Indiana Tribüne, Volume 28, Number 102, Indianapolis, Marion County, 20 December 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüne, 2. Dezember 1903

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Europaische Nachrichten.

Provinz Brandenburg. Berlin. Ein neuer Lustmord beschäftigt die Criminalpolizei. Kürzlich fand man die verstümmelte Leiche der 44jährigen Plätterin und Prostituirten Elise Wäscher in ihrer Wohnung in der Boyenstraße 20 vor. Die Leiche, nur mit Strümpfen und Schuhen'angethan, wies einen langen Schnitt unterhalb des Brustbeines auf, so daß die Gedärme vorgedrungen waren. Die Plätterin lag unbekleidet auf dem Bett, die Haare wirr durcheinander, was auf einen Kampf des Opfers mit seinem Mörder schließen läßt. Das Polizeipräsidium fetzte zur Ermittelung des Mörders 1000 Mark Belohnung aus. Der Hofphotograph Schaarwächter ist in seiner Wohnung Potsdamer Straße 121b im 57. Lebensjahre gestorben. Erschossen hat sich der Generalsekretär des' preußischeu Landesökonomiecollegiums, Dr. Herbert Jürgens, der erst vor wenigen Jahren hierher in seine Stellung gekommen war. Er war infolge andauernder Krankheit seiner Frau und anstrengender Arbeit hochgradig nervös geworden. Im Hause feines Nesfen, des Philharmonie - Direktors Landeker beging der Musikdirektor Adolph Lang mit seiner Ehefrau, geb. Boeckh, das Fest der goldenen Hochzeit. Im Rathskcller erschoß sich die 53 Jahre alte Handwerkerswittwe Clara Lemke, geb. Schaller. Die alte Frau, die durch die Pflege einer kranken Dame ihren Lebensunterhalt erwarb, war seit acht Jahren Wittwe. Sie zeigte ein sehr aufgeregtes Wesen, wandte sich auch an Nervenärzte,- klagte aber, daß sie keine Besserung finde. Geheimrath Professor Dr. Nehring, einer der Hervorragendsien Lehrer der Landwirthschaftlichen Hochschule, ist plötzlich im Alter von 59 Jahren gestorben. Die Bismarckwarte auf den Mügaelbergen, deren Feuereinrichtung sich bei verschi:denen Versuchen als unzweckmäßig erwiesen hat und abgeändert werden mußte, ist in Gegenwart von mehr als 4000 Personen eingeweiht worden. Potsdam. Von den Puffern zweier Eisenbahnwagen zu Tode gequetscht wurde auf dem Güterbahnhof der 18jährige Bahnarbeiter Stahlberg aus Bornstedt, welcher aushulfsweise von der Bahnmeisterei dem Gllterboden zugetheilt war und zur Erledigung eines Auftrages über Geleise hinweggehen mußte, als gerade ein Guterzug rangirt wurde. Charlottenburg. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde auf einem dienstlichen Gange der Rangirmeister Carl Held in der Nähe des Lokomotivschuppens von einem in die Station einfahrenden Stadtbahnzug erfaßt und zu Boden geschleudert. Mit schweren Verletzungen am Kopf und an den Armen wurde er zum Arzt gebracht. Jeserich bei Brandenburg. Der Karusselbesitzer Protz wurde hier beim Abbrechen seines Karoussels durch eine abstürzende Säule so schwer verletzt, daß er ins Nathenower Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er starb. Niederschönhauscn. Zu einem Selbstmordversuch an der Pankower Kirche verlautet, daß der Lebensmüde, der sich einen Nevolverschuß in die rechte Schläfe beibrachte, als ein Techniker Jann von hier festgestellt ist. S p a n d a u. Das 25jährigeDienstjubiläum feierten die Lehrer Saurland und Berlin, ersterer ist an der 5. Gemeindeschule, letzterer an der Mittelschule thätig. Arcwinz Ostpreußen. Königsberg. Ihren Verletzungen erlegen ist im städtischen KrankenHause die von ihrem Ehemann schwer mißhandelte Frau Danowski. Der Thäter ist festgenommen worden. Beim Rennen des Garnison - RennVereins Königsberg stürzte im leichten Artillerie - Jagdrennen LeutnantHasford (Feldart. 16) beim Nehmen einer Hürde so unglücklich, daß er sich eine Gehirnerschütterung und eine bedeusende Kopfverletzung zuzog und nach einer Klinik gebracht werden mußte. Angerburg. Vom Zuge überfahren wurde der Bäckermeister Jhlke. Der Tod trat auf der Stelle ein. Allem Anscheine nach liegt ein Selbstmord vor. Darkehmen. Maurermeister und Grundbesitzer Karl Borkmann beging mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. G u d e l l. Kleinbesitzer Skinky kam von dem Begräbnisse seines Schwagers nach Hause. Hier machte er seinem Knechte aus triftigen Gründen ernste Vorwürfe, worauf dieser eine Axt ergriff und dem Bauern mehrere Schläge auf den Kopf versetzte. Der Mann ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Kolletzischken. Ein gräßlicher Unfall hat sich hier ereignet. Der Arbeiter Schecklies war bei dem 'GastWirth Ockelberg beschäftigt. Beim Dampfdreschen qerieth er in die Maschine und beide Beine wurden ihm abgeschnitten. Der Schwerverletzte wur de nach dem Krankenhause nach Heydekrug gebracht, wo er verstorben ist. Neidenburg. Auf dem Abbau brannte die Windmühle Dembowski vollständig nieder. Pächter war Herr Roguhn. Versichert war die Mühle mit 7000 Mark. Als Entsiehungsurfache des Feuers wird Selbstentzunduna angenommen.

S e ck e n b u r g. Arbeiter fanden am Ufer des, Greituschflusses den Leichnam eines Mannes. In der Leiche erkannte man einen gewissen Pusinus, der nach Elbings Colonie gegangen war, um Einkäufe zu besorgen, und seitdem spurlos verschwunden war. Bei der Leiche fand man noch die eingekauften Waaren und auch einen Geldbetrag. Der Mann hatte jedenfalls in der dunklen Herbstnacht den Weg verfehlt und war in die Greitusch gerathen. Tilsit. Der älteste Lehrer der Provinz Ostpreußen ist der hiesige Emeritus Dörfer, der feinen 100. Geburtstag feierte. Dörfer war über 50 Jahre in dem litauischen Dorfe Lopinnen im Kreise Darkehmen thätig. Provinz Westpreußen. D a n z i g. Generalleutnant von Horn, der frühere hiesige Commandant, ist in Wiesbaden, wohin er sich, nachdem er wegen Krankheit seinen Abschied genommen, im verflossenen Sommer begeben hatte, gestorben. C z e r s k. Der 18jährige Arbeiter Franz Ossowski, genannt Trewek, hat den Arbeiter Leo Kolaßa aus Abbau Czersk, der ihn wegen Mißhandlung seiner Kinder zur Rede stellen wollte, durch Messerstiche in den Kopf und die Brust derartig verletzt, daß der Tod in kurzer Zeit eintrat. Er wurde sofort verhaftet. Kolaßa war 45 Jahre, er hinterläßt cine Wittwe mit fünf unerzogenen Kindern. F l a t o w. Unser früherer Bürgermeister Löhrke ist von seinem schweren Leiden im Krankenhause zu Konradstein durch den Tod erlöst worden. Er war ein Kind unseres Kreises, 1837 zu Groß - Friedrichsberg geboren. 1853 wurde er Lehrer in Jordanken bei Marienburg und wurde 1862 an die hiesige Stadtschule berufen. 1878 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Konitz. Von einem Windmühlenflügel wurde die dreijährige Tochter des Mühlenbesitzers Sprenger iödtlich verletzt. Marienburg. Die Arbeiter Franz Guijahr und Jos. Wroblewskk. welche bei der Besitzerin Wittwe Wilm in Stadtfelde dienten, geriethen in Streit. Gutjahr wurde von Wroblewski mit einem Stock über den Kopf geschlagen, so daß er niedersank. Dadurch in Wuth versetzt, entriß Gutjahr dem Wroblewski den Stock und schlug sinnlos auf ihn ein. Wroblewski ist infolge der Verletzungen gestorben. Gutjähr wurde verhaftet. R o s e n b e r g. Einen jähen Tod fand der 19jährige Knecht Gerschinski aus Gr.-Albrechtau. Einen vierspännigen Lastwagen vom Pserde aus führend, stürzte er kurz vor Gr.-Albrech-tau plötzlich vom Pferde. Die Vorderräder des Wagens gingen ihm über den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein. Z o p p o t. Frau Professor Feyerabendt von hier suchte anscheinend in einem Anfall von geistiger Getrübtheit den Tod Im Meere. Fror?nz sommern. Stettin. Den Tod gefunden hat infolge der Verletzungen, die sie an der Ecke der Pölitzer- und Kronprinzenstraße durch Ueberfahren von einem Roll- oder Abfuhrwagen erlitten, die 70 Jahre alte Wittwe Bertha Kahle. Sie ist im Krankenhause gestorben. Der Führer des, Wagens ist nicht ermittelt worden. Bergen auf Rügen. In seiner Wohnung erhängte sich der Rentenempfänger Bendt in'Parchtitz. Als die Frau nach kurzer Abwesenheit in die Wohnung zurückkehrte, fand sie ihren Mann vor dem Ofen in die Knie gesunken an einem schwachen Vindfaden hängen. Seine Arbeitsunfähigkeit scheint den über 60 Jahre alten Mann zu der unseligen That veranlaßt zu haben. Greifenhagen. Beim Strohgarnfischen ist einige tausend Meter unterhalb der Stadt von dem Fischermeister Carl Köhnke die Leiche des Eisenbahnpackmeisters a. D. August Rosenthal in der Reglitz aufgefunden und geborgen worden. Rosenthal wurde vermißt und hat die Vermuthung, daß er beim Angeln verunglückt ist, sich bestätigt. Karnin. Arbeiter Lanken erhängte sich in seiner Wohnung. Lebensüberdruß ist wahrscheinlich der Beweggrund zu der unseligen That. P o l l n o w. Kämmerer und Beigeordnete? Corduan konnte auf eine 25jährige Amtsthätigkeit Hierselbst zurückblicken. Eine Abordnung des Magistrats und der Stadtverordneten brachte ihm die Glückwünsche der städtischen Körperschaftsn dar und überreichte als Geschenk der Stadt einen Schreibtisch nebst Sessel. Später fand zu Ehren des Jubilars ein Festessen statt. Stargard. Die am 21. April d. I. wegen Mordes ihres Ehemannes zum Tode verurtheilte Hebamme Karoline Bölter aus Naugard ist auf ein eingereichtesGnadengesuch jetzt vom Kaiser zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Der Ehemann der Bölter war ein dem Trunke stark ergebener Mann, der auch in recht arger Weise seine Ehefrau oft mißhandelt hatte. Treptow a. T. ' Selbstmord durch Erhangen beging in der Kammer seiner in der Bietsch belegenen Wohnung der Arbeiter Stahnke. Fovinz chreswig-Korriein. Schleswig. Verliehen wurden aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin bis Rothe Kreuz-

Medaille dritter Klasse der Frau Admiral Carola Thomsen, geb. von Boeckmann, in Kiel, der Frau commis. Amtsvorsteher Marie Freytag, geb. Krause, in Vredebro, Kreis Tondern, der Schwester Alwine Johanne Friederike Wohlert in Kiel, der Frau Dr. Lina Berke, geb. Ohlsen, in Augustenburg, Kreis Sonderburg, der Frau Oberleutnant a. D. Annie Brinkmann, geb. Schans, in L a u e n b u r g, der 'Frau Pastor Martha Fengler, geb. Hamel, in Wandsbeck, und der Frau Landrath, Geheime Regierungsrath Constanze Brütt, geb Lorentzen, in Rendsburg. A l t o n a. Das in der Eimsbüttelerstraße dienende Mädchen Anna Pewe stürzte beim Fensterreinigen aus dem Fenster des zweiten Stockwerks und trug so schwere Verletzungen davon, daß es bald darauf starb. A p e n r a d e. Der älteste Bürger unserer Stadt, der Schiffszimmermann Laue Sörensen, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Als Schiffszimmermann fuhr er über 60 Jahre zur See und befand sich auch an Bord des Schiffes, das die Werke des berühmten VildhauersThorwaldsen nach Kopenhagen führte. E ck e r n f ö r d e. An dem nahegelegenen Orte Elmenhorst ist der Landmann Claus Greve, 60 Jahre alt, in einer Kiesgrube von herabgerutschten Sandmassen verschüttet worden und hat dadurch den Tod gefunden. Flensburg. Eine Zuwendung des Rentners I. C. Söhrnsen im Betrage von 50,000 Mark an die Stadtgemeinde zur Errichtung eines StiftsHauses hat die Genehmigung der Regierung gefunden. Hörnerkirchen. Hier feierten die Eheleute H. Armbrust und Frau ihr 60jähriges Ehejubiläum. Armbrüst ist 87, seine Ehefrau 80 Jahre alt. Beide Eheleute sind noch verhältnißmäßig recht rüstig. Sie begingen den seltenen Festtag im engsten Familienkreise. N e u m ü n st e r. Dem Leutnant v. Rundstedt vom hiesigen 163. Jnfanterie - Regiment ist die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Petersfeld (Angeln). Ihre goldene Hochzeit haben in seltener Rllstigkeit die EheleutePetersen unter großer Betheiligung der Gemeindemitglieder gefeiert. ' Rendsburg. Auf eine 25jährige Thätigkeit als Redakteur der Schleswiger Nachrichten" blickte A. Leonhard zurück. Leonhard gehört auch dem Magistrat als Stadtrath an. Schnabel. Feuer zerstörte das Gewese des Schmiedemeisters Moldt. Das Feuer verbreitete sich in den mit Futterstoffen angefüllten Gebäuden so schnell, daß die Bewohner nur nothdürftig bekleidet das Freie zu erreichen vermochten. Z e n n h u s e n. Der umfangreiche Hof des August Boß, früher dem ehemaligen Reichstagsabgeordneten G. A. Thomsen gehörig, brannte vollständig nieder.

Zigeuner, diebeiMancheper in Virginien ihr Lager aufgeschlagen hatten, entführten von dort die kleine Daisy Dillon, brachen sofort ihr Lager ab und zogen mit der Kleinen nach der virginischen Stadt Petersbürg, wo ihres Bleibens aber nur kurze Zeit war, da sie hörten, daß die Eltern ihr Kind dort bei ihnen suchen würden. Sie zogen deshalb weiter und ließen das Kind in ihrem verlassenen Lager zurück, wo die hocherfreuten Eltern dasselbe noch an demselben Tage fanden. Seinen Sportseifer beinahe mit dem Leben gebüßt hätte John Rae, von South Amboy. N. I., der sich mit Freunden auf der Hasenjagd befand. Ohne es zu wissen, war die Jagdgesellschaft auf verbotenes Terrain gerathen, als sich in der Ferne ein Farmer zeigte, der allerhand wilde Gesten machte und ihnen etwas zurief. Wie Rae behauptet, legte der Farmer, noch ehe sie verstehen konnten, um was es sich handelte, auf sie an und feuerte. Er hatte mit Rehposten geladen, von denen mehrere Rae trafen, aber wegen der Entfernung wirkungslos abprallten. Unbegreifliche Frage. Herr: Also eine halbe Million beträgt die Mitgift der betreffenden Dame? Ja aber Sie haben mir noch gar nicht gesagt, wie sie ausschaut!" Heirathsvermittler: Nun, wie halt a halbe Million ausschaut!" Berechnend. Aber, warum nehmen Sie denn nicht, wenn Sie für vier Wochen nach der Riviera reisen, ein Nundreiseheft, Herr Baron?" Reine Sparsamkeit, Theuerster!" Sparsamkeit? Verstehe ich nicht." Ja, sehen Sie, bisher ist meine Rücksahrkarte noch immer anstandslos von der Bank in Monte Carlo geliert worden." Starke Enttäuschung. Wissen Sie schon, der Rentier Oskar Schultze hat den Kronenorden bekommen das ist doch unser alter Stammtischgenosse aus dem Löwen." 'Keine Ahnung, der schreibt sich ich kenne ihn ja schon über zwanzig Jahre nur mit z."" Oho, sehen Sie hier die Visitenkarte, die er mir selbst gegeben: Otto Schultze", elso mit tz." Nein, wie man sich in 'nem Menschen täuschen kann!""

Zlmgcsallelt. Novellistische Skizze von S. Glesc). Auf dem Bahnhofe versammelte sich die Hautevolee der Finanzweli, Damen und Herren des Sports, lauter erstklassige Passagiere. Die räuberische Elster liebt das Glänzende. Eine verschleierte Dame in hocheleganter Toilette musterte dieGesellschaft, vornehm nachlässig mit ihrem Sonnenschirm spielend. Auf einmal entfiel der Schirm ihrer Hand. Eine junge Dame bückte sich liebenswürdig, um den Schirm aufzuheben. Gleichzeitig aber auch die verschleierte Dame. Der Bahnhofts - Inspektor gab das Zeichen zur Abfahrt. Die Lokomotive pfiff und dahin brauste der Zug. Mein Gott, meine Brosche, meine Brillantbrosche!" Die junge Dame, die vorhin den Schirm aufgehoben, stieß leichenblaß diesen Schrei aus. Ich muß sie beim Einsteigen verloren haben!" Der Zugführer wurde benachrichtigt und der Verlust der kostbaren Brosche von der nächsten Station telegraphisch dem Bahnhofsvorstand gemeldet. In dem Moment, wo die verschleierte Dame einen glänzenden Gegenstand in ihren Kleiderfalten verschwinden ließ, legte sich ihr eine gelbbehandschuhte Hand sanft auf die Schulter. Fräulein Commilito!" Die Dame wandte sich um und sah einen äußerst vornehmen Herrn neben sich in schwarzem Gehrock und Cylinder. Herr Professor!" Anfänglich schien sie etwas überrascht, dann ein gegenseitiger AugenWink von feinem Lächeln begleitet, und Herr und Dame schritten zusammen dem Ausgangsportal zu. Der Herr rief einen Wagen herbei. Eine Stunde spazieren fahren draußen!" - Galant öffnete er der Dame den Wagenschlag und dahin fuhr das leichte Gefährt. Elegant und meisterhaft gemacht. Ich bewundere Ihr Talent." Ihre Schule, Herr Professor." Wie lange arbeiten Sie hier am Platz, Fräulein Rosa?" Vielleicht einen Monat. Aber. Sie hier? Ich glaubte Sie in London. Geschäftlich hier?" Zum Glück für Sie heute noch nicht dienstlich." Heute noch nicht, aber morgen vielleicht. Wie verstehe ich das, Herr Professor?" Nun, sehr einfach. Ich bin als Organisator hierher berufen und morgen vielleicht der Direktor des DetektivBureaus." Dann bedauere ich uns!" Der Ausruf klang tragisch - komisch und dazu stimmte auch die Mimik der schönen Rosa. Aber, wenn Sie nicht mehr mitmachen, Herr Professor, verliert die Welt ihren besten Meister und unsere Kunst sinkt zum Handwerk herunter. Warum denn zum Henker unserer Kunst untreu werden?" Ihretwegen, Rosa!" Meinetwegen? Räthsel! Räthsel wollen wir Anderen bleiben, uns nicht, Herr Professor." .So denke ich auch. Hören Stt mich an, Rosa. Auf der Höhe unserer Kunst sehe ich mich, seit Sie aus London verschwinden mußten, allein. Ein Verlangen, in Ihrer Nähe zu sein, ließ mich Sie suchen. Ich hatte eine dunkle Ahnung, die mich unter den Galgen stellte, an dem Sie baumeln. Wir haden Geheimnisse, Rosa, wir beide, seit unserer Studienzeit, die entweder den Galgen oder auch den Direktorstuhl verdienen. Ich ziehe den letzteren vor, weil man sich am besten dahinter verbirgt. Ich thue diesen Schritt zuir Altentheil Ihretwegen, Rosa, und meinetwegen. Ihretwegen, weil ich bestimmt weiß aus internationalen V' bindungen, daß Sie zum letzten Mal gemaust haben, und meinetwegen, weil alte Liebe nicht rostet " Herr Professor " Professor Marlet) war als Mister der internationalen Taschendiebe weltbekannt. Sein Ruf war unbestritten; er hatte den höchsten Rekord. Man sagte von ihm, daß es für ihn keine Polizei gäbe, denn bis in die Feinheiten seiner Arbeit vermöge kein Auge zu schauen. Seine Arbeit sei, Kunst, die nicht selten an Wunder grenze. Ja, man behauptete von ihm, daß er hochgradig magnetisch sei und die in Gold gefaßten Brillanten ohne seine Kunstfertigkeit nur so in seine Taschen spazierten. Den Titel Professor hatten seine Schüler und seine Kunststücke ihm beigelegt. Längere Zeit war er Direktor eines Kunstinstituts für die Spezies Taschendieberei gewesen. Seine Schüler und Schülerinnen vergötterten ihn Seine Unterrichtsmethode war ebenso wissenschaftlich als praktisch. Hatte irgendwo ein Bekleidungskünstler ei--nen neuen Kleiderschnitt erfunden,' der der Tasche eine neue Lage oder einen neuen Schnitt gab, er erkannte sie sofort. Mit einem Blick bemaß er den Werth jedes Brillanten bis auf das Genaueste. Seine Münzenkenntnisse waren unerreicht, kurz, er war der Inhalt aller feinsten Spitzbübereien, ein Spitzbube par excellence. Das wußte die Welt, darum fürchtete sie ihn und suchte ihn. Die Meldungen über täglich neue Taschendiebereien häuften sich in solchem Maße, daß eZ unheimlich wurde.

De Detektivs, die geschlissenften unv pfiffigsten, waren ohnmachtig gegenüber den zahlreichen Fällen der legleren Zeit, namentlich des letzten Monats. Man nahm an, daß eine internationale Gaunerbande am Platze sei, die, wie beutzutaae so vieles, überfein arbeite. Hier war die beste Aushilfe nothwendig und die war einzig und allein Pro fessor Marley. Ich muß einen großen Theil der Schuld an der Ueberhandnahme dieser unliebsamen Erscheinungen dem Luxussinn unserer Zeit zuschreiben, und wo die Börse in Betracht kommt, der offenen Thür der Taschen, weiteres der der Damen. Gelegenheit macht Diebe " Der Herr Polizeipräsident lächelte dabei geheimnißvoll.' Verzeihen Sie, Herr Marley, meine Offenheit; wir sind unter uns." Ich verstehe die Welt und ihre Sprachen, Herr Präsident, die BeZeichnung Dieb kann mich nicht treffen, aber auch die nicht, die gemeint fein sollen, dann waren sie nichts weiter als das, was dcsWort besagt, dann würde Ihre Polizei wohl mit solchen Stümpern fertig." Ein feines Lächeln begleitete die Worte, wie denn überhaupt die beiden Herren nicht einmal aus dem gegenseitigen Anlächeln herauskamen, das den Weg, den beide nicht gern zusammen gingen, am besten glättete. Lassen Sie uns kurz sein, Mr. Marley! Ich biete Ihnen auf Lebenszeit die Direktion des Bureaus an. Schlagen Sie ein?" Ihr, meine Lämmer, lebet wohl! Wir sprechen und denken Herr Präsident, hier denn meine Hand!" A propos, Mr. Marley, die Rosa, die schöne Rosa, hat uns hier die Ehre erwiesen. Der letzte Monat nennt sich nach ihr." Der verdanke ich Ihr Anerbieten und meine Berufung, Herr Prasi dent." Ah!" Dem Präsidenten schien plötzlich ein Licht aufzugehen. Marley durchschaute ihn sofort. Falsche Fährte, Herr Präsident. Irrlicht Sie denken, daß dieselbe Aufklärungsdienst verrichtet hat als Amazone. Nein, das hätte sie trotz ihrer Herzensgüte nicht gethan. Wäre ja auch nicht nöthig, weil nicht ich Sie, sondern Sie mich gerufen. Ihre Anwesenheit ist mir bekannt geWesen, wie mir überhaupt das Arbeitsfeld jeder Berühmtheit bekannt ist. Uebrigens dürfen Sie derentwegen beruhigt sein. Rosa ist von morgen an unschädlich." Der neue Direktor sprach sofort anders, als solcher, zwar noch lächelnd in seiner feinen Art, aber bestimmt. Das imponirt auch von Gaunergrößen. . Schon morgen? Das wäre schon ein Meisterstück. Aber wie?" Einfach: Ich fahre mit ihr auf das Standesamt." Tabl?au. ' Noch eins, Herr Präsident. Sie kritisirten den Luxussinn unserer Zeit vorhin und das mit Recht, denn Sie sind selbst ein Kind Ihrer Zeit. Pardon! Ich jin ehrlich." Was, meine Busennadel?" Eine kleine Probe, Herr Präsident. Aber Schein." Herr, Sie glauben doch nicht etwa ?" Nein, ich weiß es bestimmt. Lassen Sie sich von dem Juwelier 300 Mark zurückgeben, ihr Werth ist 200 Mark." ' Herr Professor, mein Kompliment!" Bitte, von dieser Stunde an Direktor." - Katz im Haus Tod der Maus. Die Umwandlunq des Herrn Professor Marley in Direktor Marlins, seine Verheirathung mit der schönen Rosa und die Einrichtung eines fürstlichen Wohnsitzes war das Werk von wenigen Tagen. Ein Heiligthum besaß die DienstWohnung des Direktors, ein Zimmer, wo die Vergangenheit in Bildern zu dem Herrn Direktor und der Frau Direktor sprach, scheinbar so angenehm, daß die Herrschaften allabendlich in diesem, ihrem Heiligthum weilten, das außer ihnen Niemand betreten durfte. Hier fühlten sie sich am glücklichsten linier den Erinnerungen. Unerhört. Die Männer sind doch zu gefühllos! . . . Schickt mir da mein Rudolf den Verlobungsring als Muster ohne Werth"!! Zerstreut. Was gab's gesiern bei Commercienraths? Junge Gänse. . ." Ach, gehen Sie, ich meine, was es zu essen gab?" Um Messinqgegenstände hochgelb zu färben, taucht man dieselben einen Augenblick in Salpetersäure und spült mit Wasser rasch ab. Um einen bronzeartigen Farbenton zu erzielen, muß man die Gegenstände, wie soebn beschrieben, behandeln, sie aber dann erwärmt mit einem durch Drachenblut versetzten klaren hellen Schellack überziehen. Farbgerüch aus den Zimmern zu vertreiben. Man stellt täglich frisch gerösteten Kaffee auf einer flachen Platte oder Schüssel in das Zimmer, bis kein übler Geruch mehr bemerkbar ist. 'Oder man legt einige Wachholderbeeren auf glühende Kohlen und schwenkt dies einige Male im Äimmer bin und ber.