Indiana Tribüne, Volume 28, Number 95, Indianapolis, Marion County, 12 December 1904 — Page 6
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Jttdiana Tribünc, 12. Dezember 1902
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Europäische Nachrichten.
Provinz vesjen-Iassau. Kassel. Dem bisherigen Direktor des hiesigen Provinzial - Schulcollegiums. Ober- und Gemeimen Regierungsrath D. Dr. Lahmeyer, ist bei seinem Ausscheiden aus dem Dienste der Rothe Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub verliehen worden. Frankfurt. Ein an der WilHelmsbrücke gelandeter Todter wurde als der 27 Jahre alte Schlosser Georg Heinrich aus Schwanheim erkannt. Bei tiner Blitzlichtaufnahme in einem Atelier auf der Zeil zog sich der Photograph Willi Schwab bedeutende Brandwunden am rechten Arm zu. Er kam in's Bürgerhospital. Fladungen. In der Obstkelterei des Müllers Aurmft Kllm::th ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der 17 Jahre alte Sohn des Postboten Schmitt von dort wurde beim Aufschütten von Obst von der anscheinend nicht genügend gedeckten Achse der Quetschwelle an den Kleidern erjafjt und am Unterleib schwer verletzt. H a n a u. Der langjährige Direktor der hiesigen Zeichenakadcmie, Professor Max Wiese, der Schöpfer des Philippsdenkmals in Kloster Haina, wird am 1. April k. I. in . den Ruhestand treten und seinen Wohnsitz nach Berlin verlegen. K i r ch h a i n. In dem Weber'schen Kohlenlager brach Feuer aus. BeiHolz- undKohlennahrung griff das rasende Element so schnell um sich, daß in kurzer Zeit das nebenan gelegene Weber'sche Wohnhaus ein Raub der Flammen wurde. Bon hier aus schlug die Flamme auf das Wagnerische Haus über, welches zur Hälfte abbrannte. Schenklengsfeld. Auf dem Wege zur Kirche hierher wurde die Mutter des Bürgermeisters Reichert Von Wehrshausen von einem jugendlichen Radfahrer aus Oberlengsfeld zu Falle gebracht, so daß sie erhebliche Verletzungen davontrug. Uttershausen. Das Anwesen des Weißbinders Lauterbach brannte vollständig nieder. - Wiesbaden. Schneider WilHelm Menze hier erschoß seine Frau und drei Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren; darauf erschoß er er sich selbst. Das Motiv der That sind sittliche Versehlungen der Ehrfrau. Der 36jährige Rentner Klockemeyer erschoß tick in der WohnunA einer ihm befreundeten Wittwe. Hinierlassene Briefe lassen aufGeistesstörung schließen. Mtterveutsche Staaten. D e t m o l d. Auch ein Mitarbeiter der SMpp. Landesztg.", Günther von Both, ist als Opfer der Typhus - Epidemie gestorben. Er war seit langen Jahren journalistisch für die lippe'sche und auswärtige Presse thätig. E i s e n a ch. Postsetretär Rolte trat in den Ruhestand. Er ist unter dem ehrenden Beinamen Hessische Eiche" vielen feiner Berufscollegen bekannt und war zuletzt' der ältesteBahnpostfahrer im Gebiet der Reichspost. K o b u r g. Von einem Äüterzug wurde der Kutscher Pabis Maßer aus Sonneberg auf dem Uebergange bei dem Haltepunkte T'öritz auf der Strecke Köppelsdorf - Stockhzim übersahren und sofort getödtet. M e i n i n g e n. Seinen 90. Geburtstag feierte hier bei guter Gesundheit Oberlehrer a. D. Bittorf. Von der hiesigen Strafkammer wurde der 26jährige Lehrer A. Henze wegen widernatürlicher Unzucht an ihm anvertrauten Schulkindern in 26 Fällen zu sechs Jahren Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 12 Jahre beantragt. " N a u l i tz. In einer hiesigenLehmgrübe stürzte eine Lehmwand in einer zur Ziegelei gehörigen Lehmgrube ein und tödtete den Arbeiter Walther aus Trebnitz. Nicht weit davon stürzte ebenfalls, aber in einer anderen Lehmgrübe, eine Erdwand ein, die den Arbeiter Schalka aus lionneburg tödtete. R u ß d o r f. Die 37jährige, mit epileptischen Anfällen behaftete Handschuhmacherin Anna Schmidt war an der Nähmaschine beschäftigt, als sie von Krämpfen befallen wurde und im Fallen die Petroleumlampe mit zu Boden riß. Letztere zerbrach, so daß sich das brennende Oel über die Unglückliche ergoß und so ihren Tod veranlaßte. , Der Leichnam wurde halb verkohl! aufgefunden. Weimar. Dienstknecht Carl Lange auf Uftrungen wurde wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu fünf Jahren Zuchkhaus verurtheilt. Der Angeklagte hatte am 29. September 1903 in Mertendorf in der Scheune seines Dienstherrn, des Gutsbesitzers Schlecht, Feuer angelegt, so daß mehrere Baulichkeiten eingeäschert wurden und ein Schaden von etwa 60,000 Mark entstand. Sacysen. Dresden. Der verstorbene Dresdener Friedrich Siemens hat der Kömgl. Technischen Hochschule em Legat von 100,000 Mark vermacht, welches kürzlich zur Auszahlung kam. Das Legat ist dazu bestimmt, tüchtigen derzeitigen oder ehemaligen Studirel.dcn der Hochschule durch Ertheilung ines größeren Stipendiums die Ausbildung im Auslande zu ermöglichen. Seinen 80. Geburtstag beging in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ein olter Kriegsveteran der sächsischen dxmtt.
Zeugauptmann a. D. Carl Gotthardt. C h e m n i tz. Stadtrath Reitz ist aus Anlaß seiner 30jährigen Thätigkeit im Rathe zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden. H artenstein. Das Bauerngut des Gutsbesitzers Wunderlich in Thierfeld, bestehend aus Wohnhaus, Schuppen und zwei Scheunen, brannte nieder. I n g e l s b e r g (Adorf). Wohnhaus mit Scheune des Maurers August Dölling, sowie das angrenzende Wohnhaus des Fabrikwebers Hermann Zeitler sind abgebrannt. Leipzig. Bei einem Bauunfall den Tod gefunden hat der 44 Jahre alte Maurer Ernst Heidrich. Aus einem Neubau im städtischen Schlachthofe war man damit beschäftigt, eiserne Träger emporzuziehen. Dabei gab ein sogenannter Vorleger nach, der Träger stürzte in die Tiefe und riß den Maurer Heidrich aus dem zweiten Stock mit herab. Der Unglückliche war sofort todt. Mülsen Sankt - Michael. Mehrer Wünschmann beging Selbstmord durch Erschießen. N e u st a d t. In der Schönbacher Flur wurde durch einen vorzeitig losgegangenen Sprengschuß der 27 Jahre alte Steinbruchmeister Ernst Krenz so schwer verletzt, daß er verstarb. Rosenthal bei Zwickau. Das Sägewerk und die Scheune des BauUnternehmers Schwalbe brannten mit großen Holz- und Erntevorräthen nieder. Thonberg - Leipzig. Der vierjährige Sohn des Schuhmachers Pelze wurde von einem Motorwagen der Großen Leipziger Straßenbahn überfahren und auf der Stelle getödtet. Werd au. Der hier seit einer Reihe von Jahren practicirende Arzt Dr. Gustav Bertling verübte Selbstmord durch Morphiumvergiftung. Die angewandten Gegenmittel blieben erfolglos; Bertling starb an dieser Vergiftung. Z i t t a u. Professor Dr. Oswald Theodor Feller von hier, der seit 4. August in Steinach (Tirol) vermißt wurde, ist in den Valser Wänden am Padauerkogel todt aufgefunden worden. Kessk 'Aarrnstaöt. Mainz. Der Fuhrmann D. Steinberger fuhr mit einem schwerbeladenen Weinfuhrwerk hierher. Er ist wahrscheinlich auf dem Wagen eingeschlafen, zwischen Nierstein und Nackenheim fiel er herunter und wurde von seinemFuhrwerk überfahren. Man fand den Verunglückten als Leiche auf und brachte ihn hierher. N a ck. Die 68jährige Frau Katharina Feidt Wwe. von hier wurde auf der Ortsstraße todt aufgefunden. Die, Leiche wies starke Verletzungen am Hinterkopfe auf. Sofort begab sich das Gericht an Ort und Stelle, um die Leichenschau und Vernehmung der Auskunftspersonen vorzunehmen. N e u - Ä s e n b u r g. Einem schweren Unfälle fiel ein junges Menschenleben von hier zum Opfer. Der 13jährige Volksschüler P. Arnoul, Sohn eines Arbeiters, trat auf. einem Speicher fehl und fiel so unglücklich in die Tiefe, daß er an schweren inneren Verletzungen bald darauf starb. Nieder-Kainsbach. Lehrer Peter Götz, ein vortrefflicher Jugendbildner, ist im Alter von 56 Jahren verschieden. Seine Leiche wurde zu Darmstadt beerdigt. Qber-Jngelheim. 25 Jahre sind verflossen, seit Oberamtsrichter Dr. Müller als Richter im Bezirke Ober - Jngelheim wirkt. Qffenheim. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Heinrich Huber mit 87 Stimmen einstimmig wiedergewählt. WanernnddieZayllJ. Man pflegt ja zu behaupten, daß alle großen und berühmten Männer abergläubisch sind. Auch Richard Wagner war von dem Wahne befangen, daß die Zahl 13 eine Unglückszahl für ihn sei. Er war zu dieser An-sicht-gekommen, weil er im Jahre 1813 geboren war, und weil sein Name zusammen mit dem Vornamen 13 Buchstaben zählte. Der berühmte Dichterkomponist litt stark unter dieser C:nbildung, und wenn er zur Tafel geladen .var und sich 13 Personen am Tische eingefunden hatten, konnte er ausstehen und das festliche Mahl verlassen. Wie unrecht aber Wagner dar:n gehabt hat, sich vor der Zahl 13 zu fürchten, geht am besten aus verschiedenen Daten aus seinem Leben hervor. Am 13. Januar 1879 wurde Die Walküre" zum ersten Male in Braunschweig aufgeführt. Am 13. April 1845 vollendete Wagner die Partitur des Tannhäuser". Allerdings fand am 13. März 1861 die ersie Vorstelluna des Tannhäuser in Paris statt, die infolge von Intriguen einen unglücklichen Ausgang nahm. Am 13. Mai 1881 wurde Die Walküre" zum zweiten Male in Berlin aufgeführt. Am 13. Juni 1859 ging der Tannhäuser" zum ersten Male in Stuttgart in Scene. Am 13. August 1876 fand die erste Vorstellung des Rheingold" in Baireuth statt. Am 13. November 1852 war die erste Vorstellung des Tannhäuser" in Wiesbaden. Am 13. December 1875 wurde die Partitur de Siegfried" veröffentlicht.
Die fStnte der japanischen ?e!z-
ränvcr. Der große Krieg im fernen Osten wird auch für den Pelzhandel sehr fühlbare Folgen haben. Im Mai und Juni sind von den nordjapanischün Häfen Schoner aufgebrochen, um Raubzüge nach den russischen Fischstationen auf Kamtschatka und den Nobben- und Otternbrutplätzen auf den Inseln im Ochotskischen Meer und und den Kommander-Jnseln zu unternehmen. Von diesem geplanten japanischen Angriff auf die reichen BrütPlätze, oie hauptsächlich Eigenthum der russischen Krone sind, war damals ausführlich die Rede. Jetzt sind nun, wie einer englischen Meldung aus Hakodale vom Ende September zu entnehmen ist, die Schoner schwerbeladen mit Balte nach dem dortigen Hase.", zurückgekehrt. Es haben heftige Kämpfe stattgesunden, einige Schiffe sind auch von den Russen gekapert worden, aber die meisten hatten vollauf Erfolg mit ihrem Unternehmen imd landen jetzt ihre kostbare Beute. Die Felle sind sorgfältig verpackt und nach London geschickt worden. Seit vielen Jahren sind in London nicht so viele Felle zum Verkauf gelangt wie diesmal, und werden es wahrscheinlich auch für viele kommende Jahre nickt, aber dieBrutplätze sind von den Raubschiffen thatsächlich zerstört ' worden; die Fvlge ist, daß auf lange Zeit hinaus Sealskin zu den seltenen Pelzarten gehören wird, die sehr schwer zu erlangen sind. Drei von den Schissen wurden in Kamtschatka von etwa hundert Russen angegriffen und nach dreitägigem Kampfe gekapert; dabei wurde die Hälfte der Mannschaft getödtet und die andere Hälfte zu Gefangenen gemacht. Sieben andere Schiffe mit einer Bemannung von über 250 Leuten hatten indessen mehr Glück. Si? wurden zr.ar gleichfalls von den Rufsen angegriffen, aber es gelang ihnen, diese nach einem heftigen Kampfe, in dem gegen 50 Mann getödtet wurden, zu zerstreuen. Die Mannschaft von sieben anderen Schiffen landete südöstlich von Sachalin auf der Robbeninstl. fand sie unbeschützt und erbeutete 10.000 Robbenfelle. Auf der Kupferinsel wurden Japaner und Mexikaner von Russen und Eingeborenen angegriffen und vertrieben, wobei zwölf getödtet und drei gefangen genommen wurden; die letzteren wurden später erschossen. Aber auch 14 Russen waren in hem Kampfe gefallen. Am 10. August erschien das britische Kriegsschiff Algerine" auf der Höhe der Inseln und erklärte allen Schiffen, daß die Jagd innerhalb der Dreimeilengrenze unerlaubt sei. Die Anwesenheit des Schiffes vereitelte auch den Versuch eine? Angriffs, der auf daLager der Handels-Jndustrie-Gesell-schaft" von Kamtschatka in Petropawlowsk gemacht werden sollte, in dem Felle im Werthe von 6.000.000 Mark aufgespeichert liegen. Der Werth der Fische und Felle, die von den Japanern erbeutet wurden, beziffert sich auf etwa 5.600.000'M.. aber der thatsächliche Schaden, der den Brutplätzen zugefügt wurde, beträgt viele Millionen. ÄUS L)icck!cnvurg. Am 14. November ds. Js. konnte die mecklenburgische Gesindeordnung auf ein 250jähnges Bestehen zurückblicken, sie ist am 14. November 1654 erlassen worden. Wie sie den heutigen ZeitvecHältnissen Rechnung tragt, geht daraus hervor, daß ihr auch die Erbpacht unterstehen. Dies beweist folgender Fall: Ein Erbpächter im Amte Mittenbürg war vom Gemeindevorstand aufgefordert worden, einen Graben, der neben den Wiesen seiner Höfe lief, zu reinigen. Da dieser Graben nicht zu seinem Hose gehörte, verweigerte er die Arbeit, und das Amt Wittenburg gab ihm recht. Der Gemeindevorstand erstattete nun Anzeige beim grcßherzoglichm Amte, worauf dem Erbpächier folgende Verfügung zuging: Der G:meindevorstand hat gemeldet, daß Sie dem Ihnen durch den Gemeindevorstand mündlich übermittelten Amtsbefehl vom 21. Oktober ds. Js. nicht nachgekommen sind. Das Amt hat den Gemeindevorstand beauftragt, die von Ihnen versäumte Räumung auf Ihre Kosten sofort vorzunehmen. Das Amt bemerkt jedoch, daß es nicht Anstand nehmen wird, in zukünftigen Fällen, in denen Sie den Amtsbefehlen oder Räumungsbefehlen desGemeindevorstandes wiederum den Gehorsam verweigern, Sie in der durch die Gesindeordnung vom 14. November 1654 Tit. V, 6 vorgeschriebenen Welse unnachsichtig in eine Geldstrafe von 150 Mark zu nehmen. Sie wollen sich hiernach richten." Der Großkaufmann Franz Schütte stellte der Stadt Bremen die Mittel zur Begründung und Erhaltung eines Botanischen Gartens zur Verfügung. In Hagen i. W. wurde der im April d. I. wegen der Ermordung eines achtjährigen Mädchens zum Tod? verurtheilte Bahnarbeiter Otto Henkel aus Wetter an der Ruhr im Hofe 'ozl Landgerichtsgefängniß hingerichtet. Die jährliche Ausfuhr von Fischen aus Kamtschatka nach Japan beträgt etwa 30.000 Tonnen. Gegenwärtig finden keine Lieferungen statt, da der Versuch der Japaner aus Kamtschatka zu landen im Juli mißlang. Voraussichtlich wird ein großer Mangel an Fischen in Japan eintreten, was für die Bevölkerung sehr ungün--st:g sein dürfte, weil Fische neben Rfi ibr üauptnahrunasmittel sind.
Ein seltenes Hochzeitsfest fand dieser Tage in Chippewa Falls, Wiö., statt. Dort wurden drei Brüder mit drei Schwestern getraut, indem drei Brüder Nelson drei Fräulein Johnson die Hand zum ewigen Bunde reichten. Einer der drei Nelfons ist Geistlicher, und so bat Pastor C. I. Erdman, welcher den dreifachen Eheknoten geschürzt hatte, seinen Amtsbruder, ihn mit einer der zur Hochzeit geladenen Damen zu trauen. Die vier jungen Ehepaare machten ihre Hochzeitsreise nach St. Louis, um die Weltausstellung noch vor Thoresschluß zu bewundern. Einen verdienten Denkzettel erhielt dieser Tage ein gewisser Alfred Munord, der in Marion, N. Y., wilde westliche Medizin" verkaust und als Attraktion einen lebendigen Leoparden mit sich herum schleppte. Er wurde wegen Thierquäulerei um $20 gestraft. Munford wollte sich seinen Kunden als furchtloser Thierbändiger zeigen, und pflegte in den Käfig zu steigen, wo ein alter, todtkranker und blinder Leopard sich befand, dem er mittelst Peitschenhieben mehrere Klagetöne zu entlocken .pflegte, um sein Publikum gruseln zu machen. Ein Mitglied der Thierschutzgesellschaft ließ den Helden einstecken und vor den Richter führen. Zwei Leichen, welche aus den Trümmern eines verunglückten Frachtzuges in Salida, Col., hervorgeholt wurden, und welche man für diejenigen von Landstreichern hielt, wurden als W. P. Howard und George H. McKay, beide von Ames, Ja., rekognoszirt. Die beiden Männer, welche angesehenen Familien in Iowa angehören, hatten den Sommer in Colorado verbracht, und da ihnen das Geld ausgegangen war, hatten sie beschlossen, sich heimlich freie Fahrt nach Hause zu verschaffen, und sich in einer Abtheilung einer Refrigeratorcar versteckt. Der Zug verunglückte und der Wagen, in dem sie verborgen waren, wurde von Feuer ergriffen. Die Männer erstickten. Ihre Leichen wurden, theilweise verbrannt, in Salida aufgefunden. Sie wurden durch ein Memorandumbuch von Howard identifizirt. Einen Eigenthümlichen Grund, um von der Gesellschaft ihres Mannes befreit zu werden, hat eine Frau Henrietta Forler, vonHawthorne Borough, N. I., in ihrer Ehescheidungsklage angegeben. Ihr Mann, Jacob Forler, der in Newar? ein Plumber-Geschäft betreibt, ist zwar ihrer eigenen Aussage nach ein gutmüthiger und herzensguter Mensch, doch hat er eine besondere Angewohnheit, die ste nicht ertragen kann, und durch die sie mit der Zeit furchtbar nervös geworden ist. Der Plumbermeister pflegt nämlich mehrere Male in der Nacht aufzuwachen und in ein herzliches Lachen auszubrechen, das fünf Minuten lang dauert und seiner besseren EheHälfte die Nachtruhe raubt. Er erklärt, daß es ihm nicht möglich sei, das Lachen zu unterdrücken, will aber andererseits nicht einwilligen, daß feine Frau wo anders schläft. Das Paar, welches keine Kinder hat, heirathete in Canton, N. I. Sie ist 28 und er 51 Jahre alt. Ein halbes Dutzend Frauen aus Kenosha, Wis., erschienen kürzlich im Gericht, um die Hochzeit von Rosina Manguso, einem italienischen Mädchen von 11 Jahren, mit Pietro Grangreco, ihrem etwa 30 Jahre älteren Bräutigam, zu verhindern. Eine HeirathsLicenz war bereits ausgestellt worden und der Vater hatte sich verpflichtet, dem Bräutigam $100 Beisteuer zur Hochzeit zu geben. Der Vater hat nach Angabe der Nachbarn von Mangusö zugegeben, daß das Mädchen noch nicht 12 Jahre alt ist, das Kind ist aber geistesschwach und versteht nicht, was ihm gesagt wird. Es wird deshalb vom Vater als Last betrachtet, die er gern los sein möchte. Grangreco verschaffte sich in Begleitung des Vaters des Mädchens eine Licenz, und dann begab sich das Brautpaar zu den in Kenosha wohnenden Priestern, die es aber sämmtlich ablehnten, das Paar zu trauen. Das Gericht, dem Manguso wegen thätlichen Angriffs auf das Kind vorgeführt wurde, hat sich in den Besitz der Licenz gesetzt und eine Untersuchung des geistigen Zustandes des Mädchens angeordnet. Einen Aufruhr verursachte kürzlich in Louisville eine Heerde Stiere am Landungsplatze am Fuße der Ersten Straße.- Eines der' Thiere war wüthend geworden durch den Anblick eines rothen Hutes, den eine Jeffersonviller Dame trug. Infolge schweren Nebels fuhr nur ein Boot, und zwar alle Stunde, und dasjenige, das gerade einlief, hatte 250 Mädels an Bord, die in Louisville beschäftigt sind. Das Boot landete um ein Viertel neun Uhr früh,, und die Menge ging die Anhöhe hinauf. Ganz vorn ging das Mädchen mit dem rothen Hut. Eine Heerde Stiere wurde auf den Landungsplatz getrieben, und als einer davon den rothen Hut erblickte, stürzte er mit Vebrüll auf die Trägerin los. Die übrigen Thiere sausten hinterher, es waren ihrer fünfundzwanzig, und ihr Gebrüll, nebst dem Geschrei der geängsteten Frauen, verursachte in der Nachbarschaft beträchtliche Aufregung. Das Mädel mit dem rothen' Hut besaß die Geistesgegenwart, denselben im Fliehen von sich zu werfen. Am Dock wurden dann die Thüren geschlossen und so die Stiere und Menschen getrennt.
Einen höchst frivolen Scherz mit der Heiligkeit des Todes hat sich ein Munizipalrath in' einer Vorstadt von Paris erlaubt. Er hielt es für einen vorzüglichen Witz, sein abgelaufenes Amt als Vicebürgermeister in einem feierlich burlesken Leichenzuge zu statten. Zu diesem Zweck schickte er mehrere Tausend schwarzgeränderter Todesanzeigen an die Wähler seiner Gemeinde und lud diese zur Beerdigung von seinem Hause, dem Trauerhause aus, ein. Die Sache erregte gewaltiges Aufsehen, eine zahllose Menschenmenge strömte zur anberäumten Stunde herbei. Fanfaren kündigten das Erscheinen des Leichenzuges an. Ein maskirter Sarg, von einem mit schweren Draperien behängten, Menschen dargestellt, kam, von Trägern geleitet, aus dem Haus. Hinterher schritt der Herr Stadtrath selbst, umgeben von einer Schaar suchzender und heulender Freunde. Voran zog eine Musikband?, die einenTodtenmarsch im Schnelltempo als CakeWalk spielte, wozu sie selbst und das Leichengefolge von Zeit zu Zeit tanzten. So marschirte- man nach der nächsten Kirche. Der Küster stand gerade in der Kirchentür. Entsetzt über dies Teufelstreiben, lief er kreischend in den Thurm und zog die Sturmglocke. Das erhöhte aber nur noch die Lust der frivolen Spaßmacher und bereitete auch den höchjchst amüsirten Zuschauern das grgte Gaudium. Die Trauerprozession wandte sich nun einem Caf6 zu. Der Sarg wurde dort auf den Villardtisch gestellt, burleske Leichenreden wurden gehalten, und zuletzt ward der Todte feierlichst in die Gruft gesenkt. Eine lustige Kneipe machte den Beschluß. Die zum mindesten sehr geschmacklose Veranstaltung hat aber viel böses Blut gemacht und wird wenig schmeichelhaft für den Herrn Stadtrath commcntirt Gutmüthig. Frau: Hier riecht's ja nach Cigarren." Dienstmädchen: Gott, Sie erlauben ja nicht, daß der Herr in den Zimmern raucht, da habe ich's ihm in der Küche gestat-
Fre? nach Schiller. Das Leben ist der Güter höchstes nicht. Der Uebel größtes aber ist die Schule. Nur keine Heimlichkeiten. Geh, Alterchen, trag mir meinen Hut! Du willst nicht?! (für sich) Na, wart', dann nadle 2. ich ihn Dir heimlich an!. . .So!. . . t . r-i r " - VB-aia, 'tW: '.O ;rTufc& I . fär.-y-v eUwAf ' r, -Vicra'S- . fZ 51 K iti ti 'Mi. As d?M A 1L . Kk. H Jöfö .--. r -L5ifiZfr 3. Ah,- welch entzückender Fernblick! Nicht wahr, lieber Um Gottes willen, mein schöner Hut!"
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