Indiana Tribüne, Volume 28, Number 93, Indianapolis, Marion County, 9 December 1904 — Page 6
Jltdiana Tribünc. 9 Dezember l90?u
6
Warum nicht Ihr Heim..
mzZehend machen, brauch eines durch den Ge Garlaitb Ofen.. . . und . Range... Dieselben übertreffen alle andem in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samleit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werde .mit Vergnügen gezeigt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. u i n i um 1 W. H. BURTON, Nechtsanwalt. (Früher Konsul in Teutschland.Z Deutscher Advokat und Notar. X Praktizirt in allen Eerichlshöfen z der Ver. Staaten. 613 Statt Lise Gebäude, z ...Herrenschneider... No. 1020 Süd Meridian Str. Iüedrizfie Preist. EuteZ Passen garantirt. Wie Werfect as Nangc toirb zum Kostenpreise verkauft, abgeliefert und ausgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie bor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. HIE INDIANAPOLIS GAS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Ich gebe Gesang-, Piano- ... und .... Orgcl-Untcrricht a2cn Phasen dieser Künste und aaranttre - 1 J. rr . . r r c . ruirn oquiern vvue ufrieoenyelr. ' ' Fidna A. ester. The Lester Studio, 5!s. 7 Oft North Straße. Neue Pboue 8ss Dlchmann 55 Grabhorn, .Fabrikanten vou seinen. Schau-Kasten Glas Ladentische und Cigarren-Tische 62 Cft Washington Ltre. ltkrPdZnelMam! 15s. IAKE ERIE & VESTERII R.R. Fahrzeit der Züge.. . ZldfahrtLnkunI Ztithe. hieazo und Kichigan jpreB...t 7.15 tlOi ZoLAo. Detroit uud Shicazo Lim 12.20 f 3.&A Vichtz U?, Munrie n.LafayetttEplf 7JtO io.i$ töziich f aulgenoriaeu Eonnasl.
M BsJ& j viir vr'.v WWEÄW IWMÄMD KWZ wrwv WfrfTsr- FvS MmtMJ MMMchssW Y-a: -?iJ f- Vw.- 4 v 1 4 i... MMAM XV7 'f-v .-- i- i-.VJTJ Ist 5 V v fKVTVl rir:r J fi
Zos. F. mim,
Europäische Nachrichten. Provinz Westkaren. Bochum. Das Stiftungsvermögen, der Stadt hat sich neuerdings um 45,000 Mark vermehrt. Frau Bergrath Pieper hat zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten der Stadt 10,000 Mark für eine Hermann Pieper-Stif-tung zur Unterstützung von Hinterbliedenen unterer und mittlerer städtischer Beamten übergeben. Commercienrath Grimberg hat zu der von ihm vor Iahresfrist gemachten Stiftung für den Bau eines Wöchnerinnenheims in der Höhe von 30.000 Mark eine weitere Schenkung von 35,000 Mark hinzugefügt. Benhausen. Z?l emem schönen Familienfest prangte die Gemeinde kürzlich im Feierschmuck. Bahnwärter Jalob Böddeker und seine Frau Wilhelmine, geb. Brüning, feierten im Kranze von dreißig Sprößlingen die goldene Hochzeit. Dahlhausen a. d. Ruhr. Der Arbeiter Mohr kam beim Berladen von Eiseniheilen auf dem hiesigen Bahnhofe unter dieselben, wodurch ihm beide Beine gebrochen wurden, so daß die Knochentheile hervorstanden; außerdem trug er so schwere innere Berletzungen davon, daß er starb. Herford. Während der Einquartirungszeit hatte sich der 16jährige Bäckerlehrling Hagemann in die Hand
geschossen. Die Berletzung wurde anfänglich nicht beachtet, es trat Blutvergiftung ein, und der ärztlichen Kunst gelang es nicht,, das junge Leben zu retten. Haaemann verschied unter den größten Schmerzen im Krankenhause. Kamen. Freiwilliq m den Too ae gangen ist der in den fünfziger Jahren stehende Schmied Aßmuth Hierselbst. Spaziergänger fanden ihn als Leiche unweit der Badeanstalt in der Seseke. Man nimmt an, daß der Unglückliche im Anfalle von Schwermuth sich das eben nahm. Ludenscherd. In der DrahtWaarenfabrik von Friedrich Ardey brach Feuer aus. Trotz der eifrigen Thätigkeit der Feuerwehren von Altena und Rahmede brannte die Fabrik vollständig nieder. Außer einer Dampfmaschine konnte nur wenia aerettet werden. Der Schaden ist erbeblich. " Minden. Frau Bankdirektor Schmidtmann, die von einem radfabrenden Depeschenboten überiabren war, ist infolge der durch den Unfall erlittenen Gehirnerschütterung gestorben. ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Stocklarn. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten hierselbst die Eheleute Ackerer Adolf Trockels, genannt Schwölle. Dem -Jubelpaare wurde die EhejubiläumsL rfV t -vv W m. meoame ourcy Pfarrer larenoacy überreicht. Belen. Pfarrer Friedrich Rose, geboren zu Eoesfeld am 30. September 1830, konnte unter allgemeiner Theilnahme der ganzen Gemeinde sein goldenes Priesterjubiläum begehen. Dem Jubilar wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Sactzsen. Dresden. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich im Nestaurationsqrundstück der Drei Raben" auf der Marienstraße. Dort war eins der über der Aufwaschküche befindlichen Oberlichtfenster reparirt worden. Der Glasermeister Robert Thümmel von der Großen Vrüdergasse 8, welcher die Arbeiten auszuführen hatte, wollte diese noch einmal prüfen, ist dabei abaealitten und kopfüber durch dieScheioen xu mt Darunter oesmoncye AvWaschküche gestürzt. Der Verunglückte hat sich dabei so schwere Verletzungen gugezogen wie es scheint Bruch bei Rückgrates daß bald darnach der Tod eintrat. Braunsdorf. Der im 13. Lebensjahr stehende SSulknabe Ernst Richard Ficke wurde in einer Kammer der elterlichen Wohnung todt aufgefunden. Der Knabe hat, jedenfalls cu3 Spielerei, den Kopf in die Schlinge eines von der Decke herabhängenden Ledergürtels gesteckt und sich nicht wieder oarauZ zu befreien vermocht. Erimmitschau. Die Lagergebäude der Färberei-Firma Hermann Jllgen sind völlig niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. Dürrhennersdorf. Steinmetz und Hausbesitzer Köthig feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Leipzig. In einer größeren Spinnerei in L. - Lindenau vurde die 34 Jahre, alte Arbeiterin Bertha Kirchhof, als 'sie sich kurz vor Feierabend in unmittelbarer Nähe einer im Gange befindlichen Zwirnmaschine ihr Haar in Ordnung brachte, von de? Maschine erfaßt und in oie Hohe geschleudert, v Dabei wurde das Haar mit der ganzen Kopfbaut abgerissen. L e i s n i g. Die ständige Lehrerin an hiesiger Burgerschule Frl. Wehner tritt nach 43jähriger Amtsthätigkeit, davon 28 Jahre . an den . Leisniger Bürgerschulen, demnächst in denRuhestand. Der Scheidenden wurde vom Ministerium der Titel Oberlehrerin" verliehen. N e.u h a m m e r. Das neuerbaute Winter'sche Wohnhaus brannte nieder. Kurz darauf ging das Gasthaus Zur Alm", sowie daö angrenzendeGebäude in Slammen auf. '
Nossen. 'Ein Unaliicksfall durch
Automobil ist in hiesiger Gegend vorgekommen. In Nicdergruna scheute das Pferd eines landwirtschaftlichen Wagens, dessen Führer, Gastwirthssöhn Sachse, gegen 300 Meter weit geschleift und schwer verletzt wurde. Rothenkirchen i. B. Sattlermeister Gerischer aus Sckönbeide stürzte mit dem Rade und schlug mit dem Kopfe mit großer Wucht g?gen eine Barrierenstange. Mit einer schweren Wunde am Kopfe wurde der Verunglückte nach Scho'nheide geschafft, wo er verschied. Z e h i st a. Tödtlich verunglückt ist der 25jährige Gescrirrführer Ernst Nietzsche!, welcher be:m Absteigen von seinem mit Hafer beladenen Wagen abrutschte und dann von einem Pferde an den Kopf geschlagen und unter den Wagen geschleudert wurde, wobei ein Rad des Wagens dem Unglücklichen übe? den Kopf ging. KeffeN'Srnrstadt. Darmstadt. Der Großherzog hat dem Schauspieler Ludwig Wagner aus Anlaß semes 25mhrigen Dienstjubiläums das Ritterkreuz 1. Klasse d:s Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Alsfetd. Tödtlich verunglückt ist der 30jährige Maurer Joh. Greb. indem er an dem Neubau einer Malzerei abstürzte. ' Au erb ach. Be: der Gemeinderathswahl wurden gewählt: Gemeinberath PH. P. Rindfleisch mit 173, Landwirth I. Ehr. Brückmann mit 189 und Landwirth I. Ehr. Krug mit 173 Stimmen. V e n s h e i m. Baron Heinrich Uebcrbrück von Rodenstein ist im Alter von 52 Jahren in Freiburg i. B. verstorben. Mainz. Der wegen der im Streite erfolgten Tödtung seines Schwiegervaters in Untersuchungshaft befindliche Varoi von Lengerke wurde gegen Stellung einer Kaution von 25.000 Mark aus der Haft entlassen. Michelstadt. Der seit zwei Jahren hie: amtircnde Oberamtsrichter G. Olt starb nach längerem Leiden in Darmstadt an den Folgen einer schweren Operation. Zwingend erg. Bei der hier hier vorgcnbmmenen Wahl eineZ Beigeordneten wurde Kaufmann G.Fuchs mit 213 Stimmen gewählt. Bayern. München. Cultusminister Dr. v. Wehner konnte auf eine 25jährige ununterbrochene Beamtenthätigkeit im Ministerium des Innern für Kirchenund Schulangelegenheiten zurückblicken. Bei der Rückkehr in seine Wohnung an der Westermühl Straße stürzte der Privatier Taver Pfab, ehemaliger Gastwirth, die Treppe herunter. Der Unglückliche erlitt einen Schädelbruch und blieb todt am Platze liegen. Augsburg.. Im nahen Günzbürg starb der Bezirksamtmann Johann Wall. Durch seinen Tod wird die Fuchsmühler Holzrechtleraffäre wieder in Erinnerung gebracht. Wall war damalk am Bezirksamt in Tirschenreuth und nahm energisch Stelluna gegen die Fuchsmühler Bauern. Bald darauf wurde er pensionirt. Bamberg. Im hiesigen BahnHofe gerieth beim Rangiren der Ausbelfer Nikolaus Schmitt zwischen die Puffer zweier Wagen und erlitt schwe?e Verletzungen am Unterleib, die seine Ueberführung in das Krankenhaus nothwendig machten. Donauwörth. Reichsrath Freiherr v. Gaisberg und dessen Gemahlin feierten im engsten Familienkreise in' Neudegg das Fest der goldenen Hochzeit. Lauf. Im benachbarten Schön berg brannte das schöne Anwesen des Oekonomen Maußner nieder. Auch das Wohnhaus des Wagnermeisters Wey und das des Oekonomen Zänger wurden vom Feuer ergriffen und brannten vollständig nieder. Nürnberg. Nach längerem Leiden verstarb der frühere zweite Bürgermeister hiesiger Stadt, Christoph v. Seiler, in einem Alter von 83 Iahren. Passau. Das 25jährige Dienst. jubiläum feierte Offiziant Eug. Pfannenstiel, eine allgemein beliebte und geachtete Persönlichkeit. Namentlich um den hiesigen' Stenographenverein hat sich Pfannenstiel als Lehrer große Verdienste erworben. Simbach am Jnn. Aus unbekannter Ursache brach m einem Ne bengebäude des Oekonomen Baumgärtner in Hasling bei Tann Feuer aus, das m kurzer Zeit das ganze An Wesen ergriff und sowohl dieses wie das benachbarte Bruckmeiergut voll ständig einäscherte. Wolfsrathshausen. In der Loisach ertränkte sich die bei dem Ba ckermeister Adlhart hier als Haushäl terin bedienstete 22jäh?ige Rosa Gal ster. Die Leiche konnte geborgen werden. Als Ursache wird Trübsinn ange nommen. Ebendaselbst suchte und fand den Tod die Dienstmagd Hocherl. Mo tiv unbekannt. r e r n o e r g. IN oer vcaqt erhängte der sich wegen Bettelns in das hiesige Amtsgerichtsgefängniß einge lieferte Schmied Hundt aus Banzin. Strelitz. Die diamantene HochZeit beging der früher in Schillersdorf wohnhafte Lehrer T:mm Mit seiner srt . i i nailln.
IaMischk PclMlvcr.
Kühner Ttreiszug nach russischen Robben, - bvutplätcn unv die Kolgen Der große Krieg im fernen Osten, so schreibt ein englisches Blatt, wird auch für den Pelzhandel sehr fühlbare Folgen haben. Im Mai und Juni 1904 brachen von den nordjapanischen Häfen Schooner auf, um Raubzüge nach den russischen Fischstationen auf Kamtschatka und den Robben- und Otterbrutplätzen auf den Inseln im .Achotskischen Meer und den Kommandor-Jn-seln zu unternehmen. Die reichen BrütPlätze sind hauptsächlich Eigenthum der ruijischen Krone. Unlängst sind die meisten Schooner schwerbeladen mit Beute nach dem Hafen von Hakedaie zurückgekehrt. Die Felle wurden sorgfaltig verpackt und nach London geschickt. Seit vielen Jahren und wahrscheinnch auch für viele kommende Jahre werden in London nicht so viele Felle zum Verkauf gelangen wie heuer, aber die Vrutplätze sind von den Raubschiffen thatsächlich zerstört worden; bis Folge ist, daß aus lange Zeit hinaus Sealskin zu den seltenen Pelzarten gehören wird, die sehr schwer zu erlangen sind. Drei von den Schiffen wurden in Kamschatka von etwa 100 Russen angegriffen und nach dreitägigem Kampf gekapert; dabei wurde die Hälfte der Mannschaft getödtet und die andere Hälfte zu Gefangenen gemacht. Sieben andere Schiffe mit einer Vemannung von über 250 Leuten hatten indessen mehr Glück. Sie wurden gleichfalls von den Russen angegriffen, aber es gelang ihnen, diese nach einem heftigen Kampf, in dem gegen 50 Mann getödtet wurden, zu zerstreuen. Die Mannschaft von sieben anderen Schiffen landete südöstlich von Sachalin aus der Robbemnsel, fand sie unbejchutzt und erbeutete 10.000 Robbenfelle. Aus der Kupferinsel wurden Japaner und Mexikaner von Russen und Eingeborenen angegriffen und vertrieben, wobei zwölf getödtet und drei gefangen genommen wurden; die letzteren wurden später erschossen. Aber auch 14 Russen waren in dem Kampfe gefallen. An einem Tage erschien das britische Kriegsschiff Algerine" auf der Höhe der Inseln und erklärte allen Schiffen. daß die Jagd innerhalb der Dreimnlengrenze unerlaubt sei. Die Anwesenheit des Schiffes vereitelte auch den Versuch, der auf das Lager der Han dels-Jndustrie-Gesellschaft von Kamtschatka in Vetrovalowsk aemackt wer den sollte, in dem Felle im Werthe von 5300.000 (1 gleich $4.70) aufgespei chert lagen. Der Werth der Fische und Felle, die von den Japanern erbeutet wurden, beziffern sich aus etwa 280, 000, aber der thatsächliche Schaden, d?r den Brutplätzen zugefugt wurde, be trägt viele Millionen. .Kinderchen in JllinoiS. Eine Ungeheuerlichkeit, die man in den Ver. Staaten nicht mehr für möglich halten sollte, existirt noch in Jllinois. Nach einem dortigen alten Statute, das nie widerrufen und nie amendirt worden ist. können ein Knabe von 17 Jahren und ein Madchen von 14 Jahren ohne Einwilligung der Eltern oder des Vormunds, ohne Lizens, ohne den Segen des Priesters oder Predigers und ohne die Mitwirkung des Richters Mann und Weib werden. Das Gesetz erklärt ausdrücklich, daß derartige Kinder im Stande sind, einen Ehekontrakt einzugehen und durchzuführen und daß der Kontrakt, wenn einmal aogeschlos sen. erzwungen werden kann ohne Rück sicht auf die Einwilligung dritter Personen oder Einholung einer Lizens. Unter diesem alten Gesetz ist es für zwei Kinder möglich, ohne Einwilligung und Kenntniß von Vater. Mut ter, Vormund und Freunden eme gemeinrechtliche Ehe einzugehen und diese vor dem Gesetze aufrecht zu erhalten, gleichgiltig wie die öffentliche Meinung darüber urtheilt. Eine Vorlage, welche der nächsten Legislatur des "Staates unterbreitet werden wird, soll den Uebelstand beseitigen. Eine gelehrte Frau ist Madame Curie, die Gattin des französischen Gelehrten, an dessen Entdeckungen sie ein so hervorragendes Verdienst hat. Nun hat der Präsident der sran zösischen' Republik der berühmten Gat tin eines berühmten Mannes eine seltene Ehrung zu Theil werden lassen. mdem er sie zum Ches der physikau schen Arbeiten an der Pariser wissen schaftlichen Fakultät der Sorbonne ernannte. . Durch ein offizielles Dekret wurde dieser Akt vollzogen. Damit hat diese hochverdiente Frau einen der höchsten wissenschaftlichen Triumphe zu verzeichnen, der Frauen bisher beschiß den gewesen. Das Wrack der Meine -5es im Hafen von Havana versunkener amerikanischen Schlachtschisfes, hat em Syndikat von der kubanischen Regie rung um $5000 käuflich erworben. Das historische Kriegsschiff wird, nachdem es gehoben worden ist, einen neuen Bo den erhalten und dann in Havana und Coney Island, N. N., zur Schau ausgestellt werden. Das Syndikat will die Maschinen und Panzerplatten ver kaufen. Die Maschinen haben seiner Zeit $375.000. das Kriegsschiff ein schließlich vollständiger. Equipirung über $4,000.000 gekostet. Die Todesrate der Neg e r ist in den Ver. Staaten nahezu zweimal so groß, als die der Weißen.
?as größte ?iMl;cnhaus. I Las Nudoll L!rchow:Hospital in Verlin und seine Kapazität. Das im Bau begriffene und seiner
Vollendung entgegengehende Rudolf Virchow-Kranlenyaus in Berlin dürfte das größte Hospital der Welt werden. Es wird für 2000 Kranke Unterkunft bieten und außerdem, einschließlich einer Pflegerinnenschule, 650 Personen -Aerzte, Pflege- und Betriebspersonal beherbergen. Mit dem Bau verbunden sind em pathologisch-anatomisches Institut, ein großes Badehaus mit emem medikomechanischen Institut, ein besonderes Nontgen-Haus und'em Gebäude für den Äpothekenbetrieb. Auch ein Haus für unruhige Kranke ist vorgesehen. Als das größte deutsche Krankenhaus galt bisher das Hamburaer Krankenhaus in Eppendorf. Es ist jetzt für die Aufnahme von insgesammt rund 1630 Kranken erweitert worden. Von außerdeutschen, über 700 Betten enthaltenden Krankenhausern sind zu nennen: ..L'hopital militaire ClermontTonnerre" in Brest mit 1179 Betten. das Ellsabeth-Spital in Budapest mit 804 Betten, das Krankenhaus RudolfStiftung in Wien mit 800 Betten. The London Fever Hospital" mii 776 Betten und The St. Marylebone Inftrmary in London mit 744 Betten. Die größten Berliner Krankenhäuser sind: Friedrichshain mit 730. Moabit mit 995, Urban mit 660 Betten. Sonach dürfte das Rudolf Birchow-Kran-kenhaus hierzulande sind die Krankenhäuser durchweg kleineren Umfanges das größte Krankenhaus der Welt werden. Ein Theil der Bauten ist im Rohbau bereits bis zum Dachgeschoß gediehen. Im Frühjahr 1906 wird die umfangreiche Bauanlage vollständig fertiggestellt sein, doch wird dafür Sorge getragen werden, daß im Bedarfsfalle schon im Winter 1905 1906 ein Theil der Anstalt in Betrieb genommen werden kann. Ein ZoUkuriosum. Während eines Sturmes war unlängst in Duhnen bei Hamburg die in die See gebaute lange Brücke, die sögenannte Heimliche Liebe," unter der Einwirkung des schweren Seeaanaes in Trümmer gegangen. Die Trümmer waren an Land gespült und m Sicher heit gebraut worden. Kürzlich ver langte nun die Zollbehörde von der KurhausgesellschaftDuhnen, der Eigenthümerin der Brücke, eine Verzollung dieser geborgenen Trümmer. Die Gesellschaft muß also ihr rechtmama.es Eigenthum verzollen. Dieses sonderbare Ansinnen stutzte sich auf eine ku riose Abgrenzung der Zollgrenze am dortigen Strande. Danach bildet die Wassergrenze auch die Zollgrenze. Bei niedrigem Wasser, wenn das ganze Watt bis nach Neuwerk trocken liegt. ist dieses Watt Zollinland, bei Fluth jedoch, wenn es vom Wasser überspült ist. gehört es zum Zollauslande. Da diese Trümmer natürlich nur bei hohem Wasserstande antreiben konnten, so kamen sie eben aus dem Zollauslande und müssen verzollt werden, obgleich es sich durchweg um inländisches und theilweise um ausländisches, längst bei der Einfuhr verzolltes Hllz handelte. Die noch stehen geblieben Reste der Brücke. die bei niedrigem Wasser aus dem Watt geborgen wurden, blieben von der Zoll behörde unbehelligt, denn da war das Watt ja schon wieder Zollinland. Auf Umwegen zum Ziel. Der Sturm, welcher kürzlich in New Fork wüthete, hatte alle TelegraphenLinien westlich von New Nork so voll ständig zerstört, daß ein Versuch der Western Union, sich telegraphisch mit Chicago in Verbindung zu fetzen, resultatlos blieb. Es konnten infolge dessen keme Borsennotnungen mit den west lichen Städten ausgetauscht werden, und die Metropole am Hudson schien von dem ganzen amerikanischen Kontinent abgeschnitten zu sein. Es blieb nichts anderes übrig, als über Manila nach Chicago zu telegraphnen. Die Depesche mußte einen Weg von 25.000 Meilen zurücklegen und wurde zunächst nach London gesandt, von dort nach Gibraltar, Alexandnen, Aden, Vombay, Madras, Honkong, Manila. Guam, San Francisco und schließlich nach Chicago. D Antwort aus letz terer Stadt mußte den gleichen Weg zurucklegen. Eine grobe Unsitte herrscht in der Pfalz zur Zeit der Weinlese. In den großen Weinbergen an d& preußischen Grenze fröhnen die Kinder beim Veerenlesen dem Tabakrauchen. Die Schuld ist zedoch nicht direkt be: den Kindern zu suchen, denn in früheren Jahren wurden die Jungens bei Beginn der Lese mit Pfeife und Tabak ausgestattet, um sie von dem Naschen der Trauben abzuhalten. Dieser Zweck wurde erreicht, jedoch auf Kosten der Gesundheit der Kinder. Mit der Un sitte zu brechen, dürfte wohl schwer sein. zumal eine gesetzliche Handhabe zur AbHilfe nicht besteht. Für einen Zahnstoche Karls I. von England zusammen mit dem blauen Bande, das er bei sei ner Hinrichtung 'trug, sind dieser Tage in London $3850 gezahlt worden. Diesen Zahnstocher soll, der unglückliche Herrscher Oberst Tomlinson, seinem Wächter im Tower, gegeben baben, als er auf dem Schafott stand. Dabei hat der König, wie erzählt wird, gesagt, er wolle ihm alle seine Höflichkeiten vergelten; dies wäre alles, was er geben könne." k
Ueber die Lebenöret-
tung eines Kindes durch die eigene Mutter wird aus Berlin berichtet: Ein aufregender Vorfall spielte sich in der Bernauer. Straße ab. Ein etwa dreijähriger Knabe lief plötzlich vom Bürgersteig auf den Fahrdamm un-. mittelbar vor einem mit zwei Pferden bespaNtlten beranrollenden Geschäftswagen, dessen Führer die Thiere nicht mehr zu zügeln vermochte. Die Mutter des Kindes stand auf dem Bürgersteig und wurde durc die Zurufe des Kut schers und durch die Angstschreie der Passanten auf die Gefahr, von der ihr Kn be bedroht wurde, aufmerksam gemacht. Die entsetzte Frau warf sich den Thieren entgegen, erfaßte das schon vor, den Hufen befindliche Kind und riß es bei Seite, während sie selbst von den Pferden niedergestoßen wurde. Dem aufmerksamen Wagenführer gelang es nun. sein Gefährt zum Siehen zu bringen, so daß die Vorderrader nur den Korper der Frau berührten. Sie kam mit Hautabschürfungen davon; das Kind blieb unverletzt. Die Juden im Londoner Ostend werden demnächst ein jüdisches Theater erhalten. Man hat schon lange Jahre daran gearbeitet. dort ein solches Theater zustande zu bringen, aber bisher sind die Versuche immer fehlgeschlagen. Nun soll in Commercial Noad, der Hauptstraße von Whitechapel, ein besonderes Theater gebaut werden, dem man den Namen Orient Theatre" geben will. Die Stücke sollen in Jiddisch" gegeben werden, der aus Deutsch, Russisch, Polnisch und Englisch zusammengesetzten Sprache, die die Juden untereinander sprechen. Da es in London nicht weniger als 110,000 Juden giebt, die keine, andere Sprache als 'Jiddisch verstehen, so kann man wohl mit gutem Gewissen sagen, daß dieses Theater einem großen Bedürfniß AbHilfe bringen wird. Das Theater wird über zweitausend Personen fasscn und architektonisch einen ausgesprochenen orientalischenCharakter tragen. Uebrigens ist schon jetzt bekannt gemacht worden, daß man m diesem Theater nicht wie in anderen strenge Regeln durchfuhren wird, sondern daß das Mitbringen von Eßwaaren erlaubt und kein Frackzwang sein soll. Die.Vesucher sollen sich recht gemüthlich" wie zu Hause fühlen. Einen eigenartigen Dank für die seinem Freunde längere Zeit erwiesene Gastfreundschaft erhielt dieser Tage in Paris der Angestellte eines großen Geschäftes. Henri Valton. Sein Freund, ein Mechaniker Georg Schneider, kam eines Tages zu ihm und erzählte ihm, er sei schon lange Zeit ohne Stelle und habe nichts von seinen Ersparnissen mehr übrig. Valton bot ihm an, ihn in seine Wohnung zu nehmen, bis er Beschäftigung gefunden habe. Mehr könne auch er nicht für ihn thun. Einige Wochen lang wohnten die beiden nun zusammen, und Schneider verdiente hin und wieder ein wenig, gerade so viel, daß er sich selbst beköstigen konnte. Da mußte sein Gastgeber auf einige Tage verreisen und ließ Schneider allein in der Wohnung zurück. Als er wiederkam. fand er zu seinem unbeschreiblichen Entsetzen die ganze Wohnung ausgeräumt. Schneider haite die sämmtlichen Möbel an einen Händler in der Näbe verkauft und sich mit dem Erlös aus dem Staube gemacht. Ein paar Tace lang durchstreifte nun Valton die ganze Stadt, bis er endlich auf den Gesuchten traf.' Ohne sich zu besinnen, sprang er ihm an den Hals und lieferte ihn der Polizei, die ihn in sicheren Gewahrsam gebracht hat, aus.' Dieser Tage erschien in dem an der fra'nzösisch-schweizerischen Grenze liegenden Bahnhof von Morteau ein Ehepaar von sehr stattlichem Ansehen. Es kam von Chaux-de-Fonds. Der Herr Gemahl ersreute sich eines starken Embonpoints, und seine Gattin erschien, dem Umfang ihrer Taille nach zu schließen, nicht minder gut genährt. Die Zollbeamten nahmen die Gepäckrevision vor. Das Ehepaar erklärte, nichts Verzollbares bei sich zu haben. Nur unbedeutender Krimkams, sagte der Herr, befinde sich in seinem Köfferchen. , Die Zollbeamten waren indessen neugierig, diesen Krimskrams zu sehen, und daß sie ihre Neugier, ist sie einmal wach, auch befriedigen, weiß man. So fanden sie in dem kleinen Köffer denn eine hübsche Collektion Uhrmacherwerkzeug und Uhrenbestandtheile. Die Zollbeamten betrachten -sich den Herrn, dann die Dame, und ihre Neugier wächst. Die beiden werden ebenso höflich wie bestimmt eingeladen, sich in einen Nebenraum zu beaeben und dort, obschon -die Temperatur des Lokals keineswegs übertrieben hoch war, sich zu enttlelden. Kein Protestiren hilft: Rock aus! Bluse fort! Da zeigte sich, daß die Wohlbeleibtheit der beiden von ganz besonderer Art war: der Herr trug eine Weste von außergewöhnlicher Dicke und die Dame eine originelle Ceinture. Weste und Ceinture waren mit unzähligen Taschen versehen, und diese waren mit goldenen und silbernen Uhren vollgepfropft. Ihr Werth bezifferte sich auf mehrere Taufend Francs. Das Schmugglerpaar wird sofort verhaftet, die Contrebande confiszirt, und nach einigen Verhandlungen erfuhren die Erwischten, daß ihre Verkleidungsprobe sie 1000 Francs koste, und daß sie ihre Weiterreise erst nach Bezahlung dieser Summe fortsetzen dürften.
