 36VQ OZR 40X 405! 505l Cine Nachtexpreß, tägl ... 3 36V Kankakee Accom 10 30V Cme gaft Expreß tägl p d.. 2 40Nrs La gayette Accom ö b05?n Cine & Wash F S.,p . 6 05Nu

igan Division. OOBrn Elkhart Aeesrn nur Sonntags 9 L6V 8SVm Elkhart Expreß .10 403 20Nm Benton Harbor Expreß p . . 2 455? Michigan Exeß . 8 005? Division westlich 1033m ColumbuS & s,:ne Exp tgl 3 30L 2SBm Champaign Accom .10 36V 60Bm R V & Ohio Special . ... .. 2 405? 10Nm Peoria Expreß täglich p&d 6 085? Division östlich.

ColumbuS Expreß tägl ...12 05Nts Lhnn Accom 10 003a ColumbuS Expreß kägl 113033 Louiö v & Madison Aee tägl 10 10? ChieFStäglpd 11 30V LouiSville u. Madison Aee.. ö 403a Louiöv & PittSb F L täglich S 36N Madison Accomm Sonntags 8 16V Lou & Chi F Expr. täglich, 11.35 tt$l vincennes R. R. Spencers Bedfsrd Ac, tägl. S 46V BineenneS Expreß täglich.. 10 30? Cairo Expreb täglich. ...S 155! J-disnaplS Spcl,ScnntagS 10 30Nm Mail Ervreb.. 3 265?. ToZedo Expreß 9 45 Ctinnitt Ccepp... . 2 573 - 7 !; . ZZZtt . D.-Dixi2 C