Indiana Tribüne, Volume 28, Number 102, Indianapolis, Marion County, 20 December 1904 — Page 1
Os ?' V7, rAl ,1 ix "Sa'i loge und H S '. roimtagsbralt S SJ 15 (un;c ini f - rcv.nitaa&blatt $) :3 tf Klrrh f O riOv S XjC t-SX r -y XOofccr Woche. jjj i IMJ muH ti -4 V ..- uw. : i ÖSSSSSSS SS9?3 "V .-r V-V v Erscheint joden Naönnittag. Jahrgang .28. Indianapolis, Ind., Dienstag, 20 Dezember 1904. No 102.
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Stürzclldc Mauern zcrschmettern cm Hotel. Sieben Leute getödtet, sieben weitere schwer verletzt.
M i n n e a p o l i s, 20. Dez. Ein starker Wind stürzte die Mauern deZ während der letzten Woche abgebrannien Peck Gebäudes ein, und dieselben zerschmetterten-das benachbarte Crocker Hotel, in welchem zur Zeit 50 Leute schliefen. Das demolirte Hotel geneth hierauf in Brand und ein Generalalarm rief dann die gesammte Feuerwehr zur Rettung der verunglückten Gäste herbei. Sieben Leute verloren direkt ihr Leben, wahrend weitere sieben Gäste so schwer verletzt wurden, daß man an ihrem Auskommen zweifelt. Das Crocker Hotel war ein Holzgebäude und die Tonnen der herabstürzenden Steinmasten drückten dasselbe wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Thomas Hale vor Gericht. Heute nahm der Thomas Hale Prozeß im Kriminalgerichte seinen Anfang. Hale ist des Mordes im zweiten Grade beschuldigt. Hale schlug in der Nacht des 16. Mai an der Ecke der Illinois und Washington Str., Thomas Sei bert nieder und im Falle stürzte dieser schwer mit dem Kopfe gegen die Spiegelscheibe der Pennsylvania Ticket Ossice, sich derartig verletzend, daß er bald darauf starb. Der Staat als An iläger, wird zu beweisen suchen, daß Hale seinem Gegner, nachdem er ihn niederschlug, mit dem Kopfe durch das Fenster stieß. Seibert und fein Bru dee Charles W. Seibert, mit dem sie zum ersten Mrle an jenem verhängniß vollen Abende zusammentrafen, hatten in Dan Smith'S Wirthschaft an der Nord Illinois Str. zusammen getrunken und obgleich der Bruder deZ Todten innerhalb weniger Schritte von dem Schauplatze der That sich befand, wußte er doch nichts von dem Hergange, bis er durch die Polizei davon benach richtigt wurde. Die durch den Coroner vernommenen Zeugen varriirten sehr in ihren Aussagen. Bessie Stow. Hattie Stl'w und Mary Aßman, drei Mädchen, die den Vorgang mitansahen, werden für die Anklage drei wichtige Zegen abgeben. Hale hat viele Freunde, unter diesen auch seinen Ardeitgeber, die sich für für seine Ver. theidigung verwenden werden. Wm. N. Harding und C. S. Wiltfie haben die Vertheidigung übzrnommen. Hale, nachdem er mehrere Monate in der County Jail gesessen, sah ziemtich eingefallen und bleich aus. Hartnäckiges Jener. Durch einen schadhaften Schornstein im Hause deZ Predigers Morris LewiS, 920 Nord California Str., entstand heute Vormittag ein Brand, der sich, angefacht durch den Wind,, sofort den Nachbarshäusern mittheilte und der nur durch promptes Erscheinen der Feuerwehr mit verhältnißmäßig kleinen Verlusten gelöscht wurde. Sowie nur das Feuer entdeckt wurde, hatte es sich auch schon im Hause ausgebreitet und der starke Wind, übertrug es auf die NachdarShäufer, nordlich und südlich. Das HauS des Predigers wurde völlig eingeäschert und nur wenige der Möbel wurden gerettet, die Nachbarhäuser wurden nur hinten schwer beschädigt. Der Verlust des Rev. LewiS wird sich auf etwas über $1500 belaufen. Auditorium Bar. Meinen Freunden und Gönnern zur gefälligen Nachricht, daß ich eine neue Wirthschaft unter obigem Namen in 449 Virginia Ave. eröffnet habe. Ich werde mich stets bemühen mit den besten Getränken und Cigarren, sowie mit einem feinen Lunch aufzuwarten. Um gütigen Zuspruch bittend zeichnet Achtungsvoll Gustav Doebber. C o l u m b u S, O. Gen. Fun ston ist zu einer Jnspektisn hier einge troffen.
Wüthender Macedonier
Verbreitet Schrecken unter seinen Landsleutm. Unter den heißblütigen Söhnen des klassischen MacedonienS, die unsere Stadt als Wohnort erkoren haben, herrscht groß? Bestürzung, wie JameS Sarnaras gestern Abend dem Polizei sergeanten Corrigan mittheilte, als er um Schutz bat. Seiner etwas verwirrten Erzählung zufolge soll der 625 West Market Straße wohnhafte Ma. ceoonier Theodore JameS gedroht ha ben, wenigstens zwei seiner Landsleute, ehe der Morgen graut, kalt zu machen und stch dann eifrig beschäftigte seinen riesigen Revolver frisch zu ölen. AuS den Angaben SaonaraS scheint hervorzugehen, daß unter seinen Land leuten ein der Cammora ähnlicher Bund besteht, dessen Haupt der Mace donier mit dem amerikanischen Namen JameS sein soll. Der Sergeant, der den unerträglichen Zwiebelgeruch, den SaonvraS ausströmte nicht vertragen konnte fertigte den Angeber kurz ad und gebot ihm James mitzutheilen. daß wenn er sich nicht friedlich be nehme er Bekanntschaft mit der In dianapoliser Polizeizelle machen würde. Behörde für öffentliche Arbeiten. Die endgültigen AffeffementrollS" sind bestätigt: für Kiesfahrstraßen, Backstein, Rinnstein, Cement Seiten wege und Prellstein in der 25. Str. von Northwestern Ave. bis Se nate Ave: Für Durchlegung und Verlängerung der Aoler Str. von der Senate Ave. 200 Fuß westlich. Contracte wurden eingegangen mit M. I. Shea für eine Weiche über Van Buren Str. von der Indianapolis Bahngesellschaft. Mit der Capital City Brewing Co. für eine Weiche über Dakota Str. von der Terre Haute und Jndiana Rail way Co. Stadtrath. Das Weichbild der Stadt cms gedehnt. In der gestrigen regelmäßigen Stadt rathsitzung wurden folgende Ordinan zen angenommen und zwar ohne weit läusige Debatten. Dem Finanzdepartement wurden S19.870.50 verwilligt, um die Bond schuld von 1899 betreffend 15 BondS von je S1000 und den aufgelaufenen Zinsen im Betrage von $780.50 sowie S90 iWechselgebühren die am 1. Ja. nuar k. I. in New Jork fällig werden, aufzunehmen. Die zweite Oadinanz bestimmt, daß die Ost und Südgrenze von Jndiana polis soweit ausgedehnt werden soll, daß sie das nachstehende und an die Stadt angrenzende Gebiet berührt. Beginnend da, wo die Oftgrenze an fängt und dieselbe die Südseite von "Englifh Ave. und Keystone Ave. schneidet, dann der Südseite von English Ave. entlang bis zur Grenze der Stadt, wo die Temperance Ave. erreicht wird, dann der Linie östlich, nördlich, nord westlich folgend, soll das Gebiet einen Theil der Stadt bilden und der Ge richtsbarkeit derselben unterstehen. In Sachen der TheaterOrdlnanz wurde gestern Abend nichts gethan. Für Kalender, Bilder, Spiegel und 'Bilderrahmen, gehe man zu K r i e g B r o S., 112 Süd Illinois Straße. Schiffsnachrichten. Abgefahren. Cherbourg: Blücher" nach Hamburg. Liverpool: Canada" von Portland. Dover: Finnland von New Jork nach Antwerpen. Cherbourg: Kaiser Wilhelm II." von New York. New York: Manitou" nach London. Angekommen. New Jork: La GaScogne" von Havre. i
Weihnachten, DaS schönste Fest des Jahres vor der Thüre
Geschäftiges Getümmel in den Straßen. Die Geschäftsleute haben als Liefe ranten deZ Christkindchcns alle Hände voll zu thun. ES ist die Zeit ihrer goldenen Ernte und die verlockenden Schaufenster, in denen sie ihre schönen Waaren zeigen, sind trotz der empfind, lichen Kälte fortwährend von zahlrei' chen Schaulustigen umlagert, welche noch die Qual der Wahl haben für ihre Lieben paffende Geschenke, die sie unter den Christbaum legen können, anzu schaffen. In den Läden selbst sind die flinksten Verkäuferinnen noch nicht flink genug alle die Kunden so schnell zu bedienen wie sie es wünschen und ungeduldig harren dieselben um ihr Geld gegenSa chen, die nur' in der Weihnachtszeit Werth haben, lo5 zu werden. Ladenund Taschendiebe versuchen ihr Bestes sich für Weihnachten auf Kosten an derer vorzubereiten und ärgern sich über die allzu wachsame Polizei. Mit blaugefrorenen Nasen erregen an den zugigen Straßenecken Handels leute die allerlei billige Spielsachen feilhalten, das Mitleid der Paffanten. Greift man hier zögernd in die Tasche um einem der armen Kerle etwas was man überhaupt nicht haben will. abzu. kaufen, so geht die Hand schnell und unwillkürlich in die Tasche, wenn man einen der Soldaten der Heilsar mee vor dem Feldkeffel-Posten stehen siedt, und man prüft das Geldstück, das man hervorgeholt hat, nicht gerade sehr genau ob eS nicht zu groß fei. Man freut sich, wenn man beim Hirs einklirren hört, daß eS nicht vereinsamt in dem Gefäß liegt, weiß man doch, daß jeder Nickel davon für die würd! gen Armen bestimmt sind. Im Stillen aber wirken wohlthätige Frauen aus der Gesellschaft in ihren Kreisen demselben hochherzigen Ziele entgegen und finden willigen Zuspruch, denn eS ist die Zeit der Gabelaune, das Fest der offenen Herzen und willigen Hände. Die deutschen großen Vereine rüsten emsig und unermüdlich sürihre Weih' nachtSfestlichkeiten Turner , Sänger und Landmannschaften vereinigen ihre Mitglieder und deren Familien zu fröhlichen Festen nach deutscher Art. Wird warten müssen. Der Besitz seiner eigenen Wirthschaft wurde John Miller durch Richter Nicker son abgesprochen. Miller, der vor einiger Zeit mit der Stadt in eine Con troverse gerieth, stellte damals angeb lich James Hignight als Geschäfts' führer, bis zum Ablaufe seiner Lizens, im Mai. an. besann sich aber später und verlangte Besitz, die ihm Hignight verweigerte. Miller reichte dann eine Besitzklage ein, der Richter aber ent schied, daß Higwight nicht vor Mai zu weichen brauche. Reparaturen in Angriff genommen. Die Reparaturarbeiten'in der durch die Explosion am Samstag theilroeise zerstörten Fabrikanlage der Brower & Love Bros. Baumwollenspinnerei, sind mit Energie in Angriff genommen um eben jte Anlage sobald nur irgend mög lich wieder betriebsfähig "zu machen. Obgleich bis zum Ende dieser Woche wohl sechs der großen Dampskeffel wieder repariit sein werden, wird dennoch die Fabrik nicht ganz so früh, wie man Anfangs erhoffte, ihre Reparaturen be endet haben. Die Ursache der Explo fion ließ sich nicht ergründen. Der Lahrer Hinkende BotesawiederNegenöburger Marien Kalender für 1903 find ut$ unsere Office zu beziehen.
Jugendliche Flüchtlinge.
Vor mehreren Wochen wurde Albert Schill, eine Knabe in Diensten eines der Washington Straße Geschäfte, durch einen Mefferstich verwundet, als er gelegentlich eines Geschäftsganges durch die Atley hinter dem Claypool Hotel gehend, durch eine Anzahl Knaben aufgehalten wurde. Janus und William Smith, zwei Knaben, die in diese Affaire verwickelt waren, wurden vom Jugendgerichte nach der Reformanstatt in Plainfield gesandt, ehe man sie jedoch nach dort übersührte, schickte man sie hier nach der Friendly Jnn und dort kletterten dann beide durch ein Fenster im Badezimmer und wurden nicht mehr gesehen. Die Behörden fahnden auf die jugendlichen Flücht linge, die nach ihrer Ergreifung den unterbrochenen Weg nach Plainsield fortsetzen werden. i Wichtig für Lehrer! Die 51. Jahres Versammlung der Jndiana StaatSlehrer Vereinigung wird vom 23. bis 30. d. MtS. in dem Versammlungslokal des Claypool Ho tel abgehalten werden und gelangen dann sehr wichtige Schulangelegen heiten zur Sprache. Vor einem Jahre bereits wurde seitens dieser Vereinigung ein Comite eingesetzt, welches Über die Salärfrage Bericht erstatten sollte. Nun hat der Präsident derselben, Herr I. W. Carr von der Anderson Schule auf die Nothwendigkeit hingewiesen, diß mindestens 3000 Lehrer, von In dlana in die Bewegung zwecks Erlan gung höherer Saläre eintreten müßten. Er will dann die Lehrer-Saläre mit denen der Handlanger vergleichen. ebenso die der Stadtsuperintendenten mit denen der, Postmeister. Auch soll dann zwsschen Stadt und Landlehrern eine Parallele gezogen werden, die zei gen wird, wie eS mit Ersparniffen und mit der Zukunft aussieht. Superinten dent 9. A. Cotton, Frl. A. Baylor von Wabafh und Dr. Rob. T. Aley von der Jndiana Universität überneh men die Leitung über die Debatten. Anßerdem sprechen noch mehrere pro minente Lehrer und Lehrerinnen über hochinteressante Themen. Auch Einzel Versammlungen finden statt und zwar im Supreme Court (StaatshauS) und Mittelschule Zimmer 12. Die Musik während der Pausen liefert daS Sberi dan Hochschul Quartett und das Ma nual Training High School" Orchester von Indianapolis. Terre Haute. Frau W. R. McKeen, geb. Seibly, ist gestern plötz lich infolge eines Herzleidens plötzlich gestorben, Sie war eine höchst respec tirte und von Jedermann geachteten Dame und bekannt durch ihre Free gebigkeit. I e f f e r s o n v i l l e. Samuel Stausuro aus Bethlehem, 15 Jahre alt, fand Sonnabend auf merkwürdige Weise feinen Tod. Er war im Begriff zur Jagd zu gehen und nahm seinen Hund mit. Da er sich in einem Laden Munition kaufen wollte, stellte er die geladene Flinte so lang vor die Thür. Als er die Waffe wieder in die Hand genommen, wurde selbe von dem Hund berührt und entlud sich sofort. Der Schuß ging dem Jungen durch die Hüften und ehe noch ein Arzt hinzu kommen konnte, lag er schon in hoff nungölosem Zustande. Aehnlich erging es E. Barr, dem der Schuß in den Fuß ging, sodaß Ampation nöthig wurde. M u t t e r m ö r d e r. Der Grubenarbeiter Brognit in Chaielet, J3el wen. war durch emen aerichtllchen Ent scheid gezwungen worden, seiner hochbetagten Mutter eine Monatsrente von 10 Francs ($1.88) zu bezahlen. Durch diese Verpflichtung empfand er. gegen die hilfsbedürftige Frau einen solchen Haß, daß er sie aus dem Wege zu schaffen beschlon. An einem Tage uberhe er sie auf dem Felde, versetzte ihr einen Messerstich, und als sich die Unglückliche aus seinen Armen losreißen wollte, warf er sie zu Boden und' erwürgte sie. Das Urtheil des Schwur- , , f (VA.iri-.r. ' ; . geriHis mmeie aus ooesurase, du jedoch in Belgien auch an solchen Verbrechern nicht vollzogen wird.
Nachrichten aus Jndiana.
South V e n d. Harry Phelps ist in seinem Badezimmer erstickt. Als die Feuerwehr anlangte, sah sie sein HauS in Flammen und fand ihn in seinem Zimmer nicht mehr lebend an. Petersburg. Der 14.jährige Willard Collins aus Pikeville stach sich mit einem Fleichermesser unbeabsichtigt in die Seite, als er einen Ball aufhe ben wollte. Das Messer drang 7 Zoll in's Fleisch hinein, was den Tod zur Folge hatte. P i e r c e t o n. Der frühere Sec tionS-Vorarbeiter an der Pennsylvania Linie Namens G. Meredith, wurde letzten Samstag durch einen Güterzug ! mit sofortigen Todes Ausgang über fahren, 50 Jahre alt, hinterläßt er Frau und 3 Kinder. Geneva. Fred. De Hoff, 17 Jahre alt, ein Oelfarmer, wird an den Folgen eines Flintenfchuffes, welchen er in den Unterleib erhielt, sterben. Als er mit seinem 15 Jahre alten Bru. der auf Jagd war, entlud sich dessen Gewehr und traf ihn am rechten Vor derarm, riß Fleisch weg und drang in die Bauchhöhle. M u n c i e. Der Reverend E. D. Brown ans Columbia City wurde zu folge einer gegen ihn gerichteten Anklage, feine Frau verlassen zu haben in Haft gefetzt. Er gab das Delict zu. bemerkte aber, daß eS dies wegen im merwährenden ZankenS seiner Frau nicht anders hätte thun können. S i l l S d a l e. Eine Collision zwi. schen zwei Frachtzügen der C. & 6. I. Eisenbahn fand gestern statt, wobei zwei beladene und ein Hinterwagen aus den Schienen geschleudert wurden. Ein? Ladung mit Spirituofen wurde zertrümmert und Mänüer und Knaben tranken davon, bis sie betrunken waren. K o t o rn o. Der Farmer Ch. Dagget hat gestern um Ausfertigung eines VerhaftSbefehls gegen seinen 17 jährigen Sohn Freeman Antrag ge stellt, weil dieser eine Negerin Namens L. Jacunson geheirathet hat. Des gleichen wurde von dem Vater ein Ver Haftsbefehl gegen den Neger Cyrus Dempsey erwirkt, da letzterer beschwo ren, daß Freeman daS gefetzlsche Alter zur Heirath gehabt hätte. H a m m o n d. Kaufmann L. Breskin reichte letzten Donnerstag eine Petition wegen Bankerotts beim hiesigen Bundesgericht ein. Vorher war daS Lager zufolge Verfügung des Rich. terS ' Tuthill von Michigan City beschlagnahmt worden und kam eS so ans Tageslicht, daß eine Menge Seide und Ausschnittwaaren, welche man früher vermißte, am Sonnabend aus dem Sand in Schachteln verpackt, ausge graben wurde. L o g a n S p o r t. Die County-Com miffüre sind immer noch dabei das Räthsel zu lösen, wie es möglich war. daß ihnen Schatzmeister Obenchain durch die Maschen gegangen. Daß nun t80,000 anstatt wie früher calculirt. ß40,000 fehlen, hat die Beamten erst recht den Ernst der Dinge begreifen laffen. Die größten Anstrengungen sind schon gemacht, um etwas über den Verbleib Obenchain zu erfahren, man hat sich eben bislang zu sehr in Schlaf wiegen lassen, daß das Deficit viel kleiner wäre, als es wirklich, ist und man glaubte immer noch, daß Ober chain zurückkehren würde. Zur rechten Zeit unternommene Schritte hätten den Defraudanten schon längst hinter Schloß und Riegel gebracht. Die Bürgen ziehen jetzt in Erwägung, wie sie den Schaden gut zu machen haben und haben hierzu schon eine Versammlung einberufen. Sie werden dann darauf dringen, daß zuerst die Cautionsfumme in Anspruch genommen wird, worauf ein Accord zu erzielen sein konnte, wenn nicht, will sich das Publicum an die Bürgen halten. Die Bürgen sind natürlich schr auf gebracht-und wollen auf Obenchain'S Verhaftung einen Preis von S10,000 aussetzen. Die Bürgfchaftspapiere sind von 32 Leuten unterzeichnet, von denen aller dings inzwischen 2 gestorben sind.
Engliscy amerikaniftner nun Handel." Die Samoar.ische Krie.sntschädizung, schreibt die Schleiche Zeitung, wird immermehr zu einer für alle Beteiligten recht unermüdlich.'.! füi die Zahlungspflichtigen aber c.era.eu beschämenden An'el.genheit. D c englisch: und die amerikaniiche Regierung versprechen sich von der nochmaligen Anrufung eines unpzrteiiche.iSchizdsrichters nach der ersten Er.a.,ru.-.g ihrer wenig ehienvcllen Äerurtheilung durch den Honig Don Schweden bkg.eiflichecweise schlechten Crfclg. Das ge?t aus den weiteren Verhandlungen h rvcr, die nun von der deutschen Regierung wohl etwas mehr mit Nachdruck betrieben zu werden scheinen. Daiüber wird uns aus Berlin geschrieben: Im vorigen Monate wurde aus Samoa berichtet, daß die dortigen An
siedler eine Eingake an den Gourerreur gerichtet haben, worin sie um Veschleunigung in der Auszahlung de: Entschädigungen. die ihnen nach dem Schiedssprüche des Königs von Schweden zustehen, ersuchen. Hierzu verlautet von zuständiger Seite, daß die Entschädigungsfrage jetzt besser steht, als zu Anfang des Jahres und daß Ausficht vorhanden ist. sie in einigermaßen befriedigender Weise zu erledigen. Nach den Erklärungen des Regierungsvertreters im Reichstage hatten die Negierungen von London und Washington im ganzen eine Entschädigung von 23,000 Dollars angeboten. Erklärlicherweise verhielt man sich hier gegen dieses Angebot ablehnend, da der den deutschen Reichsangeh'örigen 1899 dort zugefügte Schaden allein auf 112.000 Dollar ermittelt worden ist. Die anfänglichen Versuche, die Kabinette von London und Washington zu einem weit höheren Angebot zu bewegen, hatten keinen Erfolg. Darauf wurde die Absicht kundgegeben an den König von Schweden das Ersuchen zu richten, seinen Richterspruch auch auf die Höhe der von den beiden-derurtheilten Mächien zu zahlendenEntschädigungen auszudehnen. Eine solche Fortsetzung des Schiedsrichterspruchs war schon in der ursprünglichen Abmachung über diese Schieds spruch-Angelegenhelt vorgesehen. Daher konnte von London wie von Washington aus kein Widerspruch dagegen erhoben werden. Infolgedessen traten die Kabinette von London und Wash ington in neue Unterhandlungen darüder ein und haben, wie verlautet, jetzt schon eine Erhöhung der Entschädigung zugestanden, die fast das Doppelte des ersten Angebots beträgt. Doch ist man hier davon auch noch nicht befriedigt. die Verhandlungen werden fortgesetzt und alle Aussicht ist vorhanden, daß noch eine höhere Summe erreicht wird. Der Nachschub für Südwesiafrika. Ueber die neuesten Nachsendungen von Ersatzmannschaften für die in Deutsch-Südwestgfrika kämpfenden Truppen meldet die Norddeutsche Allgemeine Zeitung": 1. Der TransPort N verließ Hamburg am 12. November auf den Dampfern Eduard und Erich Woermann; Ausschiffung in Lüderitzbucht: 4. Bataillon Feldregiments No. 2, Stab des Etappenkommandvs Süd. 2. Transport O, derließ Hamburg den 22. November auf Dampfer Professor Woermann: 23 Offiziere und Sanitätsoffiziere. 860 Mann aller Waffengattungen als Ergänzung für entstandenen Ausfall? Ausschiffungspunkt Swakopmund. 3. Transport P verläßt Hamburg den 6. Dezember auf Dampfer Palatia der Hamburg-Amerika-Linie: a. 11 Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte, 300 Mann aller Waffengattungen und 800 Vfcrde als Eraänzuna für Ausfall; Äusschiffunz in Swakopmund; b. eine berittene Etappenkompagnie ' zum Schutze der südlichen Etappenstraße Lüderitzbucht-Kubüb-Keetmans-hoop; .Ausschiffung in Lüdentzbucht. 1 4. Transport Q verläßt Hamburg den 17. Dezember auf den Dampfern Louisiana und Eleonore Woermann: eine zweite Feldtelegraphen-Abtbei-lung zu drei Stationen: Aussc5,iffungsort Lüderitzbucht. Die Gesammt- : stärke aller vier Transporte beträgt: 76 Ossl,nere unv ?anttatsofpziere, 25 Militärbeamte, 2290 Mannschaften und 2214 Pferde. In Wien starb der bekannte Landschaftsmaler Professor Ri barz im Irrenhause. Die an dem Zusammenbruch des Berliner Bankhauses Arendel & Co. schuldigen Prokuristen Reinhardt und Wicnecke wurden wegen De-pot-Unterschsagungen zu zwei resp, ein Jahr Gefängniß verurtheilt. (Bin junger Zweifler. Der fünfjährige Wolf flunkert. Die Mutter ermahnt ihn. stets die Wahrheit zu sagen wer lüge, dem wackele .die Nase! Wolf antwortet: Mutter, lüg Du mal ich will mal sehen, ob Deine Nase wackelt!"
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