Indiana Tribüne, Volume 28, Number 89, Indianapolis, Marion County, 5 December 1904 — Page 4

Jttdtanä Tribüne, S Dezember 1902.

Indiäna Tribüne. HerauZzegeven von der utenderg L. - Indianapolis, Ind. vnry O. Thudinm Prästdent? Geschaftölocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. H.T tered at the Post Office ol Indianapolis ms scpond class matter.

Arbeiter für den PanamaCanal. Als der Congreß die Isthmus . Vertoilliaung beschloß, schreibt Ad. Hepp. ner im Ä. Anz., erhielt er von Gewerkschaften Petitionen, nur Union-Leute" dort arbeiten zu laffen. Andere Zu schriften enthielten die Anregung, nur Amerikaner" dort zu beschäftigen. Die Ziffer des erforderlichen Arbeit. Heeres entzieht sich vorläufig aller Be rechnung; die Einen schätzen eS auf 30,000, Andere auf 50,000. Dann aber, behaupten Sachverständige, die bestellte neue Maschinerie sei im Gegen satze zu aller früheren so vorzüglich, daß man sich mit dem dritten Theile der bisher als nothwendig erachteten Ar KeitZ'Force werde begnügen können. Gesetzt nun, sie würde demgemäß 1520,000 Mann betragen. Können die UnionS jene Mannschaft für Panama wirklich stellen"? In Zeiten schwerer Depression mel den sich Arbeiter, welche lange beschäf tigungSlo- waren, nothgedrungen zu irgend welchem Unterkommen, mag es auch so noch problematisch sein. Glücklicherweise sind die Ver. Staa ten augenblicklich in weit besserer Ge schäftslage, als jener, welche den Arbeiter zum Auswandern nach sanitäts gefährlichen Plätzen drängt.. Zwar hat die RegierungsCommis sion sogleich sich an die Aufgabe ge macht, den Distrikt von Pestkeimen zu reinigen und wie seinerzeit in Cubu, wird das Werk wohl auch dort erfolgreich vollbracht werden aber nicht so rasch. Und mit den Canalarbeiten wird man beginnen, ehe die SanitirungS Methode sich völlig bewährt hat. Es würde sich daher für Gewerkschaften eher empfehlen, ihren Mit gliedern abzurathen, dort Arbeit zu nehmen, als vom Eongresse verlan gen, daß er nur UnionArbeiter zulass?. Das Nämliche gilt von den Petitionen, welche den Ausschluß aller Nichtamerikaner aus der Arbeiter-Force wünschen. Die Regierung hat den Eanal schnell Yens zu bauen. Wenn sich nun amerikanische Arbeiter in gewünschten Mengen für den Job" nicht melden, man aber aus bekannten Gründen mit asiatischen Kulis sich nicht einlassen will bleiben nur "die (angeblich 50,000 betragenden) zu Zwangsarbeit verurtheilten Strafgefangenen in den diversen Zuchthäusern der Staaten zur Verfügung. Der größte Theil dieser Leute ifl allerdings durch die Haftbedingungen nach einiger Zeit körperlich heruntergekommen und kann deshalb für den Dienst in den Tropen nimmermehr zur Verwendung gelangen. Als der Staat Louisiana die Insaffen seines Zuchthauses zum Leveebau in den ungesunden südlichsten Swamps" requirirte, zeigte eS sich, daß nur 25 Prozent derselben widerfiandSfähig genug zum Ertragen jenes scheußlichen KlimaS waren. So wird man denn auch nicht fehl gehen, allenfalls 25 Prozent der Straf-gefangenen-als tauglich für die Jfthmus-Arbeiten zu erklären, also ungefähr 12,500. Auch wenn tiie'gesundheitliche Reinigung des Distriktes vollkommen geglückt ist, dürfen die'Ver. Staaten einen zu schwerer ArbeitZ verurtheilten Gefangenen nicht ohne seine Einwilligung in v die Tropen verschicken. Das Klima.kann ihn tödten oder invaliv machen. ES müßte ihm also ein erheblicher Vortheil etwaZ doppelte Anrechnung der am Canaleverbrachten Zeit gewährt und die Zusicherung gegeben werden, daß er, - wenn erkrankt, gehö rige Pflege erhalten, beziehentlich dann zurückgeschickt werden wird. Im Uebri- - gen müßte man ihm einen Lohn creditiren, Ut bei seiner Entlassung, nach freiem Rücktransporte rt die Heimath, zur Auszahlung gelangt und ihm ermögllchte, ftq eme neue Existenz zu rtfftttdttt. 'ai- ' V BundeSfenator Dietrich kündigt an, daßV eine diesbezügliche ErgänzungSBill um Canal-Gesetze ausgearbeitet

habe. Sie bewilligt dem ZuchthausArbeiter am Isthmus sage und schreibe $0.25 den Tag. " So viel verdient er wahrscheinlich auch unter dem schäbigsten Contralt Systeme in manchen Staaten. Wenn die Regierung für alles Geld, das sie anbieten mag, keine freien amerikanischen Arbeiter bekommen kann und auf die Sträflinge angewiesen ist, sollte sie deren Zwangslage nicht zu so schmählichem Handel ausbeuten. 4 Der Sträfling ist nicht zur Hälfte des Lohnes der freien Arbeiter berechtigt aber ebenso wenig sollte man ihn auf 5 Procent reduciren. Wie die Katze um den Heiden Brei schleichen Herren in Washington um die Tarifreform. Zuviel des Guten wird Sprecher Cannon denken, wenn , er die vielen Grünen" im Zaume halten muß. Weihnachten steht vor der Thüre und die Geschäftsleute, denen an der Erlangung der kaufkräftigen deutschen Kundfchast liegt, sollten nicht vergessen, daß die Anzeigefpalten der Tribüne" das beste Anzeigemittel sind. Heute beginnt die Tretmühle der nationalen Gesetzgebung wierder zu rotiren. Die Arbeit wird leicht sein, weil kein Widerstand zu überwältigen ist die Verantwortlichkeit ist aber desto schwerer für die republikanische Ma-joriiät.

Der Bericht des Korporations bureauS über die Untersuchung gegen den Beestrust befindet sich in den HäN' den des Präsidenten und der Kongreß wird demnächst Kenntniß davon erhal ten. Inzwischen hat das Bureau Schritte gethan, um weitere Untersuchungen in Gang zu bringen. Die Petroleum Industrie soll in erster Linie an die Reihe kommen. ' Den bedeutendsten Antheil an dieser Industrie hat die Standard Oil Company, und eS sollen also deren Produktions- und Betriebsmethoden einer kritischen Beleuchtung unterworfen werden. Die Beziehungen der Company zu den Ei" senbahnen, welche ihre Produkte desördern, werden, wie es heißt, nicht in den Bereich der Untersuchung gezogen werden. Es ist allerdings verschiedent lich behauptet worden, daß die Standard Oil Company Abmachungen mit großen Eisenbahn-Corporationen getroffen hat, wonach die Gesellschaften ihr Produkt billiger tranSportiren sollen, um so die unabhängigen Rafsi neure zu schädigen, aber die würden, falls sie thatsächlich nachgewiesen werden können, eine Verletzung deS Shermanschen Anti'TrustGesetzes involViren und vor das Forum der zwischenstaatlichen Verkehrs Kommission gehören. ' . Das Korporationsbureau des HandelS Departements beschäftigt Fch lediglich mit den PetriebSmethoden großer HandelS-Korporationm. Die Standard Oil Co. hat, so wird versichert, dem Kommiffär Garsield er klärt, daß sie ihre Geschäfte unter striktester Beobachtung der gesetzlichen Bestimmungen betreibe, und man hat dem Kommissär zugesagt, daß man alles thun werde, um dem Bureau die gründlichste Einsicht' in die Geschäftsmethoden zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Staate Californien geschenkt werden, wo die Petroleum-Industrie in den letzten Javren einen enormen Aufschwung genommen hat. Pennsylvania Weft-Virginia und Jndiana werden desgleichen genau unter die Lupe genomme'n werden. Späterhin, nachdem die Petroleum - Industrie untersucht worden, sollen auch andere große Corporationen an die Reihe kommen, doch scheint e vorderhand nicht in der Absicht des Bureau zu liegen, Corpc?ationen, an denen die Standard OilMagnaten maßgebend interessirt sind, zu attackiren, so daß von einem allgemeinen Angriff auf die Standard OilInteressen nicht die Rede sein kann. G o S p o r t, 4. Dez. Fünf Banditen machten Samstag Morgen einen Versuch, die Farmer's Bank zu berauben. Dr. Pritchard, ein Direktor der Bank, welcher in. der Nacht einm Patienten besuchen wollte, wurde von den Räubern, auf die er zufällig stieß, geknebelt und gefesselt. Dann wurde der Geldschrank gesprengt, aber ehe die Kerle Beute machen konnten, wurden sie verscheucht. ßC7 Die beste 5 Cent- Cigarre in der Stadt, Mucho'S Longfellov".

r ' ' er Badenser Ehrentag.

i Sie feierten ihr 20. SWungsscst in glänzender und großartiger Weise.

Zwanzig Jahre find im Zeitenströme dahingeraufcht, seitdem am 14. Dezemher 1884 16 kerndeutsche Männer aus dem BadenLSndle, dem Lande des sagenumwobenen SchwarzwaldeS und Odenwaldes, dem Lande der Donau und des Rheins, des Neckar und deS Mains sich zusammenfanden und den Badischen UnterftützungS'Verein" gründeten. Aus dem zarten Baumchen, welches damals gepflanzt wurde, ist im Laufe der Jahre ein starker kraftstrotzender Baum geworden, berufen, noch aus lange Jahre, jeden Stürmen Widerstand zu bieten. Aus den aus wenigen Mitgliedern bestehende Verein, ist einer der populärsten deutschen Vereine der Stadt entstanden, welcher im Laufe der verflossenen zwanzig Jahre nicht nur Geselligkeit und gute Cameradschaft gepflegt, nicht nur in Fällen der Noth seinen Mitgliedern treu zur Seite gestanden hat, nein, auch ein Verein, welcher, dem Sternenbanner wohl ergeben, doch unentwegt und treu die deutschen Sitten und Gebräuche, die theure Muttersprache hegt und pflegt. Mährend der verflossenen 20 Jahre bat der Badische Unterst.. Verein an allen großen deutschen Festlichkeiten regen und thätigen Antheil genommen und es war daher ganz natürlich, wenn sich gestern zu seinem 20. Geburtstage, welche er in der mit den LandeZfarben geschmückten Germania Halle feierte, das Deutsch thum der Stadt in voller Stärke einfand, um dem wackeren deutschen Geburtstagskinde " Huldigungen darzubringen. Lange bevor die Festlichkeit ihren Anfang nahm, warder weite geräumige Saal und auch' derZ Balkon mit einer dichten Menschenmenge angefüllt und immer noch strömten die Besucher in Schaaren herbei. Und Alle schienen festlich gestimmt zusein. ' Diese Feststimmung schien sich auch auf die von Herrn Reinhold Miller dirigirte City Land" übertragen zu haben, denn das tüchtige Orchester lieferte gestern Abend so vortreffliche Con zert - Musik, daß das Publikum mit seinem Beifall nicht zurückhielt. Nachdem das Orchester die Ouverture zum Stiftungsfeste" absolvirt hatte, hielt der langjährige Präsident, Herr John B. Weindel, folgende von edlem Stolz auf die Erfolge seines Vereins durchglühte Rede: Mitglieder des BadischenUnterstützungSVereins, liebe Landsleute und Freunde! Gleich den Gliedern einer eng zusammenhängenden Familie, die zu einem frohen Feste zusammengeeilt, ' freuen auch wir unS und iftnd mit denselben Gefühlen hier zusammengekommen, um ein Freudenfest zu begehen. Wir feiern nämlich den 20. Geburts tag deS Badischen Unterstützungs.VereinS, einer Gesellschaft, die von Kindern unseres herrlichen badischen LündchenS in'S Leben gerufen wurde zum Zwecke gegenseitigen BttstehenS, um Hilfe Jenen zu spenden, die von Krankheit heimgesucht werden, um Trost und Beistand dorthin zu tragen, wo die kalte Hand des TodeS den Ernährer geraubt oder die liebende sorgende Mutter der Familie entrissen hat. Wie viel Gutes dieser Verein in der Zeit seiner Existenz gewirkt hat, beweist die folgende genaue Zusammenstellung: Am 14.. Dezemter 1834 von 16 kernigen Badenfern in dem damaligen , von unserem Freunde Sueß geführten Badischen Hof" in'S Leben gerufen hat der kleine Verein schon vom ersten Jahre an unter seinen Mitgliedern Gutes gewirkt; derselbe bat im Laufe der 20 Jahre - nicht weniger wie $4265 an Krankenunlerstützung ausbezahlt, sür bedürftige Wittwen und Waisen wurden S130 verausgabt und bei Todesfüllen sind $1270 an die Hinterbliebenen überwiesen worden. Die Vereins Statuten wurden im Laufe der Jahre den Verhältnissen entsprechend umgearbeitet, und bezahlt der Verein sür den Termin von sechs Monaten Krankenunterstützung im Betrage von $5 per Woche. Beim Adleben eines Mitgliedes werden $100, und

beim Tode der Gattin eines Mitgliedes $35 aus der Kasse den Hinterbliebenen zugewiesen. Heute besitzt dieser Verein ein Baarvermögen im Betrage von $3500, wovon $3350 zinstragend angelegt sind. Diese Zahlen, meine Freunde, sollen Ihnen beweisen, daß dieser Verein seinen Pflichten völlig nachgekommen ist, und daß hier auf vernünftige, sparsame und gerechte Art gewirthschaftet wird. Wir haben es hier immer uns zur Aufgabe gemacht, unserer gestellten' Aufgabe treu zu sein und in jeder Beziehung unsere Schuldigkeit zu thun, und keine Pflicht ist in den zwanzig Jahren an unS herangetreten, der wtr aus dem Wege gegangen wären. Obgleich hier nur geborene Badenser oder Söhne solcher als Mitglieder aufgenommen werden können, so haben wir doch nie die Idee aus unseren Augen gehen lassen, daß wir vor Allem Abkömmlinge jener großen deutschen Na tion sind, und unS als solche Pflichten obliegen, die wir dem neuen Vater lande schulden. Keine Bewegung, an der das Deutschthum der Stadt betheiligt war, gab eS hier, an der wir nicht theilgenommen haben, und wir waren immer dabei, wenn es galt, für das Deutschthum einzutreten. In diesem Sinne wollen wir weiter fortfahren, wir wollen unS gegenseitig helfen, wenn wir der Hilfe bedürftig sind, wir wollen treu einander beigehen, zum Schutze unserselbst und unserer Familien und wollen jene Pflichten üben, die uns als gute Bürger zustehen. Wir wollen die Liebe zum alten' Vaterlande und besonders zu unserem schönen ' Baden, der Perle Deutschlands, aufrecht erhalten, wir wollen hier jene Sprache pflegen, die die Mutter unS gelehrt hat und wir wollen unS bemühen jene herrlichen Gaben, die wir als Heimathserbe hierhergebracht haben, nach bestem Können zu verbreiten. Sie alle werden mit mir übereinstimmen, wenn wir heute unserem Jubilare, dem badischen Unterftützungsverein zu seinem Wiegenfeste unsere bestgemeinten Wünsche ent gegenbringen, und ich will schließen mit den Worten: Lange lebe der badische Unter-stützungs-Verein, er möge gedeihen und kräftig bleiben zum Wohle seiner Glieder, zur Ehre jener, die ihn gegründet." Rauschender Beifall wurde dem Redner für seine kernige Ansprache zu Theil. Nachdem derselbe sich gelegt hatte, erschien Trustee Charles Gackstetter auf der Bühne und Überreichte dem Präsi denten in Anerkennung seiner langjäh' rigen Verdienste um den Verein einen prachtvollen, goldbeknopften Stock mit der Widmung: Zur Erinnerung an das 20jährige Stiftungsfest -John B. Weindel Vom Badischen UnterstützungS'Verein. " Seit vielen Jahren umschlingt ein Band der Freundschaft den Verein der Badenser und den Indianapolis Liederkranz. Kein Wunder daher, wenn die Sänger, einer freundlichen Einladung, activ an der 20jährigen Jubiläumsfeier theilzunehmen, bereitwilligst nachkamen. Dirigent Riegnir rief und Alle, Alle kamen.' In der That haben die wackeren Sänger vom Liederkranz zu dem außerordentlichen Erfolge des 20. Stiftungsfestes des Badischen Vereins sehr viel beigetragen. 1 Sie brachten zunächst das ftimmungSvolle Lied DaS ist der Tag des Herrn" zum Vortrag und als Dreingabe hierauf das anmuthige 'S Herz". Später erfreuten sie noch die ZuHörer mit dem Vortrag des reizen den LiedeS Mütterlein" und zum Schlüsse versetzten sie die Zuhörer, die ihren Liedern nur zu gerne lauschten, mit dem humoristischen Quodlibet O Wanderlust" in eine heitere Stimmung. Die Sänger waren Prächtig bei Stimme und -daher gelang ihnen gestern Abend auch die von ihnen vorgetragenen Lieder ganz brillant. Aber mit diesen Kunstgenüssen sollte eS noch nicht sein Bewenden haben.

Frl. Irma Förster, welche im Besitze einer melodiösen Sopranftimme ist, die sich namentlich in. den tieferen Lagen voll ausspricht, erfreute die ZuHörer durch den Vortrag der Lieder Frühling und Liebe" und An eine Schwalbe". Der ihr gezollte Beifall war ein wohlverdienter. Wohl selten aber ist einer in noch sehr jugendlichem Alter stehenden Sän gerin ein solch' herzlicher spontaner Beifall zu Theil geworden, als gestern Abend dem Frl. Olga Gackstetter. Sie nennt einen Sopran, der in den hohen Lagen so klar, so rein, so melo diöS und einschmeichelnd klingt, ihr Eigen. Zum Vortrage brachte sie Abt's herrlicheComposition O Schwarzwald, o Heimath", und sie hätte keine bessere Auswahl treffen können. ES lag Seele, ein warmes Empfinden in ihrem Vortrage! Beide Damen wurden von Herrn Carl Riegner in temperamentvoller Weise accompagnirt. Herr Frank Wörner aber überreichte den Damen mit unnachahmlicher Grazie prachtvolle BouquetS. Einen durchschlagenden Erfolg errang Herr Jacob Schulmcyer" wieder mit seinem tiefempfundenen Vortrag des LiedeS Das Grab aus der Haide". Er bot den Zuhörern, wie schon so ost, eine echt ungetrübte künstlerische Leistung, die von denselben auch dankbar anerkannt wurde. Herr Wm. Gehring, Hofkomiker von Mannheim, bemühte fich, das Publikum durch seine künstlerischen Vortrüge in vergnügte Stimmung zu versetzen. Nachdem das Conzert einen so außerordentlich erfolgreichen Verlauf genommen hatte, wurde noch manch Stünd chen fröhlich das Tanzbein geschwungen. In den Annalen deS Badischm Untergützungs Vereins aber wird sein 20. Stistungsfest jedenfalls mit goldenen Lettern verzeichnet stehen. Dasselbe war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Jugendliche Straken - Banditen in Saft.

Albert Schill, ein jugendlich Angestellter eines Geschäftes an der Wafhington Str., wurde am Abend, als er von einem Botengange zurückkehrend, durch die Alleh hinter dem Claypool Hotel ging, von einer Anzahl Straßenjungen angehalten, die ihm Tabak abforderten. Der Knabe beantwortete dahin, daß er denselben nicht gebrauche, worauf dann einzelne der Burschen ibm mit Messern zu Leibe rückten. Albert Schill erhielt eine tiefe Stichwunde in den Rücken und befindet fich in. ärztlicher Behandlung. Später wurden JameS Smith und Harry Elliott, zwei Farbige und Will RogerS, ein Weißer, als mit dieser Affaire in Verbindung stehend, verhaftet. Heute früh verhafteten die Detektive Löwe und DeRogett noch Roy Carter, Leonard Jones, Willie Smith und Jimmie Smith, alle wurden unter Kleindiebstahlöanklage angeschrieben. Gegen Leonard JoneS wurde außerdem noch die Anklage des thätlichen Angriffs mit tödtlicher Abficht erhoben. Die Detektive Löwe und DeRoffett, denen die Sache zur Untersuchung übergeben war, begaben fich, nachdem sie die drei Genannten verhastet hatten, wieder nach der Alley zurück, um dort weitere Nachforschungen zu halten und sahen dann, wie zwei junge Burschen einen alten Mann niederschlugen und ins Dunkel zu ziehen versuchten. Sofort eilten die Detektivs herbei und verbasteten dann John Gordon, 22 Jahre, 231 College Ave. und ThoS. GainS. 31 Jahre. 640 Virgiuia Ave., als die Angreifer und John JoneS 53 Jahre. Nord Illinois Str., den Angegriffenen und sandten alle Drei nach der Station. Die beiden Erstgenannten sind der Polizei bekannte Charaktere. - j T a S w e l !, 3. Dez. , Der Brand des Treglewerks der Südbahn bei Tas well hatte einige ernste BetriebSbemmnisse im Gefolge. Durchgehende Nachtzöge wurden gar keine abgelassen und die Passagier Erpreßzüge verließen LouiSville über die Geluse der TexaS Linie und gingen über EvanSville und Princeton. Lokale' Fracht und Passagierzüge gingen fahrplanmäßig, doch mußten die Passagiere und Frach. ten bei dem abgebranntenTreftle iranSportirt werden.. Eine Force von Arbelkern ist seit dem Brande ununterbrochen thätig gewesen, die Reparaturarbeiten zu vollenden. Der Lahrer Hwre::v Ootc sowie der NeaeuSburßsr Maben 5?aleud.er für 1805 find durc) unfsre Ofsies s:: beziehn.

Arbeit für die Großgefchvorenen.

Frank Montieth und Clifford Glaß, wurden vom Polizeigerichte an die Großeschworenen übercciesen. Montieth bekannte sich schuldig und sagte aus. daß nur er allein den Eisenbahn wagen erbrach und die Patentmedizin, von der er sich berauschte, stahl. Den Rest vergrub er' in der Nähe der Geleise. Glaß behauptete, nichts von der ganzen Sache zu wissen. Richter Whallon jedoch stellte ihn unter $500 Bürgschaft, während Montieth'S Bürgschaft auf $1000 festgesetzt wurde. Nachdem er im Polizeigericht sein Vorverhör bestanden, wurde gestern Fred. Hines unter Anklage deS Einbruchs und DiebstahlS an die Großge fchworenen überbunden und unter $1000 Bürgschaft gestellt. HineS wurde vom Sergeanten Paulfell an der South Str. und den I. M. & I. Geleisen verhaftet, als er mit einer Kiste gerollten Hafer auf der Schulter die Straße entlang ging. HineS' Advokat bat den Ankläger seinem Klienten zu erlauben, fich deS Kleindiebstahls schuldig zu bekennen und eine Arbeitshausstrafe zu erhalten; sein Gesuch jedoch wurde abgewiesen. Äle trinkfesteste" Stad: in Deutschland dürfte das nordschleswigsche Städtchen Tondern sein. Es übertrifft alle süddeutschen Städte, die. sich rühmten." die relativ größte Zahl von Wirthschaften zu besitzen, aber sich begnügen mußten, mehr all 100 Köpfe auf jede Kneipe zu rechnen. Tondern hat dagegen 80 Wirthschaften und Schankstätten bei 4000 Einwohnern. Alt und jung eingerechnet, besteht somit für jedes halbe Hundert der Einwohnerschaft ein Wirthshaus. Durch einen HirsÄ getobte t. In Banbuch, PreußischSchlesien, wurde eine 70jährige Frau von einem Rothhirsch angefallen, aufgespießt und so zugerichtet, daß sie bald darauf starb. Von zu Hilfe eilenden Männern wurde einer am Oberschenkel und an der Brust von dem wüthenden Tbiere swr verlent. Der alte st e Mann der Erde zu sein, behauptet Thomas Harte, ein Insasse des Arbeitshauses zu Leed, England. Ueber feinem Haupte sind, wie er versichert, bereits 132 Lenze dahingezogen. ' Grundeigeuthums Uebertragungen.

Joseph Baker an Vincinzo Pecka, ein Theil deS südwestlichen Viertels der Section 26, Township 15, Range 2, 13 Acker in Decatur Tshp. $1333.30. L orenz Schmidt an Barbara Erhart, ein Theil deS südwestlichen Viertels der Section 24', Tshp. 16, Range 3, 1 Acker in Center Tshp. $129.40. Margaret Corhan an Ella Ray, Lots 5 und 6 von Block 2 in Omen's Park Grove Addition, 80 bei 130 Fuß, verbessert, Südseite der 25. Straße, Westlich von Sugar Grove Avenue. $1600. Jeannette S. Gulick u. A. an Michael Derleth, Lot 6, Hansen u. A., Subd. Theil Jeiser, Guarbian's Add. Südseite der Downey. Str. westlich der Kennington. $1,200. William M. Birk an Julius Keller, Lot 9 und Theil 8, Holman'S Add. Westseite der Alabama Str. zwischen 14. und 15. Str. $4,000. Joste B. Boswell an George F. Jullcr, Lot 92, Boswell & Fleming'5 Grandview Add. Ostseite der McPherson Ave. südlich 29. Str. $1.425. Thomas Cooney an Sylvester D. Noel, Lot 3 und Theil 4, Duncan'S Subd.. Außenlots 18 und 23, Südseite der South Str., zwischen Alabama und Delaware Str. $7,500. Arthur V. Brown an H. Frederick Ahlrich, Lot 39, Englewood, ' Westseite Dearborn Str., südlich von Washington. $2000. Mary L. McKay an Rebecca B. Sanders, Lot 26, Reisener's 2. West JndplS. Add., Ostseite McLain, südlich von Morris Str. $1500. Corydon R. Shimer an Charles I. Bell, Lot 6, Powell'S Subd. Fletcher'S 1. Brookfide Aod.. Nords'ite Brookfide Ave., nahe Jupiter Str. $2605.05. . Ahrenö fr PeterS an George B. Me Murray, LotS 342 und 343, Jackson Park, Westseite der Hovcy Str., südlich von 22.' Str. $2000. Mary M. Traylor an Union GuineS, . Lot 24, Graceland Park Addition, Westseite der Ethel Str., südlich von 25. Str. $2200. George F. Kohnle an John E. Fo ler, Lot 3, Block 4, Walker'S Ost Ohio Str. Addition, Südseite der New York Str., östlich von Highland Ave. 03000 - Grundtigenthüm im (H:sanmtwerth von 0271,250.65 wuselte in der verfror?.. r i v. r,r-. .W. MV, V i W ' m