Indiana Tribüne, Volume 28, Number 101, Indianapolis, Marion County, 19 December 1904 — Page 7
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Die Xcutc t)nm ! Siflmss Vcnren !
p S t 2 Vornan von . Scridlrernr r ää Fortsetzung Gnädiges Fräulein sind die einzige, die Theilnahme für den Unglücklichen haben. Er erzählte mir heute seine ganze Lebensg:schich!e, und ich glaube, er sprach die Wahrheit. Viel Sünde, viel Unrcchl!" sagte. die Schwester zögernd. Aber Gott gibt dem reuigen Sünder Gnade, wäre denn Frau von Sobotka wirklich so hart, daß sie ihm nicht verzeihen könnte? Sollten gnädiges Fräuleln nicht für den Sterbenden bitten mögen?" 'In diesem Augenblick that sich die Thür des Krankenzimmers auf, und Benatschek trat lachenden Gesichts heraus, indem er zurückblickend rief: Du verdienst es nicht, aber ich bin ein guter Kerl und werde Dir mein Wohlwollen nicht ent " . Da sah er die barmherzige Schwester und Agnes, die Beide empört über sein freches heimliches Eindringen ihn erzürnt ansaben. Er schwieg, drückte die Thür in's Schloß und ging grüßend an ihne.l vorüber, mit einer Miene.als gehör? er hierher. Die Schwester trat vor: Sie sind ohne Erlaubniß bei dem Kranken geWesen? Der Herr Sanitätsrath hat aber ieden besuch verboten." nas geht mich nichts an, fromme Schwester, mir hat Niemand etwas zu verbieten" antwortete er hochfahrend, als sei er der Herr des Hauses. Nun schläft er die ganze Nacht gewiß wieder nicht!" sagte diese entrüstet zu Agnes. Ich kann deirfrechen Menschen nicht leiden." Sie war mit den unerquicklichen VerHältnissen hier, wie mit den PersonUchkeiten längst so weit bekannt, um sich denken zu können, daß dieser Herr Benatschek nichts Gutes gebracht haben würde. Gottlob, daß wir endlich reisen wäre nur erst der Tag festgesetzt!'' dachte Agnes, als sie im Bette lag, und kein Schlaf in ihre Augen kommen wollte. Ellerns Bild stand vor ihr, wie sie ihn heute Abend gesehen. Er liebte Eva leidenschaftlich, aber er war nicht glücklich! -Das wurde ihr jetzt plötzlich klar. Nein, nein, so sieht kein Mann aus, der glücklich liebt! Ab freilich es durfte ja auch von Glück gar keine Rede sein. Dies'r Sobotka lebte ja. noch! Und dazu Hatte Eva fortwährend mit Wanger gesprochen, lebhaft, mit glänzenden Augen und tief gerötheten Wanaen, Ellnn beute kaum zu beachten aejcyienen. Gewiß das war die Heuchelei, die ihr das Zartgefühl vorschrieb, er mußte das ja rissen! Aber dennoch schien es ihm pein ch, wie sie sich gab. O, wenn er mich liebte, ich würde wahrscheinlich nicht mit dem Professor so viel sprechen mögen," dächte sie. Der Aermste! Er ist nicht glücklich." So gingen die Gedanken im Kreise und zuletzt war's ihr wie ein Mühlrad im Kopfe. Sie schlief nicht, denn sie mußte immer denken und denken; aber sie wachte auch nicht recht und war sich dessen bewußt. . Plötzlich wurde sie mit einem heftigen Ruck völlig wach. Was war das geWesen? Irgend ein Geräusch hatte sie geweckt, ein Schuß, oder ein Fall. Sie horchte mit hestig klopfendem Herzen. Alles still ganz still! Der Mond, der im zweiten Viertel stand, schien matt auf ihr Bett, dies war's eben vielleicht, was sie nicht schlafen ließ; sie hatte vergessen, die dichten Vorhänge zu schließen. Das mußte sie nachholen. Um die Großmama in der Kammer nebenan nicht zu stören, erhob sie sich sehr leise und ging an's Fenster. Da war's wieder, als höre sie Geräusch. War's, im Hause? Oder draußen? Sie hatten von Diebereien heute, geredet ihr kam das wieder in den Sinn. Plötzlich schärften sich ihre Blicke. Sie sah etwas Dunkles sich im Garten auf das Haus zu bewegen etwas Großes Dunkles. Ein Wagen? ' Im Garten? Wo sonst nie ein Wagen fuhr? Er kam lanasam beran. fast lautlos auf dem großen, verwilderten Rasen. Es schlug eben auf dem Hausflur Mitternacht. Der Hochzeitswagen der Triebe? Zwölf Uhr? Aber Nachts? Minna r i jagie ja Horch jetzt war's, als schliche Jemand im Hause. Aus dem Wagen stieg ein Mann. Ach, der- Sanitätsrath? War der Oberst etwa kränker geworden? Nun kam ein Zweiter aus dem Wagen. Sicher Franz, der den Arzt geholt hatte! ' Oder? Sollten sie beim Oberst etwa wieder 'was gegen Eva planen? Dem jungen Mädchen kamen abenteuerliche Gedanken. Auf einmal hörte sie an ihrer Thür ein Zanz leises Klopfen ihren Namen gedämpften Tones rufen. Das Herz schlug ihr oben im Halsc. Jetzt wieder! Sollte sie öffnen? Sie war nie sehr muthig. - Fräulein Agnes!" rief es leise abermals und dann: Ich bin's, Schwester Benedikta!" Sie athmete auf. huschte nach der
Thür und schob den' Riegel zurück. I Richtig diese war es, im Kleid, ohne Haube, wie sie am Krankenbette Nachts zu sitzen pflegte; sie trug eine brennende Kerze in der Hand,, und sah verstört und unsicher aus. Fräulein Agnes drüben wird der Herr Oberst mit Frau Triebe getraut ich wage nicht, die alte Dame zu erschrecken äoer Herr von Sobotka schickt mich, der andere Herr Benatschek hat es ihm heute Abend gesagt wissen Sie, als er uns dort begegnete! Herr von Sobotka hat's für einen der unfeinen Späße gehalten, die er von Benatschek längst kannte aber auf einmal wachte er vorhin aus dem ersten Schlaf auf und erzählte mir aufgeregt, er habe deutlich geträumt, was ihm Benatschek gesagt, und dabei hörten wir, wie eine Thür laut zufiel, und wie nachher ein Seidenkleid durch den Gang rauschte und dann sah ich den Wagen darin faß der Pfarrer aus der Stadt ich kenne ihn gut." Das jung: Mädchen hörte nichts von dem allem, als das eine Wort: Der Oberst heiraihet die Triebe!" Wirbelnd gingen alle ihre Gedanken durcheinander. Was ist? Was sagen Sie da, Schwester?" fragte plötzlich neben ihnen eine Stimme. Die beiden Mädchen fubren auseinander im heftigen Schrecken. Dann erst sahen sie es, die Präsidentin stand auf der Schwelle ihrer Kammer. Sie hatte das leise Sprechen gehört. Seien Sie 'doch nicht so thöricht!" sagte sie .ganz ärgerlich, als die Schwester ihre Mittheilung wiederholte. Im nächsten Moment mochte ihr aber wohl eine andere Meinung kommen; ihre Mienen veränderten sich. Wenn es wahr wäre? Aber unmöglich! Un möglich! Daö kann er nicht thun!" stammelte sie , sehr erregt. Sie horchten auf den Gang hinaus. Kein Ton, kein Laut! Unsinn! Sobotka phantasirt!" murmelte sie.
Aber der Wagen? Ist es der des Sanitätsraths, Großmama? Oder machen sie heute Nacht wieder ein Test !" Laßt mich! Ich gehe zu ihm!" sagte die Präsidentin entschlossen. Und dann eilte sie in die Kammer zurück ihren großen Reisemantel zog sie über das lange, weiße Nachtkleid, Strümpfe und Pantoffeln on die Fuße. Agnes gib mir ein Licht nimm Du auch eins," befahl sie, und nun war ne fertia und wollte eben binüber aeben. als eine Stimme laut wurde eine Männerstimme, die Venatscheks. Die drei Frauen bliesen wie auf Kommando erschreckt die Lichter aus, die sie jede eins in der Hand trugen. So standen sie im tiefen Dunkel und sahen, wie die Thür zu des Oberst Zimmer aufging, eine starke Helle herrschte drinnen. Benatschek geleitete den sehr verstimmt aussehenden Pfarrer, der sein Ornat trug, hinaus.' Dn Beiden folgte bi? in den Rahmen der Thür Frau Triebe, angetban mit einem mit Spitzen reich besetzten Kleide emen Ausdruck wilden dämonischen Triumphs und ein breites Lächeln im Gesicht. Der Geistliche hatte sich sehr ernst und kalt vor ihr verneigt er ging so rasch, als fluchte er sich; Benatschek lachte und sagte .ihm etwas, was die Frauen nicyt verstanden. Dann, während der Pfarrer schon aus ihrem Gesichtskreise verschwunden war, wandte Benatschek sich zu der Triebe zurück. Gute LlZuh', Frau Oberst Altmann; Ihr ergebenster Diener empfiehlt sich und wird morgen die Ehre haben Es klang wie eitel Hohn und Spott Aber sie sagte mit gedämpfter Stimme indem sie auf einen Ring an ihrer Hand zeigte: Da sitzt er, und nun soll mir einer kommen!" Ja, ja, gnädige Frau, Sie reden wie der berühmte Rohan, nur etwas weniger vornehm: J y suis et jy restc!" (Hier bin ich, hier bleib ich!) lachte er immer mit derselben unangenehmen Miene. Mach, daß Du fort kommst!" fuhr sie ihn ärgerlich an. Sie hatten das alles halblaut gesprochen, aber die Stille der Nacht und die Bauart des Hauses ließen jedes Wort deutlich uz stehen. Dann fiel die Hausthür zu. So lautlos, wie gekommen, so wenig genirte sich der Fortgehende jetzt; der Kutscher knallte mit der Peitsche und der Wagen fuhr ab. Eben wollte die geputzte Frau Triebe die Zimmerthur wieder schließen, als neben ihr eine Gestalt erschien, die sie so erschreckte, daß sie laut aufschrie und zuruawich. Was haben Sie hier gemacht? Was ist hier vorgegangen?" hatte die vor Entsetzen und Angst graubleiche alte Dame sie angefahren. Sie brauchte nicht weiter zu fragen ihre Augen belehrten sie, daß das Schlimmste zur Wahrheit geworden. In feinem Sessel am Schreibtisch saß, stier vor sich hinblickend, seiner Sinne offenbar kaum mächtig, aber doch noch wissend, daß er etwas Schreckliches gethan, der Oberst; die Arme hingen ihm fchlasf herab, er sah und horte nichts. Sie hatten ihm sei nen alten Frack angezogen und ferne Orden, darauf geheftet; auf dem Tisch brannten die hohen, silbernen Kande laber, sonst war nichts im Zimmer ver ändert. - Edmund! Schwager! Es ist nich wahr! Sagen Sie, es ist nicht wahr!" stürzte die alte Frau aus ihn zu.
(r schauderte zusammen und dann rat in die stieren Augen ein Blick des
Erkennens. Er rang nach Klarheit aber die Nebel in seinem Hirn waren zu dicht-. Edmund! Um Gottes willen!" rief die Präsidentin noch einmal. Lassen Sie gefalligst meinen Mann in Ruhe, Frau Präsidentin! Sie wissen's also schon? Haben wohl ein bischen gelauscht? Nun, mir kann's recht sem, morgen hatten Sie ja doch erfah ren, daß ich jetzt Frau Oberst Altmann bm und Herrm in diesem Hause. Wir werden freilich nun wohl nicht lange mehr die Ehre und das Vergnügen haven, Sie 'hier zu sehen, aber wir werden unsern Schmerz darüber " Sie brach ab, da der Oberst sich mühsam erhob, wie es schien, in der Absicht, seine' Schwägerin um Bergebung zu bitten. - Ihm wandte sie sich zu, befehlend. herrisch. Was willst Du, lieber Edmund? Komm, mein armer, lieber Mann, Du " er lern! hilflos auf feinen Stuhl zurück. Die Präsidentin hörte nichts weiter. Sie hatte an der Hand ihres Schwagers einen neuen, glänzenden Goldreif gesehen, der andere steckte an der des verhaßten Weibes. Ohne ein Wort weiter ging sie aus dem Zimmer, nie hatte sie sich so gebrochen, so elend gefühlt, als in dieser Stunde. Die Triebe hatte ihr Spiel gewonnen, für Eva war damit jede Möglichkelt, auf Beuren zu bleiben, verloren und voraussichtlich auch ihre Lage in finanzieller Hinsicht völlig eine andere geworden. Stundenlang schritt die alte Dame in einer, Gemüthsbewegung, welche Agnes so ängstigte, daß sie Minna zu Hilfe holte, m ihrem Zimmer auf und ab. Der helle Tag schien bereits in die Fenster, als sie zum Tode ermattet, sich bereden ließ, noch em wenig zu ruhen. Und während sie und Agnes bis zum späten Morgen schliefen, verkündete Frau Triebe im Zimmer des Obersten dem herbeigerufenen Hauspersonal, daß man in ihr von zetzt ab die Gemahlin des Hausherrn zu respektiren habe, dem sie m aller Form angetraut sei. Mein lieber Mann will zur Feier des Tages Eure Löhne beträchtlich erhöhen," setzte die Schlaue wohlwollend hinzu, und natürlich habt Ihr mich von jetzt a. gnädige Frau zu nennen. Ich werde Euch heute ein Hochzeitsessen zum Abend kochen lassen und so viel Wein könnt Ihr trinken, wie .Ihr mögt. Nun geht,' und dient mi? und meinem lieben Manne so treu wie bisher," schloß sie mit unendlichem Selbstgefühl. Sprachlos vor Erstaunen hatten die Mägde und der Thomas sie angehört; in der Verblüffung auch nichts so recht begriffen. Erst in der Küche wieder angelangt überlegten sie sich den Inhalt der schö nen Rede mit vereinten Kräften und daß der Herr Oberst dabei gesessen und immer Ja!" genickt habe. Er sah aber aus, als Ware er ausgestopft, gar nicht wie ein junger Ehemann!" lachte Rieke, die der Witzbold des Hauses war, und ein unendliches Lachen und Kichern entstand. Thomas war der erste, der mit seinem Entschluß fertig war. Wir kriegen höheren Lohn und deß Brot ich breche, deß Wort ich spreche!" sagte er eifrig. Das sieht ihm ähnlich! Die .gnädige Frau' wird hübsch in die Tasche greifen müssen, wenn sie solche Treu nach Gebühr belohnen will," gab Minna, im Vorbeigehen ihre Meinung ab. Ihr Hohn fand die Zustimmung der Mädchen, als -aber dann die gnädige Frau plötzlich in der Küche erschien, w'e alle Taae, da waren sie doch schnell bei der Hand, der gnädigen Frau den neuen T,itel zu geben, und daß diese trotzdem noch immer nichts 'anderes war, als Frau Triebe gewesen, bewies sie, indem sie den neugierig aufhorchenden Mädchen erzählte, daß sie in großer Aufregung diese letzten vierzehn Tage gewesen, da sie Todesangst gehabt habe, daß das Geheimniß vor der Zeit verrathen würde. Aber ihr Vetter, Herr Benatschek, habe alles mit dem Standesamt und den sonstigen Vorbereitungen so geschickt gemacht, daß Niemand auch nur eine Ahnung bekommen habe. Jetzt würde Herr Benatschek nun auch als V:vollmächtigter ihres lieben Mannes" in's Schloß ziehen und was der kranke Herr habe gehen lassen müssen, wie es ging, das würde jetzt alles anders werden. 16. Kapitel. m anderen Flügel des Schlosses herrschte - bis zehn Uhr tiefste Ruhe, dann aber, sobald die Präsidentin sich erhoben hatte und zu ihrer Nichte gegangen war, wurde es dort lebhaft. Man sah die Dilte selbst durch den Park nach der Terrasse eilen, sah sie bald darauf mit dem Baumeister zurückkehren. Dann wurde der Sanitätsrath ebenso geholt, nicht daß Jemand drüben erkrankt war sondern weil die rathlosen Frauen absolut der Hilfe, des Beistandes bedurften. Der Pfarrer war gerade bei mir," berichtete der alte Arzt aufgeregt den Damen. Er erzählte, der Ruf nach dem Schl.iffe fei ihm vollkommen überraschend gekommen, er habe an alles andere eher gedacht, als an eine Trauung. Da aber die Papiere, Dispens u. s. w. in vollster Ordnung sich befun-
den, so habe er dem Verlangen des j Paares, sie zum Ehebund einzusegnen, nachgeben müssen." Eva war sehr blaß, ihre Augen glüh--ten, eine leidenschaftliche . Empörung sprach aus dem wenigen, was sie sagte. Für sie gab es nur eins: die sofortige Abreise; derselben Meinung
waren auch die beiden Herren, aber es stand für sie die Sache doch jetzt "so. daß es nach dieser Abreise Voraussichtich keine Rückkehr mehr geben wurde. solcher Schritt wollte doch erwogen sein, und für ihre Freunde ergab sich jetzt als nächste Pflicht -die, ihre jetzt keineswegs glanzende, materielle Lage möglichst sicher zu stellen. Das aber konnte nur geschehen durch Rücksprache mit dem Oberst, der seiner Tochter das Erbe vom Onkel Mathäus her jetzt verausfolgen mußte. Ob er ihr aus seinen eigenen Mitteln noch ein weiteres Einkommen genähren wurde, erschien mehr als zweifclhaft, wenn nicht, sah sich Eva lediglich ans einen mäßigen Zinsertrag anaemeten. Sie selbst erklärte erbittert, sie wolle nichts icn ihrem Vater. Heute, wo dieser neue Schlag sie getroffen, drängte sich ihr fci: egoistische Lieblosigkeit desse.ben mehr als je zuvor auf. Aber freilich auch sie hatte sich m ihre egoistische Weichlichkeit eingehüllt itnn war ihm nichts gewesen als em Gegenstand der Sorge und Last, das sah sie mit einem Schrecken und einer ihr plötzlich, kommenden Klarheit ein. welche sie auf das Tiefste demuthigten. Der Einfluß von Wangers auf sie trug seine ersten Früchte. Sie hatte wohl einige schüchterne und hilflose Versuche gemacht, ihm mehr zu werden, als sie den Einfluß begriff, den jenes Weid über ihn gewonnen, das nun seinen Namen führte; sie war sehr geneigt, sich selbst noch mehr Schuld zuzumessen, wie sie in der That gehabt indeß ihre verzweislungsvolle Beschamung für ihren Vater und ihre Erregung wurden darum nicht geringer. Agnes staunte, sie solcher Leidenschaft fähig zu sehen. Eva war in der That in diesen Monaten so sehr eine andere geworden, erst langsam, fast unmerklich, seit von Wangers Auftreten in iner so auffallenden und schnellen Weise, daß sie ihrem früheren Ich so wenig glich, wie die bleiche, mißfarbene Pflanze, die im Dunkel des Kellers wu.chs .und die, in der Sonne und Sommerwärme ihr eigenstes Wesen gewinnend, Blüthen hervorbrachte. Der alte Sanitätsrath ging hinüber zum Oberst, mit ihm die heikle Anaelegenheit zu besprechen, von der doch immer für Eva sehr viel abhing. ' Ellern empfing er schon gar nicht mehr, und Professor von Wanger wa? heute noch licht gekommen; er hatte den' Morgen zu einer Konsultation in der Stadt angesetzt, zu der man ihn ';Hen lieft. Es handelte sich um einen sehr dringenden Fall. Unterdeß packten Minna und Agnes die Koffer, und die Präsidentin, mit Eva und der Dilte sich berathend, .traf alle Vorbereitungen zu einer Uebersiedelung der ersteren in einen anderen Ort. Die schöne Ausstattung an Wäsche. Silber u. s. w., welche der Vater ihr einst gegeben, war, soweit dieselbe nach Soöotkas Zusammenbruch und Fluch! noch hatte gerettet werden können, vorHanden, größtentheils in Kisten verpackt, wie ste damals nach Beuren zurückgesandt wurden. Die Möbel, die sie zur Aussteuer bekommen, waren dieselben, zwischen denen sie bis jetzt gewohnt; man mußte sofort Packer bestellen, die tausend Kle:nigkeiten an Zimmerschmuck u. s. w. selbst in Schiebladen bergen; es gab eine unendliche Menge Vorfragen zu erledigen, und die zwei wichtigsten waren noch nicht einmal zu beantwortend Würde der Professor Eva wie einer geistig Gesunden ein Alleinwohnen und Allelnleben gestatten? Und wohin würde sie ziehen wollen? Mit der Präsidentin in deren Heimath zu gehen verbot sich von vornherein, da Eva das Großstadtleben niemals geliebt hatte, und sich jetzt davor fürchtete. Die neue Herrin des Hauses blieb den Damen unsichtbar. Minna, die immer alles erfuhr, berichtete, sie verlasse den Herrn Oberst keinen Augenblick, nachdem sie ' d?m Dienstpersonal sich selber 'als Frau Oberst Altmann vorgestellt; sie habe nur einmal die Zimmer angesehen, die Herr Benatschek, ihr Vetter, im Schlosse bewohnen werde, und den Mägden Befehl gegeben, dieselben zu lüften. Auch noch andere Veränderungen hatte sie bestimmt, ohne den Oberi: allein zu lassen, es war ersichtlich, sie hatte selbst noch Sorge, daß irgend ein Mensch sich an ihren Gatten herandrangen und oenselöen beeinflussen könnte. Nun! von Seiten der Damen hatte sie jetzt nichts mehr zu befürchten; sie würden sich selbst leid gethan haben, wenn sie jetzi nur noch einen Blick ode: eine Silbe an die' verlorene Sache" vergeudet hätten. Inzwischen kam der Sanitätsrath wieder. (Fortsetzung folgk.) Herr Scher l, der Herausqeber des Berliner Lokal Anzeiger", hai die vor zwei Jahren begründete Tageszeitung Die Zeit" gekaust. Dieses Blatt hat iu der kurzen Zeit seines Bestehens große Summen ge-kostet.-
Allerlei für' Haus.
Zur Erlangung txnti wohlschmeckenden Kaffees sind bekanntlich frisch gebrannte Bohnen und möglichst weiches Wasser erforderlich. Durch Anwärmen der vorräthig gebräunten Bohnen soll das Aroma ebenfalls verstärkt werden. Hartes Wasser kann durch Hinzufügen einer Messerspitze von Soda oder Natrium Bicarbonicum weicher gemacht werden. Gegen Ameisen. Ein einfaches Mittel, Ameisen zu vertilgen, ist folgendes: Man nehme eine Speckschwarte und nagele sie dergestalt auf ein Bretts daß an der Längsseite ein Raum zum Anfassen frei bleibt. Dieses Speckbrett lege man in die Nähe der AmeisenlLcher und stelle ein Gefäß, dessen Oeffnung die Größe des Speckbreites hat. mit Wasser halbgefüllt, daneben. Nach einigen Stunden wird das Speckbrett mit Ameisen gefüllt sein, und es ist dann nur noch nöthig, die Ameisen durch Abklopfen in den Wasserbehälter fallen zu lassen und dies so oft zu wiederholen, wie sich Ameisen auf dem Brett sammeln. Mücken und Fliegen von Balkon- oder Gartenplätzen zu vertreiben und fernzuhalten. Zu diesem Zweck werden Räucherkerzchen verwendet, die man beim Anzünden so aufstellt, daß der Rauch, der beim Verglimmen entsteht, den betreffenden Raum durchzieht. In vielen Gegenden werden diefe Räucherkerzchen in den Apotheken und Droguenhandlun-' gen geführt. Bei einigem Geschick kann man sie selber anfertigen. Zu dem Zweck sind zunächst 20 Gramm frisches Insektenpulver, 5 Gramm fein gepulvertes Venzoeharz und 3 Gramm Tragantpulver zu vermischen. Dann bereitet man sich aus zwei bis drei Eßlöffel Wasser,15 Gramm Kalisalpete: und einer , Messerspitze Tragant einen Brei, mit dem das . Insektenpulver ge mischt und in einem Mörser zu einer knetbaren Masse angestoßen wird. Aus dieser formt man dann runde oder dreiseitige Kerzen in Kegelform. Die Kerzchen läßt man an der Luft trocknen; sie können dann sofort gebraucht werden. Glycerinsalbe ist ein sehr gutes Hausmittel gegen mancherlei Hautübel, besonders gegen wunde und aufgesprungene Stellen (aufgesprungene Hände, Lippen, Frostschäden u. s. w.), gegen Schwielen, Hühneraugen und andere Verhärtungen. Die Glycerinsalbe macht die Haut weich und zart, besonders wenn sie Abends eingerieben wird, und ist deshalbFrauen zu empfehlen, welche die Hände viel in Wasser gebrauchen müssen, nachWaschtagen u. s. w. Bei wunden und entzündeten Hämorrhoidalknoten lindert sie die Schmerzen. Die Salbe wird folgendermaßen hergestellt: In 2 Unzen Mandelöl (Oil of Almonds) werden bei mäßiger Wärme IUnze Walrat (Spermiceti) und 1 Drachme weißes Wachs geschmolzen. Dann giebt man 1 UnzeGlycerin zu und rührt, bis es erkaltet ist. Wohlriechend kann man es durch Beigabe einiger Tropfen Vcrgamotöl machen. DasbesteMittel gegen wunde Füße ist tägliches ,Einreiben mit gewöhnlichem Schnaps oder auch mit gutem Alkohol mit 3 Theilen Wasservermischt. Das Mittel ist ebenfalls sehr probat bei lästigem Fußschweiß, ohne jedoch ihn ganz zu unterdrücken. Um neue Schuhsohlen wasserdichter und haltbarer zu machen, sei Folgendes empfohlen: Bevor die betreffende Fußbekleidung in Gebrauch genommen, reibe man die Sohlen tüchtig mit heißgemachtem Firniß ein;, jedoch nicht nur einmal, sondern jp oft, bis das Leder sich "vollgesogen " und daher glänzend bleibt. Man läßt die Schuhe nach jedesmaligem Einreiben (am wirksamsten mit den Fingern) etwa10 15 Minuten liegen, und bleibt dann die Sohle glänzend, so ist der Zweck erreicht. EinMittelgegendie Stiche von Bienen und anderen Insekten ist Zwiebelsaft. Nachdem der Stachel herausgezogen ist, bestreicht man die verwundete und geschwollene Stelle mit einer durchschnittenen Zwiebel. Der Schmerz wird bald verschwinden und die Geschwulst abnehmen. Statt des Zwiebelsaftes kann man auch den Saft des Hauslauches nehmen. Da Insektenstiche zuweilen gefährlicheFolgen hc'.ben, so ist es nothwendig, daß man immer gleich ein entsprechendes Heilmittel anwendet. Da man nicht immer Zwiebeln u. f. w. zur Hand hat, so möchten wir noch auf einige andere einfache Mittel aufmerksam machen, die man im Nothfalle' auch anwenden kann, nämlich auch Speichel, Ohrenschmalz und feuchte Erde. Das Einreiben der Insektenstiche mit Ohrenschmalz öder mit Speichel (ein Zusatz von zerdrücktem Kochsalz wird die Wirkung noch erhöhen) und ein Bedecken derselben mit feuchter Erde vertreibt die Schmerzen und hilft die Geschwulst vertheilen. W e i ß e F l e ck e auf lackirten Mobeln, die von darauf stehen gebliebenem Wasser herrühren, lassen sich wie folgt entfernen. Vermische Kochsalz mit Leinöl, tauche einen wollenen Lappen in die Mischung und reibe die Flecke, bis sie weichen Dann wird mit einem trockenen, weichen Wolllappen nuchgerieben. Leichter ist's allerdings, sich in acht zu nehmen, .daß keine Flecke entstehen.
Feuer - Signale.
1 Pennfyw nd Markt 1 English'S Opern HauS 1 Last und N"tt Z?orl Noble und Michlgan 5 N. Jersey u. Stofl 2lt i Pin und North 0 Market und Pine 1 Lcnnont nahe Eaft i No.. 8 EpriZenhaui Mass. Slvc nahe 3 Dexawareund Walnut U $1 Jersey u Centra! A. .6 äXaft und CorncII Ztt 6 Ash ui d ii. Ltraße 7 Park Ave und li Ett Columbia undHillsid .9 High!and Aveu.PraU 1 JUinoiS und Ct. Jo :2 Pennfylv. und yratt 4 Meridian und 11. Et? :ft No.S TxriYnchauS lk nye JNinoii e Senate Dveu. StTlair' it JUinoiS und Michigan Pesylvania und 14. Senate Lve. und 15. t No. l Spritzenhaus Jno ÄrenaheMichiga t Meridia und Walnut i California u Lcrmontz s Blake und New Dork Ind. Av. . et Slatr 7 Nty Hospital !8 Blake und Nsrth 9 Mchigan und Lgneß 1 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Wey & Ssendorl u Waff. iS Missouri New Aorl 6 Lkeridian u Wafh & Illinois und Ohls i? Capitel Dv. u Wash 19 mgan'S PorkhauS Straßenbahn Still 28. Washington Stt C No. 10 Spritzenhaus ' JllinoiS uWerrlll i Illinois u Louifiana II West und Souty West und McCarry M Senate Xve. u Henry Yl Meridian und Ray S!o. 4 Spritzenhaus VadisonZlv.nMorriS & Madison Lv.uDunlop sl Vo Haken Leiterhaul South nahe Delavare i Penn, n Merrill 3 velaw are u. M?StS r?undrerttz Rew Jersey u.ZrM v Virg.Lv.Lradsha Saft und Prospect 19 Bicking und Higy 1 No. 11 Cpritzenhaui ir Sve. nahe Hur, 'l Last und Georgia r Cedar und CIrt t4 Davidson u Georgia s englisy Av.u Pine ' ShelSy und Satt 8 No. k Spritzenhaus Prospect nah Ebelby 'S Fletcher Lv. u Sbelb, n. Market u. New Jersey !2 Delaware und Wafh. Saft u Washington 14 ?iew York u. Davidsor ia Taubstummen Änstaä ?S Ver. Staaten Arsenal i7 Orient! und Wash. Frauen-Reformat. 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Keyston 67 Arsenal Av unh 23. 63 LcikfgntaZne unfc & Spezial, Signale. ersten 2 SchlSg, zweiter Alarm, Zweiten i Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, viert Alarm. 1-3-1, Feuer aus und Schlauch aufgervS. SchlZg, Wasserdruck ab. i Schläge, 11 Chr Mittag!. Die so bezeichnete Signal werden n d?m Zmx röcht angegeben da an den detreffend tre$a Zreuzunse tetne Alarmkösten anflebnlcht fxX. Feiertags Waten. Ein und ein Drittel Fahrpreis für die Nundfahrt nach allen Punkten in dem Gebiet der Central Passagier Association. Jahrkarten werden verkauft am 24., 25., 26. und 31. Dezember 1904 und am 1. unv 2. Januar 1905. Gültig für die Rückfahrt bis 4. Januar inklusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Äahn oder an D. P. A lg e o, D. P. Zgent, 8 Nord Illinois Str. Indianapolis, Ind.
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