Indiana Tribüne, Volume 28, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1904 — Page 6
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(Lnropäische Nachrichten.
Z'roVtnz Fsmrnern. . Stettin. Selbstmord beging der 19 Jahre ölte Kellner Fürst. Er schoß sich in seiner Wohnung in der König Albert Strafe eine Revolverkuael in oie llnre rusl uno narrt oaio nach seiner Anlieferung im Krankenhause. ! B u b l i tz. Gro'ßfeuer kam Hierselbst zum Ausbruch. Es wurden sechs Geschäfts- öezw. Wohnhäuser mit sämmtlichen Nebengebäuden . eingeäschert. Es fielen dem verheerenden Element Zum Opfer am Markt die Gebäude des Kaufmanns Wilhelm Lange, des Bäckermeisters Theodor Schmidt, des Kupferschmiedemeisterö Carl Pechmann und in der Nebentraße die Gebäude des Schm?edemeiters A. Klein, der Wittwe Bertha Joeph und des Buchdruckers Gerhardt. G a r z a. R. Bei dem BauerhofsPächter Schwerin zu Puddemin verunglüctle beim Dreschen mit der Dampfmaschine das beim Einfüttern angestellte Dienstmädchen Willen aus Gr.-Schoritz, indem sie mit einem Bein in das Getriebe des Dreschkastens gerieth, das ihr von dem Kniegelenk abgerissen wurde. Jasenttz. Im Altenburg'schen Lokale fand ein großes Arbeiterfest zur Feier deS 33jährigen Bestehens der Mühlenfirma Paul Steffen, Duchow, statt. Köslin. Der 70 Jahre alte Sattlermeister Schenkel zeigte schon seit längerer Zeit Spuren von Trübsinn. Seit Kurzem war er spurlos verschwunden. Jetzt wurde seine Lei che in einem Wassertümpel bei dem et wa 30 Kilometer von dort entfernt liegenden Rittergute Natzlaff aufgefunden. Pasewalk. Im Uhlenkrug war aus nicht ermittelter Ursache bei dem Besitzer Haase Feuer aufgegangen, das bald solche Ausdehnung gewann, daß an ein Retten des Gehöfts nicht zu denken war. Das Feuer sprang auf die anstoßenden Gebäude über; ein Gehöft nach dem anderen wurde von den Flammen ergriffen, und sieben Gebäude mußten dem Element zum Opfer fallen, ehe es gelang, des Feuers Herr zu werden. Betroffen von dem Unglück sind die Besitzer Haase, Aßmann, Kurth, Trettin, Legarth und Tews. S t o l p. Eine große Scheune des Vorwerks Lesme brannte nieder. Elf Pferde, die einer Einquartierung wegen in der Scheune untergebracht waren, sind mitverbrannt. Frovinz Schkeswig-Korstein. Schleswig. Dem in den Ruhestand getretenen und nach hier übergesiedelten Kantor Reimer in Bergenhusen ist der Adler der Inhaber des Hohenzollernschen hausordens verliehen worden. A l t o n a. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte.den Schlächter Gorecki, der den Arbeiter Linow aus Rächsucht ermordete, zum Tode. Das Ehepaar -Friedriche Nütz und Frau Auguste, geb. Schroeder, feierte feine goldene Hochzeit. Arnis. Durch einen Sturz vom Apselbaum verunglückte der Einwohner Brand so schwer, daß der Tod' bald darauf eintrat. Brand hatte den Feldzug 187071 mitgemacht. B ü s u m. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten du Eheleute Hans Uhl und Frau. D r a g e. Im Alter von 68 Jahren verschied der Landmann I. P. Schluter, Mitglied des Kriegervereins. Der Verstorbene diente zuerst im 13. dänischen Infanterie - Regiment und im Feldzüge gegen Frankreich von 1870 71 im hanseatischen Bataillon No. 75 in Bremen. Flensburg. Der hiesige Bahnarbeite? Jessen wurde von einem nach Norden fahrenden Zuge auf der Station Wovens überfahren und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Er war 25 Jahre alt und unverheirathet. Uetersen. Infolge von Milzbrandvergiftung verstarb der Gerbergeselle H. W. Kelting; er hatte sich im Gesicht einen Pickel abgekratzt, wodurch das gefährliche Gift ins Blut übertragen worden war. Jtzehoe. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich in der Krämer Straße Hierselbst. Die sechs Jahre alte Elise Olöde aus der Fischer Straße lief, als ein großer Lastwagen vorbeifuhr, hinter diesem her und ergriff die an dem Seitenbrett herunterhängenden Ketten, um schleifend oder schwebend eine Strecke mitzufahren. Hierbei kam das Kind zu Fall und gerieth unter den Wagen, dessen Hinterräder quer über den Unterleib des Kindes gingen. Den schweren inneren Berletzungen ist das Kind, trotz sofort geleistete! ärztlicher Hülfe alsbald in der elterlichen Wohnung erlegen. Kiel. Zwischen Arbeitern, die an dem Chausseebau Kitzenberg - SchreVenborn beschäftigt werden, ' war in der Kantine eine Schlägerei entstanden; der . polnische Arbeiter Jarosz griff zum Messer und erstach den Kantineng?hülfen Bartels, d- sich eingemischt hatte, um Ruhe zu stiften. Der Pole wurde verhaftet.. P lön. Professor Esternaux,. der Hauptlehrer des Kronprinzen und der übrigen Prinzen, beging sein 25jähriges Dienstjubiläum. Derselbe ist am 15. April 3896 mit den ersten Prinzen hierher gekommen. Stenderup. Dem Hofbesitzer I. Ries gingen die Pferde durch, wo-
Jttdinna Tribüne, 7. Dezember 190 MiBMaiMaaMBaiaMliHHaaB1HHBHBMiHMiaBaMBaiBaHaBaaBBHBiBai ; " " I v
bei er sich lebensgefährliche Verletzungen zuzog. ' Frovinz Schreien. Ares lau. Fünfzig Jahre sind nunmehr verflossen, daß die verw. Frau Steinbrecher mit ihrer 'Tochter in das Haus Schuhbrücke 47 zog. Auch nack dem Tode ibrer Mutter blieb ftrl Cäcilie Steinbrecher daselbst wohnen und konnte nun das 50jährigeMiethsjubiläum begehen. Das Anwandsche Ehepaar aus Machnitz war mit einem einspännigen Fuhrwerk hier geWesen und befand sich auf der Heimfahrt. Bereits in Schön - Ellguth angelangt, erfaßte die Lokomotive eines Kleinöahnzuges das Gefährt, die Insassen wurden herausgeschleudert und Frau Anwand von der Maschine eine Strecke mit fortgeschleift. Die bedauernswerthe Frau erlitt hierbei tödtliche innere und äußere Verletzungen und konnte nur als Leiche aufgehoben werden. Auch der Gatte trug ernste Verletzungen davon. Arnoldsdorf. Im Elsnerschen Steinbruch verunglückte der 20 Jahre alte Sohn des Besitzers Reinhard Elsner. Er wollte das durch den niedergegangenen Regen locker gewordene Erdreich über dem Bruch entfernen und bestieg zu diesem Zweck eine Leiter. Das Geröll kam ins Rutschen, und Els ner stürzte von der Leiter herunter. Er erlitt dabei schwere Verletzungen. G e b h a r d s d o r f. Die hiesige evangelische Kirchengemeinde feierte das 250jährige Bestehen. Es fand ein Festgottesdienst statt, spätsr die Aufführung von Die Salzburger" von Rudolf Thoma. Kupp. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Dörrmeister Urbansche Ehepaar in voller Rüstigkeit im Kreise feiner Kinder, Enkel und Urenkel. Das Paar wurde in der katholischen Kirche eingesegnet. , L a n d e ck. Im angrenzenden Dorfe Karpenstein brach in dem Hause des Maurers Josef Geisler Feuer" aus, das bald das ganze Gebäude erfaßte und alles vernichtete. L i e g Ni tz. Tödtlich verunglückt ist der im Betriebe des Zimmermeisters Wilhelm Löbel hier' beschäftigte Zimmermann Gustav Lamprecht. Er wurde mit gebrochenem Genick im städtischen Krankenhause todt eingeliefert. Die 50. Jahresfeier des Männer-Ge-sang - Quartetts, verbunden mit Fahnenweihe, nahm einen sehr würdigen Verlauf. Mönchswald. Der Königliche Revierförster Andermann feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. Andermann hat seine Laufbahn beim 6. Jägerbataillon begonnen und steht jetzt im Alter von 68 Jahren. R a t i b o r. RittergutsbesitzerKlapper in P a w l a u ist im 74. Lebensjähre gestorben. Er gehörte seit Einführung der Kreisordnung (im Jahre 1874) dem Kreistage an. Fr-ovinz 'gofcti. Posen. Die Oberin vom JosefStift Irene von Luszczewski feierte ihr 50jähriqes Jubiläum als Schwester. Der Weihbischof -Dr. Likowski hielt aus diesem Anlaß in der Kapelle des Stiftes einen.Gottesdienst ab. -7 Die Angehörigen des hier verstorbenen Kaufmanns S. D. Jaffe haben zum Andenken an ihren Vater der Stadtgemeinde Posen 30,000 Mark überwiesen. Die Zinsen dieses Kapitals sollen im Laufe der Jahre verwendet werden, um Straßen, Plätze und öffentliche Anlagen der Stadt Posen mit Werken der Kunst und des Kunstgewerbes zu schmücken. B o j a n o w o. Distrikts-Commis-'sar Glisczynski Hierselbst trat in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger ist Distrikts - Commissar v. Negelein in Schlehen ernannt, v. Glisczynski ist der Rothe Adler-Orden 4. Klasse verliehen worden. F r a u st a d t. Letztens ertönten wieder die Feuerhörner. Die Häuser von Reich und Benjamin in der Zweieimer Straße standen in Flammen. Es konnte nur wenig gerettet werden, die Thätigkeit der Wehr mußte sich auf die Sicherung der gegenüber stehenden jmd angrenzenden Gebäude beschränken. Die gegenüber stehenden Gebäude des' Kaufmanns Scheunert und 'des Seilermeisters Golz haben sehr gelitten. Krotofchin. Die 13jährige Tochter des Wirthes Zosyrian in Staniewv zündete beim Spielen mit Zündhölzern die Scheune ihres Vaters an; das Feuer sprang auch auf das Gehöft des Wirthes. Fröhlich über und äscherte dessen Scheune mit den Ernte - Vorräthen vollständig ein. Der Schaden ist nur theilweise durch Versicherung gedeckt. Neutomische l. In dem Orte Pakoslaw wurde der Schuhmachermeister Myskowski aus Brody auf offener Landstraße unweit der katholischen Schule urch einen Unbekannten ermordet' und veraubt. Als dieser die Dorfstraße und das Geleise der Kleinbahn mit seinem Rade vassirte, wurde e? überfallen, wobei ihm der Hals vollständig durchschnitten wurde. Das Geld, etwa 50 Mark, und die Taschenuhr wurden ihm geraubt. Rawitsch. Eine große, dem Fleischermeister Klose gehörige Scheune, die Stroh, Heu und einen Wagen enthielt, und ein dem Kaufmann Cohn gehöriger Schuppen, der -mit Stroh . und Hackholz gefüllt war, brannte nieder.
Die goldcne Zliege. Eine Artistengeschichte von Franz KurzElSheim. Max schlug auf den Biertisch, daß die Gläser zitterten und die wenigen Gäste, die noch in der kleinen Stube des Artistenrestaurants weilten, sich erschrocken nach dem Metsys - Trio umsahen. Das waren drei große, kräftige Gestalten, Reckturner, die ob ihrer Tollkühnheit einen Weltruf genossen und nun 'schon seit einem Vierteljahre dem Cirkus W . . . . verpflichtet waren. Zwei von ihnen. Albert und Friedrich, hübsche Kerle mit freundlichen, gutmüthigen Augen; der dritte, Max, das Oberhaupt der Truppe, hatte etwas Tückisches in seinem Wesen, und fein Aussehen, das fast an die Gesichtszüge eines Affen erinnerte, war auch nicht gerade geeignet, ihm mit besonderer Sympathie näher zu treten, obschon man niemals einen Menschen nach Aeußerlichkeiten beurtheilen soll. .Schon vor Jahren hatten sie sich zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, und unausgesetztes Ueben hatte derselben einen derartigen Grad der Vollkommenheit aufgedrückt, daß es schwer schien, ihre Leistungen noch zu übertrumpfen. Einen ganz besonders schwierigen Trick hatten sie nach langem Mühen erst vor vierzehn Tagen etwa creirt, bei dessen Ausführung jeder gewissermaßen, auf die Sekunde von der Bewegung des anderen abhängig war. Während dabei an der Mittelstange des dreifachen Recks Friedrich die Riesenschwelle schlug, schwangen sich Albert und Max an den äußeren Stangen im Riesenschwung empor und setzten mit einem Saltomortale über den turnenden Friedrich hinweg, um sich mit den Händen an den entgegengesetzten Barren wieder aufzusaugen. Eine Leistung, der man nur mit gelindem Gruseln zusehen konnte. Max war der Erfinder derselben, wie ihn von jeher sein Ehrgeiz zu immcr Neuem angespornt hatte. Mit eiserner Zv eit ging er an oie Aus- ! führung e r Idee heran, bis sie vom schönen Gelingen gekrönt war. Wochenlang oft dauerten die Uebungen für einen Trick. Und sah man die drei Abends in der Manege sich so leicht und elegant bewegen, in jener Sicherheit, die fast gar keine Mühe erkennen ließ, man hätte nicht geglaubt. wieviel Studien und welcher Eifer alle dem immer vorausgesetzt worden war. Und nun hatte ihm Albert erklärt, er möge sich nach einem Ersatz für ihn umsehen. Denn er gedenke demnächst zu heirathen und mit seiner jungen Frau eine neue Nummer zu schaffen. Max glaubte zuerst, sein College scherze. Bald indessen wurde er ge wahr, daß t diesem ernst war mit seiner Kündigung. Nur noch einen Monat gedachte er bei dem Trio zu j bleiben. Und sejn Ausscheiden bedeutete für dieses insofern eine große Schädigung, als sie eine Reihe ihrer Vorführungen, zumal diejenigen, "in welchen sie unkopierbar geblieben, auf längere Zeit ausschalteti mußten, bis der Ersatz sich so firm einzuarbeiten vermocht hatte wie Albert. Und das würde nicht nur einen finanziellen Nachtheil in sich schließen, der ja schließlich zu verschmerzen war, sondein weit mehr noch einen künstlerischen. Wenn es auf einmal hieße, das Metsys-Trio ist heute nicht mehr so gut wie ehedem, so konnte das Ur? theil natürlich nicht ohne Einfluß auf die weiteren Engagements bleiben, gar nicht zu reden von den Vortheilen, welche die Concurrent?n aus diesen Umständen zu ziehen in die Lage gesetzt wurden. Und Max wollte kein Tüpfelchen von seinem Ruhme preisgeben. Und das -sagte er auch seinem College, Der aber lächelte und meinte, ob er an seiner Stelle anders, handeln würde. Er wäre mit seiner Braut völlig einig, und es hätte gar keinen Zweck, ihn umstimmen zu wollen. Kein Wunder, daß Max in eine immer sich heftiger äußernde Erregung gerieth. Ucbrigens machte er auch gar kein Hehl aus derselben. Doch auch das änderie die Entschlüsse seines Collegen nicht. Was sagst denn Du dazu?" wandte sich Max endlich an Friedrich, der bisher da gesessen hatte, als ginge ihn die ganze Unterredung nicht das minbeste an. In der That war er von Hause aus etwas phlegmatisch. Und so zuckte M auch jetzt nur die Achseln und entgeznete: Was soll ich dazu sagen? Wenn Albert gehen und sich verheirathen will, wer soll ihn daran hindern? Und daß wir nicht untergehen. na, dafür sorgst Du schon. Ich kenne Dich doch. Mich kümmert also die Sache gar nicht." So, sie kümmert Dich gar nicht," gab Max hämisch zurück. Auch ein Standpunkt, nein, meine Lieben, ich will mich nicht alle die Jahre .angestrengt haben, um auf die Hohe zu kommen, auf der wir jetzt stehen, um ! dann erfahren zu müssen, daß uns einfach einer hinabstürzen kann, indem er erklärt: Ich spiele nicht mehr mit." Und ich soll Dich das sagte er wieder zu Albert, schon zu halten wissen." Dabei lachte er höhnisch auf. .,Uebrigens Braut," mischte sich nun Friedrich wieder ein. Ich habe ja noch gar nicht gewußt, daß Du verlobt bist." s' ist auch nicht lange her," erwidcrte Albert lachend. O, Ihr werdet mir zugestehen müssen, daß ich keinen.
schlechten, Geschmack habe, wenn Ihr erfahrt, daß ich mir Fräulein Minchen ausgesucht habe." Fräulein Minchen? Die goldene Fliege"?" fragte Max,. der sich jetzt Wieder etwas' ruhiger gab. Dieselbe " bestätiate der alückliche Bräutigam. Das Mädel stach mir schon in die Augen, als ich es zum erften Male sah. Nun, ich bin ja auch kein unebener Mensch. So spann sich's denn an. Und ihre gute Mutter, die allabendlich in der Artistenloge sitzt, bis ihre Tochter wieder aus der Manege herausschlüpft,, hatte nichts dagegen und segnete uns." Hm, die' goldene Fliege!" brummte Max. Dann umspannte er ein Bierglas mit beiden Händen und tarrte vor sich hin. Schon jetzt war er fest entschlösse. das Liebesspiel der beiden zu durchkreuzen, einerlei wie. Allerdings, dieses Wie" war nicht so leicht zu sinden. Minchen war ein hochachtbares Mädchen, wie es die meisten aus dem Artistenstande sind, zumal diejenigen, deren Arbeiten körperliche Kräfte und Gewandtheit erfordern. Ja, wäre es noch Miß Lucie gewesen, die schlanke Schulreiterin, die allabendlich mit einigen 'Herren soupirte, die für den Cirkus nur der Weiber halber schwärmten, oder Fräulein Tolu, wie sie sich nannte, die seltsame Klowneuse.'die halbe Nächte hindurch im Cirkusrestaurant am Spieltische saß und kein anderes Vergnügen zu kennen schien, da hätte er leicht Argwohn in die Seele seines Collegen pflanzen können. So aber war das ausgeschlössen. Dann wieder durchzuckte ihn die Idee, Albert durch Drohungen an sich zu fesseln. Und er war schon der Mann dazu, sie auszuführen. Aber bald überlegte er sich, welchen Zweck das haben würde. Gar keinen. Wenigstens nicht den ihm angenehmen. Denn gesetzt den Fall, Albert beharre bei seinem Plan und er selbst würde ihn bei der Ausführung seines Tricks vielleicht fallen lassen wie leicht konnte das geschehen, ohne daß man ihn deshalb einer Absicht zeihen durfte was wäre dann gewonnen? Er selbst hätte den Schaden, da er so ebenfalls den Collegen verlieren müßte. Wohl hätte er sich gerächt. Indessen, was nützt ihm die Rache? Und auf einmal durchfuhr ihn ein anderer Gedanke. Nun. einstweilen wird er der Sache ihren Lauf lassen. Vielleicht wird Albert doch noch anderen Sinnes. Innerhalb eines Monats, der ihm gesetzten Frist, konnte sich noch manches ereignen. Albert fiel es gar nicht ein, seinen Collegen zuliebe von dem mit seiner Braut gefaßten Entschlüsse zurückzutreten. Nur wunderte er sich, daß Max keinen Ersatz suchte.' So eifrig er selbst auch dieserhalb die Artistenzeitschriften durchforschte, niemals fand er eine entsprechende Annonce. Mit seiner Gattin gedachte er in einer Luftnummer aufzutreten, in der sie bisher allein arbeitete. Oben, hoch unter der Decke des Cirkusgebäudes hing ihr Apparat, zwei Trapeze. Sie eröffnete ihre Darbietungen mit einigen niedlichen. nicht gerade zu schwierigen Kunsistückchen an einem derselben, die allerdings durch ihre Geschmeidigkeit sehr gewannen. Zum Schluß aber schwang sie sich über die halbe Breite des Etablissements hin von einem Trapez zum anderen. Und das war allerdings eine Leistung, die der allgemeinen Bewunderung schon werth war. Denn bisher hatte man derart! ges immer nur von zweien ausgeführt gesehen, was insofern die Gefahr verminderte, als der Fänger den Partner durch ein Entgegenschwingen auf zugreifen vermag, selbst wenn der Sprung etwas zu knapp bemessen sein sollte. Bei Minchen aber, die sich aus diesem Spiel heraus die goldene Fliege" nannte, mußte der Sprung genau ausgerechnet sein. Denn das Trapez kam ihr nicht entgegen. Wenn Albert nun noch hinzutrat, vergrößerte er die Nummer seiner Frau. Auch konnte er für sich noch mehr Gage herausschlagen, als jetzt. Außerdem war er nicht mehr abhängig. Die Kündigungsfrist lief zu Ende. Max hatte eingesehen, daß er den Albert verlieren würde. Und nun that er als habe er sich damit abgefunden, so daß der leichtgläubigeCollege schnell das Mißtrauen, das ihn in den letzten Tagen gegen den Obmann des Met-sys-Trio beschleichen wollte, wieder niederschlug. Eine Vorstellung war im Gange. Die drei Reckturner hatten von dem vollbesetzten Hause den lebhaftesten Beifall eingeheimst. Und während sich Max und Friedrich in der Garderobe wieder umkleideten, plauderte Albert noch mit seiner Braut, die, bebreits für die Arbeit angezogen, ihn in. dem langen, sich über dem Pferdestall hinziehenden Korridor erwartet hatte. Beide hatten sich in eine dunkle Ecke zurückgezogen, we man sie nicht so leicht erblicken konnte. Denn sie mochitv. sich nicht den oft bitteren, immerhin nicht übel gemeinten Scherzen ihrer Collegen und Colleginnen über das Brautpaar aussetzen. Minchen war heute von- einer merklichen Ünruhe befangen. Immer aufs neue fragte sie ihn, ob er sie auch wirklich' liebe, mit jener Liebe, die sie für ihn empfinde. Und er bejahte das nur immer lächelnd und küßte sie auf die vollen Lippen, die sie ihm bereitwilligst
entgegenbot. Und er log nicht, wenn er ihre Fragen bejahte. Denn wie das manchmal geschieht: bisher war dem achtundzwanzigjährigen Manne die Liebe fremd geblieben Um so heftiger packte sie ihn nun. Kaum, daß er den Tag zu erwarten vermochte, da der Priester sie für immer verbinden würde. Ihr Glockenzeicben erklang. Sie machte sich los. Bis nachher." Einige Schritte eilte sie davon. Dann kehrte sie plötzlich um und umschlang ihn noch einmal mit ihren weichen Armen. Albert, küsse, mich noch einmal. Dein Kuß soll mir Segen bringen." Und dann eilte sie die Treppe hinunter, nachdem sie ihren Mantel der Garderobiere überreicht, und hinein in di: Manege, in das erstrahlende Licht der mächtigen elektrischen Bogenlampen Jedesmal bei ihrem Auftreten ging eine Bewegung durch die Zuschauer. So auch jetzt. Denn die goldene Fliege" war ein entzückendes Persönchen, deren Körperlinien in dem eng anschließenden Trikogewande zu voller Geltung gelangten. Die feingeschwungenen Beine der Trikotlieferant Spiegel behauptete, sie gehöre zu den wenigen Damen, die sich ohne Wattons behelfen durften, und der Mann mußte es wissen! steckten in fleischfarbenen Seidentrikots, den Oberkörper umschloß eine Bluse, die mit lauter Goldschuppen besetzt schien. Und das braune Haar, das den ganzen Rücken deckte, fiel frei herab. Sie lächelte, kletterte darauf in das Sicherheitsnetz, und nun binaus zu ihrem Trapez. Jetzt kam ihr Schlußtrick. Mit beiden Händen hing sie an der Stange, die in immer weitcrbandelnde Vewegungen gesetzt wurde. Und ein Vergnügen war's, ihr zuzusehen, wie sie sich hin- und herschwang. Alles an ihr eine schöne Harmonie. Leicht bog sich der Körper, die Haare umflatterten sie . wie kosende Sonnenfäden. Nun ein Hoppla!" Und sie flog durch die Luft, dem anderen Trapez entgegen. Jetzt greifen ihre Hände zu. Und jetzt aber auch ein allgemeiner Aufschrei del Entsetzens. Denn die Stange ist durchgebrochen. Und weithin fliegt der Körper, prallt gegen das Holzgebälke der Decke an und stürzt dann nieder, nicht in das Netz, das hierfür auch seinen Zweck doch verfehlt haben würde, sondern mitten hinein ins Orchester zwischen die Musiker. Der Arzt mußte ihren Tod constatiren. Sie hatte das Genick gebrochen. Albert war nur schwer von der Leiche wegzubringen. Und als man ihn endlich mit Gewalt entfernt hatte, durchbrach er die Kette derer, die ihn umringten, um ihn zu trösten, und stürzte hinaus. Kein Mensch sah ihn wieder Der Strom, der an der Stadt entlang fluthet, hat schon manchen hinweggespült ins unendliche Meer.
Die Untersuchung ergab, daß jemand die Trapezstange angesägt haben mußte. Aber wer? Max meinte mit dem ruhigsten Gesichte von der Welt, es sei jedenfalls merkwürdig, daß Albert seit dem Abend verschwunden sei. Das ließe allerlei' Muthmaßungen zu. Und der Ansicht waren auch andere, wenngleich niemand einen Grund finden konnte, aus welchem der Bräutigam die goldene Fliege" in den Tod geschickt habe. Man mußte den Fall unaufgeklärt lassen. -Frovrnz Sactzlen. Magdeburg. Der kommandirende General des 4. Armeekorps General von Beneckendorff und von Hindenburg feierte mit seiner Gemahlin seine silberne Hochzeit. Der Gratulation folgte ein Festmahl. Der weithin bekannte Arzt Geh. Sanitätsrath Dr. Aufrecht feierte das Jubiläum seiner , 25jährigen Thätigkeit als Oberarzt der inneren Abtheilung des altstädtischen Krankenhauses. Aschersleben. In dem eine halbe Stunde östlich von der Stadt bejindlichen Wilhelmsbad (Soolbad) ereignete sich eine folgenschwere Explosion. Allem Anscheine nach ist die Explosion im Feuerraum des Dampskefsels erfolgt. Dem Besitzer Bode ist der linke Unterschenkel rmd die linke Hand zerschmettert, Kopf und Brust verbrannt, das linke Auge herausgerissen und in der Stirn befindet sich ein Loch. Der Heizer Heinecke ist am Kopfe und an der Brust stark verletzt. Der Eisenbahnstationsvorsteher Zacher hier feierte sein goldenes Amtsiixkilctjtm G e n t h i n. In das hiesige Johanniterkrankenhaus wurde der LandWirth Wilhelm Lehmann aus Paplitz gebracht. Er war, als aus jDem Wege von letzterem Ort nach Gottebforth seine Pferde scheuten, vom Wagen und gegen einen Baum geschleudert worden, wobei er sich schwere innere Verletzungen zuzog. , Halle a. S. Ähre diamantene Hochzeit ließ in der Ulrichskirche das Spahr'sche Ehepaar einsegnen; der Mann war Eisenbahn-Vorarbeiter. 1844 ist das. Paar in derselben Kirche getraut, worden. Von den städtischen Behörden erhielt das würdige Jubelpaar ein namhaftes Geldgeschenk; auch von anderer Seite wurden ihm Ehrun gen aller Art zutheil. Im benachbarten Prussendorf gingen dem GastWirth Weißer zwei vor einen Wagen gespannte Kühe drrch. Der -pensio-nirte Bahnbeamte Knorre wurde dabei überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb.
