Indiana Tribüne, Volume 28, Number 95, Indianapolis, Marion County, 12 December 1904 — Page 7

Jndiana Qrlbüne, 12. Dezember 1904U

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x Dic ycutc um S!choß Vcurcn w J t 4 r 5t 5 Vornan von ÖaiMtcirn r r 4 x :r&fcÄää4 VoUsedung Ellern erzählte vom Sanitätsrath und den int-ressanten Abendstunden, die er zuweilen mit dem alten Herrn erlebte, und Agnes berichtete ihrerseits unter Scherz und Lachen ihre kleinen Erlebnisse, und daß dieser Benatschek ein Vetter der Frau Triebe sei, den die Mägde und Knechte jetzt schon ihren Vrautiaam nannten. 0) yabe in letzter Zeit meine an fängliche gute Meinung von dem Menschen doch sehr einschränken müssen," sagte Ellern nachdenklich; er ist faul und unzuverlässig, die anderen Herren im Bureau mögen ihn nicht. Man hört auch, seine anscheinende Güte und Treue gegen den Kameraden sei nicht allzu weit her; er tyrcnnisire den Aermsten, sagt der Wirth, und jener habe geäußert: er irrt sich, wenn er meint, ich werde mich zu neuen Gemeinheiten brauchen lassen." Also ein Vetter von Frau Triebe?" Er sah nachdenklich vor sich hin. .Das weiß ich ja noch gar nicht, flgnes!" rief die Großmutter, und alfi nuch leiu einwandfreier Charakter? Warum sagtest Du mir nichts davon, Kind?" Ich dachte nicht daran! Die beider wteressirten uns doch kaum, ,0rcfc mama. Es hatte mir auch von dem Manne gefallen, daß er seinen Kameraden, trotzdem er auf ihn so b'öse schien, treu Pflegte und für ihn arbeitete." Der Kamerad ist jetzt leidlich wieder hergestellt," berichtete Ellern, und ich denke, die beiden mir sehr zweifelhaften Herren ziehen nächstens ihre Straße, dann werd' ich den Venatschek mit guter Manier loö." Grausamer! Und Frau Triebe verliert ihren Vetter?" lachte Agnes. Im weiteren Laufe des Nachmittags regte die Präsidentin die Frage an. ob Eva nicht gut thäte, sie und Agnes nach Karlsbad zu begleiten. Zu aller Staunen lehnte diese den Gedanken aber wiederum entschieden ab. Ich gehe keinesfalls fort von hier!" erklärte sie, ich bleibe bei meinem Vater!" Ellern schlug einenSpaziergang vor; er wußte einen hübschen Punkt am Flusse unterhalb des Dorfes. Mich bitte ich zu dispensiren!" sagte die Präsidentin. Die drei gingen fort, nachdem die beiden jungen Damen sich ihre runden Hüte, Schirme und Handschuhe geholt. Man konnte das Dorf vermeiden, wenn man den Weg am Fluß hinab nahm; freilich- mochte er etwas weiter fern. Der schmale Wiesenpfad an dem sil berhellen. rasch fluthenden Wasser entlang war sehr hübsch,-die Lust frisch und das kühle Gras für Evas, an weiteres Gehen nicht gewöhnten Füße wohlthuend. Nach drei Viertelstunden wurde ein Bauernhof ereicht, dessen Obstgarten sich bis an den Fluß hinabzog. - Da setzten sie sich am Ufer nieder. Ellern kaufte Kirschen, die des Bauern Jüngster eben abgenommen, hatte, und obwohl im Park immer noch Frühobst genug auf den verwilderten Bäumen und Büschen wuchs, schmeckte es ihnen hier unendlich besser. Sie wurden immer bekannter und behaglicher zusammen, erzählten einander aus ihrem fru heren Leben, d. h. Agnes und Ellern thaten dies, und wenn Ellern zwei Kirfchen an einem Stengel fand, hielt er sie Agnes hin, und sie theilten. Das schien beiden so naturlich und so suß. Eva träumte und lächelte rtor sich hin, sie hörte kaum zu, aber die fröh lichen Stimmen thaten ihr wohl. Ellrn trug fortwährend für 'sie die zarteste Sorge, sie mußte ein Tuch umnehmen, sich mit dem Rücken an einen Baum lehnen u. s. w. Seine Aufmerksamkeit empfand sie dankbar das mußte er sehen. Nach ein paar Stunden gingen sie heim, jetzt einen anderen Weg, da der Thau das Gras schon feucht machte Es bleibt uns nichts anderes, als das Dorf zu passiren. gnädige Frau hoffentlich ist es Ihnen nicht zu unanaenehm?" Im Gegentheil! Mir macht jetzt alles Vergnügen, alles ist mir so neu!" entschied Eva. Die Leute saßen vor den Thüren, . grüßten die Herschaften, blickten neugic rig und erstaunt den beiden Damen nach, die mit dem allgemein bekannten Baumeister gingen; daß die eine derselben des Gutsherrn Tochter sei, fiel Nie mandem em. Aber wer mochte sie sein? Des Baumeisters Braut etwa? Beim Verlassen der Dorfstraße schlugen sie wieder einen Heckenweg ein, der meist nur von den Arbeitern benutzt wurde und am Park endete. Eva stützte sich auf den Arm der Kousn:e und horte schweigend deren Geplauoer mit Ellern zu. Bei einer Biegung begegnete ihnenBenatschek mit semem noch recht blaß und angegriffen aussehenden Kameraden. Die jung: Frau hatte, sehr ermüdet. wie sie war, nicht emmal ausgeschaut; die Männer machten in dem schmalen Wege grüßend Front, um die Da-

men vorüber zu lassen. Diese Bewe-! gung, die bei beiden viel Anstand hat-

ten, ließ Eoa mechanisch aufblicken. Plötzlich m cem Moment, wo Eva an ihm vorüberging fuhr der Genesende taumelnd zurück und stieß einen dumpfen Schreckensruf aus; oder war es ein plötzlicher Schmerz, der ihn noch viel blasser machte, a:s er schon vorher gewesen? Seine krampfhaft großen, starren Augen blickten wie entgeistert auf Eva. Und diese? Durcö das Zusammenfahren ves Mannes etwas erimrear, sah sie ibn schärfer an, und dann das selbe Starren, kaum sekundenlang. In der nächsten Sekunde wich sie schon, die Hand abwehrend von sich gestreckt, m namenlosem Entsetzen zurück immer weiter ihre Lippen beweg ten sich, aber sein Ton drang über sie. Sie wurde nicht ohnmachtig' aber eine fahle Blässe überzog ihr Gesicht, höchst beängstigend für Agnes und den Ingenieur, die durchaus nicht begriffen, was vorging, denn m ihrem heiteren Geplauder hatten sie kaum auf die beiden Manner geachtet. Nun aber Der blasse, fremde Mensch mit dem hübschen, von der Krankheit abgezehrten Gesicht hätte nicht die Hände mit so unendlich ausdrucksvoller Geberde vor das Gesicht schlagen brauchen. In seinen Mienen m Evas hatten Ellern, wie Agnes, im Nu alles aelesen. was au erklären aewesen wäre. Evas Gatte! Donat von Sovotka stand vor ihnen. Und dabei sah Ellern in dem Gesicht Benatscheks emen Ausdruck von Genugthuung ein keim liches, böses Lächeln einen tückischen. hämischen Blick, als Sobotkas scyreaensvolle Scham emen so drastischen Ausdruck fand. Ah der Kerl hatte wohl die Begegnung vorbereitet? Ern wilder Zorn überkam Ellern. Ob mit .Recht oder Unrecht, fragte er sich nicht, ohne Besinnen brach 'er los: Was haben Sie hier zu thun? Warum erschrecken Sie die Damen? Gehen Sie! Ich lasse Ihre Papiere vom Gendarm einfordern. Im Nu gehen Sie Ihrer Wege! Fort! fort! Ich will jetzt keine Silbe hören. Sie wissen, wo Sie mich finden können. Benatschek hatte reden wollen wu thend, giftig und höhnisch; aber wie ein alles fortreißender, tobender Schwall waren die Worte von Ellerns Lippen geflossen, und Sobotka zog seinen Kameraden auch schon weiter mit emer Kraft, die man bei ihm nur aus der Erregung sich hätte erklären können. Kaum zwanzig Schütte weit, kehrte sich Benatscheks Grimm bereits gegen den Gefährten, aber dieser hastete unaufhaltsam welter. Keines von den drei anderen kümmerte sich weiter um sie. Ellern hielt die schwankende, tod:iche Frau aufrecht, sonst wäre sie nun doch wohl hingesunken. Hilfloses Entsetzen lag auf ihren plötzlich gealtert scheinenden Zügen. Ihre Fuße woll ten sie nicht tragen, schwer hmg sie an Ellerns Arm. (??n frmi-fifpn frr den Nrk vnb hnrrf diesen das Schloß. r- r 7 Kein Wort kam von Evas bleichen Lippen; weder Ellern noch Agnes wagten sie anzureden was hatten sie. selber fassungslos, auch sagen sollen? Nicht einmal zu fragen wagten sie, wohm Eva geführt sein wolle. Agnes fand das Nichtige: Sofort m ihre Wohnung, sie muß allein fern." Ellern sah sie dankbar an er hatte selbst nicht, sagen können, warum das Wesen des jungen Mädchens .ihm so wohl that; vielleicht, weil alles, was sie sagte und that, allemal seinem eigenen Ween gemäß war? An der Treppe zu Evas Balkon, dem Gegenstück zu der auf der anderen Seite des Schlosses blieb Ellern zurück. - Ich bitte, der gnädigen Frau sagen zu dürfen, daß ich sie vor ieder Behelll gung zu schützen suchen werde!" sagte er geprent. Sie nickte stumm grüßend. Man konnte ohne tiefstes Mitleid nicht sehen wie furchtoar diese Begegnung sie getroffen. Agnes brachte sie in ihr Zimmer, sie mußte die Aermste fast schleppen. Dort zog sie die völlig Widerstands lose. aus, legte sie in ihr Bett und rief erst letzt die Dilte. Frau von Sobotka ist leidend, woh auch schwer ermüdet, lassen Sie sie allein . r Y . sy . . rvi , r, aocr oieiren ie m oer naye, rau Dilte," bat sie. Ellern hatte sich bei der Präsidentin melden lassen; als Agnes zu den beiden trat, wußte die alte Dame bereits alles. Es war wenig genug und doch so unheimlich und beunruhigend. Sie saßen rathlos zusammen. An eine Zufälligkeit wollte Ellern durchaus nicht glauben. Dieser Benatschek war offenbar ein Helfershelfer Sobotkas. Darum also wohl diese häufigen Besuche bei Frau Triebe? Das war's, was ihm die Physiognomie des Menschen so fatal gemacht hatte. Er kombinirte schnell und ziemlich richtig. Auch darin hatte er recht, daß er .sagte: Es ist in dieser Sache gar kein Rath möglich, ehe man nicht klar sieht, was dieser Sobotka. will! Geld natürlich! ' Plötzlich stand er still und rief: Warum ist sie nicht längst von dem Manne geschieden?" Es klang ganz zornig. Sobotka war verschwunden," erwiderte bedrückt die Präsidentin. Es lag keine dringende Nöthigung vor, und mein Schwager war nie der Mann energischer Maßregeln. Sie kennen ihn ja; er that von jeher alles nur halb."

Wie ist an der Unalücklichen aesün.

digt worden!" rief Ellern im tiefsten Mitleid. Sie redeten hin und her. überleaend. ob man dem Oberst das. Erlebniß mittbeile. Er wird es nur als eine neue Belästigung ansehen, die ihm von seiner Tochter kommt," meinte die Präsidentin bitter. 10. Kapitel. k beiden Männer erreichten das nahe Wirthshaus in erbittutem Zank, und dieser setzte sich dort in erhöhtem Grade fort. Donat von Sobotka hatte sich auf das Bett geworfen, schwach und elender als zuvor, in emer Scelenstimmuna, wie er sie nie für möglich gehalten. Das Zusammenleben mit Benatsöek ekelte ihn längst an; er fühlte keine Dankbarkeit für den Menschen, der ihn pflegte und nährte mit aller Sorgfalt, die einem so wichtigen Werkzeuge geouhrte. . Wie hatte er ohne ihn den Geldschrank des Obersten aufschließen können? Aber je länger dies dauerte, weil die Kräfte des Genesenden sich durchaus nicht wieder heben zu wollen schienen, um so unerträglicher war Benatschek ihm geworden. Das stete Drängen: Raffe Dich auf. Du mußt nur wollen!" machte ihn wüthend, denn er hatte ja um alles m der Welc gern gesunv werden mögen: nicht mehr, um dem Obersten unter du Augen zu treten und Forderungen an ihn zu stellen um zu fliehen, so weit seine Füße ihn tragen wollten, vor diesem Venatschek, den er nicht abschutteln konnte, der an ihm hing wie fein Schatten, und dessen Charakter je tiefer er m denselben hinemschauen lernte, ihm immer widerwärtiger wurde. Venatscheks frivoles Lachen, sem Egoismus, sein gänzlicher Mangel an einem letzten Rest von Ehrgefühl, machten ihn körperlich übel. Neben dem kam er sich selbst fast anständig vor. Und nun diese Begegnung! Evas Bild stand vor ihm wie m seme Seele gebrannt. Wie war es möglich, daß sie sich in den Jahren so wenig. fast gar nicht verändert hatte? Und dann ihr erkennendes Entsetzen diese Bewegung der Mienen der abwehrenden Hände! Kein Urtheilsspruch der Welt hätte ihn tiefer erniedrigen können vor sich selbst, als dieser so ungewollte, unwillkürliche. Tausendmal bei semer redlichen Arbeit als Klavierstimmer hatte er sich drüben gesagt: welcher Esel war ich. das schöne, reizende Weib zu verlassen, meine Stellung und das Behagen des Reichthums in den Wind zu schlagen für eine Tänzerin, für den Rausch, für die Karten und die fluchwürige Leidenschaft fluchtiger Stunden! Als er dann krank und fiebernd hier eines Tages von der Wirthm erfuhr, die Tochter vom Oberst Altmann sei verrückt geworden über die schlechte BeHandlung ihres Mannes, da schüttelte es ihn doch wie ein Fieberfrost. Er konnte nicht wieder los von dem Gedanken; krank zu sein am Geiste,' das wurde ihm auf einmal furchtbar klar, das war doch schlimmer als seine meist schmerzliche Körperschwäche. Nun hatte er sie wiedergesehen ohne fein Zuthun; äußerlich unverändert, und sie erkannte ihn sofort! ihn, dessen Nähe sie unmöglich noch ahnen konnte. So klar war sie also doch! Sie sah überhaupt aus wie früher; da war nichts an ihrer Erscheinung, was den Irrsinn verrieth. Das Unerträglichste von allem war eben jetzt dieser Benatschek, der da in dem engen Zimmerchen hin- und' herlief und auf ihn einredete mit immer heißerem Drängen: Steh auf, wir müssen das Eisen jetzt schmieden, es ist heiß. Wir gehen zum Oberst, Du machst Deine Ansprüche an ihn geltend." Du gemeiner Schurke, ich gehe nicht, niemals" schrie Sobotka. Ich rühre keinen Fuß, keine Hand für Dich! Laß mich verenden wo und wie es sein soll, ich sage mich los von Dir, ich will Deine Gemeinheit nicht mehr theilen ich " Der .unerwartete Wuthausbruch, die fahle Blässe der erschütternde Husten belehrten Venatschek, daß hier für den Moment jedes weitere Wort unnütz sei. Aber, man mußte handeln - jetzt gleich, sofort, nur durch die Ueoerraschung war nun, wo die geplante Ent Wicklung unerwarteter Weise ganz an ders und schneller sich herandrängte, noch zu wirken. Er hätte Sobotka erwürgen mögen vor Grimm über den Schwächling aber das hieß das Opfer schlachten vor der Zeit. Es kümmerte ihn wenig, daß der Freund" schwer litt. Sobotka war sein Freund" nicht mehr, wenn er nicht that, was er sollte. Also er sollte umsonst gerechnet haben? Ein glühender Haß stieg m jhm auf. Aber war jetzt Zeit sich zu zanken? Sobotka mußte ansehen, daß Benatschek sich aus ihren beiden Koffern alles hervorsuchte, was zu einem leidlich anständigen Anzug taugte. Er mußte es sehen, errathen, wozu und konnte nichts thun, es zu hindern. Und den andern freute es, ihn zu peinigen. Benatschek stand vor dem Spiegel, lachte ihm durch denselben in grimmig'rn Haß zu und sagte spöttisch: Wie den-Kerl die Röcke sitzen! Ich sehe drin aus wie ein angezogener Kater, er :m mer wie ein Graf. Du bist immer der Eleaant aeblleben. der Du xn Deiner

Glanzperwde warst. Schon allein Dein Schlips macht mich . zu einem

Veau. " Sobotka mußte es sehen und fchweigen hätte er doch nur eine Pistole gehabt, mit Wonne würde er Benatschek eine Kugel durch den Kopf jagen. Der fuhr in demselben aufreizenden Tone fort: Ich werde also die Anaelegenheit allein in die Hand nehmen, mein Lieber! Ich brauche Dich mcht unbedingt dazu." Das war nun freilich durchaus nicht seine wahre Meinung. Mit Sobotka schuhte man nck. wi? hinter einem Schild, denn selbst gegen inen solchen Schwiegersohn schickt ein Oberst Altmann nicht gern zur PoliZki. Ja freilich, mit Sobotka Ware alles gegangen wie am Schnürchen! Der Schwächling würde vielleicht in acht Tagen durch Uebcrredung soweit gebracht werden können, abu acht Tage! wo man nicht acht Stunden zögern durfte! Dieser venoünschte Baumeister war jetzt vielleicht schon dabei, für Frau Evas Ruhe die Polizei auf sie beide zu hetzen. Mein Gott, fiel ihm denn gar nichts ein? Kein einziger anderer Weg? Er starrte grübelnd vor sich hin. Sein Hirn arbeitete fieberhaft. Plötzlich lachte er laut auf: Ich hab's! Hahaha! Ich falle, wie die Katze, doch immer auf die Füße." Im Nu war der neue Plan völlig fertig, völlig klar. Jetzt galt es nur. sich mit Katharine darüber zu verständigen. Hahaha! Dies war ja eine göttliche Idee! Man mußte ihr mv türlich goldene Aussichten eröffnen. Wenn ,sie' mich nur gewähren läßt. nicht gegen mich arbeitet, nichts ausplaudert ! Ha, ich habe alle Triimpfe in der Hand! Aber dann wenn ich in's Schloß einziehe wie mache ich Sobotka unschädlich? Er muß stumm werden! Wie mach ich's? Pah, erst das eine, dann das andere." Wenn Sobotka ihn jetzt hätte sehen können, wie alle Züge sich spannten, wie die Augen einen scharf konzentrirten Blick bekamen. So schleicht ein Tiger feine Beute an. Frau Trieb? stand am Fenster des Hausflurs und sah gelangweilt auf den öden, menschenleeren Hof, als sie durch das große Thor ihren Vetter" kommen sah, so fein und gut angezogen wie noch nie. - Er schritt direkt auf das Haus zu ganz ohne Heimlichkeit; sonst kam tx durch den Garten geschlichen, zuweilen trafen sie sich auch auf Verabredung in dem alten Gartenhause, in dem jetzt nur allerlei Gerumpel stand. Sie trat ihm mit neugieriger Span nung entgegen, und er sah sich sofort nach allen Seiten um, ob auch keins der Mädchen oder der Diener lauschte. Dann redete er von ihr rasch in ein leeres Zimmer gezogen lebhaft aus sie e:n. Ihn beim Oberst melden? Nein das that sie nicht! Sie solle wohl riskiren, daß der sie mit ihm zu sammen aus dem Hause jagte? O nein, so dumm war sie mcht. Er bebte vor 'Aufregung und Ungeduld, aber er begann mit liebenswürdiger Uebcrredung von Neuem auf sie einzusprechen. Und seltsam im Sprechen wurde er sich selbst immer klarer über die Art, Wie er seine Zwecke erreichen konnte. Sein Plan erweiterte sich sogar noch Was hinderte sie beide, sich des alten Mannes zu bemächtigen, sein Mißtrauen gegen Tochter und Gäste zu erhöhen, die letzteren aus dem Schlosse zu schaffen und sich selbst hineinzusetzen, nicht als Diener, sondern bei Vorsicht und Geduld, Schlauheit und unverbrüchlichem Zusammenhalten dereinst, vielleicht schon bald, als die eigentlichen Herren? Wenn nur Käthe schweigen konnte und Muth hatte! Wer m aller Wü; wußte denn ? Ich gelte den. Leute: als Dein Vetter? Du leugnest es. sagst es sei Spaß von Dir gewesen! Laß sie glauben Ach laß sie reden, was sie wollen. Der Oberst ersährt nichts davon das sei unsere Sache! Ihm bin ich der einstige Kamerad. Ich halte es für meine Pflicht, ihn zu warnen und zu schützen gegen die Er Pressungssucht dieses Sobotka z ich öffne ihm die Augen über dieses Netz von Intriguen, mit dem seine liebe Schwägerin und dieser Baumeister, der natürlich nur nach Frau Evas Gelde trachtet, ihn umspinnen. Und dann Käthe dann wird er schnell genug einsehen lernen, daß ein: liebende Gattin treuer zu ihm steht, als eine noch so treue Haushälterin! Die liebe Käthe fuhr doch in höchstem Staunen zurück vor diesem Unsinn," wie sie ausrief. Aber warum Unsinn? Du hast den Wunsch, Dich hier im Schloß festzusetzen. Als Vormünderin der Tochter gelingt es Dir nicht; Als Herrin die ses Schlosses kannst Du im Golde wüh len, als Frau Oberst Altmann hast Du eme Stellung! Benatscheks Beredtfamkeit feierte emen glanzenden Triumph. Man konnte Dispens bekommen! Für Geld läßt'man den Teufel tanzen und der Oberst hatte ja Geld genug. Aber aber wie? Geld kann er mir vermachen, heirathen wird er mich nie rief sie unruhig, doch mit funkeln den Augen. Nein, nein, ich bin dafür, daß der Sperling m der Hand " Nun gut . Wir müssen nur gememsam vorgehen! ..

Ich bin Deinem Interesse treu.

Käthe,' sei Du es dem meiniaen " flüsterte er. Es ist ein Herr Venatschek draunen. Herr Oberst, der Sie zu sprechen wünscht. Er sagt: in wicktrner Sache," trat sie zu ihrem Herrn. Habe leine wichtrnen Sacken mit fremden Leuten!" schnauzte er sie abweisend an. Sagen Sie doch, ich sei krank gewesen, könne Niemand sehen!" Geldanaeleaenbeiten! Em diskreter Auftrag, sagte er," bcharrte sie. Kenne keinen Venatschek!. Unsinn Diskret! Wird mir wohl kein Geld vrmgen wollen," murrte der Oberst chon nachgiebiger. Aber wichtige Nachrichten!" re dete sie zu. - (Fortsetzung folgt.) Die Kiclcr Sprotten. , Tc? Fang und das Nänöiern der Fische-?! unechte Sprotte. Im Spätherbst beginnt -für die Fischer des Kieler Hafens eine Zeit, aus die sie sich ebenso wie die Feinschmecker das ganze Jahr hindurch freuen, nämlich die Zeit der Kieler Sprotten. Em ganzes Geschwader" von Booten begibt sich sodcmn in die Kieler Bucht. Je zwei und drei der Fahrzeuge bergen das kostbare über $250 Werth reprafentirende Fangnetz. Wird zufällig in der Nähe des Users gefischt, so lockt dieses spannende Schauspiel stets eme große Zuschauermenge herbei. Zunächst kommen einzelne Fische zum Äorschcln, die sich mit ihren zackigen Rücken- und Bauchflossen in den Maschen fangen und verwickelt haben. Wahrend die Männer jetzt ihre alleinige Aufmerksamkeit dem Netze zuwenden, bemächtigen sich die Frauen der gefangenen Fische.' Man hat es dort im Laufe der Zeit, was das Rauchern der Sprotten betrifft, zu emer wahren Autuosttut gebracht. Auf der rußigen Tenne sind viele Kinder beschäftigt, seine glattgeschälte Weidenstäbe durch die Kiemen der Fische zu stecken, die Mutter nimmt sie ihnen ab und hängt sie in den Herd. Dicke Rauchwolken sieigen vom Boden des Herdes empor, wo em mednges Feuer brennt, das von der Frau stets qedämpft gehalten wird. Die natürliche Farbe der Sprotte ist silberweiß. Wenn der Fisch indeß eine Zeitlang im Rauche gehangen, wird er grünlich und geht schließlich nach Verlauf von zwei bis drei Stunden in's Goldgelbe über. Frisch aus dem Rauche gelangt, sind die Sprotten eine geschätzte Delikatesse, die von jedem Feinschmecker mit Haut und Haaren" aufgegessen werden. Leider unterliegen die echten Kieler Sprotten vielfachen Fälschungen, wobei der gewöhnliche Hering die Hauptrolle spielt. Die echte Kieler Sprotte hat eine rauhe scharfe Bauchfläche, die beim gemeinen Hering aber glatt ist, wo durch der Betrug leicht entdeckt werden kann. Vom Tode vergessen. In einem Altenheim in Philadelphia. Pa., lebt eine vom Alter gebeugte, nur noch vier ftuft aroße. Negerin Namens Mary McDonald, die kürzlich ihren 134. Geburtstaa seiern konnte. . M 5are 1770 in ??roatown. einer Ansiedlung unweit Valley Forge, Pa., -geboren, ist sie sechs Jahre atter aiö vik Umted States." deren glorreiche tent wickeluna sie bis auf den heutigen Tao miterlebt hat. Mit minutiöser Genauigkeit erinnert sie sich der Aorgangk ihrer Iuaendzeit und weih sehr mteres sant von anekdotischen Vorgängen aus den wahren 1777 und 1778 zu erzad len,' als die revolutionären Streitkräfte in und um Valley ftorae lagerten. Sei über 100 Jahren raucht sie tagtäglich ihr Pfeifchen, dessen Genuß sie es zu schreibt, daß sie während der langen Jahre sich körperlichen Wohlbefindens erfreut und sich so gut konservirt hat. Seit zwei ?lakren hat ihr Auaenlich derart nachgelassen, daß sie jetzt faf nicht mehr sehen kann, aber ihr Geis ist noch rege, und wenn sie auch zeitweise so schwach ist. daß sie im Bette bleiber muß, so scheint ihre Lebenskraft doch n$ch mcht völlig gebrochen zu sem. GemSjäger und Prinzen. In Wimmis im Schweizer Kanton Bern verstarb unlängst der Gemsjägei Jakob Jtten. Anfangs der 50er Jahre begleitete Jtten den damaligen Prinzen Wilhelm, spateren Komc von Preußen und deutschen Kaiser, der :m Hote Bellevue" in Thun wohrik, von der Stockhornhutte aus auf die Gemszagd Um ihm emen guten Stand zu verfchas fen, trug Jtten den Prinzen an einer besonders steilen Stelle eme Strecke wei auf dem Rücken. Beim zweiten Schuß gelang es dem Prinzen, einen Gems bock zu erlegen, was ihn sehr freute, Etwa 14 Tage später führte Jtten auch den Pnnzen Friedrich Wilhelm, spate ren Kaiser Friedrich III., in den näm lichen Bergen auf die Gemsjagd. De Prinz kam nicht zum Schuß. Als ein Berner Jager, Namens Kernen, emen Gemsbock durch den Kops schoß, be merkte Prinz Friedrich Wilhelm etwas barsch, das sei kem Jagerschuß, man müsse das Wild aus's Blatt treffen 3m gleichen Tone erwiderte daraus ve Berner Gemsjäger: 'Wir sind hier in i . i rv;.p L!. ' r"f oer -cyweiz uno Dienen oie lzicre, Wie .wir wollen!" worauf der Prm einen freundlicheren Ton anschlug. 5itr M r i v a t 1 cy u l e n in Onkel Sams Land wurden im Jahre 1903 von insgesammt l,093,8Yb cuu lern besucht. . - .

Feuer - Signale,

Pcnnsyls tarA LLarkt ! Snglish'z Opern, Heu 1 SastundN'VFork . Zkbl? und NichigA Z A. Jnlcy u. Maff ZU J Pin? und North n Market und Pin I Vermont nahe East ?!?. 8 Spritzenhaus MafZl Avc nahe Z!!k 3 Dnawsn und Wantt 4 Ä. Jersey u Cntral A, 5 Mah und Lerne! Slv s AB m,d n. kraße kark Ave und 12 Srr Eolum5,a undHillsid s H'ghland Sve u.?raii ZI Illinois und St. Jo !3 ZenafbU,. und PraU A Meridian unr 11. Str 5 Ns. s CprizenhauS 1! nsye JUinois :t Lcr.Lte Aveu.C:Äatt :? JUinziZ und üichlgau Petsylvania und 14, : Senate St, und 15, M S10. 1 SpntzenhauS JttsLrenaheMchiga ü Tücridia und Walmit 4 California u Dermont s Blake und New Dort Ind. Av. u. Lt. Clad 7 Lity Hospital s Blake und Norty Michigan und Lgve .x No. 6 SprltznHauZ Washington nche SSefc a Esendorf u Wash. to Missouri u New Ferk 6 Meridian u Wash JllinoiS und Ohiv 7 Capitol Nv. u Waff Kmgan'S PorkhauZ Straßenbahn EtSU 2$. Washington Srk J2 Nö. 10 Spritzenhaus JllinotZ u Merrill U JllmoiS u Louisiang it Welt und Eouth West und McTarry !S eenate Lvt.u Henry 1 Meridian und gkay 5b. 4 Lprihmhauk MadisonSv.uWorri 39 ZKadison v. Dunlop N NoHakm Leiterhsuk South nah Delawar Pm.uMnrilI U tlevsre u.VcSartd afindcch ew Jersey 7 vtrg.Lv.u?adsha Säst und Prospekt O Bickmg und Higy n No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nahe Huro t Last und Seergia II Gebar und El H Davidson u GsorM f5 English Lv.u Pine -'S Shelöy und Bates 8 No. ? Spritzenhaus Prospect nahe Ehelby Fletcher Zlv. u Chelby il Market u. New Zersetz Delaware und Wash. 58 East u Washwgton 4 New York u.Davidso? Z5 Taubstumm Anstalt :;3 Ver, Staaten Arsenal Z7 Orient! und Wash. '9 Frauen-Neformat. n No. 13 CpriZenhai'L Narvlsnd nahe Wer. Meridian u, 'Veoraia. 33 Meridian und Louth 34 Pennsyl) u. Louisiana Birgim?, Ave ü. kllad. z Hai-tauartier. 47 Grand Hotel. iS Capital Ave und Chl 13 3lo. Iß evrifcnt)avj 16. und Ash. il Alabama und 18. 25 Central 2re und li, 28 JandeS und IS 27 BrookjÄe und Jupit 23 Central Ave wib 17, zg Delaware und 19. ZI Rlabama und 11. ?2 Sellefontawe und &. 84 College Are und S. 5 Delaware und IS. $6 Alabama und NsrtZ Z7 Netrmann und IS. SS College Ave und 14, 39 Ccrnell Ade und 1Z. 41 Yandes utu 19. 42 Highland Ave und 10, 45 Tccumseh und 10. tS New Jersey rnd U it Llvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 16. (8 College Ave und . 49 College Töe und 7. 62 ixt Ave und 2. 68 S Gu. W Bchn u.tk. .64 Ramsey Ave und 10. .56 Stouzbton u Newnum S7 StlaS und Pik?. 5S Bloyd und Pawpaw. kg No. 21 Spritzenhaus LrightwoiH .i2 Arden und Depot .es Zrigytwood und &. 64 SUiral und Bloyd 'St. Clair 0. kcystone .67 Arsenal Av unH ZU. .68 cllesontaine uni w. 269 Park & U5d i 31 Capital Et und 17. 13 Pennshlv.u.Wuhi 214 JllinoiS und . 215 Senate Ave und kl. 21 Pennsvwania und i 17 Meridian und 16. 21? 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Ein und ein Drittel Fahrpreis für die Rundfahrt ach allen Punkten in dem Gebiet der Central Passagier Association. Fahrkarten tV c verkauft am 24-, 25., 26. und 317-ezember 1904 und am 1. und 2. Januar 1903. Gültig für die Rückfahrt bis 4. Januar inclusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Bahn oder an D.P. Alge 0, D.P.Agent, 8 Nord Illinois Str. Indianapolis, Ind.

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