Indiana Tribüne, Volume 28, Number 88, Indianapolis, Marion County, 3 December 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, L. Dezember
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t. Stt iFststta N ÜVü UML UU l tt chlchLeim 4-4-n j 4-1- . 4 - .1 1. K a Z? i t e l. er Notar Doktor Rehlin war ein Mann der Neuzeit, der das Behagen eines schön einaerichteten Arbeitszimn'.ers aus rein persönlichen' Gründen, nicht etwa nur in Rücksicht aus die Geschäfte zu würdigen verstand. In dem großen dreifenstrigen Raum saß er heute an seinem Schreibtisch und ihm gegenüber ein Herr in mittleren Jahren, der mit Befriedigung in jedem Zuge eben einige Papiere in seine Ledertasche' legte und im Begriff stand. sich zu verabschieden. Ganz gewöhnheitsgemäß blickte der vielbeschäftigte Notar schon nach der nächst vorliegenden Arbeit, die ein Schreiber ihm vorhin auf den Tisch gelegi unmittelbar neben einen offenen Brief von DamenHand; und dieser weckte plötzlich in Doktor Rehlin einen andern Gedankengang. Er blickte lebhaft auf der Klient bot ihm eben dankend die Hand, um sich zu verabschieden. Gagen Si: doch. Her? Waldner, kennen Sie in Ihrer Gegend das Gut Beuren? Allerdings, Herr Doktor, es gehört meinem Nachbar, dem Oberst Altmann; er hat es vor zehn Jahren etwa gekauft, der Glückspilz, und macht jetzt einen kolossalen Profit daran, denn der Kanal und die Elektrizitätswerke müssen den Fluß und ziemlich viel Grund und Boden haben, und wie man sagt, reflektirt die Regierung auf das übrige Terrain zu militärischen Bauten. Ja, der kann lachen!" In den Augen d:s Auskunftgebers lag dabei dic neugierigste Frage; sie auszusprechen zögerte er aber, und unterdeß sprach Doktor Rehlin schon weiter: Ter Oberst hatte meiner Mutter Schwester zur Frau, die übrigens lange schon todt ist; irgend welcher verwandtschaftlicher Verkehr hat feit Jahren nicht bestanden, ich habe da aber heute früh einen Brief gelesen, den meine Kousine Eva an meine Mutter geschrieben" Herr Waldner sah sehr überrascht aus. und da würde ich Ihnen doch für einige Auskunft dankbar sein," schloß Rehlin. , Bitte, fragen Sie, Herr Doktor. Ich bin erstaunt, daß Frau von Sobotka sie gilt für geisteskrank " Unmöglich? Der Brief dort ist vollkommen klar und logisch. Aber ich erinnere micht, gehört zu haben, das heißt vor Jahren, daß sie an tiefster Melancholie leide. Wie gesagt, wir hörten nichts von Vater und Tochter, und ich mache mir heute Vorwürfe, mich um die Blutsverwandte nie gekümmert zu haben." Sie soll Schweres " Ja, sie hat Schlimmes erlebt. Der Alte hat viel Schuld daran, meiner Mutter Einmischung wies er schroff zurück, daher die Entfremdung zwischen uns und ihm." Da thäten Sie vielleicht ein gutes Werk, wenn Sie in Beuren mal nach dem Rechten sähen, Herr Doktor. Der Oberst nehmen Sie meine Offenheit nicht übel pflegt tiefer in's Glas zu gucken, als ihm und der Wirthschaft gut that 's herrscht da ein schauderHaftes Chaos, sage ich Ihnen. Die Haushälterin. Frau Triebe, regiert den alten Herrn, regiert das Haus und alles, was darin ist. Der Verkehr mit der Nachbarschaft hat schon lange aufgehört, wir sind eben ein schwerlebiges. nüchternes Volk dort. Denn Es wird ja immer allerlei geklatscht und aus dem Sandkorn ein Elephant gemacht, aber was man so hört von den Zuständen dort! Und wie gesagt gar zu lange wird der Alte es wohl nicht . mehr machen. Da thäten Sie in Ihrer Frau Kousine Interesse vielleicht gut. Ich weiß nicht, was daran ist, aber es hieß, die Triebe solle für ihre Lebens zeit als die Vormünderin der Unglück lichen Tochter bestellt sein. Und was da sonst noch alles passirt! Man redet viel von Erbschleichern, von einem Testament, worin sie mehr als glänzend bedacht sei. Was daran ist, weiß ich nicht." Doktor Rehlin war sehr ernst gewor den, seine Züge hatten sich gespannt. d:e Augen einen energischen Blick ge Wonnen. Da war aber doch ein Kind, ein Knabe?" murmelte er. .Davon hat man freilich gehört, da mals. als der Oberst Mutter und Kind zurückbrachte. Später war es irgendwo ausgethan ; eine Geisteskranke ist ja auch keine richtige Erzieherin," meinte Shtxx Waldner. aber ich glaube nicht, daß in den letzten Jahren Jemand es aefeben bat. " .Nun der Knabe könnte ja auch georben fein." Doktor Rehlin wurde aanz blaß. Er machte sich selbst scüwere Vorwürfe. . Sein Klient empfahl sich, nachdem er noch für etwaige weitere briefliche . , , , Auskunft stcy veren eiliarie.
N .T..T. Xx r -- K It W N 23. o m et tt Von L. H a i d h e i n ö n n u n ö n daö Zimmer verlassen, naynl der Notar den offenen Brief auf und las ihn noch einmal sorgfältig. Die Handschrift war kritzelig und unsicher, aber er Inhalt trotz einer gewissen Ueberfchwenglichkeit durchaus klar: Meine liebe Tante Maria! Ich weiß nicht, ob Du noch lebst, und Du hast mich doch recht lieb gehabt. Meine lange Krankheit ist vorüber, ich denke viel an Dich, Du warst immer so lieb und gut zu mir. Jetzt bin ich so allein und verlassen, daß ich den Hilfeschrei nicht mehr zurückhalten kann. Glaube mir nur, daß ich so elend bin, wie nur jemals ein Weib, und hole mich doch zu Dir, sonst machen sie noch eine Wahnsinnige aus mir. Meines Vaters böser Geist zwingt ihn, er hat keinen andern Willen.' Ich kann Dir nicht schreiben, wie es ist, aber ich habe mir jedes Wort in diesem Briefe überlegt und meine es so. Ich bin nicht unzurechnungsfähig, liebsteTante, obwohl sie mich ansehen, als wäre ich es. Meine Pflegerin Dilte ist allein gut zu mir, die müßt Ihr besser belohnen, als ich es kann, denn sie geben mir keinen Pfennig in die Hanke. Haoe Erbarmen mit mir. Gott sei mir anädig, wenn Du todt bist und dieser Brief dem schlechten Weibe in die Hände fällt. Komme, Tante Maria, komme zu Deiner unglücklichen Nichte Eva von Sobotka. XL. Ich habe seinen Pfennig Neiscgeld, Du darfst mir auch keins schicken, das Weib würde es erfahren." Mit dem offenen Schreiben in der Hand verließ der Notar sein Zimmer, die wartenden Klienten mußten sich in der Schreibstube gedulden, bis sein Gehllfe und Vertreter kam. Er stieg die breite, teppichbclegte Treppe hinan in den ersten Stock, schritt über den Vorplatz und öffnete die Thür zu dem kleinen, sonnigen Gemach, m welchem seine Mutter Morgens ihre behagliche Frühstücksstunde abzuhalten pflegte. Es war leer; er ging weiter durch zwei andere hübsche Räume, dann sah er sie in der offenen Schlafkammerthür und im Hintergrunde ihre Minna eifrig an emem gronen Koffer beschäftigt, während Agnes, seine verwaiste Nichte, das einzige Krnd seines Bruders, ihr allerlei Wäschestücke hinreichte. Erstaunt blickte er auf diese Geschäftigkeit. Du hast Evas Brief gelesen, Hans?" fragte die Mutter, eine große, wohlkonservirte Sechzigerin von lebhaftem, energischem Aussehen. Und dann setzte sie sofort hinzu: Ich will zu ihr, das unglückliche Kind soll nicht vergebens rufen. Und hinauswerfen wird mich der liebe Schwager nicht, dafür laß mich sorgen. Es macht mir ja zudem nichts aus, meine Karlsbader Kur ein paar Wochen hinauszuschieben!" So willst Du Minna und Agnes gleich mitnehmen?" fragte er, ohne einen Einwand zu machen. Wir sind ja in Beuren zur Hälfte Weges. Und wenn ich die Eva gleich auch mitnehmen könnte, so wär's am Ende das beste. Sie muß dann eben vorläufig mit uns in Karlsbad bleiben, das läßt sich nicht ändern." Der Sohn lachte. Alles fir und fertig in Deinem Kopfe. Du bist eine ganz wundervolle Frau, Mamachen so eine gibl's auch nur einmal, wie kannst Du Dich wundein, daß ich keine Dir ähnliche fand?" Na, wer weiß, Onkel, auch Deine Stunde schlägt vielleicht!" rief die Nichte aus der offenen Kammer herüber. Sie war ein schlank und biegfam gewachsenes, hübsches Mädchen hübsch, weil der Zauber der frischesten Jugend auf ihr lag. Aus ihren braunen Augen blitzte der Schelm, sie kam im Tanzschritt auf den Onkel zu und lachte ihn an. Mach, daß Du fertig wirst, Agnes!" rief die Großmama, und rede nicht wie ein kleiner Gelbschnabel mit Deinem würdigen Onkel. Komm, Doktor, wir wollen die Reiseroute aufschreiben, ich brauche auch noch Geld, mit dem Nachmittagszuge fahren wir bis Leipzig." Damit zog die Frau Präsidentin ihren Sohn fort, der wirklich verlegen geworden war und erleichtert aufathmete. Unterdeß faß in der Schreibstube beim Buchhalter ein Mensch in fadenscheinigem Anzüge und wartete auf die Rückkehr des Notars, oder die Ankunft seines Vertreters. Ich habe nur ein paar Fragen zu thun," hatte er schon zweimal ungeduldia gesagt. Da kommt der Herr Referendar, vielleicht w-nden Sie sich an den ' meinte der Buchhalter, auf einen ra schen Schri.t horchend, der von der Straße heraufklang. Weiß denn der Bescheid in allen Rechtsfragen?" wandte der Klient ar gerlich ein. Nun natürlich! Examen Numerc Eins. Vertritt den Herrn $oit öfters in den Sprechstunden."
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Im Nebenzimmer, dem des Notars gegenüber, hallte der Schritt des Eintretenden. Wollen Sie?" fragte der BuchHalter. Gleich darauf saß der Fadenscheinige dem jugendlichen Juristen gegenüber. Sie wünschen?" Einige Auskunft in einem Rechtsfalle." Bitte!" Erbt ein Vater von seinem vor ihm sterbenden Kinde?"
t Aber der Großvater lebt noch, er ist der Besitzer des Vermögens." Dann hat also der Enkel überhaupt noch nichts? Oder etwa von der Mutter?" Die Mutter ist die Tochter des Großvaters." Bitte, mehr Klarheit! Lebt die Mutter, oder hat sie dem Kinde irgendwelches ihr eigenes Vermögen hinterlassen? Sie könnte ja von ihrer Mutter her solches besitzen." Die Eltern leben beide, aber in freiwilliger Trennung. Der Vater der Frau ist reich; sie soll irrsinnig oder gemüthskrank sein ihr Kind gestorben." Mit einem ,soll sein' kommen wir überhaupt nicht weiter. Die Frau istj wenn keine andere testamentarische Verfügung vorliegt, als einziges Kind ihres Vaters Erbin." Aber wenn sie unzurechnungsfähig ist?" So wird ihr ein Kurator gesetzt." Aber wenn nun das Kind noch leben würde?" So beerbt es die Mutter nach deren Tode, falls, wie 'gesagt, keine andere Verfügung getroffen ist." Hat der Vater ein Recht auf die Erziehung des Kindes?" Zweifellos! Das' heißt natürlich, wenn gegen ihn nichts vorliegt, was ihn dazu unwürdig oder unfähig machte." Was macht ihn unwürdig?" Das festzustellen liegt dem zuständigen Gerichte ob; gerichtliche Aberkennung der Ehre erwiesener Leichtsinn, Verschwendung, Trunksucht" Kann er der Kurator der irrsinnigen Frau werden?" Von der er getrennt lebte? Das kommt doch , auch sehr auf die Gründe der Trennung und die Auffassung des Gerichts an." Aber nicht wahr, über das Vermögen der Frau hat der Gatte Verfügungsrecht?" Sofern nicht etwa die Gütergemeinschaft ausgeschlossen ist." Auch wenn er lange von ihr getrennt lebte, bleibt dieses Recht unverkürzt, Herr Referendar?" Als Regel, ja. Indeß Sie werden begreifen, daß die zuständige Behörde für die irrsinnige Frau eintreten und eme gewisse Ueberwachung ausüben wird." Der Frager erhob sich und ging, er schien von der erhaltenen Auskunft nicht sonderlich befriedigt. In einem Wirthshause geringerer Art nahe dem Thore hatte er Quartier genommen, zusammen mit einem Freunde und Reisebegleiter. So nannte er den Gefährten wenigsiens, als er den Wirth heute begrüßte, wiewohl es dem letzteren gestern Abend nicht entgangen sein konnte, daß die Freundschaft" zwischen ihnen bitteren Streit nicht ausschloß, den sie in einer dem Manne unverständlichen Sprache Englisch war es jedenfalls mcht, das hatte er am Klänge geHort führten. nrfc , wi nun, Herr Amrty, wo t mein Freund? Ich rieth ihm zu einem Spaziergang," hatte er bei feiner Rückkehr von Doktor Rehlin gefragt. Habe den Herrn nicht gesehen, Herr Benatschek, wird wohl noch im Bett liegen, sieht schlecht genug aus," lautete die Antwort. So war es auch. In der sehr mäßigen Kammer, nach hinten hinaus, die sie bewohnten, lag em hagerer Mensch im vollen Anzug "auf dem Bett. Das ursprünglich angenehme, fein geschnittene Gesicht sah blaß und verfallen aus, um den Kopf hing wirres, leicht gelocktes dunkles Haar, und ein dunkler Schnurrbart bedeckte die Oberlippe. Er sprang empor, als sein Gefährte eintrat, taumelte aber und hielt sich am Tisch. Diese verwünschte Influenza! Matt wie 'ne Fliege!" murmelte er entschuldigend. Benatschek sah ihn forschend, nicht ohne Besorgniß an, klingelte und bestellte bei dem eilig erscheinenden Kellner eine Tasse gute Bouillon und ein Ei -l-dann zwei Gläser Portwein. Was fällt Dir ein? Hast Du Geld gefunden?" fragte verwundert und mißfällig der Leidende. Das leider nicht, mein lieber Donat, aber Du brauchst vorläufig Pflege, Du mußt so schnell Du kannst gesund werden." Aber wovon bezahlen? Du weißt?" Ich habe Dir gesagt: vertraue mir, folge mir! Und nun will ich, daß Du blindlings mir gehorchst, denn laß Dir's wiederholen, mein guter Rath wird uns goldene Früchte tragen. Ich war bei einem Rechtsanwalt; die Auskünfte, die ich erhielt, bestätigen alle meine Voraussetzungen." Jawohl!" fuhr der andere plötzlich wüthend auf. Jawohl, ich bin Dein lieber Donat, Dein Freund und Bruder, wenn ich thue, was Du willst, das beißt, wenn ich Dich in ein warmes Nest setze und allein die Zeche bezahle. Meinst Du etwa, ich sei noch so einfältig. Dir auf's Wrt zu glauben, wie
ich es drüben that? Ein hundertfacher scr.t . ; r. jr x . rr
vjjci l?ar van. icg rnicg von Ant ,ln Entreprise' nehmen ließ, mein sicheres Brot aufgab." Als Klavierstimmer! Der Freiherr Donat." Gut es war kein glänzendes Leben. aber mir schien. Du theiltest damals dieses bescheidene Stück Brot gern genug' mit mir, Du Faulenzer! MMch. mein Xüwtl M Hab's nie geleugnet, daß ich nur arbeite, wenn ch durchaus muß. Aber daß tm dann mehr leiste, als mancher andere, das leuanest Du doch wohl nicht? War damals, wie schon öfter mit meinem Leoensschisslem auf den Sand gerathen; denn wahr ist's ich bin nicht 'für die Arbeit geboren und bequeme mich nur im äußersten Nothfall dazu. Aber für Deme Gastsreunoschaft hab' ick, rntcb revanchirt durch meine Ideen, meinen Rath, und glücklicherweise für uns Beide war Dein Kopf hell genug, einzusehen, daß Du nur zu wollen brauchtest. um aus der Misere zu kommen. Gut, Du wolltest; Du vertrautest Dich meiner Fuhrung an, wir machten zu (Leide, was wir hatten. Donat Sobotka lachte höhnisch. Der andere verbesserte sich gelassen: Ra also was Du hattest. Du sollst den Ruhm der Finanzirung unseres Unternehmens ia auch voll behalten, wenn Du mir nur das Verdienst der 5!dee nicht bestreiten willst." Der Aufwärter brachte die Bouillon. das Ei und die zwei Gläser Portwein. Dadurch wurde das Dortgefecht abgebrochen. - Schaudernd und fröstelnd hatte der Leidende sich über die heiße Bouillon hergemacht, gierig trank er und fühlte sich sehr erquickt. Als er dann auf freundschaftliches Zureden Benatscheks hin auch das Ei genossen ur.d endlich den Portwein getrunken, änderte sich seine Stimmung völlig. Du bist ein guter Kerl, Leo, ich danke Dir. Ah, wie das mir wohlgethan hat!" sagte er in einem ganz andern Ton. Siehst Du nun! Du hast Dich dort in diesem infamen Mähren furchtbar erkältet, dazu kam die Enttäuschung. Kein Wunder! Der Herr Schwiegerpapa fort lange Jahre schon fort, kein Mensch weiß, wohin? Das Gut verkauft die Frau im Irrenhaus; der Henker hole solche Enttäuschungen. Ich kann Dir sagen, mir war eben so hundemäßig zu Muthe. Man kommt tausend Meilen weit aus Arkansas. opfert Zeit und Geld in Mengen und steht nach all den Strapazen müde und in greulicher Katerstimmung in einer völlig fremd gewordenen Welt, wo die Leute einen anglotzen, als ob sie nie Menschen gesehen hätten. Ganz schauderhaft!" Ra ein Pläsier war's freilich nicht, sich erzählen lassen zu müssen, wie der Lump von Schwiegersohn mit der Qperettensangerin Ich danke mir klingen die Ohren noch davon!" Und derselbe Mensch, der krank und verbittert, eben noch muthlos und energielos da gelegen, lachte jetzt laut und leichtfertia und schien sich aar nickt unaern jener lebenslustigen Reisebegleiterin zu erinnern. Siehst Du, so gefällst Du mir besser! Und nun das Gluck, das ich hatte. von dem alten Pfarrer die jetzige Adresse unseres eher pere m bekommen ! Ja das machen die guten Ideen! Mit dem. was hier drinnen in diesem Schädel sitzt, bin ich noch nie verloren gewesen. Und nun höre: wir haben gerade noch so viel Geld, daß wir das Wölkenkuckucksheim erreichen, in welchem Deines Schwiegervaters jetziges Gut liegt der gesetzeskundige jung? Mann hat mir, trotz allerlei Wenn und Aber neuen Muth eingeflößt, und wenn Du jetzt der richtige Meiifch bist, meine Pläne auszuführen, so münt' es mit dem Kuckuck zuaeben. wenn wir nickt Nur eins muß ich sicher wissen, hast Du Kourage?" T(di würde an Deiner Stelle ebr licher fragen: hast Du die Frechheit? Aber gut, ich habe sie! Ich fühle mich wieder stark, und der Mann, der ich war. So kann's nicht fortgehen! 2. K a p i t e l. uf dem Bahnhof.von D. wartete m der Restauration die alte Dame mit ihrer Enkelin und Dienerin auf den bestellten Miethswagen und nahm mit den Beioen inzwischen em etwas verspätetes Mittagessen ein. Der Wirth bediente sie selbst, mit Hilfe eines Piccolo, dem er väterliche Anweisungen ertheilte, während er der alten Dame, brennende Neugier in Blick und Miene, Rede stand! Es war ja ein Ereigniß, daß Rei sende nach dem Rittergut Beuren wollten, und gar feine Damen, zu diesem verrückten alten Trunkenbold und sei ner verrückten Tochter, ganz zu schwei gen von der tollen Wirthschaft dort, von welcher die ganze Provinz voll war. Und die alte Dame mit der vornehmen Sicherheit im Wesen und Mienen fragte wie ein Kriminalrichter, als ob sie das größte Recht dazu hatte. ' (Fortsetzung folgt.) Es ist scharf darauf zu eben, da die Speisen stets rund lich mit den Zähnen zerkleinert werden, wenn man sich mcht die schwersten Ma generkrankungen zuziehen will. Es ist demnach nicht Eitelkeit, sondern ein Ge bot der Klugheit, die verlorenen Zähne durch künstliche zu ersetzen. Ebenso ist vor vem Genusse zu kalter oder zu hei ßer Speisen zu warnen.
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Für die Küche.
Gefüllte Nudeln ode? .Maultasch.en". Von 1 Pfund Mehl, 1' Eiern und etwas Salz wird ein Nudelteig, gemacht und daraus fei ne Nudelkuchen ausgerollt. Dann berettet man folgende Fülle: Muchbroke werden eingeweicht, ausgedrückt und verrührt; dann giebt man gehackte Fleischreste, Schinken oder Bratwurstfülle dazu. Zwiebel wird hineingehackt und m Butter gedampft. Dazu kommt: Salz. Muskatnuß, Petersilie und so viele Eier, daß es eine glatte Masse giebt. Diese wird stark messerruckendlck auf die Nudelkuchen gestnchen, die man dann zusammenrollt, in viereckige Stücke schneidet und inSalz Wasser eine Viertelstunde kocht. Schließlich übergießt man sie mit Butter und gerostetem Weckmehl. Suppenfleischreste in W ü r fe l n. In Butter brät man feingewiegte Zwiebeln dunkelgelb, 1 Löffelchen Mehl dazu, Fleischbrühe oder Wasser mit Fleischextrakt und etwas Essig. Wenn die Sauce ordentlich durchgekocht hat. kömmt das in Würsel geschnittene Fleisch dazu und kocht noch einmal eben mit auf. Mit gebackenen Eiern umlegt, gibt es eine schöne Schüssel. Schwarze Suppe. 1 2 rothe Rüben lRothe Beete) kocht man nach recht vorsichtigem Schälen, damit nichts von dem rothen Safte verloren geht, in reichlich drei Quart Wasser. Wenn sie weich sind, werden sie fein gehackt und mit etwas Zwiebel, englisch Gewürz, Pfeffer und ein wenig Zucker in die Brühe zurückgethan, aufgekocht und die Suppe mit einer dunklen Mehlschwitze gebunden. ' Man kann neben derselben auch noch feinen Gries in diefer Suppe kochen, man thut aber besser, nur in Butter geröstete Semmelcroutons dazu zu reichen. Ein einfacher guter Kuchen. Eine große Tasse Zucker wird mit Butter von Eigröße rahmig gerührt, nach und nach 3 ganze Eier zugefügt, und 1 Tasse Rosinen oder Eorinthen. 2 Tassen Mehl siebt man mit 1 Theelöffel Backpulver, rührt dies, wie eine knappe Tasse Milch und 1 Theelöffel Vanilla hinzu und backt den Kuchen in einer Form. Kalbsschnitzel mitRahm. (Pester Recept.) Man klopft schöne, fingerdick geschnittene Schnitzel mit dem Messerrücken, salzt sie während des Klopfens, bestreut sie dann von beiden Seiten mit gestoßenem Ingwer, kehrt dieselben zuerst in zerlassener Butter, sodann in feinen Semmelbrösein um und legt sie schließlich in eine flache, gut mit Butter bestrichene Kasserole. Während man sie nun auf beiden Seiten schön bräunlich braten läßt, müssen sie sorgsam mit gutem Rahm begossen werden (immer je 'einen Eßlöffel voll Rahm mit etwas feingeschnittener Citronenschale vermischt). Zuletzt wird etwas Rindsuppe darangegeben und ein wenig Citronesaft hineingedrückt. Ueber die angerichteten Schnitzel wird diese kurze Sauce passirt. Pfirsich -Creme. 12 reife Pfirsiche werden halbirt, geschält und die Kerne entfernt. Man läßt die Frucht kochen, bis sie weich ist, streicht sie dann durch ein feines Sieb und läßt sie erkalten, nachdem man mit dem Brei ein halbes Pfund Zucker und acht Blatt Gelatine vermischt hat. Wenn die Frucht ganz erkaltet ist, vermengt man die Masse Mit 1 Quart Schlagsahne und läßt sie auf Eis erstarren. Weiße Kohlrüben mit ?nqwer und Kümmel. Die in Streifen geschnittenen Kohlrüben werden in Wasser einige Male aufgekocht. dann gießt man das Wasser ab, fügt dünne Fleischbrühe dazu, laßt die Ruben darin langsam weich dämpfen, würzt mit Kochkümmel, Salz und etwas gestoßenem Ingwer, und verdickt das Gemüse zuletzt mit einer hellen Mehleinbrenne. Blumenkohlauflauf im Fleischrand. Einen Süppenteller voll Fleisch-. oder Bratenreste, etwas Rindsnierenfett, Pfund Schinken oder Pökelfleisch hackt man fein, vermischt dies mit zwei zerriebenen, hartgekochtenEidottern, zwei ganzen frischen Eiern, einer eingeweichten und wieder ausgedrückten Semmel, Salz, fein gehackten Kräutern und Pfeffer zu einer glatten Farce und bildet davon einen Rand in einer flachen Auflaufform. Unterdessen hat man einen mittelgroßen Kopf Blumenkohl in Salzwasser gar gekocht, schneidet den Stengel ab und legt den Kopf, mit den Blumen nach unten, in die Mitte der Form. Dann dünstet man etwas Mehl in Butter gar, verkocht dies mit etwas von . der Blumenkohlbrühe und ' einem Löffel Milch, würzt mit Pfeffer, etwas geriebenem Käse und zehn Tropfen Maggiwürze, zieht die Sauce mit einem Eigelb ab, gießt sie über den Blumenkohlkopf und den Fleischrand, streut geriebene Semmel darüber und läßt daS Gericht 20 Mi. nuten in der heißen Bratröhre backen. Rostbraten mit Sardell e n. Die gehörig geklopften Rostbratenscheiben werken mit feingehackten entgräteten Sardellen und fein gehackter Petersilie Gestrichen und jede Scheibe so zusammengeschlagen, daß dicse Mischung die Füllung bildet, dann mit dem Messerrücken etwas geklopft, tn Mehl gewendet und in steigender Butter auf beiden Seiten gebraten.
Kuer - Signale.
i Pnmft?lv nd Varkt l Engliss' Op-Hl ! Esst und NV Fork f Noble und Michigan ? N. Jerjey u. Stoff 9U i Pme und North n Market irnfc Pine 1 Vermont nahe Gast - Nq. 8 Spritzenhaus Mafs. Ave nahe N"bk ,8 Demwan und Malnut ,4 . Jersey u eentral A. 6 Vlaff. und Cornell Lv Alb uib 11. ,tt träfet 7 Vark 3U und 12 Str Columbia undHillstd . High land Tve u. Pratt ;l JllinoiK und St. Jo 4 Pennshlv. und Pratt 4 Meridian und 11. St? 5!o.5Epr!tz!haul5. nahe Jllino .6 Senate Ävu.StCIair Illinois und Viichigan : Te tshlvanta und 14. Senate Lve. und l. l No. 1 EvritznchauZ Jno SvenaheMichiga Ncridia und Salnnt 4 California u Vermont lake und New $ovt ' Ind. Av.U.Lt,eiatr vr City Hospital 'S Bülke und Norty Michigan und LZmA il No. 6 Sprlderchau Washington nahe Wch t Gsendorf u Wash. 43 Missouri u New Fort tö Vleridian u Wash JllmoU und Ohi, Cepitol v. u Wash Autaan' PorkhauS '.9 Straßenbahn Etäll SB. Washington Ctt No. 10 Epritzenhau Jllinoiö u Werrill i Jllinoi u Louisiana 54 West und South 54 West und VcTartY Senate Lve. u Henry 57 Meridian und Rah No. 4 Spritzenhaus adison Av. u MorriS 55 Vtadiion Zlv.uDunlop tt No Haken Leiterhaut South nahe Tlavar tt Penn. rill 23 Delawsre u. WcLarU U Va?nd VcS New Jersey u. errM vr Lirg. Lv. u radfha Eaft und Prospekt , e Bikg und High Sfo. 11 Cpritzmhaui r Ave. nahe Huro ft Eaft und Georgia tt Eedar und CI ' Davidson u Georgia '5 English Av.u Pine ' Shelby und Bäte "8 Cpritzenhaug Prosvect nahe Shelby 9 Jletcher Av. u Shelby il Market .New Jersey Delaware und Wash. Sast u Washwgton U New Dork u. Davids 36 Taubstummen Anstalt :;3 er. Staaten LrsmÄ i7 Orient! und Wasy. Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 2 Meridian u. keoraia. Meridian und South n Pennsyl) u. Louiftana 45 Virgini Ave u. Llab. ) Hauptquartier. 7 Grand Hotel. 3 Capital Zbt vaCb Dhl 23 No. 1 Spritznchau 16. und Ash. 2 t Alabama und 16. 25 Zentral Ave und lt. 26 FandeS und 15. 27 Vrookside und J4it 23 Central Ave und 17. 29 Delaware und 19. Zl Llabmna und 11 5 Bellefontawe und V, 34 College Av und . T5 Delaware und 13. 39 Alabama und Nerth n Netrmann und 19. 38 College Ave und 14. 19 Cornell Ave und 13. 41 DandeS un! 19. 42 Highland Ave und io. 43 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und 22. 4 Alvord Und 17. 7 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 1. 43 College Ave und 8. 9 College Slve und 27. b2Park Ave und S2. 63 L S u. W Bahn U. 22. 54 Ramsey Ave und 10. 55 Ctoughton u Newman 67 und Pik 58 Blohd und PaZvvaw. 6 No. 21 Spritzenhaus Lrighrwood 2 Arden und Depot .63 Brightwood und 25. 64 Slural und Slohd 5 St. Clair u. Zkeyston 67 Arsenal Ave un 83. 08 ellefontain uni 8. 169 Park Ave ttd 1. 212 vital 20 nd IT. X13 PmnM u.5RNZSL 214 JllinoiS nd 20. 215 Senate ve und 21. 116 Pmnsvlvania und 21 217 Meridian nn 16. 819 Capital Ave und t 219 Broadtvay und 10. 231 Illinois und ZcLe . 854 Ns. 14 Spritzenhaus Senwood und 30. 5 Jllinoi und u. 36 Annette, und 30 237 No. 9. Spritzenhaus Udell und Rade? 23g UdeU Ladder WorS 23S Jsabel und 27. 841 Meridian und 84. 24, IllinoiS u St.CW 245 Eldridge und 23. 812 West uud Walnut 313 West und 12. 814 Howard und 1& 815 Torbet und Paca 816 Capital Lve nd Ib 817 Northwestern Ave u 31 S Gent nd 18. 819 Csliul und 10, 8H Serealine WorkS 324 Vermont und Lvnn 825 BiSmarcku Srande 326 No. 2 Spritzenhau , Haughville. 827 Wichiga u. Helmes, 823 V! ichig an u. Concorfc 141 West und VcJnthtt 412 Missouri u. arykm 413 Missouri und s)hio 415 Capital Lve'. 4uxga 416 Mffouri u entucktzS. 417 Senats Ave u. Wash. 121 P und S NundauS SB. Washington. ' 423 Irren-Hospital. 424 Vliley lve u. 3 2 n& 425 Wash und Harr" 426 No. 18 Spritzenhmch W. Washington 427 Olkver und Lirch 423 Olwer und OSgood 429 Nordhke und Dork 431 Hadley Ave u. MorrtS 432 River Ave u. Vtaxil 454 River Lve und Sdtz 435 Harbins u. Bist 489 436 Harding und OLdeS 437 No. 19 Cpritzmh? MorriS nd axfeta tt3ascacäl 49 ockyae 451 SleiSner end 2c 458 Howard uud 453 orr nd app S Lsntert ud ßtes 457 NsrdySe SU b. s? on Worts 61 West ad 9U 613 KentuSv Ztx u. RcttH 5l. -ridia und Ronil 61 JLinoU nv ftatcsa 017 MomS und ticteta 518 MorriS und Ehurch 61? Capital SS. tt VkZcan 821 Meridian und Palme? 523 Pine und Lord 624 V!adisor.Aveu LiniS 2 Meridian und Veit RS 27 CarloS und Ray 828 Meridian und Ach 2 Vridia u. Slavond 831 Meridian u. 832 No. 17 Spritzend 5uZ Morris nahe iöeft 618 McLnaanund DouH. 613 Cast u. Lincoln ist 14 East und Beecher ii Wright uns 6obafl 617 McCarty und Leaty 418 New Jersey fr T18 Spruce uns Prospeel ra Englisl) Ave. . Launi 714 Etat Aveu. teil R? 715 Shelby td Leecha 71 State Ave und OranK 718 Orange und Laurel 712 S-Helby u. fcdap SV 721 L?xinzton A.u ÄstaQ 728 Fletchcr Avu.Sr 724 State Ave u. PleasmS 7 Prospctt und leasant 16 Orange und Harla? 723 Liberty und Vea 729 Nole und SUth 81 No. 15 SpriMhauS Oft Washington 318 Market und Noble 14 Chio u. Highland AV 815 Michigan tt. Highlan 816 Market Arsenal A 817 -DU S. Clair und Union ahn Geleise. j 821 Pan Handle Shop 82 Vermont uns WakoU 824 Wash. und State 825 Mav'xn'S Loung S?S TuSer und Toiley S27 Wash. und eviS Wh . 829 No.18 SpÄtzenhauS BdnE nahe Michiga, 831 Southeafier Woodside. 832 82a7h. und Dearbor, 884 Eoutheastern vi Arsen! AveS. 885 New D ork xud Demyi, 812 JllinoiS nd $L 813 JlKnoiS nd Rar. Slt' Penn, nd B&ft 815 Delaware rd Spezial. Signale. trsten 8 Schlage, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alan, Dritten Schläge, viert War. i--i, Feuer aus und Schlauch aufgervJ. Schläge, Wasserdruck ab. i Schlüge, 1 Uhr Mittags. Die Zo bezeichneten Signale tverde ra do Thür acht angegeben da an den betreffende Stnche Zreuiuns keine SlarnillSen at?t1t3 ä. FeiertagsNaten. Ein und ein Drittel Fahrpreis für die Rundfahrt nach allen Punkten in dem Gebiet der Central Passagier Association. Fahrkarten werden verkauft am 24., 23., 26. und 31. Dezember 190t und am 1. und 2. Januar 1903. Gültig für die Rückfahrt bis 4. Januar inklusive. Für nähere Einzelnheiten wende man sich an die Agenten der C. H. & D. Bahn oder an D. P. Algeo, D. P. Agent, 8 Nord Illinois Srr. Indianapolis, Ind.
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