Indiana Tribüne, Volume 28, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1904 — Page 7

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J.ÖstiMteirn Z 44.Kr4-r (Fortsetzung 6. K a p i t e l. as frische, blühende Aussehen 9JJ Frau Triebes schwand. Sie hatte zu viel Aerger über ihren Herrn, der nicht nur täglich kühner behauptete, ihm habe nur Anregung, heitere Gesellschaft und gute, nahrhafte Kost gefehlt, er sei gar nicht krank, sondern nur entkräftet nein, der auch noch obendrein mit Vergnügen ihren Aerger zu sehen schien und feine, boshafte Freude gar nicht verhehlte. So war er immer! Wenn sie eben meinte, nun habe sie ihn ganz in ihrer Gewalt, dann schwenkte er ab. Es war zum Todtärgern. Jetzt weilten die Gäste eine volle Woche im Schlosse, und noch fiel kein Wort von Abreise. Die Haushälterin verfügte zu keiner Zeit über viel Langmuth, wozu auch? sie hatte es ja nicht, nöthig, toi sie nur schelten und kommandiren brauchte; jetzt aber ging ihr Geduldsfaden zu Ende. Doch wie sie auch an ihrem Aerger und Ueberdruh würgte, sie war jetzt noch schlauer als leidenschaftlich und sagte sich klar, daß es sehr thöricht von ihr sein würde, nun, wo der Oberst Rühalt anseiner Schwägerin hatte, die Saiten allzu straff zu spanton. Vergeblich hatte sie die alte Dienerin der Präsidentin, die auch in ihrer besten Laune eine schweigsame, beinahe mürrische Person war, auszuhorchen versuchte Minna stand im Vertrauen ihrer Herrin und behauptete auf deren Vefehl, sie wisse nichts, die Abreise könne ja von einem Tag zum andern beschlossen werden. Sie wandte sich mit Aufmerksamkeiten und großer Freundlichkeit an Agnes, bezeigte dieser ihre ehrliche Freude," den Herrn Oberst so merkwürdig gehobener Stimmung zu sehen, hoffte.daß die Damen noch nicht an Abreise dächten und erreichte kein anderes Resultat,, als bei der Kammerfrau. Darüber wurde sie gell? und gallig und beaann auf Selbsthilfe zu denken. Fort müssen sie; ich will das Haus wieder rein haben!" beschloß sie. Für den Oberst und seine Damen cjng die Zeit ganz angenehm hin nach Vnt Tirnnrnrnm Vrtfs rfoS VT rÄ frSsrr Vliii -yj i i'ij iiiiiiiii, luiiuja vik .HUivkti tin in aller Stille entworfen hatte. Ganz wie von selbst machte es sich, daß der Oberst sich eines Morgens bei schönem Wetter überreden ließ, sich in einen vor Jahren bei Gichtanfällen benutzten Fahrstuhl zu setzen und sich durch den Park bis auf die Terrasse .fahren zu lassen. V Freilich gab es dabei allerlei Verdrießlichkeit. denn der Fahrstuhl mußte erst, total verschmutzt, unter allerlei Gerümpel hervorgesucht und mit Aufbietung des ganzen Dienstpersonals nothdürstig gereinigt werden; aber als der ärgerliche alte Herr dann darin saß und den köstlichen Maimorgen einmal wieder im Freien genießen konnte, als dann Herr von Ellern die kleine Gesellschaft auf der Terrasse erblickte und mit großen Schritten mitten aus dem Getümmel feiner Arbeiter zu ihnen kam, sie zu begrüßen, da freute er sich wie ein Kind! Er ließ sich alles erklären, konnte nicht müde werden, zu schauen und zu beobachteir und blieb stundenlang dort, wollte am liebsten gar nicht wieder in's Haus. Seine Tochter war heute, wie immer. in seiner und der beiden verwandten Damen Gesellschaft. Sie ist körperlich vollkommen ge fund, sie scheint es sogar geistig zu sein; lasse sie unter meiner Aufsicht und strengen, heimlichen Beobachtung mit uns leben, sich wieder an Menschen gewohnen, hatte die Präsidentin ihren Schwager gebeten. Es war ihm nicht ganz recht, aber, willensschwach, wie immer, gab er auch dusmal nach. Mit dem Gewöhnen hatte es bei Frau von Sobotka doch nun aber einige Schwierigkeiten. Sie war jahrelang jedem geselligen Zwang fern geblieben, das stundenlange Zusammensein, das Hören und selbst das wenige Sprechen machte ihr Pein, regte ihre Nerven auf, raubte ihr den Schlaf. Sehr bald zog sie ihre Bequemlichkeit, das Alleinsein wieder vor und beschrankte die Zeit, die ue bei den an dern zubrachte. Der Präsidentin miß fiel diese weichliche Nachgiebigkeit gegen sich selbst, sie wußte aber gut genug, daß man mit langer Gewöhnung nicht auf einmal bricht. Nur zu den Spaziergängen im Park, die sich selbst täglich Morgens wieder holten und die der Oberst in seinem Stuhl regelmäßig begleitete, ließ Eva sich niemals vergeblich auffordern. Sre sprach kaum je einmal aber man sah ihr an, daß sie Vergnügen daran fand. Herrn von Ellern wurde so täglich 'von der Terrasse ab begrüßt, fast immer kam er zu ihnen, plauderte eine Viertelstunde und nahm wieder Abschied manchmal aber rief er im

Dränge der Arbeit auch nur einen freundlichen Gruß herüber. Es fiel am Sonnabend allen auf's Herz, daß der Sonntag ihnen das nun schon lieb gewordene lebensvolle Bild nicht bringen, daß sie, Herrn von Ellern und seine Arbeiter nicht sehen würden. Ich will morgen meinen freien Tag zu einem Ausflug nach der Erdmannsklippe benutzen," erzählte ' er. Man sprach hin und her; es sollte ein schöner Aussichtspunkt sein. Kommen ie doch mit, Sie können hinauf fahren, am Fuße soll ein gutes Wirthshaus sein," überredete er. Im ersten Augenblick dachte Niemand daran, den Vorschlag ernst zu nehmen. Erst als der Ingenieur die Ausführbarkeit bis zur vollsten Zweifellosigkeit erhob was war es denn groß, daß man sich in den Landauer des Herrn Obersten setzte und hinfuhr? fing dieser Plan an zu locken. , Sie sind vollkommen falsch behandelt, Herr Oberst, oder vielmehr, Sie haben sich selbst zu einer Klausur verurtheilt, die Sie krank machen mußte," beredete er diesen, und nach allerlei Einwänden, die Ellern und die Damen siegreich widerlegten, bekam der alte Herr plötzlich selbst die größte Lust. Sagen Sie sich doch selbst, Schwager, wie viel angenehmer Ihnen jetzt die Tage hingehen! Und sind Sie etwa kränker davon geworden?" hatte die Präsidentin gerufen. Zum erstenmal redete Herr von Ellern Frau von Sobotka an. Si werden uns doch auch die Ehre geben, gnädige Frau?" Erröthend bis unter die Haare wich sie ganz scheu zurück. O nein, das könnte ich nicht," stammelte sie. Man muß nur können wollen!" erwiderte er und wandte sich an Agnes. Aber Sie wollen, gnädiges Fräulein, nicht wahr? Wie das wohlthut, freudige Lebensfrische zu sehen. Ich bin immer ganz froh, wenn hier das helle Sommerkleid Jbrer Enkelin erscheint," wandte er sich dann an die Großmama. Ja, in der That, ich warte schon immer Morgens auf die Herrschaften dann kommt meine schönste Viertelstunde vom ganzen Tage. Es bleibt also dabei, Herr Oberst? Und Fräulein Agnes zieht das

rosenrothe Fähnchen an? mein Lieblingskleid, gnädiges Fräulein! Wenn Sie morgen mir eme Gute anthun wollen, so tragen Sie es. Sie hatten es an, als wir uns zuerst hier trafen. Ich bin nämlich die farbenfreudigste Natur von der Welt. Und wenn auch gerade jetzt auf den Wuren alles blüht. reizende, geputzte Frauen sind noch schönere Blumen. Nun wohl, wir wollen uns alle drei schmucken so gut wir können," lachte Die ane ame yener. l5'l'"V7 immer besser beute meyr ais je; er nreifte ven sormensicheren Ernst des Fremden offenbar ab, aber er that auch dies wie ein Mann, dem man die volle Beherrschung des gesellschaftlichen Taktes zutrauen darf. Nun der Oberst erst einmal den Gedanken gefaßt hatte, daß er außerhalb feines Parkes ein paar Stunden leben konnte, gmg es ihm damit gerade so, wie mit seinem kindlichen Erstaunen. als er zuerst wieder 'das Zimmer ver ließ. Er konnie sich nicht genug thun an Lobpreisungen Ellerns, der ihn aus dieser verwünschten Absperrung" befreite, konnte kaum den andern Morgen erwarten. Und dieser Morgen erschien wieder begleitet von tausend mühsam zu beseitigenden Hindernissen für die beabsichtigte Fahrt und unzähligen Aergerausbruchen bald 'des Hausherrn, bald der Frau Triebe. Sie zankten sich zuletzt in aller Form. Der Oberst wüthete über die skandalöse Vernachlässigung seiner Garderobe, sie höhnte ihn impertinent die graue oder die schwarze Hose fei ganz gleich, er sahe doch nicht aus wie ein Adonisröschen." Darüber kam der Humor in ihm Gott mochte wiennach wie langer Zeit! wieder zur Geltung. Er? ein Adonisröschen!" Die gute Seele, die Triebe, hatte natürlich mal was von einem Adonis gehört. Er lachte, daß ihm die Thränen über die schlaffen Wangen rollten, und sie schoß tiefbeleidigt Blitze aus ihren Augen, die völlig wirkungslos an ihm abprallten. . Endlich hielt der seit einem Jahre nicht benutzte Landauer in einem einigermaßen präsentablen Zustande vor der Thür; die alte Livree Hinrichs wäre am besten mit dem Mantel der Liebe zugedeckt, aber die Pferds waren wenigstens ordnungsmäßig rein und richtig angeschirrt, dank dem energischen Eingreifen des Pächters und "seines Verwalters, die den großen Tag des Anbruchs einer neuen Aera," wie der letztere sich hosfnungs.oll ausdrückte, mit sichtlicher' Befriedigung begrüßten und freudig alles thaten, was die Triebe ärgerte. Die Knechte gafften mit offenen Mäulern, als Frau von Sobotka, an der Agnes, Minna und die Dilre Wunder gethan, in einem hellgrauseidenen Rock aus irer früheren reichen Garderobe und emer schwarzen Spitzenbluse, nebst Hut von Agnes, sichtbar wurde. Das junge Mädchen hatte ihr eine weiße Springe in den Gürtel gesteckt ihr das Haar modern frisirt, man kannte die Nonne" gar nicht wieder, und Eva selbst schien sich überraschenderweise wohl in dem ungewohnten Putz zu fühlen. Jedenfalls fah sie so sehr hübsch und mädchenhaft darin aus daß selbst ihr Vater sie caitt ver-

dutzt anblickte und rücksichtslos rief:

Was fällt Dir denn ein?" Die junge Frau wurde flammendroth, stand mit erschreckten, Unglücklichen Mienen da und sah aus wie ein gescholtenes Kind. Wie können Sie fragen? Wenn eine Leidende in ihrem Zimmer es sich bequem macht das thun Sie ja bis zur Uebertreibung selbst, Edmund! so wird die Gesunde doch nicht gegen alle Sitte und Mode gekleidet das Haus verlassen!" rief die Präsidentin tadelnd. Nicht böse sein, Maria," bat er dann wieder ganz kleinlaut. Endlich saß man m dem breiten, bequemen Landauer und fuhr durch das Dorf. Die Leute liefen vor die Thüren. trauten ihren Augen nicht, als sie ihren Schloßherrn erkannten. Es mußte also wohl wahr sein, daß es mit dem Regiment der Frau Triebe nicht mehr stand wie früher! Der alte Oberst mit drei Damen! Daß die eine derselben die Unglückliche Tochter sei, an deren Irrsinn im Dorfe Niemand mehr glauben wollte, siel ihnen nicht ein, zu denken. Vor dem Wirthshaus plauderte Benatschek mit dem Krüger. Sehen Sle," sagte dieser, da kommt die Equipage vom Schloß und dort hoch zu Roß der Herr Baumeister. Der Wagen hält, das scheint ja wahrhaftig eine, große Freundschaft zwischen ihm und dem Schlosse hörte es freilich schon, glaubte es aber nicht recht. Der alte Herr ist eigentlich sonst keines Menschen Freund, das beißt, seine Frau Triebe ausgenommen." Wer ist Frau Triebe?" fragte Venatfchek zusammenfahrend und gespannt nach dem Wagen sehend, der jetzt vorüber rollte; der Ingenieur ritt am Schlage und plauderte lebhaft mit der zungsten Dame. Der Wirth charakterisirte die Rolle der Frau Triebe im Schlosse mit wemgen scharfen Worten. Ste erbschleicht. sie oestiehlt den Alten sie ist eine dumme Pute, aber auf ihre Art doch listig genug. Ihren Herrn mach! sie allabendlich betrunken," fügte er hinzu. Die beiden Manner grüßten dabei. Der Baumeister ebenfalls und dann auch der Oberst, der neugierig und vergnügt umherschaute. Nee, so was! Man soll doch nichts für unmöglich halten," rief der Wirth, nicht mal, daß die Triebe noch mit Schimpf und Schande vom Hofe muß! Die Frau Präsidentin soll eine $6U lische Art haben, in aller Rnbe au kom mandiren, sagt Lene Mariens, dort des Schusters Tochter, der ihre Stiefel flickt, Herr Benatschek. Die Lene dient bei der Frau von Sobotka, und von der weiß es alle Welt hier, daß das Weib, die Triebe, Nachts schreit wie eine Ver rückte und dann zu ihrem Herrn sagt, das habe ferne Tochter gethan.Und er glaubt ihr jedes Wort." Wer war die dritte Dame! Ich habe sie, dunkt mich, mit den andern auf der Terrasse gesehen das wird doch nicht die Triebe sein? oder Frau von" Die Frau von Sobotka? nein, die ist nicht mit zehn Pferden aus dem Schlosse zu kriegen, und Lene Mariens sagt, das wäre ihre einzige Verdrehtheit." Herr Benatschek kam aus Frau Triebe zurück, und das war ein schier unerschöpfliches Thema für die Redseligkeit und Klatschsucht des Wirths. Ein Meilchen später trat der alte Sanitätsrath zu ihnen, bei dem der Ingenieur wohnte. Er machte seinen Morgenbesuch bei dem Kranken. Ve natschek ging mit ihm hinein. Die Treue und Aufopferung, womit der letztere bei dem kranken Kameraden aushielt, ihn pflegte und es ihm an nichts fehlen ließ, während er kein Hehl daraus machte, daß er froh gewesen, bei dem Hafenbau Arbeit zu finden, da ihr Reisegeld zusammenschmolz, hatte dem Fremden die Achtung der wenigen erworben, die ihn kannten. Dem Arzt erzählte er gelegentlich, er und sem Kamerad, den er Friedland nannte, seien Schulkameraden und Let tern und auf dem Wege, eine bestnttene Erbschaft, an die sie das Näherrecht hätten, zu beanspruchen, oder im Prozeßwege zu erstreiten. Der vielbeschäftigte Sanitätsrath war nicht der Mann, Neugier zu füt len nach weiteren Details; er sah. sein Patient wurde von Benatschek bruderIlch gepflegt, das flößte ihm Wohlwol len für diesen ein, und wiederum zeigte Benatschek sich ihm dankbar für die Stelle im Baubureau. Der kranke Friedland war heute etwas besser; viel Schlaf RuheSchonung gute, leichte Nahrung war alles, was der Arzt befahl. Die weiteren Morgenstunden wollte Benatschek sich zu einem Spazlergang gönnen, sagte er zum Wirth. Er zog sich sehr nachdenklich dazu sorgfältig an drehte seinen mächtigen Schnurrbart schneidig auf und schlenderte langsam die Dorfstraße hinab. Dort machte er Kehrt, nahm den Weg am Flusse hu auf und verschwand im Park. 7. K c p i 1 1 1 05Tn Herrn Venatscheks Kopfe dräng iy ten sich, während er so durch den Park schlenderte, tausend unklare Gedanken und Pläne, die alle in dem einen dringenden Wunsche gipfelten, im Schlosse bekannt zu werden, irgendwie festen Fuß zu fassen bei dem alten, reichen Mann, dessen Geld der verrückten Tochter doch nichts nützen würde.

Es fiel ihm gar nicht ein, ob dieses Begehrens nach fremdem Gut irgendwie geringer von sich zu denken. Einmal

machte er innerlich nicht den leisesten Anspruch auf den Ruhm eines Ehrenmannes" lieber Gott, er hatte manchen kennen gelernt, der eben nur ein sogenannter" war! und ferner hielt er in aller Aufrichtigkeit jeden für dumm, der nicht nahm, was er kriegen konnte. Auf das Wie kam es ihm dabei nicht an. Also nur erst mal Fuß fassen im Schlosse dann hatte er Sobotka in der Hand, und durch ihn die Tochter und den Vater. Am Ende könnte man sich hier für das ganze Leben einen behaglichen Ruhesitz erobern? Mitten in diesen lockenden Phantasien hielten die Gedanken des Umherwandernden an. Ein Frauenkleid wurde hinter den Büschen sichtbar. Sollte Sobotkas Gattin? Oder war es? Er trat lauschend hinter einenBaum. Dabei fiel ihm aber schon ein, daß Frau von Sobotka, wie man sagte, bei Tage nie ihre Zimmer verließ. Gespannt verfolgte er die Bewegungen der sich Nähernden. Nein die Geistes kranke war es nicht. Die Frau hinter den Gebüschen pflückte Blumen in ein Körbchen. Also wohl die Haushalterin? Sie trug einen runden GartenHut, der ihr Gesich beschattete. - Die Figur hatte durchaus nichts Feines oder Anmuthiges. Ob er ihr zufällig" begegnete? Er konnte ja nach dem Baumeister fragen und vorgeben, daß man ihm gesagt, derselbe sei im Schlosse. Ihre Bekanntschaft konnte ihm nützlich werden. Oder war es seine Käthe? Die Triebe kam naher. Benatschek hatte sich entschlossen. Es schien ihm eine gute Chance, mit der Person anbändeln zu können. Als sie so nahe, war, daß er sie rn wenigen Schritten erreichen konnte, g er sich die Miene eines harmlos Daherkommenden, spitzte die Lippen, ganz leise ein Liedchen vor sich hin pfeifend und zog dann, wie überrascht, in ehrermetigster Welse den Hut. Sie blickte auf er begann eine sehr verbindliche Entschuldigung. Aber plötzlich stockte ihm trotz aller Vorbereitung das Wort auf den Lippen, er starrte sie an wie entgeistert, sie ihn sie hatte ihn auf den ersten Blick erkannt Sie war es, wahrhaftig! Beide waren blaß geworden, und tief erregt klang ihr Ton: Heinrich!" Käthe!" Und wieder verstummten sie! scheu, unsicher, zweifelnd sahen sie einander an in jeder Miene den Schrecken und etwas wie Furcht. Benatschek faßte sich mit einer starken Willensanstrengung. Er zwang sich zu einem froben Lacken. Also wirklich? Du bist es wirklich? Ich sehe Dich wieder!" rief er und umarmte die noch ganz Fassungslose. Ja, wie wußtest Du denn?" stammelte sie. Wie ich wußte, daß Du hier warst? Was glaubst Du denn, meine Käthe? ,Alte Liebe rostet nicht!' Denkst Du, ich hatte Dich nicht m unserer alten Heimath sofort gesucht, hätte nicht nachgefragt, als ich Dich nicht fand?" Dort weiß keiner, daß ich hier bin! rief sie ungläubig. Leider! stell Dir meine Enttäu schung vor!. Aber ein Gerücht wies mich hierher ; dann erfuhr ich im Dorfe, wie schwer das Loos der Pflegerm des alten Oberst, wie treu sie für ihn sorgte wie schrecklich dieses Zusammenleben mit' der Tochter. Und das alles erinnerte Mich an Dich. Also das weiß man im Dorf? Man sieht ein, ich habe das beste gewollt?" rief sie mit funkelnden Augen hochbefriedigt; sie ging sofort auf den Leim. Aber warum erschrakst Du dann so, als Du mich eben sahst?" fragte sie plötzlich wieder mißtrauisch. Ich er chrak? Käthe ich. war überwältigt von ach, tausend Gefühle bestürmten mich. Wir hatten damals beide unrecht, Käthe, Du mit Deinem . Aber, nein, kein Wort davom Ich glaube an Deine Treue, denn alte Liebe rostet nicht; o, wie habe ich mich nach Dir gesehnt! Und sprich Du auch nachmir, mein armes, gutes Weib?" Aber warum kamst Du denn nicht, als Du damals?" Still! still! Rühre, nicht daran! Ich schämte mich! Ich wollte mich erst wieder entsühnen, meine Ehre rein waschen, Geld verdienen " Und das hast Du? Hast Geld?" fragte sie gierig. ; , Ja!" log er. Dann siel ihm em, daß sie bald dahinter kommen werde, und er fuhr schnell fort: Ich habe besseres, Katharina! Ich habe eme Schraube im Besitz, wenn ich die anziehe, gibt Dein alter Oberst uns so viel wir wollen! Du mußt mir nur helfen. Wir beide müssen uns verbünven, Hand in Hand vorgehen, so' haben wir die ganze Gesellschaft im Sack, und wenn wir's richtig aufangen, dann können wir uns hier im Schlosse für's ganze Leben ein bequemes Dasein bereiten." . i (Fortsetzung folgt.) GntsclnUdigt. Richter: ... Sie wollen nicht gewußt haben, daß diese Handlung strafbar ist?" A n g e k l a g t e r : Nein! Das betreffende Blatt hat nämlich gerade m meutern Strafgesetz buch gefehlt!"

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