Indiana Tribüne, Volume 28, Number 100, Indianapolis, Marion County, 17 December 1904 — Page 7
I
Jndiana Tribüne, IS Dezember 1903.
Dic Xnitc vorn V I ' Slchliß Bcnren ? 4 j lionun von r, tV IV x x : s, i. rt t r C3 äI -V 4i4rii-uir?4 Fortsetzung Wenn die Präsidentin in diesen tot trigen Tagen, welche Wanger in Wenren zubringen konnte, Zeit gehabt hätte, sich über Benatschek selbst ein Urtheil zu bilden, so würde es ihr dazu an jeder Gelegenheit gefehlt haben, denn der neue Günstling des Oberst entzog, sich der Beobachtung, absichtlich oder .unabsichtlich, jedenfalls mit großem Ge--schick. Man sah ihn sogar selten kommen oder gehen. Minna oder die Dilte wußten meist, er sei da, oder vom Oberst in irgend einem Auftrage hier oder dorthin geschickt. Die beiden feindlichen Frauenzimmer haßten die Triebe zu sehr, um nicht fortwährend gemeinsam zu spioniren; sich die Resultate dieser Beaufsichtigungen aber direkt einzufordern, war die Präsidentin Rehlin denn doch zu sehr von ihrer eigenen Würde durchdrungen. Und dann Sie alle genossen den augenblicklichen Frieden zu sehr, um nicht gern die Augen zu schließen gegen die Mißstände im anderen Schloßflügel. Sobotka erholte sich bei der Pflege, die ihm wurde, und obgleich Frau Dilte einmal über das andere 'zu Minna sagte: Es ist doch ein giäfj licher Gedanke, daß wir den Thunich!gut nun wieder herauspflegen, als ob er wirklich der liebe Mann meiner Gnadigen wäre!" so kochte sie ihm doch seine Suppen und that sonst für ihn. was sie konnte, ohne Murren, so gut sie es nur irgend vermochte. Für Eva war der Sobotka, der sie einst geliebt, so lange schon todt, sie hatte so völlig abgeschlossen mit ihrer ihn betreffenden Vergangenheit, daß der Kranke, der in ihrer nächsten Nähe, wenn auch im andern Schloßflügel, verpflegt wurde, ihr einfach ein durchaus Fremder war. Agnes erschien dies looU lig unbegreiflich, ja, ein neuer Grund. lra heimlich in ihrem Herzen .zu tadeln. Die Großmutter aber war offenbar auf Evas Seite, und Ellern, wie der Professor, schienen sogar, diese moralische Energie als eine große Tugend anzuerkennen. Was Eva thut oder läßt, ist immer der Bewunderung sicher!" dachte Agnes neidisch und grollte Ellern nur um so mehr, obgleich sie sich die größte Mühe gab, kühl und gleichglltig zu scheinen. Auch ihr war des Professors Nähe unter diesen Umstanden eine Erleichte rung. Diese Zustände, die im Wesentlichen die gleichen waren wie vor Wangers Ankunft und die von den Damen bis dahin so unbeschreiblich peinlich und beunruhigend gefunden waren, hatten jetzt zu deren eigenen Verwunderung einen 'großen Theil ihrer Wichtigkeit verloren. Die Autornat Wangers be züglich Evas Zustand würde erforder
r
lichenfalls unter allen Umständen als i eine entscheidende von jedem GerichtsHof angenommen werden so schrieb Doktor Rehlin seiner Mutter. Aber auch ohne diese tröstliche Zusicherung " fühlte Eva sich durch seine Gegenwart wie erlöst von einem unheilvollen Banne. Mit unbegrenztem Vertrauen gab sie sich seiner Beobachtung hin erzählte ihm, wann und wie er es verlangte, einzelne Episoden aus ihrem Leben und sah doch in ihm weniger den Jugendfreund, als den Arzt. Er war es, der ihr zuerst Kenntniß gab von ihres Vaters schmählichem Verdacht, und dem sie mit einer annähernden Cr klärung dafür, trotz ihrer großen Gemüthsbewegung, sofort antworten konnte. Aber ich habe ja überhaupt nur einmal meinem Vater Thee gegeben, und damals sagte die Triebe mir: ,Thun Sie ihm von diesen Opium j tropfen einige in den Thee, er soll sie j nehmen, will es aber nicht.' " Das war vor der Ankunft der Präsidentin gewesen just als ihr Vater wieder anfing, sie zu lieben, ihre Gesellschaft gern zu haben. Und doch, so einfach dies alles klang, es konnte den Psychiater nicht befried!gen, wenn es dem Menschen, dem Freund Evas auch schon das Herz von schwerer Last befreite. Er erwog bei sich den Plan, Eva ganz aus diesen immer wieder aufregenden Verhältnissen herauszunehmen und damit die Gemüthsruhe vollständiger wieder herzustellen. Vor der Hand sagte er nichts davon. Er rieth auch der Präsidentin entschieden ab, den Schwager noch .weiter beeinflussen zu wollen. In einem solchen Kampf mit ungleichen Waffen ist der Sieg fast immer auf Seiten der Gemeinheit- meinte er, und das war genau, was die alte Dame sich selbst gesagt. Die Tage, die Wanger sich hatte frei machen können, nahten ihrem Ende; es mußten Entschlüsse gefaßt werden alle dachten mit Bedauern an die Trennung nach den wenigen frohen Stunden. Aber so ganz ungestört blieben diese nicht. Die Lokalzeitungen hatten Wan- ' . gers Anwesenheit verrathen, von derfchiedenen Seiten strömten ihm sofort
Patienten zu. Wenn Eva dann 'staunend und scherzend sagte: Welch berühmter Mann mußt Du schon jetzt sein, Otto!" so lächelte er glücklich, aber er versäumte bei solchen und ähnlichen Anlässen nie, darauf hinzuweisen, daß neben dem nothwendlgen Fleiß und einer gewissen Begabung für die Psychiatrie er im Wesent-
lichen dem guten Glück auch viel zu danken habe. Gegen Eva verlor sich nach und nach immer mehr von der unbefangenen Herzlichkeit des Tkuaendfreundes. das fayen Agnes und die Großmutier deutlich, und Eva empfand es ebenso. Er ist streng und vielfordernd klagte sie; er weiß nichts von Schonung und Nachsicht! Aber so schwer es mir. aus die Seele fallt, daß er mit jedem Wort recht hat, so klar und bcstimmt fordert er. ich soll mich aanz und gar ändern." Ihr Vertrauen zu ihm wurde durch diese Ansprüche an seine Patientin durchaus nicht beemtrachtiat. der Präsidentin dagegen gereichte es zur hohen Genugthuung, daß er ihren Ansprüchen im Ganzen zustimmte. Eine unheilvolle Selbstverzärtclung nannte er Evas jahrelange Lebensweise einer unverzeihlichen Vernachlässigung der einfachsten Pflicht gegen sein schwer gemüthskrankes Kind beschuldigte er den Oberst und nahm keinen Anstand, ihm dies direkt vorzuhalten. Aber neben der rücksichtslosen Kritik der Fehler, die in der Vergangenheit lagen, forderte er jetzt peremptorisch eine vollständige unbedingte Unterwerfung unter seine Anordnungen. Für die verweichlichte Eva waren diese nicht leicht. Schon daß ein anderer Wille als der ihrige maßgebend sein sollte in Bezug auf sie selbst, schien ihr zuerst ganz befremdend. Die Dilte müsse fort, dekretirte er: sobald Eva nach Lilienthal komme, solle sie entlassen werden. Die Aermste weinte und schluchzte. daß sie so belohnt werden solle für ihre jahrelange Treue. Für ihre völlig verkehrte und widersinnige Nachgiebigkeit " nannte der Professor es. Aber fort mußte sie da half kein Bitten. Eva solle ihr eine gute Summe als Entschädigung für das geben, was sie für Treue hielt. Aber nickt nur eine körverlicke Diät vielmehr eine seelische begann; ganz neu, ganz verschieden von Evas bisherigem Jdeenkreis. Sonderbar! sie fügte sich ihm in jeder Hinsicht! Sie, die sonst von ihrer ganzen Umgebung nur Fügsamkeit und Gehorsam gekannt hatte. Er beschäftigte sie angestrengt den ganzen Tag In den freien Stunden schienen kl und Eva ebenso unzertrennlich. Auch das wußte sich .Agnes nicht zu erklären. Wenn sie doch Ellern liebte. wie sonderbar, daß der Professor ihr mehr Vertrauen einflößte? Mit ihm konnte sie eine volle Stunde lebhaft plaudernd im Garten umhergehen, daß Ellern augenscheinlich darunter litt er sah jetzt, statt ernst, oft verstimmt genug aus, aber wenn Agnes ihn und Eva, hinter einer Gardine versteckt, vom Fenster aus beobachtete, mußte sie doch sehen, daß seine Blicke und Mienen für Eva allemal sich milderten. Wie sie darüber sich grämte! Ihr war oftmals krampfe sich ihr das Herz zusammen, und als fühle sie körperlich den Schmerz des Uebersehenwerdens von dem heim lich Geliebten. Wie unedel bin ich! Welche Ab gründe entdecke ich in meiner Seele !' sagte sie sich zu andern Stunden voll Schreckens und gab sich Mühe, dieser haßlichen Regungen Herrzu werden. Darüber hatte sie immer mehr mit sich selbst zu thun. Sie erzog sich zur Selbstverleugnung sie wollte gut und edel sein. 15. K a p i t e l. gnes hatte eine Besorgung in der Stadt gemacht, obgleich es schon . den ganzen Tag ab und zu regnete. Seit sie unglücklich liebte," hing sie mit der ganzen SentiMentalität ihres Alters den Betrach tungen über dieses Unglück" nach, be mitleidete sich selbst von ganzem Herzen und suckte die Einsamkeit. Um die ganze Welt hätte sie sich von ihren Gefühlen nichts merken lassen, dazu war sie doch zu stolz; anderseits aber schien das herbe, kühle Wesen, welches sie jetzt gewissermaßen als Schutzwehr gegen Ellern zur Schau trug, ihr schlecht und falsch, und sie grämte sich, daß er sie deshalb verkcn nen müsse. Jetzt aber da sie aus einem von dichtem Unterholz auf beiden Seiten eingefaßten Wege in's Freie trat, sah sie ihn ZU Pferde ganz nahe vor sich. Er ritt auf sie zu, grüßte, sofort anhaltend, um vom Pferde zu springen. Sie hatte deutlich gesehen, wie über sein e ficht ein hellcr Freudenschimmer flog. Und sie? Was hatte sie gethan? , Im jähen Schrien, getneben von emem iyr zet völlig unklaren Empfm den, stürzte sie, wie gesagt, mitten durch die nassen Busche, lief über emen schma len, vom Wasser gesättigten Grasrain und verschwand in dem Wäldchen, das neben dem Wege herlief. Da stand sie nun, an einen dicken Baum gelehnt, und das Herz schlug ihr bis in den Hals, hinauf, es sauste und zischte ihr vor den Ohren, und sie spähte athemlos hinaus ob er ihr nachkäme? Er konnte sie nicht sehen -der. Baum verdeckte sie aber sie ihn; und er ritt langsam, ganz langsam schon weiter
JUTL
sein' Gesicht war blaß und' finster, und er sah starr gerade vor sich hiru
Warum lies ich weg? Warum erschrak ich so? Nun habe ich ihn erst recht beleidigt," dachte sie betroffen. Ihr war schwerer zu Muthe, als je. Ach, warum that sie es denn? Er hatte so froh gelächelt, als er sie sah. und stand schon auf der Erde sie zu begrüßen, als sie so dumm und ungezogen weglief. Helße Reue überkam sie, Zorn aus sich selbst und ihre Dummheit, denn wie gut hätte sie heute einmal mit ihm über Eva sprecyen, ihn fühlen lassen können, daß sie sich freuen wurde über ihrer Beiden Glück und Liebe. Denn dazu hatte sie sich ja in besseren Stunden durchgerungen! Mein Gott, sie liebte ihn ja wie hätt.' sie denn etwas anderes wünschen sollen, als daß er glücklich werde? Sie selbst hätte dann auch wieder Ruhe gefunden vor dem geHeimen haßlichen Groll auf Eva sie hätte die Glückliche nichi mehr beneiden wollen. Freilich im einsamen Kämmerlein hätte sie dann wohl noch einmal schmerzlich weinen müssen! Und statt dessen hatte sie sich jetzt so dumm und lächerlich benommen!' Lag nicht in seinem Gesichte der Gedanke: Was läufst Du denn, albernes Mädchen? Ich laufe Dir gewiß nicht nach? Mit dieser Demüthigung mußte sie nun noch einen tüchtigen Regenschauer aushalten, die ohnehin schon feuchte Luft hatte sie bei ihrer Herabstimmung aanz durchkältet. Endlich kam sie in's Haus triefend vor Rasse. Sie gmg in ihre zrammer um umzuziehen. um aber der Großmama das übel zugerichtete neue" Kleid nicht vor die Augen kommen zu lassen, trug sie selbst es die Treppe hinan und in eines der wenigen offenstehenden Zimmer im Oberstock. Sie sah zu ihrem Erstaunen, daß man es gestern oder in den letzten Tagen ganz anders eingerichtet hatte. Eir. Schreibtisch war hineingestellt, ein Papierkorb, statt des unbequemen Sofa? lne Chaiselongue und ein eleganter neuer Rasirspiegel. wie der Onkel da heim ihn hatte. Der Professor logirte hier nicht, der wohnte im Erdgeschoß. Ob noch ein Gast erwartet wurde? Bis her waren nie ähnliche Umstände gemacht. Hier konnte sie ihr Kleid zum Trocknen nicht aushangen. Auf dem Tisch seitwärts stand ein großer offener Karton, der Deckel dazu lehnte daneben, ein offener Brief lag darauf. Und unter dem Brief, aus verhullendem Seidenpapier hervorlugend der buntseidene Aermel eines Frauenlleides. Aber eme Dame braucht doch kerv- m . ,ä i i r nen na mvieaei. oaazle Ägnes erstaunt und sah vorsichtig unter das Seidenpapier und dann auf das offene Schrewen. haben die Ehre, im Auftrage des Herrn Rittmeister von Benatschek das befohlene Kleid Eme ersteLeipziger Firma Adresse: Frau Katharina von Triebe. Agnes lachte laut aus: Frau von Triebe!" Erstaunt war sie aber doch. Und Benatschek hatte sich auch schnell geadelt? Das war ja köstlich.' Aber er schenkte ihr also das Kleid? Oder hatte er es nur bestellt? Und wozu hier ein solches Kleid? Sie schlich sich wieder fort und stieg hinab, Minna aufzusuchen, die in der Küche plattete. Dieser erzählte sie ihre Entdeckung, um sie wegen Wiederherstellung des verdorbenen Kleides gunstig zu stimmen. Herr des Lebens, der will doch woa nicht ? Wahrhaftig, Fräulein Agnes jetzt wnd's mir klar henathen will er sie! Morgen! Sie sollen sehen, morgen! Vorhin meldete ein Junge hier t mt m ver venellte Wagen et moraen um zwölf Uhr vor der Thür. Er meinte ich sei die Triebe, und ich ließ ihn dabei." Denken sich Fräulein nur, wie sie sich spreizen wird, als Frau Rittmeister Benatschek." Sie lassen sich sofort adeln," sagte Agnes, die wußte, daß Minna ein unendliches Vergnügen daran haben würde, und erzählte ihr, was in dem Brief gestanden. Dann werden wir das Weibsbild los!" behauptete Minna und wußte plötzlich allerlei hoffärtige Reden zu deuten, die Frau von" Triebe in' letzter Zeit zu ihrem und der Dilte Benefiz geführt. Zuletzt lachten die Beiden herzlich, und dazu trat die Präsidentin, die mit Minna zu sprechen wünschte. Sie kam vom Oberst und sah die Heiterkeit mit einem gewissen Mißfallen, denn offenbar hatte sie Aerger gehabt. Was Agnes momentan lebhaft interessirte. ließ sie anscheinend ganz kalt, nach einigem Besinnen meinte sie aber zu Minna gewendet: Ich traue dem Herrn Benatschek schon zu, daß er die Person heirathet, wenn der Herr Oberst ihr eine genügende Geldsumme zusichert." Minna nickte. Beide verfolgten nun doch den Gedanken weiter: Und wenn sie Geld haben, bleiben Beide nicht hier." Dann wär' es ja ein Segen für meinen Schwager. Er würde sie mit guter Manier los!" Dann forderte sie Agnes auf, sie zu begleiten. Aber ihr Aussehen war mißvergnügt, und sie sagte, als Beide in ihrem Zimmer anlangten: Meine Stellung hier ist unhaltbar und geradezu entwürdigend. Mein Herr Schwager, mit demich von Wangers Abreise spr?chen
wollte er .?at zur Abwechslung den!
Professor schon feit zwei Tagen nicht! vorg'lassen! ist in einer Stimmung und cat em Benehmen, als seien wir allesammt mit Eva verbündet, ihn umzubringen. Wanger hat ihm nämlich schon vorgestern gesaqt, er halte Eva für vollkommen gesund. Jetzt sollte ich ihm den Vorschlag machen, daß er Eva zu weiterer Beobacytung nach dem Lilienthal, weißt Du, der Anstalt, der Wanger vorsteht, schicken solle; er läßt mich aber gar nicht zu Worte kommen. Ihm sei alles einerlei, wir mochten aeben ooer omoen, er wme ietzt, wir alle meinten es nicht gut mit ihm. Fremde müssen'ihm seine Tage ertragen helfen." Aber Eva. Großmutter? Wird sie reisen wollen? Sie lehnte es allemal so entschieden ab," warf die Enkelin ein. Ja, naturlich, sie will alles, was Wanger will, sie hat das unb?grenzteste Vertrauen zu ihm. Er versieht sie auch besser als wir alle." Und Herr von Ellern?" Er räth sehr dazu, natürlich thut es ihm leid, uns zu-missen er wird sich einsam genug fühlen." Und Sobotka? Die Schwester sagt, er scheine sich unbegreiflicherweise doch wieder zu erholen?" Ich war bei ihm. Er sieht in der That besser aus. Es ist vielleicht das letzte Aufflackern. Und was das Peinlichste ist, er sehnt sich glühend, Eva zu sprechen, ihr abzubitten. Aber damit würden wir auf ihren Weg nur neue Aufregungen werfen; ich habe ihr nichts davon gesagt. Agnes schwieg. Die Großmutter hatte gewiß recht, aber ihr 'kam doch der unendlich bittere Gedanke: Wenn Eva nur nicht in ihrer Liebe zu Ellern gestört wird!" Und an diesen schloß sich der andere: Der Mann will ihr abbitten. er ist ein reuiger Sünder; wie grausam, ihn nicht zu hören!" Die alte Dame war aber zu andern unliebsamen Neuigkeiten übergegangen. Denke Dir, Agnes. Ellern hat erfahren, daß dieser Benatschek plötzlich allerlei Werthsachen an einen Alth'andler in der Stadt verkauft. Ter Mann, der es ihm sagte, ist der Kellner aus dem Dorfwirthshause und hat ganz richtig gefolgert: Die beiden Amerikancr besaßen bei der Ankunft nur ihre Koffer von geringer - Größe, woher stammen jetzt goldene und silberne Geräthe, Bilder u. f. w.? Wenn wir herausbringen könnten, daß die Triebe stiehlt, und Benatschek die Sachen verkauft, würde der Oberst Beide nicht mehr um sich dulden," sagte s!e. Dann sprachen sie wieder von ankern Dingen. Die Präsidentin war entschlossen, abzureisen. Ter Enkelin zog sich das Herz wieder einmal schmerzhaft zusammen. Abreisen? Ellern nie wiedersehen? Wo ist Eva?" fragte sie ganz mechanisch, um nur etwas zu sagen. Sie ist mit dem Professor gegangen, Ellern bei seinen Arbeitern zu sehen." In dem Gemüth des jungen Mädchens regte sich plötzlich der Zorn, ' der im Grunde doch nur Eifersucht war. Findest Du es schön. Großmama, daß sie zu Ellern geht, während ihr angetrauter Mann in Neue und Sehnsucht nach ihr ruft?" sagte sie herbe. Die alte Dame sah sie groß und erstaunt an. Du hast eine sonderbare Auffassung, Kind. Sollte sie mit dem Unglücklichen jetzt eine sentimentale Versöhnungsszene aufführen? Das würde uns doch wohl noch peinlicher berühren. als alles andere. Uebrigens ist das auch eine Sache, über die Du am besten, ohne zu denken, weggehst, meine Kleine!" Als ob ich nicht auch richtig fühlen könnte!" grollte Agnes. Ellern kam Abends nach dem Thee. Agnes wagte kaum, ihn anzusehen! Seit er sie überhaupt so selten sprach, und sie ihn so sichtlich vermied, hatte sein Benehmen ihr gegenüber sich ebenso unverkennbar verändert. Heute redete er sie nicht ein einziges Mal an, sagte zu ihr nur, was dic Unterhaltung mit sich brachte, und auch dies, neben der ausgesuchten Höflichkeit, stets mit ernster Zurückhaltung. Zuweilen früher hatte sie gedacht, es thue ihm doch etwas leid, daß sie sich ihm so entfremdet; heute, wo in seinen Zügen eine tiefe Niedergeschlagenheit lag, sagte sie sich: Welche Närrin ich immer wieder bin und wie thöricht da3 dumme Herz ist. sich dieser Traurigkeit zu freuen! Vergesse ich es denn immer wieder? Was bin ich ihm?". Nicht mir, sondern der Trennung von Eva gilt sein Kummer!" Ueber deren Aufenthalt in der Ansialt Wangers redeten sie hin und her. Ellern kannte sie und bestätigte, daß Lilienthal ein außerordentlich schön gelegenes Schloß in bergiger Landschaft sei. Wanger hörte diese Anerkennung mit sichtlicher Freude. Man ging zeitig zu Bttt, die beiden Herren empfahlen sich. Agnes traf die Pflegerin Sobotkas auf dem Gange und fragte freundlich nach dem Kranken, wie sie es immer gethan. (Fortsetzung folgt.) Der P rä sident des bayerischen Obersten Rechnungshofes. Staatsrath im Finanzministerium v. May ist unter Verleihung de' Großkreuzes des Verdienstordens der bayerischen Krone in den Ruhestand versetzt worden.
Die französischen Kriegsminister. Der bekannte Vorfall in der. Deputirtenkammer läßt die französische Presse Vergleiche zwischen dem General Adr6 und seinen Vorgängern ziehen. Der Gaulois" bringt die Bilder sämmtlicher französischer Kriegsmin'ster. Frankreich hat danach in 274 Jahren 99 Kriegsminister gehabt, so daß deren jeder etwa sür nahezu drei Jahre sein Portefeuille getragen hätte. Das trifft jedoch, wie bekannt, nicht zu. Im 17. -und 18. Jahrhundert sehen wir Betretende ein erstaunliches Beharrungsvermögen im Ministerstuhl bekunden. Am längsten verweilte auf ihm für volle 29 am 24. Februar 1662 beginnende Jahre der Marquis d5 Louvois. Auch sein Vorganger Le Tellier. Seigneur von Charille, fand in 19 Amtsjahren gewiß Zeit und Muße, sich einzurichten. Ebenso legen im 18. Jahrhundert zwei Minister das Portefeuille erst in andere. Hände, nachdem sie es für ein halbes Menschenleben getragen. Das waren schöne Tage! Schon Ende des achtzehnten Jahrhunderts schrumpft die durchschnittliche Amtszeit auf den Zeitraum von zwei Jahren zusammen. Das Jahr 1774 sieht zwei Minister, die ihre Amtszeit nur nach Monaten zählen können, und endlich ist im Jzhre 1789 der Herzog von Broglie der erste, der nur für Tage im Besitz seines Portefeuilles ist. Er sollte nicht der einzige bleiben! Den Record bezüz-
lich schneller Weitergabe des Portefeuilles brach Simon Bernard, der vom 10. bis 18. November, also gerade eine Woche. Kriegsminister war. Die meisten Kriegsminister haben die Jahre 1799 und 1851 nut ie vier gesehen. Anno 1869. 1877 und 1879 waren aller guten Dinge drei. Also, die dritte Republik hat eigentlich in dieser Beziehung nichts vor dem Kaiserreich Louis Napoleons voraus. Al lerdings hat während ihres Bestehens kein Minister länger als drei Jahre amtirt, und geleaentllch folgten sie ein ander mit verblüffender Geschwindigkeit. Deshalb konnten während der letzten 34 Jahre 25 Kriegsminister wenigstens den Anfang dazu machen, die Armee nach ihren Ideen aus'!ubilden. Gelungen dürfte es freilich keinem sein, da sich die durchschnittliche Amtszeit der Minister auf nur ein Jahr und vier Monate beläuft. Das Muster" eines Museums Direktors. Ueber de Verfehlungen, die man dem vo?. seinem Amte suspendirten und in Disziplinaruntersuchung befindlichen Direktor des Dresdener Zoologische Museums, GeheimenHofrath Dr. Meyer vorwirft, werden jetzt verblüffende Einzelheiten bekannt. Im Jahre 1895 bot eine Dame aus Madras dem Museum nne Sammlung aus Indien an;, sie wurde ihr später als unbrauchbar zurückgegeben. Doch merkte die Besitzerin, daß ein geschlifjener Elefantenfuß daraus fehle. Sie forderte ihn zurück. Aber der Direktor ließ ihr sagen, sie habe alles zurückbekommen. Bald nachher wurde ein solch? Elefantenfuß in der Wohnung des Direktors gesehen, was auch jener Dame zu Ohren kam. Sie verlangte ihn nun ganz energisch zurück, worauf sich der Direktor veranlaßt sah, ihr zwanzig Mark zu schicken. Die Dresd. Nachr." erwähnen noch mehrere derartige Fälle von Erwerbungen" und berichten weiter: Wenn Dr. Meyer die Gelder nur so jum Fenster hinauswarf, beschwichtigte er alle etwaigen Bedenken mit dem klassischen Ausspruch: Mit den Geldern des Staates muß man wüsten!" Er versuchte auch, jjü? eine kaufmännische Firma gegen Provision eiserne Museumsschränke zu vertreiben. Die zoologische Sammlung verwahrloste unter seiner Leitung gänzlich. Zum Beispiel fehlten in der Vogelbalgsammlung 1000 Vä?ge. Eine Reihe kostbarer Eier war durch plumpe "Fäls chungen ersetzt worden. Ferner schreibt man auf sein Sündenkonto: Zollhinterziehungen, Scheinkäufe, Beseitigung von Akten, wissenschaftliche Schwindeleien (angebliche Durchquerung Neu-Gui-neas). Er scheute sich auch garnicht, fremde Arbeiten als seine eigenen auszugeebn. . Tragischer Tod eines Büynendich ters. Der bekannte englische Bühnenautor Scudamore ist in, seinem Heim in einem Londoner Vorort, wo er als Strohwittwer lebte, unter Umständen verstorben, die man wohl als tragisch bezeichnen kann. Zunächst ist er in den Sielen gestorben". Er hatte gerade'die letzte Zeile an seinem neuen Schauspiel Ihr Glücksgesicht" beendet, war dann aufgestanden, auf eine Stufenleiter gestiegen, um vom Bücherregal etwas herunterzuholen, und ist dabei abgestürzt, sei es vom Schlage gerührt oder durch einen Unglücksfall. So vermuthet man wenigstens. Denn sein Tod wurde erst acht Tage später entdeckt, als seine Nichte zum Besuch zu ihm kam. Sie fand ihren Onkel entseelt vor. Scudamore, der den Vornamen Fortunatus führte, ist in der That vom Glück begünstigt gewesen. Nicht weniger als 24 abendfüllende Stücke hat er geschrieben, die alle viel Erfolg gehabt haben. Während der letzten drei Monate lebte er allein. Seine Frau und Kinder, die sämmtlich der Bühne angehören, waren aus eine Provinzialtour gegangen. . In ihrer Abwesenheit hat den Sechsjährigen der Tod ereilt.
Leuer - Signale
vs. i Pemklv u Starte English' OpMlkHsus 1 Saft unbStt )orl i Noble und Michigan 1 N. Jerjey u. Mass Slv Pine und StorH ft Market und Pine l Vermont nahe East 5h. 8 Spritzenhaus Mafs. Lvc nahe Nbk Tevaware und Walnut 4 5!. Jersey Centra! A. 6 lieft und Kernel Slv Aid m.d 11. Straße 7 $axl Ave und 12 Stt Columbia undHivsid, ,9 HiöhlandLveu.Prstt :l Jllinoii und Et. Jo iS Pennsylv. und Pratt U Meridian und ll. Stt Tu. 6 Spritzenhaus 15. nahe JllinotS ;6 Senate Ave u. StTia .-7 Illinois und ZAchtgan '? Peishlvania und 14. s Senate Slve. und 15. No. 1 Spritzenhaus Ins ZlvenaheMchiga VIeridia und Walnut a California u Vermont ,5 Slake und New Dort ! Ind. Slv. u. et latr 17 EitY Hospital Blake und Slorth 9 Michigan und LAnet 41 S!s. e Cprttzenhau Sashmgton nah Weft Gsendorf u Wash. Miffcuri u New York 15 Meridian u Wash JllinoiS und Ohi, ,7 Capitol Zxv.u Wash W mgan'S PorkhauS 19 Straßenbahn StäUi SB. Washington Stt 43 No. 10 Spritzenhaus. JllinoiS u Werrill 9t JllinoiS u Louifiana u West und EouH U West unb 5cTty M eenatt rv. Henry 57 Meridian und Ray No. 4 Spritzenhaus RadtsonSv.nVorrU SS ZNadison Kv. u Oimlop NoHakm Lektnhauk South nah Delatvars tt Penn, u Merrill UVtlavsnu.IKSt5 H afinearty Nett Jersey u.Z?KrrQ V Lirs.Lv.u Lradsha Saft und Prvspect 9 vicking und High H ftfl. ll Spritzenhaui Bir Lve. nah Hurou 7k Erstund Georgi tt Ccbar und Int 74 Davidson u Seorgia 1 English Slv. tt Pine 76 Chelöy und Bäte 5 Park Ave S5 5t 212 Capital v und V3s 5.15 PennshIv.u.T:ichiaS 214 JlttnoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 25 17 Meridmn und 16. 21H Capital Ave und 2& 219 Broadlvav, und 10. 231 JllinoiS und TtcLe 34 No. 14 CpriZenhauS Kenwood und 30 JllinoiS und 33. 236 Annetta und 80 237 No. 8. Cpritzenhz, Udell und Rader 288 Udell Laddcr Sortt 229 Jsabcl und 27. 241 Meridian und 24. 2 Illinois u Ct. Clatz. 43 Eldridge und 23. 12 West uud Walnut 313 West und 12. 814 Howard und 16. 15 Terbet und Paca 16 Capital Av unfc 317 Northwestern Ave u A 318 Gcnt und 18. 319 Canal und 10. 224 Ccrealine WorfS 824 Vermont und Lhnn 25 BiSmaicku Grendvl: 26 No. 20 Spritzenhaus Haughville. 327 Michiga u. HsimeS, 823 Michigan u. Concor 241 Weft und McJntv 412 Missouri tt. Marvlan 413 Missouri und 5)hio 415 Capital Ave eorgw 416 Missouri u Kentucky A. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und siunaS W. Washington. 423 Jrren-Hospital. m Milev.Ave u.J DnQ 425 Wash. and Harn 426 No. 18 Spritzenhaus W. WaMgtta 427 Oliv und irch S Oliver ud OSgood 420 Nsrdhke und Zjork 431 Hadley Av . Morr 4?2 Riv Ave u. MorriS 34 River Sv und 9fc$ ZSHardwgu.ig4R? 436 Harding und DClvtt 437 No. 19 priHenhqI MorriS und &rtt? 489) CtoefoattS 421 Rettn und 452 Howard vak c 463 NsrrtS ld exp 5 Lsmbsrt und tk&ssa'i 47 Normte Ave . S5 s OerkZ 613 eft und Sistz fiis AmwHAvu.LlrS 614 Meridian und Morr kl JllinoiS und Sansai 17 llcmi und Dakta 618 Merr und Church kl Capital A. u McCar K21 Meridian und yal 623 Pin und Lord K24 Madisor.Aveu Lineo! 526 Meridian und VeU-M 527 CarloS und Ray 28 Meridian und Arizon 29 ieridian tt. Nahmond 631 Meridian tt. Wc&otA 628 No. 17 Sprttzenesu5 MorriS nah Weft . tt VcAcrnanund Deuk 18 Saft tt. Lincoln 614 Eeft und Beccher SIS Wright uns Sarrri 617 McCartY und Leath 418 New Jersey u Dw L VI Spruce und Prosped TU English Av. u. Launi 714 Etatt Ave .Zielt AS 716 Shelby und Becch 71 State A und OrcmZ 713 Orange und Laurel n Shelby u. &tcft A? m kkringtonA. fcuQ stt Fletcher Av. Ovruc, 724 State tt. Pleasan TiS Prospekt und ?leasant 6 Onmc und Harla? 723 Lilerty und Vea 729 NoÜle und South Ll N?. 15 SpritzenhmÄ Ost Washington 813 Market und Nod! 14 Ohio tt. Highland Ad $15 Mübigan u. Htghltti 816 Market Arien! 5K L17 Ost Clai? VTX Union Bahn Scleis. 821 Pan Handl Shop? 528 Vermont und Walcot! 824 Wcsh.und State Atz. Stt Madden'SLmgFadi 836 Tucku und Dorsey 827 Wash. und veve Ave N9 .No.12 Spritzenhaus Veville nahe SKchigss 881 Southesfter Av Nl Wsodside. 832 3a7h. und DesrZor, 834 Southeafter td Arsenal AveS. 8S New Forf Nnd Ztsty 511 MinoiS und MsNl. ' 12 JllinoiS und Oarfct. 14 Penn, xo Caft SlSDela5M 5'T6? 8 9to. I Spritzenhaus Prospekt nahe Ehelby Fletcher Slv. u Sheliy Sl Market u. New Zersey tt Delawan und Waff. Saft u Washington Z4 New Dorf u. Tavidsoe SS Taubstummen Änstaä 3 Ber. Staaten Ärsena! Z7 Oriental und Wash. 39 Fruen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvlsnd nahe Wer. Meridian u. Georzia. SZ Meridian und Louth C4 Pennsyls u. Louistana ?5 Birgini Ave u. Llab. SS Hptquartter. 87 Grand Hotel. 09 Capital Zlv und Chl 23 No. 16 Spritzenhaus 18. Und Asy. 24 Alabama und 16. .25 Central Ave und 15. i26 DandeS und 15. 27 Brookside und Arptt 23 Central Ave und 17. .SS Deürwar und 19. Ll Alabama und 11 ? Bellesontaw und. .34 College Ad und tt. '.5 Delaware und 13. 36 Alabama und North '37 Newmann und 19. 155 College Ave und 14. '.3? Cornell Ave und 13. .41 DandeS und 19. .42 Highland Ave und 10, .43 Tecumseh und 10. .4S New Jersey and 22. 46 Alvord und 17. ,47 No. 2 Spritzenhaus Hilisic Av und 16. 43 College Ave und 2. .49 College 7jot und 27. 2 Park Ave und 22. 53 L C u. WBahnu.22. 154 Namsey Ave und 19 156 C toughton tt NedWLN ST Atlas und PileT lös Bloyd und PakvaÄ. '.69 No. 21 Spritzenhaus , Lrightwood Arven und Depot t6 rightwood und 26. 64 Rural und Bloyd 65 5t. Clair u. Sevston itr Arsenal Ave un 25. m ellesontaine unt M6. Opezial-Oiznsle. krften Schlag, zweiter Alarm, Zweite Schlage, dritter Wann, Dritte 2 Schläge, dterkk Alarm. t--1, Feuer aus und Schlauch aufgervQ. Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 1 Uhr TlUtagS, JCle so bezeichnet Signale wrd sm Tffnxm Ächter angegeben da an den bU.de Strafe kreuzunzex keine Alarmkönen angefacht f. FeiertllgöMaien. Ein und ein Drittel Fahrpreis sur die Nnudsahrt nach allen Punkten in dem Gebiet der Central Passagier Association. Fahrkarten werden verkauft a 24., 25., 26. und 31. Dezember 190t und am 1. und 2. Januar 1905. Gültig für die Rückfahrt bis 4. Januar inclusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Bahn oder an D.P. Alge o, D.P. Agent, 8 NordJUmoiS Str. Indianapolis, Ind.
NttM fcr!2ii3 CsSH
-'s
