Indiana Tribüne, Volume 28, Number 93, Indianapolis, Marion County, 9 December 1904 — Page 7
Jndiana Trtbüne, S. Dezember
. Dic Xnitc uiiin r r Mpf Brunn V er C7V Hornan von L. Ö a i Mu i rn (Fortsetzung Ihr Athem ging immer rascher die Farbe auf iyr?n runden Wangen wechselte. Komin!" sagte sie, und zog ihn rnit sich in d2s alte, verwachsene Voskett. E? folgte ihr willig, und während, er eZ that, dachte er hohnend: Jch habe Dich. Tu Kumme Pute!" Pah, sie war noch g5nau so dumm-schlau wie damals, da er noch dümmer als fr, ein blutjunger Leutnant, sich von ihr, der WirthZicchter, in's Garn locken lieh. Damals war sie aber wenigstens frisch .und- jung und schlank, seine Sinne zu bethören. Er hatte sofort abgehen müssen, als seine Heirath an's Licht kam, und zugleich allerlei andere böse Geschichten. Er hatte dann in der Noth einen Wechsel gefälscht und war für alle Zeit verloren. Di; Erdmannsklippe war eine? der schönsten Punkte des Eeöirgszuges, der die Gegend nach Südwesten abschloß. Das köstliche Wetter, der rasche Wechs-l der Szenerie machten die Fahrt so reizvoll, daß der Oberst die Unbequemlicklichkeiten darüber vergaß, die ihm sein lahmes Vem verursachte. Als es dann aber bergan ging,machte Agnes ihrer Kousme den Vorschlag, zu Fuß zu gehen; sie hätte den Muth dazu wohl kaum gehabt, wenn sie sich in Herrn von Ellerns Schutz nicht vor einem möglichen Ausbruch der Mordmanie" so sicher gefühlt. Die Ueberlegung kam ihr freilich erst Nachtraglieh; im ru.ade hatte sie völlig vergessen, in Eva die Irrsinnige zu sehen. Diese willigte gern in den Vorschlag; dann könnte der Vater sein Bein lang ausstrecken, und sie beide im Gehen Blumen und die ersten Waldbeeren pflücken. Herr von Ellern ließ in dem kleinen Wirthshaus am Fuß des Berges sein Pferd einstellen, und nun schritten die drei jungen Leute im Walde bergan. Unter dem lustigen Geplauder mit ihrem Begleiter beachtete Agnes nicht, daß ihre Kousine völlig stumm neben ihr ging, lag doch auf Evas Gesicht ein ganz verklärter Ausdruck. Sie selbst und Eiern fühlten sich lebhaft zueinander hingezogen, es war, als dränge sie beide ein großes Mittheilungsbedürfniß, sie hatten unverhohlene Freude daran, ihre Meinungen über alles Erdenkliche auszutauschen und zu finden, daß sie in Uebereinstimmung waren. Auch das daß sie, beide Waisen, bei Verwandten aufwuchsen rknd keine Geschwister hatten, wäre ihnen als ein neuer Grund zu diese? Sympathie erschienen, wenn sie darüber nachgedacht hätten. ' Agnes that dies zedensalls nicht sie rief sich in ibrem Innern wohl zu: So glücklich war ich noch nie," aber warum sie es war, blieb ihr dunkel. Wie schön, wie herrlich ist es auf dem Lande," rief sie und er stimmte ein, sie waren ja beide Großstadtkinder. Bald kamen sie oben an; der Wagen mußte einen weiten Umweg machen und vor ihnen lag ein kleines Plateau,, rings-von dichtestem Gebüsch eingefaßt. Nur an einer Stelle stand eine Art kleiner Tempel von Baumstämmen und Borke, und dort war der berühmte Aussichtspunkt. Bitte, schließen Sie die Augen; nicht eher sehen, als bis ich es erlaube," hatte Ellern gebeten und die beiden Kousinen an der Hand in den kleinen Tempel geführt, unter dessen säulengetragenem Dache sich eine weite, fensterartige Oeffnung befand. Jetzt sehen Sie!" rief er. Ein Freudenschrei brach von Agnes' Lippen. Das überstieg ja alles, was sie je gesehen. Ihre enthusiastische Lebhaftiakeit. ihr jubelndes Entzücken machte sie Ellern unbeschreiblich reizend. Er war selbst auf diesem Punkte auch noch nie gewesen, aber das holde, unbefangene Mädchen mit dem warmen Herzen für alles Schöne erschien ihm so viel bewunderungswerther, daß er nur dieses sah. Agnes merkte nichts davon. Sie hatte ihn auf alles aufmerksam zu machen, allerlei zu fragen und ihn entzückte es, neben ihr zu stehen, in ihre leuchtenden Augen zu blicken, ihr Haar, ihr frischer, schöner Teint, die anmu- , ihige Gestalt. So reizend hatte er sie noch nie gefunden, das erbetene rosenfarbene 5Neid von leichtem Sommerstoff, so unendlich einfach es war, stand ihr wundervoll. Auf einmal fiel ihm ein, daß er gegen Eva höflich sein müsse. Er wandte sich sofort zu ihr. Sie war auf die Steinban! gesunken und blickte mit großen Augen, schwerwüthiger als je, auf das herrliche Thal zu ihren Füßen. Nun, gnädige Frau theilen Sie unser Entzücken?" fragte er. Sie richtete den dunklen Blick zum ersten Mal auf ihn. Ich fürchte, daß ich das Sichfreuen verlernt habe sagte sie nachdenklich und preßte die Hand auf's Herz, als thäte ihr das weh. Er schwieg eine Sekunde. Ihm war, als sähe er sie jetzt heute zuerst,' als gäbe es ihm in seinem In-
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nern emen Ruck, dann sagte er zögernd:
Man vergißt em Lied, em Gedicht wohl, aber es kommt wieder, mit seiner Melodie, mit jedem Wort, ungewollt und unerwartet. So auch die Freudefahigkeit." Sie blickte schon wieder in die Gegend hinaus und fragte sich: ob er wohl was davon weiß, er, der nie Kummer und Unglück .kannte? Wie sollte er wissen? Und woher? ' Er wußte m der That nichts davon; sein Herz hatte ihm in der mitleidi- . m V?- CI" ! 1 " i. I gen ilegung ok mauz oumu Jetzt eben erreichte der Wagen das Plateau der Oberst mußte sich begnügen. von seinem Sitze aus Umschau
zu halten, die Prasidentm trat unter verwilderten Voskett gesessen unds.starrdas Dach des Velvedere, wie man es in ten jetzt Aanes ebenso an. wie diese sie.
der Gegend nannte. Später frühstückte - . . t 1 ' crM-xt s I man imzagen vor oem ueirn-ajmq hause am Fuß des Berges und war sehr heiter, selbst Frau von Sobotka mischte sich unaufgefordert in die Unterhallung und sah belebt aus, wie noch nie in dieser Zeit. Herr von Ellern sagte ihr, daß er ihre Nonnentracht abscheulich gefunden, daß rz. : . t . rr . v c ii rr r : : I
iz v'.cl L'Cjct ln vcnl i;cuiigcii.jiuiuiHMicn 0 in prägen uno ericyie von oen aussähe, besonders auch, weil es sie beiderseitigen Verwandten vertieft, daß
nicht von der übrigen Mit i oiirc. Der letzte Grund schien sie zu überraschen durch seme Richtigkeit; Ellern
sah, sie begriff, was er meinte. Und er ren. Verlegenheit, Aerger' und Imseinerseits fragte sich immer wieder: wo pertinenz in jeder Miene, jedem Ton,
sind die Spuren emer geistigen StoW I I rung ? gelang ihm aucy yeule mcy!, solche zu entdecken, er neigte immer en schttdener der Ansicht der Dorsleute und V3 Uory flf -it I des alten Arztes zu. Aber was konnte die junge Frau bestimmen, sich widerstandslos wie eine Geisteskranke behandeln zu lassen? Zwischendurch scherzte er und plauoene mit Agnes vtcöim m der Weise wie am Morgen er fand sie reizend, anziehender, als ihm jemals ein Mädchen erschienen. Das sonnige Wesen, die frische, warmberzige - i i pv c re r? v -, yelierieli, vie raiaze ussasiung, aues blieb sich, seit er sie kannte.an ihr gleich; da war nichts Gemachtes, nichts künstlich Zurückgedrängtes lauter und klar wie ein Quell war ihr ganzes Wesen. Die andere. Man konnte sich gar keinen entschiedeneren Gegensaß denken, Wie sie da jetzt eben zusammenstan4. r -r V i l C il ven Agnes o hcci uno owno, uno Eva so dunkel und ernst! Der holdeste Frühlingsmorgen und die geheimnißvolle, stille Nacht. Und doch hatte auch Frau Eva, je länger man mit ihr zuWammen war, einen eigenartigen Neiz. sC 9 Y f rt -.. i-H l y, l lu u uuy, iuy gll iiiujcu, unc wui den diese Augen sich erhellen, wenn ein s c - r i naci von wua uno ieoe in oes armen Weibes Seele siel ein Strahl sTi r ri ii wnliicyer, eoier ieoe: roner von, wie war an der Aermsten gesündigt worden! Man fuhr heim Ellern ritt neben Agnes, er hatte immer wieder eine Frage zu stellen, eine Bemerkung, einen Scherz für sie. Dabei glitten dann seme Blicke mitunter zu Eva hinüber, und es freute ihn, sie leise lächeln zu sehen. Einmal sagte sie: Was Sie beide reden, klingt mir zuweilen so fremd, als ob es chaldäisch wäre, ich habe alle Beziehung zu dir heutigen Welt verloren. Ihre geflugelten Worte, die neuesten Lieder oder was immer es sei es macht n.ir den Eindruck, als ob mir jemand üb-r eme große Kluft hinüber Unverständliches zuriefe. Und dann wieder ver stehe ich alles, und das ist dann aus meiner Welt der Buche?. Jch denke, gnädige Frau werden bald wieder heimisch werden in dem Leben von beute, nur müssen Sie keine Jdealgestalten darin suchen," meinte er. Mein Kreis war unendlich eng, aber was darin lebt, habe ich sehr genau kennen gelernt. Sie werden mir zugeben, daß die ,Jdealgestalten' darin nickt heimisch waren. Die kamen erst in allerletzter Zeit dazu." So viel hatte sie noch nie mit Ellern gesprochen Er war ganz überrascht, Und wieder sragte er sich: ist es möglich, daß diese Frau nicht ganz normal denkt? Eva hatte vielleicht diese Gedanken schoirwährend der ganzen Fahrt instinktiv errathen. Agnes erklärte sich wenigstens ihr Eingehen auf die Unterhaltung mit Ellern so. denn dasselbe lag sonst so ganz außerhalb ihrer sonstigen Art. Herr von Ellern begleitete den Wagen bis vor das Schloß, lehnte taktvollerweise aber eine Einladung zu Tisch ab, da der Oberst und ie alte Dame sehr ennudet schienen. Mit einem heiteren: Auf Wiedersehen!" und einem letzten, leuchtenden Blick aus Agnes ein Blick, der ihr wie ein süßer Schrecken durch das Herz ging, empfahl er sich rasch. Man kam viel früher zurück, als man gedacht. Um so besser, da konnte man vor dem Mittagessen sich noch ein wenig ausruhen. Die beiden alten Herrschaften waren dessen sehr froh, auch Eva gab zu, daß sie sich nach Ruhe und Allemsem sehne. Nichts konnte Agnes willkommener sem. Auch sie sehnte sich nach Allemsein, und lief, wie sie da war, m den Garten. Ihr Herz war übervoll von den Erlebnissen dieses köstlichen Morgens, es drängte sie, darüber nachzudenken. Freilich wenn man es bei Lichte besah, was war es denn? Die herrliche Fahrt, der kostliche, thausnsche Morgen, der Wald, die Aussicht und was (r if .r l . o rr , n c . Kzuziu geiagi, was iie rniieinanocr gesprechen. Und mit einem ihr selbst noch unklaren, me erlebten Wohlgesuhl
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piger aufblühenden Gartenwildniß umher, und im Ohr. klang ihr, was er" gesagt durch ihr Herz zog wieder der letzte Blick jede Miene, jeden Ton rief ihr die Erinnerung zurück. Sie war so froh, daß sie aanz leise vor sich hin lachte und trällerte, und wie es ihre heitere Art wär, im Gehen machte sie Walzerschritte, drehte sich tanzend um sich selbst. Mitten darin blieb sie plötz lieh im höchsten Grade betroffen vor Frau Triebe stehen, Frau Triebe und . rm i u F.jenem aicrnn, oer eigiing gerufen, demselben Mann, den dme angstvoll für einen Dieb gehalten. Die Beiden hatten auf einer alten Bank in dem Unbegreiflich, daß sie die Kommende " man rjonen! Aber nur eine Sekunde, da hatte Frau Triebe schon ihren Schrecken überwunden und war emporgeschnellt. In sich überstürzendem Wortschwall äußerte sie ihr Erstaunen über die schnelle Rückkehr und erklärte, der Herr sei ein Vetter von int, und sie hätten r- y r r i sie darüber ganz Sie begriffe gar mcht. daß sie ana diaes Fräulein nicht hätte kommen ho machte sie Agnes emen schlechteren Em- . j . 1 ' ' druck als je. Die, Frau erregte ihr ' Mißtrauen ganz entschieden, aber sie war noch zu ? C . 17 JC V. jung uno uncijagren, um iuy uamuci klar zu werden. Der Mann hatte offenbar viel bessere Manieren. Erst als dieser nach rechts, die Triebe nach links sich entfernt hatten, fiel ihr em, daß damals die letztere ihn doch in dem bellen Mondsckein als ibren Vetter hätte erkennen müssen. . Sie ist wirklich eine unangenehme Person" daö war das einzige, was sie ' ... . . .. . noch weiter darüber dachte. Spater, am Nachmittage, fiel es ihr doch wieder ein als sie die triebe auk der Trekve in dem Oberstock traf. Wie war es möglich, daß Sie Ihren Vetter den Abend im taahellen Mondschein nickt erkannten. Nrau Triebe?" fraate sie. SDu meine Güte, aus jungen Leuten . . 9 r . . . . werden Männer er wußte nicht, daß ich hier im Schlosse bin und ich nicht von ihm das braucht dem gnädigen Fräulein doch wohl nicht so wunderlich vorzukommen?" antwortete sie bissia. Am Abend hatte sie trotzdem das m n r i r . zene sur oen gemeinsamen yeeliiaz geleistet. ! Man war sehr vergnügt zusammen; die schöne Fahrt hatte den alten Oberst 1 ' . v . angenehm angeregt, und als Frau Triebe dann erschien, um sick nack dem Befinden ihres Herrn zu erkunviaen. ließ sich dieser sogar von Eva eine Tasse Thee einschenken, ein Beweis seiner besseren Stimmung gegen sie, der die Präsidentm mit Freuden erfüllte und eine Demonstration gegen die Haushälterin bezweckte. Sie hatt? ihm während der einsamen Fahrt den Berg hinaus schwesterlich und eindringlich zugesprochen, ihm ihre eigene Ueberzeugung von Evas völlia gesundem Geiste mit allen vorhandenen Gründen klar gelegt, und an sem Herz appellirt für die so schwer Geprüfte, der man den Rückweg in's Leben erleichtern müsse. 8. K a p i t e l. itten in der Nacht wurde der alte Sanltätsrath sturmisch aus dem Bette geklingelt. Der Herr Oberst liege wieder im Sterben rief ibm der Diener desselben zu, als er am Fenster erschien, Beinab kam es ibm selber so vor. als er an das Bett des Leidenden trat, an dem Frau Triebe mit den blassen Mägden sich eifrig um ihn bemühte, Er fand den Oberst schlimmer als je. Das ganze. Zimmer roch nach Aether. Doktor! das ist Gift! Das ist wieder diese Unselige, die ihren Vater vergiften will!" stöhnte der unglückliche, alte Mann. Ach, was, Unsinn! Ja, was haben Sie denn da aber eingenommen?" schoß er plötzlich auf die Triebe los, die ein kleines Arznelflaschchen m der Hand hielt. Die Person war erschrocken zurückgewichen, faßte sich aber, da sie m des alten Arztes zornig sie durchbohrende Augen sah. ch wollte es nicht saaen. Herr Sanitätsrath ich fand es unter dem Stuhl der gnädigen Frau Frau von Sobotka. Das ist ja ! Sie wollen doch wohl mcht andeuten? Aber warum haben Sie mir denn aus dem Glase vorhin wieder was eingegeben?" schrie der Oberst ächzend und sich krümmend. Nicht aus diesem Glase da sei Gott vor, Herr Oberst da stehen sie, die Hosfmannstropfen die hab' ich Ihnen gegeben. Ich wußte ja tn inet ner Angst nicht" Und das ganze Teufelszeug hat sie dann auch noch auslaufen tonen, veschuldigte ihr Herr sie wieder. Dann überfiel ihn der krampfhafte Schmerz von Neuem, er stöhnte quavoll, die ganze Nacht ging mit immer neuen Anfällen hin, er fühlte sich sterbenselend. Die Triebe that, was sie konnte, ihm Erleichterung zu geben, der alte Samtatsrath saß aufmerksam be ooachtend an seinem Bett, und wahrend er wiederholt versicherte, es sei von Gist I m c . t rn gar xerne jieoc, war er inner liaz je! überzeugt, daß der Oberst irgend etl was Giftiges genossen Lahen mußte..
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Ich bin em unglücklicher Mensch, Doktor, ein tief unglücklicher Vater, glauben Sie es mir," jammerte er immer wieder, während die Triebe ihm den Schweiß von der Stirn trocknete und ihm in ihrer unfeinen, stets sich selbst lobenden Art jeden Wunsch schon aus den Augen las, ja demselben'zuvorkam, eh' er nur .ausgesprochen wurde. Sie sind gut, Katharine. Sie sind gut! Warum ist meine Schwägerin nicht hier?" fragte der Oberst. Ich hatte Nieke hinüber geschickt, ich weiß nicht. Frau Präsidentin hat selbst mit Nieke gesprochen. Frau Präsidentin sind wohl selbst müde." Ach und ich bin doch so elend!" jammerte er. , ' Soll ich einmal schnell hingehen, Herr Oberst? Vielleicht, daß sie dann käme. Aber wenn ich's auch nicht so gut mache, ich habe doch ein Herz für meinen kranken Herrn und nichts in der Welt könnte mich von seinem Bette fernhalten. Win ich auch gerade keinen Dank dafür geerntet habe in letzter Zeit, treu soll mein Herr Oberst mich doch finden, treu in Freud', aber noch treuer im Leid. Ha, das ist keine Kunst, die Liebe zu bezeigen beim Spazierenfahren, aber die Nächte am Krankenbett ,zu verwachen ja da sind dann manche Leute nicht 'zu Haus! Geht es jetzt etwas besser?, Soll ich noch ein wenig so ganz sachte die Stirn streicheln? Das beruhigt das thut meinem armen Herrn gut!" Brave Seele! Gute Katharine! Sie
meint es doch am besten mit Mir! flü flerte einschlummernd der Oberst. Dem Weibsbild ist gar nicht beizukommen!" dachte wüthend der Sanitätsrath. Er hatte sie öfter bei früheren Erkrankungen ihres Herrn beobachten können und mehrmals Vorsicht! versucht, dem Oberst die Augen zu öffnen, letzteres, aber immer vergeblich, denn es war nicht wegzuleugnen, die Triebe hatte am Krankenbette eine Tüchtigkeit und Geschicklichkeit und gegen ihren Herrn eine so sanfte, einschmeichelnde Art, daß jeder andere Einfluß dagegen machtlos blieb. Als am anderen Morgen die Prä sidentm durch ihre Minna, die davon in der Küche gehört hatte, die Vorgänge oer vlaqt erfuhr und sofort zu ihrem Schwager wollte, wurde sie von der triumphirend lächelnden Triebe nicht eingelassen: der Herr Oberst schliefe jetzt. Gegen Mittag versuchte sie es ein zweites Mal und Abends noch einmal wieder jedesmal trat ihr die Triebe mit höhnischer .Sicherheit aus dem. Krankenzimmer entaeaen und kehrte 'sofort in dasselbe zurück. Der Herr Oberst kann Niemand sehen, Niemand, gnädige Frau." Lassen Sie der Sache ein paar Tage ihren Lauf: der Herr Oberst ist jetzt wirklich matt und angegriffen und muß sich erst erholen, neth der Samtatsrath der entrüsteten alten Dame. Dann erzählte 'er ihr von dem aufgefundenen' Arzneifläschchen, und wie die Triebe, ohne direkt zu beschuldigen. ihren Herrn doch offenbar auf diese Neraiftunasidee Kinleite. Wir munen Cva fragen virett fragen: sie weiß so mel, daß diese Ein zelheiten ihc vielleicht eher Aufklärung brmgen, als schädliche Wirkungen, meinte sie. Das Eigenthumliche ist nur, daß ich zugestehen muß, Vergiftungssymp tome gefunden zu haben; unwiderleg liche sogar, gnädige Frau und daß mehrere derselben auf Großer Gott auf den Inhalt, des Glases hindeuten? Das wollen Sie doch Wahl nicht sagen?" Wörtlich das, gnädige Frau. Gleichwohl fallt mir im Traume nlch " em O. nein, nein! Um alles in der Welt das wäre" Beruhigen Sie sich, Frau Präsiden ich glaube es nicht, aber ich habe auch meinen anfänglichen Verdacht aufgegeben, daß die Triebe Und dann, gnadige Frau, ein Arzt hält nichts Menschliches für unmöglich, aber auch die unnatürlichen Regungen Kranker muß er in Rechnung ziehen. Es ist eine Teufelsgeschichte, ich habe keinerlei Anhalt! Denn sehen Sie, der Oberst sagte in letzter Nacht zu der Person, er werde hoffentlich nicht sterben, ehe er für seine gute Triebe gesorgt habe. Und darauf antwortete sie in ihrer schmeichlerifchön Art: ,Wenn nur mein lieber Herr lebt.' Offenbar weiß sie, was alle Welt hier weiß, daß er bis jetzt gezögert hat. sein Testament zu machen, wozu sie ihn sehr gedrängt haben soll. Er sah mich an, als wollt' er sagen: ,Nun sieh, welchen Engel Ihr verlästern möchtet.'" Der alte Doktor lachte grimmig: Die kriegen wir nicht klein, gnädige Frau!" Dann überlegten sie betreffs Evas und kamen überein, daß man der Aermsten nichts von des Vaters schmählichem Verdacht sagen dürfe, jetzt so wenig wie früher, denn wie sollte sie denselben entkräften, glauben würde er ihr doch nicht. Man hat mjch in diesen Jahren zweimal zu ihr gelassen und sie hat meiner Hilfe wohl auch nicht weiter bedurft; ich sah sie nur später zufällig bei ihrem Vater, aber ich gestehe, es würde mich interessiren, sie näher kennen zu lernen!" setzte der Sanitätsrath hinzu. (Fortsetzung folgt.) Auszzloirt?. Agaktz? hat doch ein zu blodeZ Geficht! Die muß einen ganz verrückten Hut aufsetzen, um nur einigermaßen vernünftig auszusehen!"
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