Indiana Tribüne, Volume 28, Number 91, Indianapolis, Marion County, 7 December 1904 — Page 4
Juvtana Tribüne, 7 Dezember 190U.
Jndiana Tribüne. HnaJkgezeben von der Sutedrg SB. ' Indianapolis, Ind.
garry O. Thndiu , , , Präsident. GeschäftSlocalt No, ol Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 b tered it the Pott Office oi Indianapolis as second dass matter. Für GroK und Klein. Vom nächsten Sonntag an wird der Spottvogel" gewiffermaßen als WeihnachtSgeschenk unter seinem Lesestoff auch eine Räthfel'Ccke bringen. Obwohl hauptsächlich für die Kinder berechnet, wird wohl auch das Nüsseknacken vielen Erwachsenen Spaß machen. ES erscheinen drei Räthsel; für die Lösung derselben sind je zwei, also sechs Preise im Ganzen, ausgesetzt, be stehend aus guten Büchern. Die Lösungen sind an die Räthseltante" deS Spottvogel" zu senden. Die Preise erhalten Diejenigen, deren richtige Lösung zuerst eintrifft. Die Namen derselben, sowie die Namen derjenigen, welche ebenfalls richtige Lösungen ein sandten, werden stets im nächsten Spottvogel" veröffentlicht werden. Zur Bewerbung um die Preise sind alle Familienmitglieder von Abonnen ten berechtigt. " . --cLhthia Malt" oder Bier? Earter Smith, ein farbiger Restau rateur von No. 534 Jndiana Ave., wurde vor einiger Zeit verhaftet und unter Anklage gestellt, Spiritussen ohne Lizen- verabfolgt zu haben.. Zwei farbige Mädchen bezeugten geftern im Polizeigericht, daß sie sich dort Lythia Malt" bestellten und ihnen Bier vorgesetzt wurde. DaZ eine der Mädchen sagte, daß sie wußte, falls sie für Bier fragten, würde ihnen die Antwort gegeben worden sein, daß Bier dort nicht verkauft werde. Die Getränke wurden ihnen in Sodagläfern vorgesetzt. Smith'S Anwalt öffnete eine Flasche deS echten Lythia Malt und goß den Inhalt in ein GlaS und sagte dem Mädchen, eS solle daS Ge tränk Probiren. Der Ankläger proteflirte, gb aber zuletzt nach. Das Mäd chen trank und sagte dann, ehe noch eine Frage an sie gerichtet wurde, daß dieses nicht daffalbe Getränk sei, welches ihnen in dem Restaurant verabsolgt wurde, sie kenne der: Geschmack deS BiereS und fei gewohnt, Bier zu trinken. - Der Bertheidiger versuchte den Eindruck zu erwecken, daß Ltthia Malt wie Bier schmecke aber daS Mädchen sagte, daß dieses dem Biere, welches sie in dem Restaurant erhielt, garnicht ähnlich schmecke. Eines der Mädchen wurde, nachdem sie daS Restaurant verlassen hatte, betrunken auf der Straße borgefunden. Smith bestritt Bier in sei nem Restaurant verkaust zu haben. Richter Whallon sagte, daß nicht genügend Beweise vorlägen, daß nicht da? Mädchen anderwärts trank, ehe sie das Restaurant betrat. Der Fall wurde in Berathung genommen und Lithia Malt wird einer Analyse unterworfen werden. Gesuch einer neuen Traetion Co. um einen Freibrief. Die Indianapolis, Newcaftle & Winchester Traction Co. hat ein amendirteS Gesuch für einen Freibrief, betreffend die Benutzung der Straßen der Stadt, eingereicht. In diesem Gesuche erklärt die Gesell schaft, daß sie ein Theil der Jndianapolis, Newcastle & Toledo Traction Company gzworden ist; dieselbe sei mit einem Actien-Capitale von 83,500,000 incorporirt. Die neue Gesellschaft wünscht, daß ihre Carl die Stadt v!a 21. Straße 'betreten; dann sollen sie das Recht haden, die IMaffachusettZ Ave. bis zur Peru Ave. zu benutzen. Sie ersucht ferner um die Erlaubniß, ein Geleise südlich in der Peru Ave. bis Michigan Str. legen zu dürfen; dasselbe soll ausschließlich für den Frachtdienst bestimmt sein. Die neue Gesellschaft macht sich anheifchig, daß sie, falls ihr das Wegerecht über dieMassachusettS Ave. verliehen wird, geneigt ist, zu den Kosten der Höherlegung der Geleise an der Mass. Ave. und 10. Str. $5000 beitragen. Das Gesuch derNewcastle Co. ist von D. M. Pairy, Präsident und C. S. Hernly, Sekretär und GeneralBe triebsleiter unterzeichnet.
Zu plump angelegter Schwindel.
Ein junger Mann von angenehmem Aeußern erschien gestern in 23. H. Messenger'S Möbelhandlung und Präsentirte einen Brief, in welchem eine Kundin Messenger'S um Uebersendung von $3 Baargeld ersuchte und denselben bat, daS Geld auf ihre Rechnung, die sie ihm schulde, szu setzen. Schreiberin gab an, baß sie krank sei. Herr Mes sengar sagte dem Boten, daß er seinen Collector nach der Kundin senden werde und daß dieser ihr, falls sie krank fei, die 53 auszahlen könne. Der Bote entfernte sich dann, telephonirte jedoch nach einer Weile, daß die Kundin sich ohne das Geld behelfen werde und daß aus diesem Grunde also derCollector nicht vorzusprechen brauche. Herr Messenger sandte aber trotzdem seinen Angestellten zu der Kundin und fand dann, daß dieselbe von der Geschichte überhaupt r'chtS wisse. -Man nimmt an, daß ähnliche Versuche, Geld zu erlangen, bei anderen Gefchästsleuten unternommen werden. Viel Arbeit für die ScheidungsMnhle. Eine ganze Anzahl ScheidungSklagen wurden gestern durch Richter Allen entschieden. Rachel Duncan, die von John Duncan geschieden zu sein wünschte, wurde von ihrem Gatten der Faulbeit beschuldigt, wie sie angab. Duncan sagte aus, daß seine Frau Papier auf die Erde warf und dann nicht wieder aufnahm. Er beschuldigte sie auch, ihn verlassen zu haben. Nach Aussage der Frau war Duncan ihr zweiter Mann, während sie seine dritte Frau sei. Der Richter weigerte sich die Scheidung aus so nichtigem Grunde zu bewilligen... -Thomas Irenen, 75, suchte von Nora Frenen, 21 Jahre alt, geschieden zu werden. Er sagte aus, daß sie Weinzimmer besuche und ihn beständig wegen Spirituosen quälte. Beide heiratheten sich, wie er sagt, als sie 16 Jahre alt war und Beide hatten Verkaussftellen auf dem Markt. EL; anderer Marktmann jedoch gewann da? Herz seiner Frau und nahm sie mit sich. Die junge Frau war nicht zu ihrer Vertheidigung erschienen. Frenen erhielt die Scheidung bewilligt. Annie Foxhall erhielt Scheidung von Benjamin Foxhall, der früher ein Angestellter der hiesigen Feuerwehr war. Foxhall, -sagt sie, verließ sie vor drei Jahren und nahm Dienst in der Ver. Staaten Armee und wurde nach den Philippinen gesandt. Die Mutter des jungen Ehemannes bestätigte schweren Herzens die Aussagen ihrer Schwiegertochter. Fannie Daner gab an, daß sie 20 Jahre grausame Behandlung erduldete. ehe sie die Scheidungsklage gegen Thomas Daner einreichte. Ich hätte dies vor 20 Jahren thun sollen," sagte sie. Die Scheidung wurde ihr bewilligt. George H. Fines gab an, daß seine Frau Charlotte mit einem anderen Manne nach Chicago ging. Auch er wurde von den lüstigen Ehefesseln befreut. 30 Scheidungsklagen allzusammen waren es, die gestern den Gerichtskalender zierten, jedoch kamen nicht alle derselben zur Verhandlung. Spielhaltcr kam gnadig davon. Bud Sullivan ein Wirth und Wm. Bostaffer ein Besucher, die des Haltens einer Spielhölle und des Besuches derselben angeklagt waren, wurden gestern im Polizeigericht mit je 810 nebst Kosten bestraft. John ParriS bezeugte, daß er am DanlsagungSabende $50 in SullivanS Wirthschaft im Spiele verlor. Er sagte aus, daß er einen Freund zu besuchen beabsichtigte und daß er ins Hinterzimmer geführt wurde, wo ein Würfelspiel, in dem etwa $200 bis 8300 auf dem Spiele standen, im Gange war. Paris sagte, daß er sich an dem Spiele detheiligte und verlor. Später meldete er die Sache der Polizei und Sullivan wurde verhaftet. Der 3, Clnb. Der 300,000 Club hält heute Abend im Commercial Club eine Versammlung ab. Der Club will derartige Propaganda für die Stadt machen, daß viele Leute von Auswärts sich bewogen fühlen sollen, nach hier überzusiedeln, so daß innerhalb der nächsten zehn Jahre die Bevölkerung von Jndianapolis auf 300,000 gestiegen fein wird.
Verhandlnmgen über eine. Ne-
monstrauz. Vor einigen Tagen reichte Paul Bärmann, welcher die ehemalige Gang'fche Wirthschaft an der Pennsylvania Str. und Fort Wayne Ave. käuflich erworben hatte, bei den County-Commissären das Gesuch um Bewilligung einer LizenS ein. Gegen deren Gewährung ist jedoch eine Remonstranz eingebracht worden, in welcher hauptfächlich geltend gemacht wird, daß die Wirthschaft sich innerhalb 500 Fuß von einem Park (St. Clair Park) befindet und mithin nicht erlaubt sein sollte. Ueber das Gesuch und die Remonstranz wird heute vor den Commissären verhandelt werden. Aus der Coroners-Ossice. JB. Bell, der Ingenieur der Rangierlokomotive, welche am letzten Samftag Nachmittag den kleinen Harry Kohn überfuhr, machte vor Coroner Tutewiler die Aussage, daß die Lokomotivz der American Hominy Co! gehöre und daß zur Zeit des Unfalles der Weichensteller dieselbe bediente. Er sagte ferner, daß so viele Knaben auf die Lokomotive sprangen, daß er den Weichensteller ersuchte die Lokomotive zu fahren, während er die JungenS fortjagte. Während er hinter den Knaben herlief, ereignete sich das Unglück. Kriminalgericht. Arthur Reed, der Beraubung von GaS-Automaten schuldig befunden. wurde im Criminalgerichte mit 81.00 nebst Kosten und. 30 Tagen ArbeitShaus bedacht. Reed soll etwa 81.75 aus den GaSmetern gestohlen haben. $10,000 Schadenersatz verlangt. Harrie Hervie, durch seinen nächsten Freund Christian Hervie, reichte eine Schadenersatzklage für 810,000 gegen die C. H. & D. Bahn ein. Am 15. Oktober, sagt die Klageschrift, als Hervie in einem Buggy die Geleise der verklagten Compagnie an der NorthwesternAvenue zu kreuzen versuchte. wurde er von einem Zuge getroffen und schwerverletzt. Die Aussicht versperrende leere Frachtwagen, sowie auch ein Nichtläuten der Glocke der Lokomotive werden in der Klageschrift als dm Unglücksfall verschuldend angeführt. Backer NnterfintznngS-Verein. Großer Ball am nächsten Samstag. Der Bäcker UnterstützungS Verein. einer unserer populärsten deutschen Vereine der Stadt, veranstaltet am nächsten Samstag in der Germania Halle seinen jährlichen großen Ball. Die Vorbereitungen für denselben sind seitens des aus den Mitgliedern August Thau, Paul Lagemann, Georg Bernloehr, August Haug, Bernhard Thau, Joe Lauler undLacob Schnepf bestehenden ArrangementS-omiteZ in solcher Weise getroffen worden, daß die Besucher deS BalleS einen vergnügten Tlbend verleben werden. Bei der, Arbeit schwer verletzt. In schwer leidendem Zustande wurde gestern T. B. Kennedy, 469z Oft Washington Str., in'S Hospital überführt. Kennedy ist ein Angestellter der U. S. Artistic Co., Ecke Ken. tucky Ave. und Drover Str. Wie er zu seiner Verletzung kam, darüber ließ sich nichts Bestimmtes ermitteln. Es wird gesagt, daß ein Treidriemen der Transmission abglitt und daß Kennedy in die Zahnradtransmisston gerieth. Socialer Turnverein. Der Sociale Turnverein hält heute Abend seine regelmäßige Geschästö-Ver-sammlung ab. Die Mitglieder sind ersucht, - pünktlich und vollzählig zu erscheinen, da wichtige Geschäfte zur Erledigung vorliegen. Die größte und PassendsteAuSwahl von Schnittblumen und Bluwenstücken für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir sind jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülflich zu sein. Vertermann Vroö. o. 241 Mass. Uve. Tel. 40.
v . Die Rache. ' Eine halbe Stunde in den australischen Bergen. Von Stean von Kotze. Ein kleiner, mit spärlichem, harten Gras bestandener Grund, eingebettet zwischen schwarzen, nackten Basalthügeln, auf denen hier und da eine durstgefolterte Eukalypte ihr kümmerliches Dasein fristete. Mitten darin ein niedriger, slacher Haufen Steine, auf dem eine sehr primitive Winde zusammengezimmert stand, das Ganze von einem verwitterten und löcherigten Zeltdach überspannt. Das war der Stern des Südens", eine Vuschmine, die h dahin zwar noch keine Unze Gold produzirt hatte, aber auf welche die beiden Besitzer die allergrößten Hoffnungen setzten. Seit Monaten schon hatten sie an dem Schacht gearbeitet, und wenn ihnen das Geld für Nahrungsmittel, Tabak, Dynamit ausging, zogen sie selbander in das nahe Schürffeld und wuschen dort wieder einige Dollars Betriebskapital aus dem Flußsand. Etwas abseits ragte die Borkenhütte, in der sie hausten, und von den trockenen Grashalmen umher nährte sich schlecht und recht ein hinfälliger Gaul, fast so alt wie sein Eigenthümer, der als Packpferd benutzt wurde. Eine große Glocke-um den Hals verrieth zu jeder Zeit feinen jeweiligen Aufenthalt, obwohl es ihm garnicht eingefallen wäre, die kahlen Berge zu überklettern. Außerdem war er ganz blind. Die beiden einsamen Männer waren Bill Einohr und der dösige Peter.
Das waren ihre officiellen Namen. draußen im Busch und natürlich auf ihnen anhaftende persönliche Eigenfchaften zurückzuführen, die wohl kaum einer näheren Erläuterung bedürfen. Der bürgerliche Familienname war mit vielem anderen unnöthigen Gepäck an der Grenze der Civilisation zurückgeblieben, die die beiden weißbärtigen Alten schon vor langen, langen Jahren endgütlig überschritten. Wenn sie Abends am Feuer saßen und ihre Pfeifen rauchten, dann träumten sie von der großen Bergwerksstadt, die eines Tages kier in der Verlassenheit entstehen würde, dann hörten sie den fernen Donner der künftigen Stempel, das Kreischen der Dampfpfeifen.' Denn betreffs des überwältigenden Werthes des Sterns des Süden" waren sie sich ganz einig, wenn auch über sonst nichts auf der Welt. Selbst die dereinstige Lage ihrer Stammkneipe, und wo die wesleyanische Kirche hingebaut werden sollte, wenn erst einmal der Stern" über dem finanziellen Horizont aufgegangen, selbst diese Einzelheiten aus der Zukunft Schoß führten zu gewaltigen Wortkämpfen und langanhalienden Verstimmungen zwischen ihnen. Und solche Gefechte endigten stets in dem Punkte, daß Peter seinem Kameraden einen Mangel an Bildung vorwarf (Bill konnte weder schreiben noch lesen), und Bill sich wiederum rächte, indem er höhnisch auf die Nachtheile der höheren Bildung hinwies, die sich in Peters unglaublicher Zerstreutheit offenbarten. Bill stand über die Winde gelehnt und schimpfte den Schacht hinunter auf seinen alten, Partner. Ich sag' dir, wär's nicht deiner verflixten Dummheit halber, so wären unsere Nationen schon lange hier!" ;)h, Halt's. Maul!" tönte es von unten herauf, wo Peter gerade dabei war, ein Sprengloch zu laden. Halt du's Maul, willste? Du gehst extra in den Store, zehn Meilen weit, um unsere Bestellung' abzugeben, und vergißt ganz und gar, weshalb du hingegangen bist. Wenn das nicht stark genug ist, um Bäume damit auszuro den, weiß ich's nich. Und hier sitzen wir, kurz vor der Regenzeit heute kann se schon kommen und dann können wir verhungern." , Keine Idee!" Ich sage dir ja! Sollt mich nicht wundern, wenn de eines Tages deine olle Kokosnuß von einem Schädel irgendwo vergißt obwohl's nicht vielschaden würde," setzte Bill nachdenklich hinzu. Was sagste da?" heulte Peter in höchster Ausregung und schob mit zitternden Fingern das Zündhütchen in das Bohrloch. Was ist das?" schrie er. Oh, nichts besonderes! Mach' nur deine Ladung fertig, sonst vergißt du das auch noch ganz und gar." Peter zuckte zusammen, und fein weißer Bart sträubte sich vor Wuth. Aber der andere war sicher außer Bereich. Und so begann er das Loch mit Sand zu füllen und festzurammen, z einer Mezzobegleitung grollender Drohungen. Er hatte die Bestellung im Store allerdings vergessen. Aber ein Mann, der im Busch lebt, jahrein, jahraus, sein ganzes Leben lang in Einsamkeit, wird nun einmal so. Da streifen zu viele Gespenster umher, die seine Aufmerksamkeit vom Geschäft ablenken. Und Bill hatte gar kein Recht, ewig so zu nörgeln, wie er es that. Hol's der Henker!" grunzte der Verbrecher bei der Arbeit. Was meint er eigentlich bum, bum, bum mit solchem Quatsch bum, bum als ob's ihm nicht ebenso ginge bum, bum, bum und noch'n ganzes Endö schlimmer bum, bum!" Die Sprengladung war zum Feuern fertig, und nachdem er seinen Fuß in Vxt Scklinae aesedt. die von der Winde
oben in den Schacht' herabhing, zündete Peter ein Streichholz und hielt es an die Zündschnur. Paß auf oben! Gleich fertig!" Jawohlja! Gut, daß ich oben bin. Du würdest vielleicht gar vergessen, mich heraufzuwinden.". Die .Schnur spuckte. Aber gleichfalls Peter über diese letzte schrecklich unprofessionelle Beleidigung. , Was?" brüllte er den Schacht hinauf, den Rammstock schwingend, soweit es die engen Wände gestatten wollten was, du krummer Idiot?! Du da oben! Hol' dich, der Teufel, komm' runter und ich werde dir mal den Standpunkt klar machen, und dir" Pannn ggg!! Dann alles still. Bill ließ vor Schreck die Kurbel der Winde fahren und athmete schwer. Dann kniete er am Rande des Schachtes nieder und äugte angstvoll in, die Dunkelheit hinab. Peter!" rief er leise, als fürchte er die zerschmetterten Gliedmaßen zu stören. Ja!" kam. die Antwort zurück in gleich bestürztem Flüstertone. Bist du verletzt?" Ne in! Ich glaube nicht." Äher Peter begann seinen Körper doch zu befühlen, um sich der Thatsache zu versichern. Was ist geschehen? Was zum Donnerwetter " Ich ich ich steckte die verflixte Zündschnur an, und und " Und vergaß nach oben zu kommen," brüllte der andere. Na, mein Junge, wenn das nicht das Allertollste ist!" Und er begann sich vor Lachen zu schütteln. Plötzlich hörte er auf. Peter!" Ja!" ' Peter fühlte sich offenbar sehr niedergeschlagen. ' Weshalb bist du denn nicht todt? Ist denn das Dynamit nicht losgegangen?" Peter frappirte dieser neue und räthselhafte Gesichtspunkt außerordentlich. Mit einem Ruck sammelte er seine Gedanken, die allein von der Explosion zerschmettert worden waren; er fing eine Untersuchung an. .Oh!" Nun?" kam die Frage von oben. Hol' auf!" war die einzige Antwort. Langsam knarrte die Winde ihre Last zur Oberfläche, und mit einem Seufzer der Erleichterung schritt Pet in's Tageslicht hinaus, sehr klein und gedrückt. Nun?" wiederholte Bill. Ein Achselzucken. Ich wette,'du hast wieder etwas vergessen! Etwa das Dynamit?" Peter war putcrroth und knickte noch mehr zusammen. - ?. Also doch!" jubelte sejn Partner. Du bist sogar zu dösig,-um dich umzubringen. Knackt ein Zündhütchen ab, erschrickt mich zu Tod'e und spielt dann noch den Beleidigten. Aber jetzt geh' ich runter. Auf dich ist kein. Verlaß. Und wenn du etwa v vergessen solltest, die Kurbel festzuhalten, dann dann " Offenbar war sich Bill selbst nicht ganz klar, was er mit Veter tbun
sollte, wenn der ihn die fünfzig Fuß hinabfallen ließe. Und so verschwand er schimpfend und höhnend in der Tiefe. Peter aber saß oben und blies Trübsal. Nie würde er das Ende HLren von dieser Geschichte. Etwas mußte' geschehen, um Bill zu demüthigen. Aber was was? Hoffnungslos blickte er in dieRunde. Alles war todtenstill. Nur das Gebimmel des Gaules, der langsam und vorsichtig auf den Schacht zugegrast kam, durchbrach das Schweigen. Da kam dem gekränkten Alten der große Racheplan. Unten im Dunkel, von den Felswänden eingepfercht, faß Billbeim Schimmer einer Kerze und hämmerte auf den Stahldrill los, behaglich schmunzelnd. Alle Augenblicke mußte er in seiner Arbeit innehalten, um sich aus vollem Halse auszuladen, wenn ihm das Grubenunglück von eben wieder einfiel. -Neben ihm lagen noch die Dynamitpatronen, die Peter vergessen hatte in das Sprengloch zu rammen. Er hätschelte sie liebevoll, als seien sie seine Bundesgenossen, wie das ZündHütchen, das mit einem so starken Knall explodirt war. Dann bohrte er weiter tick, tick, tick Will ich den aber utzen heut' Abend tick, ixd " sagte er sich wohlgefällig. Ohne Mitleid tick, tick, tick. So lächerlich tick, tick hat sich doch noch niemand gemacht. tick, tick von dem ich weiß Donnerwetter, was ist denn das?" Er. ließ den Hammer sinken, blickte empor, wonur ein winziges, helles Viereck vom Zeltdach zu sehen war, und lauschte gespannt. Ja er konnte es ganz deutlich ho ren, wie es ' näher kam kling kling klinglingling kling! Er erbleichte, unv das Handwerkzeug fiel ihm aus den Händen. Peter!" schrie er aus Leibeskräften. Peter.!" Keine Antwort außer kling, klinglingling. Er sprang auf: Peter! Hallo, Pe ter!" Nichts nur das Geläute immer näher Herrgott! Der ist wahrscheinlich Wasser holen gegangen."
Kuuiih! Peter! Kuuiih!' Klingling- klingling ' ganz. hirfiH
Mein Himel! Das blinde Vieh von einem Gaul troddelt wahrhaftig, zum Schacht heran! Was soll ich nur thun? Kreuzdonnerwetter das Biest fällt runter, auf mich, so sicher wie nur was. Mein Schreien hat ihn noch angelockt!" Die Klingel mußte jetzt diHt am Rande sein.' Bill schlotterten die Kno chen und. der Angstschweiß lief ibm von. der Stirn herab. Nirgends sah er ein Entkommen, auch nur eine kleine Höhlung, in die er sich pressen könnte. Er war ja auch so stolz gewesen auf die Gleichmäßigkeit, mit der der enge Schacht gesunken war. Und jetzt 'jetzt mußte es kommen Jesses Mria!" Er knickte in hieKnie zusammen, faltete die Hände, starrte gen oben und begann laut zu beten, ein sonderbares, unvc-xständli-ches Kauderwelsch. Und doch es schien zu helfen, er schien erhört zu werden, wenn auch langsam. Der blinde Gaul schien sich rings um den Schacht zu fühlen. Aber jeden Augenblick konnte er fehltreten und stürzen. Und Bill begann immer eifriger zu beten, wie er es nie zuvor in seinem Leben gethan. Alle seine Sünden bekannte er,- wenigstens alle, 's. . r , . l. oie ium geraoe einjieien, wayreno er dort ' in der Dunkelheit 50 Fuß tief bebend kniete. . Und daß ich heute Peter ausgelacht," schrie er zum Himmel, das bereue ich jetzt von Herzen; und wenn du mich rettest aus meiner Noth, dann werde ich ihm Sühne thun und " Das Wort erstarb dem armen Sünder auf den Lippen. Oben, über die Winde, lehnte Peter, die .Pferdeglocke in der Hand, und rief herunter: Na, dann will ich dir's . nochmal hingehen lassen, Bill hahaha aber vergiß nicht, was du eben versprochen hast hahaha " Bill starrte regungslos, entgeistert die unerwartete Erscheinung an. - ; Was ist denn " UndPeter läutete lachend die Glocke: Steh' nur ruhig auf, Bill. Der Gaul war ich!" Für die Küche. Krebsbutter. Hierzu nimmt man von 2 gekochten Hummern die Schalen, stößt sie in 'einem Mörser ganz kleinj währenddessen hat man ein halbes Pfund Butter in einem Gefäß an den Ofen gestellt. Man legt nun die klein gestoßenen Krebsschalen hinein, läßt es gelbbraun braten, legt die Masse in ein Sieb, läßt e5 durchlaufen und bewahrt es in einem Glasgefäß auf. Schinken in Brotteig gebacken. Wenn man einen ganz besonders saftigen Schinken erzielen will, so wäscht man denselben ab, wässeit ihn auch, falls er sehr salzig sein sollte, 1 2 Stunden lang und hüllt ihn ganz in Brotteig ein und backt ihn im Bratofen, bis er so braun wie Brot ist. Da sein Saft ganz erhalten bleibt, urtheilen die Tischgenossen stets, sonst einen ähnlich garten Schinken noch nicht gegessen zu haben. Ragout fin. Einige zarte, große Kalbmilche werden gehäutet, blanchirt und mit Citronensaft beträufelt. 'Die eine Hälfte dünst man in steigender Butter hellgelb, die andere Hälfte wird mit Trüffelstückchen gespickt, in Fleischbrühe gar gekocht, in zierliche Scheiben tranchirt und kalt gestellt. Dann schneidet man die Leber eines blaugekochten Hechtes gleichfalls in' Scheibchen und fügt in Salzwasse blanchirte Spargelköpfe und die ausgelösten Schwänze von einem Schock Krebsen nebst -Scheeren dazu. Nach Belieben könnenTrüffeln,Austern, Kapern, Hhnennieren und -Kämme hinzugethan werden. Diese . Mischung übergießt man mit der inzwischen be-' reiteten Sauce, zu der man y2 Pfd. Butter mit Mehl hellgelb schwitzt, mit Brühe (halb von Hecht, halb von Kalbmilch) aufkocht und darin V Pfd. entgrätete und feingehackte Sardellen verrührt; mit Weißwein, Citronensaft, Salz und Pfeffer ist dann die Sauce abzuschmecken. Man quirlt Sauce mit fünf Eidottern ab, füllt sie über das Gemenge, hält es bis zum Anrichten im Wasserbade heiß und richtet es in tiefer Schüssel an. Man beträufelt das Ragout sin mit Krebsbutter und garnirt es mit dem geeisien Spargel, Citronenvierteln und Krebsschwänzen, die gleichfalls in geeistes Aspik eingelassen wurden.. Genau. Richter: So gestehen Sie doch endlich ein, daß Sie dem Großbauer Sepplmeier vier Hühner gestohlen haben. - Durch Ihr Leugnen verschlimmern Sie nur Ihre Lage. Also, haben Sie vier Hühner gestohlen? Angeklagter: Wahrhaftig nicht, Herr Präsident, wahrhaftig nicht, es waren fünf. DerrechteSchluß. Einem Richter wurde kürzlich ein Farbiger unter der Beschuldigung vorgeführt, einen kühnen Griff in die Kassa seines Arbeitsherrn gethan zu haben. Wußtest Du denn nicht, mein Sohn," sagte der Richter . väterlich, daß gestohlenes Gut keinen Segen bringt?" Well, Herr Richter," . sagte der Schwarze nachdenklich, ich wußte aber nicht, daß mein Herr das Geld gestohlen hatte.
