Indiana Tribüne, Volume 28, Number 89, Indianapolis, Marion County, 5 December 1904 — Page 3
JndianQ Tribüne, 3. Dezember 190H
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W. W. Nichardson, A. G. P. A.
Nur karge
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reffen Dorn Kriegsschauplatz ein.
Kronprinz von Italien getaust. Kaiser Wilhelm empfängt kubanischen Gesandten. Paul Krüger auf dem Katafalk.
Unterirdische Gänge. Mulden, 4. Dez. Zusammen hängende unterirdische Anlagen find in der Nachbarschaft von Simchinpu, zwei Meilen westlich von der Bahnstation Shake, construirt worden. Die Russen sind dort in den Stand gesetzt, unbe merkt und in vollster Sicherheit von einer Position zur anderen zu gehen. Im Dorse Tsele stehen die beiderseiti gen Vorposten so nahe an einander, daß die Stimmen der Japaner in den russischen Verschanzungen gehört mxden können. General Rennenkampf's Truppen kämpfen mit vermehrter Ac tivität. Bajonett. Angriff. St. Petersburg, 4. Dez. General Sacharow berichtet, daß eine russische Kundschaflertruppe die bei La matun verschanzten Japaner am Abend angriff und mit dem Bajonett aus ih ren Stellungen vertrieb, sie bis zum Shakefluffe verfolgend. Ueber 25 Ja paner wurden durch Bajonettstiche ge tödtet. Die Ruffen hatten nur geringe Verluste. Japaner auf der Lauer. Washington 4. Dez. Die Japaner beabsichtigen, die russische Ostseeflotte in der Nähe der PescadorInseln aufzuhalten. , Das Staats Departement ist von dem amerikani schen KonsularAgenten in Ehesoo be nachrichtigt worden, daß die Japaner die PeZcador-Jnseln durch 5000 Kulis befestigen lassen. Wahrscheinlich- wird eine japanische Flotte sich dort in Hin terhalt legen. Der russische Botschafter Graf Cassini hat dem Staatsdepartement heute einen formellen Brief überreicht, in welchem in verschleierten Worten dagegen pro testirt wird, daß amerikanische Ärmee und Marine-Offiziere die Resultate des Krieges in einer für Rußland ungün stigen Färbung öffentlich diskutiren. Die Administration hat schon früher ein Verbot erlassen und wird jetzt nichts mehr thun. Ein russischer Eingriff in interne amerikanische Angelegenheiten würde böses Blut machen. Rußland hat in der KischinemAffaire selber das Vorbild für die Behandlung solcher An gelegenheiten geliefert. Italien. KronprinzvonJtalin getauft. R o m t , 4. Dez. Der vor Kur zem geborene Konprinz von Italien ist heute im Quirinal getaust worden. Pierpont Morgan aus gezeichnet. Rom, 4 Dez. - ES wird ossiciell bekannt gemacht, daß der König Herrn Pierpont Morgan daS Großkreuz des Mauritius und LazaruS Ordens ver liehen hat und eine Denkmünze für ihn schlagen lassen wird, die die Rückgabe deS der Eathedrale von AZcoli entwen beten Kleinods versinnbildlicht. " Deutschland. Zur Sache MajestütSbe. l e i d i g u n g Berlin, 4. Dezember. Kaiser Wilhelm'S Beispiel in Sachen des Ma jestätSdeleidigungS Paragraphen und seiner Anwendung auf Trunkene hat in Bayern Nachahmung gefunden. Kurz ehe der PrinzRegent seine Erholung reise antrat, machte man ihn mit dem Falle eines Musikers NamenZ-aver Kreitinger bekannt, der im Rausche in, unanständigster Weise über den Prinz Regenten gesprochen hatte. Kreitinger wurde verhaftet und verhört, jedoch auf speziellen Wunsch des Beleidigten ent lassen. Julius Ribbert ver haftet. DaS Auswärtige Amt hat gleichzeitig Nachricht von der Verhaftung Julius Ribbert'S in Paris und der Bereitwil ligie'lt der französischen Behörden, seine Auslieferung zu bewerkstelligen, Nach richt erhalten. Der ehemalige Hohen limburger Kommerzienrath,' der feine Heimath vor einem halben Jahre bei Nacht und Nebel verließ, nachdem er Veruntreuungen zum Betrage von mehr als zwei Millionen Mark began
Nachrichten
gen hatte, nannte -sich in Paris bald Erland, bald Brende. Trotzdem er sich den Bart hatte abnehmen und daS Haupthaar färben lassen, wurde er von ehehemalige Geschäftsbekanntschaften in einer Opernloge erkannt und sofort beim deutschen Eonful gemeldet. Einweihung der Stepha n u s K i r ch e. In Gegenwart Se. Majestät des Kaisers wird heute, Sonntag, die neue Stephanuskirche auf dem Gesund brunnen eingeweiht. Das neue Got teöhauS erhebt sich an der Ecke der Prinzen'Allee und der Soldiner Str. und ist eine Tochterkirche der Pauls Kirche, bisher der einzigen Kirche auf dem Gesnndbrunnen. EinWortübervonLinde q u i st. Allgemein giebt sich die Ansicht kund, daß Gouverneur Leutwein's Nachfol ger, Generalkonsul von Lindequist, der geeignete Mann sei, um die arg ver knüpften Regierungsfäden in Südwest Afrika zu entwirren. Seit 1894 der Verwaltung der Kolonie zugetheilt, kennt er ihre Verhältnisse aus mehr jähriger Erfahrung und als er später das Generalkonsulat in Kapstadt über. nahm verstand er es, sich in allen Schichten der Bevölkerung derartiges Vertrauen zu erwerben, daß selbst die mit dem deutschen Haß erbllch belaste ten Engländer sich bei ihm in schmier! gen Angelegenheiten Rath holten. Seine Abreise nach dem neuen Wirkungskreis steht baldigst bevor. Keiner des Lorbeers würdig? In pointirter Weise erinnert die Volkszeitung" daran, daß der 10. November 1904 vorübergegangen ist, ohne daß der Kaiser einen deutschen Dichter des Schillerpreises würdig be funden hätte. Nach den neuen kaiser. lichen Bestimmungen hätte der Lorbeer am 10. November 1902 auf ein wür. digeö Haupt gedrückt werden sollen. Der Tag verging, und ebenso sein Bruder von 1903. Nichts geschah und Anfang November d. I. wurde allerlei von begünstigten Musensöhnen ge sprachen, deren Hoffnungen nun zu Wasser geworden sind. Der . Dreschgraf" ist auS. gekniffen. Die Gefahr einer, ärztlichen Unter suchung auf seinen Geisteszustand scheint den .Dreschgrafen" Pueckler veranlaßt zu haben,. der ReichShaupt stadt den Rücken zu kehren. Zur Zeit weilt er in einem kleinen Städtchen Würtembergs an der schweizerischen Grenze,' und leitet von . dort auS das Thun und Lassen seiner Anhänger, die vorgestern schon eine Protest'Versamm lung gegen die Mundtodtmachung ihres Führers veranstalteten. Der Re ferent dieser Versammlung, . ein ge wisscr Weißenborn, behauptete, der Vertreter des Polizeipräsidenten, Ge heimer Regierungsrath von Friedheim, sei ein getaufter Jude, auch der Ge richtShof. der den Grafen für unzu rechnungsfühig erklärte, habe auS Ju den bestanden. Schiller'S T u r anbot" in Rußland. AuS St. Petersburg kommt die Nachricht, daß Schiller'S .Turandot, Prinzessin von. China" in russischer Ueberfetzung-am dortigen Kaiserlichen Refidenztheater mit großem Erfolge über die Bretter ging. Die Auffüh rung hat schon mehrere Wiederholun gen erlebt und soll RepertoirStück werden. HeleneOdilon'ötrau rigesGeschick. Berlin. 4. Dec. Die Entmün digung der einst so hochgefeierten Schauspielerin Helene Odilon wegen fortschreitender Paralyse soll nahe be vorstehen. Angeblich hat sie, wieder holt Selbstmordversuche gemacht. Dem gegenüber erklärt der Chef des Sana toriumS, in welchem die Leidende ge pflegt wird, daß ihr Besinden keines weg) so schlimm sei, wie eS vielfach dargestellt werde. Er deutet auch an, daß die Entmündigung nicht gerecht fertigt sei.
Vor kurzer Zeit derlautete noch auS
Meran, daß Helene Odilon sich auf dem Wege der Besserung befinde. Auch die Sprache kehre wieder zurück, die Pa tientin vermöge schon fast Alles wieder zu sprechen, wenn auch thetlweise nicht ganz deutlich, noch langsam und nicht mühelos. ' Ebenso mache die Be wegungSfreiheit der gelähmten Glied maßen große Fortschritte. Justizminister Ruhst rat gewinnt seinen Prozeß. B'e r l i n , 4. Dez. Der Prozeß des oldenburgischen Justiz und Kultus Ministers .Ruhstrat gegen die Redak teure Biermann und Schweynert vom Refidenzbooten", welche ihn in ihrem Blatte als Hazardspieler hingestellt und sonstige Beschuldigungen gegen ihn er hoben hatten, kam wider Erwarten sehr rasch zum Abschlüsse. Die Ange klagten wurden zu je einem Jahre Ge fängniß verurtheilt. ES gab gleich zu Beginn der Verhandlungen eine Sen sation. Die Anwälte der beiden Ange klagten legten nämlich die Vertheidi gung nieder, und zwar deshalb, weil sie von. den richterlichen Behörden in der Ausübung ibrer Thätigkeit be schränkt und schlecht behandelt worden seien. Auch ihren Klienten sollte übel mit gespielt sein. So' klagte Schweynet über angestrengte Arbeit, die ihm wäh rend der Untersuchungshaft aufge zwungen worden fei, und schlechte Ver pflegung. Außerdem rief eS gewaltige Aufre gung hervor, daß einer der Haupt zeugen gegen den Minister, der Kellner Meyer, welcher nächtlicher Weile aller Hand Lichtscheues beobachtet haben wollte, wegen wissentlichen MeineidS während der Verhandlung verhaftet wurde. Gesandter von Heyking'S Stellung erschüttert. Berlin, 4. Dez. Es verlautet von gutunterrichteter Seite, daß die Stellung des deutschen Gesandten ln Belgrad, Dr. C. greiherrn v. Heyking. Gemahls der Verfasserin der . Briefe, die ihn nicht erreichten", erschüttert sei, weil er seinen politischen Ein fluß am serbischen Hofe allzusehr gegen denjenigen Rußlands aufgeboten habe. Baron in v e r u r t h e i l t. -Dresden. 4. Dez. Hier ist die verwittwete Baronin Helene von Bie dermann. Schmiegertochter des Verstor. denen Generals von Biedermann, we gen Betrugs zu zwei Monaten' Ge fängniß verurtheilt worden. Sie hatte ein sehr flottes Leben geführt, was sie durch Kontrahirung betrügen scher Schulden ermöglichte. Die gerichtliche Verhandlung ent hüllte romanhafte Schicksale. Der Gatte der Baronin starb als Schrift steller in großer Dürftigkeit und er blindet. Der Schwiegervater beging seinerzeit vor ihren Augen Selbstmord, weil er sein ganzes Vermögen verspe kulirt hatte. Husaren Offizier begeht Selbstmord. Berlin, 4. Dezbr. Gewaltiges Aufsehen erregt in weitesten Kreisen das Bekanntwerden der Ursache des Selbstmordes des Leutnants Fritz Dietz vom HusareN'Regiment König Humbert von Italien (1. Kurhessisches) No. 13 in Mainz. Dietz war äußerst solide und allgemein beliebt, und ver gebenS sah man sich nach einem Motiv sür den beklagenSwerthen Akt um. Die lokale Presse verschwieg den Fall, weil ein Oberleutnant deS gleichen Regi mentS den Redactionen auf sein Ehren wort versicherte, daß Dietz sich auS nichtdienstlichen Gründen erschossen habe. Die Aufzeichnungen deS Leutnants Dietz, welche von seinen Angehörigen nach der Beerdigung gefunden wur den, besagen indessen, daß die vernichtende Kritik deS Obersten v. Blumen thal, Commandeurs deS 13. HusarenRegiments, über die von Dietz geführte Abtheilung diesen in den Tod trieb. Der Oberst behandelte den unglücklichen Leutnant auS persönlicher Antipathie auf daS Schlechteste, und wörtlich heißt es in den Aufzeichnungen: Ich kämpfte vier Jahre durch, bis meine Kräfte erlahmten. Ich scheide besser aus dem Leben, als daß eS vor her zum Eklat kommt." Die sofortige Einleitung einer kriegS gerichtlichen Untersuchung gegen Oberst v. Blumenthal gilt als wahrscheinlich. Kaiser Wilhelm empfängt den c u b a n i schen Gesand t e n i n A u d i e n z. Berlin, 4. Dez. Kaiser Wil delm empfing heute den Marquis Mon
toro, den cubanischen Gesandten für Deutschland und Großbritannien, in Audienz. Der Kaiser drückte seine Be wunderung über die ungemein rasche Entwickelung der Insel Cuba seit ihrer Unabhängigkeit aus. Südafrika. Paul Krüger auf dem P a r a d e b e t t. Kapstadt. 4. Dez. Die Leiche des verstorbenen Präsidenten der TranSvaal'Republik ist in dem Hugenotten Memorial Building" auf dem Parade, bett aufgebahrt. lIroße Menschenmengen besichtigen täglich die sterblichen Ueberreste von Paul Krüger. ' Panama. .Demonstration für Kriegssekretär Taft. Panama. 4. Dez. Kriegssekre tär Taft, Präsident Amador und 300 Bewohner von Panama fuhren heute per Dampfer nach Pearl Islands. Eine volksthümliche herzliche Straßen Demonstration wird morgen Abend veranstaltet werden, um die völlige Zustimmung der hiesigen Bevölkerung zu demZ zwischen den Vereinigten Staa ten mit Panama getroffenen Ueber einkommen bezüglich der Controllirung der CanalZone auch äußerlich zu kenn zeichnen. Marrokko. AraberAusschreitungen. Tanger, Marrokko, 4. Dez. Ära ber deS Stammes Beni M'Suar ver suchten am gestrigen Abend den eng lischen Schriftsteller - und Correspon denten der Times" Herrn Halter B. Harris gefangen zu nehmen. Sie um zingelten das Haus, verwundeten die Wache, die Lärm zu machen versuchte und überfielen die Dienerschaft. Har ris aber war nicht zu Haufe. Nacbdem fie das HauS theilweife geplündert hatten zogen die Araber wieder ab. Die Mannschaft des französischen KreuzerS .Kleber" wechselte von der See eine Anzahl Schüsse mit den Arabern. Heute griffen die Araber nochmals die vor Harris' Haus aufgestellten Po
sten an. Einer derselben wurde ge tödtet, den anderen wurden die Gewehre und die Munition abgenommen. Die britische Gesandtschaft benachrich tigte die Rigierung, daß sie dieselbe für alle an dem Hause Harris' ange richteten Schäden verantwortlich halten w erde. Harris wurde einmal im Jahre 1903 in der Nähe von Tanger von Arabern unter Raisuli gefangen ge nommen, der auch im Mai dieses Iah res den Amerikaner PerdicanriS und dessen Stiefsohn Cromwell Varley ge waltsam entführte. Harris wurde damals freigelassen, nachdem einize Anhänger Raisuli's, die sich im Gefängniß zu Tanger be fanden, in Freiheit gesetzt wurden. Oesterreich-Ungarn. Zollkrieg wird vielleicht vermieden. Wien, 4. Dez. Die vielfach ge äußerte Befürchtung, daß der Abbruch der HandelsvertragS-Verhandlungen in Wien, welcher durch die Rückreife deS deutschen Staatssekretärs des Innern, Grafen v. Posadowsky-Wehner, nach Berlin in aller Form kundgethan ist, einen Zollkrieg zwischen Deutschland und OefterreichUngarn herbeiführen würde, wird in hiesigen amtlichen Krei sen nicht getheilt. Eine endliche Cini gung gilt noch nicht als hoffnungslos. UebrigenS waren die deutschen Agra rier Forderungen nicht der einzige Grund deS bisherigen Scheiterns der Verhandlungen. So stellt z. B. der geplante österreichische Tarif unerfüll bare Forderungen betreffs der wichtig sten deutschen Industrie Erzeugnisse, und auch sonst war auf österreichisch ungarischer Seite nicht das wünschens werthe Entgegenkommen vorhanden. Die deutsche Regierung wird aber jedenfalls Alles vermeiden, was einen Zollkrieg verursachen könnte. Jibutil, Französisch Somali. Eine russische Flotte, bestehend auS 13 Kriegs und 9 Transportschiffen, die unter Befehl deS Admirals Völkerfam steht, liegt außerhalb des HafenS vor Anker und nimmt Kohlen ein. Brightsche Krankheit, DuleteS Und NoncikMon der Nieren in einem Vnn In gestellt UNS kuriert, um lucint zu bleiben durch eine tfima ooer zwei von Trare's Valmetto Wine. Sendet Adrette an hf 5rnr 1! Company. Chicago, wenn Ihr eine Proöeflasche
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Die Wahl in Minnesota. Stet zutunstlge Eouvcrncur Johnso d einzige gewählte Demokrat. Seltsamer noch, cl in Massachusetts, wo Präsident Roosevelt mit 82,000 Stimmen Mehrheit über seinen Gegenkandidaten Parker siegte, das Gouverneursamt aber zum ersten Male
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Jvhi! A. Johnson. seit 1892 in die Hände der Temokraten überging, ist-das heurige Wahlergebniß in V!innesota ausgefallen. Der Staat erwählte einen Demokraten, John A. Johnson von St. Peter, zum Gouverneur, für alle anderen Staatsämter aber, sogar für das des Leut-nant-Gouverneurs, Republikaner. Für Roosevelt war die enorme StimmenMehrheit von 125,000 zu verzeichnen, während Johnson seinen republikanischen Gegenkandidaten Dum mit 12.000 Stimmen schlug. In so außerordentlichem Maße wußte Johnson auf seinen Stump"-Reisen durch sein taktvolles Auftreten und sein leutseliges Wesen die Herzen der Wähler zu gewinnen, daß, so schätzt man, mindestens 20 Prozent der republikanischen Wähler ein SpM Ticket," mit Roosevelt als Präsident und Johnson als Gouverneur, abgaben. John A. Johnson, der 1862 als Sohn schwedischer Eltern in St. Peter geboren ward, hat eine sorgenvolle Vergangenheit hinter sich. Mit zwölf Iahren mußte er die Schule verlassen, um seiner Mutter zu helfen, welche die Familie durch Waschen ernährte. Als Johnson 14 Jahre alt war, lag'ihm die Erhaltung' der Familie allein ob, da seine Mutter infolge der jahrelangen schweren Arbeit und Sorge krank geworden. Er arbeitete nacheinander als Grocery-Clerk, beim Eiscnbahnbau, im Droguengeschäft und erwarb 1886 einen halben Antheil des St. Peter Herald," den er seitdem redigirt. Vor seiner ' Nomination zum Gouverneur war Johnson einen Termin Mitglied des Staatssenates. Schmimmkndc Zürchc für Schiffer. Eine BerlinerMerrwürdigkcit Interessanter Umba cincS TampferS. Als eine Merkwürdigkeit Berlins darf die dortige schwimmende Kirche für Schiffer bezeichnet werden.. Diese Kirche, die unlängst von der Berliner Stadtmission eingerichtet wurde, beI ÄMWSjWÄV MRWMWWUW mmmmj mmmmmmm 1 1 1 , s :jL-zp I4- 55?z.H'S r --f tV, r. i--V-, -,-- x&Sri Schwimmende Kirche für Schiffer. steht aus einem alten großen Frachtdampfer, dessen Maschinen herausgenommen wurden Sie liegt gewöhnlich an der sogenannten Schleuscninsel im Landwehrkanal, direkt unier der Stadt-(Hoch-) Bahnstrecke, vor Anker, wird aber nach den verschiedenen Stellen, wo gerade gepredigt wird, hingeschleppt. Durch die schwimmende Kirche soll vielen Schiffern, die nicht gern in die großstädtischen Kirchen gehen. Gelegenheit geboten werden, einem Gottesdienst beizuwohnen. Außen an den Bordseiten roth angestrichen, hat die Kirche inwendig einen saalartigen Raum mit Bänken, der durch Fenster Seitenlicht erhält; an der Hinterfeite befindet sich die Kanzel; ein Harmonium dient zur Begleitung des Kirchengesangs. Die Kirche sucht Sonntags der Reihe nach die Orte in Berlin und Umgebung auf, wo die Schiffer zahlreicher zusammenkommen. Sie faßt etwa 100 Personen und hat außer dem Versammlung?räum, noch einen Lese- und einen Erfrischungsraum. ' Früher sonnte man als eine Art Mittelpunkt für das Berliner Schifferleben die kleine charakteristische Stralauer Kirche auf der Landspitze im Osten des Ortes betrachten. Hier werden noch heute die Schifferkinder eingesegnet, und früher verehrte man' da die dem Schif-fer-und Fischergewerbe bestimmten Heiligen. Erwähnung verdient noch die Thaisache, daß die Berlin beruh-.-renden zahlreichen Kanäle und Flußläufe im -Jahre von etwa 130.000 Schiffern befahren werden.
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