Indiana Tribüne, Volume 28, Number 102, Indianapolis, Marion County, 20 December 1904 — Page 7
Jndlana Tribüne, 2. Dezember won.
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Vornan von jr- -- I 1 X .. v r j- .xi.m H j IV IV l V v h 4 j4r44iri ortjetzuNg Sem geärgertes, aufgeregtes Aussehen verrieth, schon eh' er sprach, seinen Mißerfolg. Ter Oberst, der übrigens wie ein AutoniQt nur noch sprach, was seine jung? Frau" ihm vorredete, weigerte sich von vornherein, seiner Tochter aus eigenen Mitteln irgendwelches Geld zur Verfügung zu stellen. Tann hatte die Frau Oberst Herrn Venatschek herein bitten lassen, der eben das Schloß betrat, einen Bauernjungen hinter sich. Sie stellte ihn vor als den Gefchäftsführer" ihres lieben Mannes, und Venatschek und der Oberst tauschten Händedrücke, während der letztere offenbar erleichtert ausrief: Macht Ihr nur alles mit dem Herrn Sanitätsrath in Ordnung; wie Ihr es macht, so ist es gut." Aber Herr Oberst!" hatte der Arzt gerufen: Wie ist es möglich, daß S''e die Verfügung über das materielle Wohl Ihrer Frau Tochter in fremde Hände legen könnten?" Ter alte Mann hatte verstockt geschwiegen, sich erst aus Frau Katharines Augen Muth geschöpft, und diese sagte dann mit scheinheiliger Miene: Ich bin aber der Meinung, lieber Edmund, daß Du Evas Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt bezahlen solltest! Sie ist doch nun mal nicht zurechnungsfähig; von dem, was wir mit ihr erlebt haben, kann uns Dein gelehrter Herr Professor keine Silbe abstreiten." Edmund! Eva! nannte sie die Beiden. Der Sanitätsrath hätte das Weib am liebsten zur Thür hinausgeworfen. Aber freilich, mit der Frau Oberst Altmann mußte man eben doch etwas mehr Umstände machen. yut was t)i wollt; Lieder Venatschek, sie soll in eine Anstalt, da? will ich bezahlen, und so lange sie dort ist, auch was sie sonst braucht, weiter aber nichts!." rief ärgerlich über die Beunruhigung der Oberst. Herr Venatschek, der sich unter den Augen derer, die ihn kannten, mit wahrhaft staunenswerther Kunst derwandelte und sich allemal völlig so gab, wie seine augenblickliche Rolle es verlangte, hat'? die amerikanische Formlosigkeit und Unverfrorenheit, mit welcher er zuerst den braven, vielgereisten Mann aus em wilden Westen spielte, längst völl'z abgeworfen. In dem neuen, anständigen Anzug war er heute der Vertrauensmann des Obersten, der übrigens durchaus bereit ist, mit sich reden zu lassen. Während sein Auftraggeber schon wieder in das stumpfe Brüten verfi'l, aus dem ihlnur ab und zu Frau Katharines Schmeichelworte und Zärtlileiten weckte, erklärte Venatschek frg bereit, ihn nach Kräften zu einer nachsichtigen Behandlung seiner Tochter ?u bestimmen :nd ihr im Wege gütlicher Uebereinkun"i ein mäßiges Jahrgeld zu gewähren, alls sie sich dazu verstehe.
der jetzigen Frau Oberst Altmann die rücksichtsvo' ; Höflichkeit zu gewähren, welche der Oberst für seine Gemahlin verlangen rüste und zunächst Darin bestehe, daß Frau von Sobotka komme, den Eltern" ihre Glückwünsche ' sagen; her-ach könne man das guie Einvernehmen der Stiefmutter und de? . varticll irrsinnigen Tockter" ia du. . eme gemelnzaine paziersayrr ourch das Dorf und die nächste Umgebung manifestiren. Ter Ton des braven Herrn Benatschek hätte gar nicht überredender und versöhnlicher klingen können. 'Jedesmal neigte er sich bei seinen Forderungen zu dem Oberst hin, wiederholte dieselbe, und der alte Herr nickte entzückt, klopfte ihm zärtlich auf jte Schulter und sagte: Ja. ja, i "mein' ich'. Sie sind mein Mann, Benatschek, Sie wissen, was mir und meiner lieben Katharine gebührt." O, diese triumphirenden Blicke der lieben Katharina. Das Ende vom Liede kam schneller, als Herr Venatschek wohl erwartet, aber sicher nicht anders. Der Sanitätsrath erklärt: ' zornbebend, daß er für feinen Schützling" hören Sie wohl, Herr Oberst, ich mache Ihre Tochter zu meinem Schützling!" unier diesen Umstanden auf jeden Pfennig verzichte und daß er nur die Auszahlung des Matthäus'schen Erbes beantrage. Diese sagte Herr Venatschek bereitwillig zu, und indem er mit größter Höflichkeit den Sanitätsrath zur Thür geleitete, sprach er die Hoffnung aus. daß an ihrem beiderseitigen bisherigen guten Einvernehmen sich nichts verändere. Aber er that dies durchaus nicht mit der Miene eines Bittenden sondern völlig in dem Tone eines Gleichgestellten, ein Unterschied, der dem alten Herrn nicht entging. Wie war es nur möglich, daß ein Mann, wie dieser-Venatschek, der vor Monaten in ziemlich gedrückte: Lage im Dorfe auftauchte, der sich um Arbeit bemühte, um zu leben, es in so kurzer Zeit zu einer Vertrauensstellung bei dem trunksüchtigen Oberst hatte bringen können einer Stellung, welche er so leicht mißbrauchen konnte, wenn der Grundzug seines Charakters nicht lauter war? Zum erstenmal kam dem Arzt die
ganze lttttye von an sich so unbeachtet gebliebenen Ereignissen zum Bewußtsein, die sammt und sonders darauf hinausliefen, die Tochter dem Vaterhause zu entfremden, und an ihre Stelle den Einfluß dieser Triebe, dieses Benatschek zu setzen. Er wurde plötzlich sehr lauthörig aus die innere Stimme, die ihm zurief: Gib Acht, daß nicht die Gauner hier die Oberhand bekommen!" Der Professor mußte am nächsten Morgen abreisen und hatte sich gegen Abend bei dem Oberst verabschieden wollen. Statt desselben empfing ihn im schwarzen Seidenkleids die Frau Oberst und neben ihr Herr Venatschek, der offenbar sich schon nicht mehr fremd im Schlosse fühlie. Die Erstere bat höflich mit heuchlerischer Bescheidenheit, ihren Gatten entschuldigen zu wollen, die schwere Betrübniß über das feindselige Verhakten seiner Tochter habe ihn von Neuem bettlägerig gemacht. Es war nicht an dem Professor, feine Ansicht von der Lage der Dinge hier zu betonen; es wurden kaum zwei Minuten lang die oberflächlichsten Phrasen gewechselt, dann brach er schon wieder auf. Sich vor Venatschek, den er heute zuerst sah, und der fast nur ein stummer Zeuge geblieben, zum Abschied verbeugend, stutzte der Professor plötzlich und sah ihn fester an. Seinem unvergleichlichen Scharsblick entging nicht die heimliche Unruhe und Aufregung, die hinten in dessen Augen lag; der Vertrauensmann des Obersten ließ ihm aber kaum eine Sekunde Zeit zum Beobachten, sondern sagte mit gutgespielter Leichtfertigkeit: Ich dachte schon, Sie zögen es vor, unser? flüchtige einseitige Bekanntschaft vergessen zu hben. Herr Professor!" so irre ich mich also ich? Aber wo? Wo h-lben wir uns früher schon gesehen?" rief dieser. Ein kurzes Zögern Benatscheks, dann sagte er lächelnd: War es nicht in Graz, Herr von Wanger? Sie besuchten als Student " Nichtig! ja jetzt erinnere ich
mich, Sie hatten eine Unterredung mit meinem Onkel ich kam dazu. Ganz recht! Es ist merkwürdig, wie sich die Menschen auf unser kleinen Erde immer wieder begegnen. In der flüchtigen Eriirneruna lag kein Grund, dies Wiedersehen zu verlangern, um so mehr beschäftigte e den Professor, als er gleich darauf bei den Damen sich verabschiedete. Was war es doch damals mit diesem Menschen gewesen? Irgend eine Szene hatte sich abgespielt, eine ernste Szene. Aber welcher Art? An ein letztes, behaglich heiteres Zusammensem konnte man nicht denken: Niemand 'ühlte sich danach gestimmi, auch sah es schon ungemüthlich in den sonst so traulichen Räumen Evas aus. Jch hoffe. Du findest es bei mir in Lilienthal erträglicher, Eva, meine Ge hilfin ist une würdige, alte Dame. welche Dir Vertrauen abgewinnen wird," sagte ?r herzlich zu Eva. Du weit, wie gern ich komme!" lautete iyre antwort, tino ste wurve ,0 flammend roth dabei, daß es allen auffiel. Erschrocken blickte Agnes heimlich nach Ellern hinüber. Er sah sehr ab gespannt und fast krank aus; zufällig begegnete er ihrem Blick voll Unruhe und Sorge, seine Augen leuchteten au,', da sie sich aber erschreckt wegwandt., fürchtend, er könne ihr Gefühl für ibn errathen, erlosch daZ Llcht aus seinem Antlitz sofort wieder. Gnädiac ftraii. mein Kranker heuie wieder so flebentlich, Sie noch em emziaes Stai sehen und sprechen zu dürfen," hatte die Pflezeschwester an Eva von Sobotka bestellt, als diese schon im Ncisekleide. blaß und bekümmert zum letzten Mal durch den Park ging. Und als die junge Frau, die Farbe wechsenld, zögerte, da hatte jene sich Muth gefaßt und bittend ihre anb ergriffen: Gnädige Frau thun Sie ihm den Willen! Er ist ein Reuiger, e wird ruhiger sterben, wenn er Vergebung hat, und sollte ihm noch eine kurze Spanne Zeit hier beschicken sein, so wird er Frieden mit sich selber finden." So war sie denn, alle Verzagtheit abschüttelnd, sofort mit der Schwester ge gangen und an ihrer Hand vor das Krankenbett getreten. Bis in's Heiz hinein erschrak sie vor dem jähen Verfall Sobotkas; neulich als sie ihn zuerst wiedergesehen, war er wenn auch verändert, noch in jedem Zuge dem Einstgeliebtcn ähnlich gewefen; heute, mit diesen unnaturlich großen, glanzenden Augen, diesem Gestcht das nur noch Haut und Knochen schien glich er jenem Bilde so gar nicht mehr daß sie Muhe hatte, ihn zu erkenncr Nur in den Augen ja, da lag noch ein Rest von dem Zauber, den sie ernst au sie ausgeübt und daneben eine unsäg liche Trostlosigkeit. Ein tiefes Erbarmen überkam sie. Eva! Eva! Du kommst! Got segne Dich tausend, tausend Mal!" sagte er und küßte die Hand, die sie ihm bot. Großer Gott, diese Stimme! So hohl und heiser. ' Und diese Lippen so glühend. Donat! Armer Donat!" stammelte sie erschüttert. Ein fieberisches Leuchten trat in sei nen Blick. Ja armer Donat! Du hast Mit leid Eva? Mitleid mit mir? Q. und sterben zu müssen, wie bitter . das ist!
Jetzt jetzt, wo ich so -gern gut machen
mochte! Wenn ich nur noch ein paar Jahre hätte, Eva! Sollte es nicht noch möglich fein? O, Gott, sterben zu musen mit der Reue! ohne emen emzigen Trost!" Sie weinte bitterlich, das Emst, mit der glühenden Liebe, stand nun doch vor ihr; sein Jammer zerriß ihr Herz. Eva, ich bm Deiner Thränen Nicht werth, aber dennoch Du weinst meine Seele rem!" fuhr er fort und küßte wieder inbrünstig ihre Hand. Die Sazwester schob ihr einen Stuhl hin und er bat flehend mit den Augen. daß sie noch nicht wieder gehen möchte. Er hielt ihre Hand, als ob er Angst habe, sie ginge dennoch. " Dabei sah er sie immer forschend an, und als sie den Stuhl nahm, glitt ein glückliches Lacheln schattenhaft über sein Gesicht. Äu bist, wie man sich den Engel des Erbarmens vorstellt. Eva! Könntest Du mir denn vergeben? Und wenn Du il willst, wie werde ich sühnen können, daß ich mein unser Kind ver ließ?" Er bebte vor Erregung. Dann sagte er wieder: Ich habe von Schwester Benedikta alle die frommen Sprüche meiner Knabenjahre wieder gehört an die ich nicht mehr gedacht. Einer liegt mir immer im Sinn: .dem Reuigen gibt Er Gnade. Weißt Du. Eva ich möchte es glauben können, mochte überhaupt Glauben haben; ich kann's nicht recht, konnte es nicht. bis jetzt Du! Du bist mir ein Zeichen, daß der Spruch wahr ist! Eva, ich bin" e5 schüttelte ibn ein Frost ich war ein Elender, ich habe ruchlos an Dir gefrevelt aber drüben, Eva drüben in Amerika, da hab' ich Roth und Elend machten mich zahm, und -als ich dann mein Brot fand, da hab' ich ehrlich verdient, was ich brauchte es war wenig genug Kla vierstimmer war ich, und bei Tanzpartien spielte .ch auf. Da traf mich eines Tages dieser dieser Schu,t und ich Er spiegelte mn vor, wir wurden Beide ich hätte ein Recht an das Geld meiner Frau, der Vater ein Recht auf des Sohnes Erziehung und der Alte wäre gewiß längst todt. Und von er Aufregung wurde ich zum erstenmal so krank oder vielleicht war ich schon lang'er lungenl'idend! Und so gerieth ich in seins Hände; er ließ mich eine Generalvollmacht dies Ungluaspapierunterschreiben und ich oberflächlich. leichtsinnig bis zuletzt folgte ihm hierher. Aber dann wurde mir auf einmal klar, daß ich em Elender war und dann habe ich ihm in nichts mehr den Willen gethan nur Deine Vergebung wollt' ich, Eva." Du hast sie, Donat! Von ganzem Herzen! Ich habe so viel Unterlassung?fünden auf dem Herzen, ich darf Ri mand. Niemand anklagen. Vielleicht war ich Dir auch nicht die rechte Ge fährtin, me.nem Kinde nicht einmal i; wahre Mutter!" O Eva' Eva!" Rein, nein, ich habe es mir nehmen lassen in dumpfer Energielosigkeit; ich habe sch.Deres Verschulden auf mich geladen, dos weiß ich jetzt klar genug. Die Liebe die rechte Liebe, die nicht nur immer nehmen will, sondern die gibt, die habe ich me gehabt. Ich hab mich selbst, verzogen und verzärtelt mein Leben lang; beleidigt war 'ch, wenn man mich nicht immer liebkoste und verwöhnte, und als dann das Unglück kam, da fand es mich haltlos und ver weichlicht. Scheu und verzagt verkroch ich mich, ließ mir das Kind vom Herzen reißen, lies' sie glauben und sagen, ich sei wahnsin.lig und ließ meinen Vatei werden, was er jetzt ist. O. Donat ich verdiene wahrlich keine Verehrung, kein Lob ich sitze hier neben Dir und fühle mich beute nicht weniger schul dig." Armes Weib! Armes Weib! Verkrochen hat sie sich wie ein wundes Reh, weil ihr Gatte sie nicht beschützte, nicht sie und nicht seinen Sohn! Q Gott! mein Gott!" Donat von Sobotka schlug die Hände vor das Gesicht und zwei Thränen rieselten ihm zwischen den blassen, mageren Fingern durch. Sie müssen sich nicht so aufregen! Sonst darf ich die gnädige Frau keinen Augenblick länger hier lassen!" sagte mahnend die sanfte Stimme der Schwester Benedikta. Rein, nrinnicht fortgehen bitte, bitte!" flehte er erschreckt. Eva legte ihre kühle Hand auf seine heiße Stirn. Wie seltsam! Sie empfand keine Spur mehr jener alten Liebe für diesen Mann, nur unendliches ' Mitleid und jenes herzliche Verlangen, ihm noch wohlzuthun, wie man , es Sterbenden gegenüber empfindet aber vielmehr als dies durchdrang sie ein früher nie gekanntes Gefühl der eigenen Verschuldung an sich selber und ihrem Kinde, wie an ihrem Vater. , Sobotka sprach wieder. Eva! Du willst fort? Ich weiß alles! Er, der Elende, war ja bei mir und erzählte mir, daß er Deines Vaters Vertrauen gewonnen! Daß er erreicht habe, was er gewollt! Er ist mit der Person im Einverständniß, .die Dein Vater geheirathc' hat. Ich kenne sie nicht, sie ist nie zu mir gekommen aber, wenn sie mit Benatschek im Bunde ist, weiß ich genug von ihr. Geh fort, Eva bleibe nicht im Schlosse! der Mensch er würde nicht ruhen, bis er Gewalt über Dich Reise a5. Du b:st nicht im Stande, den Beiden zu wehren! Ich kenne ihn ich kenne ihn!"
Die Augen SoUas fielen zu.
offenbar üoerkam int große Er müdung. Aber er nß sie gewaltsam wieder auf. Ich will Dich noch einmal ansehen, Eva! Wie glücklich hätte ich sein können damals damals." Und vlölich war er eingeschlummert. Die Frau, die einst sein Weib gewesen, die es noch heute war und der er doch so ganz fremd geworden, faß still neben ihm, den Blick auf das abgezehrte, bleiche Gesicht zewendet und doch nach innen sazauenh m tiefernster Emkehr bei sich selber. Gegen ihn druckte keine SaMd ihre Seele sie hatte iyn unaussprechlich gellebt, und nach bestem Wissen und Vermögen diese Liebe bethätigt." Aber das Kind! Ihr Knabe! Sie hatte ihn sich nehmen lassen in ihrer krankhaften Scheu vor jeder Berührung mit Menschen, zn ihrer Selbsiverhohnung. Sollte ihr Kind als Mann dereinst auch so auf dem Sterbelager ein verfehltes Leben bejammern? Und diese Einucht von ihrer unverzeihlichen Energielosigkeit kam ihr erst jetzt? Wanger mußte ihr erst ihr Spiegelbild vorhalten? Und er hatte es gethan ohne Rucksicht auf ihre Empfinduchkeit, eindringlich zu ihr gesprochen wie nie zuvor ein Mensch. Wenn Jemand plötzlich sieht, er steht an einem tiefen Abgrund, so kann er Nicht erschrockener fern als Eva über sich selbst. Eva sah erst in dieser Minute, Wanger hatte in allem recht. Eme tiefe Scham machte sie vor sich selber erröthen. Und so erhob sie sich endlich und trat zu der sie verstohlen beobachtenden Benedikta. Wenn Ihr Kranker erwacht, Schwester, so sagen Sie ihm, daß ich an seinem Bett gesessen habe in heißem Dank für das Guie, was er mir in dieser Stuade gegeben. Sagen Sie ihm, alles Leid, was er mir je gethan, wurde aufgewogen durch den Segen, den ich aus dieser Stunde mit mir nehme. Sagen Sie ihm auch, ich wolle seinem So n eine gue Mutter zu werden suchen, und in des Kindes Herz ein Bild des Vaters pflanzen, wie ich ihn einst aelieb'." Und dan.- schaute sie noch einmal zurück zu dem Sterbenden. Geh in Frieden!" Sie folgte es nicht, aber ihr Herz rief es ihm zu. 17. Kapitel. m die Mittagszeit fuhr der Wagen mit den drei Damen vom Hofe ein Gepäckwagen, & vom Pächter gestellt, brachte die Koffer zur Bahn Mehr als zwei Monate hatte die Präsidentin Rehlin sich auf Beuren bemüht, dem schlimmen Gang der Dinge Einhalt zu thun, um, wie sie bitter sagte die Sachen in trostloserem Zustande zu verlassen, aH sie dieselben gefunden. Der Obecst hatte weder seine Tcchter noch die Schwägerin sehen wollener sei zu krank von all dem Aerger. ließ feine Frau auf die Anfrage zurücksagen. Mit leichtem Herzen schieden weder die alte Dame, noch die beiden jungen; daß aber Agnes, wie sehr sie sich auch zusammenz-.'.nehmen suchte, an allen Gliedern bebte und blaß war bis aus die Lippen, hätte doch die beiden anderen aufmerksam machen müssen, wenn sie mcht eben gauz und gar mit den eigenen Kümmernissen zu thun gehabt. ' Ellerns Zartgefühl bewies sich auch jetzt wieder. Er htte den Abschied Evas von der Heimath nicht stören wollen; auf dem Bahnhof erwartete er die Damen aber, hatte ihre Fahrkarten schon gelöst und die Koffer besorgt. Er sah traurig aus und gab sich auch keine Mühe, seine Stimmung zu verbergen. Ich werde sehr einsam sein von nun an; lassen Sie mich Jynen dan ken, von ganzem Herzen danken für alle Güte! Vergessen werde ich die Zeit nie keinen Tag. keine Stunde!" sagte er zur Präsidentin und Agnes war dabei, als sähe er ihr wiederum jo unruhig in die Augen. Aber wie sollte er? Er der mit ihr kein einziges Wort sprach. Desto mehr mit Eva und mit diese: ganz allein. Die Beiden gingen auf dem Perron in ernstem, leise geflüsterten Gespräch auf und ab. Minna hatte es ihrer Herrin bequem gemacht und verließ das Koupe jetzt. Und dann ertönte das Abfahrtssignal der 'Baumeister empfahl sich, Eva und die Großmutter standen an d?r offenen Waqenthür. für Agnes blieb kein Platz übrig; ste hatte EUern mit kühlem Abschiedswort die Hand gereicht, nun saß sie' auf der anderen Seite des Wagens und rief sich zornig zu: ,.Es ist unwürdig und erbarm lich, um einen Mann zu jammern, l:r sich nichts aus Dir macht. Nur nicht weinen! Nur heiter und vergnügt sein! Der letzte gellende Pfiff. Da sprang sie dennoch empor, stürzte an die schon geschlonene Thur und hörte gar nicht darauf, daß die Großmama ärgcclich rief: Aber was willst Du? Es ist. zu spät! Hast Du etwas
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vergessen?" (Fortsetzung folgt.) Zerstrent. A. (Abends im Wirthshaus): Eben beginnt die Mondfinsterniß; kommen Sie mit?" B.: Hm, ist es weit?"
S u t e r N a t h.
Maler: Nun, wie finden Sie mein neuestes Bild?" Besucher: Ich weiß nicht eS macht einen etwas fleckigen Eindruck." Maler: Oh ich bin ja auch noch nicht fertig mir ist bloß der Terpentin ausgegangen. Besucher: Dann benutzen Sie doch Benzin, das nimm! Oelfarbenflecke ebenso gut fort." Tempora inutantiir. 2. Kindermund. Mama: Aber, Karlchen, sei doch artig, wa würde wohl Dein Lehrer sagen, wenn Du in der Schule so unartig wärst? Karlchen: Der würde sagen. Karlchen sei artig, Du bist hier nicht zu Hause. GelungeneAusrede. Ant: Sie haben also immer noch die Schmerzen in der linken Seite machen Sie kalte Abreibungen." Patteni: Aber, Herr Doktor, Sie haben mir doch neulich gesagt, ich solle mich vor allem Kalten hüten?" Arzt: Ja das war neulich ... 1 nr r rr... r js. Ti .1 rAl ya ym oie iasinenicuaii ui u dem enorme Fortschritte gemacht. Tüchtig. Astronom (zu seiner Wirtbsckafterin): Denken Sie, Frau Müller, gestern habe ich im Sternbild , r . v . rr - . 1 der Jungfrau einige ceoeisieae eindeckt. Wirtschafterin: Machen Sie sich keine Sorge, Herr Professor, die werd' ich schon mit Benzin wieder herausbringen! Mißverständnis vc?ujuut?iciCK iicuumiuiixuu;; . , jL ikruAf am 4 w und in Berlin ich sage Ihnen -dort haben sie mir die Pferde ausge spannt!" ' Vliemchen: Ja, ja! Dort gibt'S beese Menschen! Mir hawen sie auch 'mal, wie ich dort war, die Reisedasche, 's Bordmonah und die Uhr ausge schband!" Fatale Situation Schlosser: Den Küchenschrank soll ich offnen; haben Sie denn den Schlüssel verloren?" Dienstmädchen: Nein; aber die Madame schließt aM ab. wenn sie spazieren geht... und heute
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Hauptquartier. 7 Grand Hotel. 3 Capital Ave vnh D6 - 53 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash.' 1 Alabama und 16. 25 Central Ave und 26. id ?ZndeS und 15. 27 Vrookside und Arpit 8 Cnitral Ave und 17. 23 Deware und 1. ?i Alabama und 11. Bellefcvtawe und i, H College Ave und . '5 Dclaware und 15. Z Alabanm und North V7 Newmann und 19. 33 College Lve und 14. Sorntll Ave und IS. II AandeS um i j. 12 Highland Zlve UNS IS. 13 tccumich und 10. 45 5Ic Jersey jnd 22. 6 Zllvord und 17. '' No. 2 Spritzenhaus tzil.side Ave und lt. v College Ave und Sa. College tx und 27. 2 Park Lve und 2. sä 8CU. Wahn u.tt. -4 Ramf-y Ave und IS Stoughton u Newnu ,7 Ztlai und Pike. -8 Bloyd und Patrpa. .-.g N?. 21 Spritzenhaus Lrightwood Arven und Tepot 33 Brigtwood und 26. U Rural und Bloyd 5t. Ciair u. Keystom 67 Arsenal Ave unh 21. s ellefontaine und väi. 199 ?k CM cxd it 112 Capital & und 17. ?.l Z Pennsvlv. . 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