Indiana Tribüne, Volume 28, Number 108, Indianapolis, Marion County, 28 December 1904 — Page 4

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Judlana Tribüne, 23. Dezember löoi. n

Indiana Tribüne. Hnausgeke von der utXS Indianapolis, Ind.

varry C. Thndlk Präsident. GefchäftSlocal: fflo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. . tered at the Post YKce of Indianapolis as second dass matter. Internationale Verstimmung. Im Berliner Tageblatt" schreibt Heinrich von Poschinger über die eng-lifch-deutsche Verstimmung: Dieser Tage hatte ich eine Unterredung mit dem bekannten englischen Publizisten Sidney Whitman. Seine Ansichten über Personen und Dinge dürften insofern von Interesse sein, als er die Objectivität seines Urtheils durch mehrere psychologische Studien bewie sen hat,'d!e!in Deutschland, sowie auch in den Vereinigten Staaten, seinerzeit noch mehr Anerkennung gefunden ha den, als in seiner Heimath. ' Auf meine Frage, welche Gründe die gegenwärtige englische Verstimmung aeaen Deutsazlano vave. antwortete er etwa wie folgt: Wenn Sie Gründe meinen, welche vor dem Forum der Vernunft bestehen sollen, so kann ich nur erwidern: eZ giebt gar keine. Denn nehmen wir an. es handle sich, um die wirthschaftliche Concurrenz, so haben wir nach dem Geiste deö Freihandels längst offen er klärt, daß, je mehr internationale Con currenz besteht, eS um so besser für alle Theile ist, da daS Anschwellen deS Wohlstandes des einen Theiles Vortheil haft auf feine Kaufkrast und somit auch vortheilhaft auf den anderen Theil zurückwirkt. Und in der That sehen wir deutlich, daß Jahr für Jahr, je mehr deutsche Erzeugnisse England bezieht, umso mehr die Ziffer der von England nach Deutschland gemachten Geschäfte steigt. Angenommen aber, daß die wirthschaft liche. Eoncurrenz eine begründete Ur sache jener Mißstimmung sein sollte, so müßte sie sich in viel höherem Maße gegen die Ver. Staaten von Amerika wenden, welche uns eine viel empfind, kichere Eoncurrenz als Deutschland machen, und deren Schutzzölle durch schnittlich 50 Procent höher sind als diejenigen Deutschlands. Trotzdem sehen wir von England aus eine FreundschaftZund ein Entgegenkommen aeaenüber den Ver. Staaten, wle eS bisher noch nie exiftirt hat. Die Wirth schaftlich: Eoncurrenz' kann also einen vernünftigen Grund für obige Miß ftimmung nicht abgeben. Betrachten wir Idie deutsche Buren Sympathie, so kann ich ebenso wenig darin einen berechtigten Grund für unsere Verstimmungllsinden. Mit den Buren hat einZgroßer Theil der ganzen gebildeten Welt, England mit einbe griffen, von Anfang an bis zu Ende sympathisirt. Sollte sich die deutsche Stimmung in etwas gröberer Form kundgegeben haben als zum Beispiel in Frankreich und Italien, so muß man sich eben erinnern, daß die deutsche Waffe stets mehr der Schläger oder der Säbel als das feine Florett gewesen ist. Immer hin bleibt die Thatsache bestehen, daß die stärksten antienglischen Karrikaturen des Simplicissimus". der Jugend" u. s. w. weit übertroffen worden sind von den höhnischen Abbildungen im Pariser Rire"; von den illuftrirten Zeitungen Italiens und der Ver. Staaten nickt zu reden. In Amerika find Petitionen mit Millionen von Un terschriften zu Gunsten der Buren an den Präsidenten McKinley gelangt, in Paris ist Krüger mit Triumph in den Straßen empfangen worden, während er in Deutschland kein Billet dritter Klasse nach Berlin lösen durfte. Und doch sehen wir heute Entente Cor diale" zwischen London, Paris und Washington. Also können die Sym pathien Deutschlands- für die Buren ebenso, wenig eine vernünftige Erllärung abgeben. Ganz anders aber gestaltet sich das Bild, wenn wir von Vernunft und Billigkeit absehen und uns auf den Boden der Volksleidenschaft stellen, da kommt die Thatsache' nicht in Betracht, daß, selbst wenn die Deutschen ganz allein eS gewesen wären, welche ihre antienglischen Sympathien kund gegeben hätten, sie schließlich doch nur Gebrauch von einem Recht gemacht hätten, welches Engländer und Franzofen sich nie haben nehmen lassen: nämlich so' . viel, wie eS ihnen beliebt, sich abfällig

über die politischen Handlungen ande

rer Nationen auSzulassen. The boy is father to the man", agt ein englisches Sprichwort, und wer m einer onenulazen engn cyen Schule gewesen ist, wird sich der That sache erinnern, daß der Schüler sich die Tyrannei eines stärkeren Knaben aus einer höheren Klasse fügsam gesallen läßt, von dessen Physischer Ueberle genlzeit er sich überzeugt hat. Dagegen wird sich derselbe Junge mit Bravour mit dem herumschlagen, von dem ihm seinJnstinkt sagt, daß er ihn möglicherweise unterkriechen kann. Dieses instinktive Unterscheiden zwischen einem Kampse, der hoffnungslos ist, und darum geschickt zu vermeiden wäre, und einem solchen, der bei äußerster Kraftanfirengung doch noch Aussicht auf Er folg bietet, macht den politischen Instinkt im internationalen Wetlkamps aus. Deshalb sollte von Rechts wegen nicht der Löwe das thierische Sinnbild einer begabten politischen Nation sein. auch nicht der Adler, sondern Goethe's Reinecke Fuchs. Die Ver. Staaten sind für England der stärkere Junge der oberen Klaffe, gegen den man sich nicht mehr wöhrt. sondern um oe en Vun t man um jeden Preis buhlt; Deutschland hin gegen geht uns näher und ist dazu ein erst kürzlich eingetretener , also nicht ganz vollwerthiger Mitschüler in Dame Europe'S School" (Titel einer berühmten englischen politischen Bro schüre aus den siebziger Jahren). Mit dem könnte man es möglicher Welse heute noch aufnehmen; wer weiß, ob daS morgen noch der Fall fein dürste. Denn darüber kann kein Zweifel ob walten, daß vielfach heute in England die ernste Besorgniß herrscht, daß ins besondere seit der berühmten Kaiser Rede, worin vam Dreizack gesprochen wurde, Deutschland von dem Gedanken geleitet wird, die britische Hegemonie zur See streitig zu machen. Dies wäre nach englischer Auffassung sinis Bri tanniae." Hierzu kommt noch ein weiteres schwerwiegendes Moment, das sich erst seit dem Rücktritt des Fürsten Bismarck bemerkbar gemacht hat. Nämlich die seit jenem Tage sich stets "erneuernde Kundgebung der verwandtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu England. Der Engländer sah in Bismarck einen Gegner; wie. ich glaube, mit Unrecht; aber er achtete in ihm einen hochbegab ten Staatsmann, dessen Pflicht es doch sei, sein Vaterland zu vertreten, wenn man auch ärgerlich darüber war, daß er vielleicht gegen englische Interessen verstieß. Mon konnte ihm die Berech tigung seiner Handlungsweise nicht ab sprechen und die Hochachtung versagen. Zählt doch Fürst Bismarck noch heute. allem Nationalgesühl zum Trotz, seine größten Verehrer unter den vornehm sten Gegnern Englands. Man ath mete aber auf, als der Koloß fiel und der Enkel der Queen, also nach Ab stammung ein halber Engländer, ans Ruder kam, er, der wiederholt durch seine Besuche in England den Beweis geliefert hatte, wie werthvoll ihm die englische Freundschaft sei. Nun kann leider die englische Volks seele sich keinen halben Engländer den ken, ohne daß sie gleichzeitig Mitgefühl über sein Unglück empfindet, daß er kein ganzer Landsmann ist. Aber selbst von einem halben Engländer nimmt man selbstverständlich an, daß sein ganze Dichten und Trachten dahin gehen muß, englisch zu denken und zu handeln. Von diesem allerdings un vernünftigem Siandpunlte aus betrach tet. müssen die Burenfreundlichkeii der Deutschen, ihre Russen- und Türken freundlichst, die Rolle, welche Deutsch land in China seinerzeit gespielt hat und ewige andere internationale Jnter mezzi wohl manchen zu der Fraae ver anlassen, die ich selbst kürzlich einem deutschen Botschafter auf fein Befragen als Erwiderung gab: Wie wäre es wohl möglich, daß England anders als ln Verstimmung Deutschland aeaen überstände?" Dies immer unter der Voraussetzung, ' daß man es mit der Leidenschaft, nicht mit der Vernunft zu thun hat. und wer möchte behaup ten, daß dem nicht so fei? Sk wissen überdies, einem Verwandten nimmt man krumm, waS man bei einem Fmsen lelvflverilandllcy findet. Die Sorgfalt, welche anscheinend von der Administration bei der Be setzung der Postmeisterstelle in Jndia napoliS angewendet wird, scheint da rauf hinzudeuten, daß die Chancen unseres Mitbürgers Herrn Jac. Vieler für den Posten recht gute 'find. Die Wahl würde eine recht zufriedenstellende fein, denn erstens würde dadurch dem Deutschthum unserer Stadt verdiente Anerkennung gezollt und dann dürfte es auch, schwer fallen, einen besseren Mann für den Posten, unier denen die denselben beanspruchen, zu finden

Das Blitzmädel.

Die. luftsprndelttde PoZZe. Die erfte deunche

Vorstellung im

1 . i sMl I im MöPyHAs "II '4$ . WMHozHM Mi IL MMMHÄ W, fästi&v'vVA WO i

Hznsi Nosst. , Das Blitzmädel", der Name allein sollte genügen um am Donnerstag

12. Januar, ein volles Haus in's English Opernhaus zu ziehen. Das Comite

des Deutschen Theater-Verein hat dem lachen zu bringen" glänzend Rechnung Hansi Rosss aus Deutschland, hat die Schiller-Loge der PythiaSRitter. - In der festlich decorirten Germania Halle wohnte gestern Abend eine frohe Gesellschaft, Jung und Alt, dem von der Schiller-Loge veranstatteten.Weihnachtsfeste und Ball bei. Für die Kin der waren zahlreiche Geschenke angeschafft worden und als die Stunde der Vertheilung erschien, war der Festjubel ein nicht enden wollender. Die Eltern vergnügten sich an der Freude der Kleinen und bald lockten auch die flotten Klänge eines trefflichen Orchesters die Paare zum Tanz. Ungetrübter Frohsinn herrschte bis in die grauen Morgenstunden vor und alle Theilnehmenden werden diese schön ver lebten Stunden sobald nicht vergessen. Den Arrangeuren aber dieser in allen Theilen so flott verlaufenen Feier, ge bührt vollstes Lob für ihr vielen Bemühungen. Neue Klagen. Lena Stedtfeld reichte gegen Gustav E. Efroymfon und. Louis Wolf eine Klage auf $3000 Schadenersatz ein. In derselben giebt sie an, daß Wm. Holtz, ein Wächter ln Diensten der Ver. klagten, sie am 22. Dezember zwang, mit ihm im Geschäfte nach verschiedenen Ladentischen zurückzugehen, um ihm zu beweisen, daß sie Waaren, die sie bei sich hatte, gekauft und nicht genommen habe. Am 4. Oktober, sagt Minnie Lane in ihrer Scheidungsklage, die sie gegen ihren Gatten Edward H. Lane anhängig macht, heiratheten sie sich und am 4. ' November wurde er unter Anklage der Bigamie verhaftet. Er bekannte sich schuldig, am I.November Lulu Buschmiller geheirathet zu haben und wurde auf dieses Eeständniß hin mit von 25 Jahren Haft bestraft. Milton Buckner zeiht Maggie Bücker in seiner Klage der ehelichen Untreue und wünscht aus diesem Grunde von ihr geschieden zu sein. Polizeiliches. John ManSfield. ein Farbiger, 319 West Vermont Str., wurde durch den Polizisten Kurtz verhaftet. ManSfield soll der Marr fein, welcher zur Zelt der StaatSausftellung von der Polizei wegen Betriebes einer Opiumhöhle gesucht wurde.

neuen Jahre. Wunsche deS Publikums etwas zum getragen. Die berühmte Soubrette Titelrolle inne. I Schlecht verstandener Spak. Pat Dugan, .der vor drei' Wochen aus dem Arbeitshaufe entlassen wurde, bekannte sich gestern schuldig einem Freunde ein Huhn entwendet zu haben. gab aber an, daß er es nur aus Ulk gethan. Er gab an, daß er mit seinem Freunde in einer Wirthschaft war und daß derselbe prahlte, daß niemand seine Hühner stehlen könne'. ; Dugan erzählte weiter: Da schlich ich 'mich dann hmaus,, holte ein Huhn mit der Absicht. eS ihm zu übergeben, damit er es heimnehme, seine Frau sah mich je doch und ließ mich verhaften". Der Fall wird heute zur Verhandlung kom men. Neue Inkorporationen. Ihre CorporationS Papiere hinter legten beim Staatssekretär: Die Evanöville Specialty Co.", Evansville; Capital S 10, 000; Direc toren: John, Mary und William Rothert. Die Diamond Coal Co.", CvanS ville; Capital $30,000; Directoren: A. B. Schmidt, I. M. Hartlein, G. B. Mannn und R. N. Lannert. Die Realty & Conftruction Co. South Bend; Capital $10,000; Incorporatoren: Mayor Edward F. ffo gelty, P. I. Clifford und Edward Keller, alle von South Bend. Die Westport Union Stone Co.", Wegport Decatur Co."; Capital S1. 000; Directoren: Oliver Ketchum, I. C. Moulton und E. F. Roach. Die Merrill Shingle & Lumber Co.", Hymera, Sullivan County; Ca pital 810,000; Directoren W. E. Fer gufon, John Fuukhouse, William Ab bett und C. R. McCord. Bertcrman Bros' Co. 240 Mass. Avenue empfehlen Jkren verehrten Kunden für Feiertags - Geschenke speziell in Pflanzen : Alpenveilchen, (Eyclomen) welche lobende Anerkennung auf der Weltausstellung er hielten, Vegonias, Camelta, Primrosen, Poinsetteö ete. Sehr schöne Farn'Kräuter, Palmen und eine Herrltche Auswahl von Schnittblumen jeder Art.

Ucöc weil; Rath. Im ersten Drittel des verflossenen

Jahrhunderts gab es im Xten Kanal lerie - Neqiment einen Oberleutnant Meier. ES hat im Laufe der Zeit in diesem Regiment noch eine erkleckliche Anzahl dieses Namens und RangeS gegeben. aber nicht einen mehr, der so. sterbt! in bte Tochter seines Kommandeurs verliebt gewesen wate, als gerade dieser Meier. Selbstredend hätte er sein Herzblut hingegeben, um ihr zu dienen, und da war es denn kein Wunder, daß, als er eines Tages Thränen in ihren schönen Augen bemerkte und sie nach dem Grunde ihres Schmerzes zu fragen gewagt hatte, er ihr feierlich schwur, er wolle alles und alles daransetzen, ihrem gequälten Herzen Ruhe zu verschaffen. Ihr Kummer aber war der: DerBrigadekommandeur hatte ihrem Vater zu wissen gethan, er wolle in der nächsten Woche das Regiment besuchen und bei dieser Gelegenheit solle dann der neue Exerzierplatz der Garnison durch ein größeres Negimentsexerzieren, das der Herr Oberst zu kommandiren hbe, eingeweiht werden. Wer die näheren Verhältnisse kannte, wußte ganz genau, daß der Genera! für den'Kommandandeur den blauen Brief schon bei der kürzlichen Uebernähme der Brigade bereit hatte und daß die zitirte Gelegenheit Handhaben genug bot, um dem Oberst Fallen zu stellen. Das war aber noch nicht alles: am Unangenehmsten war für den Kommandeur, der sich noch überaus gerne die große Pension verdient hätte, daß das betreffende Weihe"ezerzieren auf dem neuen Platze stattfinden sollte und das konnte man ihm ganz gut nachfühlen, wenn man bedachte, daß es sich doch fewiß an dem gewohnten Tische am besten spielt, in dem gewöhnten Bette am besten schläft und folgerichtig auch auf dem gewohnten Exerzierplatze am besten exerziert. Der neue Platz hatte nichts Markantes, er ging bei wechselnder Bodenbeschaffenheit in's" Uferlose dagegen der alte! Wie ließ sich beispielsweise das Regiment so wunderhübsch auf die ihn rechtwinklig einsäumenden Pappelbäume einrichten, wie herrlich ging dir Parademarsch auf dem elastischen, durchaus ebenen, gleichmäßigen Boden! Um keine Linie wich das Regiment don der Geraden" ab, hatte es doch feine lieben, längstbekannten Direktionspunkte u. s. w. All das hatte der Vater des schönen Mädchens im Schooße der Familie e"wogen und daher wußte es die junge Dame. Dem Oberleutnant fiel sein Versprechen, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, centnerschwer'auf das Gemüth. Wie sollte er helfen und sie verließ sich doch darauf! . . Zudem waren ihm in den letzten Tagen mehr Pflichten erwachsen, als er sonst zu tragen hatte. Sein Rittmeister war erkrankt und er hatte die Führung der Schwadron zu übernehmen gehabt. Es war ihm ganz katzenjammerlich zu Muthe; er saß an diesem Abend äußerst nachdenklich in der Ressource. Ohne Animus sickerte die Unterhaltung unter den Anwesenden dahin, bis ein Neuhinzukommender die Neuigkeit brachte, den alten Regimentsarzt habe nun ebenfalls die Grippe ergriffen, die gerade hauste, und daraufhin drehte sickj das Gespräch nur mehr um den' alten, wunderlichen Herrn und dessen Leibroß. Die beiden waren im Laufe der Zeit derartig zusammengewöhnt, daß sie sozusagen ein. Mechanismus geworden waren unzählige Anekdoten kursirten darüber. Der Oberleutnant war lange genug im Regiment, um sie alle zu kennen, sie interessirten ihn nicht mehr, wenigstens bei Beginn der alten Aufwärmungen, bis ihm auf einmal blitzgleich der verwegene Gedanke durch den Kopf schoß: Wenn man bei besagtem 'Exerzieren den General auf den alten ,Zeus' brächte! Der könnte alles zum Besten wenden!" Kühn war der Gedanke, fast überkühn auszuführen war er jedoch fehr leicht. Zeus" zählte zu der Schwadron des Oberleutnants und stand ihm also, nachdem sein Reiter erkrankt war, zur Verfügung. Zudem war er, trotz seiner zwölf Jahre, noch ein höchst stattliches Pferd, das, entsprechend aufgezäumt, Furore machte . . . was aber die Hauptsache war: des Oberleutnants Schwadron hatte thatsächlich schon den Befehl erhalten, den General bei seinem Kommen mit einem durchaus verlässigen Pferde" beritten zu machen und das war Zeus" doch! Oder scheute er, oder war er Steiger oder Durchgänger? Nun alsoi Der Oberleutnant hatte die Zutheilung Heus" an den General bis ganz zuletzt :n Dunkel zu hüllen gewußt erst, als er in der Kaserne aus seiner Extrapost, die ihn hierher gebracht hatte, gestiegen war und sich fragend umsah (sein Adjutant hatte bereits bei dem ihm selbst zuaetbeilten Pferde Posto gefaßt), wurde Zeus" vorgeführt. Durch das ganze Regiment ging ein Schmunzeln während die wahrhaft entsetzten Blicke des Obersten sich auf den Oberleutnant richteten, um zu erspähen, ob dieser vielleicht Wahnfinnig geworden sei Doch der hielt unbeweglichen Gesichtes vor feiner Schwadron und soemPfahl sich denn der Oberst dem Schutze aller und noch einiger Heiligen und folgte dem sich an die Tete setzenden General unter den Klängen der Regi-

mentsmustk zum Kaernemyore mn aus. . Der General tvtix, seiner Gewohnheit gemäß dem Regiment etwa hundert Schritte vorauseilend, mit seinem Adjutanten eben an der Straßengabelung angekommen, von wo aus es rechts nach dem alten, links nach dem neuen Exerzierplatz ging. Der General wollte cuo links abbiegen. Aber das gab's nicht. Kein Schenkeldruck, kein Zügelanzug fand Beachtung. Würdevoll, wie seit langen Jahren unter seinem geliebten Negimentsarzt, verfolgte auch heute Zeus" den altgewohnten Weg. Der

General war machttos wie eine Puppe und hinter ihm drein zog das Regiment. Er hätte ja sehr wohl ein andres Pferd besteigen können aber durfte er dem ganzen Regimente er, ein Kavalleriegeneral! damit eingestehen, daß er mit diesem nicht fertig würde? Niemals! So gab er als Klügerer nach, und als Zeus" genau fünfzig Schritte vor der hohen Pappel," gerade so, wie dies jeden Exerziertag sein langjährig ger Reiter gemacht hatte, stillehielt, machte er auch das klugerweise mit. Wie es in seinem Innern aussah, davon ist allerdings besser nicht zu sprechen. Der Ausfluß dieses verhaltenen Zornes war denn auch die Anordnung der schwierigsten und knifflichsten Kunststückchen, wie man sie damals noch hatte. Aber daß er dabei den Oberst erwischt" hätte, war absolut nicht der Fall auf seinem gewohnten" Schachbrett war der Meister. So wollte, er denn wenigstens das Regiment reiten lassen, bis über ihm der Dampf aufging" aber auch das konnte nicht von ihm erreicht werden- denn Plötzlich neigte Zeus" den Kopf zur Seite, spitzle ganz intensiv die Ohren und dann machte er mit Grandezza Kehrt" und schritt ebenso würdevoll dem Garnisonsstädtchen wieder zu, als er dasselbe verlassen hatte, denn dort hatte es soeben halb elf geschlagen und genau um diese Zeit Pflegte der Regimentsarzt Regiment Regiment sein - ? lassen und heimzureiten 'zur Visite." das war eus" nun einmal in Fleisch und Blut übergegangen und daran war nichts mehr zu ändern. Der Alle" bekam richtig die große Pension und der Oberleutnant dessen, Tochter; den Zeus" alzx bekam kein General mehr zu reiten, nie mehr! Verkttglirizo Frage. Tante: Pfui, Karlchen, schämst Du Dich nicht, nach den kleinen Vögelchen mit Steinen zu werfen! Weißt Du nicht, daß es eine 'große .Sünde ist, wenn man den Tod von solchen UNschuldigen Thiercn verschuldet?" K a r l ch e n : Tante, ist denn der Vogel, den Du auf dem Hute hast, von selber gestorben?" Salscif übertragen. Wirthin: Mir ist's immer auffallend, Herr Verwalter, daß S'.ö die Kalbsfüße warm, hingegen aber den Kalbskopf ausdrücklich kalt bestellen." V e r w a l t e r : Das ist sehr einfach; ich hab' einmal den Gesundheitsspruch gelesen: .Füße warm. Kopf kalt, so wirst Du alt,' und danach richt' ich mich." ' Der deutsche Gesandtschaftsattach6 in Tokio. Graf Alexander v.Hatzfeldt-Trachenburg. der Sohn des früheren Oberpräsidenten von Schlesien, verlobte sich mit der einzi-' gen Tochter des ehemaligen japanischen Ministers des Aeußern und früHern Berliner Gesandten, Bikomte Aoki und dessen Gemahlin, einer geborenen v. Rhaden. , . Aklzlau. H ä n s ch e n : Tante, ich bleibe heute bei ' Dir zum Mittagessen." Tante: Das geht nicht, mein Kind. Es wird nicht langen, ich habe heute für Dich nicht mitgekocht." H anschen: O, Tante, es geht doch. Weißt Du, ich nehme mir zuerst, dann langt's sicher." Vorgeben!. Geheimrath (nach Hause kommend): Ist der junge Mann da, der sich um die Sekretär-Stelle bei mil. bewirbt?" A l t e r Diener: cu'-ct r. i ijC (1) aroogi, sjztx ieqcimrcuy, uf yuu ihn schon a bisserl ausg'fragt, ich glaub', den können wir brauchen!" ZNVerfroren. Schwiegervater: Jetzt hat mein Junge auch Lust, die Offizierskarriere einzuschlagen." S ch w i e -g e r s o 5 n (Leutnant, bedenklich): Zwei Offiziere in der Familie... wird uns das nicht zu theuer werden, Schwiegerpapa?" Glanbrnürdige Erklärung. Mutter.: Du bringst ja einen Schirm mit nach Haust:, 'obgleich Du beim Fortgehen keinen mitnahmst! Wie kommt denn das?" T o ch t e r : Ach, mir bot ein Herr bei dem Regen seinen Stbirm an als tz aber bö'rte. daß ich ein armes Mädchen bin, verschwand er unter Zurücklassung des Schirmes." Vom BersrizönerungsVörein. Man schrieb mir doch, Herr Wirch, daß dieser Ort sich JeH Kurzem bedeutend verschönert habe ich kann nichts davon bemerken!" Oho! Nächste Woche werden die neuen Wegweiser aufgestellt, dann heißt der Froschgraben der .Poetenweg' und der Krötentümpel ,Nirenweiher!' "

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