Indiana Tribüne, Volume 28, Number 90, Indianapolis, Marion County, 6 December 1904 — Page 6

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w v vy v v W P W U V V V vi v vi v v i S SB I s $ I Sl vV y vV vtf 9 W i ! I ZS G f Z Z Das Durchdringen ist der hauptfächtliche Werth vom 3lt Jakobs Oe! in der Behandlung von d z d a & I Rheumatismus 1 d W S v $ O v CF dringt durch diS aus den 2iy der Qual, mi kein ankere äugerliches Mittel noch gethan hat. Tausende bescheinigen es. V vV (V V vl 4 vV 5 Z l A FrIco 25c und 50c. m w a Ca36R .Warum nicht Ihr Heimanziehend machen, durch den Ge brauch eines Garland Ofen... .... unh .... Nange... Dieselben übertreffen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gezeigt, in WELKTE ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. h m im i in im 4 W H RI TPTsW g m m. m w i m. v 1 Nechtsanwalt. (Rrüber Konsul in Tcuttckiland.) Deutscher Addokat und Notar. Praktizirt in allen Gerichtshöfen der Ver. Staaten. 613 State Life Gebäude. I '11 1 I 1 1 1 I I I 554 5 , , 1 Äestellen Sie Ihren Anzug oder Ncberzichcr ... .von. . . . W. 0. SCHNEIDER öu erhalten Sie perfektes Passen und die feinste Arbeit zu den med rigsten Preisen. Anzüge oder Uebcrzieher auf Bestellung $15, $18, $20, $25, aS.,, Hosen $3, $, $3, $6 ,&,. 38 Monument Platz. 1 AKE ERIE & WESTERN HR. .. ..Fahrzeit der Züge.. . Sbsahrt nkunl lokdo. Shicazo und Vichigan xvretz. 7. 16 sie Doltdo. Ttttoit und Chicago Sta 12.20 f L ttchtzan k:ty, vwncie u.LasayetteVplr 7LS flMS 'tSglich f aufgenommen Gonntagk.

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Europäische Nachrichten. Frovnrz Vrctndenöurg. Berlin. Sem LSjähriges Jubiläum im Dienste des Berliner PolizeiPräsidiums feierte der Kriminalinspektor Karl Dann, der seit 38 Jahren im Staatsdienste steht. Den schädlichen Wirkunaen des Lampenqualmes erlegen ist jetzt die 70jährige Frau Paüline Werner aus der Mathieustrafte 6. Die Werner'schen Eheleute wurden durch den Qualm einer Petroleumlampe vergiftet und in bewußtlofern Zustande in ihrer Wohnung aufgefunden. Man brachte beide Ehegatten nach dem Urban - Krankenhause, wo die Frau gestorben ist. Mit Lysol vergiftete sich die 61jährige Ehefrau des Fuhrherrn Schreck aus der Trebbiner Straße 7 aus Gram darüber, daß sich ihr 2c,jähriger Sohn, der im dritten Jahr bei der Marine diente, am 8. Aoril in Kiel erschossen hatte. Großfeuer kam in der Landsberger Zlllee 100 an der Weichbildgrenze von Berlin auf dem Lagerplatz des Steinmetzmeisters R. Kramer zum Ausbruch. Schuppen, in denen Grabdenkmäler, Rüsthölzer u. a. sich befanden, standen bei Ankunft der Feuerwehr in Flammen. Es gelang, durch zwei Dampfspritzen den angrenzenden Holzlagerplab von Russin zu schützen und den Brand auf den Lagerplatz von Kramer zu beschränken. Der Geheime Sanitätsrath Dr.

Adolf Abraham, emer der Senioren der Berliner Aerzteschaft, der auch im Dienst der Kommune sich wesentliche Verdienste erworben hat, ist im Alter von 78 Jahren aeftorben. Selbstmord verübte der 26iähriae Versicherungsagent Bruno Vagedes von hier. indem er sich an der Sprenolmger Chaussee bei Offenbach mit einem Revolver erschoß. Der Lebensmüde, der zuletzt in Frankfurt a. M. ansässig war, litt an einer unheilbaren Krankheit. Auf tragische Weise ist die 22jährige Tochter des städtischen Lehrers Schwaner aus der Beymestraße 1 um's Leben gekommen. Sie wollte die qeoffneten Fenster emes Zimmers schließen und erstieg dabei das Fensterbrett, um zunächst das obere. Fenster zuzuriegeln. . Dabei wurde sie von einem plötzlichen Schwindelanfall ergriffen und stürzte durch das noch offenstehende untere Fenster zwei Stockwerke tief in den Hos hinab. Der Tod trat sofort ein. Britz. Das Fest der silbernen Hochzeit beging das Krüger'sche Ehepaar, Bürgerstraße 57 wohnhaft. Charlottenburg. Magistrats - Bureauvorsteher Speer blickte auf eine 25jährige ununterbrochene Thätigkeit im Kommunaldienste zurück. K ö p e n i ck. Färbermeister Schröder, Grünausr Straße 50 feierte fein 25jähriges Tbätigkeits - Jubiläum bei der Firma W. Spindler. Bon seinen Chefs wurde dem Jubilar eine goldene Ufa nebst Kette sowie eine Jubiläumsmcdaille überreicht, während die Kollegen ihm einen silbernen Tafelaufsatz verehrten. Der Spindlersselber Musikverein erfreute den Jubilar durch ein Ständchen. Landsberg a. W. Die Gewiese'sche Höhere Mädchenschule feierte im engsten Kreise der Lehrenden und Schülerinnen das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Die Schule, wurde 1854 von Fräulein Stophasius mit 12 Schülerinnen eröffnet und ging am 1. October.1869 in den Besitz von Frl. Gewiese über. An der Sckule wirken zur Zeit 9 Lehrkräfte; sie zählt über 200 Kinder. D r i e s e n. Arbeiter Sommerfeld aus Altkarbe stürzte von -der Bodentreppe so unglüölicv berunter, daß er besinnungslos liegen blieb und starb. Friedrichshagen. Die Enthüllung eines Denkmals für Friedrich den Großen, den Begründer des Ortes, fand kürzlich in feierlicher Weise att. Rathenow. Bon einem Auto-, mobil überfahren wurde zwischenGräningen und Nennhausen der Ziegelmeiner Herm.- Rohl aus Kotzen. Das Automobil fuhr den auf einem Rade fahrenden Nbl von hinten an. Der Besitzer des Automobils nahm den Verunglückten auf seinem Automobil nach Nennhausen und zahlte ihm, indem er sich als den fckuldigen Theil bekannte, einstweilen 50 Mark Entschädigung. Nixdorf. Im Amtsgefängniß Selbstmord verübt hat der Arbeiter Pagels, indem er sich aus der Höhe des dritten Stockwerks in den Lichthof stürzte. Paqels hatte im Gefängniß eine kurze Haftstraft zu verbüßen, sollte aber dann einem Arbeitshause zugeführt werden. Frovinz Ostpreußen. Königsberg. Seine eigene Frau zum Fenster hinausgeworfen hat der Arbeiter Zechraum. Die beiden Eheleute sollen sich schon immer nicht gut vertragen haben; als der Mann nun nach Hause kam, gerieth er wied.r mit der Frau in Streit, in dessen Verlauf er plötzlich über seine Frau herfiel, sie ergriff und, obwobl sie laut um Hilfe rief und sich verzweifelt wehrte, zum offenen Fenster schleppte und auf die Straße hinabwarf. Die Unglückliche- erlitt bei dem Sturze, zwei Stockwerke hoch, neben äußeren auch schwere innere Verletzungen. Sem 25iadrlaes Jubiläum als Mit glied des Orchesters am hiesigen Stadttheater konnte das Orchestermtt , alieb Hermann Wetzel begehen.

' Alt - Keykuth. Durch einen unglücklichen Zufall ist der Besitzer Peik um's Leben gekommen. Er stellte Schießübungen mit einem Revolver an. Vier Kugeln batte er bereits abgeschossen, die fünfte Patrone wollte jedoch nicht losgehen. Während er nun den Revolver untersuchte, ging der Schuß los und traf den Schützen so unglücklich, daß der Tod in kurzer Zeit eintrat. Barten. Tödtlich verunglückt ist der bei feinen Verwandten in Rawlack beschäftigte Arbeiter Küßner von hier. Küßner befand sich auf einem zweispännigen Fuhrwerk, um Mahlgut nach der Müble Borken zu befördern. Unterwegs scheuten die Pferde vor einer von einem Kartoffelfelde aussteigenden Rauchsäule und jagten auf der Landstraße dahin. Der Wagen wurde an einen Baumstamm geschleudert und Küßner stürzte so unalücklich, daß er sechs Rippenbrüche erlitt. Bald nach einer Ueberführung in das KrankenHaus zu Rastenburg starb er. Klein -Gie. Die Steinschläger Kämpf'schen Eheleute hatten auf dem Felde ein Feuer angemacht, um sich zu erwärmen, und daselbst nur ihre ca. siebenjährige Tochter zurückaelassen. Das Kind wagte sich zu nahe an das Feuer und stand in wenigen Augenblicken in vollen Flammen; als die Angehörigen dazukamen, war das Kind fast verbrannt. P r i n o w e n. Aus unbekannter Ursache erhängte sich hier der Arbeiter Müller. Tilsit. Auf dem Schuppen des Pferdcstalles der 5. Eskadron unseres Dragoner - Regiments, der sich in der Dragonerstraße bis zur Ecke Nordstraße erstreckt, brach Feuer aus, das

mit rasender Geschwindigkeit um sich griff und in kurzer Zeit den ganzen Dachstuhl in helle Flammen setzte. An den reichlichen Getreide- und Futtervorräthen auf dem Speicher fand das Feuer immer mehr Nahrung, und in kurzer Zeit war das ganze Dach total ausgebrannt. Wartenburg. Der 33 Jahre alte Abbaubesitzer Peter Gutt fiel unglücklich vom Wagen, daß er an den Folgen des Sturzes starb. Provinz Westpreußen. Danzig. Der 67jährige Tischlermeister Karl Rohloff hat sich in seim Wohnung, anscheinend in einem Anfalle von Schwermuth, erhängt. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den 15 Mal vorbestraften Glasermeister Nathan Goldschmidt von hier wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an seiner noch nicht 15jährigen AufWärterin, zu fünf Jahren Zuchthaus. Goldschmidt hatte zuletzt in Graudenz eine Strafe von neun Monaten wegen eines an seiner elfjährigen Pflegetochter begangenen Verbrechens erhalten. Dir schau. Der in weiteren Kreisen bekannte Kapellmeister Qit der hiesigen Stadtkapelle ist auf Station Klescbkau von einem Personenzuge überfahren und getödtet worden. E l b i n g. Ein hochherziges Vermächtniß ist der biesigen Stadt zugefallen. Der verstorbene Oberlehrer a. D. Friese hat der Stadt 67.000 Mark zur Speisunq und Bekleidung armer Schulkinder vermacht. Groß-Lesewitz. Ein schwerer Unfall ereignete auf dem hiesigen Kleinbahnhof. Beim Rangiren gerieth der Hilfsrangirer Wiesner zwischen die Puffer und erlitt gefährliche Quetschungen. Schwer verletzt wurde der Bedauernswerthe in das hiesige Diakonissenkrankenhaus geschafft. Lust n. Als ein Passagier auf dem hiesigen Bahnhof den bereits in der Fahrt begriffenen Zug besteigen wollte, stürzte er und wurde übersahren. Der Verunglückte lebte noch eimge Zeit, obwohl ihm beide Beine am Oberschenkel abgefahren waren. Der Verstorbene 'ist ein Arbeiter Schmidt aus Goddentow - Lenz (Kreis Lauendurg). Marienburg. Auf der Besitzung des Herrn Becker in Riesling wurden eine Scheune und der Stall durch Feuer zerstört. Rofenberg. Ein roher MesserUlb stand tunli vor der hiesigen Strafkammer in der Person des noch mgendlichen Arbeiters Friedrich Jokoll aus Hohendorf. Als er am 23. Juni d. I. mit. mehreren Arbeitern aus Stuhm von der Aushebung nach 'Hause ging, zog er ohne jede Veranlassung plotzlicb sein Taschenmesser und versetzte dem Arbeiter Vehrent nicht weniger als sieben zum Theil gefährliche Messerstiche in den Kopf und die Brust. Der Gerichtshof verurtheilte den Messerheld zu drei Jahren Gefängniß. Stuhm. Als zwei Töchter des Sattlermeisters Slomski ausStuhmsdorf aus einer Sandgrube Sand holen wollten, stürzten centnerschwere Erdstücke auf die Kinder. Das Mädchen von neun Jahren war sofort todt, das andere von sechs Jahren konnte sich noch selbst von den Erdmassen befreien. In der Nähe war Niemand zur Hilfeleistung. Thorn. Das Schwurgericht verurtheilte den ' Mühlenbesitzer Karl Schmelzer aus Griewenhof, der am 15. April auf seinen Vater im Verlaufe eines Handgemenges dreiSchüsse abgefeuert hatte, so daß. der Tod nach wenigen Augenblicken eintrat, zu fünf Jahren Zuchthaus und Ehrverlust. Gottlteb L eukhardt, .DU gemüthliche Gfc." Ecke Noble undMarket Str

Leder Mtt?en naß) Elephanten. Die Zahl der Schiedsgerichts-Ver-trage, welche zwischen einzelnen Staaten abgeschlossen wurden, wird immer größer. Bald wird es nur noch einige Nationen geben, welche derartige Uebercinkommen nicht getroffen haben. Daran, sowie an die nochmalige Zusammenberufung des Haager Schiedsgerichts knüpfen die FriedensEnthusiasten ' große Erwartungen. Sie meinen, daß alsbald die Streitigkeiten zwischen einzelnen Völkern zwischen diesen selbst auf Grund der vereinbarten Verträge ihren Ausgleich finden werden und daß, falls sich da unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen stellen, die Betheiligien sich an das Haager Schiedsgericht wenden werden, welches eine Art von'Be-rufungs-Jnstanz bilde. Diese Auffassung, nach welche: künftighin Kriege fast zu den Unmöglichkeiten gehören würden, erscheint uns als eine zu rosige. Trotz des Zusammentritts des ersten Haager Kongresses brach der Krieg zwischen Japan und Rußland aus, trotzdem der Zar es gewesen, welcher die Einberusung jenes Kongresses veranlaßte. Freilich war Japan, welches sich seit Jahren zum Kampfe vorbereitet hatte, der angreifende Theil und Rußland, das an einen solchen Angriff nicht glaubte und deshalb mit seinen Rüstungen bedeutend im Rückstände war. mußte entweder alle japanischen Forderungen bewilligen oder sich zur Wehre setzen, so gut es konnte. Es entschied .sich natürlich zur Berthe!digung schon deshalb, um seine GroßMachtstellung zu wahrend Schon aus diesen Vorgängen ist ersichtlich, daß ein Land, welches mit anderen keine schiedsgerichtlichen Verträge abgeschlossen hat, den Frieden stören und den Krieg herbeiführen kann. Aber auch die Nationen, welche derartige Verträge vereinbaren, haben deshalb noch nicht auf Anwendung kriegerischer Mittel verzichtet, falls sie glauben, daß ihre Landesinteressen, ihre Ehre oder ihre Beziehungen zu anderen Völkern das nothwendig erscheinen lassen. Derartige Beschränkungen sind in allen diesen Uebereinkommen vorgesehen und dadurch ist die Wirksamkeit der letzteren natürlich bedeutend vermindert worden. Auch das Haager Schiedsgericht hat nicht die Macht, den Ausbruch von Feindseligkeiten zu hindern, wenn große Völker glauben, daß ihre Law desinteressen nur durch einen Kriea gewahrt werden können. Deshalb soll man die Bedeutung der Versuche nicht überschätzen, durch Einsetzung vor allerlei Schiedsgerichten den Völkerfrieden zu wahren. ' Immerhin machen aber sowohl bei den Einzelnen wie bei den Nationen der Wunsch und das Bestreben Fortschritt, blutige Kämpfe zu vermeiden. Als sich der sogenannte Zwischenfall in der Nordsee" ereignete, da hetzten die Jingos" in Großbritannien, sowie in Rußland sofort zum Kriege. Weil mit oder ohne Grund durch Kanonenschüsse russischer Schiffe zwei englische Fischer getödtet wurden, sollten sofort die Kriegsfackel entzündet und gewaltige Menschenopfer gebracht werden. Aber die besonnenen Staatsmänner beider Völker suchten einen Krieg wegen tTi03 verhältnißmäßig geringen Anlasses zu vermeiden und die modern gewordene Schiedsgerichts-Jdee übte einen wohlthätigen Einfluß. Die britische und die russische Regierung einigten sich dahin, den Streit zur Untersuchung und zur Beurtheilung einem Gericht zu überweisen, welches aus je einem Admiral der britischen, russischen, französischen und amerikanischen Flotte bestehen soll mit der Verständigung, daß diese Offiziere (natürlich mit Zustimmung ihrer Regierungen) einen Unparteiischen als fünften Beisitzer wählen dürfen. So wurde ein ernster Streit, ja vielleicht ein großer Krieg zwischen zwei mächtigen Staaten vermieden; ein Beweis dafür, daß die Agitation für Schiedsgerichte bereits erfreuliche Ergebnisse zur Folge hatte, indem es zwei Regierungen Gelegenheit bot, auf Grund der vielfach erhobenen For-

derung zum gütlichen Ausgleich vor? Streitigkeiten sich eines solchen Gerichts zur Beilegung des viel erwähnten Zwischenfalles zu bedienen. Man soll deshalb diese Einrichtung weder unter- noch überschätzen. Viele Streitigkeiten können durch dieselben gütlich beigelegt werden. Wenn aber zwei große Völker glauben, daß ein Schiedsgericht ihren Lebensinteressen nicht gerecht werden könne, dann wird es doch zum Kampfe kommen. Alle diese Einrichtungen sind deshalb weder Mücken rwch Elephanten; jedenfalls soll sich aber. Jeder nach Kräften bemühen, die auf Erhaltung des Friedens gerichteten Bestrebungen zu stärken. Der Tagelöhner Joun Rozsa in Alsokajanel in Ungarn, der beim Stuhlrichker Kandrea mit Vranntweinbrennen beschäftigt war. wurde plötzlich irrsinnig. Er ergriff eine Hacke, stürzte sich auf die Lanostraße, wo die Bauern vom Devaer Markte zurückkehrten, und erschlug einen Bauern mit einem einzigen Hiebe. Siebeil Personen wurden dann von dem Rasenden schwer verwundet und mehrere leicht verletzt. Der Wahnsinnige konnte nur mit' schwerer Mühe gebändigt, und ins nächste Spital befördert werden.

WtVLtv pmllonskommWr. Genera! Black seit Neuling in den Statte. Verdienter Veteran und Anwalt. General John C. Black, der zum Nachfolger des am 1 - Januar 1905 von seinem Amte zurücktretenden Pen-, sionskommissärs Ware ernannt ward, ist kein Neuling 'in der Stellung. Er hatte den Posten schon in den Jahren von 1885 bis 1889 inne. Black wurde 1839 in Lexington, Miss., geboren. Er besuchte in Danville, Jll., wohin seine, verwittwete Mutter verzogen war, die öffentlichen Schulen, sowie hierauf das Wabafh College in Crawfordsville. Ind., wo er sich feinen Unterhalt selbst verdienen mußte. Black trat bei Ausbruch des Bürgerkrieges als Gemeiner in das 11.

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John (5. Black. Jndiana - Freiwilligen - Regiment ein und stieg während des Krieges, nr dem er verschiedene Male Proben von großer Tapferkeit abzulegen Gelegenheit fand und mehrere Verwundungen erhielt, zum Range eines Obersten und Vrigadegenerals der Freiwilligen auf. Er beendigte nachdem seine Rechtsstudien und ließ sich als Anwalt in Chicago nieder. Black gehörte von 1893 bis 1895 dem Ver. Staaten-Re-präsentantenhause als Mitglied an und war von 1895 bis 1899 Bundesanwalt für den nördlichen Distrikt von Illinois. Im Jahre 1903 auf 1904 fungirte er in der G. A. R. als Com-mander-in-chief. Black genießt den Ruf eines hervorragenden Advokaten. Die poison Squad." Professor WileyS Experimente ' und deren Resultate. Wie wenige Chemiker hat Professor Harvey W. Wiley in Washington es verstanden, seine Kenntnisse in verschiedener Weise im Dienste der Wissenschaft wie zum Besten der Menschheit praktisch zu verwerthen. Als Lehrer wirkte er namentlich, indem er Studirende in Harvey W. Wiley. die Geheimnisse der Chemie einführte und Bücher über diesen Gegenstand schrieb, die ihrer populären Fassung wegen weite Verbreitung gefunden haben. Wohl das größte Aufsehen erregten Willys Versuche, die Einwirkung von Präservativen, wie sie seitens vieler Nahrungsmittel-Fabrikanten bei der Herstellung von Fleischspeisen zur VerWendung kommen, auf den menschlichen Organismus festzustellen. Zu diesem Behuf gründete er die sogenannte Poison Squad," bestehend aus etwa einem Dutzend junger Männer Angestellte des Ackerbau-Departements der Regierung die sich auf Kosten Onkel Sams einer Ernährungsweise mit verdächtigen Nahrungsmitteln unterzogen. Seit Dr. Wiley 1883 an die Spitze des chemischen Bureaus des Ackerbau-Dep5em:nts trat, ließ er sich die Förderung des Gebrauchs von unverfälschten Nahrungsmitteln und die Verhinderung der Herstellung und des Verkaufs von gesundheitsschädlichen Fälschungen besonders angelegen sein. Die Frage, ob Präservative, wie Borsäure, Salicylsäure. Benzoesäure und Schwefelsäure, die zur Konservirung von Fleischspeisen dienen, gesundheitsschädlich feien, war vor Dr. Wilevs Experimenten eine offene, zu Mal nicht nur Fabrikanten, sondern uch einige Chemiker deren , Verwendung für harmlos erlarten und die elbe uneingeschränkt sehen wollten. Die versuche des Regierungskosthauses d. h.,:dfe Experiments mit den oben erwähnten jungen Männern haben jedoch das Gegentheil dargethan, denn die Wirkung, welche der Genuß von also präparirtem Fleisch auf die menschlichen Versuchskaninchen hervorbrachte, war entschieden eine schädliche.

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Harvcn v5r den Zwischen fall". Maximilian Harden. bekanntlich ein Jsraelit und zu Lebzeiten Bismarck's ein bevorzugter Freund des letzteren, schreibt in dir Zukunft": Rasch mit dem Urtheil fertig waren nur die wüthenden Russenfeinde. Die erwogen nicht einmal, daß die unangenehme Geschichte in einer Nebelnacht passirt war, in schwierigem ffahrwasser und, wie es scheint, nicht im britischen Hoheitbereich. Die schworen flink auf die Buchstabenwahrheit der englischen Aussagen. Und doch wäre Allerlei zu beachten gewesen. England ist Japan verbündet und bat die Ausreise des Ostsee-Geschwaders sicher nicht gern gesehen. Japanische Seeoffiziere waren, wie gemeldet ' wurde, in geheimer Mission nach Europa gereist. Von allen Seiten wurden die Russen vor Asiatentücke gewarnt. Besonders gefährlich schien ihnen die englische Nordseeküste und der Aermelkanal. Irgend ein kleines Fahrzeug konnte ihnen Minen legen; in einen harmlos aussehenden Fischdampfer konnte ein Torpedo - Lancierapparat eingebaut sein. Ein britischer Rbeder. der den Japanern gegen die Russen hülfe, würde nicht nur viel Geld verdienen, sondern obendrein noch wähnen, ein Patriotenwerk vollbracht zu haben. Und nun versetze man sich in den Seelenzustand eines mit ungeheurer Verantwortlichkeit belasteten Admirals, der. an gesperrten Häfen vorbei, unerprobtes Material und Personal auf den Kriegsschauplatz führen soll. Er glaubt sich verpflichtet, jedes Schiff, das ihm mit verdächtigen Bewegungen naht, als Feind zu behandeln. Und das Wasser hat keine Balken. Auch der preußische Grenadier Lllck und mancher andere brave Wachtposten hat schon auf Menschen geschossen, ohne daß die Anwendung von Pulver und Blei nöthig war. Auf beleuchteter städtischer Straße, in Friedenszeit. Auch der Kapitän des englischen Kanonenbootes Leda" hat, vor fünf Jahren, ohne zwingenden Grund ein fremdes Fahrzeug beschossen: den französischen Lugger Etoile de Mer"; und auch damals wurde ein unschuldiger Matrose getödtet.' Bei Hull sind zwei Menschen um's Leben gekommen, ein paar andere , leicht verwundet worden. Eine Dummheit wahrscheinlich, aber kein Verstoß gegen die göttliche Weltordnung. Wenn die großen rufsischen Panzer, wie behauptet wurde, eine halbe Stunde lang geschossen hätten. wäre der Schaden an Menschen wohl schlimmer gewesen. Thut nichts; alle Civilisten waren empört, und nur die Soldaten bewilligten dem armen Roschdjestwensky mildernde Umstände. Er mußte, sagten ste, auf jede Japanerlist gefaßt sein, mußte fürchten, daß englische Seefahrer sich in den Dienst der Gelben stellen würden, die vor der Wahl wirksamer Mittel nicht erst zimperlich zaudern. Er konnte erwarten, daß die Fischer von der Durchfahrt seines Geschwaders benachrichtigt waren und sich deshalb hüten würden. seinen Kurs zu kreuzen. Wer in Kriegszeiten noch nie auf so schwierigem Posten stand, weiß nicht, wie leicht das Gefühl der Verantwortlichkeit da zu Mißgriffen führt. In jedem Krieg sind fchon vom Wind gejagte Wolken als feindliche Kolonnen von den VorPosten beschossen worden. Amüsant war das Verfahren der Engländer. Fürchterliches Geschrei. Mobilmachung der ganzen Flotte. Wird die Schuld nicht sofort gesühnt, Roschdjestwensky nicht morgen schon der Kommandogewalt entkleidet, dann bleibt nur eine Möglichkeit: Krieg gegen Rußland. Solche Spektakelstücke. werden in London mit allerliebster Geschicklichkeit inszenirt.

In dem Berliner An ar-chisten-Organ Neues Leben" ist ein Aufruf abgedruckt, in dem davon die Rede ist. daß die Internationale des Antimilitarismus" beschlossen habe, eine Demonstration für den Frieden zu organistren. Die Arbeiter in Holland, Belgien. Frankreich, Italien, Spanien und England werden sich daran bethetligen und die deutschen Arbeiter sollten dabei nicht fehlen. An einem bestimmten Tage zu Anfang Dzember solle diese Demonstration in allen Ländern gleichmäßig stattfinden. Von einer Internationale des Antimilitarismus" hört man jetzt zum ersten Male; daß sie sich darauf beschränken werde, für den Frieden zu demonstriren, wird man nicht annehmen können. Die Zahl der von bulgarischen Aufständischen begangenen Morde hat neuerdings wieder in erschreckender Weise zugenommen. Am 26. Oktober wurden in Borodino, Wilajet Monastir' ein Mann und eine Frau getödtet. Im Kreise Kastoriz kamen in der Zeit vom 18. bis zum 22. Oktober acht Morde, elf Verwundungen und drei vereitelte Mordversuche vor. In derselben Zeit wurden im Kreise Wodena viec Männer, eine Frau und ein Kind getödtet und zwei Bulgaren durch Komitatschis angeschössen. .Aus Strumitza wird gemeldet. daß vom 14. bis zum 27. Oktober sechs Morde und fünf Mordversuche vorkamen. Eine bulgarische Freischaar. die am 30. Oktober in das Dorf Radinetz bei Gewgeli eindrang, soll fünf Frauen, darunter eine Lehrerin. und drei Männer, die zur pairiarchistischen Einwohnerschasb gehörten. ermordet baben.

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