Indiana Tribüne, Volume 28, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1904 — Page 6

Indianer TrZbüne, S. Dezember 19051.

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Europäische Nachrichten.

Froviirz Anncver. Hannover. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Klagesmarkt. Der Hausdiener, Andreas Stilz aus Hildesheim wolltevor einem in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen noch die Straße überschreiten und kam hierbei zu Fall. Er wurde zwar von der Schutzvorrichtung aufgefangen, erlitt aber erhebliche Verletzungen an Kopf und Beinen, so daß er in's Krankenhaus geschafft werden mußte. Der dreijährige Sohn Willi des Maurergesellen Friedrich Weckmann, Hüttenstraße 6, stürzte in einem unbewachten Augenblicke aus dem geöffneten Küchenfenfter der elterlichen Wohnung auf den Hof hinunter. Die Mutter brachte den schwerverletzten Knaben sogleich nach dem Krankenhaus I, doch ist das arme Kind. dort seinen Leiden erlegen. Militärmusikdirigent Karl Merkel vom 1. Hannover'schen Infanterie - Regiment No. 74 feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Stadtbauinspektor Kahle Hierselbst feierte sein goldenes Dienstjubiläum. Der Kaiser verlieh ihm den Kronenorden vierter Klasse. H a r b u r g. Der 14jährige Knabe Wilhelm Meier aus der Eddelbüttelstraße sprang, weil ihn seine Mutter wegen eines Vergehens strafen wollte, in der elterlichen Wohnunq aus dem dritten Stock auf den gepflasterten Hos. Der Knabe, der unter anderen chweren Verletzungen einen doppelten Schädelbruch erlitt, ist gestorben. X!e y e. In die Geeste gefallen und ertrunken ist der Schulknabe Bickler. Er spielte am Ufer und stürzte dabei m's Wasser. Potshausen. Superintendent Dr. thepl. Schaaf ist nach langem ri -3 O . . n cyy i liiücicii Geleen gejivroen. oitii tslM ist einer der bedeutendsten und verdienstvollsten Geistlichen Ostsrieslands dahingegangen. S t a d e. In der Schwinge treibend wurde die Leiche des Lehrlings Veck, eines Sohnes des Stations-Assi-n I An M m a m lernen ea, gefunden, eck, der im etzten Jahre lernte, war bei dem Tapezierer Oppermann in der Lehre und hatte sich schon wiederholt geäußert. daß er aus der Lhre laufen wolle. Was den jungen Mann in den Tod getrieben hat, ist noch nicht festgestellt. Berdena. A. Die Frau des Schlächtermeisters Blohme hierselbst hatte im Gesicht eine sog. Stippe , die sie mit einer Nadel öffnete. Ob nun die Nadel unrein war oder sonst die Wunde verunreinigt wurde, genug, es trat Blutvergiftung hinzu, an der die Frau im Krankenhauseverstarb. Vheinprovinz. Köln. Der hiesige Oberbaurath Jungbecker, das älteste Mitglied der Elsenbahndnektion Köln und StellVertreter des Direktionspräsidenten, trat nach semer-dreißigjährigen Thä tigkeit im Staatseisenbahxdienste in den Ruhestand und wird nach Bonn übersiedeln. Von einem Hause tn Ehrenfeld stürzte der Anstreicher Stumm aus der Höhe der zweiten Etage ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort verstarb. Aachen. Hier verstarb Dr. med. Rich. Wilhelm Rey, geboren am 21. November 1816 zu Linden bei Aachen, ein Abkömmling einer im Jülich-Dü rcner Lande seit mehreren Jahrhun denen ansässigen weitverzweigten Gutsbesitzerfamilie, langjähriger ausgezeichneter Landarzt in Aldenhoven. Barmen. Im Verlauf eines Streites schüttete der Erdarbeiter Josef Mitsan seiner Frau Vitriol ins Gesicht. 'Die Aermste erlitt so schwere Brandwunden, daß sie ins KrankenHaus geschafft werden mußte. Der Uebelthater, welcher sofort verhaftet wurde, erhängte sich im Polizeigefängniß. Der Selbstmörder hinterläßt elf unmündige Kinder. Eleve. Das hiesige Kriegsgericht verurtheilte den Kapellmeister Hase vom dritten Bataillon des Infanterieregiments Ns. 56 wegen Mlßhandlung Untergebener in 40 minderfchweren Fällen und wegen vorschriftswidriger Behandlung und Beleidigung zu sechs Wochen Mittelarrest. Dudweiler (Saarbrüden). Hier sind drei Scheunen medergebrannt. Die Frau des Besitzers kam in den Flammen um. Essen. Der in der , Engelbert Straße wohnende Restaurateur Gilles wurde in seiner Schlafstube todt aufgefunden. Der Mann ist keines natürlichen Todes gestorben. Die Leiche wurde gerichtsseitig beschlagnahmt. Durch Obduktion soll die Todesursa che festgestellt werden. Kölschhausen. Arbeiter Louis Lang erstach hier im Streite seinen eiaenen Bruder. Langenberg. Ihr 50jähriges Jubiläum als Schererin feierte Frau lein Gertrude Schmitz bei der Firma Feldboff & Eomp. Die Kaiscrm ver lieh der treuen Arbeiterin eine goldene Brosche, und die Chefs schenkten sie reicklick. Frovinz KesseN'affu. Kassel. Baugewerks chul - Ober lebrer und Baumeister Professor Schu bert Hierselbst wurde von dem GroßHerzog von Oldenburg durch Verleihung des Ehren -Ritterkreuzes 2. Klasse des Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig ausgezeichnet. Der Intendant des biesiaen Ooftheaters, Freiherr von und

zu Gilsa, beging sein 50jähriges Dienstjubiläum. D ö r n b e r g. Auf eine recht traurüge Weise hat der Landwirth Kloppmann sein Ende gefunden. .Er war mit dem schwer beladenen Wagen von Weimar kommend auf dem Heimwege. Als seine Begleiter ihn unweit des Ahnathals einholten, fanden sie das Fuhrwerk stillstehend. Unter seinen Rädern lag der alte Mann und hatte bereits den Geist aufgegeben. E s ch w e g e. An einem und demselben Tage zur ewigen 3uhc eingegangen ist ein hiesiges Ehepaar. Es handelt sich um die Jakob Rückhardt'schen Eheleute. Der im Alter von 74 Jahren stehende Ehemann verstarb Morgens um Sy2 Uhr nach kurzem Krankenlager, seine erst 58jährigeGattin Minna geb. Humberg am Nachmit tag um 6 Uhr nach längerem Leiden. F r a n k f u r t a. M. Ein neunjähriges Mädchen Namens Anna Schaub aus Niederrad, das Petroleum in's Herdfeuer goß, erlitt schwere Brandwunden, an denen es gestorben ist. Der zwanzigjährige Jockey Napiera schoß sich in seiner Wohnung Taunusstraße 20 eine Kugel in den Kopf. Die Verletzung ist lebensgefährlich. H o m b u r g v. d. H ö h e. Die hiesige Firma Gebrüder Hausmann, Lederfabrik, beging die Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens. H a n a u. Der landgräfliche Hofrath Bensing feierte fein 50jähriges Dienstjubiläum. - Marburg. Im Alter von 73 Jahren starb hier der Lehrer und Kantor a. D. Johann Muth. Der Genannte war etwa ein halbes Jahrhundert an den hiesigen Stadtschulen thä-tig.

Nrederdünzebach. Ein racyer ov ereilte den ILlabnaen emzigen Sohn des Landwirths Heinrich Haase hier. Beim Kaffeetrinken fiel er plötzlich um und war sofort eine Leiche. Ein Schlaganfall hatte seinem I O-t... . f i jungen -ucucn ein Jlel gelegt. Walters brück. 25 Jahre wirkt jetzt Lehrer Knaufs Hierselbst als Lebrer und Organist. Knaufs, der bereits auf eine 34jährige Amtsthätigkeit im Ganzen zurückblickt, erfreut sich bei seiner Gemeinde und bei seinen SchutzbeF . t. C r 1 rw . oylenen oer größten AHtung. Zierender. Aus Anlaß des Ausscheidens aus seinem Amte wurden dem Lehrer und Kirchendiener Humbürg der Hohenzollern'sche Hausorden und der Kantortitel verliehen. Die ganze Gemeinde, ebenso die Kollegen, welche mit ihm zusammen gearbeitet haben, bedauern den Rücktritt des geschätzten Lehrers, der 32 Jahre im Amte war. Alittekdeutsche Staaten. Bernburg. Der pensionirte Kantor Tümmler feierte mit seiner Gattm das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlaß brachte ihm die hiesige Lehrerschaft em Ständchen. Der Jubilar, der früher in Biendorf als Lebrer thätig war, erfreut sich noch großer körperlicher und geistiger Frische, ebenso seine Frau.Braunsckweig. Von einem an der Kammannstraße belegenen Neubau stürzte der Maurer Hermann Billwock ab und erlitt schwere innere Verletzungen, die seine Aufnahme, in's herzogliche Krankenhaus nöthig machten. Die hiesige Schweizer Molkerei feierte das Fest ihres 25jahrigen Vestehens. Dessau. Der Vorsitzende der herzoglichen Regierung, Abtheilung des Innern, Geh. Oberregierungsrath Merrens, tritt am 1. Januar 1905 in den Ruhestand., Eschershausen. Kantor Hoffmann hier trat nach 40jähriger Amtsthätiqkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Kovurg. Ein Handwerksbursche, Namens Karl Müller aus Grisbergvors, 45 50 Jahre alt, hatte in der nahen Zieaelei in Ermangelung eines Nachtlagers Schutz vor. der nächtlichen Kälte aesucht und wurde durch den hie sigen Gendarm Sander in einemGraben als Leiche aufgefunden. Die Nachforschungen führten zur.Verhaftung des Ziegelarbeiters Emil Krug und des Ziegelmeisters Kaspar Moser, beide in der Ziegelei Hönback in Arbeit befindlich. Aus der Vernehmung ergab sich, daß sie den Müller bei sti ner Entdeckung in der Ziegelei erst ruhig liegen gelassen, später aber ihn halb todt geschlagen und ihn hinaus geworfen baben. Nachdem der auf so schreckliche Welse Mißhandelte geau ßert hatte, die Sache zur Anzeige brinaen zu wollen, wurde er mit Knüppeln derart zugerichtet, daß er unter den Händen seiner Peiniger sein Leben lassen mußte. KLthe.n. Ein Großfeuer entstand auf dem Grundstück des Tapezterermelsters August Steffens hier selbst und äscherte dasselbe in wrzer Zeit vollständig em. Ueber die Ent stehunqsursache ist nichts bekannt. R u n st e d t. Die Feier seines 25jährigen Dienstjubiläums beging' der seit langen Jahren an der hiesigen , Schule wirkende Kantor Harms. etne Schuler bracoten mm cmen Fa ckelzug. Schulvorstand und Gemeinde Vertretung erwiesen dem Jubilar eben falls Ehrungen. Frere Städte. Hamburg. ?on einem harten Schicksalsschlag wurden die Billwärder Neuerdeich 99 wohnenden Ebeleute Krohne heimgesucht. Man brachte den

oeNagenswerthen Leuten ihren einzigen 7jahrigen Sohn Richard als Leiche

in die Wohnung. Der Knabe war beim Spielen mit anderen -Kindern vom Ponton am Billhafen in das Wasser gefallen und konnte trotz sofort von mehreren Personen angestellter Rettungsversuche leider nur als Leiche geborgen werden. Ein Unglücksfall mit tödtlichen Folgen ereignete sich an Bord des im Hafen liegenden Dampfers Tanagre . Dort stürzte der Schauermann Heinrich Backhaus, vom Venusberg 14, vom Deck in den 22 Fuß tiefen Güterraum. Hierbei zog Backhaus sich einen Schädelbruch zu und verstarb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Auf dem im Fischerhafen m Euxhafen arbeitenden Staatsbagger Kranich" gerieth der betagte Arbeiter Schumacher aus Döse zwischen Trommel und Decksaufbau. Er erlitt lebensgefahrliche Quetschungen des Oberkörpers. Außerdem wurde ihm ein Bein abgerissen. Ewerführer Adolf Groth fiel infolge Ausgleitens von der Rampe am Schuppen 20 Strandquai in's Wasser und ertrank. Sekretariatsassistent der, Bau-Deputation, Mangelsdorff beging sem 25iahrlges Dienstmbiläum. Schulrath a. D. Prof. Dr. Richard Hoche feierte seinen 70. Geburtstag; er wurde 1834 zu Aschersleben geboren. Der auf dem Ecke Neuerwall und Poststraße befindlichen Neubau beschäftigte Zimmergeselle Fritz Earstens, wohnhaft Kiebitzstraße 21, III., stürzte vom Dach in das dritte Stockwerk, wo er mit gebrochenen Gliedern besinnungslos liegen blieb. Der Unglückliche wurde zwar noch lebend, aber in fast hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus gefahren. Die Geschichte eines Vildeö. Eine seltsame Geschichte bat ein -im Londoner Privatbesitz befindliches herfet.,.;3 (X. .'11. . . r wuuycjivw Vciillllve, oas jiu einen Eorreggio oder doch für eine Vorzugliche Kopie eines seiner verlorenen Originale von Lodovico Earracci gilt. Dieses glänzend gemalte Bild einer schönen Frau, die sinnend auf einen Ring blickt, ist aber kein vollständiges Gemälde, sondern nur ein Drittel des ursprünglichen Bildes, und der jetziae Besitzer sucht die fehlenden Theile auf...rl. v . n rm r zusi!.?eii, um oas lüsixi m semer ur sprunglichen Gestalt wiederherzustellen. Auf der Rückseite des Rahmens befindet sich ein Dokument, das ein Siegel mit der Inschrift Quo Fata Vocanr"trägt und das Folgende über die Geschichte des Bildes mittheilt: Die Gemahlin von Kandaules, eines KLnigs von Lydien, mit dem Zauberringe des Gyges, von Eorreggio. Es ist ein Theil eines größeren Bildes, das an drei Brüder Namens Moore fiel, in deren Familie es lange gewesen wär; da sie sich aber über den Besitz nicht einigen konnten, wurde es. in drei Theile geschnitten. Dieser Theil wurde von Anthony Lord Faversham gekauft und kam dann m den Besitz seiner Tochter, der Honorable Frances King, Gattin von John Bowater Esquire, nach deren Tode es im Juli 1810 bei einer Versteigerung an Mr. John Long in Woolwich verkauft wurde." Dann folgt in anderer Handschrift: Es blieb m Mr. Longs Besitz bis zu seinem Tode und wurde dann von mir am 27. August 1828 bei der Versteigerung seines Nachlasses gekauft." Die Unterschrift ist aber nicht zu entziffern. Der jetzige Besitzer, W. Jacobs, kaufte das interessante Bild vor vier Jahren auf einer Versteigerung. Der Dampfer P h ö n i - c i a" der Hamburg-Amerika - Linie sichtete auf einer feiner letzten Fahrten durch die Nordsee, etwa 50 Meilen von Dov::, eine große Heerde von Wälsischen. Beim Feuerschiff Noord Hinder". konnte man deutlich die von den Walen emporgesandten Wasserdampfstrahlen beobachten, und einer tauchte auch unmittelbar an Backbordseite auf. Walfische in größerer Anzahl sieht man in der Nordsee nur äußerst selten. Be i m Weinqroßhändl e r. Weinhändler (zum Kellermeister): Dös Faßl Wein haben wir großartig zusammengestellt:... Geschmack, Bukett, Farbe, alles hat er,. . . nur a paar Tröpferln Jahrgang" geben noch hinem! Die böse Meisterin. ffl'mlt'imM-MnfiX Meesterin, gucken Se doch 'n Oo genblick in die Milch!" - ..Warum denn?" Daß se sauer wird ick mag so zerne Sauermilch! cr I Erklärt. Reisender: Warum c v . r. -t:: o.. . o mey yr.zgvrrt outu und jetzt .Zum Drachen"? Hotelier: - , , -r i Ich habe nnch verlzeirate

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,,?!nc D'clock Cra" in Japan. I ! tariofed Zeremoniell bei der Bewirtkiung der (Seladenen. Nicht nur der Engländer hat seine? Five O'clock Tea," die Japaner habe? ihre Thecgesellschasten mit genauem Eeremoniell weit eher gehabt. Die in Japan herrschende Sitte erheischt, daß die Einladung zu einer Theegesellschafi brieflich in bestimmt vorgeschriebene: Form auf bestem Papier erfolgt. In der Regel werden etwa sechs Perfönen eingeladen. Früher waren tl nur Männer, in der neuesten Zeit sind es Männer oder häufiger' Frauen odet Männer und Frauen. Die Einladunc erfolgt für irgend eine Zeit des Voroder Nachmittags. Die Gäste versammein sich in einem bestimmten Zimmer ick Hause des Gastgebers und warten dort, bis der letzte Gast, unter keinen Umständen zu spät, erschienen ist. Sobald dem Gastgeber die Vollzähligkeit der Gäste gemeldet ist, sendet er einen Voten, der die Gäste in's Theezimmer hinüberbittet. Die Männer gehen nunmehr den Frauen voran in's Theezimmer, das nach den Bestimmungen vom Jahre 1594 etwa neun Fuß im Geviert groß und sehr niedrig ist. Es heißt das Tschasaschiki. Der vorschriftsmäßige Schmuck besteht aus einem Hängebild und- einer Blume in der Nische. Haben sich die Gäste auf die in ent-

sprechender Zahl auf dem Mattenboden liegenden dünnen Kissen niedergelassen, so wird zunächst Kuchen angeboten und gegessen. Der Gang, die Verbeugungen und das Sitzen, die Armbewegungen beim Anbieten und Annehmen, das Essen und spater das Trmken, alles ge schieht nach dem feststehenden Eeremo niell. Selbst das Läuten der Glocke, das Waschen derHände, der Gang der Gäsie in den Garten, das Ausräumen tm Zimmer und die Rückkehr der Gäste in dasselbe ist streng geregelt. Der Kuchen und später der Thee werden ohne Worte gereicht. Die Holzkohlen sind m vorgeschne bener, besonderer Weise, in der für das Theezimmer bestimmten Hibatscht, die den Ofen vertritt, aufgestellt. Das Rauchen, dem sonst auch die Damen huldigen, ist verboten. Zum Eeremornenthee werden nicht Blatter, wie ge wöhnlich, verwendet, sondern man nimmt pulverisirten Thee und gießt lauwarmes Masser von einem vorgeschriebenen Wärmegrad darauf. (Kochendes Wasser nimmt der Japaner nie zum Thee.) Die Masse wird alsdann mit einem am unteren Ende besenartig aufgeschlitzten Bambusstab umgerührt. Es handelt sich nun weiter um die Frage, ob dicker oder dünner Thee, Koitscha oder Usutscha. gereicht wird, oder ob man beides gibt. Im letztern Falle geht der dicke dem dünnen Thee voran, was an die in der Bibel be--richtete orientalische Sitte erinnern dürfte, wo noch zuerst der gute und dann der schlechte Wein gereicht wurde. Vor dem dicken Thee, bei dem nicht gesprechen werden darf, wird schwerer, weicher, feuchter Kuchen, Motschi, mit Eßstäbchen gereicht, den der Gast auf Papier legt, das er selbst in der Busentasche .mitgebracht hat. Nach dem Verzehren des Kuchens erhält jeder Gast eine Schale mit dickem Thee. Ist der Thee besonders stark bereitet, dann trinkt nicht jeder einzelne Gast eine gane Schale, fondern eine Schale geht herum und jeder Gast trinkt etwas daraus. Es werden also beim dicken Thee zwei Arten der Zubereitung und des Trinkens unterfchieden. Vom dünnen Thee erhält 'jede? Gast eine Schale und dazu trocknen Kuchen, ohne Eßstäbchen. . Verdienste um'S Vaterland. Ein amüsanter Beleg für die hohen Gesichtspunkte, von denen aus die W'ähler in manchen ländlichen Kreisen Jtaliens ihre Abgeordneten beurtheilen, ist ein Flugblatt, das im Wahlkreis Gallarate verbreitet wurde. Es empfiehlt die Wiederwahl des ' Justizministers Scipio Ronchetti und begründet dies mit folgenden Verdiensten, die sich der bewährte Mann um das italienische Vaterland erworben habe: Ihm sei zu danken: 1. Die Trennung der Gemeinden Easorate und Arsago. 2. Die Unterbringung des unglücklichen Luigi Pastorelli in ein Institut. 3 Der Straferlaß für Carlo Limido. 4. Die Erhöhung des Gehaltes des Briefträgers Proeaccia. 5. Die StrafherabMinderung für den inzwischen verstorbenen Pietro Dettoni. 6. Geschenke an andere Personen, und an wie viele! 7. Der Zuschuß an die Rettungswache. Und da wundert man sich noch, daß die meisten Abgeordneten nur persönliche und lokale Jntereen vertreten und daß sich wirkliche große Parteien nicht bilden können. Serum gegen TyYyuS. Der französische Professor der Medizin, Dr. Chantemesse hat neuerdings über die mit seinem Serum gegen Typhus erzielten Resultate seiner HeilMethode folgendes bekannt gemacht: Aus der vergleichenden Statistik ergebe sich, daß das Sterblichkeitsprozeni im glichen Zeitraume von 8 auf 4 gesunken ist; kein anderes Medikament wirke auf den Organismus so energisch wie sein Serum. Dasselbe Me möglichst bald' nach Ausbruch der Krankheit injizirt werden. In der F a rbenblindh e i t ist die Unfähigkeit, 'Roth zu unterscheiden, die verbreitetste Form.

Spanislyc Slicrgcscchke. in neues Neset;, das ihre Oeranstaltnng a Lomitagctt verbietet. Mit Spannung sieht man nicht rnn in den besseren Kreisen Spaniens, sondern auch außerhalb des Landes dei Kastanien" der Wirkung eines neuen spanischen Gesetzes entgegen, das die Abhaltung von Sticrgefechten am Sonntag verbietet. In Italien wurden die Stierkämpfe 1332 nach einem großartigen Arenafest in Rom, wobei in-' folge der Wildheit der Stiere und der Unvorsichtigkeit der Leiter nicht wenigei als 19 Ritter und viele Plebejer um's Leben kamen, unterdrückt. In Spanien, wo der Sport, mit wilden Stieren zu kämpfen, wahrscheinlich aus der harten Nothwendigkeit, sich ihrer zu erwehren, hervorgegangen ist, standen damals die Corridas in voller Blüthe. Sogar die Könige verschmähten es nicht, dabei eine Lanze zu brechen, und die Ritter betrachteten es geradezu als ihre vornehmste Aufgabe, ihren Muth und ihre Kraft im Kampfe mit dem edlen Toro zu zein. Erst später mit dem Auftreten ttn berufsmäßigen Kämpfern kam fctc Sache etwas in Verruf. Wir hören zuerst von ihnen im Jahre 1385, wo der König zwei Stierfechter, einen Christen und einen Mauren, aus Aragon nach Pamplona kommen und ihnen für ihre Arbeit 50 Libras auszahlen ließ. Im selben Jahre belohnte er zwei andere, die bei den Festen zu Ehren der Herzogin von Lancaster mitgewirkt, mit 60 Libras. Im Jahre 1500 wollte Jsabella die Katholische die Stiergefechte untersagen, weil sie in Avila einem beigewohnt, das zu zahlreichen Unglücksfällen Anlaß gegeben halte. Aber sie, die Granada erobert,' sah ein, daß sie einem solchen Unternehmen nicht gewachsen war, und begnügte sich damit, daß eine Zeitlang die Spitzen der Hörner mit Kugeln versehen wurden. Pius V. nahm 1567 einen neuen Anlauf, indem er vermittelst Bulle alle, die einem Stiergefecht beiwohnten und darin mitwirkten, mit dem großen Kirchenbann bedrohte. Doch blieb die Drohung völlig wirkungslos, und auch ein Antrag, den die Cortes 1568 in gleichem Sinne annahmen, scheiterte an der Entscheidung Philipps II., daß die Abschaffung etner so allgemeinen und uralten Sitte erst einer genauern Prüfung bedürfe. Das Konzil zu Toledo kam zu

dem merkwürdigen Entschluß, daß die Stiergefechte nur an Festtagen stattfinden dürften. Umgekehrt gestatteten Gregor XIII. und Clemens VIII.. unter theilweiser Aufhebung der Bulle ihres Vorgängers, das Fest an Alltagen, und auf Wunsch Philipps II. hob Clemens VIII. den Bann ganz wieder auf, sintemal das Schauspiel den Spaniern schon in Fleisch und Blut übergegangen sei." Dann blieb alles ruhig, bis Karl III. 1785 wieder einen Versuch machte, den Stiergefechten beizukommen, doch ebenfalls vergeblich. Karl IV. wiederholte das Verbot 1805. aber Joseph Bonaparte hob es, um sich bei seinen neuen Unterthanen beliebt zu machen, wieder auf. Der Regierungsantritt Ferdinands VII. wurde mit großen Stiergefechten gefeiert. Anträge, die 1877 im Senat und Kongreß anläßlich der schweren Verwundung Frascuelos zur Abschaffung der Stiergefechte eingebracht wurden, gingen nicht durch. Gefiedertes Wunder. Der Orientirungssinn der Brieftauben 'ist noch immer nicht ergründet. Man hat ihn aufdas scharfe Gesicht dieser Thiere zurückgeführt, doch ist festgestellt, daß Tauben im Dunkeln schlechter sehen als der Mensch, und wenn auch die gefiederten Schnellsegler bei hohem Fluge wirklich meilenweit sehen können, so folgt daraus noch gar nicht, daß sie auf diese Weise den Rückweg zu dem oft Hunderte von Meilen entfernten heimathlichen Schlag, von wo sie in verschlossenem Wagen auf der Bahn nach dem Aufflugsort befördert wurden, wiederfinden können. Daß das Gesicht nur eine unwesentliche Rolle spielt, haben Versuche erwiesen, die in diesem Jahre in Frankreich vorgenommen wurden. Kürzlich wurden in Cerenes eine Anzahl Brieftauben Abends nach zehn Uhr bei bedecktem Himmel und solcher Dunkelheit aufgelassen, daß man nur wenige Meter weit sehen konnte. Kaum 20 Minuten nach ihrer Freilassung hatte die erste Taube ihren 18.6 Meilen entfernten Heimathsort Roanne erreicht und bis Mitternacht war ihr schon die Hälfte ihrer Reisegenossinnen gefolgt. Die übrigen Tauben fanden sich Morgens ein. Für Kriegstauben ist diese Erfahrung insofern wichtig, als sie bei Nacht nicht geschossen werden können. Zugleich aber bestätigen die Versuche die Annahme, daß der Orientirungssinn der Tauben auf einer Eigenschaft beruht, die dem Menschen abgeht, daß diese Thiere also, um eine volksthümliche Wendung zu gebrauchen, einen sechsten Sinn, haben. Opfer der Kurpfuscher e i. Der Advokat Dr. Udiczky in Großkikinda, Ur.garn, war an einer Halsentzündung erkrankt; er berief jedoch keinen Arzt, sondern ließ sich von einer Kurpfuscherm behandeln. Pie Folge hiervon war, daß ,seine Kehle in kurzer Zeit so heftig anschwoll, daß er nicht athmen konnte und sich im Spital schließlich einer Operation unterziehen mußte. Die ärztliche Hilfe war jedoch bereits zu spät. Udiczky starb unter tmsaglichen Qualen.'