Indiana Tribüne, Volume 28, Number 96, Indianapolis, Marion County, 13 December 1904 — Page 7

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r 4 s C'Asi lMtrMt 4 CiWjl'f (VVUIVU - j v - Vornan von 4 g.ÖttiSheim Ji44ÄÄ Fortsetzung Zum Donnerwetter, so führen S!e ihn herein! Keine Stunde hat man Ruhe!" schrie er sie wild an. Frau Triebe hatte gedacht, im Zimmer bleiben zu können, und machte sich deshalb allerlei um den Oberst zu schaffen. So korinte ihr nicht entgehen, daß der Vmatschek, der ihr eben draußen noch zärtlich die Hand gedrückt und sie ange lächelt hatte, plötzlich ein ganz anderer geworden war. Welche Haltung! Welche würdevolle Vornehmheit! Sie hatte früher noch weniger als jetzt daran gecht, welcher Unterschied in ihrer Lebensstellung gewesen, als ei sie, von blmder Leidenschaft fortgeris, sen, damals heirathete. Jetzt wurde ihr klar, daß er doch mehr war als sie. Er nahm auch von ihr nun mit keinem Blick Notiz, schien sie nicht einmal zu sehen, und wie er da so herrenmäßig in militärischer Haltung zu dem Oberst trat, fand sie ihn Plötzlich sehr anziehend und war stolz auf ihn. Benatschek, Rittmeister a2), im Regiment Fürst Schwarzenberg," stellte er sich vor. Sehr angenehm! Erfreut, ehemali, gen Zwmeraden . Bitte!" Der eben vorher so mürrische HausHerr bot seinem Besuch höflich einen Sitz. Ich nehme mir die Ehre, Herrn Oberst Altmann zunächst zu sagen, daß eine diskrete Mittheilung " Triebe, Sie können hinausgehen!" befahl der Oberst mit einem heimlich forschenden Blick auf den Gast. War der Herr Kamerad etwa ein verschämter oder gar unverschämter Bettler? Sein Anzug imponirte aber dem aus allem Weltverkehr geschiedenen alten Herrn, er hatte gar kein Verständniß mehr für Mode und Eleganz sonst hätte ihm die Venatschets doch schnell verrathen, daß sie eine ziemlich fadenscheinige geworden. Dieser wollte gerade weiter sprechen, als der Oberst mit der Spitze seiner Pfeife nach der Thür zeigte: Sehn Sie doch erst mal nach! sie lauscht," sagte er seh? laut. Ja, ja, ich habe im Verkehr mit dem .Ewig Weiblichen' eine ganz gute Methode," schmunzelte er dann, als Benatschek die Thür öffnend Niemand fand, denn natürlich war sie" jetzt fort. So, und nun darf ich erfahren V kam er auf das Gespräch zurück. Ich stehe einem ehemaligen Waffenbruder gern zu Diensten ," fügte er zögernd hinzu. Sie irren, Herr Oberst," wies Benatschek ihn stolz zurück. Ich komme nicht als Bettler " Aber, ich bitte tausendmal " Benatschek war stehen geblieben, die Hand auf der Stuhllehne. Er sah sehr ernst und würdevoll auf den Oberst nieder. Es thut mir aufrichtig leid, Herr Oberst, einem Manne, dem jeder richtig fühlende Mensch Unannehmlichkeiten gern ersparte " Meinen Sie mich? Nur heraus damit!" rief der Oberst, sich kerzengerade aufrichtend. Gut also, Herr Oberst. Ich habe das zweifelhafte Vergnügen gehabt, Ihren Schwiegersohn, den Baron von Sobotka an Bord desselben Dampfers kennen zu lernen, mit dem ich nach langjährigem Aufenthalt in den Ver. Staaten zurückkam. Er war krank Oesterreicher wie ich. Soldat gewesen, wie ich, sogar in derselben Stadt. Ich konnte dem ganz Mittellosen kleine Dienste erweisen zum Dank drängte er mir sein Vertrauen auf und ich ich komme also, von meinem Rechtsgefühl getrieben, als ein Gentleman zum anderen, um Ihnen zu sagen: Nehmen Sie sich vor dem Menschen in Acht er kommt, um seine Ansprüche an seine Gattin Ihre Tochter und an deren Vermögen geltend zu machen. Es existirt aus diese? Ehe ein Sohn der Vater hat das nächste Recht daran." Des Himmels Einsturz hätte den Oberst nicht schlimmer erschrecken können. Plötzlich fuhr er auf: Herrrr! Wie können Sie wagen, mir von dem Schuft dem Lump zu reden?" Jbre Aufregung ist begreiflich. Herr Oberst. Aus Hochachtung vor Ihnen übernahm ich, kraft meines Pflichtgefühls, die peinliche Mission, Ihnen in Person Mittheilung von Sobotkas Absichten zu machen, indem ich mir sagte: Der kränkliche Herr darf unter keiner Bedingung die Beute eines schamlosen Attentats auf seinen Geldschrank werden. noch viel weniger aber die Unglückliche Frau das Opfer einer derartigen schrecklichen Heimsuchung durch den Mann, der ihrer höchsten Verachtung werth ist. Erlauben Sie mir, Herr Oberst, Ihnen zu erklären, Sie sind in Sobotkas Handen, denn er ist niemals von seiner Frau geschieden worden, er hat das Necht. zurükzulehren und ihr Leben zu theilen. Sie, Herr Oberst, haben das Wichtigste versäumt: Ihrer Tochter Ehe fcbeiden zu lassen." Na und dann?" höhnte derOberst. Mit der Hetzpeitsche treibe ich ihn vom Hofe!" Das wäre doch keineswegs der richtiae Weg; abgesehen von dem Skan

dal, ben die ache erregen würde: Das ganze Land, alle Zeitungen fänden an der Affäre .Sobotka' das nachhaltigste Futter inzwischen klagt Sobotka gerichtlich seine Ansprüche ein." Zum Henker mit dem Schuft, der meine Tochter nach kaum zweijähriger Ehe verließ, der sie in Verzweiflung und Wahnsinn brachte. Was Ansprüche? Todt ist er für mich, wie ein räudiger Hund." Keuchend, blau vor Wuth, saß der Oberst da und stierte voll heimlichen Schreckens auf Benatschek. Wie kommen Sie dazu, mir alle diese Dinge zu sagen, Herr?" Weil ich Sie warnen zu müssen glaubte, Herr Ooerst. Stellen Sie sich vor, Sobotka quartirt sich als Ihrer Tochter Gatte im Schlosse ein? Sind Sie im Stande, ihn fortzujagen? Konnten Sie die Hetzpeitsche auch nur aufheben gegen ihn? Und er hat da? Recht 'vielleicht nicht, aber das Gesetz für sich. Das Gericht wird dem rechtmäßigen Gatten zusprechen, was ihm zukommt das Vermögen der Frau gehört ihm er hat die Verfügung darüber " Aber das Unglücksweib ist Wahnsinnig!" Um so mehr untersteht sie der Kuratel ihres Mannes er ist der Verwalter ihres gegenwärtigen Vermögens, erbt sie etwa noch, so verwaltet er das Erbe stirbt sie, so ist er mit dem Kinde zu gleichen Theilen ihr Erbe, so ist er der Vater seines Sohnes und hat das Recht, diesen zu sich zu nehmen, des Kindes Vermögen zu verwalten. Und sollten Sie dereinst ohne Testament sterben, so fällt Ihr Vermögen an die Tochter und auch in Sobotkas als der Jrrsinniden Gatten Hände!" So laß ich sie sofort noch scheiden!" keuchte der Oberst. Wahnsinnige können nicht geschieden werden, Herr Oberst. Das weiß Sobotka; er wird sein Recht behaupten wollen. Und das trieb mich zu Ihnen." Ja das ist brav! Ich danke Ihnen sehr, aber was kann ich thun? Ich bin ein kranker, schwacher Mann. Rathen, helfen Sie mir doch!" So, jetzt hatte er ihn, wohin er ihn haben wollte. Aber der Aufregung war zu viel für den Oberst. Der Herzkrampf kam; Benatschek erschrak sehr und bemühte sich in wohltuendster Weise um ihn sein ganzes Wesen athmete Mitleid und Theilnahme gerade das, was der Oberst liebte. Nach einer Weile konnte dieser wieder sprechen. Er faßte Venatscheks Hand und der mußte wiederholen, was er gesagt: Sobotka komme, um sein Recht auf Frau und Kind geltend zu machen. Ich habe an den Professor von Wanger Sie wissen, den berühmten Psychiater, geschrieben, der soll sie untersuchen, und er wird Wahnsinn konstatiren " sagte er matt. Das wäre doppelt zu beklagen; ich wiederhole Ihnen, Herr Oberst, daß dann die Sache völlig hoffnungslosist eine Irrsinnige kann nicht geschieden werden. ?ie können ihr aber einen Mandatai bestellen und testamentarisch dessen Unantastbarkeit sichern." Mein Gott, was soll ich thun? So rathen Sie mir doch" jammerte, zum Tode erschöpft, der. Oberst. Ich biete Ihnen meine Hilfe an, ich sehe ein, Sie bedürfen eines rechtschaffenen Mannes in dieser schrecklich ver-

wirrten Sache, Herr Oberst. Sie sind e:n bedauernswerthes Opfer aller dieser Aufregungen." Das bin ich. Gehen Sie." .Ja, ja!" - Jetzt aber ich bitte, erfreuen Sie mich bald wieder bald!" Und der Gast empfahl sich, um, als er die Thür erreichte, der Präsidentin zu begegnen. Sie fah ernst und erregt aus, kannte ihn nicht, hatte ihn nie gesehen und er widerte höflich den Gruß. Ueber des Schwagers Aussehen erschrak sie, er wehrte aber ihre besorgten Fragen ab. Da sind Sie ja. Maria! Gott sei Dank!" rief er matt entgegen. Stellen Sie sich vor der Herr da bringt mir die Nachricht" Daß Donat Sobotka wieder aufgetaucht ist und um das Schloß streicht! Ich weiß es schon. Eva, die Unglückliche, ist ihm begegnet, hat ihn sofort erkannt " fiel die Präsidentin ihm, da er nach Athem ringend stockte, in's Wort. Wieder fragte sie unruhig nach seinem Zustand, bat ihn zu schweigen. Er horte gar nicht draus. Was? Begegnet? Und davon sagt mir dieser . Ich hab' den Namen vergessen ist Riitmeister in Lsterreichischen Diensten gewesen sagt, mir kein Wort davon?" Er weiß es vielleicht nicht. Schwa ger; die Sache ist eben passirt, vor einer Stunde! Eva ist völlig fassungs los! Ach. ist das ein Elend!" Er Will sie wieder haben, seine lieft Frau, sich mit uns versöhnen, laß Dir sagen. Natürlich alles nur GeredeGeld will er, der Lump! Die Erbschast des alten Matthäus gehört ihr und folgerichtig ihrem Gatten, mit dem sie in Gütergemeinschaft lebte. Weiß nicht, wie sich dieser Rittmeister Benat. schek, oder wie er sich nannte, dazu hergeben kann, den Vermittler zu spielen. War übrigens ein ganz netter Mann, theilnehmend und freundlich." Er erzählte der Präsidentin alles: seine Erbitterung wuchs mit jedem Wort es war, als käme ihm endlich einmal das ganze Unglück Evas zum Bewußtsein; zum erstenmal schien eine

tvahre väterliche Theilnahme seine Gleichgiltigkeit zu durchbrechen. Ellern sagt iir," ' berichtete nun auch sie. dieser Benatschek V Natürlich, so hieß er: Benatschek! Ist mit Sobotka auf dem Schiffe bekannt geworden. War auch in Amerika!" Die Präsidentin hatte Mühe, ihre Klarheit zu bewahren. Sie erzählte dem aufgeregten Manne,daß dieser vorgebliche Rittmeister in ziemlich desolatem Zustande mit dem erkrankten Gefährten also Sobotka, den er bis jetzt stets Friedland genannt habe, schon vor Wochen in's Dorf gekommen daß er bei Ellern Bureauarbeit übernommen. um sich durchzuhelfen, daß dessen anfänglich gute Meinung von diesem Benatschek sich nach und nach gewandelt habe, daß dieser mit der Triebe ver wandt sei und öfters im Schlosse und im Park mit ihr Bitte, laßt mir die Triebe aus dem Spiel! Es liegt kein Grund -vor, sie auch noch zu verdächtigen!" rief der Oberst gereizt. Ich erzähle Ihnen nur eine That fache, die sie Ihnen bestätigen muß " Das wollen wir sehen!" schrie er in feiner zornigen Aufwallung und hatte schon an der Klingel gerissen, daß die Schnur ihm in der Hand blieb. Schwager, Schwager ich rechne Ihrer begreiflichen Aufregung viel zugute !" sagte sie ernst und wollte sich erheben. Maria! Maria! Machen Sie mich nicht auch noch verrückt, haben Sie doch Nachsicht mit mir armen alten Mann," jammerte er plötzlich, in die gewohnte Verzagtheit zurückfallend. Die Triebe hatte schon dies alles angehört, ehe sie ihr unbegreiflich schnelles Eintreten bemerkten. Sie hat wieder gelauscht!" dachte die Präsidentin. Bitte, Frau Triebe, geben Sie mir doch einmal Auskunft über den Herrn, den Sie vorhin zu mir hereinführten," redete ihr Herr sie sehr höflich und rücksichtsvoller als qegen jeden anderen an. Er ist Ihr Vetter, höre ich." Mein Better? Ach, das war ja Spaß! Das hab' ich zum gnädigen Fräulein aus Spaß gesagt!" Sehen Sie, Maria das erklärt sich also ganz einfach!" rief der Oberst. Und fo würde sich alles einfach lösen und erklären, wenn Ihr nicht durchaus überall Verrath und Betrug wittern müßtet," setzte er, gestärkt durch die Nähe seiner lieben Käthe hinzu. Dann fragte er weiter: Aber Sie haben ihn im Park und im Schloß verschiedntlich gesprochen?" Ja, Herr Oberst! Sie waren krank; er wünschte dringend mit Ihnen zu reden, ich konnte ihn aber unmöglich melden, wie sehr er auch bat und wiederholte, es wäre zu Ihrem eigenen

Vortheil." Und dabei warf das Weib der Präsidentin einen unendlich höhnischen Streitblick zu. 11. Kapitel. n Sobotkas Bett saß Benatschek wieder und redete auf den krank und sehr verstört Aussehenden mit leiser Stimme lebhaft ein. Vergiß nicht, daß Du mir Generalvollmacht gegeben, für Dich zu handeln. Ohne mich säßest Du noch heute drüben und könntest, krank wie Du bist, verhungern, ohne daß ein Hahn danach krähte," sagte er drängend. Ich thu's nicht, und wenn Du mich mordest! Ich thu's nie und nimmermehr!" stöhnte Sobotka und preßte die Lippen fest aufeinander, 'was seinem Gesichte den Ausdruck verzweifelter Entschlossenheit gab. So soll der ganze Witz umsonst fein, jetzt, wo ich schon mit einem Fuße im Schlosse stehe wo wir alle Chancen für uns haben? Zum Henker, Du wirst doch nicht ein so elender Schwächling ?" Ich verfluche die Reise, ich verfluche die Stunde, in welcher ich Dir folgte!" Verfluche alles, was Du willst, und mich mit, das kommt mir nicht darauf an. Zeige nur in diesem einen Falle den moralischen Muth " Sobotka lachte bitter auf: Moralisch nennt er die schamlose Frechheit! Rein, sage ich, nein! Von tausend Meilen weit sah ich Deine .Spekulation' leichter an für mich, als jetzt aus nächster Nähe. Schilt mich Feigling, wüthe, tobe, ich thue es nicht; ich trete ihr nicht noch einmal vor die Augen." Benatschek nahm seinen Stock und schlug damit krachend auf den Tisch. Das war aber das einzige Zeichen seines rasenden Grimmes; er lief zur Thür hinaus, und Sobotka sank ermattet wieder zurück. Da lag er mit weit offenen Augen und starrte vor sich hin. O, wie krank er sich fühlte, wie matt und wie glühend er sich nach einem stillen Plätzchen sehnte. wo Benatschek ihn nicht finden könnte. wo er krank sein durfte, ohne diese täglichen ungeduldigen Fragen zu hören: Wirst Du denn endlich wieder gesund sein? Bildest Du Dir die Schwäche auch nicht etwa ein? Versuche doch Und dann sah er die reizende Frau wieder vor sich, die, ihn erkennend, ihn so namenlos entsetzt anstarrte. Es war nur kaum eine Minute gewesen; aber das Bild Evas hatte sich ihm fest eingeprägt. Wie mädchenhaft jung und reizend sie aussah! Und di:seö holde Weib war einst sein gewesen, hatte ihn einst angebetet mit schwärmerischer Liebe. und er betrogen, mißhandelt, per-

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rathen und verlassen hatte er sie! Und für wen? Er stöhnte vor Qual und Reue! Und doch wußte er. daß nicht die Neue allein in ihm nagte, fondern ein schimpfliches, glühendes Sehnen nach dem Behagen und der Sorglosigkeit, die er einst neben ihr besaß, ach, und nach Pflege und einer gütigen milden Frauenhand. Und das alles unerreichbar für ihn, auf ewig! Denn so elend war er doch nicht, so viel Ehrgefühl hatte er sich denn doch gerettet, daß er auch nicht mit einem Athemzug je das fordern würde, wozu Benatschek ihn jetzt durchaus verleiten wollte. O nein! nein! lieber sterben! Ja, wenn man nur gleich sterben könnte! Aber dazu gehörte Muth und Energie! Und dieses Jammerleben von sich zu werfen, war er schon zu feige geworden! Und wieder ächzte und stöbte der Einsame und rangdie mageren Finger ineinander. Plötzlich fiel ihm ein, daß Benatsche! gar nicht weiter sich um ihn kümmern, in seinem Namen handeln und Vater und Tochter mit Forderungen peinigen werde. Fieberhafte Erregung überkam ihn. Er kannte ja Benatschek lange genug, um zu wissen, daß der jetzt die Schraube anziehen" würde, wie er das nannte. Und nun plötzlich bildete sich in dem Fiebernden ein ganz neuer Gedankengang. Er durfte das nicht leiden! Er mußte hin, mußte Eva warnen ihr es sagen. Ja, stand er denn den Plänen Venatscheks nicht bis jetzt nah genug? Aber nun nicht mehr nicht mehr, seit er Eva wieder gesehen. Er wollte ihr sagen, daß er bereute, wollte sie warnen und dann dann mußte er mit sich ein Ende machen ein Ende! Und er wollte es! Die Verstörung im Schlosse war an diesem Abend und den nächsten Tagen unbeschreiblich; der Oberst fühlte sich sehr schlecht, der Sanitatsrath kam, machte gegen die Präsidentin kein Hehl daraus, daß diese Herzaffektionen sich steigern und sehr üble Wendung nehmen könnten, man solle ihm in keiner Weise ärgerliche Aufregung machen. Der Oberst ließ die Triebe nicht von sich, wollte aber seine Schwägerin daneben haben, denn in den Pausen befand er sich leidlich wohl und bedürfte, wie er sagte, der Aussprache' und des Trostes ebensosehr, wie der treuen Pflege seiner guten Kathi." für die seine dankbare Wärme sich steigerte und die ihn jetzt Tag und Nacht nicht verließ. Es entging der alten Dame nicht, daß sie gierig jedes Wort erlauschte. Die Person wurde blaß und matt

dabei, aber sie gab nicht nach und scheute. sich nicht, selbst m Gegenwart der Prasidentin, den alten Herrn mit ihrer zärtlichen Wohldienerei immer mehr zu umgarnen. Und die alte Dame mußte dies alles ertragen, denn abreisen konnte sie unter diesen Umständen nicht; sie bildete sich wenigstens ein, daß nur ihre Gegenwart die endliche Abfassung eines Testaments ihres Schwagers verhindere. Daß er sich damit und- mit Evas Zukunft lebhaft beschäftigte, merkte sie aus gelegentlichen, ihm unversehens entschlüpften Worten. Aber er wartete immer noch auf den Professor Wanger, der seltsamerweise bis jetzt nichts von sich hören ließ. 3n eine Anstalt soll sie nicht; Veuren ist zu nichts Besserem gut, als ihr ein Heim zu bieten, das Land wird verkauft. Schloß, und Park bleiben ih7 " daö schien des Obersten Gedankengang zu sein. Und dann die Triebe als Pflegerin und Verwalterin. Natürlich! Die Präsidentin schrieb auf Ellerns Rath heimlich selbst an den Professor, stellte ihm mit bündiger Klarheit die Sachlage vor und fühlte sich dann be ruhigter. Ellern kam täglich. Von ihm wußten sie, daß Sobotka wieder kränker geworden. Von den Dienstboten anderseits hörten sie, daß Frau Triebe nach dem Herrn Benatschek gesandt habe, und daß dieser von ihr zum Oberst geführt sei. Also Fremde diesen Menschen sprach er? Und die Gäste seines Hauses konnte er von da an nicht sehen? Daß plötzlich ein Diener, ein dummer, aber treuer Mensch, entlassen war, erfuhren sie auf demselben Wege einstweilen half ein Bursche aus, der zuweilen Arbeit .gethan hatte. Die Triebe regierte wieder unumschränkt und ärgerte die Präsidentiin durch die tausend kleine Nadelstiche täglicher Vernachlässigungen. Um ihnen zu entgehen, zogen die beiden Damen sich tagsüber ganz in ihr Zimmer zurück (Fortsetzung folgt.) stilblittlte. Ein kecker Schnurrbart beschattete die Oberlippe des Grafen in Wahrheit aber auch der einzige Schatten in seinem sonst so lichten Dasein. golQCVXXlXQ. Professor: Das ist also Ihr Enkelchen, an dem Sie mit so großer Zärtlichkeit hängen hm, hm, da haben Sie gewiß selbst keine Kinder?" yotmrnrf. 'Erster Strolch: Ich will mich heute um Arbeit umschauen." Zweiter Strolch: So! Hast Du denn aar keine Standesebre?"

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