Indiana Tribüne, Volume 28, Number 89, Indianapolis, Marion County, 5 December 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 3. Dezember ifioi
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nui uiuii ö t Slchoß Bcuren Zlomsn von Qaibhcim p 5tttttttttÜÜÜÜÜil'4 . . (Fortsetzung .Also kaum eine Stunde ist's bis Beinen, Herr Wirth?" .Weiter sicher nicht, gnädige Frau; das Dorf Beuren ist zwar so lang wie na wie 'ne halbe Ewigkeit, aber seit es zur Stadt gezogen wurde und als Vorort gilt, hat es eine Vorzugliche Strafe; und am Ende des Dorfes, etwas seitwärts, liegt das Gut .Ist es ein schönes Besitzthum, Herr Wirth?" Na. schön ist' was anderes: im konträren (Legentyeti! töitte anv. aber seit Jahren schlecht gehalten. Wenn einer Glück haben soll, dann läuft' ihm nach. Als es der Herr Oberst vor acht oder neun Jahren kaufte, hat er das Gut für ein Spottgeld im Konkurse bekommen jetzt wird ihm jede Ruthe mit Gold aufgewogen. Wer konnte damals auch denken, daß die Hafenanlagen für den Kanal just dahin kommen würden und nach der andern Seite die Elektrizitätswerke und was der Miliiärfiskus für die Kasernen braucht, 's ist gerade, als ob sich das Geld nach dem alten Oberst hindrängte, und der braucht's nicht mal, höchstens für seinen Wein; dem stehlen es seine Schmeichler und Schmarotzer dochdie Erbschleicher soll schon in bestem Gange sein. Gnädige Frau ist wohl mit dem Herrn Oberst verwandt? Ja? Dann nichts für ungut. Dann gibt es ja wohl noch Leute, die näher an dem Neickithum sind, als das Weib, die Trieöe mit ibrem Gescbmein?" und nun men oer offene klagen aus einem weiten wüsten Ackerhof vor dem sogenannten Schlosse, einem großen, alten, zweistöckigen Hause, aus dem in der Mitte ein Vorbau herauswuchs, der als Portal oder Vorflur diente. .Ach Gott, das soll ein Schloß fein? Sieh nur, Großmutter, die Fenster im Dach sehen aus wie offene Augen! Ganz unheimlich!" Die Fenster hatten in der That diese wunderliche Form, die in der Bauart des Daches lag. Auf dem ganzen Hofe standen große Wasserlachen, vom Regen, der am Morgen gefallen war; die Ställe, die Scheunen, die ihn umgaben, sahen verwahrlost und baufällig aus in der Hauswand sogar gab es große Stellen, von denen der Verputz abgefallen war. Der Wagen hielt, der Kutscher klatschte mit der Peitsche, aber kein Mensch ließ sich sehen weder Knecht, noch Diener. Die meisten Fenster waren von mnen mit grünen Laden geschlössen, nur rechts von dem nasenartigen Vorbau sah man einige derselben mit schmutzigen weißen Vorhängen. Es ist immer mit einem gewissen Un behagen verbunden, ungeladen und unerwartet irgendwo als Gast anzukommen.. Die Präsidentin Rehlin empfand dies trotz ihrer Entschlossenheit in diesem Moment doch sehr peinlich und blickte ungewiß an dem öden stillen Hause hinauf. Plötzlich erschien an einem der Fenster zwischen den Gardinen ein rothes, gedunsenes Männergesicht, über dem grauweißes Haar wirr sich sträubte. Das Fenster flog auf. Der Mann dort oben grüßte. Verzeihung, meine Damen, Sie haben sich wohl geirrt, Sie sind hier in Groß-Beuren. Meine Leute scheinen mal wieder taub und blind zu sein, die faule Bande. Klein-Beuren liegt " Guten Tag, Schwager Altmann, ich habe mich durchaus nicht geirrt, ich bin es, Maria Rehlin, und komme, Sie zu besuchen!" rief die alte Dame, obwohl tief erschreckt von der Veränderung, die mit ihm vorgegangen, frischen Tons hinauf. Maria? die Präsidentin? Ach Gott, ach Gott!" Nur die ersten Worte hörten sie deutlich und auch, daß in dem kläglichen Ton dennoch Freude lag. Der alte Herr war verschwunden, wieder wurde es minutenlang ganz still, nur im Hause hörten sie ihn allerlei rufen mit immer lauterem, zornigerem Tone; dann sprang die Thür auf, und auf den obersten Stufen der Freitreppe stand ein alter, unbeschreiblich verwahrloster Mann, unrasirt, mit ungepflegtem Haar, in schmutzigem Schlafrock, ein altes, schwarzes Tuch strickartig um den Hals geschlungen, an den Füßen große, niedergetretene Filzschuhe. Die Damen waren ausgestiegen lud . begrüßten ihn nun dort, während er weinend und schluchzend ach, es war das Gewinsel eines Trunksüchtigen ihnen die Hände küßte und immer wieder rief: Diese Freude! Gott segne Sie, Maria! Ach, nein, nein, ich träume wohl?" Es lag in seiner leidenschaftlichen Freude ein ergreifender Ausdruck von kummervoller Verlassentzelt, der seine Gäste rührte. Und nun endlich kamen seine Leute allen' voran eine geschmacklos gekleidete, robuste, blühende Frau mit sehr rothen Wangen und verschlafenen Au gen, Schrecken und Verlegenheit in den süß lächelnden Mienen und unangenehm nach Wein duftend. Die Person hatte zweifellos eben em klemes Rausch chen verschlafen. Ein Diener, der noch mit dem' linken Arm in die alte Livree fuhr, folate ibr
auch ein paar Mägde. Älkie Kickten ganz verdutzt auf die Ankömmlinge) und unterdeß rief ihr Herr ihnen zu, sich speziell und beinah wie um gut Wetter bittend an die Haushälterin wendend: Meine Schwägerin,' meine liebe, liebe Frau Schwägerin, Frau Triebe! kommt, mich armen, unglücklichen Kerl zu besuchen! Maria, dies ist meine gute, treue Frau Triebe, meine aufopfernde Pflegerin, meine rechte Hand! Ach, Frau Triebe, nun haben wir gemiß unsern lieben Gästen nichts zum Mittagessen zu bieten?" Die Frau lächelte süßlich und küßtk die Hand der Präsidentin, warf dabei aber sofort einen unangenehm überraschten Blick auf die großen Koffer, die der Diener mit dem Kutscher vom Wagen hob. Die alte Dame sah e5; ihr wurde fci Situation in den ersten Minuten klar. Der Berichterstatter ihres Sohnes hatte kein Wort zu viel gesagt. Inzwischen beruhigte sie die. Triebe, völlige Unbefangenheit hcuchelnd. Gegessen hätten sie bereits, eine Tasse Kaffee würde aber sehr wikommen sein. Auf dem Wege nach Karlsbad sei ihr eingefallen, daß sie mit mäßigem Umwege den Schwager besuchen könnten, so habe sie auch nicht einmal Zeit zur Anmeldung behalten. O, aber diese Frau Triebe war schlau, sehr schlau! Ihr mißtrauischer Seitenblick verrieth, sie ließ sich nicht so leicht täu-
schen; diese Gaste kamen ihr außerordentlich unanaenebm. Der Oberst führte, voll Eifer alles Mögliche und Unmögliche für sie an ordnend, die Damen in's Haus; sie saßen dann in seinem entsetzlich schlecht gehaltenen, unangenehm nach kaltem Tabak riechenden Zimmer auf dem verstaubten Sofa, und er hielt abwechselnd weinend und lachend, klagend und sich freuend die Hände der Schwägerin, als wollte er sie nie mehr los lajten. Wer die Kleine denn sei?" fragte er dazwischen und war fassungslos er staunt, zu hören, daß Maria schon ein Großkind, eine zur jungen Dame erwachsene Enkelin habe. Sie mußte ihn überhaupt erst wieder orientiren in ihrer Famüie er war völlig m Verwirrung und schämte sich dessen. Dazwischen hinein redete Frau Triebe, ab und zu. gehend, als ob sie dazu das größte Recht habe; siegesgewrn und prahlerisch wollte sie den Ga sten klar machen, daß ihre Stellung in diesem Hause zu respeküren sei. Gnädige Frau halten sich gewiß auf über den Anzug des Herrn Oberst," schwätzte sie, aber so ist er nun mal, das älteste Zeug ist ihm das liebste, und wenn ich lhn auch noch so sehr bitte, er zieht nichts anderes an. Und lern Zimmer anruyrene o, nur ja nicht, das muß alles nach seinem Kopfe gehen. Der alte Herr warf ihr emen betrübten Blick zu so zaghaft und scheu. Aber nebe Frau Triebe, tch thu doch alles, was Sie haben wollen! Ich weiß ja, es ist zu meinem Besten! Wie konnt' ten so undankbar sem? wandte er demüthig ein. Ja, ja, so sagen wir nachher allemal, dann bin ich die liebe, gute Frau Triebe, aber vorher sind wir eigensin nig " keifte sie und ging, das Zimmer wenigstens oberflächlich zu ordnen, darin umher. Wenn feie nur das Fenster em wenig öffnen wollten, die Luft ist draußen so schon! wünschte die PräsidentlN. Das kann der Herr Oberst nich vertragen," weigerte sie sich, und man fühlte, sie freute sich, den Wunsch abzuschlagen. Er aber rief ganz hitzig: Ich kann es wohl vertragen! Ich bitte immer. sie soll nicht stets die Fenster geschlossen halten." y Frische Luft schckdet nie! Oeffnen Sie nur. auf meine Verantwortung," beharrte nun auch die alte Dame. Na dann kann nachher Frau Triebe wieder Krankenpflegerin spielen!" rief sie gereizt, aber sie zwang sich doch, dabei zu lachen. Ach. wie das gut thut! Maria, Sie verstehen heute noch, es jedem behaglich zu machen. O, das war immer Ihre wunderbare Kunst; bei Ihnen wurde jedem wohl, und dasselbe fühle ich heute wieder," sagte ganz selig der alte Herr, und seine wässerig-blauen T.rinkeräugen leuchteten. Er streichelte ihre Hände, fuhr mit seiner zitterigen Rechten Agnes über das Haar und bewunderte dessen schönes Blond und die reiche Fülle. Wie mir zu Muthe ist! Ach, Ihr Glücklichen, Ihr wißt nicht, was für mich einsamen, unglücklichen, alten Mann Eure liebe Nähe bedeutet. Kommt es Ihnen auch viel heller vor im Zimmer, Frau Triebe?Mein armer Herr! Ach. der arme Herr Oberst, so viel Trübsal im Haus! Wie ist ihm die kurze Freude zu gönnen! Und wenn wir nachher auch büßen müssen und wieder tagelang die Hände :n heißen Sand stecken nicht wahr? Wir wollen alles gern leiden für die kurze Freude! Nun hat der Herr Oberst doch auch mal Damen von Bildung und Stand um sich; ja, natürlich, das muß ihm ja sein, als wär er im Himmel!" Unendlich giftig klang das alles. Man sah der Person an, sie konnte sich kaum noch zügeln, die Galle lief ihr über. Es wäre sehr nett von Ihnen, meine Gute," sagte die Präsidentin mit ihrer liebenswürdigen ruhigen Entschieden-
heit jetzt, wenn Sie nün etwaZ Kaffee für uns besorgen wollten, auch für
meine Jungfer! Und bitte, Sie weisen ihr wohl die Fremdenzimmer an, damit ste auspackt und Behagen schasst, wie ich es gewohnt bin. Sie sind vielleicht auch so freundlich, der Dienerschaft zu sagen, daß wir außer dem Kaffee vorlaufig nichts brauchen und em Weilchen ungestört plaudern mochten. Run war sie hinaus und hatte die Thür hinter sich heftiger zugeschlagen, als es gerade nöthig und schicklich sein mochte. Der Oberst blickte ihr beklommen nach. .Jetzt ist sie böse! Ich habe sie vielleicht etwas verwöhnt, Maria. Aber, wissen Sie, wenn man so keinen Menschen weiter hat! Und sie ist m allem meine rechte Hand." Seufzend rückte er hin und her. .Aber Eva, lieber Schwager?" .Ach, Du lieber Gott!" Er stöhnte förmlich. Wie geht es ihr denn?" fragte u weiter. Trauriq, Maria, entsetzlich! Völlig verrückt! Will mich vergiften! Schreit Nachts öfter, daß einem graut." .Schwager!" Großer Gott, sie ist ja nicht'verantwortlich, eine Ine! Aber es ist. wie irfi Dir sage! Sie trachtet mir nach dem Leben." Die alte Dame schlug die Hände in tiefstem Entsetzen zusammen. Hat sie Wuthanfälle, Schwager?" Oeftcr, meist Nachts! Im gewöhnlichen Leben geht sie harmlos still und sanft umher, das heißt, sie verläßt gottlob ihre Zimmer nur selten und nur um die späte Abendstunde oder in Mondschemnächten." Agnes war kreidebleich geworden. Der alte Herr sah es. Fürchte Dich nicht vor ihr, liebe Kleine," sagte er kläglich, sie ist nicht bös auf Fremde, nur mich haßt sie, mich will sie morden. Sie bat mir schon zweimal Gift in meinen, Thee ge gössen; ich bekam entsetzliche Zustände; nachher sagte der Arzt, es sei nicht so schlimm, gar nicht mal tödtlich aber ich weiß, was ich gelitten habe! So ist sie also doch um Dich, lebt doch also mit Dn? Sie schien mir allerdings ganz gut eine Zeitlang, wurde sichtlich freier und heiterer; ich freute mich, denn sie fina an, mich öfter zu besuchen, plauderte, las mir die Zeitung vor und blieb mit mir auf ich schlafe jetzt so schlecht Ich sage Dir, die heuchlerische Schlau heit derartiger Kranker ist ganz un glaublich! Mitten in dieses trauliche Zusammenleben kam der Vergiftungs versuch!" Und Sie? Sprachst Du?" Ha, wie wenig Du von diesen Kran ken weißt! Sie that so unglaublich harmlos kanr nach wie vor; ich be obachtete sie heimlich, sagte nichts, that auch wie sie. Und sie täuschte mich noch einmal! Ganz kurzeZat darauf.Wo sie die Tropfen hernimmt, mag der Himmel wissen; in ihrer Kleidertasche hat die Triebe das Glas gefunden, und sie hat m memer Gegenwart ganz ge lassen gesagt: .Ach. das ist ja mein Flacon ich brauche das gegen Kopfweh!' Keine Miene verzog sie. Wie em Engel, so friedlich sah sie aus. Und das hat sie gethan? Du sahst es?" O, nein, ich nicht, denn ich wurde ein zweites Mal so furchtbar krank! Die Triebe hat es gesehen, wie sie sich an der Suppe zu thun machte, die ich aß." Das ist ja furchtbar! Das ist zum Verzweifeln! Warum behältst Du sie bei Dir. die Unglückliche?" - Weil ich den Entschluß nicht finden kann, Maria!" rief er klaglich und erzahlte und weinte abwechselnd. Der Sobotka war so ein bildschöner Kerl, und jeder hatte ihn gern. Seine Mutter ich sage Dir, Maria eme echte, große Dame; und sie zeich nete uns vor allen aus, sie brauchte viel Geld, und ich hab's mir nachher wohl klar gemacht, sie wußte wohl, daß ich es hatte. Die Kleine, die Eva, kam eben aus der Pension. So ein junges Mädchen macht allerlei Umstänbe nöthig. Das war Mir lastig. Verhei rathe sie, dachte ich. , Ich habe damals geholfen, sie elend zu machen. Durch mich lernte sie den Menschen, den Sobotka kennen, ich lud ihn ein, ich war entzückt von ihm, ich kannte feinen Leichtsinn und. dachte ebenso leichtsinnig: ,Er wird schon zahm werden.' So ließ ich sie heirathen, zahlte dem Paar das mütterliche Erbe Evas und eine reiche Mitgift von mir aus. Dann reiste ich selber nach Paris und amüsirte mich, war froh, das Mädel los zu sein, es genirte mich doch. Die Mutter Sobotkas war plötzlich gestor ben. Dann kam die Katastrophe, kaum zwei Jahre spater; alles Geld verjubelt, mit einer anrüchigen Person durchgegangen, und die unglückliche Frau lag am Typhus das Kind war sterbend. Beide in einem elenden Neste in Böhmen, wo keiner das kranke Weib kennt und versteht. Nun ein paar Damen der kleinen Garnison hatten sitf) ihrer angenommen, der Kommandeur auch mir geschrieben. Aber das Elend, in dem ich sie fand! Und nachher! Gemuthskrank! völlig melancholisch! Ich hab' sie im Ansang überall hinge schleppt, wo es lustig herging, wo frohe Menschen waren aber alles vergebllch. Ich verkaufte bei guter Gelegen heit das Gut, auf dem sie ihren kurzen Brautstand, ihre Kindheit verlebt das schien ihr endlich wohlzuthun. Nach jahrelanger Krankheit wurde es von
selbst besser mit ihr. Sie schloß sich kicht immer mehr ein, las, malte, musi-
mit wieder und wurde ruhiger. Da plötzlich diese Vergiftungsmanie!" Er schluchzte wieder es war zum Erbarmen.' Und das Kind Ihr Enkel, Schwager?" Das ist's ja gerade, sie will den jungen durchaus wieder sehen, will ihn aben und wird ihn auch vergiften. Daß ich ihr das Kind vorenthielt, das ist. fürchte ich, der Grund ihres Grolls auf mich." Aber wo ist er? Wo war er als kleines Kind?" etzt soll er die Kadettenanstalt zu T. besuchen, bisher lebte er in einem Pastorenhause, wo er mit den Kindern des Pfarrers aufwuchs. Er soll em hübscher, gesunder Junge sein aber er hat das Bun des Vaters m den Adern ich will ihn nie sehen! Ich lasseihn erziehen, zahle für ihn, was gefordert wird, damit basta." , Also wirklich? Sie haben ausgeführt-, womit Sie damals drohten? O, Schwager, lieber Altmann, das wa: grausam, furchtbar grausam," rief die Präsidentin. Find' ich nicht! In meinem Herzen regt sich für den kleinen Burschen keine Fiber, höchstens Antipathie; die irrsinnige Mutter wurde die letzte sem, der man ihn anvertrauen könnte." Und nun sagen Sie mir noch eins, wo wohnt die Unglückliche? Kann ich sie sehen?" Der Oberst nickte trübselig, stand auf und gina den Fuß nachschleppend, in das Nebenzimmer, die alte Dame mit sich führend. Hier sah es ebenso unordentlich aus, aber sie nahm sich gar keine Zeit, sich umzusehen. Er führte sie an ein auf den Park mnausgehendes Fenster. Dichtes Gebüsch und alte Bäume traten hier bis an das Haus und bedeckten mit ihrem Grün die eine ganze Hälfte der Hauswand. Man sah nur wenig von dieser: ein paar Fenster, einen Balkon, aber alles versteckt hinter den Laubmanen. Da wohnt sie. So hat sie s haben wollen." Ganz allein?" Ja ganz allein mit der Dilte, ihrer Pflegerin, und dem Mädchen. Im Anfang hatte i h ihr auch eme Gesellschafterm gemiethet, aber keine hielt bte ses tödtllche Einerlei, bicc Kirchhofs stille, wie sie es nannten, aus. Eva ließ sie gern ziehen." G'auben Sie Nicht, daß ich gut thue, sie morgen zu besuchen? Ich mochte es doch gern. Gewiß! Aber lassen Sie sich nur nicht täuschen, liebe Maria! Wer sie sieht, glaubt nicht an Irrsinn das ist eine alte Erfahrung für mich. Und ich flehe Sie an, genießen Sie nichts bei ihr hüten Sie sich vor der Unglückllchen. 3. K a p i t e l. o verging der erste Tag mit lebhaften Erzählungen der beiderfertigen Schicksale. Das junge, kaum achtzehnjährige Mädchen saß meist stumm neben den alten Verwandten und bekämpfte mühsam das Unbehagen, a das Grauen, das sich semer immer mehr bemächtigte. Draußen lag em kostlicher Sommerabend auf dem Park, Nachtigallen und Frösche konzertirten um die Wette. Wie gern wäre Agnes hinausgelaufen, Luft zu schöpfen, sich nach der langen Fahrt Bewegung zu machen. Aber hatte nicht der alte Herr gesagt, Eva erginge sich öfters Abends im Park? Frau Triebes Pflegling konnte unterdeß gar kein Ende finden im Geplauder mit der Schwägerin. Er schien völlig vergessen zu haben, daß er stch vor Jahren ihre Theilnahme und ihre Einwendungen gegen Evas schnelle &n rath später noch beleidigender ihre Fragen nach der unglücklichen iungen Frau verbeten. Die Präsidentin erin nerte ihn auch mazt daran. Dagegen beobachtete sie mit gehnmem Vergnügen und sogar mit etwas Schadenfreude, wie der Oberst auflebte, durchaus nicht zu Bett wollte, auch als die Triebe ihm mit wehleidiger Miene ausmalte, wie schädlich ihm ein Abweichen von seinen Gewohnheiten sein werde. Ich will nicht! So lassen Sie mich doch in Ruhe! Sie machen mich ja elend mit Ihrer ewigen Vormundschaft," rief er, trotzend wie ein eigensinniges Kind,, und doch voll Furcht vor der üblen Laune der Person. Fragen Sie doch die Gnadige, Frau Triebe, die ist alt und erfahren, und die sagt, es wird mir nicht gleich schaden! bettelte er dann, schon wieder. kleinlaut. , Thun Sie dem Herrn Oberst heute nur den Willen," beredete .diese dann. sich zur Freundlichkeit zwingend, was' wird denn mehr darauf stehen, als eine schlaflose Nacht?" O, daraus mach ich mir gar nichts! Ich will gar nicht schlafen, will mich lieber freuen, daß Sie gekommen sind, Maria, und mich erinnern an alles, was Sie mir erzählt haben!" versicherte er eifrig. Er war wirklich froh wie ein Kind. Und so blieb der Triebe nichts übrig, als ihre Kochkunst in Bewegung zu setzen und für ein Abendbrot zu sorgen, wie es im Schlosse seit Jahr und Tag für des Hausherrn Tisch wohl nicht bereitet worden. Sie wüthete, schalt mit den Mägden und dem Diener, und diese gönnten ihr von ganzem Herzen den Aeraer und lachten hinter ihrem Rucken darüber., (Fortsetzung folgt.)
Ein Dorudo der Frauen Bei fast allen Naturvölkern und fast
allen auf geringer Kulturstufe stehenden europäischen Volkern gilt die Frau mehr oder weniger nur als Lastthier. Merkwürdig ist. daß aerade bei einem Negerstamme, den Belondes am unteren Sambesi, die Frauen eme geradezu bevorzugte Stellung einnehmen. Ein junger Mann, der beiratbet. muh seine Frau aus ihrem Kraql holen; er muß steh verpflichten, die Frau zeitlebens mit Brennholz zu versorgen. Die Kinder seiner Frau gehören nicht ihm, sondern ihr. Dafür muß die Frau aber wahrend der Ehe ganz für ihren Mann sorgen. Ein Mann, der seine Frau . bekidigt, bekommt nichts zu essen. Aber nicht nur seine Frau verweigert ihm die Nahrung, sondern auch alle anderen Frauen des Ortes. Schlägt eine Frau ihren Mann, dann PrompteErwiderung. kW (y '". . 5 Z. krf Ar m it . m, :t VJ .llVl.. .t V, ,4 V. (!"( . Wt . ,..5Z,",: v . j m-r- ir' i t v-"'"- . ''V Alvrf.ii iJt 'V! -;kU r v tfrfttwm Meine Liebe zu Ihnen ist unerhört. . . " Na, verlassen Sie sich daraus, ste wird es bleiben." Vorsichtig. OU
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Was soll das bedeuten, Adolf, daß Du unsere alten Liebesbriefe verbrennst?" Ja weißt Du, Hilde, ich habe ste aufmerksam durchgelesen und fürchte, daß jemand, der nach meinem Ableben mein Testament anfechten mochte, ste in seine Hände bekommen und mich für verruckt erklaren lassen konnte! Mißverstanden. 5MnS tft htnrt fir SQrKittrnrrrn?" KS V f Wfrft 0 vvv Sorgen Sie sich um den nicht, gnädige Frau, der ißt Alles." In der Zerstreutheit. v VS v ,fe XX f. A & r? . . Tsi V Weiß der Kuckuck, was. ich heute wieder für einen sonderbaren Schirm erwischt hab'!" Musikalischer Wunsch. Knabe (der am Klavier sitzend, sein Brödchen verzehrt): Ach, ich möchte, mein Brödchen Ware ein. hohes C. Mama: Warum denn, mein Kind? Knabe: Dann wär's doppelt gestnaen. Mama.
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wird sie verurtheilt, ihn von dem Hause des Häuptlings bis zu ihrem Hause auf dem Rücken zu tragen. Aus diesem Leidenswege wird sie. von allen Man nern verwünscht und beschimpft. Die Weiber aber ermuntern sie: Recht hast du gehabt, kein Mann verdient's besser, mach' es nur immer so." Im Uebrigen ist der Frau auch ein gewisses häusliches Züchtigungsrccht eingeräumt, aber nur dann, wenn der Mann sich in Dinge mengt, die ihn nichts angehen.
NobeC Dame: Ein dutzend Mal habe ich schon gekl'. 'gelt, ich wollte dem armen, blinder Mann, der hier wohnt, eine UnterstktZung bringen! Frau (grob): Ja, können Sie denn nicht lesen, unsere Sprechstunden sind doch nur Nachmittzgs von drei bis fünf. Der spendable Gatte. er m eimkebrender Gatte (der sein Nei seaeväck selbst angeschleppt bringt): So. Alte, jetzt kannst wenigstens net wieder sagen, daß ich mit leeren Händen von der Neis' zurückkommen bin!" Unüberlegt. Wissen's, wenn Sie hie neue Wasserleitung legen, machen Sie die Rohre nur halb so dünn wie die alten; sonst brauchen die Miether wieder zuviel Wasser!" Der Sündenbock. Wandernder Vagabund: 'n anjenehmes Zeitalter, det jetzige! Immer, wenn so 'n Moralprediger an meinem reduzirten Aeußern Anstoß nimmt, sage ick, daß ick mit 'nem Automobil unliebsame Berührung jehabt hätte." Mißglückte Lüge. b Die Gnädige ist vor einer Stunde ausgegangen." Dann muß sie mehrere Köpfe haben. Einen habe ich soeben am Fenster gesehen!" y Mißverständniß. . . .Wenn Sie Nachts kalte Füße haben, so nehmen Sie doch eine Wärmeflasche!" Recht haben S', Hirr Doktor a' Flascherl Affenthaler vor dem Schlasengeh'n könnt' net schlecht fcml" .
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