Indiana Tribüne, Volume 28, Number 108, Indianapolis, Marion County, 28 December 1904 — Page 6

Ittdiana Tribünc, 2R. Dezember 190a

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(Europäische Nachrichten. Frorinz Scörcsien. V r e s l a u. In dem Lagerleller der I. G. Knauer'schen Likörfabrik, Neuschestraße 26, erfolgte auf unaufgeklärte Weise die Explosion angesammelier Dämpfe. Der Mitbesitzer der Firma, Maurermeister Friedrich Kabus, erlitt durch die Erplosion schwere Brandwunden. Seinen Verletzungen erlegen ist der 31 Jahre alte Tischlergeselle Paul Schöbel, der in einer Werkstatt Neue Junkernstraße 11 schwer verunglückte. Er hatte Bohnerwachs gekocht und als die Masse über lief, soll er versucht haben, mit seiner Schürze die auf dem eisernen Ofen emporzüngelnden Flammen zu-ersti-cken, wobei seine Kleidung in Brand gerieth. Durch die Flammen entstanden an seinem Oberkörper schrecklich anzusehende Brandwunden. Altwasser. E::i gräßlicher Unglücksfall ereignete sich auf der Segen-Gottes-Grube. Der Schlepper Gottwald fuhr als letzter zur Schicht ein und nahm eiserne Schienen im Förderkorbe mit hinab. Als er in der

Grube die Schienen ausgeladen hatte und in gebückter Stellung im Begrifs war, den Förderkorb zu verlassen,g!ng dieser plötzlich in die Höhe. Dadurch wurde dem Gottwald der Kopfe vom Rumpfe abgeschnitten. Brock au. Auf dem GllterbahnHofe verunglückte der Lampenwärter Uko; ihm wurde ein Theil des rechten Fußes abgefahren; auch erlitt der Bedauernswerthe bedeutende Wunden am Kopf. Glerwtk. In der im 2. Stockwerk befindlichen Wohnung des Mau rers Franz Miketta kam ein Stubenbrand zum Ausbruch, bei dem die beiden 3 und 5 Jahre alten Kinder, Johann und Franz, die von ihren Ettern in der verschlossenen Wohnung allein gelassen waren, in den. Rauchwolken erstickt sind. Hermsdorf. Zu Tode verun glückt ist der 47 Jahre alte Berghauer Herm. Würfel auf der Glllckhilf-Frie-denshoffnungsgrube. Er wurde von einem herabfallenden, großen Stück Kohle an der Schläfe getroffen und sofort getödtet. Frovittz ?ofen. Posen. Dem,Justizhauptkassen rendanten Rechnungsrath Schild wurde der Kronenorden 3. Klasse, dem Medizinalrath Dr. Panienski der Rothe Adlerorden 4. Klasse, dem Eisenbahnstationsassistenten a. D. Schulze der Kronenorden 4. Klasse und den pensionirten Eis enbahnlademeistern Filitz und Jonscher das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Bromberg. Verschwunden ist der Drogeriebesitzer Karl Kratz, InHaber der' Viktoria-Drogerie. Nach einem Befunde muß angenommen werden, daß Selbstmord durch Ertränken vorliegt. ES wurden an einer Stelle der Brahe ein Portemonnaie mit Inhalt, eine Taschenuhr und ein Notizbuch gesunden, aus welchem sich ergab, daß die Sachen dem Krak gehören. Vermißte litt schon seit längerer Zeit an nervöser Ueberreizung. D a b r o w o. Der Lehrer Kurpisz feierte sein LOjähriges Dienstjubiläum. An seinem gegenwärtigen Wohnorte a'mtirt er bereits 35 Jahre. I n o w r a z l a w. Der ziemlich bejahrte Rentier Kotzendorff wurde auf dem Hausflur seines Hauses, an der Treppe liegend, todt aufgesunden. Man nimmt an, daß er in der Dunkelheit von der Treppe gestürzt st. Unter großer Betheiligung wurde der im Alter von 81 Jahren gestorbene Stadtälteste Aaron Kurtzig bestattet. K l a d a (Lissa). Die Scheune . des Ackerbürgers Wilhelm Fechner brannte vollständig nieder. Sämmtliche Erntevorräthe und landwirthschaftlichen Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Es liegt offenbar Brandstiftung vor. Ostrowo. Bei einem in der Wohnung der, Arbeitersfrau Czekala in Teklinow ausgebrochenen Stubenbrande haben sich von ihren drei eingeschlossenen Kindern zwei solch' schwere Brandwunden zugezogen, daß sie hoffnungslos im Krankenhause darniederliegen. Maurer Stanislaus Stefanski aus Gorzupia ist von einer umstürzenden Giebelwand verschüttet und auf der Stelle getödtet worden. Strelno. Der Klempnermeister Helmut Rettig von hier hat sich in der Königl. Forst Mirau erhängt. Die Veranlassung zu der unseligen That ist im unglücklichen Familienleben zu suchen. . lisch. Der zehnjährige Sohn der Wittwe Wöllnitz zu Uschhauland verunglückte beim Dreschen. Provinz Sachsen, Älven sieben. Der Holzhauermeister Friedrich Kampfhenkel und seine Ehefrau begingen die Feier ihrer goldenen Hochzeit. Brckenriede. Einen bedauernswerthen Unfall erlitt die Ehefrau des Zimmermanns Joachim Trapp ier. Sie glitt beim Abschneiden von Runkein aus und traf dabei mit dem Messer ein Auge, so daß dieses sofort auslief. Die Verletzte wurde nach Göttingen in die Klinik gebracht. Erfurt. In der Dampfziegelei von Voigtritter in Elxleben ereignete sich ein Unfall. ..Der Arbeiter Voigt von hier war mit döm Herunterlassen mehrerer nserner Kippwagen von den Kalköfen teschäftigt. Dabei zog er sich eine Verletzung am Kopfe zu, welche

eine leichte Gehirnerschütterung zur Folge hatte. Falkenberg. Dem Lausburschen Lindner fiel ein Bierfaß auf Kopf und Brust und verletzte ihn so schwer, daß er alsbald starb. H a l l e. Das goldene Jubiläum im Dienste der Steuerverwaltung beging hier Steuerinspektor Jacobs. Der Finanzminister und der Provinzialsteuerdirektor zu Magdeburg sandten durch einen Eommissar, Dorgerloh, herzliche Glückwunschschreiben.. Liebenwerd a. Der siebenjährige Sohn des Windmühlenbesitzers Schnelle in Gordon'kam dem Getriebe der Windmühle zu nahe und wurde von diesem erfaßt, wobei der Kopf des Knaben buchstäblich zerquetscht wurde. Das 2jährige Kind des Wirthschaftsbesitzers A. Richter in Prosen spielte an einer an der Wand angelehnten Egge. Diese fiel um und aus das Kind, das sofort todt war. N e u p l a t e.n d o r f. Gottfried Lehmann feierte mit seiner Ehefrau in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Salz wedel. Rangirer Niebuhr von hier wurde auf dem hiesigen Bahnhof von einer aus der Richtung Pretzier einfahrenden Lokomotive überfahren und sofort getödtet. Der Verunglückte war seit einem halben Jahre verheirathet. Zeitz. Unter starker Betheiligung der Gemeinde beging Pastor Becker sein silbernes Amtsjubiläum und seine silberne Hochzeit. Frovinz Kannsver. Hannover. Von einem einstürzenden Gewölbe begraben wurden in Jsernhagen an der Chaussee zwischen diesem Orte und Bothfeld sechs Bau. arbeite?, von denen einer getödtet, drei schwer und zwei leicht verletzt wurden. Die eingestürzten Gewölbe bildeten die Anlage einer Campignonzüchterei. Der Arbeite: Lohfeld, ein noch unverheiratheter Mann, wurde furchtbar verstümmelt als Leiche unter den Trümmern hervorgezogen. Außerdem erlitten noch die Maurer Lohmann, Künneke und Ogilwi sehr schwere Verletzungen, die ein Aufkommen bezweifein lassen. Einer dieser Schwerver letzten, die ins Clementinenhauö überführt wurden, hat bei dem Unfall beide Beine verloren, einem anderen wurden die Arme von den Steinmassen abgeschlagen. Leichter verletzt wurden außerdem noch die Arbeiter Wessajes und Haarstrich. Sämmtliche Verletzte sind Familienväter. A l f e l d. Kürzlich spielten auf der Seminarsiraße die Kinder des Schuh machermeisters Witte mit einem Flitzbogen. Dabei wurde das dreijährige Töchterchen durch einen Schuß ihres fünfjährigen Bruders ins Auge getroffen. Das Kind wurde schleunigst nach Göttingen in die Klinik gebracht. Das verletzte Auge war nicht mehr zu retten, es mußte entfernt werden. Leider ist aber auch das andere Auge gesährdet. E m d e n. Bei dem letzten Sturm wurde der Matrose Voellers aus dem Bezirk Minden vom Loaqer Juno" der Dollar - Fischerei über Bord geschlagen und ertrank. ' G e e st e m ü n d e. Im benachbarten Schiffdorf ist das Wohnhaus und die Scheune des Landwirths Johann Linnemann niedergebrannt. Es wird Brandstiftung vermuthet. Hage-nohsen. Der Tagelöhner Wilhelm Blume war mit einem Domänengefpann beim Zuckerrübenfahren beschäftigt. Als er einen leeren Wagen zum Rübenaufladen an eine Rübenmiethe rücken wollte, fiel Blume plötzlich um und war auf der Stelle todt. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. Pe ine. Im großen RathhausSitzungssaale fand in . Gegenwart sämmtlicher Magistratsmitglieder, des Bürgervorsteher - Worthalters Seckel sowie der städtischen Bureau- undKassenbeamten die offizielle Verabschiedung des in den Ruhestand tretenden Stadtkämmerers Fortmüller statt S t a d e. Von einem schweren Schicksalsschlage wurde die Familie des Arbeiters Scheel in Allwördenerdeich betroffen. Der 11jährige Sohn gerieth in einen Außendeichsgraben und ertrank. Die vom Schicksal verfolgten Eheleute haben jetzt das dritte Kind durch Ertrinken verloren. Wilhelmshaven. Ein betrübender Unglücksfall hat die Familie des Schmieds Schlette . betroffen. Während die Frau Vorbereitungen zum Umzug traf, entdeckte das zweijährige Söhnchen ein Fläschchen mit verdünnter Salzsäure und trank davon. Trotzdem vom Arzte sogleich Gegenmittel verordnet wurden und obgleich die Salzsäurelösung schon lange aestanden hatte und somit fast verflüchtig! war, starb das Kind nach qualvollen Leiden. Frovl,rz Westsarerr. Münster. Dem Landgerichtspräsidenten a. D., Geheimen Oberjustiz;atr) Thomsen, wurde der Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern, dem Landgerichtsrath a. D. Adolf Freusberg zu L i m b u r g a. L. der Rothe Adlcrorden 4. Klasse, dem Superintendenten a. D. Vaersch zu Marbürg, bisher in D r i ku r g, der Kror.enorden 3. Klasse und dem Werkführer Ferdinand Drölle zu S u n d e r n, Kreis Arnsberg, das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Altenvoerde (Schwel m). Beim Abladen von schweren Ersenröh-

ren verunglückte der Arbeiter Carl Schröder derart, daß ihm ein Fuß abgetrennt wurde und er so schwere Verletzungen erlitt, daß er später starb. Ein anderer Arbeiter erlitt einige Abschürfungen. . . Dortmund. Auf der Zeche Courl ereigneten ch mehrere Unfälle. Der Bergmann Sakalovski gerieth unter Gesteinsmassen und erlitt derartig schwere Verletzungen, daß er starb; später kam der Bergmann Hanke der elektrischen Leitung zu nahe und wurde sofort getödtet. Gelsenkirchen. Schwere Brandwunden erlitt die fünfjährige Tochter des Arbeiters Helfenstein, als sie einem von Kindern auf einem Kartoffelfelde angezündeten Feuer zu nahe kam. Der Tod trat bald darauf ein. Der wegen Sittlichkeitsverbrechen inhaftirte Arbeiter Salomon erhängte sich im Gefängniß. Hennen. Pastor Hennigs, ein weit über die Grenzen seines Sprengels bekannter und geachteter Priestergreis, wurde in der Dämmerung von einem Kuischwagen überfahren und schwer verletzt. I s e r l o h n. Infolge einesSchlaganfalles starb plötzlich der Commerzienrath Dr. Fleitmann im 77. Jahre eines arbeitsvollen Lebens. 23 Jahre war er Mitglied des Stadtverordnetencollegiums. Lüdenscheid. -Von einem betrübenden Unglücksfall wurde die Familie des, Müllers Gesler zu Peddensiepen betroffen. Das zweijährige Söhnchen war in einem unbewachten Augenblick dem Mühlteich zu nahe gekommen und hineingefallen. Erst nach längerem Suchen wurde die kleine Leiche aufgefunden. O st e n l a n d. Die Eheleute Konrad und Katharina Vuschmeier von hier feierten in der Kirche zu Haupt ihre goldene Hochzeit. Die Jubilare haben ein Alter von 84 bezw. 73 Iahren und erfreuen sich noch völliger geltiger und körperlicher Frische. 1 'NSeinprovinz. Köln. Die Ehcleute Jos. Dahmen haben durch notariellen Akt der katholischen Pfarrgemeinde von KölnSülz einen Bauplatz an der verlängerien Gustavstraße zur Errichtung einer neuen Pfarrkirche geschenkt. Das Geschenk hat einen Werth von mindestens 60,000 Mark. Düsseldorf. Der bei dem Brückenbau am Stadtgraben beschäfz tigte Maurerpoller Wilhelm Handkammer verunglückte, als er mit einigen Kollegen einen etwa 10 bis 13 Centner schweren Stein in die vorgeschrieben? Lage bringen wollte. Beim Transportiren glitt der Stein, der auf zwei Balken ruhte, aus und schlug auf den jungen Mann, welcher sofort todt lieqen blieb. Essen. Auf der hiesigen Zeche Vereinigte Saelzer und Neuak verunglückten durch das Aufstoßen eines Förderkorbes auf der achten Sohle 24 Bergleute, die theils schwer, theils leicht verletzt wurden. Bon den Verunglückten wurden 6 schwer und 16 leit verletzt; die meisten erlitten Arm- und Beinbrüche. Lebensgefährliche Verletzungen liegen nicht vor. Kreuz nach. Die Frau des Schumachers Krug aus dem benachbarten Sulzbach beging Selbstmord, indem sie sich und ihr Kind im Dorfteich ertränkte. Die Frau befand sich in anderen Umständen. Mühlheim amRhein. Eine Frau Gertrud Klein begab sich zum Bahnhof, um zum Begräbniß ihrer Mutter zu reisen. Im dichten Nebel bemerkte sie den herannahenden Zug nicht und lief direkt -gegen die Maschine. Sie wurde überfahren und war auf der Stelle todt. ' Solingen. Das Ehepaar Friedrich Wilhelm Fild und Katharina geb. Zink, Bungenhütte, beging die Feier seiner goldenen Hochzeit im Familienkreise, der 6 Kinder, 9 Enkel und 2 Urenkel umfaßt. Der frühere langjährige Arbeitgeber des Ehemannes überbrachte persönlich seine Glückwünsche. Wald. Das öOjährige Schleiferjubiläum des Herrn Bochem zu Rolsberg fand im Lokale des Karl Otto zu Mittel - Jtter statt.

T Eine recht lehrreiche Scene spielte sich in einer ConfitürenHandlung Unter den Linden in Berlin ab. Ein elegant gekleideter junger Mann wanderte längere Zeit vor dem Laden auf und ab, kam mehrmals bis zur Thür, kehrte aber immer wieder um, so daß er schließlich demGeschäftsinhaber auffiel, und dieser ihn beobachtete. Schließlich faßte der Fremde sich aber ein Herz, betrat den öaden und bat den Geschäftsinhaber um eine Unterredung unter vier Augen. Zögernd und stockend bekannte er dann, daß er vor vier Jahren bei einem kleinen Einkaufe eine Bonbonniere entwendet habe. Sein Gewissen lassen ihm über keine Ruhe, und er fei bereit, die Bonbonniere zu bezahlen oder zurückzugeben. Der junge Mann zog sie hierbei aus der Tasche und bat inständig, ihn wegen des Diebstahls nicht zu verfolgen. Der Geschäftsinhaber versprach ihm dies, lehnte auch die Bezahlung ab und nahm nur den gestohlenen Gegenstand wieder an sich, den er zur Erinnerung aufbewahren will. Sichtlich erleichtert und unter Dankesworten verließ der junge Mann den Laden.

Meik Dabcrsack's Zllircivcbrief

'. 371. Seöhrter Mister Edithorl Also ich will Jhne verzähle, wie der Schoh in den Tiejehter aus is gange. Es war schrecklich. Ich hen Jhne verzählt, daß die Piebels wo hinnig uns gesosse hen, immer gekickt hen, wie ich autseit gange sin, bikahs se hen dann immer for zehn Minnits lang nicks sehn könne. Well, wie ich von die Stehtsch reduhr komme sin, do is ja alles for e Weil ruhig gewese, awwer es Hot nit lang genomme, do is so en Oscher zu mich komme, der Hot gesagt, ich sollt emol for e Minnit nach die Backs-Offis komme. Ich hen awwer gesagt, natt an juhr Seif; hier sin ich un hier stehn ich, bis der Schoh iwwer is; wann mich dann Jemand sehn will, dann sin ich rettig for ihn, awer nit befohr. Die Piebels hier hen for ihre Tickets bezahlt un es is e Schehm, daß die so oft distörbt werde. Ich denke, ich hen e wenig laut gesproche, bikahs die Leut hen Widder wie alles gekickt un es hätt nit viel genomme, do hätte die Aecktersch an die Stehtsch gestappt zu äckte. Ich hen noch zu den Oscher gesagt, er sollt mache, daß er fort komme deht, sonst deht ich ihn enaus kicke. Do hrt er gesagt, do dehte mer noch später driwwer spreche un is dann endlich autseit. Den Weg war wenigstens for e Zeitlang der Friede hergestellt, awwer es Hot auch diesmal nit lang genomme. Der kleine Baldrians 'Bub Hot die ganze Zeit an sein Kendie getschuht UN wie er jetzt all uffgefresse war, do Hot er in einem fort gekrächzt un is uff sein Siet hin und he? gerutscht. Die Selma Hot ihn gefragt was die Mätter wär un do Hot er auch gestart zu greine; er bot glücklicherweis kein von seine rehgeller Hallers von sich gewwe un se Hot alles getreit, ihn zu beruhige. An die Stehtsch do is es jetzt artig interessting geworde. Do Hot sich den William Tell sein Kid unnig en Baum gestellt, Hot en Aeppel an sein Kopp gehabt un Hot sein Pa zugerufe, er soll jetzt emol den Aeppel erunner schuhte. Denke Se nor emol, das Kind Hot so still gehalte, als wann's von Stein wär ich hätt das nit duhn könne, ich hen so wk's war schon getrembelt wie alles. Well in. den feierliche Mohment, Hot Baldrians Kid seine Ma in einem fort gebattert un Hot gesagt, er müßt autseit gehn, er hätt e Bellerehk! Well do hätte Se awwer emol e Senfehschen erlewe könne. Kein Mensch Hot mer die Aecktersch gewatscht, all hen se nach unsere Roh geguckt un alles Hot geröhrt. Ich hen mich geschehmt wie alles un hen nit rechts un nit links geguckt. Der Bub Hot immer mehr gehallert und schließlich Hot en Mann hinner mich gesagt: For Hewwens Sehks, duhn Se das . Kid autseit! Ich hen denn auch mitaus e Wort zu sage den Bub beim Wickel genomme un hen ihn autseit geschleift un dabei Hot er in einem fort gehallert un Hot Gesichter geschnitte wie en Äff wann er Batrontasche wichst. Ich hen mich geschehmt, daß ich fast in die Erd versunke sin un die dumme Mensche hen gelacht, als wann ich der MehnGei wär un der Stoss an die Stehtsch wär blos en Seitschoh. Was mich am mehrtsche geärgert Hot, das war, daß der Christ un die Selma nit Buh gesagt hen. Die sin ganz ruhig sitze gebliwwe un hen geäckt, als wann das Kid gar nit zu sie belange deht. Well, ich hen ihn noch in Zeit autseit gekriegt um etwas schreckliches zu vermeide. Dann sin ich an die Ticket-Offis un hen den Dickens gerehst. Ich hen gesagt: Was is die Mätter mit euch Piebels ennihau? Zuerscht loßt Ihr mich zweimol Tickets kaufe und dann duht Ihr auch noch so en Toff von Oscher zu mich schicke for mich un all die annere Leut zu diftörbe? Ich will Euch nur sage, daß Ihr diesmal an den Unrechte gekomme seid. Ich stn der Scheriff von diesen hier Taun un wann Ihr mich jetzt nit reiteweg mei Geld rietorne duhnt. dann klohs ich euern Platz. Wisse Se was der Kunne gesagt Hot? Er Hot gesagt: Wege mich könne Se der deutsche Kaiser sein, for all was ich drum gewwe duhn. Wann en Burkler zu ketsche is, do- sage mir' Jhne gar nicks, awwer wann ebbes in unser Haus häppene duht, wo nur unser Bißneß is, do schmeiße mir jeden enaus wo sich nit beHefe duht un das is all un wann Sie sich nit beHefe wie en diesenter Schentelmann, dann wisse Se, was Se zu eckspeckte hen. WennSie hier erei wolle, dann müsse Se Jhne Ihr Fehr bezahle un mir gewwe gar nicks drum, ob sie biefor schon e Dotzend Tickets gekauft hen. Wenn Sie noch e .klein wenig Radau mache, dann schick ich for en Kapper un losse Jhne einronne, bikahs Sie hen unsern ganzeSchoh gefpeult." Wisse Se. mit en Toff gleich

ich nicks zu duhn zu hen un for den Riesen hen ich auch kein Wort gesagt hen das Kid genomme un sin mit ihn heim gange. Ich hen ihn in seit Bett gelegt un hen mich auch schlofe gelegt. Ei tell juh die Eckseitement war doch e wenig zu viel for mich. Uff eemol sin ich aus mein Schlof uffgeweckt worde durch e ganz schreckliches Neus. Es is die Selma un die ganze Fämmillie gewese wo in die größte Nörweßnessithe Ware. Der' Christ is in mei Ruhm komme un Hot gehallert: Was Host du mit unser Kind gedahn?, un dabei Hot er gegreint wie alles. Du bist e Rindvieh, hen ich gesagt, in sei Bett hen ich ihn gelegt, weil er sickern teiert von den Fonn war, wo du ihn mit den Tiejehter gemacht Host. Der Bub Hot gesagt, wann ich nit da wär, dann deht ihn die ganze Fämmillie gucke, wie lauter Kättel un do Hot der Bub auch ganx recht. Jetzt loß mich schlofe un morge früh will ich dich emol e Pies von mein Meind gewwe. Do is .er mitaus e Wort zu sage fort un Hot geguckt wie dreißig Cents. Mit allerhand Achtung Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Apple Jtt1 Holie Terrer Kauntie.

Schottischer Humor. Ein Schultheiß von Lochmaben war so ungebildet, daß er nicht einmal lesen konnte. Eines Tages wurde ihm ein Brief von einem Boten übergeben, und er hielt ihn nach dem Oeffnen umgekehrt. Der Bote, der das bemerkte, wagte in aller Bescheidenheit zu sagen: Schultheiß, Sie halten den Brief ja verkehrt!"' Worauf dieser mit großerEntrüstung erwiderte: Schafsköpf, glauben Sie etwa, ich würde Schultheiß dieser alten Stadt sein können, wenn ich nicht auch umgekehrt lesen könnte?" Ein Todtengräbe: beklagte sich einem Geistlichen gegenüber über -das flaue Geschäft. Aber George," sagte der Geistliche zu ihm: Wenn Sie ständig in Ihrem Amt beschäftigt wären, könnten Sie bald das ganze Kirchspiel begraben." Das kann schon sein, Herr Pastor, aber wie soll ich meine Frau und Familie erhalten, wenn ich nicht regelmäßig beschäftigt werde? Seit sechs Wochen habe ich schon keine leVende Seele begraben." Ein Schotte, der schwer verletzt war, wuri du?ch reichliche Anwendung von kaltem Wasser wieder zu Bewußtsein gebracht. Endlich kam er wieder zu sich, öffnete die Lippen und sagte flehentlich bittend: Gießt etwas Whisky hinein!" Der Vankherr Solomon Heine. Heine's Vater Samson mußte im Jahre 1819 Düsseldorf wegen schlechter Geschäfte verlassen und nach Lünebürg übersiedeln, von wo er sich nach Hamburg begab. Die wissenschaftliche Ausbildung seiner drei Söhne wurde ihm nur durch die Freigebigkeit seines Bruders. Salomon Heine in Hamburg möglich, dem die Glücksgöttin freundlicher gelächelt hatte. Aeltester Sohn eines jüdischen Händlers in Hannover, wanderte er in seinem 17. Lebensjahre mit einem Paar Lederhosen und 16 Groschen in der Tasche auf gut Glück" nach Hamburg, wo er sich im Laufe der Zeit vom armen Wechselausträger zum berühmten Geldmanne und'Millionenbesitzer emporschwang. Um seine Angehörigen hat er sich die größten Verdienste erworben. Erst hatte er Harry Heine in Hamburg ein Geschäft gegründet, als dieses geschlossen war, ließ er den Neffen studiren und warf ihm jährlich eine Summe von 400 bis 600 Thalern aus; einmal gab er ihm für eine Badereise 80 Louisdor. Die Mutter empfing nach dem Tode ihres Gatten von Salomon eine jährliche Leibrente von 1000 Mark Vanko mit testamentarischer 'Zusicherung ihrer Fortdauer. Von des Onkels Fürsorge für den jüngeren Sohn Max, der als Arzt in Rußland weilte, zeugt der nachfolgende Brief (aus der Sammlung Braun in Düsseldorf): Hamb. den 27. Oct. 1837. S. wohlgebohrnen, Baron Lud. von Stiglitz in S. Petersburg. Obfchon Sie meinen Neveu Herrn Doct. Max Heine kennen, erlaube ich mir denselben doch bestens zu empfehlen. Können Sie ihm auf eine oder andere Arth nützlich seyn, werden Sie mich sehr verbinden. Er ist ein junger braver Mann, dem die ganze famillie sehr gewogen ist, in Prag, wo Er ein vortrag gehalten, hatt ihm in Deutschland sehr bekandt gemacht, mit Geld ist Er versehn, dennoch es tonten Felle kommen, wo sein Casse nicht hinreichen solte, in diesen Fall bitte ihm für mne. Rechg. Rb. 4000, sage vier Tausend Rubel-B. B. zu geben. Dieser Credit bis Ult. Dec. 1833 gültig. Genehmigen Sie die Versicherung mein. Achtung und Ergebenheit. Salomon Heine. Auf der Rückseite ist vermerkt, daß bereits am. 25. October (alten Stils) 1837 2000 Rubel erhoben worden sind." Also in Wahrheit ein Soldonkel! Die Gattin des Amateur - Photographen. Wie kommt es denn nur, daß Dir Dein Mann schon wieder einen neuen Hut gekauft hat?" Du lieber Gott, ich brauchte ihm nur zu drohen, daß ich mich in dem alten Hute nicht mehr phoiographiren lassen würde!"...

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