Indiana Tribüne, Volume 28, Number 99, Indianapolis, Marion County, 16 December 1904 — Page 3

Indianer Tribüne, 1. Dezember 1904.

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DachdeSer

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Stooffler

Wirksame Tochedo-Angriffe

Die Japaner complctircn im Hasen von Präsident der Schweiz erwählt.

Berlins Bevölkerungszahl. Aus dem ungarischen Unterhause. Militärische Altersgrenze.

Ostasien. Japanische Torpedo-An griffe. . Washington. 15. Dez. Die panische Gesandtschaft empfing heute die folgende per Kabel übermittelte De pesche von Tokio: Der Commandant des 3. Geschwa ders meldet, daß zwei Torpedoboote am 14. Dez., Morgens 3.30 Uhr, die Sebastopol" attakirten. Der Angriff wurde während eines h:ftigen SchneefturmS unternommen und war erfolg' reich, da die Sebastopol" theilmeise um Sinken gebracht wurde. In der Nacht des 14, Dez. erneuerten um 11.30 Uhr sechs Torpedoboote den An. griff gegen die Sebastopol" sowie das Kanonenboot Otvasni", der bis 3 Uhr Morgens deS 13. Dez. ohne Untererechung fortgesetzt wurde. DaZ volle. Resultat der Angriffe konnte noch nicht eftgestellt werden. Am 15. Dez. um 9 Uhr Morgens wurde von der Beob achtungsftation gemeldet, daß die Sebastopol" tiefer gesunken sei und die Torpedo-Geschützröhren auf derselben vollständig unter Waffer sich befänden. Um 4 Uhr griff ein Torpedoboot un er Führung deS Leutnants NakumadaS ein russisches Transportschiff an ind brachte eS zum Sinken. Schweiz. Präsident der Schweiz erwählt. Bern, 15. Dez. .Der Bundesrath erwählte heute den Vice-Präsiden en des .Federal-Councils M. Ruchet zum PräMnten und den Handelsund Ackerbauminister M. Fcrrer zum VicePräfidenten der Conföderation fü das Jahr 1905. Rußland. ReicheSWohlthiNigkeitS. C o n z e r t. St.PeterSburg, 15. Dez. Zum Besten deS rothen . Kreuzes hat hier Adelina Patti ein Conzert gegeben, deffen Reinertrag sich auf 37,000 Dol lars beläuft. Fabelhafte Eintrittspreise wurden bezahlt. Dem Conzerte wohn ten der Zar, die Mitglieder deS Kaiser hauseS und die Petersburger Gesell schaft bei. Frau Patti wurde begeistert aufgenommen. ES verlautet, daß sie mit diesem Conzert von der Conzert bühne scheide. Deutschland. Berlin's enorme Bevöl kerungSzahl. Berlin, 15. Dez. Laut Bericht der königlichen Polizei, betrug die Ein wohnerzahl von Berlin am 13. Dez. 190 2,001,500 Personen, die der angrenzenden Vorstädte 750,000 Köpfe. ZumCapitelder Altersgrenze. Berlin. 15. Dez. Während der heutigen Debatte über PensionS-Vor lagen im Reichstage, ergriff der Krieg?. minister von Einem das Wort und widerlegte die. in Zeitungen, so häufig erscheinenden Klagen, daß der Kaiser viele rüstige Offiziere zu früh mit Pen fion verabschiedete, um daS Offizier corpS jung zu erhalten. Der Kriegsminister versicherte, daß daS Durch schnittsalter der Brigade.. Regiments und Bataillons Kommandeure, wie auch das der Hauptleute ein höheres sei, wie dies im Jahre 1877 der Fall gewesen wäre. Für die Bekleidung deS höchsten Ranges in der deutschen Armee bestände leine gesetzliche Altersgrenze. Ein tüchtiger General verbliebe so lange im activen Dienste, bis er selb dienstunfähig würde. In der franzö sischen Kammer sei dagegen eine Vor läge eingereicht worden, einen General nach Erreichung seines 54. LebenSjah reS zur Disposition zu stellen. Der Minister vertheidigte fernerhin die Maßnahme, jüngere Offiziere unter Ueberfchlagung von älteren avanciren zu lassen. Die so Uebergangenen wür den zu gleicher Zeit benachricht, daß sie nicht mehr in eine höhere Charge auf rücken könnten und ihrem eventuellen Abschiedsgesuche nichts im Wege stünde. Blutige Denkzettel für Aufständige. Berlin, 15. Dez. Eeneralleut

die Zcrstönmg der Schisse

Port Arthur. Reiches Wohlthätigkeits - Konzert. nant von Trolha, Befehlshaber der deutschen Truppen in Deutsch-Südweft Afrika, telegraphirte von Windhock, daß, nach Beendigung deS Gefechts, welches zwischen Oberst DeimlingS Truppen und Eingeborenen am 5. De zember stattfand, die Leichen von 50 60 Hottentoten aufgelesen worden seien. Außerdem hatten die deutschen Truppen eine Rindviehheerde von 3000 Köpfen erbeutet. 36 Ansiedler seien seit Beginn deS Ausstände? der Witbois er mordet worden, 5 würden vermißt. Aufregung im Äuhrbf Z i r k. Düsseldirf, 15. Dez. Unter den Bergleuten des Ruhr.Kohlenge bietS ist die Aufregung im Wachsen be. griffen und ein allgemeiner Ausstand schwebt wieder einmal in der Luft. Richt weniger als siebentausend Arbeiter sind wegen der Betriebseinstellung in Vielen Zechen, entgegen allen Werheißungen, ohne Beschäftigung und nagen mit ihren Angehörigen am Hungertuche. Dazu kommt, daß zahlreiche Gruben die Absicht haben, die Dauer der Schichten zu verlängern. Dadurch ist der Unmuth in weitesten Kreisen gesteigert worden, und wenn die Vermal tungen jenen Entschluß zur Aussüh rung bringen, so mag ein Streik die unmittelbare Folge sei. Barkemeyer freigelassen. Berlin, 15. Dez. Die Kieler Neuesten Nachrichten" melden, daß der Vorsteher des Geheimbureaus der dor tigen Germaniawerst, Barkemeyer, deffen Verhaftung wegen UnregelMäßigkeiten" zu Ende September fo gewaltiges Aufsehen erregte, .steige laffen worden sei, weil nicht LandesVerrath, sondern nur unlauterer Wett bewerb vorliege. Barkemeyer war anfünglich beschuldigt worden die neue sten Unterseebootpläne der deutschen Marine an Rußland und England ver kauft zu haben, und eS lag angeblich die Vermuthung nahe, daß er auch mit Frankreich Geschäfte gemacht habe. Das neueMilitärpens i o n s - G e s e tz. Berlin, 15. Dez. DaS neue Militär PensionS.Gesetz hat in Offi zierSkreisen im Allgemeinen einen guten Eindruck gemacht. Die Zufriedenheit nimmt übrigens mit der Charge zu, da die Hauptvortheile des GeetzeS den Offizieren vom Oberstleutnant bis zum Divisions-Kommandeur zufallen. Für die unteren Chargen wird die vor geschlagene Aufbesserung als nicht aus reichend gefunden. Und was die kom mandirenden Generäle anbetrifft so er halten sie nach dem neuen Gesetz weniger Pension als bisher. An dem Gesetze dürfte aber in der zuständigen Commission wie im Plenum deS Reichstags noch Vieles geün dert werden, und die Militärverwal tung hat ja erst kürzlich erklärt, sie werde alle vom Reichstag beschlossenen Verbesserungen dankbar annehmen. Da wäre es denn also an der VolksVertretung, ihn Schuldigkeit gegenüber den alten Soldaten zu thun. Es mel den sich freilich noch immer Stimmen, welche einer Verschiebung der Borlage wegen der Finanzmifere des Reichs das Wort reden und bei dem schleppenden Geschäftsgang deS Reichstags ist die Gefahr, daß das Gesetz auf ein todtes Geleis geschoben wird, recht nahelie gend. Das wäre selbstverständlich eine Enttäuschung für Hunderttausende. A e r z t l i ch e S chu l e n in' den Vereinigten Staaten. B e r l i n , 15. Dezembu. In der Berliner Medizinischen Gesellschaft" sprach neulich Geheimrath Professor I. Orth, welcher seiner Zeit dem wiffenschaftlichen Congresse anläßlich der Weltausstellung in St. Louis beiwohnte, über ärztliche Schulen und Anstalten in den Vereinigten Staaten, die er aus eigenem Augenscheine kennen gelernthat. Wörtlich sagte der Gelehrte: Den Studirenden in den Vereinig.ten Staaten stehen theilweise glänzend eingerichtete Lehranstalten mit allen Fortschritten der modernen Technik zur

Verfügung; jedoch treten in den Uni versitäten die klinischen Einrichtungen gegenüber den Instituten, welche theo retischen Wissenschaften dienen, theilweise wegen Mangels an Material zu rück. Die Krankenhäuser sind theilweife mit übertriebenem Luxus einge richtet, wodurch die Kosten für die Patienten vertheuert werden." Professor Orth lobte die Postgraduate SchoolS" und rühmte die hohe Werthschätzung der Amerikaner für die deutsche Wissenschaft. In seinen Ausführungen hob er auch besonders hervor, daß die medizinisch? Fakultäten im Osten der Vereinigten Staaten Frauen vollkommen verschlossen seien. Der ganze Vortrag, welchem die zahlreich erschienenen Mitglieder der Berliner Medizinischen Gesellschaft" mit ungewöhnlichem Interesse lauschten, war für Amerika höchst sympathisch und anerkennend. Oesterreich-Nngarn. Erneute Lärmscenen Im Unterhause. Budapest, 15. Dez. Der par lamentarische Waffenstillstand war nur von kurzer Lebensdauer. Während der heutigen Sitzung des Unterhauses des ungarischen Parlaments wiederholten sich. die Tumult'Scenen, die die kürzlich abgehaltenen Sessionen charakterisirten. Die Mitgli5der der Opposition weiger ten sich in nachdrücklichster Weise die Bestimmungen des neuen GeschäftSverfahrens anzuerkennen. Die verschiedenen Versuche deS PremierS Tisza, eine Rede zu halten, ent fesselten Stürme von lärmenden Zwischenrufen, infolge deren die Sitzung dreimal suspendirt werden mußte. FranciS Kossuth und Graf Äpponyi drückten ebenfalls ihr Mißfallen über die Neuerungen aus und erklärten, daß dieselben Verletzungen des Parlamentrischen Brauches seien. Der Lärm im Unterhause nahm, infolge der erneuten Versuche deS PremierS, zu reden derart zu, daß der Präsident sich genöthigt sah, die heutige Sitzung definitiv aufzuheben. Die Oppositionspartei benachrichtigte Tisza, daß er solange am Reden verhindert werden würde, bis die neuen Verordnungen annullirt würden. Vierfacher. Raubmörder verurtheilt. , Wien, 15. Dez. Ein SenfationS Prozeß ist, telegraphischer Meldung zu folge, heute in St. Poelten, NiederZDesterreich, zu Ende gegangen. Der siebzehn Jahre alte Knecht Grader wurde des vierfachen Raubmordes überführt und zu.18.jährigem schweren Kerker verurtheilt.

Ueber die Praxis eines Kurpfuschers. Berlin. 15. Dez.- Ein Wun derdoktor" dürfte nächsten wieder die Gerichte beschäftigen. Unglaublich hören sich die in hiesigen Blättern enthaltenen Details über die Praxis eines Kurpfuschers an, der in dem preußi sehen Dorfe Kirchgandern, Regierung? bezirk Erfurt, an der Eisenbahn HalleKassel gelegen, sein Wesen treibt. Der Biedermann heißt AnSmeier und ist Tischler von Beruf. Er hat aber seit Jahren dies Gewerbe an den Nagel gehängt, weil er al Wunderdoktor un endlich mehr verdient. Enorm ist der Zudrang zu den Sitzungen AnsmeierS. Aus ganz Deutschland und aller Herren Länder pilgern Patienten zu ihm, Reiche und Arme, Vornehme und Geringe, die an die wunderwirkende Kraft des Wunderdoktors glauben. AnSmeier empfängt durchschnittlich tter Tag 80 Fremde, die Heilung bei ihm suchen. Die Zusammensetzung der von ihm verkauften Arzneien bleibt ein striktes Familiengeheimniß. AnSmeier hat sich bereits ein großes Ver mögen erworben und besitzt auch ein prächtiges Landgut. Er hält sich nicht weniger als 30 Diener und 20 Pferde und lebt wie ein Fürst. Wie alle Wunderärzte hat auch Ans meier Erfolge auszuweisen, welche die vielen Mißerfolge verdecken müssen. Neben der Kenntniß medizinischer Mittel dürfte er über eine gewisse Sugge stivkraft verfügen, deren Wesen in wissenschastlichen Kreisen ja längst bekannt ist und nach ihrem Werth und Unwerth gewürdigt wird. Dänemark. Russischer Hülfskreuzer gesichtet. N h b o r g. Dänemark, 15. Dez. Der. russische Hülfs-Kreuzer Okean" wurde heute hier gegen Mittag gesichtet und fuhr in südlicher Richtung welter.

rankrelch. Optimistische A n s ch a u u ng e n. Paris, 15. Dez. Der französische Botschafter in Rußland. Herr L.N. Bompard, überreichte heute dem Präst-

denten Loubet ein Handschreiben des Zaren Nikolaus. Ueber den Inhalt deS Schreibens wurde nichts mitgetheilt. Im Lauf eines Interview sagte Herr Bompard : Rußland ist einmüthig entschlossen, alle Mittel in Anwendung zu bringen, um mit dem gegenwärtigen Krieg ent scheidende und vollständige Resultate zu erzielen. General Kuropatkin hat jetzt ein Heer erster Güte und General Stoessel seinerseits ermüdet die Japaner und verleiht den russischen Waffen neuen Glanz. Die finanzielle Lage ist ausgezeichnet. Die zur Verfügung stehenden Fonds sind bei Weitem noch nicht erschöpft. Rußlands Kredit steht hoch und wenn der Finanzminister es wünscht, kann er um weitere Bewilligungen ersuchen." China. Brutaler Mo r.d. S h a n g h a i , 15. Dez. Ein Matrose des russischen Kreuzers ASkold ermordete in brutalster Weise einen harmlosen Ehinesen. Der Mörder wurde nach heftigem Wiederstande von der Polizei verhaftet. C a l l a o, Peru. Der Bundeskreuzer Marblehead" vom Pacific Ge schwader fuhr letzte Nacht von Coquimbo, Chile, ab. Selbstmord aus A rm u t h. In einem Hause in Paris begingen drei Frauen wegen drückender Armuth Selbstmord durch Einathmen von Kohlengas. Dabei erstickte auch das dreijährige Töchterchen einer der Frauen. Bulgarische Räuber. Eine bulgarischeRäuberbande hat letzthin im Dorfe Gotschischie in Mazedonien einen griechischen Lehrer und eine Lehrerin verbrannt, sowie sechs Bauern ermordet und ausgeplündert. Von seinen Arbeitern erschlagen, weil er ein ohne seine Erlaubniß veranstaltetes Trinkgelage aufheben ließ, wurde der Gutsbesitzer Baron von der Refo in Rossieny im russischen Gouvernement Kowno. GrafalsKaufmann. In pas Berliner Firmenregister wurde diefer Tage folgende Firma eingeiragen: Graf Friedrich Franz Hahn, Cigaretteö, New Vondstreet-Centrale für Deutschland." Inhaber ist GrafFriedrich Franz Hahn-Basedow. Krankheit und Aberglauben. Der Weber Hegner von Oberröslau, Oberfranken, hatte eine schwerkranke Frau. Eine alte Bäuerin rieth ihm, um Mitternacht zum FriedHof zu gehen, unterwegs Holz zu stehlen und auf dem gestohlenen Holze kniend zu beten. Die Befolgung dieses Wundermittels brachte Hegner auf die Anklagebank wegen Diebstahls. Da indeß ein hinreichender Beweis für die Absicht eines Diebstahls nicht vorlag, wurde der Angeklagte, der fest an die Gesundbeterei glaubte, freigesprochen. Sonderbare Milchben ü tz u n g. Die braunschweigische Polizei machte neulich die Entdeckung, daß ein Dienstmädchen in dem Dorfe Alvesse, um einen guten Teint zu erhalten, ihren Körper seit langer Zeit mit Milch gewaschen und diese Milch dann an eine benachbarte Molkerei abgeliefert hatte. Dieser war schon länaere Zeit hindurch die unsaubere Farbe ver Milch aufgefallen. Gegen das Dienstmädchen wurde das Strafverfahren eingeleitet. Der gekränkte- Schöffe. Ein Rechtsanwalt und Notar in Buxtehude, Hannover, wurde vom Landgericht wegen Beleidigung eines Landwirths zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurtheilt. Als in einer Pridatklagesache der Klient des Rechtsanwalts zu einer Geldstrafe von drei Mark verurtheilt worden war, fah der Landwirth, der Schöffe bei der VerHandlung war, den Nechtsanwalt mit einem überlegenen Blicke an. Der Rechtöanwalt sagte nun, zu den Schöffen gelvendet: ' La haben Sie heute großes Unheil angerichtet!" Der Schöffe fühlte sich mit Riuksicht auf seiNen Eid verletzt und forderte die Zuriicknahme der Aeußerung. Als das nickt geschah, erstattete der Landwirth Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Das KeriSt eracbtete eine Beleidigung als vorliegend, da Ort und Umstände keine Gelegenheit zum Scherzen gevolen hatten. Die Revision des Rechtsanwaltö wurde vom Reichsgericht verworfen. KcrsernenhokbMtko. Unteroffizier (zum Einjährigen, dessen Pferd mit ihm macht, was es. will): Emhriger, Sie wollen mir wohl weiß machen, daß Sie der Vernünftigere von Ihnen beiden sind, weil Sie rmmer nachgeben?" Abgefahren. New Dort: La Lorraine- nach Havre. QueenStawn: Baltic" nach New Jork.

Swltgarls Nalgyaus. Neuer, in gothischem Stile aufge: sührtcr monumentaler Prachtbau.

Tie Architektur alS Kunst Hauptfassade und Umgebung deS NathhauseS-Raum Disposition Statue und Bilder Ter NathskeUer. Das unerwartet rasche und starke Wachsen der größeren deutschen Städte, das eine besonders charakteristische Erscheinung im Wirthschaftsleben der letzten 30 Jahre bildet, hat die Verwaltungen dieser Gemeinwesen vor schwierige Aufgaben der mannigfaltigsten Art gestellt, Aufgaben nicht nur technischer, hygienischer und sozialer, fondern auch ästhetischer Natur. Auch bei der Errichtung einzelner öffentlicher Gebäude hat man sich darauf besonnen, daß die Architektur nicht nur eine Dienerin der Bureaukratie, sondern eine Kunst sein soll. Von dieser Vaugesinnung" legt auch das neuerstandene Rathhaus der königlichen Haupt- und Residenzstadt Stuttgart Zeugniß ab. An Stelle des alten, bürgerlich schlichten, aber doch stattlichen Rathhauses, das sich an der Südseite des Marktplatzes in einer Reihe mit andern altvaterisch behäbigen Giebelhäusern erhob, ist ein imposanter Neubau getreten, der im Aeußeren vollendet ist, im Inneren seiner Fertigstellung entgegengeht. Er nimmt mit seiner Haupt-Fassade die ganze eine Seite des Marktplatzes und mit w-l-- i Das neue RathhauS in Stuttgart, seiner zwei Höfe umfassenden Gesammtanlage in Gestalt eines langgezogenen unregelmäßigen Vierecks den Raum eines ganzen Straßenkarrees ein. Professor Jassoy, von dem der Entwurf und die Ausjhrung des neuen Rathhauses herrühren, hat für den Bau die Formsprache der Gothik gewählt. Er hat dabei jenen Ueber-, reichthum der Gliederungen und Verzierungen vermieden, der den so oft als vorbildlich angesehenen altniederländischen Rathhäusern eigenthümlich ist, der aber gegenüber der einfachen Bauweise des alten Stuttgart, die ja der Umgebung des Rathhauses noch immer ihr Gepräge gibt, fremdartig und aufdringlich gewirkt haben würde. Am reichsten ist natürlich die Fassade nach dem Marktplatz bedacht. Die sehr breiten Fenster, deren jedes Stockwerk fünf enthalt, lassen den Betrachter schon von außen erkennen, daß hier die großen Sitzungssäle untergebracht sind. In der Mittelachse steigt, einen Schmuckgiebel überragend, über dem großen Hauptthor, zu dessen Seiten die Statuen der Könige Wilhelm I. und Wilhelm II. aufgestellt sind, der schlanke Uhrthurm empor. Außer dem graziösen Maßwerk, das besonders die Hauptfassade und den Thurm belebt, schmücken die Statuen zweier berühmter Schwaben, die des aus Stuttgart stammenden Philosophen Hegel und die des Astronomen Kepler aus Weil, die Außenseiten des Baues. An den langgestreckten Seitenfassaden ist der Eindruck der Monotonie vermieden durch geschickte abwechslungsreiche Gliederung in vor- und zurücktretende Bautheile, von denen die einen thurmartig ausgebildet und mit Hauben abgeschlossen sind, die anderen in zierliche Giebel von verschiedener Höhe auslaufen. Die Eüdseite endlich, die nach der Küferstraße blickt, erhielt wieder einen starker repräsentativen Charakter, besonders durch ein Thor, dessen Schmuck in den Formen der frühen deutschen Nenaissance gehalten ist. Das Innere des Rathhauses enthält gegen 100 Kanzleien und Amtszimmer. Die Raumdisposition ist hier klar und übersichtlich, die Lichtzufuhr- überall durchaus genügend. Außerdem verzeichnet das Innere in den hierzu geeigneten Räumen einen würdigen Schmuck, der Natur und Volksthum derHeimath widerspiegelt. So hat Professor Haug für den großen Rathhaussaal prächtige Landschaftsbilder und für den Vorraum figürliche Darstellungen der wichtigsten bürgerlichen Gewerbe ausgeführt. Natürlich durfte nach altem Brauch auch der Rathskeller nicht fehlen. Er ist sogar von besonders stattlichem Umfang und erzielt in seiner Ausstattung mit feinen künstlerischen Mitteln eine intim anheimelnde Gesammtwirkung. Das russis che Zollgefetz legt eine Geldstrafe von Zweidritiel des üblichen Zolles auf importirie Waaren, über deren Qualität falsche Angaben gemacht wurden.

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