Indiana Tribüne, Volume 28, Number 105, Indianapolis, Marion County, 23 December 1904 — Page 7

Jndiana Tribune, 23. Dezember isol.

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I Dic Zcutc vorn Sichuß Beurcn r ? Aomsn von . SaidKoinT H4Tiä Wortsetzung Aber in demselben Moment stieß bei einen tiefen Seufzer der Befriedigung oder Befreiung aus, streckte sich und über sein Gesicht zog es wie eine weiße, ganz weiße Wotte. Das war der Tod. Was hatte er gemeint? Ellern nahm Kiene das Wachslicht aus der Hand. Mit Bleistift, unsicher aber leserlich stand da: Testament ungiltig. Bigamie? Eva! Gottes Se " Ellern begriff nur halb, Biga" hatte er vorhin verstanden. Sobotka hatte ihm also mündlich wiederholen wollen, was er auf dies alte Briefkouvert geschrieben? Eine unbeschreibliche Aufregung ergriff ihn. Wen betraf das Wort? Es ließ doch nur eine Deutung zu. Aber Geräusch, ein gleichzeitiges Aufkreischen machte ihn herumfahren und aufschauen. Die Person, an die er jetzt eben dachte, stand in mehr als nachlässiger .Toilette in der Thür; vor Schrecken siarr wie es schien, als sie die zwei Männer an dem Bett des Todten sah denn daß Sobotka todt, lehrte sie der erste Blick. Heinrich! Heinrich!" schrie sie zurück und man hörte, daß Benatschek mit einem Ruck vom Sofa auf beide Füße sprang. Jetzt war er schon neben ihr in der Thüröffnung. Unverkennbar erschrak auch er heftig. Ah! Herr von Ellern?" stieß er heraus, indem er sich zu fassen suchte. Was haben Sie hier in meinem Hause zu suchen?" rief die Frau Oberst inzwischen, schon in derselben brutalen Weise, die man Ellern oft geschildert. Benatschek fuhr wüthend nach ihr herum! Schweig doch!" zischte er. Nein, ich will nicht! Ich bin hier Herr im Hause, ich dulde keine Schleicher und Spione." Ellern sgte keine Silbe. Er starrte wie verzaubert auf das Paar und dann auf den Todten und wie Schuppen fiel es ihm von den Augen. Diese beiden Menschen. Diese Verbrecherphysiognomien, nun der Schrecken sie vergessen ließ ihre Züge zu beherrschen, sie sagten deutlich, daß sie zusammengehörten. Bigamie!" rief es laut in ihm. Eine wahre Fluth von Gedanken überstürzte ihn. Benatsche! hatte der Frau einen Blick zugeworfen, vor dem sie nun doch scheu in sich zusammenkroch. Herr von Ellcrn, wie ich sehe, ist der arme Kerl todt," suchte, er ein vom Moment gegebenes Gesprach anzubahnen. Es lag ihm offenbar daran, einen besseren Emdruck hervorzurufen. Ich kam glücklicherweise noch frü( . genug, des Verstorbenen letzte Worte zu hören, sagte Ellern scharf, und werde das Schloß nun nicht eher verlassen, bis lch den Herrn Oberst gesehen und gesprechen." Aber ich bitte Sie, Herr von Ellern, sehr gern, auf der Stelle! Warum diesen Ton? Bleiben wir doch gemüthlich!" suchte Benatschek zu beschwichtigen. Die ehemalige Frau Triebe war aber in der Aufregung mehr als je sie selbe: und rief höhnisch in Benatscheks Worte hinein: Mit welchem Rechte woh'? Ich bin die Frau hier im Hause der Herr Oberst ist krank das wäre schrn, wenn mir jeder kommen könnte und wollte den kranken Mann stören." Was hatten Sie überhaupt hier zu suchen?" Jetzt wandte Benatschek sich, schon wieder gefaßter, an sie. Frau Oberst Altmanns Sorge ist zweifelsohne berechtigt," sagte er begütigend, unb bohrte seine Blicke drohend und zwingend in die ihrigen. Aber wenn Herr von Ellern in seiner großen Theilnahme für Frau von Sobotka es wünscht, so steht dem Eintritt in des Herrn Oberst Krankenzimmer doi; wohl nichts im Wege." Nur mein Wille, und ich bin hier die, welche zu befehlen hat," höhnte sie in ihrer bekannten ordinären Ausdrucksweise. Ellerns siarr auf sie gerichteten Blicke mochten doch wohl mehr von sei- , nen Gedanken verrathen, als er selbst wußte; dieser stummen Geringschätzung fühlte sie sich nicht gewachsen; oder war es, daß sie plötzlich errieth., der Todtk hatte sie verrathen? Ohne keiter eim Silbe zu sprechen, lief sie plötzlich weg. Das erste Gefühl Ellerns wie Benatscheks war. daß sie zum Oberst .stürme, Ellerns Absicht zu .kreuzen. Aber sie hörten sie statt dessen die Treppe hinanlaufen und darauf oben im Hause eine Thür schwer zufallen. So lange hatten sie Beide gehorcht, während Kiene gewohnheitsmäßig begann, die letzte ordnende Hand an den Todten zu ll'gen. Ist es Ihr Ernst, Herr von Ellern. wünschen Sie den Oberst zu sehen?" fragte Benatschek jetzt sonderbar geschmeidig. Auch er sah plötzlich bedrückt und unruhig aus; in seinen Augen lag etwas Lauerndes, zugleich aber auch die unbestimmte Ängste

Nach dem, was ich hier erfahren und gesehen, muß ich es fordern!" lautete Ellerns schroffe Erwiderung. Der andere zuckte auf; er wollte protestiren, besann sich aber und sagte nur finster:. ;o bitt ich mir zu folgen." - Es waren nur wenige Schritte; auf dem Flur brannte die Lampe noch. Ganz sachte öffnete Benatschek die Thür und ließ Ellern eintreten. Eine schwelende Petroleumlampe stand auf dem Tische. Wer ist da? Bist Du's Käthe? Ach mir ist so schlecht," stöhnte der Oberst ihm entgegen. Darüber bemerkte Ellern gar nicht, baß Benatschek ihm nicht gefolgt war, sondern nur die Thür leise geschlossen hatte. Ellern war mit drei Schritten am Bett, ein lautes Schnarchen im Nebenzimmer verrieth die Anwesenheit des Gartenburschen Thomas. Ach. Sie, Benatschek? Was wollen Sie? Gehen Sie! Gehen Sie fort, Katharina soll kommen!" ächzte und schalt der Kranke, der entsetzlich verstört und blaß aussah, wie immer nach einem Krampf. Herr Oberst, ich bin es, Ellern! Ich wollte" Der Leidende fuhr herum, richtete sich mühsam mit weit aufgerissenen Augen auf und fiel vor Schwäche doch gleich wieder zurück. Ellern beugte sich über ihn. Wer? Ellern? Herr Baumeister. Sie? Und Sie sehen nach mir? Und das Weib der ich alles gegeben meinen Namen mein Geld " Er schlug plötzlich beide Arme um Ellerns Hals und wimmerte so kläglich, so völlig haltlos, daß den starken jungen Mann ein Schauder überlief. Er hatte von dem Oberst nie besonders achtungsvoll gedacht aber ihn um Evas willen doch die äußeren Zeichen gesellschaftlicher Rücksichten auch nicht versagt; jetzt überkam ihn der Gedanke, daß diese eine Minute mit der im bittersten Jammer sich kundgebenden hoffnungslosen Verzweiflung eine Buße sei, schwer genug für ein ganzes verfehltes Leben. Und während er das tief erschüttert dachte, begann der alte Mann, dessen spärliches Haar jetzt ganz weiß schimmerte, feine Hände kramp shaft zu drücken, ja zu küssen in überschwenglicher Dankbarkeit. Wie gut. Ellern! wie gut sind Sie!

Ach, doch eine Menschenseele, die noch an mich denkt! Die mich nicht verlassen hat rn meinem Elend! Ellern, nehmen Sie mich mit! Gehen Sie nicht! Um Gottes Barmherzigkeit willen lassen Sie mich nicht bei den Beiden! Oder schlagen Sie mich lieber todt, jagen Sie mir eine Kugel in den Kopf. Dic Elenden! EZern, ich sah .sie' in seinen Armen! Und sie lachten meiner hilf losen Wuth! Sie lachten! Sie lach ten!" Jetzt erst fiel Ellern ein, sich nach Benatschek umzusehen, aber Benatschek war mcht da, Thomas schnarchte unge stört weiter. Was sollte er überhaupt jetzt zuerst thun? Daß er dem Oberst nichts sagen durfte von Sobotkas Anklage, das war ihm klar. Aber der war seinerseits in fieberhafter Eregung und Mittheilungsfucht und rief ganz m dem altbekannten Ton: Ellern ich ich will mein Testament wieder umstoßen ich will Eva alles geben, sie so.ll wieder kommen. Sie war gut, sie meinte es gut mit dem alten Mann. Schreiben Sie ihr. Das We'b soll weg! Benatschek auch. Sie dachten, ich' sei nun unschädlich gemacht; frech stand sie da, die. Katharine, da wo Sie stehen und lachte mir in die Zähne, ob ich mir einbilde, daß sie mich aus Liebe, oder um meiner schönen Augen willen genommen hätte ? O. scheußlich, schauderhaft! Und der Tho mas dort das Kameel zu dumm! hat mir erzählt, die ganze Gegend wisse, daß die beiden eine Liebschaft miteinander hatten schon eh' der Benatschek in'5 Schloß kam. O, ich Esel, ich alter unglücklicher Narr!" Jetzt erstickte ihn die Wuth wieder. Schreiben Sie Eva, Ellern! Sie soll kommen das Weib soll weg mit Hunden soll sie vom Hofe gehetzt werden. Die Stimme versagte ihm, todmatt. jf i. . n ? . . c . c r v acyzeno, erniaeno wano er q in Ellerns Armen. Es ist schon an Frau von Sobotka telegraphirt," tröstete dieser, und ein unendlich dankbarer Blick lohnte ihm. Glücklicher Weise trat Kiene jetzt in's Zimmer. Ich hörte das Stöhnen, Herr Bau meiste?!" Er half geschickt, gab dem Oberst Arznei, als der Anfall vorüber, und bettete den vor tödtlicher Schwäche fafi Bewußtlosen sanft und sursorglich. Als für Ellern Ruhe eintrat und er sich die fchweißbedeckte Stirn abtrocknete, sagte Kiene mit neugierig wich tiger Miene: Was machen .die beiden nur oben auf HerrnBenatscheks Stube? Sie laufen hin und her und haben es eilig. Mich dünkt, sie haben Koffer und packen ein. Ellern hatte in diesem Moment kein Ohr für die.Nachrlcht; er fühlte tui nie gekannte Ermüdung, wie sie bei kräftigen Männern oft nach seelischer Erregung kommt. An's Fenster tretend, ließ er frische Luft herein dabei bemerkte er, daß es rm Zimmer unaussprechlich wüst aussah, viel schlimmer wie bei Sobotka, wo bis heute früh Kiene Ordnung gehalten hatte.

Ihm fiel dann ein, daß er Eva von

Sobotkas Tode Nachricht geben müsse: - aber wozu mitten in der Nacht? Bleiben Sie hier, Kiene der Oberst wird schlummern; ruhen Sie sich, ich selbst bm so müde, als hatte ich em Jahr nicht geschlafen." sagte er. Wollcn Sie bleiben? Aber ohne Verantwortung, Herr Baumeister!" Wieso? Was meinen Sie?" Ich will nichts mit den beiden da oben zu thun haben; ich will auch nicht einstehen für das, was hernach fehlt; unsereins steht und hört allerlei. Aber nachher vor Gericht soll man schworen und hat alle mögliche Schererelen sur nichts, als das bischen Zeugengeld. Sonst konnt ich schon was erzählen! Man hat Augen und Ohren. Herr Baumeister! Die beiden da oben , das ist 'ne Bande! Nur um die arme junge Gnädige thut's einem leib." Die kommt wieder und der Oberst. Ist es wahr, Kiene, daß die Person" Ich will Ihnen was anvertrauen Herr-Baumeister die haben keine Liebschaft, die brächten sich am liebsten gegenseitig um, die haben sich schon jahrelang gekannt, ich hab' sie sprechen hören, als wenn sie zusammen irgendwo aewohnt und allerlei erlebt hätten. Ich glaube, damals war's vielleicht ein zärtliches Verhält" Mein Gott, sollten sie wirklich Mann und Frau sein? Bigamie? Hatte Sobotka Kenntniß davon? Das wäre doch zu elend gewesen." Herr Baumeister, der da" Kiene zeigte, Ellerns Gedanken errathend, nach Sobotkas Zimmer der da "hat mich mehrmals gefragt, was ich von den beiden hielte? und so allerlei. Gewußt hat der nichts aber der hat ja seinen guten Kameraden lange genug gekannt und daß die beiden den Oberst betrogen und bestohlen wie Räuber von Profession, das hat er immer gesagt und sich so arg gequält, daß die junge Frau und sem Kind enterbt wurden. Sollte es wohl möglich sem, Kiene, daß die beiden verheirathet ?" Der Mann blieb wie versteinert siehen, man sah, wie ihm plötzlich Klarheit kam. Das ist es! Das ist es! Ich habe gehört, wieHerr vonSobotka zu Benatschek sagte: ,Du bist also ein viel ärgerer Schurke, als ich je ahnte?' Herr Baumeister, so ist die Geschichte. Und jetzt gehen sie uns durch die Lappen," rief er außer sich. Was thun? Wenn der Skandal wabr wäre ?" Festhalten muß man sie, das Weibsbild darf ja das viele Geld und Gut nicht haben ," rief Kiene. Und plötzlich kam beiden zum Bewußtsein, daß das Paar nicht fliehen durfte. Draußen knarrten Treppenstufen. Ellern stürzte zur Thür und riß sie auf. Kiene ihm nach. Mitten auf der Treppe stand Be natschek einen Koffer auf den Schultern, einen anderen in der Hand. Er hatte keine Stiefel an, die trug er auch noch m der Hand. Er war sehr er schrocken. Halt! Wohin?" schrie Ellern ihn an. ... Benatschek ließ den einen Koffer pol ternd fallen und der glitt mit lautem Krachen die Treppe hinab. Den andern hielt er ängstlich fest. Aber mit der Rechten hatte er, einen Revolver aus der Brusttasche gerissen. Lassen Sie mich gehen, oder ich schieße!" schrie er drohend und sah so blaß und wild aus,' wie ein, Mensch in verzweifelter Lage. Ellern hatte ihn nicht ausreden lassen, mit zwei Sätzen sprang er die Stufen hinan; er wollte den FlüchtIlng durch die Blitzesschnelligkelt am Schießen hindern ihn unterlaufen er wußte selbst nicht was aber da krachte schon der erste Schuß ein zwei ter dann ein furchtbares Gepolter; dazwischen kreischte die Stimme der Triebe, sie flog zur Hilfe'herbei ein dritter Schuß fiel. Kiene war Ellern beigesprungen, sie rangen am Fuß der Treppe mit Benatschek, dabei war die sem dann , jetzt der dritte Schuß aus dem Revolver losgegangen; er stieß einen Schrei aus und fiel mit blutüberströmtem Gesicht vornüber während Ellern ihm den Revolver wegriß, was er letzt ohne Widerstand geschehen ließ. Die Triebe hatte, das Nutzlose eines Kampfes einsehend, plötzlich von ihrem Mitschuldigen abgelassen und war die Treppe wieder hinaufgestürzt, den kleinen Koffer mitnehmend, der cn.f ihrem Wege lag. Die Männer beachteten es gar nicht in der Aufregung des Ringens mit Benatschek. Jetzt wehrte sich dieser nicht mehr; er blutete heftig aus einer großen Wunde rn der Wange . das Blut kam ihm dabei auch aus Nase und Mund. In seinem Blick lag jetzt nur noch die Todesangst weder Wuth, noch Widerstand. Er ließ sich auch. ohne jeden Versuch sich zu wehren, wegschleppen m die für Frau Oberst Alt mann erst eben eingerichteten Zimmer. Kiene holte Wasser und Schwämme benahm sich äußerst ruhig und ver nünftig. . Während er das-Blut wegwusch, lief Ellern rn des Oberst Stube, wo er e:n Geräusch gehört, aber im Kampfe mit Benatschek nicht beachtet hatte. Er stolperte an der Thur und fiel fast. Der Oberst, durch den Lärm und di Schüsse geweckt, war aus dem' Bette sprungen und lag mitten im Zimmer; reglos todt. Die Augen, starr und weit offen, hatten emen schauerlichen Ausdruck.

Ellern versuchte den Leichnam auf-

zuheöen. auf das Bett zu legen es ging nicht, vielleicht fing er's ungeschickt an. Wie kraftlos war er plötzlich? Und was brannte ihm denn da so in der Rippengegend? Im Nebenzimmer schlief Thomas noch immer den Schlaf des Gerechten. Dahin flog er und schüttelte den Burschen, in voller Wuth über solch einen Schlaf. Der Aermste war jetzt im Nu wach und bei Besinnung. Ach Gott! Ach Gott, ich Hab's gleich zur Frau Oberst gesagt, daß ich so fest schlafe!" stammelte er ganz klaglich, war aber sofort hilfbereit, wobei er in vollem Schrecken über feines Herrn Tod zu weinen anfing. Als Ellern dann wieder zu Benatschek ging, sah dieser wesentlich besser. wenn auch noch immer blaß und erfchüttert aus. Ganz ungefährlicher Schuß durch die Wange,mag ihm aber wohlSchmerzen genug machen; vom Mund bis zum Ohr alles zerrissen sprechen kann er nicht und entkommen auch nicht, Herr Baumeister. Das beste wäre wohl,wir schickten jetzt zum Gericht und zum Herrn Sanitätsrath," sagteKiene wichtig. Benatschek stöhnte entsetzlich; es flog eine heiße Nöthe über sein Gestcht, er war sehr erschrocken. Dann ergab er sich finster in sein Schicksal. Aber Sie bluten rn auch, Herr Bau meister?" rief Thomas. Wahrhaftig! Ellerns Rock, die Weste, das Hemd waren mit Blut überströmt. Und zetzt wußte er s Plötzlich, er hatte etwas geführt, wie einen heftigen Stoß in die Seite. Thomas wurde von Kiene zum Sanitätsrath gejagt, er selbst untersuchte Ellern. Die Kugel war auf einer Rippe abgeglitten, hatte unter der Haut weg einen Kanal von mehreren Centimetern Länge gemacht und fand dann einen Ausweg. Ter Herr Baumeister haben Glück gehabt!" sagte Kiene leise und zeigte Ellern ein kleines Loch im Rückentheil seines Rockes. Immerhin hatten die beiden Wunden stark geblutet. Kiene that, was zu thun war, sie warteten auf den Sanitätsrath. Benatschek stöhnte zuweilen, er litt, wie es schien, heftige Schmerzen, während Ellern nur ein Brennen und eine sehr unangenehme Schwäche empfand, die ihn nach einer Weile veranlaßte, sich auf das Sofa zulegen. Im Hause war es lautlos und still wie es sich für em Haus des Todes gebührt. Ellern überdachte die Erlebnisse der Nacht, alle Einzelheiten zuletzt den Lärm auf- der Treppe. Der arme Oberst! So dahin zu müssen, im vollen Entseken. einsam und allem. (Fortsetzung folgt.) Der Doppelgänger aus Babylon. Merkwürdige Aehnlichkeit eines assyrisch cn KönigS mit Senator Tepew. Wenn auch die Nachwelt dem liebenswürdigen After Dinner - Redner Senator Chauncey M. Depew keine Kranze flechten sollte, so scheint doch schon eine weit hinter uns liegende Vergangenheit dafür gesorg: zu haben, daß die launigen Züge des New Forker Eisenbahnmagnaten in solidem Stein erhalten blieben. Auf alle Fälle ist es em hubscher Scherz des Zufalls, daß die Statue des babylonischen Königs Daddu oder Da Udu, welche vor Kurzem die assyrische Erpedition der Chicagoer Universität aus dem Schutt der Rumen an s Tageslicht gefordert hat, Statue des Königs Taddu. auf einen prähistorischen Doppelgänger Depews hinweist, dessen Aehnlichkeit auch die gerechteste Entrüstung des Betroffenen nict zu leugnen vermochte. Aber Senator Depew versteht einen Witz zu würdigen, auch wenn er 6000 Jahre alt ist, wie der würdige Herr aus Babylon, der unzweifelhaft em nicht ungewöhnlicher Humorist auf dem Thron gewesen sein muß. i e Getzler-Burg unweit Kübnacht, Schweiz, ist an eine Gesellschaft verkauft worden, welche die sagenumwobene Ruine in ein modernes Hotel umzuwandeln gedenkt.

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General Kaulbars.

Der Befehlshaber der dritte russische Ar mee in der Mandschurei. Der General der Kavallerie, Varon Alexander Wassiljewitsch Kaulbars, der vor Kurzem endgiltig zum Befehlshaber der dritten russischen Armee in der Mandschurei ernannt ward, fungirte bislang als Oberkommandirender des Odessaer Militärbezirks. Kaulbars, der 1844 in St. Petersbürg geboren wurde, erhielt seine Ausbildung in der Nikolaikavallerieschule und in der Nikolaiakademie des Generalstabes. Im Jahre 1869 wurde er als erster Adjutant dem Stäbe der Truppen im Semirjetschenskgebiet zugetheilt. In Turkistan widmete er sich topographischen Aufnahmen und geographischen Forschungsreisen, deren Ergebnisse in Amu-Darja," einem von der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft preisgekrönten Werke, und in Der älteste Lauf des Amu-Darja" zum Theil veröffentlicht sind; 1872 ging Kaulbars an der Spitze einer Gesandtschaft zu Jakub Veg nach Kaschgar. Er focht 1877 und 1878 gegen die Türken, war dann Mitglied der Kommission für die neue Demarkationslinie Serbiens und von Juli 1882 bis September 1883 Kriegsminister in Bulgarien, gab aber in dieGeneral 'KanlbarS. ser Stellung zu mancherlei Mißhelligkeiten Anlaß. Von 1891 bis 1900 war er Chef der 15. Kavalleriedivision, hierauf während der Wirren in China Chef des, 2. Sibirischen Armeekorps. Es erfolgte Kaulbars' Beförderung zum General der Kavallerie und Anfang 1904 seine Ernennung zum Oberkommandirenden des Odessaer Militärbezirks. Er ist auch Verfasser einer preisgekrönten , Schrift über moderne Taktik sowie zweier.Werke Kavallerie" und Vorhuteskadrons." Das Kaulbars auf dem fernöstlichen Kriegsschauplatze unterstellte Heer wird aus vier Armeekorps und zwei Schutzenbnga den bestehen Mißverständnis!. T o u r i st (auf einer Bergtour): Wo kann man hier den schönsten AI menrausch kriegen?" F ü h r e r : Da droben im Unterkunftshaus! Verordnung. Arzt (zum Patienten, der sich an der Hand verletzt hat):. So, Herr Kommerzienrath, vor allem Ruhe und Hand hoch legen, aber ja mchts reden! Borsciilag znr Gnte. Dramatiker: In meinem neuen Stück kommt der Held im letzten Akt um." Theaterdirektor: Das ist verkehrt." D r a a t iker : Warum?" T h e a t e r d i -r e k t o r : Er sollt' schon im ersten Akt umkommen." ja BestrafterKurpfuscher. Dcr Abdecker Kühnemund in Silkerode, Provinz Sachsen, wurde vor Kurzem wegen fortgesetzter Kurpfuschereien vom Gericht zu fünf Jahren ZuchtHaus, zehn Jahren Ehrverlust und 500 Mark Geldstrafe verurtheilt. Seinen Kunden erklärte Kühnemund, daß er durch seine erprobten Mittel alle möglichen Krankheiten heilen könne. Zu diesen erprobten Rezepten gehörten unter anderen Einreibungen mit Saffranöl, gegen Grippe Butter mit Schießpulver vermischt, Fenchelöl mit Leberthran. Manchen armen Kranken hatte er um kleinere oder größere Geldbetrüge .'gebracht, ohne daß die sicher versprochene Hilfe im Leiden eintraf.

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Gültig für die Rückfahrt biö 4. Janua? inclusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Bahn oder an D. P. A lg e o, D.P. Agent, 8 Nord Illinois Str. Indianapolis. Ind.

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