Indiana Tribüne, Volume 28, Number 103, Indianapolis, Marion County, 21 December 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 21. Dezember 1904;
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i 2 s x r K $ r 'S - Dic Xcutc uurn Slchttß Kenren Vornan von S. Saidleirn Iäortjetzunj Ja es war zu spat! Sie. sah nichts mehr von ihm. Zum Glück hatten sie den Raum für sich allein. Nach so viel Gemüthsbewegungen verlangte jede sich auszuschweigen und doch hier und da ein paar Worte sagen zu können. die sich gewaltsam auf die Lippen drängten. Bei Eva besonders machte sich dies geltend. Ich habe Ellern gebeten, täglich nach Sobotka zu sehen es ihm an nichts fehlen zu lassen!" sagte sie einmal. Und dann wieder, indem sie die Hand der Tante mit dem Ausd" :& inniger Dankbarkeit küßte: Mir ist so viel unverdiente Liebe zu Theil geworden, ich habe viel zu thun, die Dankesschuld abzutragen." Es war eine lange Fahrt, und während derselben sah Agnes mit geheimem Staunen, daß Eva die sich immer nur willig hatte verziehen lassen, sich jetzt in Aufmerksamkeiten gegen die Präsidentin, wie auch gegen sie, nicht genug thun konnte. Sie wa? sehr ernst, aber keineswegs so traurig, wie Agnes es nach dem Abschied von Ellern von ihr erwartet. Ueberhaupt gingen Evas Gedanken heute Wege, auf denen man sie selten bemerkt. Sie sprach viel von ihrem Kinde. Es zurückzufordern von den Pflegern, ehe Professor von Wangern sein freisvrechendes" Gutachten über sie ausgestellt, war unmöglich. Je mehr sie an den Kleinen gedacht, als an ein zurückzuerlangendes Glück, um so weniger begriff sie jetzt ihre wehrlose Apathie, als es ihr genommen. Du müßt doch wohl sehr krank geWesen fein," hatte Manger gesagt. Ich fühle mich jetzt auch mitschuldig, Tante, an meines Vaters moralischem Verfall," sagte sie auf einmal in bedrücktem Tone. Wenn ihn seine Frau nur gut pflegt, so muß ich noch froh sein. Ellern wird sie heimlich beobachten er thut's mir zu Gefallen." Sind wir denn in so kurzer Zeit ganz umzuwandeln?" dachte Agnes von ihr und sich selbst mit recht zwiespältigem Empfinden. So langten sie spät Abends in der .Nähe von Lilienthal an. Professor von Wanger und eine ftin und würdevoll aussehende alte Dame nahmen Eva in Empfang. Agnes und die Großmutter reisten nach Karlsbad weiter. 155 waren etwa seHZ uuocyen imvem vergangen. Ellern schienen sie eine Ewigkeit, die Tage so freudlos das ganze Leben nur Arbeit. In diese hatte er sich mit einem Eifer hineingestürzt, der ihm wohl geeignet schien, alle anderen Gedanken zu verbannen. Und Loch waren diese Gedanken wie zudringliche Quälgeister immer da. Sie drängten sich ihm .in seine Berechnungen. sie lenkten :hn stets wider Wü len ab von seinen geschäftlichen Pl'ä nen und. was ihm nie begegnet war. machten ihn schlaflos und kreisten in seinem Kopfe, wie das ruhelose Mühlrad. Von der Präsidentin hatte er einmal ein kurzes Briefchen erhalten, dessen Schluß: Meine Enkelin und ich senden Ihnen freundschaftlichen Gruß," ihn wünschen ließ, er hätte überhaupt gar nichts mehr von den beiden Damen gehört, so kalt und fremd berührten ihn diese Zeilen. Dagegen stand er mit Eva in lebhafter Korrespondenz, die ihm freilich auch nicht den dumpfen beklemmenden Druck von der Seel nahm. Ueber sich schrieb sie sehr zufrieden, sie lebte ganz mit der Frau von Reßbürg zusammen, welche der Anstalt als Oberin vorstand und hatte in der feinen alten Dame einen Ersatz für die mütterlich liebevolle Präsidentin gefunden. Von dem Professor hatte, sie nur in begeistertem Lobe berichtet, daß diese warmen Scbilderunaen in den lekten Briefen ganz fehlten, beachtete Ellern .nicht. Sie fragte ihn dagegen nach allen möglichen Dingen, die ihren Vaier betrafen und Sobotka, welche Beide offenbar ihre Sorge erregten. Er konnte so wenig antworten. Als sie damals abreiste, war sein erster Gang nach dem Schlosse gewesen, wohin Evas Bitte ihn trieb. Er sollte den Oberst sofort zu sprechen suchen, sich ihm freundschaftlich nahe stellen, um den alten Mann gelegentlich schützen zu können. Er sollte Sobotka besuchen, um zu beobachten, ob es dem Unglücklichen an nichts fehlte. Als er sich an jenem Tage beim Obersten melden ließ, erklärte der Diener ihm mit verlegenem Gesicht, der Herr schlafe. So weide ich hinübergehen zu Herrn von Sobotka und später noch einmal fragen," hatte er gesagt. Auf feinem Wege nach dem anderen Flügel des Schlosses hatte er durch ein offenstehendes Fenster die neue Frau Oberst laut und lachend sprechen hören und dann Benatfcheks Stimme. Die Beiden schäkerten zusammen? Jnsame Wirthschaft! An Sobotkas Bette traf er seinen lieben alten Hauswirth. Der Kranke war sehr matt und unendlich blaß und niedergeschlagen.
Frau von Sobotka schickt mich, sie Wünscht von Ihnen ab und zu durch mich Nachricht zu empfangen," sagte Ellern ihm. Ein dankbarer Blick war alles, was der Kranke als Antwort hatte, aber seinem Gesicht sah man an, wie glücklich ihn Evas Fürsorge machte. Der Sanitätsraih ging mit Ellern zusammen. Der alte Herr wüthete über den Skandal im Schlosse, der die ganze Gegend in Aufruhr brächte. Und Sie müssen mir schon zu Gefallen thun, daß Sie zu diesem Benatschek gehen und ihn fragen er ist ja jetzt der Negierende hier! ob Sobotka im Schlosse bleiben kann, oder ob ich ihn in das Krankenhaus bringen lassen soll. Er ist jetzt transportfähig, und lieber wär's mir, man ließe ihn hier, wo er den Park und die Stille und reine Luft hat und sich möglicherweise noch einmal für kurze Zeit erholen kann. Ich selbst will mit dem Herrn
Benatschek nichts wieder zu thun haben, der Kerl ist mir m der Seele zuwider. Ellern war bereit. So trennten sie sich denn vorm Schlosse und Ellern betrat dasselbe noch einmal, während der Sanitätsrath, ohne den Oberst gesehen zu haben, weiter fuhr. Der Diener stand ihn erwartend schon bereit und sah noch verlegener aus, als vorhin. Ich soll Herrn von Ellern sagen, der Herr Oberst nähme überhaupt keine Besuche an," sagte er, und illustrirte durch ein Achselzucken und bedeutsame Blicke, woher der Befehl kam. Melden Sie mich bei Herrn Benatschek, ich habe Geschäftliches mit ihm zu reden," befahl Ellern kurz. Als der Diener die Thür öffnete, sah der Baumeister, daß in den zwei Stuben, die hinter derselben lagen, ein Chaos von herumstehenden Möbeln herrschte, wie bei einem Umzüge. Gleich darauf erschien der Mensch wieder: Herr Benatschek ließen bitten!" Und dabei öffnete er dieselbe Thür und führte Ellern durch das vordere große Zimmer in ein etwas kleines, dahinterliegendes. Was ging denn hier vor? Die mit Seidenoff bezogenen Stühle und das Sofa waren altmodisch, aber einst kostbar und sehr , elegant gewesen noch jetzt sahen sie stattlich aus die Mägde rieben und putzten daran mit heißen Köpfen. Sie sahen ihn stumm und mit wüthenden Blicken an, als ob sie ihm etwas sagen möchten. In dem zweiten Raum ging es ahnlich zu dort arbeitete ein Tapezirer aus dem Dorf an schweren, seidenen Vorhängen, die eben vor die Fenster gehängt wurden. Herr Benatschek erschien mit dem jovialsten Lächeln in der offenen Thür und lud Ellern mit einer Handbewegung ein, dieses zweite Zimmer zu betreten. Verzeihung, verehrter Gönner, daß ich Sie in diese Unordnung führe ich bin der gnädigen Frau behilflich, sich hier als Dame des Hauses einzurichten. Frau Oberst Altmann! Herr Baumeister von Ellern!" Frau Triebe als Frau Oberst! Ellern hatte sie früher kaum gesehen, sie begrüßte ihn mit ihrem freundlichsten Lächeln. Ihre affektirte Vornehmheit und dies schwarz seidene Kleid, diese goldene Kette und Armbänder bei der Wühlerei des Umzugs, machte ihn lachen. Es war gar nicht zu übersehen, daß dies Paar sich hier völlig Herr der Situation fühlte. Benatschek hätte als wirklicher Schloßherr sich gar nicht anders benehmen können. Es kostete Ellern große Ueberwindung, seine Gefühle nicht zu zeigen. Eva hatte ihn aber so dringend gebeten: Versuchen Sie meinen alten Vater zu schützen." So gab er sich Mühe, sich unbefangen höflich zu zeigen, obgleich er dem lauernden Blicke der Person ansah, sie traute ihm nicht. Er sagte, er habe den Oberst geschäftlich zu sprechen gewünscht. Sie bedauerte mit großem Wort schwall, daß ihr lieber Mann infolge der vielen, schmerzlichen Aufregungen über seine Tochter" hier schoß ein unbeschreiblicher Triumphblick auZ ihren Augen zu leidend sei, irgend welchen Besuch zu empfangen. Ich habe auch schon einen anderen Arzt herbeigerufen, da mir unser guter Sanitätsrath an der Grenze seines Wissens zu stehen scheint," setzte sie giftig hinzu, offenbar Benatfcheks Sprachweise kopirend. Und alles, was Sie Geschäftliches zu ordnen haben, wird mein Mann " Sie hatte sich dabei Benatschek zugewendet, es sah fast aus, als meine sie diesen. Plötzlich stockte sie er hatte ihr einen sehr erschrockenen, drohenden Blick zugeworfen. Ellern ertappte diesen Blick sah, daß das Weib roth und blaß wurde Ihm selber schoß die Zornesröthe m's Gesicht. Also so stand es hier schon? Man war so einig, daß man sich durch Blicke verständigte. Inzwischen fiel Benatschek ihr aber schon gemessen und ruhig in's Wort: Gnädige Frau, Ihr Gemahl hat Erholung auf's Aeußerste nöthig, Sie dürfen ihn wirklich nicht stören." Herr Baumeister, darf ich mich Ihnen durch diese Generalvollmacht als Geschäftsführer des Herrn Oberst vorstellen?" Dabei reichte er Ellern aus seiner Brusitasche ein 'Papier, woraus
dieser die Thatsache las, die ihm der Sanitätsrath schon mitgetheilt. Mir wäre in diesem Falle sehr erwünscht, wenn Sie mich in meinem Bureau aufsuchen möchten, Herr Benatschek es handelt sich um eine Grenzregulirung an sich nicht von Bedeutung; dort sind uns die Karten zugänglich." Es fiel ihm diese kleine Geschäftsfache zu günstiger Stunde noch gerade ein. Dann brachte er die Frage wegen Sobotka vor. Und wieder sah er, wie die Frau Oberst und Benatschek sich mit Blicken befragten, wie dann letzterer ihr winkte, einzuwilligen, und als sie sich nicht so schnell dazu entschließen konnte, nahm er ihr das Wort vorweg: Es würde mir sehr leid thun, gnädige Frau, wenn Sie meinem unglüctliehen Freunde die Gastfreundschaft versagen zu müssen glaubten. Er ist dort im anderen Flügel Niemand im Wege seine Bedürfnisse sind gering " Nun ja, meinetwegen kann er da liegen, so lange er will, er ist doch nun mal mein Herr Stiesschwiegersohn!" sagte sie mit unangenehmem Lachen. Und man muß es ja schon um der Leute willen thun. Aber den Sanitätsrath will ich nicht mehr im Schlosse sehen, Herr von Sobvtka muß den Doktor nehmen, den der Herr Oberst, mein lieber Mann, haben wird." Für Sobotka ist das ganz einerlei!" meinte Benatschek gleichmütig, obwohl ihn sichtlich die Art und Weise der Frau Oberst verdroß, oder peinlich be-rührte.
Damit war für Ellern die Sache erledigt; er konnte gehen; um Evas willen blieb er noch einige Minuten und hoffte dadurch, daß er sich für die Einrichtung der gnädigen Frau intenssirt zeigte, eine Möglichkeit anzubahnen, den Oberst später zu sehen. Sie schien auch entzückt von seiner Höflichkeit. Das alles seien die Möbel aus den jahrelang verschlossen gewesenen Staatszimmern, sie sähe nicht ein. warum sie sich nicht ihrer Stellung gemäß" einrichten solle? Sie habe ja auf Niemand Rücksicht zu nehmen, als auf ihren Herrn Gemabl." und der wolle ja nichts, als lie glücklich und zufrieden wissen. Wieder zog sich Benatscheks Sinn kraus bei ihrem albernen Gerede, aber er sagte nichts. Als Ellern sich empfahl, athmete er indeß sichtlich erleichtert auf. Das war alles vor sechs Wochen gewesen. Seitdem hatte Ellern mehrere vergebliche Versuche gemacht, in's Schloß und zum Oberst zu dringen, aber allemal vergeblich. Und ebenso vergeblich war sein Bemuhen gewesen, Sobotka zu sehen. Das Schloß war abgesperrt wie eine Festung, die sämmtliche Dienerschaft ganz plötzlich, aber mit zufriedenste! lender Zahlung entlassen, neue Mägde gemiethet und ein Krankenwärter von Profession Leute, welche die gnädige Frau nicht in ihrer früheren Stellung gekannt hatten," sagte Benatschek erklärend zu seinem alten Wirth im Dorfe, den er zuweilen noch besuchte, offenbar, um durch ihn das in's Publikum hineinzubringen, was er wünschte; Ellern schien er zu mnden. Im Allgemeinen interessirte man sich in Stadt und Dorf wenig genug für die wunderliche Gesellschaft auf Schloß Beuren; daß es dort zwei sterbende Manner gab, die immer noch nicht star ben. das ging die Außenwelt doch allzu wenig an. Der Sanitätsrath war abgeschafft; der Kollege, welcher ietzt die Behand lung hatte, erzählte ihm neulich lachend und achselzuckend, es sei eine ganz tolle Wirthschaft da drüben man wisse nie so recht, wer eigentlich der Herr im Hause sei und der Oberst habe vorige Woche 'mal wieder sein Testament ge macht, diesmal aber vor Richter und Notar. Und natürlich zu Gunsten de? Weibsbildes?" hatte der alte Sanitatsrath recht respektwidrig gefragt. Darauf wußte der Herr Kollege nun freilich nicht- zu sagen, doch lag ja die Wahrscheinlichkeit auf der 'Hand. Was den Leuten ferner auffiel, daö war der Verkauf einer schönen, großen Waldpaczelle, die zum Schlosse gehörte und die Benatschek für den Obersten besorgte. Einige vierzigtausend Mark sollten dafür baar gezahlt worden sein. Ein billiger Preis. Ter Oberst braucht Geld er sitzt bis über die Ohren m Schulden," er zählte Benatschek dem Wirth. Der reiche Oberst? Der nie Geld verthan hat? der vor Geiz umkam?' lautete die erstaunte Antwort. Börsenspiel!" sagte Benatschek ge heimnißvoll. Sobotka war bleich und schwach im Garten gesehen worden. Die barmherzige Schwester, die ebenfalls entlassen war, hatte ihn dort besucht und erzählte Ellern, der Unglückliche habe ihr zugeflüstert, er werde überwacht und abgesperrt wie ein Sträfling, weil Benatschek jetzt den großen Herrn spiele und offenbar den Plan habe, Beuren an sich zu bringen, indem er die Frau Oberst heirathe, sobald sie Wittwe sei ihr sei alles vermacht, das wisse er vom Krankenpfleger des nwrft 18. Kapitel. flVcich und nach war man nun aber doch m den Kreisen der Qj Standesgenossen, aufmerksa mer auf die Vorgänge im Beurener Schlosse geworden. Daß der
Oberst seine verrückte Tochter" in die Anstalt des berühmten Professor von Wanger gegeben, daß er seine Haushälterin geheirathet, hatte die Leute nicht sehr interessirt, sie waren erst vor sechs Jahren etwa als Fremde in die Gegend gekommen und den Leuten der Umgegend fremd geblieben. Ganz anders hatte sich aber die Sache gestaltet, als jene in der Stadt hochangesehene Familie, welche den Professor bei seiner neulichen Anwesenhcit im Schlosse zu sich bat, um ihn in einem ernsten Falle zu konsultiren, jetzt überall erzählte, die Varonin Sobotka sei keineswegs verrückt, sondern nur infolge schwerer Erlebnisse , und dadurch hervorgerufener Erkrankung jahrelang allem Verkehr fern geblieben. Die unglückliche Ee der jungen Frau war gleichzeitig durch eine aus Graz hergezogene Genealsfamilie näher beleuchte worden; das tiefste Mitleid hatte sich der Hörer bemächtigt, man begriff freilich anfangs nicht, wie die Aermsie das Opfer dieser Frau Triebe hatte werden können, als der Sanitätsrath aber dann seinerseits schilderte, wie die Tochter sich, auf das Peinlichste verletzt von den Vorgängen im Hause ihres Vaters'-, habe abwenden müssen, wie ihr gar nichts übrig geblieben, als schweigend ZU dulden und, womöglich nichts zu sehen wie dann das gewissenlose Weib endlich sein Ziel erreicht habe das gab so viel romantischen Stoff für die Unterhaltungen in den Damenkafes und an den Viertischen, wie man seit Iahren nicht gehabt Wenn dabei in den höheren Gesellschaftskreisen die vorsichtige Diskretion, welche schon dem Einzelnen von dr Selbstachtung geboten wird, nun auch zu ihrem Recht kam, so fand die Skandalsucht im Dorfe durch allerlei tägliche Vorkommnisse im Schlosse doch immer neuen Stoff. Eine der Mägde war, mit der Frau Oberst in einen Streit gerathen, der bis zu Thätlichkeiten der letzteren ausartete; die Mißhandelte lief aus dem Dienst zum Gericht, ihre Herrin zu verklagen, und that sich gleichzeitig Genüge durch die Erzählungen, die sie jedem, der es hören wollte, über die Vorgänge im Schlosse machte. Demnach war der Oberst der Spielball der Launen feiner Frau, die mit dem alten kranken Manne machte was sie wollte und ihn zu Zeiten abscheulich behandelte. Ellern kamen natürlich' alle diese Genichte zuerst zu Ohren, sie waren ihm peinlich und leid um Evas willen; dem Klatsch Einhalt zu gebieten sah er keine Möglichkeit, noch weniger dem Oberst zu Hilfe u kommen. So ließ er die Leute reven. Sein Bau ging- mit fast unglaublicher Raschheit vorwärts; eine Besichtigungskommission, mit dem Minister an der Spitze, hatte ihm große Lobsprüche ertheilt, die Zeitungen referirten darüber, sein Name gelangte sehen jetzt zu einer Bedeutung, die für die Zukunft das Höchste versprach. Er hälte sich stolz und befriedigt fühlen müssen, that es auch, aber es fehlt' ihm das Beste, es machte ihn dies alles
nicht so glücklich, wie er es sich früher oft in den kühnsten Träumen ausgemalt. Daß Agnes so eisig kalt sich von ihm abgewendet, als er sie suhlen ließ, sie sei ihm theuer geworden, daß dieses holde, kluge und feinfühlende Mädchen sich aus Furcht vor einer Erklärung? von ihm in gar nicht mißzuverstehender Welse zurückgezogen hatte, sobald ihm klar wurde, wie es um den Mann stand, in welchem es harmlos nur einen guten Bekannten gesehen das war ihm eine niederschmetternde Erfahrung gewesen. Er der verwöhnte Liebling der Damen der ' Umworbene der begehrte Freier ! Aber nein, das sprach die verletzte Männereitelkeit; er erröthete vor sich selbst darum. Wie ganz anders fühlte er doch im Grund semes Herzens. Er hatte das blonde liebliche Mädchen geliebt mit allem Besten und Wahrsten, was er in sich trug; er hatte heimlich gegrübelt, wenn ihre reine Seele und die seine sich zusammenfanden in den gleichen Anschauungen und Gefühlen. Es hatte ihn beseligt zu hoffen, daß' sein Lebensloos ihm au ihren Händen kommen werde daß ihre klaren, keuschen Blicke sein Bild widerstrahlen, ihre frischen Lippen stch ihm im Brauikuß bieten würden. Und plötzlich ! Aus allen Himmeln gestürzt! Was hab' ich gethan?" hatte er sich und sie selber gefragt. Er hatte in Evas, in der Großmutter Blicken nach einer Erklärung gesucht und gesehen, daß auch sie Beide er schreckt und bedauernd dieser räthselhaft plötzlichen Veränderung gegenüberstanden. Sein Mund blieb stumm. So konnten auch sie ihm kein Wort darüber sagen. . Wenn er zuerst lächelnd gehofft: Sie schmollt! Sie hat Launen! so war ihm bald genug klar geworden, daß er sich getäuscht; sie blieb nicht nur kalt, sondern zog sich immer entschiedener von ihm zurück. Da war er zornig geworden und jetzt zum Weinen traurig. Und so lange schon lag dieser Druck auf ihm. Wollte es denn gar nicht anders werk,n? (Fortsetzung folgt.) " Die SZaatsanwaltschaft zn Dresden lehnte die strafrechtliche Verfolgung des Direktors der zoolrgischen Sammlungen, Meyer, ab.
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