Indiana Tribüne, Volume 28, Number 96, Indianapolis, Marion County, 13 December 1904 — Page 3

Jndiane. Tribüue, 13. Dezember 1904L

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Das Arsenal von Port Arthur in Brand geschossen.

Die Neue Kaiscroper. Kriegsgerichtliche Entscheidung verlangt. Großfürst Sergius verbleibt als General-Gouverueur in Moskau. Hohe Strafe sür Bilderdieb.

Nichtsbekannt. St. Petersburg, 12. Dez. Die Behörden find ohne directe Nach richten von Port Arthur. Die japanischerseitZ gemachten Mittheilungen werden mit großer Reserve aufgenommen. St. Petersburg, 12. Dez. Die Admiralität erklärte es für un. wahr, daß der Zar die Mission der Oftsee'Flotte widerrufen babe. Ueber den angeblichen Rückzug bes Generals Stöffel nach dem Liaoti'Berg ist hier nichts bekannt; jedenfalls werden die Forts nicht preisgegeben. ES verlautet, daß Großfürst Ser. giuö, der Onkel des Zaren und Gou verneur von Moskau, ebenso Justiz minister Murawiew restgnirt hätten. weil der Zar sich den liberalen Reform Forderungen deS Ministers des In- . rw f. M nern, L?wlalopolk - cnsiy, lyeiwelse ügte. Port Arthur in Brand geschossen. Washington, 12. Dez. Die japanische Gesandtschaft hat das fol gende Telegramm von Tokio erhalten. Die Port Arthur Armee meldet, daß ihr Geschützfeuer viel Schaden an Golden Hill verursachte und Port Arthur in Brand setzte. Die drahtlose Telegra phen Station in Golden Hill sei größtentheils zerstört und das Arsenal in Port Arthur brenne. Russische Angriffe. Tokio, 12. Dez. Eine Abthei. lung feindlicher Jnfanterie'griff unsere Stellungen bei Plitaitozu um 2 Uhr Morgens an. Dieselbe wurde jedoch bei Tagesanbruch in wilder Flucht nach Norden zurückgetrieben. Die feindliche Artillerie, die sich westlich auf dem Manfcao Berge poftirt hatte, j bombardirte am 11. Dezember Nach mittags Jaotun und Tangchiassaotzu. Auch vom Da Berge aus wurden unsere Truppen bei Putzaowa mit Artillerie feuer beschossen. Die feindliche Caval lerie attackirte unS auf dem rechten Flußufer deS Hun; jedoch wurden die Russen unter namhaften Verlusten in westlicher Richtung zurückgetrieben. Unsere Truppen erlitten in den ver. schieden! Encountres keinerlei Ver luste. Japanische Angriffe zu rückgeschlagen. M u k d e n, 12. Dez. Die Japaner griffen Freitag Nacht verschiedene Male die Verfchanzungen der Russen an, wurden jedoch jedesmal ' zurückge schlagen. Russische Kriegsschiffe angekommen. S u d a B a y, Insel Kreta. 12. Dez. Die russischen Kreuzer Oleg und Dnieper, sowie der TorpedobootZer störer Grozny kamen heute Nacht hier an. Geschütze fürTogo. H o n o l u l u. 12. Dez. Der briti sche Dampfer Dutoich" hat 400 schwere Armstrong'Hefchütze und 3500 Tonnen MarineP!unition in Japan gelandet. Die Vorrüthe kommen in die japanischen . SchiffZbauhöfe. Die Geschütze sind dazu bestimmt, Admi ral Togo'S Flotte' zugeführt'zu werden und ihn zu seinem Zusammentreffen mit der Oftseeflotte besser auszurüsten. Die Mission der Dulwich- sollte ge heim gehalten werden, aber das Fahr zeug lief am 15. November auf und mußte einen Theil seiner Ladung an Land schaffen. Der Dampfer Mo gslia" fuhr zufällig vorüber und er blickte da? Kargo. D e m e n t i r t. Vladivoftock, 12. Dec. Als unwahr wird die in den Vereinigten Staaten veröffentlichte Mittheilung bezeichnet, derzufolge die Tochter eines japanischen Offiziers auf Befehl der Militär.Bthörden als Spion erschossen worden sei. Rubland. Verlangt kriegSgericht. liche Entscheidung. St. Petersburg, 12. Dez. Capitän Elado, der am 9. Dezember

- Kampf der

cn. wegen Kritisirens des Groß.AdmiralS AlexiS und der Admiralität verhaftet wurde, verlangt vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden, da feine Verhaftung wegen Entstellung von Thatsachen eine Verletzung seiner Ehre bedeute. Großfürst SergiuS bleibt General-Gouverneur von Moskau. St. Petersburg, 12. Dez. ES wird bestätigt, daß Großfürst Ser. gius. der Onkel deS russischen Kaisers. den Entschluß, seinen Abschied als Gou. verneur von Moskau einzureichen. auf gegeben hat. Hohe Strafe. K a z a n, 12. Dec. Stoyan Alias Tfhaiyia. der das berühmte Gemälde der heiligen Mutter von Kazan" ge stöhlen hatte, wurde zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Südafrika. Russisches Hospitalschiff nimmt Porräthe ein. Kapstadt. Cap Colonie, 12. Dez. Das russische Hospitalschiff Orea langte heute hier an und nahm Vor räthe an Bord. Zwei große russische Kriegsschiffe passirten heute Morgen Cap Point. Deutschland. D erRoland vonBerlin". Berlin, 12. Dez. Kaiser Wil Helm leitete heute persönlich die Gene ralprobe von Leoncavallo's neuer Oper Der Roland von Berlin". Mit Aus. nähme weniger Mitglieder des kaiser lichen Haushaltes durfte Niemand während der Probe im königlichen Opern Haufe sich aufhalten. Der Kaiser machte verschiedene Vor schlüge meist praktischer Natur. Die Nachfrage nach Sitzen für die morgige Premiere Vorstellung ist ein: unge wöhnlich starke. Die Theater.Leiiung machte am Sonnabend Abend bekannt. daß Kaiser Wilhelm die meisten Parkett Sitze und Rang-Logen für seine Gäste belegt habe. Theater.Billet.Agenten bieten $15 bis $20 für einen Sitz, den sie mit Leichtigkeit für $25 oder $30 wiederum verkaufen. Leoncavallo erhielt von einem Herrn ein Anerbieten von 3750, falls er eine Loge mit 6 Sitzen für den selben reserviren könne. Selbst wenn $10,000 mir angeboten würden, wäre eS ein Ding , der Unmöglichkeit sür mich', war deS Componiften Antwort. DerKampf gegen das R e i n b i e r". Berlin, 12. Dez. Interessenten der Brauindustrie im Kleinen, um ihre Existenz kämpfende Brauereibefitzer, Angestellte, Zwischenhändler etc. ver anftalteten gestern eine Proteftversamm lung gegen das proponirte Verbot der Verwendung von Surrogaten in der Bierbrauerei. Referent Fritz Huth führte ans, daß der Wunsch nach dem Verbot von den großen Aktiengesell schaften ausgehe, die gern die Kosten der Zubereitung erhöhen würden, wenn sie sich dadurch die Konkurrenz der klei nen Unternehmer vom Halse schaffen könnten. Nur darauf sei eS abgesehen; der Erlaß deS Verbotes würde die Klein Produktion bankerott und die großen Brauer zu Monopolisten der Kundschaft machen. Da die Aktiengesellschaften im Exportbier, mit deren Herstellung die kleinen Brauer sich ohnehin nicht befas sen können, trotz eineS solchen Verbotes Surrogate benutzen könnten, so liege durchaus kein Grund vor, ihnen noch weiter in die Hände zu spielen. Dahin gehende Beschlüsse gelangten zur An nähme. Zweijährige Dienstzeit. Berlin, 12. Dez. Einzelheiten über die Erhöhung der FriedenSprö senzstärke der deutschen Armee sind dem Reichstag unterbreitet worden. Die Erhöhung bildet den von der Regie rung geforderten Preis für die perma nente Einführung der zweijährigen Dienstzeit. ES stellt, sich heraus, daß die Erhöhung ca. 12,000 Mann be

ragen soll. Diese Vermehrung wird m Laufe der nächsten 5 Jahre ge chehen; jedes Jahr treten einige tausend

Mann mehr hinzu. ES sollen in den 5 Jahren neu ge. chaffen werden: 3 Jnfanterie-Batail one und 9 Cavallerieregimenter zu 5 EscadronS, wobei aber schon 17 vor handene EscadronS Jäger , zü Pferd in Anrechnung kommen, so daß nur 23 neue EscadronS gefordert werden, fer ner zwei neue Compagnien Fußartille rie, drei Pionier- Bataillone und ein Telegraphen Bataillon. Die gegen wärtige Friedenspräsenstärke deS Hee reS beträgt 495,500 Mann.Ferner wird der Gesetzentwurf be reffend dte Aenderung der Wehrpflicht bekannt gemacht, Artikel 1 streicht die Bestimmung, wonach die ersten drei Jahre deS Dienstes im stehenden Heere bei den Fahnen zu leisten sind, fügt aber den Absatz hinzu: Die Mannschaften der Cavallerie und reitenden Feldartillerie dienen drei, .die Truppen aller anderen Waffengattun gen zwei Jahre. Im Falle nothwendiger Verstärkungen können 'auf An ordnung deS Kaisers die zu entlassen den Mannschaften zurückbehalten wer den." ES folgen noch eine Menge an derer Bestimmungen. Jedenfalls ist die zweijährige Dienst zeit ein recht verklausilirteS Geschenk". Besonders in der starken Vermehrung der Cavallerie kann nichts anderes er blickt werden, aU die Wiederkehr der bereits einmal vom Reichstag abgelehn ten Forderung. Dabei ist die Cavalle rie zur Nebensache geworden; haben doch die berühmten und einst so gefürch teten Cossacken in dem jetzigen Kriege in Ostasien keineswegs die auf sie ge setzten Erwartungen erfüllt. Früherer Offizier er s ch i e ß t S e l i e b t e. . Berlin, 12. Dez. Ein höchst sensationeller Vorfall wird auS Graz in Steiermark gemeldet. Dort erschoß der frühere Offizier Kuschel, welcher im Jahre 1902 Dirigent des Wolzogen schen Ueb.'rbrettlS war, auf dem Pro menaden Conzert feine ehemalige Braut Leontine Traunwiefer, von wel cher er Schulden halber zurückgewiesen worden war. Das zahlreiche Publi kum, welches dem Conzert beiwohnte, gerieth über den Vorgang in eine pa nikartige Bestürzung. Verlin's WeihnachtSge schäft. Berlin, 12. Dez. Bisher hat das hiesige Weihnachtsgeschäft keine großen Erfolge zu bezeichnen und um den Kleinhändlern an die Hand zu ge hen, haben fast alle kaufmännische Ver eine der Stadt au das Polizeipräsidium eine Petition gerichtet, in welcher um Freigabe der beiden letzten Sonntage für die Verkaufsthätigkeit nachgesucht wird. Frankreich. Todesursache räthselhaft. Paris, 12. Dez. Zu einer my' fteriösen Angelegenheit wächst sich der Tod des nationalistischen Deputirten Syveton aus, der in seinem Hause zu Neuilly als Leiche aufgefunden wurde. während der Gashahn feines Zimmers offen stand. Syveton hatte den Ex KriegSminist-r Andre bekanntlich in der Kammer geohrfeigt. Daß der Depu tirte gerade an dem Tage starb, wo die vom Parlament Über ihn verhängte Ausfchlußfrift abgelaufen war, wird als sehr verdächtig bezeichnet. Ein Gerücht will wissen, daß Syve ton nicht einem unglücklichen Zufall, sondern einem Verbrechen erlag, uud daß man ihn beseitigen wollte, weil man seine Enthüllungen über das Spionage-System fürchtete. Noch sind keinerlei Beweise für ein Verbrechen vorhanden. An ein solches will Gras Boni de Castellane, ein Freund deS Verblichenen, nicht glauben. Spanien. Schlimme Ausschrei' t u n g e n. Madrid, 12. Dez. Das Fest zur Feier der Mutter Gottes in Va lencia wurde durch stürmische Scenen heute unterbrochen. Eine Prozession von 6000 Frauen die brennende Ker zen trugen, gerieth in Conflict mi einer von den Republikanern veran stalteten Demonstration. Eine große Schlägerei folgte. Die Gendarmerie konnte nicht die Streitenden trennen und feuerte schließlich verschiedene Sal vm auf das Volk. Verschiedene Män ner und Frauen wurden verwundet. New Yark. Rev. Cornelius L Wells starb heute hn 72. Lebenöjah in seiner Wohnung in Broollyn. re

sluf Den Leim gegangen. Die Straße des mittelgroßen Stadt-

chens. in der Rentier Allers und Se-! kretär Memmert wohnten, machte einen ! recht freundlichen Eindruck. Mäßig ! große Häuser im Villenstil, in weiten Abständen voneinander erbaut, umge? ben von Gärten; kein geräuschvoller Werkehr, keine Elektrische" u. s. w. Alles das hatte den Rentier veranlaßt, sich hier eine Villa zu kaufen, in der Hoffnung, einen ruhigen Wohnsitz zu finden. Mit der Behaglichkeit und Stille aber war es vorbei, als das Nachbarhaus von der Familie des Sekretärs bezogen wurde. Memmert erfreute sich nämlich des Besitzes von fünf blühenden Knaben im Alter von sechs bis dreizehn Jahren, die alle überaus musikalisch" waren. Ich glaube,". seufzte Rentier Allers. die Folterqualen des Mittelalters waren ein Vergnügen gegen die Martern, die Geigen, Trompeten, Trommeln und Mundharmonikas, von halbwüchsigen Rangen bearbeitet, zu bereiten vermögen." Bittere Feindschaft zwischen den Nachbarn war die unausbleibliche Folge, und wo sich irgend eine Gelegenheit bot, flickte eine Partei der anderen etwas am Zeuge. Unter diesen Umstanden glaubte Herr Memmert seinen Sinnen nicht trauen zu dürfen, als Allers ihm eines Tages auflauerte und, wie folgt, anredete: Verehrtesier Herr Nachbar! Haben Sie die Güte, mir auf ein paar Sekunden Ihr Ohr zu leihen. Morgen früh kommt meine Erbtante aus Besuch. Mindestens hunderttausend Mark hoffe ich dereinst von ihr zu erben. Sie werden es daher begreiflich finden, daß wir der reichen Verwandten den Aufenthalt bei uns so angenehm als möglich machen möchten, eben im Hinblick auf ihr deremstiges Testament. Nun ist die alte Dame unglücklicherweise nervös im höchsten Grade, jedes Gerausch bereitet ihr Pein. Und so wage ich es, verehrtester Herr Nachbar, Sie trotz unsrer etwas gespannten BeZiehungen zu bitten, Ihren Knaben für ewige Tage das Musiziren untersagen zu wollen." Auf diese Worte entgegnete Herr Memmert keine Silbe, er kehrte dem Bittsteller einfach den Rücken und ging nach Hause; über seine Züge aber glitt ein wahrhast diabolisches Grinsen. Ms der Wagen mit dem Gaste vor der Villa Allers vorfuhr, wurde die alte Dame mit einem wahrhaft infernalischen Tusch begrüßt. Ein zerplatztes Kindertrommelfell und zwei zerrissene Geigensaiten waren die Opfer dieses musikalischen Attentates. Doch hatte der Schaden nichts zu bedeuten, denn Reserveinstrumente und -materialien lagen bereit. Da man sich gerade in der Zeit der Schulferien befand, war der Memmert sche Nachwuchs m der Lage, ohne wesentliche Unterbrechungen den ganzen Tag über musiznen zu können; ebenso den zweiten und dritten. Am Morgen des vierten Tages er hielt Herr Memmert einen Brief durch die Post: Verehrtester Herr Nachbar! Die Sprache ist zu arm, als daß ich Ihnen die überquellenden Empfindungen meiner Dankbarkeit ausdrücken könnte! Drei Tage lang hat ,sie' die Konzerte Ihrer lieben Sohnchen ausge halten; dann aber wurde die heroische Ausdauer der kleinen Musikanten be lohnt. Gestern Abend ist ,sie' abgereist, meine böse Schwiegermutter nämlich, die ursprunglich 8 (acht!) Wochen oder noch länger bleiben wollte. , Sollte sie einmal wiederkommen, so glaube ich, abermals auf Ihre Hilfe rechnen zu können. Ihr ewig dankbarer Nachba; Allers." Rentier Allers erfreute sich fürderhin größerer Ruhe, denn der Memmert'sche Musikeifer ließ bedeutend nach; konnte man doch nie wissen, ob man dem verhaßten Nachbar damit Nicht einen Gefallen erweise. Ssnderbnro Logik. . . . Was, Herr Fleischermeister, Sie lassen Ihren Sohn mcht studiren? I' bitt' Sie, hat er nix zu essen, nutzt ihm die Bildung nix; hat er was zu' essen zu was braucht er dann a' Bildung?" Protz. Kommerzienrath Goldlach (als ihn ein Invalide um ein Almosen anspricht, zum Diener): Jean, schenk ihm ä Automobil System 1902." Der GescizaNsnrann. Der junqe Mann is ganz verliebt in unsre Klara werd' ich ihm abziehen 25 Prozent von der Mitgift!" Scizlaf Kindcizen, sciilaf! (Modernifirt.) Schlaf Kindchen, schlaf, Im Garten gehn die Echaf', Die Kuh frißt chcmisch-reines Gras, Mikrobenrein ift auch das Glas, Schlaf indchen, schlaf'! Schlaf indchen, schlaf, Dein Vater ift ein Graf. Die Milch koirmt mit Patentderschluß, Wird fterilisirt zum Ueberflutz. Schlaf indchen schlaf! Schlaf indchen, schlaf, Und warst du dann recht brav, Dann darfst du auch nach unten geh'n Und jede Woche Mama seh'n. , . Schlaf indchcn, schlaf! .

Deutsche Karpfen verpönt. Aus dem Fcx River im Staate Jlli

nois sind dieser Tage nahezu 20 Tonnen deutsche Karpfen mit Netzen herausgefischt worden. Unter Aufsicht von staatlichen Fischerei-Beamten wurde das Fischen mit den Netzen vorgenommen und wird welter fortgesetzt werden, bis der größte Theil der deutschen Karpfen, die durch ihre Gefräßigkeit den anderen Fischen großen Schaden zufügen, aus dem Flusse entfernt wor den ist. Barsche und andere geschützte Fische, die in die Netze gerathen, werden wieder in den Fluß gesetzt. Die gefangenen Karpfen werden in großen, mit Wasser gefüllten Kästen lebend nach Chicago gebracht und an die Bewohner des dortigen Ghetto, die den deutschen Karpfen als schmackhaften .Fisch wohl zu schätzen wissen, billig verkauft. Der Vernichtungskrieg gegen den deutschen Karpfen wurde von den staatlichen Fischercibehörden angeordnet, weil diese Fische unter dem Fisch-Laich und der Brüt anderer Fische große Verwüstungen anrichten. Von einer Granate zerrissen. Durch eine noch nicht krepirte Granate wurde m dem Juterboger Vorort Damm, Brandenburg, der Arbeiter Neumann aetödtet. Er . 1 f I I woynie nocy mazr lange tm jr:c uno kannte deshalb nicht die Gefährlichkeit der auf lim Jüterboger Artillerieschießplatz öfter abirrenden Geschosse. Mit ferner Frau hatte er einen Spaziergang unternommen und dabei die Granate gefunden, die er in dem Glauben, sie sei schon explodirt, in seine Wohnung nahm. In der Küche hantirte er dann Abends mit dem lZeschoß. Plötzlich erfolgte eine gewaltige Explosion, durch die ein wüstes Chaos in der Küche angerichtet wurde. Als die Frau herbeieilte, fand sie ihren Mann sterbend vor. Em Granatsplitter hatte ihm einen Arm abgerissen, ein anderer ein VeZn schwer verletzt, em dritter war in den Unterleib gedrungen. Verbringt eine Fröhliche Wkihnachten mit den Alten zu Haus. ...Niedrige Raten... .... bia. . . . Big Four Bahn Am ZI., 25., 26. und 31. Dezember 1904, sowie am 1. und 2. Januar 1905 werden Fahrkarten verkauft nach allen Local Stationen der Big Four Bahnen, Cincinnati Northern R. R und D. & 11. R. R., ebenso nach allen VerbindungZ-Stationen in dem Gebiet der Central Passagier Association. Fahrkarten sind bis einschließlich dem 4 Januar 1905 sür die Rückfahrt gültig. Für nähere Information und Einzelheiten hinsichtlich Raten, Limitation, Fahrkarten etc. wende man sich an die Unterzeichneten. Warren I. Lynch, en. Paff, und Ticket Agent Cincinnati, Ohio. oder H. M. Bronssn, . S. P..Jdiauapol, Jd PENNSYLVANIA SH0RT LINES. Verbesserte Bedienung nach Chicago und Lonisyille, effektiv Sonntag, 27. November. Neue Busset Wagaons mit Servirun a von Mahlzeiten & la carte, werden auf dem Zug No. 19, der Indianapolis um 11.35 Vor mittags verläßt, in Dienst gestellt; Ankunft ui Chlcaao um 5.30 Uhr Nachm.: sonne auf Zug No. 18, Jndianap,lis verlassend um 3.55 Uhr Nachm. und in Louisville ankommend um 7.10 Uhr Abends, die gegenwar tige Busset Waggon Bedienung bei weitem übertreffend. Die Waggons sind durchaus modern. Der Spei!esaal nimmt die Hälfte des Waggons ein, um 13 Personen zu gleicher Zeit zu be dienen. Schneeweiße Leinwand, dekorirtes Porzellan, feines Silber und geschlissene Glaswaaren sind in dieser eleganten Bedie nung natürlich öaupt'ache. . Ein Bibliothek Rauchzimmer verbindet mit dem Speisesaal, das mit großm bequemen Armstülzlen mit Lederpolster eingerichtet ist. Die Bibliothek enthält die besten und neuesten Bücher, welche alle den Passagieren zur freien Verfügung stehen. Die Fenster sind extra groß und speziell geeignet zur Observation. Für Fahrkarten, Fahrplan, Verbindunzen tc . wende man sicb an die Ticket-Aaenten. 43 West Washington Straße und Union Bahnhof. W. W. Nichardson, A. G. P.A. ZMWP swpm Mit Gabeln geladen. 8ä.0-per Tonne-84.0 Gerade wie Ohio Jackson Kohlen. Nichts besscreö für den Kochofen. StelZ 2000 yfand zur Tonne. i jsszs. vr

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