Indiana Tribüne, Volume 28, Number 103, Indianapolis, Marion County, 21 December 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Vrovinz ScyrelZen. : V r e s l a u. Der vermißte frühere Marktstandsgelderheber Emil Scheffler wurde in seiner Wohnung Wassergasse 24 todt aufgefunden. In einer Hinterstube lag er mit durchschossener Schläfe, und eine um den Hals gewundene Zuckerschnur deutete an, daß er sich zu gleicher Zeit, als er den Schuß aus dem in der rechten Hand gehaltenen Revolver abfeuerte, aufgeknüpft hatte. Der 11 Jahre alte Knabe Richard Pavell stürzte in dem Hause Bohrauerstraße 57c aus dem 4. Stock und erlitt einen Bruch der Schädeldecke. Im Krankenhaus Bethesda" ist er der Verletzung erlegen. Nach nur einjährigem Ruhestande verstarb hier der in weitesten Kreisen hochgeschätzte Pastor emer. Spieß. B r i e g. In der C- ;J&rif von Neugebauer & Co. wurde der Arbeiter Schar-aus Paulau von einem schweren Unfälle betroffen. Er wollte aus einer im Betriebe befindlichen Maschine ein Bällchen Holzwolle, das sich eingeklemmt hatte, herausnehmen, ' dabei wurde er von der Maschine erfaßt, wodurch ihm die vorderen Fingerglieder abgequetscht und der Arm verrenkt wurde. Friedeberg a. Qu. Das Gottlieb Gläser'sche Ehepaar in Flinsberg feierte bet bester Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurde das kaiserliche Gnadengeschenk überreicht. Gnadenfrei. In Ober - Peilau glitt bei Ausbesserung eines Daches der Klempnermeister Rausch quf dem schrägen Dache aus und stürzte, im Falle seinen gleichfalls auf dem Dache arbeitenden Lehrling mit sich reißend, auf die Straße hinab. Rausch zog sich schwere äußere und innereVerletzungen zu, sein Lehrling kam mit einem Beinbruch und Hautabschurfungen davon. Kattowitz. Als die Zimmermannsfrau Skowronnek mit der brennenden Petroleumlampe in den Keller ging, um Kohlen heraufzuholen, kam sie zu Falle, die Lampe zerschlug und das Petroleum explodirte. Die Frau erlitt so schwere Brandwunden, daß sie im Krankenhause den Wunden erlegen ist. N i m p t s ch. Im benachbartem Züllendorf entstand zwischen galizischen Arbeitern eine schwere Prügele:. Der Arbeiter Johann Pajak wurde dabei von drei anderen Arbeitern dermaßen mit Knüppeln und Latten bearbeitet, daß er todt auf dem Platze blieb. Die Thäter konnten verhaftet und in's hiesige Gefängniß eingeliefert werden. Schwientochlowitz. Beim Stoßen von Eisenbahnwagen fiel die Abladerin Marie Wrobel so unglücklich mit dem Kopfe auf die Schiene, daß sie auf dem Wege nach dem Lazarett an den Folgen gestorben ist. Walditz. Der 61 Jahre alte Verginvalide Attig stürzte in der Dunkelheit ins Wasser. Es war ihm nicht möglich, sich zu retten. Passanten fan den ihn als Leiche vor. 'Irovinz Fosen. Posen. Ein Unfall mit Todesfolge ereignete sich auf der Grabenstraße. Der Kutscher Silvester Radiszewski fuhr einen mit Bauschutt beladenen Wagen die sehr schmale Badegasse entlang der Grabenstraße zu. Beim Einbiegen in die Grabenstraße blieben die Pferde plötzlich stehen und wollten nicht weiter. Nach längeren Bemühungen des Kutschers zogen die Pferde plötzlich an und bogen so scharf in die Grabenstraße ein, daß der neben dem Wagen gehende Kutscher an die Wand gepreßt und sofort erdrückt wurde. Bromberg. In einer Gastwirthschaft in Luisenfelde aeriethen die Fleischermeister Eduard und Karl Kramer, Vater und Sohn, nachdem sie der Scknavsflascke Ziuaesvrocken. in - I I I V W I Streit, welcher in eine Schlägerei aus arKft. Dabei biß der Sohn seinem Vater die Nasenspitze ab und verwundete ihm auch durch Bisse sämmtliche Finger der rechten Hand. Besonders war der Daumen vollständig zerfleischt. F r i e d h e i m. Zum Bürgermeister unserer Stadt ist Magistratssekretär Marks aus Krone a. Br. gewählt worden. Beworben hatten sich um diesen Posten 38 Herren. I e r k a (L i s s a). Bei den Boh rungen nach Braunkohle verunglückte hier der Vorarbeiter Godowa aus Czarnikau dadurch, daß das aufgesetzte Bohrrohr auf ihn fiel und ihn so unglücklich traf, daß er todt liegen blieb. Der Vedauernswerthe, der erst 30 Jahre alt war, hinterlaßt seine Ehesrau mit suns kleinen junoern. Lissa. .In dem Wohnhause des Kohlenhändlers Perek in der Baderstraße brach Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß die aus tiefstem Schlafe geweckten Bewohner des Hauses nur das nackte Leben retten tonnten. O st r o w o. Bei einem in der Wobnuna der Arbeiterfrau Czekela in Teklinow ausgebrochenen Stubenbrande haben sich von ihren fünf, zwei und ein Jahr alten Kindern zwei so schwere Brandwunden zugezogen, daß sie hoffnungslos im Krankenhaus darniederheaen. Rawitsch. Im Alter von 66 Jahren verstarb R'.ttergutsbentzer Jsi

dor Rohr auf Langguhle. Er vermaltete in der Stadt und in Land viele Ehrenämter und war unbegrenzt wohlthätig. S ch r o d a. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignetete sich auf der Schrodaer Kreisbahn. Auf demUeberoange bei dem Dorfe Zrenica waren 5 mit Steinen beladene Waggons entleert und alsdann auf offenem Geleise stehen gelassen worden. Der von Koblylepole kommende Güterzug sollte die Wagen langsam vor sich zur Station schieben. Infolge starker Verspätung fuhr der Zug ziemlich schnell, und der Zugführer übersah bei der Dämmerung das Hinderniß und fuhr

auf die Wagen mit Macht aus. Von dem Personal wurden der Zugführer und ein Heizer schwer verletzt. Provinz Sachsen. Magdeburg. Das Adolf Thielemann'sche Ehepaar hier, Kameelstraße, feierte seine goldene Hochzeit. Das Jubelpaar, dem am Vorabend schon ein Musik- und Gesangständchen gebracht worden war, und dem viele Glückwunsche von nah und fern zu theil wurden, wurde in der Petrikirche eingesegnet, wobei ihm eine Bibel überreicht wurde. Darauf fand eine Festlichkeit in den Fe st älen der Buckauer Bierhalle statt. Die hiesige Agenturund Commifsionsfnma U. Dreyer beging die Feier ihres 23jährigen Bestehens. A k e n. Beim Sandsayren hatte der Knecht Mahring von hier das Unglück, die 67jährige Ehefrau des früheren Schiffseigners Friedrich Schoch, geb. Felgenträger, so unglücklich zu überfahren, daß der Tod sofort emgetreten ist. Breltenworbis. Das Anwesen des Klempnermeisters Wieg wurde durch Feuer zerstört. Die EntstehungsUrsache des Brandes ist unbekannt. Erfurt. Die 19iahnge Marie Karer wurde auf dem Bahnkörper zwischen Blschleben und Stedten todt aufgefunden; sie war entsetzlich verstümmelt. Wahrscheinlich sind mehrere Züge über sie hinweggegangen. Allem Anschein nach liegt em Unfall vor. G e n t h l n. Heizer Schomng aus dem benachbarten Altenplathow war auf einem Bagger einer Berliner Tiefbaugesellschaft beschäftigt und befand sich auf dem Rückwege von seiner Familie nach seiner Arbeitsstätte. Auf dem Wege über die Wiesen gerieth er bei nebligem Wetter in ein Wasserloch und ertrank. Er hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. H a l l e a. S. Bei einer Rebhuhnjagd in Aupitz wurde dem Gastwirth Pflocksch'durch einen Fehlschuß eines Jagdgenossen, der nicht festgestetzt wer den konnte, ein Auge ausgeschlossen. Klein -Quenstedt. Zwei Kinder des Arbeiter Hasple vergifteter sich kürzlich mit Nachtschatten; daZ eine Kind ist bereits gestorben, während das andere schwer krank darniederliegt. Langensalz a. Von einer ihm entgegenfahrenden Lokomotive über fahre und getödtet wurde der Arbei: ter Stetefeld aus dem benachbarten Jlleben, der auf dem Geleis der Ei, senbahn Langensalza - Vallstädt nach Hause ging. Der Kopf wurde soforl vom Rumpfe getrennt. M ü h l h a u s e n i. Th. Schuhma chermeister Wittig, welcher beim Obstpflücken in seinem 'Hausg'ärtchen abgestürzt war und einen Arm- und Schädelbruch erlitten hatte, ist seinen Ver letzungen erlegen. Provinz Hannover. Hannover. Dankbare Miether hat der Besitzer des Hauses Nelken straße 3, Gewecke. In diesem Hause wohnt seit 25 Jahren ununterbrochen die Familie Packmeister a. D. Haase als Miether. Dieses seltene Mietherjubiläum wurde in einem kleinen auserwählten Kreise gefeiert. Die 70jährige Wittwe Steiuwachs fuhr mit einem Kinderwagen in der. Nähe des Bahnüberganges an der Scheidestraße m der Nahe eines beladenen Mobelwa aens, dessen Fuhrmann eben den Wa gen bestieg, um abzufahren. Dabei entfiel dem Fuhrmann das Leitseil, woraus die Pferde unvermutet anzogen. Die Frau, die schon beinahe vor dem Gefährte vorüber war, wurde nun von der Deichsel erfaßt und gegen ein Staket geschleudert, wobei sie trotz nur geringer äußerlicher Verletzungen aus der Stelle todt liegen blieb. Der Kmderwagen wurde zertrümmert, das darin liegendeKind aber blieb unversehrt. Der Wächter an der Technischen Hochschule, Karl Fischer, beging sein 2ojähriges Dienstjubiläum, vordem war derselbe acht Jahre an hiesiger Königlichee Münze, ist mithin 33 Jahre im Königlichen Dienst. Duder st ad t. Einen Bubenstreich verübten hier einige halbwüchsige junge Leute. Als der Oberlehrer 'Trümper vom hiesigenGymnasium auf einem Spaziergange die Marktstraße passirte, wurde der Ahnungslose plötzlich in die Brehme geworfen. .Da das Wasser jetzt sehr seicht ist, kam Trümper mit einigen Hautabschürfungen davon. Leider sind die rohen Burschen unerkannt entkommen. E i n b e ck.' Seit Kurzem ist die 21 Jahre alte Tochter des Anbauers Karl Schäfer in Derenthal spurlos verschwunden. Da sonst kein Grund hierzu vorliegt, nimmt man an, daß dem Mädchen ein Unglück zugestoßen ist. Nach seinem Verbleib sind behördliche und private Nachforschungen angestellt.

lähnverth des Flcistycs. I3 ein deutscher Gelehrter darüber i sagetrhat. Ueber den Werth des Fleisches als Nahrungsmittel spricht sich der Profesfor .der Chemie, Friedr. Bernh. Fittica in Marburg, Deutschland, folgendermaßen aus: Von den gewöhnlichen Nahrungsmitteln des Menschen verdient das Fleisch am meisten Berücksichtigung, da es leider noch fast überall als wichtigstes und unersetzlichstes Nahrungsmittel gilt, denn wenn es auch für kräftige Erwachsene verdaulich, mithin nahrhaft ist, so doch wemger für Schwache und Kinder. Die reine Fleischfaser dürfte noch eher für ein gutes Nahrungsmittel gelten, allein sehniges und fettreiches Fleisch ist derart schwer- bezw. unverdaulich, daß man es zum Essen nicht verwenden sollte. Nicht nur die Magenbestandtheile, sondern auch das Gebiß lehrt, daß der Mensch im Wesentlichen Obstesset ist. Gerade Obst enthält schon di:jenia:n Körper fertig gebildet, in die dzr Magen sowie Leber, Milz und

Niere die Speisen, wie Fleisch, mühsam verwandeln müssen, nämlich Zucker und zuckerbildende Stoffe: sögenannte Kohlehydrate, wozu auch die Stärke gehört. Die ganze Verdauung geht darauf hinaus, derartige Verbindüngen zu bilden, das heißt Vermndüngen, die das Blut direkt aufzunehmen :m Stande ist. Smd sie m mt fem Zustand übergeführt, so werden sie durch Blut und Nervengeweben aufgenommen; sie dienen dann dem Wachs-. thum und der Lebenserhaltung. Ebensowenig wie das Fleisch sollt auch die Fleischbrühe als hervorragen des Nahrungsmittel igelten, um so weniger, als sie in ihrem verdünnten Zustände zugleich eine Verdünnung der Magensalzsäure herbeiführt, die nur bei einer gewissen Konzentration verbauend wirken kann. Suppen indeß von Feldfrüchten, wie Hafer, Gerste. Reis, sind deshalb zweckmäßig, weil sie die in ihnen enthaltene Stärke zu einer Form aufquellen, dem Kleister, in der sie leichter verdaulich ist, als in gewöhnlicher, selbst fein zerriebener Form. Was ferner die zu Brot und Speisen als Zusätze gebräuchlichen Fette betrifft, wie Butter, Schweine-, Rinder- und Gänsefett, so sind sie überaus schwer verdaulich, namentlich letztere drei. Man bestreut sie daher mit Kochsalz, das dem Magen etwas Salzsäure zuführen soll, um dessen verbauende Thätigkeit zu erhöhen. Fette von Pflanzenstoffen sind im Allgemeinen leichter verdaulich als Thierfette, infolgedessen' das neuerdings aus Palmfrüchten .dargestellte Palmin empfehlenswerth ist zum Gebrauch. Im Allgemeinen ist aber der Fettbedarf des Menschen nicht groß, weshalb die Zusätze zu Brot am Kaffeetisch zweckmäßig Fruchtgelee sein sollten. Der fliegende Japaucr. Die Furcht vor den Japanern scheint die Phantasie der abergläubischen und leichtgläubigen Russen mit wahren Ungeheuerlichkeiten zu befruchten. Wie tief bei ihnen die Japanerangst bereits sitzt, beweist folgende köstliche Geschichte, die aus Ssamara berichtet wird: Neulich sah ein Einwohner dieser' Stadt auf dem Kirchplatze etwas Schwarzes, Großes" fliegen. Es" setzte sich auf die höchste Spitze des Kirchthurmes und blieb dort sitzen, während, der Mann vor Schreck stehen blieb und zu beten anfing. Bald gesellte sich zu ihm ein zweiter Bürger, der auch stehen blieb und nach einer halben Stunde hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die die Augen nicht von dem Großen, Schwarzen," das noch immer auf der Kirchthurmfpitze saß, abwenden konnte. Schließlich einigte man sich dahin, daß es" ein zugeflogener Japaner fei, der gekommen war, um von seiner hohen Stellung herab einen Plan von Ssamara aufzunehmen. Und was werde die Folge sein? Die Japaner werden die Stadt überrumpeln, und Ssamara sei unrettbar dem Untergange geweiht. Eine besonders klug? Frau will bemerkt haben, daß es" au' der Kirchthurmspitze etwas geschrieber. oder gezeichnet habe. Während man der ernsten Fall noch besprochen, schlug es" plötzlich mit den Flügeln und flog davon.. Das ist die Geschichte von dem fliegenden Japaner; Zweifler und Spötter behaupten allerdings, daß es sich um einen fliegenden Raben gehandelt habe. Aberkannter Ehrenpreis. Der seltene Fall, daß einem Jünger der Wissenschaft, der sich mit fremden Federn schmückte, der bereits zuerkannte Preis wieder entzogen worden ist, hat sich bei der Schleiden-Stiftung (zu Ehren des in Freiburg, Baden, gestorbenen hanseatischen Minister-Re-sidenten Schleiden gegründet) ereignet. Den vorjährigen Preis erhielt die Arheit eines Dr. jur. über Kriegskontrebände." Kürzlich hat sich nun herausgestellt, daß die preisgekrönte Schrift selbst Kontrebande" ist: der Verfasser hat umfangreiche Kapitel aus ältern Schriften, namentlich aus Dissertationen von Lehmann und Hirsch über dasselbe Thema entlehnt. Die juristische Fakultät der Universität Freiburg at darauf dem Abschreiber den Preis wieder aberkannt. ' Ein riesiger Schcinwerf e r ist im oberen Geyser-Bassin im Aellowstone Park aufgestellt worden, um das wunderbare Naturschauspiel auch bei Nacht genießen zu können.

Die unglaublich klingende Thatsache, ein Jahrhundert später als sein Vater zum Altar geschrit-

ten zu sein, kann ein Mitglied der englischen Aristokratie verzeichnen, nämlich der Graf von Leicester. Im Jahre 1875 heirathete er seine zweite Gattin, während sein Vater im Jahre 1775 sich zum erstenmal verehelicht hatte. Auch die sonstigen Familienverhältnisse des Grafen Leicester durften sich in ihrer Eigenart nicht oft vorfinden. Von seinen achtzehn Kindern, von denen vierzehn leben, war das älteste fast ein halbes Jahrhundert alt, als er im Jahre 1875 seine zweite Ehe einging. 'Selbst um des Großvaters zweihundertjahrlgen Hochzeitstag zu feiern, braucht der Enkel nur 82 Jahre alt zu werden, und er wird dann, im Jahre 1875,' nur durch eine Generation von der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts getrennt sein, in welcher sein Großvater das Licht der Welt erblickte. Darin wird er gewiß nicht viele Rivalen haben. Dab zum Löschen eines großen SlSoenfeuers durch die Feuerwehr ausschließlich Wein verwendet wurde, dürfte doch wohl noch nicht dagewesen sein. Ein solcher Vorfall wird jetzt aus Adelaide in Australien berichtet. In der zwischen Thebarton und Hindmarsch unweit des Torrens belegenen großen Weinkellerei Bankside brach Feuer aus. Die Wehr war bald zur Stelle, konnte aber nichts thun, weil Vorkehrungen fehlten, um das Wasser aus dem tiefliegenden Flußbett heraufzuholen und die Schläuche nicht bis zu dem y Meile entferntenHauptrohre der Adelaider Wasserleitung reichten. Die mit Wein gefüllten Riesenfässer zersprangen von der Hitze, Und der Wein ergoß sich durch einen Gang bis in die Keller des etwa 300 Fuß entfernt stehenden Wohnhauses. Rasch entschlossen ließ der Führer der Wehr das Saugrohr er Dampfspritze in diese Keller legen und sandte ungeheure Massen von Wein in die Brandstätte. Der Schaden beläuft sich auf Z100.000. EinenKampfaufLeben und Tod Katte der Förster Kune aus Brinkhausen bei HLxter in Westfalen mit einem der berüchtigtsten und verwegensten Wilddiebe, Namens Rädeker, zu bestehen. Rädeker, der den Förster auf einem größeren Jagdausfluge begriffen wähnte, hatte sich diese Gelegenheit zu Nutze gemacht, um' mit einigen Genossen im Walde zu pirschen. Förster Kunze hatte indessen schon am frühen Morgen von ihrem Treiben Kunde erhalten, konnte ihrer jedoch zunächst nicht habhaft werden. Als die Wilddiebe jedoch Mittags den Wald verlassen wollten, trat er ihnen entgegen und forderte sie auf, die Gewehre abzugeben. Während die anderen die Flucht ergriffen, legte Rädeker auf den Beamten an. Dieser kam ihm jedoch zuvor und streckte ihn durch einen wohlgezielten Schuß nieder. Rädeker war binnen Kurzem eine Leiche. Mit ihm ist eine Person aus dem Leben geschieden, die Jahre lang das .ganze Weserthal unsicher gemacht hat und von der man sich die abenteuerlichften Geschichten zu erzählen weiß. Daß nicht nurinwestl ä n d i s ch e n Städten den JuwelenVerkäufern zuweilen böse Streiche gespielt werden, beweist folgende kleine Geschichte, die aus Bangkok berichtet wird. Dort betrat ein gut gekleideter Siamese, der einen theueren PanamaHut trug, ein Leihhaus und wünschte Ringe mit kostbaren Steinen zu sehen. Nachdem er eine Anzahl davon geprüft hatte, wählte er einen goldenen, mit Edelsteinen besetzten aus. Er machte sich damit zu schaffen, den Ring auf seinen Finger zu ziehen, als plötzlich ein anderer Mann ankam, ihm seinen Panamahut entriß und damit wegrannte. Nun gab es eine wilde Jagd. Der Mann mit dem Ringe lief hinter dem Räuber des Hutes her und wurde seinerseits von dem Besitzer des LeihHauses verfolgt. Nach einer Weile machte die Polizei den Mann mit dem Hute dingfest. Dabei entstand ein Auflauf, den sich der Dieb des Ringes geschickt zu Nutze machte. Es gelang ihm, unbemerkt in der Menge zu verschwinden. Dem Leihhausbesier aber ist seitdem der Zusammenhang des abgekarteten Spiels klar geworden. Die Verhaftung eines geriebenen Kurpfuschers wird gegenwärtig in Hamburg viel besprochen. Es handelt sich um den dreißigjährigen, angeblichen Heilkundigen Wilhelm Kusczynski, der in seinen Prospekten behauptete, ein absolut sicheres Mittel gegen die Schwindsucht erfunden zu haben. Dieses Mittel sollte schon nach zweimaligem Gebrauche die Tuberkelbacillen tödten. Die Medizin gab er aber nicht aus der Hand, die Patienten mußten vielmehr die Lösung in seiner Gegenwart nehmen. Für die nur drei Tage währende Kur" hatte K. zwei feste Preise", nämlich 60 Mark, wenn die Kranken zu ihm in's Haus kamen, und 300 Mark, wenn er sie in ihrer 'eigenen Wohnung in Behandlung nahm. Auf diese Weise ist eine ganze Reihe von Schwindsüchtigen betrogen worden, denn das Mittel erwies sich als vollkommen werthlos. K., der bereits mit fünf Jahren Zuchthaus vorbestraft ist, wurde während seiner Sprechstunde im Beisein von zahlreichen Personen festgenommen; in seinem Besitz fand die Polizei etwa 4000 Mark in baarem Gelde und einen sechsläufraen. aeladenen Revolver. .

Allerlei sür'ö HanS.

s Wachstuch zu reinigen. - Man wäscht es mit QuillayarindenWasser und spült mit reinem Wasser nach. Besonders schmutzige Decken reinigt man mit einem Wolllappen, der mit Petroleum oder Terpentinöl befeuchtet ist. Seidene Blusen mit Benzin zu waschen. Man legt die Bluse in ein großes Waschbecken und übergießt sie mit einem Pfund Benzin. Dann läßt man sie eine Stunde liegen, breitet ein weißes Tuch auf einen Tisch, legt die Bluse, so wie sie ist, darauf und wischt die Seide mit einem feinen, weißen Tuch ab. Das Taillen- und Aermelfutter wird mit einem Stuck weißem Zeug abgerieben. Hierauf hangt man die Bluse aus einen Klderbügel und läßt sie trocknen. Um Panamahüte' zu xt n i g e n, verfährt man folgendermaßen: Nachdem der Hut vollkommen abgebürstet ist, wird er mit einer schönen, saftigen Citrone vollständig a'ögerieben, dann noch feucht mit feingeriebe nem Schwefel dick bestreut und nochmals mit einer reinen Bürste tüchtig gebürstet, oder man reibt den Hut u. s. w. mit Schwefelblume und dann mit einem in Branntwein getauchten Tuche ab. Nach dem Trocknen wird der Hut nochmals abgebürstet und auf der linken Seite mit Gummiwasser bestrichen. Fenchel - Spiritus gegen thränende Augen. Thränende und brennende Augen deuten auf Augenschwäche hin, und in solchen Fällen hat sich Fenchel - Spiritus gut bewährt. Man nimmt- davon einen Kaffeelöffel voll auf ein. Weinglas Wasser, und mit dieser Mischung werden die Augen jeden Morgen gleich nach dem Verlassen des Bettes bestrichen, worauf man .sie eine Stunde lang gar nicht anstrengen darf. Nimmt man halb Fenchel-, halb RosmarinSpiritus, so soll die Wirkung noch eine bessere sein. Reinigung der EiSschränke. Eisbehälter und Vorrathsraum müssen zunächst mit Sand und warmer Sodalösung ausgescheuert und mit Wasser gut nachgespült werden. Dann bereite man eine heiße Lösung aus übermangansaurem Kali (einen gehäuften Theelöffel voll auf ein Quart Wasser) und wische mit dieser Lösung sämmtliche Jnnentheile des Schrankes aus. Die Thüren des Schrankes müssen nach demAbtrocknen der Wände so lange offen stehen, bis alle Fächer völlig trocken geworden sind. Bei Krebs und Brand der Ob st bäume wird mit bestem Erfolg Holzessig verwendet. Die kranke Stelle wird mit einem scharfen Messer bis auf das gesunde Holz ausgeschnitten und die Wunde mit einem in Holzessig getauchten Schwämmchen bestrichen. Das hilft viel besser, als das seither übliche Bestreichen mit Holztheer. Seng- und Brandflecken aus weißer Wäsche zu entfernen. Die Flecken werden mit kaltem Wasser angefeuchtet, mit Salz bestreut und in die Sonne gelegt. Nach einigen Stunden sind die Flecken verschwunden. Um Meerschaumspitzen zu reinigen, hängt man sie in ein enges Gefäß, welches man mit Kartoffelbranntwein füllt und mehrere Tage verdeckt oder mit einer Blase zugebunden an einem warmen Ofen stehen läßt. Dies wiederholt man nochmals unter Erneuerung der Flüssigkeit, welche man beim letzten Male durch reinen Weingeist ersetzt. Milchflecke entfernt man aus Sammt, indem man ihn auf eine Unterlage von weißer Leinwand legt, einen anderen weißen Leinwandläppen in Benzin taucht und mit diefem die Flecke ausreibt. Den eventuell sich bildenden Rand um die Flecken entfernt man mit leichter Mühe, indem man ihn dick mit Gipsmehl bestreut. Nach einigen Stunden wird auch dieses entfernt und die Flecke werden verschwunden sein. Wasserdichtes Sege.ltuch wird am häufigsten mit Kautschuk hergestellt. Man überzieht die Gewebe zuerst mit einer Lösung von Kautschuk in. Leinöl, trocknet sie dann 12 Stunden bei starker Hitze, gibt drei Anstriche mit Leinöl, welches mit Glätte, Umbra und vegetabilischem Schwarz gekocht worden war, und erwärmt die Gewebe. Die aus beiden Seiten überzogenen Gewebe widerstehen etwa vier Jahre der Witterung. Derartige Fabrikate sind aber nicht nur wasserdicht, sondern auch luftdicht. Knopflöcher der Kragen und Hemden zu schonen. Es kostet viel Mühe und Fingernägel, Hemden- und Manschettenknöpfe insteife Knopflöcher zu bohren. Dieser Uebelstand ist schnell beseitigt, wenn man die Knopflöcker auf der Rückseite etwas anfeuchtet. Man hebt mit dem Finger einen Tropfen Wasser aus dem Wasserglas und betupft damit das Knopfloch, läßt das Wasser einziehen und kann nun leicht die Knöpfe einstecken, ohne das Aussehen der Vorderseite zu beeinträchtigen. Beim Herausnehmen der Knöpfe hat man es noch bequemer, da man dann nicht fo sparsam mit dem Wasser zu fern braucht. Die Knopflöcher werden durch dieses Verfahren sehr geschont.