Indiana Tribüne, Volume 28, Number 89, Indianapolis, Marion County, 5 December 1904 — Page 6
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Jüdinn a Tribüne, 3. Dezember 1902
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Europäische Nachrichten. Hldonvurg. Oldenburg. Zur legten Nuhe bestattet wurde auf dem St. Gertrudenkirchhof die irdische Hülle des derstorbenen Grenzaufsehers a. D. Heinrich Bentje. Der Verstorbene, ein Ve teran, konnte zu den ältesten Bewoh nern unserer Stadt gezählt werden, hatte er doch bereits sein 77. Lebensjähr erreicht. H o o k s i e l. Grenz - Aufseher Schmidt ist von Lienen nach hier versetzt und ver Vice - Feldwebel Rahde vom Old. Jnf.-Nezt. No. 91 als Grenzaufseher aus Probe nach hier einberufen worden. I e v e r. Hier feierte der älteste Bürger unserer Stadt, Proprietär Edo Frerichs, in noch seltener geistiger Frische feinen sechsundneunzigsten Geburtstag. Nordenham. Der Großherzog hat den Steuermann Karl Friedr. Hagens zu Nordenham die VerdienstMedaille für Rettung aus Gefahr verliehen. W ü p p e l s. Wie hier bestimmt verlautet, ist der Kandidat Lohe in Hohenkirchen mit der Verwaltung der hiesigen vatanten Pfarre vom Obertirchenrath beauftragt worden. Freie Städte. Hamburg. Der am Winterhuderweg wohnende Arbeiter Richard hat auf seine' eigene Mutter, die ihm wegen seines liederlichen Lebenswandelö Vorwürfe machte, einen Revolverschuß abgefeuert. Die Kugel traf die Frau in den Mund, schlug einen Zahn heraus und drang in die linke Wange. Man glaubt, daß der erst im Frühjahr aus ver Irrenanstalt Entlassene die That im Zustande geistiger Umnachtung begangen hat. Der Arbeiter Kaufmann wurde auf dem am Schu pen 41 am Amerika-Quai liegenden Dampfer Herkules" von einem aus der Windevorrichtung abstürzenden großen Holzblock so wuchtig auf den Kops getroffen, daß er ohnmächtig zu-' sammenbrach und gefährlich verletzt in das Hafenkrankenhaus gefahren werden mußte. Karl Georg Wilhelm Stamm feierte sein. öOjähriges Jubiläum in der hiesigen Norddeutschen Affinerie Aktiengesellschaft. Von einem schweren Unglücksfall wurde der Major v. Holstein vomNegiment Hambürg (2. hanseatisches No. 76) betroffen. Beim Reiten in dem am Kirchenweg befindlichen Reitinstitut stürzte v. Holstein mit seinem Pferde und trug schwere innere Verletzungen davon. Der Verunglückte wurde nach seiner in der Grindelallee belegenen Wohnung gefahren. Der Heizer Schneider wurde auf der Reise von Südamerika nach hie? durch einen Neger in die Hand gebissen. Die Hand schwoll derartig an, daß man den Verletzten bei der Ankunft des Schiffes in das Krankenhaus einliefern mußte. Dort wurde eine Blutvergiftung festgestellt; es mußte eine Amputation der Hand vorgenommen werden. . Bremen. Dem Ingenieur H. Vroichsttter, zuletzt Obermaschinist des Lloyddampfers Kaiserin Maria Theresia" (vor Kurzem nach Rußland verkauft) ist aus Anlaß seines erfolgten Eintritts in den Ruhestand der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. Lübeck., Kaufmann Bär, bis October Mitinhaber der Firma' Liedke und Stolterfoht, Norddeutsche Kar-iatschen-, Bürsten- und Pinselfabrik, wurde bedeutender Wechselfälschungen halber verhaftet. Schweiz. Bern. Bildhauer Chiattone, der Schöpfer des im Jahre 1892 auf Korfu errichteten Denkmals für den Kronprinzen Rudolf und des im Iahre 1902 in Territet errichteten Denkmals der Kaiserin Elisabeth, ist hier gestorben. Courtemaiche (Bern). In der Bettagsnacht erscylug ver Wirst) zum Weißen Rößli" den Stellvertreter des Gemeindepräsidenten, Faivre, der Feierabend gebieten wollte. Der Wirth, ein Elsässer Namens . Werth, wurde sofort verhaftet. Die That geschah vor dem Wirthshause. Zum Ueberfluß war der Wirth mit einem Revolver bewaffnet, den er mehrmals ubfeuerte, wobei ein Schuß 'einen Begleiter des Faivre in den Oberschenkel traf. Grellingen (Bern). Einer Wurstvergiftung, der der Waldbannwart Birri von Blauen zum Opfer gefallen ist, hat den Tod zweier weiterer Personen herbeigeführt, der 49jährigen Frau Agatha Vögtlin geb. Saladin und des 23jährigen Schlossers Adolf Kaiser, beide von hier. Sankt-Gallen. ' Die Auffindung der Leiche des abgestürzten Schriftsetzers Walser erfolgte durch eine aus 14 Mann bestehende RettungZcolonne, die sich aus Mitgliedern des hiesigenTouristenclubs Edelweiß"und Collegen des Verstorbenen zusammensetzte. Der Verunglückte .hatte den Weg über den sog. Lysengrat vom Säntis zum Altmann genommen, der noch nicht ganz fertiggestellt ist, und war an einer gefährlichen Stelle etwa 300 Meter tief über eine Felswand gestürzt, an deren Fuß er mit zerschmetterten Gliedern gefunden wurde. Gellerrsicy.W.rrczcrrn. Wien. Der langjährige Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Hietzing. Leopold Langsteiner, ist in feiner Wohnung, Trauttmansdorff-
gasse 28, im 55. Lebensjahr gestorben. Der fünfjährige' Kutscherssohn Robert Albrek wurde von einem Schwerfuhrwerk überfahren. Ein Rad ging dem Knaben über den Kopf und zermalmte ihn zur Unkenntlichkeit. Die telephonisch herbeigerufenen Aerzte konnten nur den Tod des Kindes feststellen. Nächst dem Freibade im Prater wurde die Leiche einer ungefähr 50jährigcn Frauensperson aus dem Donaustrome gezogen. Die Ertrunkene wurde als d 47jährige Platzwächtersgattin Leopoldine tz!rünwald agnoszirt. Sie hat Selbstmord verübt. Bei der Salesrarierkirche wurde die 64jährige Psründnerin Therese Eschenger, Steingasse 23 wohnhaft, von einem Motorwagen der städtischen Straßenbahnen infolge ihrer Schwerhörigkeit niedergestoßen uttd schwer verletzt. Die 23jährige Magd Josepha Korcak, Herbststraße 63 wohnhaft, ist nach einer plötzlichen Erkrankung gestorben. In einem aufgefundenen Zettel bittet sie ihre Schwester, eine Schneidermeistersgattin, um Verzeihung und nimmt von ihr rührenden Abschied. Jedenfalls hat das Mädchen einen Selbstmord durch Vergiftung verübt. A b e r t h a m. Im nahen Orte Henstererben stürzte der 44 Jahre alte Zimmermann Johann Lindner so unglücklich von dem Dach eines Neubaues, daß er todt liegen blieb. Budapest. Im Kreise seiner Familie beging der Kasstr der Escomptebank - Filiale, Fr. Fischer und seine Gattin Fanni Fischer, eine Tochter des Altbürgermeisters und EhrenBürgermeisters der hiesigen Stadt, des Fabrikanten Johann Stegmann sen., das Fest der silbernen Hochzeit. Deutsch - Reichenau. Die Häuser der Grundbesitzer Bauer und Tacho, sowie das des Häuslers Jagsch brannten ab. E g e r. In der Wohnung des Fabrikshausmeisters Eder in Schloppenhof ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Sohn des Hausmeisters hatte sich einen geladenen Revolver verschafft und hantirte in Gegenwart des Hütbuben Georg Pichl aus Eger mit der Waffe so unvorsichtig, daß diese sich entlud und die ganze Ladung dem nahestehenden Pichl in die Stirne drang. Prag. Ein dreifaches Jubiläum hat Johann Hirsch, Gürtler, Goldarbeiter und Kirchengeratherzeuger, im engen Familienkreise gefeiert: seinen 60. Geburtstag, den 30. Jahrestag seiner Vermählung und den 30jährigen Bestand seiner Firma. Reichenberg. Das 80jährige Beruföjubiläu1?l beging der Bezirksschulinspektor des hiesigen Landbezirkes Peter Schwertner in Reichenberg. Trauten u. Das Pulvermagazin von Nahrhaft und Wachsmann explodirte, wobei der Commis. Fiedler getödtet wurde. Luxemburg. Eitel brück. Der MaschinenPutzer Joh. Hoffmann aus Erpeldin5?n (Wiltz) war rnft dem Putzen einer Maschine beschäftigt, als eine Schraube des Wasserbehälters absprang und die beißen Dämpfe ihn erreichten, wodurch er erhebliche Brandwunden im Gesicht davontrug. Rümelingen. Der Italiener Bermann wurde zu Rümelingen bei seiner Rückkehr von 7 Strolchen überfallen und derart mit Messerstichen bchandelt, daß er mehrere Wochen das Bett hüten muß.. Ulflingen. Es entstand in der Nacht Feuer in dem Hause des Eisenbahnöeamten Thekes, das von dem Hutmacher Bettendorf bewohnt war. Der gesammte Schaden beläuft sich auf 8000 Fr. Wasserbillig. Die sterbliche öülle des in der Blüthe der Jahre vom Tode heimtückisch ereilten Bahnmeisters Wagner wurden zur letzten Ruhe frefWM. Lübeck. Der Rechtsanwalt Dr. Adolf Brehmer, Wortführer des Bürgerausschusses und Syndikus der GeWerbekammer, ist an Blinddarmentzündung, 63 Jahre alt, gestorben. Der Großherzog von Oldenburg verlieh dem Polizeihauptmann Museck hier das Ehren-Ritterkreuz 2. Klasse nebst Jnsignien des Haus- und Verdienstordens' des Großherzogs Peter Friedrich Ludwig.
Das Honorar rufsifcher Schrift, steller. liebe: die Honorare, welche russische Schriftsteller von Ruf heutzutage von ihren Verlegern bekommen, plaudert ein Russe in einer Lonboner Wochenschrift. Es wird darin ausgeführt, daß die russischen Schriftsteller es qe- ; wohnlich vorziehen, ihre Werke mit al- ! len Rechten an die Verleger zu verkau- . fen, was bekanntlich in England durchaus nicht üblich ist. Turgeniesf, so heißt es in dem Artikel, verkaufte kurz vor seinem Tobe die Rechte an allen seinen Werken für die Summe von 9000 Pfund Sterling. Dann werden noch einige Summen angeführt, die Schriftsteller der - alten Schule für ihre Werke erhielten. Danach wurden , die von Gogol für 9000 Pfund Ster-
ling verkauft, die von Puschkin und Gontcharoff brachten je 3300 Pfund Sterling, während Kryloff für seine Fabeln 1400 Pfund Sterling bekam. Viele Werke sehr hervorragender Schriftsteller, sagt der Verfasser, wurden noch für viel kleinere Summen verkauft.
TaS Jahrhundert dcö Kindes
Ueber Kindererziehung und Kinderbehandlung vor 25 Jahren und heute plaudert Frank Richardfon in einer englifchenZeitfchrift recht amüsant und belehrend. Früher, so meint er, da hielt man das Kindsein für eine Art Krankheit, die nur durch tüchtige Klapse", schlechte Behandlung 'und Einsperren kurirt werden könne. Bei jeder Gelegenheit wurde man geschlagen, gestoßen, gepufft. Und kriegte mau einmal was, ohne es verdient zu haben, dann ging das auf das unendlich große Conto der nicht entdeckten Schandthaten, und ein so großes Gefühl der Sündhaftigkeit war den Kindern eingebläut worden, daß sie die Strafe als selbstverständlich hinnahmen. j Geh mal inzwischen hinten ins Kinderzimmer, Fritz, Paul oderGeorg, und warte bort, bis ich komme." Und der arme Junge ging und wartete, und unabwendbar erschien Vater oderMutter und bearbeitete die Rückseite des Sprößlings in ebenso schmerzvoller Wie gewissenhafter Weise. Heute hat sich das alles geändert. Der Stock ist verschwunden, und Klapse" gibt es nicht mehr. Frage nur mal einen Vater oder eine Mutter, ob sie ihr Kind züchtigen, und die Antwort wird stets dahin lauten, daß Schläge bei dem Kinde nicht nöthig sind. Und frage gar das Kind selbst, und aus weitgeöffneten angstvollen Augen trifft dich ein fragenden Blick verständnißloser Verwunderung. Wie anders nimmt man heute Aeußerungen von Kindern auf, wie fühlt man die köstliche Naiv:tät dieser Ausdrücke aus einer unschuldigen Welt nun durch, und wie schnell war man früher bereit, hinter solchen Bemerkungen etwas Bösartiges zu ahnen! ' Ew Beispiel! Die kleine Ellen ist ein liebes, süßes Ding von sechs Iahren. Da guckt man ihr zu, wie sie mit einem großen Papierkorb unverständliche Experimente vornimmt. Aber was machst Du denn da, Ellen?" und klein Ellen entqegnet prompt: Ich spiele blos Diogenes, und das ist meine Tonne." Wie ist die Kleine zu dieser klassisch - historischen Reminiszenz gekommen? Nun, die Gouvernante hat ihr wahrscheinlich neben anderen Neuigkeiten aus vergesellschaft auch von der merkwürdigen Vorliebe der alten Philosophen für derartige Behausungen erzählt. Warum lebte denn nun der Herr in einer Tonne?" Pause nachdenklichen Schweigens. Plötzlich: Ach, ich weiß nicht. Er wird's doch wobl aus Reklame gemacht haben." Damit war das Räthsel gelöst. Das kleine Ding hatte bemerkt, wie Lcu!e ihre prächtig ausgestatteten modernen Villen, um Aufsehen zu machen, mit verstellter Bescheidenheit mit romantischen Namen, wie Die Ruine", Die Hütte" u. s. w. benannten; so nannte auch Diogenes seine Villa Die Tonne". Vor 23 Jahren würde man gewiß ein Kind, das einen berühmten Weisen so lächerlich gemacht hätte, tüchtig abgestraft haben. So erzählt der Versasser eine Geschichte aus seiner Kinderzeit. Als er auch sechs Jahre alt war und er einmal seineMutter begleitete, begegneten sie einem ganz grauslich aussehenden Mann. Sein Gesicht war voller Borsten und er hatte einen schwarzen Backenbart, der sich aufsträubte wie die Spitzen einer Mistgabel; mit diesem struppigen Wald von spitzen Haaren bückte er sich nieder und fuhr mir ins Gesicht; nie hatte ich vorher einen solchen Backenbart gesehen; nie habe ich nachher wieder solch einen gesehen. Festgebannt starrte ich auf ihn, und dann, als er in Hörweite fort war, zeigte ich mit ausgestreckten Fingern auf ihn und flüsterte sehr hörbar und deutlich: AH, Muttchen, sieh mal die großen Ohrwurmer. die der Mann hat." Diese Bezeichnung war nicht gerade. schmeichelhaft und gewählt, doch mir kamen diese ungeheuren Borsten, die aus den Ohren sich hervorringelten, wirklich wie große Würmer vor. Der Mann blieb sieben und sab mick wüthend an. Meine Mutter, in dem System des Vestrafens durch lange Erfahrung äußerst raffinirt, entzog mir darob die Erlaubniß, auf meinem kleinen Pony zu reiten, für sechs Monate, ganz abgesehen davon, daß ich dem ftemden Manne abbitten mußte." Ob wohl einem Kinde des 20. JahrHunderts ein solcher Ausspruch als ein Verbrechen angerechnet werden würde? Wohl sicherlich nicht. Und die Folge davon ist, daß das Kind, das nicht mehr durch Strafen verängstigt und scheu gemacht wird, ein lieblicher Gefährte wird und eine Fülle reizendst und tiefsinniger Freuden offenbart. Vier und vier. Ein Vater von vier Kindern wird von seinem kleinen Töchterchen gefragt, was er sich zum Geburtstag wünsche. Ich habe nur einen Wunsch," antwortete der Vater, und zwar vier recht artige und folgsame Kinder!" Ach wie nett." antwortet die Kleine nach kurzem Nachdenken, da waren wir ja acht!" Ein gutes Bild. Herr Photograph, mit dem Bild bin ich aber gar nicht zufrieden, alle meine Bekannten sagen, das sei ich nicht." So? Zeigen Sie's doch eben noch mal her! Haben Sie einen Cylinder aufgehabt? Ja." Einen Stock in der Hand?" Ja." Und einen Gehrock an?" Ja." ,Na also, dann sind Sie's auch." .
Wie sich Nufsett vergnügen. Der reiche Seidenh'ändler Iwan Petrowitsch Zakoblew hat seine guten Freunde, so erzählt ein russisches Blatt, in sein prächtiges Landhaus in einer Sommerfrische bei Petersburg geladen. Man hat schon allerhand Kurzweil getrieben und sich nun zum Muschka- lFliegen-) Spiel hingesetzt. Das Muschka bestand diesmal darin, daß vor jeden Mitspieler ein Gläschen Kognak hingestellt wird; alle haben sich ruhig zu verhalten, das Weitere den zahlreich umhersummenden Fliegen überlassend. Sobald eine von diesen sich auf ein Glas niederläßt, muß der glückliche Besitzer den Kognak austrinken. Das Glas wird natürlich sofort wieder nachgefüllt. Da nun, wie gesagt, die Fliegen äußerst zahlreich vorHanden sind, nimmt das Spiel einen recht lebhaften Verlauf. Als beinahe ein halbes Dutzend Flaschen ausgetrunken sind, ertönt plötzlich auf der Straße der Ruf: Moroschne! Moroschne!" (Eis!) Der Gedanke, mit etwas Eis die beim Spiel allmählich etwas erhitzten Gemüther abzukühlen, wird kaum ausgesprochen, als auch der Gasigeber den Eismann rufen läßt. Wie viel Portionen befehlen Euer Gnaden?" So viel, wie Gäste da sind." Nehmen Sie doch das Ganze für fünf Rubel tret' ich es ab." Nein, es ist zu viel." Wirklich nicht. Euer Gnaden, ich allein könnte es aufessen." Halt, Bursche, dich nehmen wir beim Wort," ruft der Hausherr. Zehn Rubel sollst du haben, wenn du Alles verzehrst. Aber merk' dir, was du übrig läßt,' thun wir dir in die Mütze." Der Eismann , überschlägt sich den Gewinn, thut einen Seufzer und geht an's Werk. Natürlich hat er zuviel übernommen. Als er die erste Form geleert hat, stöhnt er: Erbarmen Sie sich, es geht wahrhastig nicht mehr, Euer Gnaden!" Kinder, schmiert ihm die. andere Form in die Mütze!" ruft der Hausherr. Mit Windeseile wird die Mütze mit Himbeereis gefüllt und dem armen Teufel auf den Kopf gestülpt. In eiskalten, rothgefärbten Strömen läuft ihm der süße Saft über das Gesicht; er zittert w'.e Espenlaub, denn außer diesem Umschlag hat er mindestens drei Pfund Eis im Magen. Die scherzhaften Herren schütteln sich vor Lachen, geben ihm vosner und lassen ihn laufen.
Königliche Liebhabereien. Die meisten europäischen Herrscher sind mit Regierunggeschäften nicht so arg überlastet, daß sie nicht noch Muße finden, einen Theil ihrer Zeit besonderen Liebhabereien zu widmen. So ist z. LZ. König Karlos von Portugal ein großer Freund des Photographirens, und man erzählt sich, daß an seinem Hofe Niemand sicher ist, in einem unbeobachteten Momente von dem königlichen Photographen geknipst" zu werden. Ein Lieblingssport des Kömgs von Italien ist das Automobilfahren; er theilt übrigens diese Vorliebe mit dem Schah von Persien und dem Fürsten Ferdinand von Bulgarien. Carmen Sylva, die Königin von Rumänien, besitzt eine große Sammlung seltener, alter Bücher poetischen Inhalts, was wohl darin seinen Ursprung haben mag, daß sie selbst Dichterin ist. Königin Wilhelmine von Holland kann sich rühmen, die kostbarste europäische Sammlung alter Spitzen zu besitzen. Von großem wissenschaftlichen Jnteresse ist eine Sammlung des greisen Königs von Dänemark; sie besteht aus Vogeleiern und soll über eine Viertel Million Dollars Werth haben. Ein amerikanischer Cong r e ß zur Förderung des Forstwesens findet vom zweiten bis zum sechsten Januar in der Bundeshauptstadt Washington in der National Rifles Armory" statt. Die Versammlung wurde angeregt von der American Forestry Association", deren Präsident Ackerbauminister Wilson ist. Der Zweck des Congresses wird in dem Einladungsschreiben so bezeichnet: Ein weiteres Verständniß des Forstwesens in Veziehung zu' den davon abhängenden großen Industrien herbeizuführen; die maßvolle Ausbeutung des Forstbestandes für den gegenwärtigen und zukünftigen Bedarf jener Industrien zu fördern; Anregung und Vereinheitlichung aller Bemühungen zur Erhaltung der Wälder als einer immerdauernden Hülfsquelle der Nation." Auf dem Congreß werden u. A. folgende Fragen zur Erörterung gelangen: Beziehung der öffentlichen Waldländereien zur Berieselung, zum Viehweiden, zum Bergbau und zum Eisen-1 bahnbau; die Holz-Jndustne und die Wälder; nationale und staatliche Forstpflege Bremen. Das 23jährige Geschaftsjubilaum konnte der Uhrmacher Conr. Brandt als. Gründer des Geschäfts der jetzigen Uhren- und Gold-waaren-Firma Brandt und Lorenz, Utbremerstraße 180, begehen. Der Jubilar hat es verstanden, durch Fleiß, Reellität und humanen Sinn sich einen größeren Kundenkreis zu erwerben. Das Ritterkreuz erster Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens wurde Capitän Paul Wettin beim Norddeutschen Lloyd verliehen. DaZ allgemeine Ehrenzeichen trhtett der pensionirte Eisenbahnweichensteller Eduard Meier hier.
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4 X X X T i Inland X-I-I-H-H4 Eine Gesellschaft von Erfindern, unter dem Namen American Manufacturing Company" hat sich kürzlich auf dem Weltausstellungsplatze in St. Louis konstituirt. B a l a k l a w a -V e t e r a n gest 0 r b e n. In Denver, Col., starb dieser Tage ein gewisser Alexander Sutherland, angeblich der letzte' Ueberlebende des berühmten Todesrittes der Sechshundert" bei Balaklawa, einer russischen Hafenstadt auf der Halbinsel Krim. Sutherland erreichte ein Alter von 94 Jahren und war seit 40 Jahren in Denver ansässig. Große Eisenbahnbrücke fertig. Die gewaltige Stahlbrücke, welche die Northern Pacific-Vahn über den Pend Orcille River bei Sand Point, Jdaho, errichten ließ, ist von der Konstruktion Co. der Bahn für den Verkehr übergeben worden. Es ist dies die größte Brücke entlang der ganzen Northern Pacific-Linie; der Bau erforderte 2300 Tonnen Stahl und die Kosten belaufen sich auf 1,000,000. Der Werth eines Gatten. Eine Jury sprach unlängst in Sfow Iork einer Frau Mary C. Ga Nun eine Entschädigung von $35,000 für den Tod ihres Gatten p. Der Mann starb in Folge von Verletzungen, welche er 1902 durch eine Zug-Kollis-sion im Grand Central-Tunnel erlitt. Die Entschädigungs-Summe ist die größte, welche jemals in einem derartigen Falle zugesprochen wurde. Ga Nun starb erst 1 Jahre nach dem Datum des Unfalles. Ein sonderbares Phan o m e n hat ein gewisser L. Hollein in Andover, N. D., beobachtet. Mehrere Tage lang floß, seinen Angaben zufolge, das Wasser aus einem artesischen Brunnen in ein Loch, das kaum größer war wie eine Maulwurfshöhle, ohne sich zu füllen. Auch will derselbe an der Mündung des Loches einen gehörnten Fisch gesehen haben, wie man sie in den Höhlengewässern findet. Man glaubt, daß dort ein unterirdisches Wasserbassin existirt. Verwettete Hab und Gut. Mit so großer Zuversicht hatte der 76 Jahre alte Schneider Friedrich Greibel in Brooklyn. N. I., auf einen demokratischen Sieg in der verflossenen Nationalwahl gehofft, daß er fast seine sämmtlichen Ersparnisse auf die Erwählung von Richter Parker wettete. Die republikanische Hochfluth fegte aber auch die sauer verdienten Dollars des Greises hinweg, was sich der Alte so zu Herzen nahm, daß er seinem Dasein ein gewaltsames Ende bereitete. Dynamitattentat. Das stattliche Wohnhaus des Mayors Fay in Virginia, Minn., wurde kürzlich durch Dynamit zertrümmert. Ein crr - t r t rv . uunoer war es, oan ore ewoyner unverletzt blieben. Der Sprengstoff war von unbekannten Thätern an dem hinteren Theile des Hauses zum Ezplodiren gebracht worden. Man vermuthet, daß das scharfe Vorgehen des Bürgermeisters gegen Uebertretungen der Schandgesetze das Dynamitverbrechen verursachte, zumal Fay wiederholt Drohbriefe erhalten haben soll. Im bodenlosen Sumpf. Mit knapper Noth entging Peter Johnson in Hobolen, N. I., in der Nähe feiner Wohnung einem schrecklichen Tod. In der Nachbarschaft war ein Feuer ausgebrochen und- als er nach dem Brandort gehen wollte, gerieth er in der Dunkelheit in eine unter dem Namen The bottomleß Swamp" bekannte Gegend. Ehe er seine Gefahr merkte, fing er an zu sinken. In seiner Angst schrie er laut um Hilfe. Mehrere Nachbarn besorgten ein Tau, machten eine Schlinge und versuchten, sie Johnson über den Kopf zu werfen. Der Unglückliche sank tiefer und tiefer und schließlich hatte er nur noch einen Arm frei. Ein glücklicher Wurf brachte schließlich die Schlinge in die Nähe des Armes, Johnson zog sie über die Schulter, und es gelang, ihn herauszuziehen. Um dies zu thun, waren die vereinten Kräfte von fechs Männern nöthig. Johnson brach zusammen, als er auf dem Trockenen war und mußte in's Hospital gebracht werden. Todeskampf unter Wass e r. Wenige Minuten' eines schrecklichen Todeskampfes unter Wasser in der Kabine seines sinkenden Baggerbootes Cyclon" hat James Hancock in Detroit, Mich., überstanden. Das Fahrzeug wurde an der Mündung des Detroit Rirer in stürmischem Wetter plötzlich von einer mächtigen Woge zum Kentern gebracht. AlI das Fahrzeug zu Grunde ging, machten die eindringenden Wassermassen dem Vorman' Hancock ein Entkommen aus der Kabine unmöglich, während die übrige': Leute der Besatzung auf einen nahen Schleppdampfer . sich retteten'. Schon hatte man den Vörmann als verloren aufgegeben, als er plötzlich an die Oberfläche des Wassers geschwemmt und halb bewußtlos von willigen Händen in Sicherheit gebracht wurde. ' Ver-' muthlich verdankte Hancock seine Nettung dem Umstände, daß der Dampfkessel des Bootes ezplodirte und die Kabine zertrümmerte oder der Luftdruck im Innern die Kabine aus den Fugen riß. Dadurch wurde Hancock aus feiner schrecklichen Gefangenschaft 'unter Wasser befreit. ' 4
