Indiana Tribüne, Volume 28, Number 96, Indianapolis, Marion County, 13 December 1904 — Page 5
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ooo o o o preise geliefert von A. B. MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits $7.50 Pocahontas Lump 5.25 Smoleleß Lump 5.25 Ohio Cannel Lump 5.25 Ohio Cannel Egg 5.25 Kanawha Lump 4.25 Pittsburg Lump 4.25 Brazil Block 4.00 Hocking Valley 4.00 Straight Creek Lump 4.50 Straight.Creek Egg 4.25 Sreene County, No 4, Vein Lump .... 3.25 Greene County, No. 4, Vein Egg 3.25 Jackson Ohio Lump 5.00 Oven Coke Egg 5.50 Gas tzouse Lump Coke 5.50 GaS tzouse Crushed Coke 6.00 Extra.?echnung wo solche getragen werden müssen GrundeigeuthumS Übertragungen. Clara M.Cooper an John W. Ruf. seil, Theil vom südöstlichen Viertel, Ssction 26, Township 17, Range 4, 40 Acker, Lawrence Tp. $2000. Floren T. Warwick an Wayne C. Jones, Lot 41, Bruce Addition, nördl:ch der 24. Str. $2300. Manin F. Conrad an ThomaZ A. Conlee, Theil von Lot 20, SchurmanZ Add. $3000. Homer Davis an John Ranea, Lot 133 in 2. Section der Rofemont Add., 33.33 bet 137.50 Fuß, verbessert, Ostfeite von HolmeS Ave., südlich der Big Four Eisenbahn. $1200. John A. Richardson an Herman P. Swinehart, Lot 277 in 3. Section von West Park Aod., 38 bei 137 Fuß, verbessert. Ostseite der Addifon Straße, südlich von New Jork Str. $1500. Bauerlaubnißschein e. Walter A. Brooks, Collage, 6 Parker Ave.. S900. Ashjian BrotherS. Flat. Gebäude, 462 West 17. Str., 81,900. Charles Heim. Coitage, 75 Colo rado Str., $850. EXT" 25er Lahrer Hinkende Bote sowie derNegensburger Marien Kalender für 1905 find durch unsere Office zu beziehen. Frenze No. 1 28. Washington Stt (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schtffsscheine s. und vo l Europa 21n- und verkauf ausländischen GelSes. Urlauben Sie uns ein SparConto mit unserer Gesell schaft vorzuschlagen als ein würdiges fubstantinelles Weihnachts Geschenk für ihre Freunde oder Verwandte. Für diese Weih nachten haben wir uns mit einem speziellen Feiertags-Couvert versehen, das prächtig verziert und mit einer niedlichen Bandschleife versehen ist das demselben ein sehr hübsches Ansehen gibt und das wenn gewünscht am Weih nachtsbaum befestigt werden kann. Contos können zu irgend einer Zeit dieses Monats eröffnet werden und wir werden darauf sehen, wenn es so gewünscht wird, daß der Empfänger es am Weihnachts Abend erhält. The Indiana Trust Co. Ecke Washington Str. u. Virginia Ave. -
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Eine Klage um $1000. Eine zweite Klage zur Wiedererlan gung von 81000, reichte gestern Fräul. Margarethe Stout im Superior.Ge richte ein. In ihrer ersten Klage gab sie an, dab sie Dr. Hill. die in fragestehende Summe lieh und daß sie nicht im Stande sei, dieselbe zu erlan gen und die 81000 wurden ihr dann vom Gerichte zugesprochen. Als sie je doch das Geld einziehen wollte, fand sie, daß Hill sein Vermögen, wie gesagt wird, seiner Frau überschrieben hatte. Frl. Stout reichte daraufhin eine zweite Klage ein, in der sie angiebt, daß vill all sein Eigenthum feiner Frau übertrug, nachdem ein zu ihren Gunsten lautendes Urtheil abgegeben wurde. Frau Hill bezeugte, daß ihr Mann ihr $1500 schuldete und daß er die Schuld beglich. Dr. Hill, durch den Anwalt der Klägerin gefragt, ob er nicht 81000 von derselben erhielt, als er sich mit derselben verlobte, be
stritt dieses. Versammlung von County-Som-miffäreu. Im Saale des EriminalgerichtsI wurde gestern Nachmittag die Versammlung von County Eommissären durch John McGregor zur Ordnung gerufen. Etwa 50 Commissäre, eine große Anzahl von CountieS des Staates repräsentirend, waren anwesend. Zunächst wurde zur Organisation geschritten und ergab die Wahl der Beamten folgendes Resultat : Präsident John McGregor, Marion County. Vize-Präsident T. E. BealS von Hamilton County. Sekretär John E. McGaughey, Marion County. Es wurden mehrere Ansprachen gehalten, worauf Vertagung bis heute Vormittag erfolgte. Gestern Abend besichtigten die Commissärr das Arbeitshaus; sie nahmen auch dort das Supper ein. Behörde für off. Werke. Die Behörde für öffentliche Werke hat, um in verschiedenen Theilen der Stadt für einen befferen Feuerschutz zu sorgen, die Jndpls. Wasser-Gesellschaft angewiesen, eine Anzahl von'Haupt röhren'Anlagen weiter auszudehnen. Zunächst soll West.JndianapoliS mit einem umfangreichen Röhrenfystem versehen werden. Ferner soll in der neuen Straße westlich vom White River, bekannt als Parry Ave., eine Hauptröhre gelegt werden. Ferner ist die Legung von Röhren angeordnet in Harding Str. von Mc Carty bis Morris, in Gillette Str. bis Arbor Ave., dann in- Arbor Ave. bis River Ave. Die schon in der DormanS Straße befindliche RöhrenAnlage ist bis zum Fahrweg gegenüber dem Eingang zu den Viehhöfen auszudehnen. Auf diese Weise wird der südwestliche Theil der Stadt eine erhebliche Zufuhr von Wasser erhalten. Ferner sollen Hauptröhren gelegt werden in Coe Str. bis zur Maxwell Str., dann südlich in Maxwell Str. bis Walnut Str. . Dadurch erhält das Stadt . Hospital einen bedeutend befferen Feuerschutz als bisher. Eine Hauptröhre soll noch in Tuxedo Str. von 10. bis 16. Str. gelegt werden. Herr C. L. Vieler, Sekretär und Schatzmeister der American Foundry Co., ersuchte die Behörde, die Jndpls. Telephone Co. anzuweisen, ihre Drähte bis nach der Fabrik der Gesellschaft an Warman Ave. legen zu laffen. Die endgültige Affeßment.Liste wurde bestätigt für Localer Abzugs Canal an Arrow Ave., von der 1. Alley östlich von Roosevelt Ave. bis zu einem Punkt 145 Fuß östlich von Nevada Str. Cement - Seitenwege 'an Martindale Ave., von 19. bis 20. Str. Die Primär.Affeßment'Liste wurde angenommen für Cement'Seitenwege an Woodlawn Ave., von Shelbh Str. bis State Str. Pflasterung, Cement'Seitenwege und Rinnsteine an Dearborn Str., von 10. Str. bis Rowland Ave. Pflasterung in LaSalle Str., von 10. Str. bis Nowland Ave. Spencer Chrrington gestorben. London, 12. Dez. Das älteste Mitglied des Unterhauses, Spencer Charrington, ist heute verschieden.
&nnnnxnnnnw.ntnBo 2i jf LDcr LoolscnkommattdmrZ -V $ fir g Erzählung von T i Albert Grafen Schlippenbach Z V &U'44a4tlaSUa4ta4ka444tf40 (Schluß.)
Ein Schlitten führte Erich bei Herrlichem Sonnenschein von Nimmersatt aus ölarwatten zu. Laut jauchzte er auf, als der altersgraue, schmdelgedeckte Thurm des Heimathdorfes aus der Schneelandschaft auftauchte, und der schweigsame Kutscher schaute verwundert drein, als Erich wie zum Willkommensgruß übermüthig die bebänderte Mütze schwenkte. Gleich hinter der Kirche stand ja das kleine, sauber gehaltene Küsierhaus, in dem Hanna seiner vielleicht gerade jetzt in zartlicher Liebe und Sehnsucht gedachte. Seine Hanna! Kaum konnte er erwarten, das geliebte Mädchen an's Herz zu pressen, ihr in die glückstrahlenden Augen zu schauen. Wie oft hatte er sich in der langen Trennungszeit während der einsamen stillen Wachtstunden diesen Augenblick ausgemalt. Nun war es so weit, nun konnte er das lang ersehnte Glück schon fast mit Händen greifen. Herrgott! Welche Ueberraschung für r m i . it'Zl Die ahnungslose nraui, wenn et pivglich vor sie hintreten würde. Erichs oen klopfte zum Zerspringen. Aber die Ueberraschung sollte auch eine vollständige sein. Durch die Kirche gedeckt, wollte er sich an das Haus Heranschleichen und dann vom Garten aus hineintreten. " Es war bald Essenszeit; da stand sie sicherlich in der Küche und rüstete das Mittagsbrot. Was sie wohl sagen würde, wenn er auf einmal in der niedrigen Thür erschien, in der schmucken Uniform mit den goldenen Abzeichen seines Ranges! Vielleicht schrie sie gar auf und glaubte, ein Spuk äffte 'sie am helllichten Tage. Crih mußte bei dem Gedanken laut auflachen. Vor den ersten Häusern des Dorfes hieß er den Kutscher mit der Weisung halten, dort so lange mit dem Gepäck zu warten,. bis er ihn rufen würde. Dann schlug er den Weg zur Kirche ein Vorsichtig lugte er nach allen Seiten, ob ihn euch Niemand sehe. Jetzt stant er vor der Kirche. Merkwürdig, die Pforte war weit geöffnet. Heute war doch nicht Sonntag! Neugierig schaute er hinein. Bis daß der Tod Euch scheidet." Die letzten Worte, von der ihm wohlbekannten Stimme des alten Pastors gesprochen, tönten deutlich an sein Ohr. Eine Trauung also. Erich trat leis hinter einer Säule hervor, um besser sehen zu können. Die Kirche war dicht besetzt. Vor dem Altar stand ein juuges Paar. Wer mochte es sein? Erich kannte ja alle in dem kleinen Fischerdorf. Mein Gott, war das nicht Karl, sein Freund Karl Stockfleth? Welch freudige Ueberraschung, gerade an dessen Hochzeitstag wieder die Heimath begrüßen zu können. Doch wer war die Braut, die, das blonde Haupt mit dem Myrtenkranz tief geneigt, neben ihm kniete? Da! Erich wurde bleich wie der Tod er wollte aufschreien, aber nur ein gurgelnder Laut entrang sich seiner Kehle, die Augen quollen ihm aus den Höhlen, tastend griff die eine Hand nach der Säule, um Halt zu gewinnen, während die Rechte das Messer aus der Tasche riß, um die Schmach, den unerhörten Vertrauensbruch blutig zu rächen. Doch nur einen Augenblick kam ihm dieser Gedanke. Klirrend schlug die Klinge im Fallen auf die Steinfliesen. Schwankend wie ein Trunkener eilte Erich zur Thür. Noch einmal wendete er den Blick rückwärts. Hanna!" Gellend hallte der Wehruf durch das Gotteshaus und ließ die entsetzte Gemeinde sich umschauen. Dann taumelte Erich in's Freie. Er hörte weder den doppelten Aufschrei vom Altar her, noch die erstaunten Rufe aus den Reihen der Hochzeitsgaste. Nur der blecherne Ton der eben einsetzenden, alten Glocke schrillte ihm in's Ohr und schien ihm ein heiseres, immerwährendes Fort! Fort! zuzurusen. Ja, fort, fort von hier, um nicht nochmals in die Versuchung zu kommen, dem wortbrüchigen Freunde, dem Sohne seines Wohlthäters, und ihr. der Treulosen, so heiß Geliebten, das Messer in die falschen Herzen zu stoßen. Fort, fort, um sie nie wieder zu sehen, die ihn verriethen und seine Treue und Liebe wohl gar mit Spott und Hohn lohnten. Mit übermenschlicher Energie raffte er sich auf und floh, wie von Furien gepeitscht, zu dem Schlitten, der ihn vor wenigen Minuten, das Herz voll Glück und Seligkeit und freudiger Erwartung, hierher geführt hatte. Fort!" Erichs Augen funkelten so wild, daß der zaudernde Kutscher die Pferde herumriß und auf sie einschlug, als gelte es, sein Leben zu retten. Im rasenden Galopp jagte, das leichte Gefährt über die glitzernde flimmernde Schneebahn der Stadt zu. Jahre sind vergangen. Aus der kleinen preußischen Kriegsflotte hat sich die schnell aufblühende deutsche Marine entwickelt. Erich Schalling ist in der Zeit von Stufe zu Stufe gestiegen. Unter Admiral Jachmann nahm er 1864 auf der Arkona" an dem Seegefecht bei' Jasmund theil. Dann schickte man den strebsamen, Pflichttreuen Mann auf die Steuermannsschule. Im Jahre 1870 gehörte er zur
Besatzung des Kanonenboots Meteor," das unter dem Befehl des Kapitänleutnants Knorr über den franzöfischen Avisodampfer Bcuvet" vor Hadznna einen entscheidenden Sieg errang. Nach fünfundzwanzigjährigerDienstzeit "ist 'er aus dem aktiven Dienst geschieden. Doch der arbeitsame, ernste Mann, um dessen Lippen nie mehr ein Lächeln spielt, kann nicht stillsitzen. Nur in rastloser Thätigkeit vergißt er für Stunden das Leid, den nagenden Gram. Deshalb bewarb er sich um eine Stellung im Civildienst, und man zögerte nicht, dem verdienten, ehemaligen Obersteuermann, dessen Blust Orden und Ehrenzeichen schmückten, eine der verantwortungsreichstcn anzuvcrtrauen. Erich Schalling wurde nämlich zum Lootsenkommandeur des Strandamts I in Memel ernannt. Die herbstlichen Aequinoktialstürme toben. Himmel und Meer sind ein wildes Farbengemisch, ein fahles, schwefelgelbes, bleigraues, blauschwarzes Durcheinander mit dazwischen blitzartig aufschimmerndem Weiß. Fern im Nordwesten erscheinen Wolken und Wogen als ein einziges, brodelndes, tobendes Chaos,. das der Küste ohne Aufenthalt in ununterbrochener, nie rastender Folge verderbenschwanger
entgegeniagt; dann losen siaz beide. Brausend, beim unheilvollen Wettlaus sich selbst überstürzend, rasen die mit Gischt gekrönten Wogen heran. Haushoch thürmen sie sich auf, donnernd bricht sich ihre Gewalt an den schützenden Dämmen. Wie in maßlosem Zorn über den Widerstand saugen sie alles, was sie noch eben mit zyklopischer Kraft an's Land schleuderten, mit prasselndem Geklirr . unwiderstehlich in die schäumende, grollende Brandung zurück. Die Erde bebt bei dem wüthenden Anprall, bei den gewaltigen Anstrengungen der entfesselten Elemente, die Deiche einzureißen, zu durchbrechen oder zu überfluthen, um die Landschaft und alles Leben darauf unter den Wasserbergen zu begraben. Wie mit spitzen, gierigen Zungen züngelt der Schaum über die aufsteigenden Massen zögert einen Augenblick, als grause ihm selbst vor dem Sprunge in die Tiefe, um dann in sich breiterndem Strom in's Wellenthal zu stürzen. Sinnverwirrend ist der Anblick des grausigen, kochenden Wüthens der See. Riesige Schlangenleioer scheinen sich dort g:genseitig zu umstricken, abenteuerliche Ungeheuer in den phantastischen Formcn mit weit geöffneten geifernden Nachen, den die unter der eigenen Last sich biegenden, höhlenden Wellen bilden, auf Leben und Tod zu ringen, Dämonen einen aberwitzigen Höllenreigen zu tanzen. Zu schwarzen, dräuenden Wänden fegt der Sturm die Wolken darüberusammen und reißt sie aus'einander,. Um sie dann wieder zusammenzuballen. Und 'wie Woge auf Woge in alles vernichtendem Ansturm der Küste zujagt, so Wolke auf Wolke dort oben. Nur finden diese keinen Widerstand. Sturmgepeitscht fliehen sie landeinwärts, bis sie am Horizont mit der weiten Ebene zusammenzufließen scheineNs.,in ein einziges, blauschwarzes Meer. Und zwlsen ihnen wüthet erbarmungslos der Orkan auf Feld und Flur., Mächtige Staubsäulen preßt er aus der dürren, herbstbraunen Erde, entwurzelt im Walde die Bäume, bricht die ihm Widerstrebenden oder dreht sie wie dürre Halme ab und macht die Häufer und Hütten in ihren Grundmauern erbeben. Flammende Blitze beleuchten das grausige Bild. An der Schutzmauer der hafenarti gen kleinen Bucht von Karwatten drän gen sich die Einwohner des Fischerdorfs scheu zusammen. Das ängstliche Gemurmel der erregten Menge erstirbt nn Heulen des Sturmes, im Donnern der Wogen. Nur wenn die Blitze den Himmel sekundenlang in ein Feuermeer verwandeln und ein mastb:raubtes, größeres Fischerboot, das vor dem Unwetter zu fliehen nicht mehr die Zeit gefunden hat. auf den wirbelnden Fluthen grell beleuchten, übertönen die schrillen Angstschreie der Weiber den höllischen Lärm der Elemente. Vorn. dicht an einer Mauerluke kniet ein Weib und starrt mit stieren Blicken hinaus auf die tobende See. Das reiche Haar hat der Sturm zerwühlt, die langen blonden Strähnen fließen flatternd wie ein wallender Schleier vom Haupt herab. Sie schreit und jammert nicht wie die Anderen, nur dk gefalteten Hände hebt sie flehend nach oben, und nn wimmerndes Stöhnen entringt sich den bleichen Lippen, so of! das Schiss dort, ein Spielball der Wellen, im unheimlichen Lichte der Blitze erscheint. Die Fischerkähne, die größeren und kleinen Segelboote sind fürsorglich an's Land gezogen; nur ein Regierungskutter liegt im Hasen. Die Ankerlette klirrt, die Planken ächzen beim Anprall der stürmenden Wellen, die nach dem Lande gezogenen Trossen surren wie straff gespannte Saiten und drohen zu zerreißen. Wieder zuckt ein Blitz aus den dunkein Wolkenmassen und zeigt das im Wirbel sich drehende Boot. Sturm und Fluth treiben es unaufhaltsam dem Lande zu, wo es unrettbar zerschellen muß. Die im Boote mit Aufbietung aller Kräfte vergeblich gegen das Unheil kämpfenden Menschen sind dem Tode geweiht. Die gierige, entfesselte See gibt heute kein Opfer lebend wieder heraus. Ist nirgend ein Retter?" stöhnt das blonde Weib verzweifelt und sieht flebend die Männer an.
Stumm schütteln sie die Köpfe. Wer würde es wohl wagen, bei dem Sturm im schwachen Fischerkahn hinauszufahren in den brodelnden Hexenkessel! Sie haben selbst Weil' und Kinder, und die eigene Familie steht ihnen näher. Wahr und wahrhaftig, es geht nicht," murmelt ein alter, neben ihr stehender Fischer. Wir brächten keins unserer leickten Boote durck die Zr.-rn-
dung. Ja, in dem Kutter dort könnte es vielleicht ein Mensch wagen, dem am eigenen Leben nichts liegt." Und wem gehört der Kutter?" klinat Hebend die bange Krage. Hm dem neuen Lootsenkommandeur." Wer ist er? Wie heißt er? Auf den Knieen will ich bitten" Verlegen sehen die Männer zur Seite, die Weiber zu Boden. Sie alle, nur Hanna nicht, wissen den Namen seit gestern. Aber sie alle kennen auch die Geschichte des verzweifelten Weibes, deren Mann und Söhne dort draußen mit dem Tode ringen. Wo, ich flehe Euch an, wo ist er?" wimmert Hanna. Platz!" Eine energische Stimme schallt. Sturm und Wellentoben überbietend, herüber. Scheu weicht die Menge zurück. Die breite herkulische Gestalt des Lootsenkommandeurs tritt vor; hinter ihm erscheinen seine Matrosen. Was gibt's? Schiff in Noth?" Dort!" Hundert Hände deuten nach dem Boot hinüber. Ist's einer von Euch?" Ja." Wer ist's?" Keine Antwort. Niemand hat den Muth, dem finsteren Manne den verhaßten Namen zu nennen. Herr, mein Mann, meine ältesten Söhne, Zwillinge" Hanna schaut mit flehend erhobenen Händen zu dem vor ihr Stehenden auf Erich!" Ein Schrei, markdurchdringend. Schalling taumelt zurück. Hanna!" Erich! Um Gottes Barmherzigkeit rette ihn. rette die Knaben! Du nur. Du allein kannst es!" Neugierig drängen die Matrosen sich heran. Starr blickt der Lootsenkommandeur in die todbleichen, gramerfüllten Züge der ehemals heiß Geliebten. Doch keine Muskel zuckt in dem verwitterten Gesicht des Seemanns; nur die Augen glühen und verrathen den Sturm, der jetzt in seinem Inneren tobt. Erbarmen leuchtet . nicht aus ihnen. Hanna schaudert zusammen. Sie liest die schwere Anklage in seinem Blick. Erich wir sind ja schuldlos. Die ,Frauenlob' war mit Mann und Maus verschollen, mein Vater gestorben, Karls Eltern todt, seine Geschwister mutterlos. Ich stand allein, aller Mittel entblößt. Er hatte Dir ja geschworen, mich nicht zu verlassen. Erich, hab' Erbarmen!" Und mein Brief?" Messerscharf klang die Frage, das erste Wort an dte einstige Braut. ' Brief? Ich weiß von keinem Brief." Du lügst! Ich schrieb von Japan aus meine Rettung." Hanna sprang auf, flammende Nöthe auf den Wangen. Stolz richtete sie sich auf. Ich log nie! Ob d.'r Lootsenkommandeur das Recht hat, den mit dem Tode Ringenden dort die Hilfe zu versagen, weiß ich nicht. Gott und sein Gewissen mögen richten. Das Recht, mich der Lüge zu Zeihen, aber hast Du nicht, Erich Schalling." Du hast den Brief nicht erhalten?" Nein! Gott ist mein Äeuge! Wir alle betrauerten Dich' als todt bi? dann damals, m der Kirche" In Erichs starren Zügen zuckte es seltsam. Kannst Du es beschwören?" Bei den Häuptern meiner Kinder! So wahr mir Gott helse!" Ein kurzer Kampf spiegelte sich in Erich Schallings Gesicht, nur sekundenlang. Dann wandte er sich zu seinen Matrosen. . Wer will mich begleiten? Freiwillige vor!" Keiner blieb zurück. . Erich streckte Hanna die Hand hin. Leb' wohl! Gott hilft uns vielleicht. Wir wollen die Rettung versuchen." Tief beugte er sich zu ihr hinab und fetzte flüsternd hinzu: Entweder mit Karl und Deinen Söhnen oder Du siehst auch mich nicht wieder." Erich!" Doch er stand schon nicht mehr neben ihr. Vorwärts Kinder! Zeit ist nicht zu verlieren." Trotz Sturm und Wellen arbeitete sich unter der eisernen Faust des Lootsenkommandeurs am Steuer der Kutter durch die Brandung. Immer kürzer wurde die Entfernung zwischen ihm und dem hilflos dem Lande näher und näher treibenden Fischerboot. Jetzt konnte den Bedrängten schon ein Rettungsseil zugeworfen werden. Da! Ein Aufschrei wie au? einem Munde. Eine ungeheuere Sturzwelle begrub die der Rettung so Nahen. 3ch das Boot kam wieder zum Vorschein. Kieloben schleuderte es die See empor. Hanna sank bewußtlos zusammen. Karl Stockfleth und seine Söhne waren verloren. Nein, noch nicht! Die entsetzte Menge am Ufer konnte es freilich nicht sehen. In demselben Moment, da das Boot zu zerschellen drohte, stürzte sich Erich Schalling in die tosende Fluth. Mit fast übermenschlicher Kraft packte er den ihm zunächst Treibenden. Eine Leine wurde geworfen, zehn Hände streckten sich ihm aus dem Kutter entgegen und zogen den Verunglückten hinauf. Und wieder und noch einmal gelang es. Ab:r dann war's, als wollte die See ih"-
Wuth über die ihr entrissenen Opfe austoben. Unter gewaltigem Brause., und Donnern kochte sie schäumend auf. Eine Niesenwelle riß den heldenmüthigen Retter vom Kutter zurück. Noch einmal kam er hoch, dann stürzte der Wasserberg in stch zusammen, weißer Gischt bedeckte den mit den Woaen Nin-
enden. Erich Schalling war für immer verschwunden. Der Doppelraubmord in dem Prager Vorort Krisch beschäftigt die Behörden Tag und Nacht. Drei Jnhaftirte, der Gärtner Vales, seine Frau und Tochter,' haben nach ununterbrochener fast 16 volle Stunden dauernder Vernehmung, nach und nach die Schuld in voll m Umfange eingcräumt. Sie gestanden zu. die 20-jäh-rige Ungarin Mathilde Hangely und deren Geliebten Kalman Tackers am 24. April 1902 ermordet und beraubt zu haben. Nach den bisherigen ErMittelungen trägt noch eine vierte Person Mitschuld an dem Raubmord; es ist dies die Bahnarbeitersgattin Marie Jecek aus Krisch, mit der Vales ein Liebesverhältniß hatte. Sie hat von dem geraubten Geld gut gelebt, sie war in allen Einzelheiten vor und nach der That eingeweiht und ihr ist manches Geschenk aus dem Raube zugekommen. Die Verhaftung der Frau Jecek erfolgte bald darauf. Zu einem Uebelstand für die or dentlich vorgebildeten Abiturieiitin nen, so schreibt die von Heleiie Langö herausgegebene Zeitschrift Frau", werden die vielen leichtfertigen Ver suche von Frauen, nach ungründlichcr Vorbildung die Reifeprüfung zu ver. suchen. Fast bei jeder Prüfung sinden sich in Berlin Mädchen, die nach der schriftlichen Prüfung meist schon zurücktreten. Das sei eine Schädi. gung der Stellung der Frailen, dis gar nicht genug verurtheilt werden könn". Pollzeigericht. M e y e r P e n i s h, ein Wirth an der West New York Str. und sein SchankkellnerMe Wolpe wurden we gen Uebertretung des Nicholson Gesetzes gestern beide mit $10 nebst Kosten bestrast. In gewöhnlichen Fällen wird der Kellner nicht bestrast, wenn der Wirth selber verhaftet wird, in diesem Falle jedoch wird gemeldet, daß Wolpe erst verhastet wurde und daß dann die Polizei nach dem Platze zurückkehrend, auch den Wirth ertappte. Obgleich Louis Traugott, ein Wirth an der Kentucky Ave., fast zwei Monate von der Stadt abwesend war, hatte ihn doch die Polizei warm im Gedächtnisse behalten und als er gestern zurückkehrte, wurde er von den Radlern Morgan .und Samuels prompt ver haftet. Es wird gesagt, daß zwei Mädchen in Traugott's Wirthschaft Spirituosen erhielten, wenigstens bezeugten die Beiden vornehreren Wochen, daß ihnen dort Getränke verab reicht wurden. Der Fall ..wird am kommenden Donnerstag zur Verband lung gelangen. Der Prozeß William H. White, des Wirthes an der West North Str., der unter der Anklage, Spirituosen an Minderjährige verkaust zu haben, ver hört werden sollte, wurde gestern auf unbestimmte Zeit verschoben. Die StaatSzeUgen, sowie auch der Knabe, welchem White Getränke verabfolgt haben soll, wurden als in Illinois ansässig gemeldet und außerdem hat auch White noch sein Geschäft verkauft und hat ein anderes Gewerbe übernommen. K o l o m o, 12. Dez. Dem John B. McClain von Marion, welcher die Big Four und Clover Leaf Bahn - Gesellschaften auf 57,000 Schadenersatz verklagt hatte, wurden im Howard County Superior-Gericht $1 Ersatz zugesprochen. Die Folge wird sein. rbafe der Kläger die erheblichen Gerichtskosten zu bezahlen haben wird. L Feiertags Raten. Ein und ein Drittel Fahrpreis für die Rundfahrt nach allen Punkten in dem Gebiet der Central Passagier Association. Fahrkarten werden verkauft am 24 , 23., 26. und 31. Dezember 190t und am 5.. und 2. Januar 1905. Gültig für. die Rückfahrt bis 4. Januar inclusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Bahn oder an D, P.l lg eo, D.P.Agent, 8 Nord Illinois Str. Indianapolis. Ind.
