Indiana Tribüne, Volume 28, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 7. Dezember IS.
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1 Die Knlc um C .IchlZß Bcurcn v z ? IZomsn von Ö i b h t i rn igottftftungj Mein alter Sanitätsrath sagt, der ganze Wahnsinn ist erlogen, aber man läßt ihn nicht zu ihr man. sperrt sie systematisch ein, und Niemand nimmt sich ihrer an sagte er erregt. Sollte sie ihm erwidern: sie ist doch wahnsinnig, sie hat ihren Vater vergisten wollen? Agnes Rehlin fühlte ein ihr selbst befremdliches Verlangen, es zu thun. Aber nein der Herzenstakt in ihr siegte. Sie traten jetzt aus der langen Allee uuf den freieren Platz vor dem Hause. Die Thür des Gartenzimmers stand weit offen, in sie hatte man den Frühstückstisch geschoben, und wie auf einer erhöhten Aühnc sahen sie jetzt den Hausherrn in einem kissenbeoeckten Stuhl daran sitzen und eine alte Dame. Das ist die Großmama!" flüsterte Agnes. Diese führte eben eine sehr schlanke, übermittelgroße jüngere Dame am Arm heran und zu dem alten Herrn. Die letztere beugte sich auf seine Hand und küßte dieselbe, was er mit einem begrüßenden kurzen Nicken beantwortete und mit einer Handbewegung, womit er ihr einen Sessel 'bot. Aber nicht den neben ihm. Inzwischen sah der Oberst, nicht eben angenehm überascht, einen Fremden und feine Großnichte direkt auf das Haus zukommen. Der erstere zog den Hut, und der alte Herr grüßte zurück während die schlanke, junge Frau eine hastige Bewegung machte, als wolle sie flüchten, und die Präsidentin ihr die Hand auf den Arm legte und sie euf ihrem Platz festhlelt. 23en hast Du Kenn da aufgegabelt. Kleine?" rief der Oberst nicht allzu freundlich. Dürfen wir heraufkommen? Ich bringe Besuch!" gab sie zurück. Nur heran es geht in einem hin, wir haben hier schon mal Revolution," lachte er ärgerlich. Er war heute nicht mehr in der gestrigen frohen Stimmung. ' Herr von Ellern! Königlicher Baumeister," stellte Agnes ihren Begleiter vor der Dich durchaus sprechen muß." Dann nannte sie die beiden alten Verwandten, und nach dem ersten Blick aus die junge Frau, die in einem Athem mehrere Male roth und blaß wurde und ganz unbeschreiblich verwirrt, aber auch ebenso reizend aussah, setzte sie mit einer sie selbst überraschenden Unbefangenheit hinzu: Meine Kousine, Frau von Sobotka." Die allseitigen Verbeugungen waren erledigt, Herr von Ellern hatte sich gegen den alten Herrn auf das höflichste entschuldigt, und der Diener ihm auf einen mürrischen Wink seines Herrn einen Stuhl neben diesen gesetzt. Die beiden Männer befanden sich sofort im lebhaftesten Gespräch. Ellern machte auf den Oberst einen guten Eindruck, das war ersichtlich. Unterdeß hatte Agnes, von einem warmen Impuls getrieben, der wunderlich geschmacklos, ja nonnenhaft gekleideten jungen Frau die Hand und den Mund geboten: Guten Tag, Kousine Eva!" ' Wieder wurde diese sehr roth, was ihr wunderhübsch stand, und dann küßte sie Agnes. Ich danke Dir!" sagte sie leise und befangen wie ein blödes Kind. Sie war in der That hübsch; vielleicht in der üblichen Damentoilette eine Schönheit; aber das talarartige Nonnengewand mit seinem großen, runden Kragen von braunem, weichem Wollstoff, durch eine Schnur um die Taille gehalten, und dazu ein kleines weißes Tuch, flüchtig über das völlig altmodisch frisirte dunkle Haar gebunden, gaben ihr ein eigenartiges, unvortheilHaftes Aussehen. Aus dem feinen, bleichen Gesicht blickten große, dunkle Augen scheu und ernst Augen, die kein Lachen, wohl aber viel Thränen zu kennen schienen. Ja sie waren schön, diese Augen, die reizende Form dieses Gesichts dergaß man nicht-wieder. Agnes konnte die Blicke kaum wieder von ihr wenden, mit dem ganzen Eifer junger Mädchen erglühte sie in mitleidvoller Sympathie für die Kousine. Aber die Ueberzeugung, daß diese Sanftmuth, diese liebliche Schönheit nur Falschheit feien, und daß Eva in ihrer Seele den Wahnsinn und die Mordlust trug, dämpfte ihren Enthusiasmus. Inzwischen hatte die Präsidentin durch den -Diener noch eine Tasse nebst Teller u. s. w. für den unerwarteten Gast bringen lassen. Sie hielt es einfach für selbstverständlich, daß er an dem Frühstück theilnahm, und Herr von Ellern dankte ihr durch einen Handkuß, als sie ihm die von Agnes auf ihren Wunsch gefüllte Tasse reichte. Die, Präsidentin mischte sich auch in das Gespräch der beiden Herren, sobald es sich schicklich thun ließ, bat um Erklärungen, hörte mit Interesse, fvrach klug und , verstehend, und riß ihren plötzlich wieder ganz heiteren Schwager zu einer begeisterten Schilderung von der Wirkung ihres Kommens auf sein Befinden rn.i. So wechselte er. ohne sichtlichen Grund, auch später oft die Laune. . .
' Der Ingenieur hätte nicht schon durch seinen Hauswirth und seine liebenswürdige junge Begleiterin einigermaßen orientirt sein brauchen; der alte Herr gab ihm in seiner sich steigernden frohen Erregung, ohne eö zu wissen, ein ziemlich klares Bild der Situation. Und dieses wurde noch erweitert durch das plötzliche Erscheinen der Frau Triebe, deren runde, dunkelglitzernde Augen förmlich vor heimlicher Wuth sprühten. Sie nahm sich mit übermenschlicher Kraft zusammen, aber jeder sah, daß sie es that; mit dem Bemühen, bescheiden zu sprechen, aber mit zitternder Stimme sagte sie, sie habe gehört, daß der Herr Baumeister da sei, der beim Herrn Sanitätsrath wohne, und sie möchte den Herrn Oberst bitten, durch den Herrn Ingenieur, wenn der so gütig sein wolle, Nachricht zu schicken, daß der Herr Sanitätsrath doch mcl käme.
denn wie es der Herr Oberst seit gestern treibe, so gehe es nie und nimmermehr gut, und sie könne es wenigstens vor' ihrem Gewissen nicht verantworten, wenn man ihren Herrn kaltblütig in den gewissen Tod treibe. Wann war der Arzt zuletzt hier?" fragte barmlos die Präsidentin die vor Wuth bebende Triebe, und diese mußte zu ihrem Aerger bekennen, daß dies im Anfang des Winters gewesen, also vor sieben oder acht Monaten. ' Sie ist nämlich gallig, weil sie sonst das Regiment hier allein führt," lacht: übermüthig der Hausherr. Die Triebe wurde ganz blaß; das war ja die offene Rebellion! Ja, ja ich sag's ja eben, wir haden unsere kleine Prioatrevolution!" rief er der Abgehenden noch nach. Mit sicherem Instinkt hatte Agnes, dem Beispiel der Großmutter folgend, ihre scheue Kousine nicht weiter angeredei, und dieser schien solche Nichtbeachtung wohl zu thun. Sie saß jetzt, eine Häkelarbeit i den Händen, und blickik kaum auf, aber ihre Scheu hatte sich verloren es lag eine gewisse freuvige Ruhe in ihren Zügen. Nach einer Stunde empfahl der Ingenieu: sich. Er hatte erreicht, was er wollte, und der Oberst, der übrigens heute rasirt und sauber angezogen war. ihm den Eindruck eines geschästsklugen Mannes gemacht. Beide fühlten sich miteinander zu frieden, und da das Gespräck zulekt sick aus das abgejchlonene eben des alten Herrn gewendet und dieser sehr erregt sich bitterlich darüber beklagt hatte, daß sein Befinden ihn dazu gezwungen, sc ergab sich für die Präsidentin die Gelegenheit, ihm zur Abänderung seines erfolglosen Quarantäne zu rathen, und das Endresultat war eine dringende Einladung des Obersien an den Baumeister, ihn doch recht bald wieder zu besuchen. 1 5. K a p i t e l. er Rest des Morgens verging Agnes und der Präsidentin mit einem Besuch bei ihrer Kousine Eva, deren stille, abgeschlossene Wohnung einen merkwürdig einsiedlerischen und doch dem Leben da draußen nicht so entfremdeten Eindruck machte, wie man dies ihrem Wesen und ihrer Erscheinung nach hätt annehmen sollen. Der Oberst hatte seiner unglücklichen Tochter eine in einer Anstalt für Gemüthskranke geschulte, treue Wärterin gegeben, die mit einem Mädchen aus dem Dorfe den kleinen Haushalt Evas auf musterhafte Weise besorgte. Frau Dilte und Frau Katharine Triebe stimmten in dem einen Punkte. Eva von Sobotka für partiell verrückt auszugeben, vollkommen überein, weil dies im Interesse der einen, wie der anderen lag; im Uebrigen haßten sie sich glühend, die Dilte. weil sie ihre Kollegin im anderen Flügel des Schlosses unaussprechlich verachtete, um der Ünordnung und des Schmutzes, wie noch mehr um ihrer Unehrlichkeit willen. Sie hatte den großen Vorzug, eine durchaus saubere und gewissenhaft ordentliche Frau zu sein, die ihren Pflegling auf ihre Art treu liebte und es ihm an nichts fehlen ließ. Zu ihrem großen Erstaunen fand Agnes in Evas Zimmer Haufen der neuesten Lektüre, Bücherschränke voll der besten Literatur, sogar Modezeitungen neben der Augsburger Allgemeinen. Am Fenster stand ein Nähtisch, und darauf lagen allerlei Stickereien der schönsten und, mühseligsten Art in wahrhaft mustergiltiger Ausführung, auch ein Pianino befand sich im zweiten Zimmer und eine Staffelei mit dem Bilde eines etwa dreijährigen dunkeläugigen Knaben. Hier hingen viele Skizzen an den Wänden, aber keine einzige ganz ausgeführt. Die Ausstattung der Räume mit Möbeln, Teppichen, Bildern und Vorhängen war die bei Damen gebräuchliche der Oberst hatte nicht gekargt und Eva offenbar viel Sinn für häusliches Behagen. Die Bewohnerin , allein machte in ihner nonnenhaften Gleichgiltigkeit gegen jeden Putz oder Schmuck einen völlig abweichenden Eindruck. Sobald sie mit den beiden verwandten Damen sich in ihrem Zimmer allein sah, gab sie sich aber weniger scheu und um jedes Wort verlegen. Ich bin gekommen. Dir zu helfen. Dich zu erlösen aus diesen qualvollen Zuständen, nun folge mir aber auch und lasse mich für Dich handeln," hatte die Präsidentin ihr nach der ersten Begrüßung heute früh gesagt. Ihre Art ließ kaum Widerstand zu, und Eva von Sobotka war nach einigem scheuen Zagen mitgekommen. Das verlassene, vereinsamte junge
Weib wollte sä nichts besseres als ffx lösung, Hilfe! Aber sich selbst zu helfen, war sie gänzlich unfähig. Und so' folgte sie willenlos der Schwester ihrer Mutter, so hatte sie willenlos ihren Platz am Frühstückstisch innebehalten, geantwortet, wenn man sie fragte, und später ohne Widerstand, in dieser selben dumpfen Energielosigkeit eingewilligt, als ihre Werkündeten sie wieder in ihre Wohnung zurückbrachten. Dies alles kam ihr viel zu rasch. Sie konnte sich noch immer nicht erholen oon der Nervenaufregung, in welche sie. die an vieljährige, freiwil, lige Klausur Gewöhnte, das Ungewöhnliche dieses Morgensxversetzte. Die Präsidentin saß im Sessel Eva kniete vor ihr, hätte sie mit den Armen umschlungen und murmelte: Ich kann
es ja noch gar nicht fassen, daß es einen Menschen gibt, .der sich um mich kümmert, der es gut mit nrr meint. O, Tante Maria, Du hast keine Ahnung, wie elend und verlassen ich gewesen bin." Aber Eva, Eva, warum schriebst Du nicht längst? Ein Wort und ich kam. Du siehst es! Warum so Furchtbares ertragen, wenn man nur zu rufen braucht?" Ja warum? Die junge Frau strich mit der feinen, nervösen Hand wie verwirrt über ihre weiße Stirn. Sie wußte es selbst nicht. Ich ich ich hatte, glaube ich, ganz vergessen, dß es anders sein könnte" murmelte sie. Aber so energielos zu sein!" Ja" nickte sie, plötzlich ihren eigenen Zustand verstehend ja das war's ich bin so energielos geworden. Das ist es!" Erzähle mir, wie Du Dich Deinim armen Vater so entfremden konntest, Kind? Du hattest die Vflickt. ibm die Tage , des Alters zu 'erhellen ihn zu pflegen!" Pflegen wollt ich ihn gern, genug, aber das böse Weib ließ es mich nicht thun, und er Er hat ihr gegenüber ja auck kein' in- Si, hnk meinen Ulrich auch nicht kommen lassen wollen! O, und er ist mein alles!" Sie preßte die Lippen zusammen. Dann sprach sie aber plötzlich bitter weiter: Sein Leben erhellen? Ach, Tante, dazu möchte er mich am wenigsien; er hat so viel Kummer durch mich gehabt er liebt nur, was lacht und scherzt und ihn amüsirt. Das konnte ich nicht; .sie' kann es! Oh, Du soll test ,sie' hören, wenn sie Abends mit ihm Wein trinkt, bis m die Nacht hm ein. Dann singt sie, und er lacht sich halb todt dabei." Großer Gott!' das thäte er? Das Weib duldete er, um sich?" 'O, er duldet es nicht nur, es macht ihm Veranüaen. und ich habe kein Recht, ihn zu kritisiren, ich habe jähre lang in tiefster Schwermuth nichts für ihn gethan an nichts gedacht, als Ich habe zu Schreckliches erlebt, Tante Maria! Weißt Du, ich liebte Donat mit glühender Liebe; er schien mir der schönste, edelste, ritterlichste der Man ner, sogar seine Fehler, als ich sie sehen lernte, fand ich liebenswürdig' Und dann wurde mir dennoch plötzlich so bange; ich wollte nicht sehen, was mir selbst wider meinen Willen nach und nach klar wurde ich wollte blind bleiben. Aber weißt Du, das ließ die wahnsinnige Eifersucht wieder nicht zu, die mich packte und Und da schrie er mich eines Tages an, ich sollte ihn in Ruhe lassen, ich sei ihm langweilig mit meinem ennmentaien wmm ei: er wolle keinen Engel, ein lustiges Teuselchen sei ihm lieber und ich brauche gegen 'seine Freunde nicht so überaus tugendhaft zu thun. Er brauche Geld. Da sei der Herzog von Beaufort, wenn ich mich gegen den etwas freundlicher ach, Tante, er war ein Elender! ;llnb dann war er fort mit dem lustigen Teufelsweib, und mein Kind war kaum zwei Monate alt, und der Herzog kam, mich zu trösten Ja! ja! Es war zu viel für meinen armen, zwanzigjährigen Kopf. Darauf ist es eine lange, lange Zeit ganz dunkel und dann wieder fiel grelles Licht hinein; der Papa wollte, ich sollte mit Gewalt froh gemacht werden, und es ging doch nicht; ich war wie eme Harfe, an der alle Saiten zerrissen sind es war unmöglich, daß sie einen Ton gab. Sie haben mich und das Kind hierher aebracht. Die Dilte ist dann gekommen, und sie befahl mir, was ich thun sollte, und ich that es; denn ich brauchte nun nicht mehr Menschen zu sehen, ich bürste ganz allein bleiben lange jahrelang und wieder Jahre. Ich war so krank. daß ich nicht einmal merkte, als sie mir memen Ully nahmen. Nach und nach ist es dann anders geworden, ich sing an, meiner selbst mir wieder bewußt zu werden. Ich habe auch dann immer allein sein dürfen. Und endlich sing ich wieder an zu leben; ich bekam Verlangen nach Beschaftigung, liebte plötzlich wieder zu lesen zu malen zu sticken mein Vater hat mir alles gegeben; was ich wollte, nur mein Kind sollte ich nicht wiederhaben. Ich weiß nicht, wo es ist. aber ich wiß gewiß, es lebt. Sieh, der Ully schreibt mir zuweilen." Mit glücklichem Lächeln zeigte sie ein paar klecksige, von Kmderhand geschriebene Zettelchen. Ich war immer allein fuhr sie fort. Wer Vater sah mich fast nie, und ich fürchtete mich vor Menschen ich ging nie aus meinem Zimmer. Was die Dilte wollte, das that ich; sie ist sehr gut und plauderte immer öfter mit mir, und die Lena plauderte auch, und da einmal habe ich laut gelacht. Ach, ich erschrak, sehr vor meinem eigenen La-
chen! Und plötzlich fühlte ich, ich war
wieder gesund und wie früher. Aber als ich das zu meinem Vater sagte, den ch letzt öfter besuchte, da schüttelte er so traurig den Kops und dann werkte ch, wie er mich immer heimlich beobachtete, und alle waren so eigen mitleidig. wie er. Dann aber, es ist noch nicht ange, da wurde er plötzlich vollia verändert, eisig kalt, finster, zornig, ich durste zu ihm nicht mehr kommen. Jetzt weiß ich's sie sagen, ich sei zeit- . Ir. . f f rr - n i weise waynilnnig. tu aoer mazi wahr, Tante Maria, es ist gewiß nicht wahr. Die Dilte sagt, das habe allein die Triebe aufgebracht. Aber siehst Du das weiß ich und merke es sie wol len es die Leute glauben machen, damit jeder sich vor mir fürchtet, und ich soll ewig hier so leben, wie bisher, die Triebe will es, und sie hat Macht über meinen Vater. Frage meine treue Dilte, sie wird Dir sagen, mein Vater soll für den Fall feines Todes mich unter die Pflegender Frau Triebe geben, .dann wird sie mir die Dilte wegnehmen, und ich bin in des schlechten Weibes Macht. Darum wurde uns so todtesbang! Und die Dilte sagte, ich müsse Dir sofort schreiben, ich könne jeden Tag durch em Testament meines Vaters enterbt werden oder Ich weiß nicht; aber mir wurde so angst!" Blaß und sehr erschrocken hatte die Präsidentin ihre Nichte angehört; alles. was Eva erzählte, stimmte genau mit dem überein. was ihr Sohn gehört. Die Frau sprach durchaus klar, das war zweifellos; die Hände m tiefer Erregung gefaltet, sah sie Eva an. Konnte eine Irrsinnige so klar und logisch erzählen? Aber würde ein Vter sein Kmd, sem einziges, für wahnsinnig ausgeben, wenn es das . nicht war? Da trat ihre Enkelin neben sie und sagte mit großer Bestimmtheit: Ich glaube nicht an Irrsinn, Großmama, und Herr von Ellern sagt, derselbe solle systematisch erlogen sein. So habe sich auch der Samtatsrath im Dorfe geäußert." Ja? das sagen sie? Großer Gott, es gibt also Menschen, die die ? Sie halten mich also auch für gesund? Es ist schrecklich, zu denken: jeder sieht Dich für verrückt an!" rief Eva wei nend. iungp Frau umarmte Aanes zärtlich: Wie danke ich Dir, Du.gutes, liebes Mädchen." Als die Präsidentin ihre Nichte dann verlassen hatte und sich mit Agnes in großer heimlicher Aufregung wieder in den anderen Flügel des Schlosses begeben wollte, stand Frau Dilte, eine ungewöhnlich kräftige Vierzigerin mit groben Zügen, die ein Gemisch von Schlauheit und Gutmüthigkeit verriethen, an der Verbindungsthür und hatte sie dort erwartet. Ich wollte mir nur die Freiheit neh men, die gnädige Frau zu warnen, daß Sie meiner Gnädigen doch lieber nicht alles auf's Wort glauben," sagte sie leise. Die Triebe ist ein Satan und schreit Nachts auf ihrer Stube, daß der Herr Oberst glauben soll, meine Gnadige kreische und schreie so; und er glaubt ja alles, was das Weib ihm vorlügt. Aber wenn die gnädige Frau Präsidentin mir nur glauben wollten ganz o.hne Aufsicht, das geht doch nicht bei einer Melancholischen, und das kriegt sie immer wieder, das kann doch -keiner so gut wissen, wie ich! Sie kann mich unmöglich entbehren, das weiß sie auch, und wenn ich nicht da bin, wird sie gleich unruhig. Sie haben jedenfalls das ganze Vertrauen meiner Nichte, Frau Dilte, und ich würde es für sehr verkehrt halten, wenn man Sie von ihr trennen wollte." sagte von Neuem auf's Peinllchste beunruhigt die alte Dame. Das schien der Wärterin sehr wohl zu thun, sie ging mit zufriedenem Lächeln, kehrte aber schnell noch mal um und flüsterte geheimnißvoll über die Schulter nach der Richtung zeigend, wo der Hausherr wohnte: Sie kann ihn nicht so weit kriegen, daß er das Testa ment macht; zweimal hat er das Gencht schon kommen lassen, iedoch beide Male ist es nicht zurecht gekommen. Aber sie bringt ihn noch so weit, wenn gnädige Frau nicht dazwischen fährt! Und ' dann . sollten Frau Präsidentin nur wissen, was in diesem Hause gestöhlen wird! .Jeder mmmt, was er kriegen kann, und die Triebe kann das meiste kriegen. Ich will nichts gesagt haben. Meine Hände hab' ich rem. Aber umsonst schickt sie nicht so' viel Kisten und Packete fort." ' Es war ein schwerer Seufzer, mit dem die alte Dame das ihr eingeräumte Gastzimmer betrat. Wie sollte es ihr möglich sein, Klarheit in dieses Gewebe von Niedertracht c r ? uno uuge zu oringen k Und ihr Sohn hatte ohnehin so viel zu thun, daß sie gar nicht .das Herz hatte., ihn zu Hilse zu rufen. Großmama! da ist ja. Herr von Ellern! Dem kann man vertrauen!" neth ihre Enkelin. Ach Kind dem fremden Manne? Er ist uns doch nicht fremd mehr? Mir kommt es vor, als kennten wir ihn schon jahrelang! Und er interessirt sich offenbar für Eva er ist eben ein ritterlicher Mann, dem die bedrängte Frau Mitleid einflößt." (Fortsetzung folgt.) -rv MitMannundMausistdaS in Bremerhaven beheimathete Segel schiff Pionier" auf der Fahrt von Buenos Ayres nach Hamburg gesun ken. 18 Mann fanden ihren Tod.
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