Indiana Tribüne, Volume 28, Number 94, Indianapolis, Marion County, 10 December 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüne, 10. Dezember

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Europäische Nachrichten. WUrtternverg Stuttgart. Als Nachfolger deZ verstorbenen Stadtdekans, Obererm sistorialraths Dr. vBraun, ist HofPrediger, O.berconsistorialrath Keeser, zum hiesigen Stadtdekan ernannt worden. Carl Keeser ist am 14. September 1850 in Billingsbach geboren, war Helfer in Leonberg und Kirchhe-im u. T., seit 1891 zweiter Stadtpfarrer daselbst und wurde 1893 als dritter Stadtpfarrer an die Stiftskirche nach hier berufen. Seit 1893 ist Oberconfistorialrath Keeser Hofprediger und gehört dem Consistorium an. G e i s ! i n g e n. Anläßlich der diamantenen Hochzeit, die Kupferschmied Stefan Keidel mit seiner Fraü Ursula, geb. Gansloser, feierte, ließ der König auf einen Bericht des Oberamtmanns Hasel dem Jubelpaar seine Glückwünsche durch das gemeinschaftliche Oberamt ausdrücken und gleichzeitig als Ehrengabe einen prächtig gearbeiteten Albernen und vergoldeten Pokal überreichen. Der Jubilar zählt 89, die Jubilarin 84 Jahre. G ö p p i n g e n. Das Automobil des Bankbeamten Tariot aus Paris hat bei der Einfahrt in die Stadt den dreizehnjährigen Sohn des Briesträgers Kingötter überfahren und getödtet. Tariot und sein Chauffeur tour den auf Anordnung des Gerichts fest

gehalten. Die abgeschlossene Untersuchung ergab jedoch die Schuldlosigkeil der Reisenden. Haufen. Roth. Anläßlich der Geburt des achten Knaben in der Familie des Pächters Jakob Rey inForsthaus hat der König unter UeberWeisung des üblichen Geschenks die Pathenstelle übernommen. Leinzell. Die 65mhnge Crescencia Werner, die mit Viehhüten beschäftigt war, wollte eme plötzlich wild gewordene Kuh von einem nebenan hütenden Knaben, dem dieselbe nachsetzte, abbringen, worauf sie von der Kuh angegriffen und derart mit den Hörnern zugerichtet wurde, daß sie den erlittenen Verletzungen erlegen ist. Plochingen. Schwester Ellsabethe Kirchner feierte im Mutterhause Großheppach ihr 25jähriges Schwesterjubiläum. Nahezu 20 Jahre hat sie an hiesiger Kleinkinderpflege segensreich gewirkt; gegenwärtig ist sie in Heilbronn thätig, wo sie durch ihr selbstloses Wirken hoch geachtet ist. R e u t h i n. Das Wohn- . und Oekonomiegebaude des Landwirths Guhl und das danebenstehende WohnHaus des Taglöhners Reich brannten bis auf den Grund nieder. Stettin i. R. Der verheiratete Bäcker Wiedmaier sen. hat sich in seinem Bett erschossen. Gemüthskrankheit scheint die Ursache der That zu sein. In der Eßlinaer Straße brannte das aemeinschastliche Wohngebäude des Maurermeisters Jmmler und des W. Schmid nebst der angebauten Scheuer nieder. Die Bewohner, die nur ungenügend versichert sind, konnten sich kaum retten. Zwei Kühe erstickten. Wangen .im Algäu. Zur Ortsvorsteherwahl in Deuchelried erschien auch der 102 Jahre alte Bürger Joseph Rauheisen von dem eine halbe Stunde entfernten Oflings, um von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Der Oberamtmann begrüßte den ehrwürdigen Greis mit Worten der Anerkennung. 'Maden. Karlsruhe. Der langjährige Hausmeister des Rathhauses, Frieblies) Biebelbeimer, ist nach 40 Jahren treuer Arbeit im Dienste der Stadt in den Ruhestand getreten. a,er ledige Maurer Ott aus Teutsch - Neurath fiel, während er an einem Neubau in der Lachnerstraße und zwar aus einem nack dem Sofe zu stehenden Gerüst mit Abrüsten beschäftigt war. vom 4. Stock des Gerüstes ab, wobei er das Gemck bra und einen Beckenbruch erlitt. Der rasck berbeiaerufene Arzt D?. Äeidingfeld konnte nur noch den Tod constatttt. E b r i n a e n. Nach 50!ähriaer erjprießlicher Thatiakeit trat Hauptlehrer Stocker in den wohlverdienten Ru hestand; der greise Lehrer wirkte allein 43 Jahre Kier und bringt nun seinen r .r . - c r 'f.! eoensaoeno in uzmaen zu. F r e i b u r g i. B. Einem Lustmord fiel in Wildthal die 53jährige Näherin Eva Disch zum Opfer. Äls der Tbat verdacht! wurde der 28iai) riae Tagelöhner Karl Friedrich Laudach, der seit ungefähr emem Jahre in Zähringen wohnt und ,eine bewegte Wergangenhen hmter sich hat, verhap tet. Die so schrecklich um's Leben gekommene Nähern versah ssit 1886 den Dienst einer Arbeitslehrerin in rmi ir 4 i C TJ-fJClj Wllolyat mtt ielg uno lacim. Heidelbera. Von einer nicht genannt sein wollenden Persönlichkeit sind dem Oberbürgermeister zum Aw denken an einen Verstorbenen 30,000 Mark zur Errichtung einer Volkslese. Halle und Volksbibliothek übergeben worden. Sl t h I. Abgestürzt ist bier an einem euoau aus emer Höhe von acy: Meter der 30ia'riae Zimmerpolier A. Venkesser aus Neudorf. Er trug r f . m . i rTIL sazwere ericyungen an oer lroc faule davon. Mannheim. Auf dem neuen Ranairbahnhof aerieth der verheira!thete 43jährige Rangirer G. A. Schärdt beim Rangiren mit dem Futz in.die Leitschiene und blieb stecken, so

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Irgendeine Frau kann Linderung jener peinlichen Schmerzen, oder Z5rauenschw2che. finden, wenn sie den Wine ot Cardul, der in jeder Apotheke m haben ist. gebraucht. Vermittelst dieses berühmten Frauen-Ttärkungsmittels können schmerzhafte Verio den und niederdrückende Schmerzen vermieden werden. Wer möchte da noch dermeidliche 2??enstruationsschmerzen erdulden? Der Wlra ot Cardal kurirt neunzehn aus fe zwanzig Fällen von MenstruattonsstSrungen. und hat noch keine Frau, welche se an dieser Krankheit gelitten hat. den Win ot Cardul gebraucht, ohne ein erfreuliches Nesultat zu erzielen, selbst wenn iör Leiden mit ernstlicher Schwäche verbunden war. Seit fünfundsieb.zig Jahren hat der Win ot Cardul Frauenschwächen aller Gattungen kurirt. und lebe Frau, die ihn !e drobirt hat. verläßt sich auf ihn. und wird sie nichts Anderes gebrauchen, da sie sicher ist, daß der Win of Cardal sie kurirt. Verlangt den Wine ol Cardai von Euenn Apotheker, und gebt Acht, daß er acht ist! Der Wine ot Cardal kostet nur $1.00 per Flasche, und liegt im Bereiche einer jeden Frau. Er bringt positive Linderung, sogar nachdem die besten Cvezialisten fehlgeschlagen haben, (und ist die Behandlung derselben stets kostspielig). Der Wine ot Cardul ist ein billiges Heilmittel, indem er eine rasche und sichere Kur bewirkt. Wenn Ihr andere Heil Mittel probirt habt, ohne Linderung zu finden, dann empfehlen wir. Euch, den Wlno ot Cardai zu versuchen. . ' Freeman. Ind.. den 2., März. 1904. . Ich habe seit letztem Sommer am Lebenswechsel gelitten, und habe dafür gedoktert, ohne Linderung zu finden, bis ich den Wine ot Cardul und Thedford's Black-Draught zu gebrauchen begann, he ich dies that, musste ich meine Wäsche besor gen lassen, und jetzt kann ich den ganzen Tag lang arbeiten, ohne mich zu ermüden. Ich erachte den Wine ot Cardul ol einen Segen der Frauen, und kann ich ihn nicht senug empfehlen. Ich wünschte, fccfc alle leidenden Frauen diese Medizin gebrauchen würden, um sich zu kuriren. Frau Kate Vandebenter.

d-aß ibm der rechte Fuß oberhalb des Knöchels abgefahren wurde. Offenburg. Uhrmacher Otto Krupper hatte das Unglück, mit dem Fahrrad derart zu stürzen, daß ihm die Lenkstange in den Leib fuhr und der Schwerverletzte einige Zeit darauf starb. S u lz o a ch (Ettlingen). Hier stno zwei Häuser niedergebrannt. Die Tochter eines der Abgebrannten erlitt schwere Brandwunden. 1200 Mark baares Geld wurden ebenfalls ein Opfer der Flammen. Der Brandstifter Schneider erhängte stch nach der That im Walds. Wrttlghausen (Tauberbischofsheim). Bahnarbeiter A. Klinger, welcher bei Geleisebauarbeiten beschäftigt war, wurde vom Wurzburger Personenzug überfahren und sofort etödtet. Hitzeinpfarz. A l t e n g l a n. Die Bewohner unseres Nachbarortes Mühlbach a. Gl. wurden kürzlich durch Feuerlärm in Schrecken versetzt. Es entstand auf unvekannte Mlje tn dem Wohnhaus des Steinabrichters Friedrich Borger Feuer, welches durch den Windsturm so rasch um sich griff, daß auch die angrenzenden Wohnhäuser der Wittwe Zimmermann und des Schmiedemeisters Jakob Appel in kurzer Zeit ein Raub der Flammen wurden. Deidesherm. Der rn der Wemhandlung Eckel beschäftigte Küfer Ferd. Hauer erlitt , dadurch einen fchweren Unfall, daß ihm ein volles Viertelstückfaß auf Brust und Unterleib fiel. Die Verletzungen des Mannes sind so erheblich, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Eisenberg. Hier erschoß stch em junger Mann Namens Hosfmann in seiner elterlich' Wohnung. Der Schuß in den Mund wirrte nicht sofort tödtlich. der schwerverletzteSesbstmörder lebte noch kurze Zeit. Liebeskummer soll der Beweggrund der That sein. Frankenholz. Im Schacht 6 verunglückte der 31jährige verheirathete Hauer Jakob Schäfer aus bautenbach. Derselbe war beim Vorfahren gefallen, wodurch das Lampenglas brach, und dadurch entzündeten stch dort befindliche schlagende Wetter. Sckater wurde im Geümt und an den Handen verbrannt, jedoch nicht lebensgefährlich. Hochspeyer. In seiner Wohnuna erschoß sich der in den 50er Iahren stehende Schmiedemeister Peter r t-r . n r 't V-.-5veu. iDerjeioe i tu einem ayrc krank; es durfte hierin der Grund zur That liegen. Srs"ß'Lctytngen. Straßburg. Unter Anklage, einen Vorgesetzten thätlich mittels gefährlichen Werkzeuges angegriffen zu haben, stand kürzlich der Musketier Ruffing vom Jnfanterie-Regiment No. 132 vor dem Ooerlnegsgericht, der Berufungsinstanz. Der Mcmn hatte. als er stch m semer Heimath Saarbrücken auf Urlaub befand, gelegentlich eines Tanzvergnügens mit einem Unterofficier von der Fußartlllerie Streu bekommen, den Unterofficier auf dem Heimweg dann überfallen und mit einem Messer erheblich verletzt. Das Kriegsgericht hatte Ruffing wegen thatlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren verurtheilt. Diedenhofen. Der vom Gemeinderath als Bürgermeister der Regierung vorgeschlagene Regierungsrath Böhm in Metz hat die Wahl angenom men. Die Bestätigung der Regierung steht noch aus. Gundershofen. Die EisenHandlung Simon & Drer,sus hatte un tanqn eine grone Änzahl icyon ver wendete Granaten erhalten und mehrere Arbeiter waren im Begriffe, sie zu zerschlagen, als eine darunter befindliche geladene plötzlich explodirte und die zweiTagearbeiter Ratzel und Fisch bach tödtlich verwundete. Mcckrenörg. Schwerin. Im Großherzogthum

Mecklenburg - Schwerin wurden im laufenden Jahre 100 goldene bezw. Diamant-Hochzeiten und andere Festlichkeiten begangen, bei denen der Landesherr den Jubilaren neben einem Glückwunschschreiben ein Bildniß bezw. ein Geldgeschenk zugehen ließ. Krakow. Es feierten Schmiedemeister Schwiesow, Schneidermeister Tiedt und Schneidermeister H. Lehnert den Tag, an dem sie 25, resp. 20 und 10 Jahre der hiesigen freiwilligen Feuerwehr angehörten. M a l ch i n. Fräulein Auguste Veckmann, Lehrerin der hiesigen höheren Töchterschule, feierte ihr 50jährigeZ Jubiläum. P a r ch i.m. Der Organist Th.

Vohn ist, nachdem er 53 Jahre ein kirchliches Amt an St. Marien rekle:det hat, auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt worden. Schonberg. Der Bahnarbeiter Dierk und seine Ehefrau feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 77 Jahre alt, die Jubilarin ein Jahr lunger. Ueber die Hinrichtung eines Soldaten in Ungarn wird berichtet: Der 23jährige Infanterist des 101. Infanterie - Regiments in Debreczin Trajan Krisztay wurde dieser Tage gehängt. Er war schon einmal zum Tode verurtheili worden, weil er bei emer Uebung einen Husarcn erschossen hatte. Er wurde jedoch zu zwei Jahren Festung begnadigt, da er leugnete, die That absichtlich begangen zu haben. Als er im Januar freigelassen wurde, ermordete er aus Rache meuchlings seinen Gefreiten. Krisztay wurde vom Kriegsgerichte zum Tode durch den Strang verurtheilt. Er schlief die ganze Nacht ruhig, in den Morgenstunden wurde er reumüthig und betete immerfori. "Um 5 Uhr früh wurde er in den KasernenHof geführt, wo der Galgen Hergerichtet war. Wortlos horte er das Urtheil an und bat, der Scharfrichter möge schnell seines Amtes walten. Als r vor den Pflock gestellt wurde, rief er dem Commandanten zu: Ich bitte um Gnade, Herr Major!" Dieser antwortete nicht. Als der Delinquent die Worte rief: Gott segne Sie alle, Gott sei mir gnädig", erschallte Trommelwirbel, und der Scharfrichter Waltete seines Amtes. In fünf Minuten erfolgte der Tod. Humoristisches. D i e Heimkehr vom Bad e. Doktor (die Patientin untersuchend): Wir wollen sehen, ob die BäF a l ch ausgelegt. Generckl: Wie lang'... äh. .. sind Sie... äh. .. Soldat? Rekrut: Einen Meter und 75 Centimeter. Z e r st r e u t. Frau Professor: Christian, in der Küche sitzt schon eine Stunde lang ein Soldat." Professor: Der muß halt' nachsitzen." Ueber eine Sängerin. Hörst Du? Die kann aus ihrer Stimme machen, was ste will! Na, warum macht sie sich nicht ein Gebiß daraus? Hochhinaus. Wo gehen dte Newkirks auf ihrer Hochzeitsreise hin? " Das wissen sie selbst noch nicht; sie haben sich entschlossen, eine Reise im lenkbaren Luftballcn zu machen." S ch ö n e s Programm. Unteroffizier (am Tage vor dem Regimentsjubiläum instruirend): Die ersten zwei Verse singt die dritte Compagnie dann fällt die ganze Käserne ein. Einziger Ausweg. Ihr Neffe," meldete die Wärterin. Ach, der will mich wahrscheinlich wieder anpumpen, seufzte der Kranke, drehte sich nach der Wand herum und staro' . . Abergläubisch. Mädel. weine nicht, es sind im Leben schor, viele Verlobungen rückgängig gemacht worden." Aber jetzt kommt meine dct'.zebnte.

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u Nach Haler Weist. Eigenartige Beerdigung des Hauptes einer Ligcuuerbande. Ein eigenartiger Leichenzug bewegte sich unlängst durch die Straßen Schletistadts im Elsaß. Das Leichenbegängniß galt einem Anführer und OberHaupt einer größern Zigeunerbande. Der Anführer war an den Folgen einer Lungenentzündung verschieden. Sofort versammelten sich alle Mitglieder der Lande um den Tcdten. Man zog ihm ein neues Kleid an, und bettete ihn unter einem eigens errichteten Zelte auf Stroh. Zu seinen beiden Seiten warcn brennende Kerzen, die in leeren Flaschen staken, aufgestellt. Die noch ziemlich junge und schöne Wittwe schnitt sich ihr langes, schwarzes Haar kurz ab als Zeichen, daß ste Wittw? bleiben wolle und kauerte stch neben die Leiche ihres Gatten, um ihm von Zeit zu Zeit den Kopf nach einer andern Seite zu drehen, während die andern Mitglieder der Bande ringsumher lagerten. In der Hand hatte sie einen ziemlich langen Haselstock, mit dem st? denjenigen der. Umherliegenden stieß, den etwa der Schlaf übermannte, ihn auffordernd, sich schlafen zu legen, wenn er nicht mehr bei dem Leichnam des Anführers - wachen könne, Den ganzen Tag übe? und bis tief in die Nacht hinein umstand eine große Menschcnmenge das Lager der Zigeuner. Zu dem Leichenbegängnih hatten die Zigeuner großartige Vorkehrungen getroffen. Aus verschiedenen Theilen DeutschJands waren Vertreter anderer Banden herbeigeeilt. Auf dem Kirchhofe zu Schlettstadt hatte man eine GrabkonZession erworben und einen Maurermeister mit der Anfertigung eines nach allen Seiten auLcementirtea Grabes beauftragt, das später ein kleines Denkmal erhalten soll. Das Grab allein dürfte auf etwa 165 zu stehen kommen. Das Leichenbegängnis war ein solches erster Klaffe. Vor dem Sarge her spielte eine Kapelle Trauermärsche. Während man den geliebten Todten in den zinkenen Sarg bettete, mußte die Kapelle einen Trauermarsch spielen. Nachdem man dem Todten eine goldene Tafchenuhr mit reicher, silberner Kette angelegt hatte, wurden ihm verschiedene Gegenstände, so unter anderen Tabak, Pfeife und Bindfaden mit in den Sarg gegeben. Wie verlautet, war eme Bank angewiesen worden, der Bande eine qrößcre Summe auszuzahlen, welche von einer Centralstelle der Zigeuner übermittelt worden war. Die Trommelsucht oefällt meist nur jüngere oder halberwachsene Kaninchen. Kennzeichen: Ein runder. aufgetrieoener Korper, voller Hange bauch, Athemnoth und Mattigkeit. Ur fachen: Zu viel Grünfutter, besonders bethautes oder erhitztes Grünfutter, zu gieriges Frejlen und mangelhafte Ver dauung. Heilmittel: Man gebe in einem Theelöffel Wasser 45 Tropfen Salmiakgeist, nach 2030 Minuten, falls keine Erleichterung zu bemerken ist nochmals, entziehe alles Grünfutter, reiche etwas Brot oder Hafer und futtere emiae Tsqe autes eu. , S'rolzctLt. ...Die Wurst soll i' essen?... Da thät' i' ja blos mei' Maul für 'n Narr'n halten!"

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2 ( Alle Hcnkcrsrrchlmng. Ltrafen für frH6jttuHinr in früherer Zeit. Ter Deuter von Morqes. Noch das Napoleonische Strafgesetz ahndete die Herstellung und Verbreitung falscher Gold- oder Silbermünzen mit dem Tode und mit Einziehung des Vermögens, während die Anfertiger und Verbreiter falscher Scheide- oder Kupfermünzen mit Zwangsarbeit auf Lebenszeit davonkamen. Es huldigte nach dieser Richtung noch den Anschauungen des Mittelalters, das stch aber nicht mit einfacher Hinrichtung der Falschmünzer begnügte, sondern die qualvollsten Todesarten gegen ste anwandte. Ein französisches Blatt hat neulich einige Rechnungen des Henkers von Morges (Morsee) im jetzigen schweizerischen Kanton Waadt veröffentlicht. Die eine Rechnung, aus dem Jahre 1434 stammend, bezieht sich auf die Vollstreckung , der Strafe an einem wegen Falschmünzerei verurtheilten Lütticher Namens Arnaud de Vuissiballay. Die Rechnung besagt, daß der Missethäter zu der für Verbrecher seiner Art gewöhnlichen Strafe, d. h. zum Tode'in siedendem Wasser und Oel verurtheilt worden fei, und enthält dann folgende Posten: Leihgebühr für den großen Kessel zum Sieden 10 Florin. für Anschaffung zweier starker Eisenstangen, um den Kopf Arnauds hochzuhalten. 20 Sols. für drei Karren Holz aus dem Walde von Allaman 9 Sols, für vier Krüge Oel zum Uebergießen des Kopfes , Arnauds 16 Sols, für Ankauf eines Kessels und eines Löffels zum Kochen des Oels 12 Sols. für zwei Pfund Schwefel, um den Tod Arnauds zu beschleunigen, 2 Sols. für Beschaffung eines Seiles und eines Wellbaumes, um den Verurtheilten während der Tortur in der Schwebe zu halten, 19 Sols, für zwei Säcke Kohlen 2 Sols, für Auslagen Pierre Soliers, des Gehilfen des Amtmanns von Morges, der nach Thonon ging, um dem Herzog von Savoyen Bericht zu erstatten, 2 Florin, für die persönlichen Auslagen des Henkers und seines GeHilfen während der drei Tage, die zu den Vorbereitungen und der Strafvollstreckung nöthig waren, 4 Florin. Verdächtige Leibesfülle. Dieser Tage erschien in dem an der französisch-schweizerischen Grenze liegenden Bahnhof von Morteau ein Ehepaar von sehr stattlichem Ansehen. Es kam von Chaux-de-Fonds, Schweiz. Der Herr Gemahl erfreute sich eines starken Embonpoints und feine Gattin erschien dem Umfang ihrer Taille nach zu schließen, nicht minder gut genährt. Die Zollbeamten nahmen die Gepäckrevision vor. Das Ehepaar erklärte, nichts Verzollbares bei sich zu haben. Nur unbedeutender Krimskrams, sagte der Herr, befinde sich in seinem Köfferchen. Die Zollbeamten waren indessen neugierig, diesen Krimskrams zu sehen, und so fanden sie in dem kleinen Koffer denn eine hübsche Kollektion Uhrmacherwerkzeug und Uhrenbestandtheile. Die Zollbeamten betrachteten stch den Herrn, dann die Dame und ihre Neugier wuchs. Die Beiden wurden ebenso höflich wie bestimmt eingeladen, sich in einen Nebenraum zu begeben und dort, obschon die Temperatur des Lokals keineswegs übertrieben hoch war, sich zu entkleiden. Kein Protestiren half: Rock aus! Bluse fort! Da zeigte sich, daß die Wohlbeleibtheit der Beiden von ganz besonderer Art war: der Herr trug eine Weste von außergewöhnlicher Dicke und die Dame eine originelle Ceinture. - Weste und Ceinture waren mit unzähligen Taschen versehen und diese waren mit goldenen und silbernen Uhren vollgepfropft. Ihr Werth bezifferte sich auf mehrere Tausend Francs. Das Schmuozlerpaar ward sofort verhafte!, die Kontrebande konfiszirt, und nach einigen Verhandlungen erfuhren die Erwischten, daß ihre Verkleidungsprobe sie 1000 Francs koste und daß sie ihre Weiterreise erst nach Bezahlung dieser Summe fortsetzen dürften. ttavi&i die B0NANZA.

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