Indiana Tribüne, Volume 28, Number 101, Indianapolis, Marion County, 19 December 1904 — Page 3
Jndiane. Tribüne, 10 Dezember 1903
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Erneute Ruhestörungen. Zeugen von der rcliolutionarcil Stimmung im russischeu Volke.
General Stocsses Telegramm an den Zaren. Eine gräfliche Zhnarztin. Die amerikanische Handelskammer. Das Volkswohl.
Nubland. Ruhestörungen in Moskau. M o s k a u, 18. Dez. Haufenweise zogen beute Studenten vor dem Palast deS EroßherzogS Sergiers und schrieen Nieoer mit dem König" und sangen revolutionäre Lieder. Als sie sich weigerten der Aufforderung, auZeinander zu gehen Folge zu leisten, feuerte die Polizei erst einige Platzpatronen und trieb dann mit Hilfe der Kossacken die blan! gezogen hatten, die Studenten, unter denen sich auch Madchenbe fanden, in die Nebenstraßen. Viele wurden verletzt und eine große Anzahl verhastet. Moskau. 18. Dez. Die Stadt war in Wirklichkeit die Scene einer revolutionären Demonstration, die von Mittag bis zur späten Abendstunde von 5000 Menschen abgehalten wurde. Als die Polizei versuchte die Straßen zu sperren, ging der Tumult in Hand greiflichkeiten über und Stöcke und Steine dienten als Waffen. Die von der Polizei Verwundeten und ein schwer verletzter Polizist wurden in Kaufläden gebracht und verbunden. St. Petersburg. 18. Dez. Die berichteten Ruhestörungen beschränken sich auf die Stadt Moskau. Die socia. listisch'revolutionäre Partei in St. Petersburg hat beschlossen, von weite ren Demonstrationen abzusehen. Viele ihrer Führern sind verhaftet oder ver wundet. Ost-Asien. Der amerikanische At t a ch i r t e. Tokio, 13. Dez. Major Knhn von der BundeZarmee. wacher mit dem zweiten jananifchen Armee-Corps attachirt war, reiste nach Shinbasti, er ist Detaillirt worden dem Fall von Port Arthur beizuwohnen. Sebastopol kostet zwei Torpedoboote. Tokio. 19. Dez., 10 Uhr Früh. Die Japanesen haben zwei Torpedo boote während den Operationen gegen das Schlachtschiff Sebastopol". welches völlig zerstört wurde, verloren. G en l. S t ö ss e l s D e p eschen. St. Petersburg, 13. Dezbr. Genl. StöffelS Telegramme, welche der Zar am Freitag erhielt, wurden heute veröffentlicht. Das erste vom 25. November meldet: Ich freue mich mittheilen zu können, daß am 20. Novem der die Javaner unsere nordöstliche Front zu nehmen versuchten, aber durch Gewehrfeuer und Bayonett vernichtet wurden. Vom 21. bis 23. November bom bardirte der Feind die Forts und eröff neten trotz ihrer Verluste eine Bresche zwischen den FortS an der nordöstlichen Seite. Um halb 6 Uhr Abends am 23. November machten die Japaner zwei Angriffe, wurden aber durch unsere Bajonette zurückgetrieben. Durch große Tapferkeit zeichneten sich General Nikitin und Oderstleut nant Naonmenke aus. Das Bombardement dauert täglich fort. Die Japaner verloren in den drei Tagen mehr als zwei Taufend Mann. Die 'blutigsten Tage waren zwischen dem 26. und 27. November." Der General geht nun auf denKamps um den 203 Meter Hügel ein und erzählt von dem Zurückdrängen der er sten Anstürme, wobei er sagt; Die Hilfe, welche uns Gott am Geburtstag unserer Mutter des Czarina gab, sicherte unS weiteren Sieg." An anderer Stelle sagt er: Wir bitten um Ihre Gebete und die der Kaiserin Mutter, weil dieselben unS . sichtlich schützen." Am 5. Dezember telegraphirte der General, daß die Japaner den Hügel genommen hätten und die Schiffe.im Hafen schwer unter den Maschtnengeschützen, die die Japaner auf demHügel in Action setzten, zu leiden hatten. Schauerlich. London, 19. Dez. Eine Spe. cial'Depesche von Tokio berichtet, daß
die Japaner am Samstag eiu russisches Torpedoboot zerstörten. Die Russen hatten einen 30 Fuß breiten Graden um das Fort Panlung ge zogen und denselben mit Petroleum gefüllt. Als die Japaner das Fort angriffen und durch den Graben setzten, entzündeten die Ruffen das Petroleum mittelst eines elektrischen Stromes. . Das Feuer währte 24 Stunden und Hunderte von Japanern fanden in den Flammen den Tod. Als aber das Feuer ausgebrannt war, griffen die Japaner wieder mit dem Bajonett an, nahmen den Platz und machten 152 Ruffen gefangen. Deutschland. Eine Roland. Medaille. Bremen, 18. Dez. In sinniger Anerkennung reichShauptstädtischer Ro landshuldigung hat die Hansastadt Bremen eine schöngeprägte RolandMedaille der Stadt Berlin geschenkt. Die Medaille hat den allgemeinenZweck. das fünfhundertjährige Bestehen des Bremer Rolanddenkmals zu verewigen, daß aber Berlin die Medaille früher erhielt als andere Städte, das haben wir Ruggiero Leoncavallo zu verdanken. Das aus schwerem Silber gefertigte Werk zeigt auf der einen Seite die Figur des Roland. Auf der anderen Seite lieft man folgende Inschrift? Freiheit thu ich Euch verkünden, dic (Kaiser Karl) und mancher Fürst sür wahr dieser Stadt gegeben hat, deß danket Gott ist mein Rath." s F ü r st R a d w i l l. Berlin. lö. Dez. Anton Fürst Radziwill. General-Adjutant des Kai. fers Wilhelm I. und General der Ar. tillerie z. D. a la ,u!te deö 1. Garde. Feldartillerie Regiments, ist hier aus dem Leben geschieden. (Er war am 31. Juli 1833 in Teplitz geboren und seit 1857 mit Maria Dorothea a. d. H. der Marquis de Castellane vermählt. Fürst Radziwill war Mitglied des preußischen Herrenhauses.) Amerikanische Handelsk a m m e r." Berlin, 18. Dez. In ihrer drit. ten Jahresversammlung hat die Am? rican Chamber of Commerce" in Bei lin folgende Beamte für daS Jahr 1904190 erwählt: Präsident, Generalkonsul a. D. Her mann Kreismanu; .1. Vice-Präsident, F. Heffenberg; 2. Vice.Prüsident, El. mer Roberts; 3. Bice.Prüsident, JameS P. Bradt; Schatzmeister, Jsaac Wolf. jun.; Sekretär, George S. Atwood. Die Mitgliederzahl hat im verflossenen Jahre um 25 Prozent zugenommen und betrügt zur Zeit 130. Von diesen find ein Drittel Deutsche, so daß jetzt laut Statuten keine Deutschen mehr aufge nommen werden können bis die Zahl der amerikanischen Mitglieder einen Zuwachs erhalten hat. Am 29. Jan. wird das Stiftungsfest der Gesellschaft mit einem Festessen begangen. Das Kloster Lehnin. Berlin, 13. Dez. Die verfchie. denen Thelleigenthümer des alten KlosterS L ebnin, zumeist Juden, sind augenscheinlich der Angrisse müde ge. worden, welche die clerikale Presse in den letzten Monaten gegen ste gerichtet hät. Sie haben nun ihr grotzes Ge heimniß verrathen und bekannt gemacht, daß sie das Grundstück dem Kaiser, der bereits Besitzer des angren. zenden KönigshauseS" ist, zum Ge schenk zn machen beabsichtigen. D i e P o l e n. Berlin, 13. Dez. Durch den deutschen Blätterwald rauscht wiederum der alte Entrüstungssturm, der den Polen das freie Sprachrecht zr wehen soll. Kaum hat die Erklärung des preußischen Kultusministers, daß ein Erlaß, der den Gebrauch der polnischen Sprache auch den Familienangehörigen der Lehrer verbietet, nicht exiftire, die Gemüther einigermaßen beruhigt, als auS schon der Beweis geliefert wird, daß eS um die Genauigkeit dieser Be. hauptung nicht sonderlich gut bestellt
Diesen Hieb verdankt der Kultus, minister den Posener Neuesten Nach, richten", die folgenden Erlaß der Dan ziger Regierung, gezeichnet von Minister v. Moehrs, veröffentlichen: Es kommt nicht selten vor. daß die Familienangehörigen eines Lehrers, namentlich die Frau, sich im Hause und Verkehr der polnischen Sprache bedient, daß der Lehrer ohne energische Schritte dagegen zu thun es geschehen läßt, daß seine Kinder den Konfirmandenunterricht in polnischer Sprache erhalten, endlich, daß er bei den Wahlen, in denen lediglich Polen, thum und Deutschthum einander ge genüber stehen, seine Stellung hinrei chend gewahrt zu haben glaubt, wenn er nicht den Polen wählt, sendern sich der Wahl enthält. Mit dem Erlasse des Staatöministe. riumö vom 12. April 1893, stehen solche Auffassungen nicht im Einklänge. Danach liegt in den Bezirken gemischt sprachlicher Bevölkerung den Lehrern die besondere Pflicht ob, die auf Erhal. tung und Stärkung des deutschen Na tionalbewußtseins gerichteten Bestrebungen zu unterstützen, durch ihr gesammtes dienstliche?, außerdienstliches und seNst gesellschaftliches Verhalten an der Erfüllung dieser Aufgaben kräf. tig mitzuarbeiten. Bei rechter Würdigung dieser erhöhten Pflichten kann es nicht als zulässig bezeichnet werden, wenn in dem Hause deS Lehrers die polnische Sprache eine Heimstätte findet; er wird vielmehr Sorge dafür tragen müssen, daß auch bei seinen Familienmitgliedern die deutsche Sprache als Umgangssprache zur vollen Geltung komme. Die Vorsteher der verschiedenen Amtsbezirke müssen die Lehrer hierüber ausklären, und wir wollen es nicht un. ausgesprochen lassen, daß wir keinen Lehrer im Amte dulden werden, der nicht gut deutsch gesinnt ist und danach handelt." Seiner Natur nach geheim, erging dieser Erlaß an sämmtliche Bezirks. amts-Behörden. Wie er in die Hände der Redaktion der Posener Neuesten Nachrichten" gerieth, ist noch nicht aufgeklärt und ein Nachspiel ist wohl nicht ausgeschlossen. Philipp geht nach Ha mbürg. Berlin, 13. Dez. Die neidische Kritik mag sich noch so sehr aufregen, Adolf Philipp ist augenscheinlich ein Liebling des deutschen TheaterpublikumS geworden. Gestern hat er mit der Direktion des neuen Operettentheaters in Hamburg einen Kontrakt abgeschlössen, laut dem er sein deutsch-ame-rikanischeS Theaterensemble vom 1. Mai bis 1. September 1905 in Ham. bürg auftreten lassen wird. Erstklassige Menscheni m L e b e n. Berlin, 18. Dez. In Pankow ist ein Verein erstklassiger Menschengegründet worden. ES handelt, sich dabei nicht vielleicht um den scherzhaften Namen eines harmlosen Vergnü gungsvereittS, sondern um einen Verband von Offizieren und Beamten, die in ihren Statuten die Pflege der Exklusivität als die höchste Pflicht erstklaffiger Menschen" erkennen. Hochadlige Zahnärztin Berlin, 18. Dez. Gräfin Helene von Schweinitz hat hier die zahnärztliche Staatsprüfung abgelegt und wird praktiziren. Sie ist die erste Dame, welche sich in diesem Berufs, zweige dem examen rigorosum" un terzogen hat. D e r Kronprinz als SportSmann. Berlin, 15. D z. Der deutsche Kronprinz hat seine Vorliebe für den Schwimm, und Eislaussport dadurch bethätigt, daß er das Protektorat über den Deutschen Schwimmklub und den Deutschen Eislaufverband übernom' men hat und sich nun eifrig an den Vorbereitungen für die Austragung der Verbandsmeifterfchaft im Kunst, laufen betheiligt. AtS Termin ist der 8. Januar 1905 vorgesehen. Der Protektorat über die gleichzeitig stattfindenden Wettkümpfe für die Meisterschaft Europa's hat Prinzessin Viktoria von Preußen über, nommen. Vergrößerung der Flotte. Berlin, 18. Dez. Angeblich ist eine Flottenvorlage in Vorbereitung begriffen, durch welche zehn neue Li nienschiffe, sechs große Kreuzer und sechzehn kleine Kreuzer dem Bestand hinzugefügt werden sollen. Aehnliche Gerüchte sind schon früher aufgetaucht, aber alle Mal in Abrede gestellt wo den. Thatsache ist, daß sich die be
kannt gemachten Marineforderungen der Regierung sür das nächste Etatjähr in drr Hauptsache durchaus in den Grenzm des FlottengefetzeS vom 14. Juni 1900 bewegen. Trotzdem von offiziöser Seite immer wieder versichert worden ist, daß wenigstenS für da? nächste Jahr keine größe. ren Neuforderungen in Aussicht genommen feien, weil die Regierung erst einmal die Vermehrung des Heeres und die dauernde gesetzliche Einsührung der zweijährigen Dienstzeit unter Dach und Fach bringen wolle, sind doch die Zweifel an dem Ernste der Regierung in dieser Hinficht immer wieder rege geworden. Man meint jetzt, daß, wenn der Militär- und der reguläre Marine Etat erledigt sind, die neue Flottenvor läge auf'S Tapet kommen wird. Was den Personalbestand der Flotte anbelangt, so soll er nach dem MarineEtat für 1905 auf gegen 40.000 Mann gebracht werden, während er für das laufende Rechnungsjahr 33.000 Köpfe beträgt. Die Hauptstellenvermehrun gen werden auf die Matrosen- und Werstdivifionen, sowie iie Torpedoabtheilungen entfallen. Die verschiedenen OffiziercorpS der Flotte (SeeOffi. ziere, MarineJngenieure, Marine-Jn-fanterie :c.) einschließlich des Marine. Offizier-CorpS werden im neuen Etat zum ersten Male gegen 2000Z Kbpfe zählen. Das V o l k S w o h l " s i s g t. Berlin. 18. Dez. Wie berichtet, war gegen Herrn Ewald Ley, bisherigen Vorsitzenden des VolkSwohl, Verein zur gegenseitigen Unterstützung seiner Mitglieder", wegen seiner bishe. rigen Geschäftsführung Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Man hätte auch eine Beschlagnahme der Bücher erwirkt, sowie eine einftwei. lige Verfügung, die ihm die Bureau. Geschäfte entzog. Nun theilt Herr Ley mit, jene Verfügung sei wieder aufgehoben worden und er selber habe seine Gegner wegen Abgabe wissentlich falscher Versicherung an Eidesstatt an. gezeigt. OesterreichNngarn. Der Reichsrath. Budapest, 13. Dez. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenbau. ses des ungarischen Reichstages erklärte Premierminister Graf Tisza, wenn das Haus sich nicht innerhalb dreier Tage, wie von der Geschäftsordnung vorgeschrieben, organchre, so werde er sich genöthigt sehen, das Parlament aufzulösen, da er wünsche, an die Wühler zu appelliren, um festzustellen, ob sie den von ihm eingeschlagenen Kurs billigen oder nicht. Der Premier ersuchte das HaaS, ihm für eine sehr kurze Periode Indemnität zu gewähren, damit er die Neuwahlen ausschreiben könne. Selbst wenn die Oppositionspartei sich diesem Verlangen widersetze, würden die Wah Un trojjbem abgehalten werden. Großbritannien. Gräfin Warttick bekennt sich zum Socialismus. London, 18. Dez. Gräsin Worwick, durch das von ihr wahrgenommene Elend unter den Armen Ost Londons veranlaßt, hak sich den So. cialdemokraten angeschlossen und hält nun Versammlungen in den Ardeiter, vierteln Londons ab, Sie präsentirt sich dem im schmutzigen Arbeitsanzuge erscheinenden Publikum als eine äußerst elegant gekleidete Dame, die so ihren Eindruck nicht verfehlt. Auch läßt sie sich niemals durch den sie umgebenden Mob irre machen, er mahnt vielmehr die Regierung und die Wohlhabenden etwas für die Armen zu thun, wollten sie sich durch Unterlas. sung nicht selbst dann die Folgen zuschreiben. Ein einflußreiches Comite hat fich schon gebildet, welches ein Syftem ausarbeiten will, daß jeder wirklich Arbeitslose Beschäftigung findet. Im Uebrigen jagt die Gräfin in ihrer Mußezeit in den Parks der ihr befreundeten Gräfin. Wilton.
Aus dem Exil Kehrt Nationalist Hadert zurück. , Paris, 18. Dez. Der Führer der Nati.inäliften, Marcel Habert, welcher wegen Theilnahme an einem Komplott gegen die Regierung in'S Exil gesandt, kehrte Samstag Nacht zurück und wurde von enthusiastischen Tausenden begrüßt.
Japanische Trohungen. Aus Tokio wird gemeldet, daß die Sparer den:enige-l neut al?n.M'cb'e drohen, welche nach ihrer (der Gelben)' Meinung der nach Ostajien unterwegZ desinc.m)e.l ruj ijcyen l0lt: in lrge..v einer Weife behü'.flich sind. , Was se, darunter verstehen, sagen die Japaner nicht. Wahrscheinlich beziehen sie sich auf den Verkauf von Schiffen an Rufsen, auf die Lieferung von Lebensmiiteln und Kohlen, auf die Erlaubniß, daß beschädigte Schiffe an den Küsten der betreffenden Länder ausg:bessert wurden und auch vielleicht noch andere Vorgänge, die den Herren Asiaten mißliebig erscheinen. Diese Herren werden jetzt offenbar nervös. Das Herannahen der russischen Ostsecflolte. welche nach Ansicht amerikanischer Marineoffiziere in Washington an Kampfesstälke den japanischen Schif'en überlegen ist. verursacht in Tok'o die B'sorgniß. dag jenes Geschwader den Japanern die bisherige Ueber'cgenhnt zur See erfolgreich streitig machen könnte. In diesem Falle würden die auf dem asiaiischen Festlande stehenden j:pani'chen Truppen von dem Mutterland? abgeschnitten sein. Letzteres könnte dem Marchall Oyama keine Verstärkungen und keinen Kriegsbedarf mehr senden und das würde den Sieg der Russen zu Lande alsbald herbeiführen. Es ist sehr becireiflich. daß die Aussicht auf alle diese Möglichkeiten in Tokio eine hcchgradige Aufregung erzeugt hat;. aber die erwähnten Drolungen erscheinen trotzdem ganz ugerechtfertigt. Das sogenannte Völkerrecht hzt bisher noch nicht genau festgestellt, was den neutralen Mächten in eiremKrleze zwischen zwei Völkern erlaubt und verboten ist. Die Kämpfenden sind naturlich geneigt, alle ihn unbequemen Handlungen der nicht betheiligten 5!ationen als Neutralitats - Verletzungen zu bezeichnen; während diese Völker jede Beschränkung ihres Handels durch die Kriegführenden als überaus lästige Hinderung ihrer Bewegungsfreiheit empfinden. Wenn die Japaner von and:ren Nationen strenge Aufrechterhaltung der völkerrechtlichen Bestimmungen und der Neutralität fordern wollten, so müßten sie selbst mit gutem Beispiele vorangehen. Das haben sie aber nicht gethan. Sie haben den Kampf ohne voraufgegangene Kriegserklärung begönnen. Sie überfielen nicht nur im Frieden die russische Flotte vor Port Arthur, sie griffen auch russische Schiffe in neutralen Häfen (in Korea und in China) an, sie kauften Kriegskontrebande, wo sie dieselbe erhalten konnten; ja sogar Kriegsschiffe, nämlich fünf Unterfeeboote, Zn den Vereinigten Staaten. ' Andererseits haben allerdings Nussen in England und namentlich in Deutschland schnelle Dampfer angekauft, diese an ihre Regierung übertragen und letztere hat dann aus diesen Fahrzeugen Hülfskreuzer gemacht, welche schwer bewaffnet, wurden. Ferner hat Rußland Kohlen und LebensMittel in England und Zn anderen Ländern gekauft; aber alle diese Handhingen reichen, wie jeder Unparteiische zugeben wird, nicht an die Verletzungen des Völkerrechts und an den Ankauf von Kriegsschiffen heran, deren Japan sich schuldig gemacht hat. Angesichts dieser allgemein bekannten Thatsachen haben die Japaner offenbar noch viel weniger ein Recht, als die Russen, über Verletzung des Völkerrechts und der Neutralität zu klagen und daß sie trotzdem in drohender Weise gegen die Neutralen Beschwerde führen, ist einVeweis für ihre Unfähigkeit, die Folgen ihres Thuns zu berechnen. Denn alle überseeischen Handel-trei-benden Nationen empfinden, wie schon hervorgehoben wurde, jede Verkehrsbeschränkung sehr unangenehm und wenn nun diese gelben Völkerrechtsund Neutralitätsbrecher jedes Geschäft, das mit Rußland abgeschlossen wird, als eine schwere Schädigung japanischer Rechte verschreien und mit Vergeltungsmaßregeln droben, so machen sie sich dadurch nur einflußreiche Gegner. Man weiß ietzt nickt nur aus dem Munte japanischer Staatsmänner, sondern auch durch die japanischen Agenten, welche China durchziehen und Flugschriften verbreiten, daß Japan Asien für die Asiaten fordert; ja daß es nicht nur die Europäer vertreiben.; sondern diese sogar hindern will, im fernen Osten" Handel' zu treiben. Veareift man denn in ?okio nicht, daß solche Proteste und solches Gehetze besonders die theuren Vundekgenossen", die Engländer. Zn deren heiligsten Gefühlen" verletze? Die Japaner sind o'fenbar lange -nicht so klug, wie man bisher annahm und ihre Nervösität wegen der anrückenden russischen -Flotte hat ibr Ur-theisvermö-e dermaßen getrübt, daß sie die Folgen ibrer Handlungen nicht mehr berechnen können.
Der'ältesteunterdenHamburger Rhedern. Adolf Heinrich Mappaus, der Seniorchef der gleichnamigen Firma, ist Zm 91. Jahre gestorben. Noch vor. vier Tagen besuchte der alte Herr die Börse. . Der Verein -zur Bekämpfung der Schwindsucht in der Provinz Sachsen und in Anhalt beschloß unter Vorsitz des Oberpräsidenten v. Bötticher die Errichtung einer Kinderheilstätte bei Oränienbaum.
