Indiana Tribüne, Volume 28, Number 88, Indianapolis, Marion County, 3 December 1904 — Page 3

Jndianü Tribüne, S. Dezember

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Den 203 Meter Hügel den Siegern zu entreißen.

Graf Stcrnberg unter schwerer Anklage. Vom deutschen Reichstags.

Amerikanische Geistliche m Rom. Das serbische Cabinct dankt ab.

Ost.Asien. Erfolglose Bemühungen der Russen, den 203 M e ter Hügel wieder zu . nehmen. Tokio, 2. Dez. Die Russen ver. uchten den 203 Meter Hügel wieder zu nehmen. Mit einer starken Macht griffen sie die japanischen Stellungen an, wurden jedoch mit schweren Ver usten zurückgeschlagen. Aus der Thatsache, daß die Russen ihre Stellungen zwischen den Bergen Liaoti und Mantai äußerst stark be eftigen. schließt man. daß sie hier ihren etzten Stand zu machen gedenken. Viele russische Offiziere gefallen und verwundet. T o t i o, 2. Dez. Das kaiserliche Hauptquartier meldet, daß 17 Offiziere getödtet und 64 im Felde verwundet worden seien. Da der Platz nicht an gegeben wird, nimmt man an, daß dieser starke Verlust an Osfizieren vor Port Arthur sich ereignete. Stimmung in St. Petersbürg. St. Petersburg, 2. Dez. Die offizielle Bestätigung, daß die Japaner den 203 Meter Hügel erobert haben und daß die Russen nicht im Stande waren, denselben zurück zugewinnen, veranlaßt daS ttriegsministerium, sich auf daS Unabänderliche vorzubereiten. Obwohl der Golden und der Liaoti Hügel höher sind, als der 203 Meter Hügel, erklären doch die hiesigen mili tärischen Kreise, daß, falls die Japa. ner im Stande wären, schwere Geschütze aus dem Letzteren aufzupflanzen, es nur eine Frage der Zeit sein könnte, wenn die Festung fallen würden Unter den Freunden des Generals Skoessel besteht die feste Ansicht, daß derselbe sich niemals ergeben würde, selbst wenn ihm dies befohlen würde. Möglicherweise würde der Kaiser die Uebergabe anordnen, um nicht noch den letzten Rest der so überaus tapferen Besatzung opfern zu müssen, jedoch wird von Denen, die General Stösse! genau kennen, geglaubt, daß er seine Drohung wahr machen wird, auSzu halten, bis der letzte Mann getödtet und die lete Patrone in Port Arthur verschossen sei. Aus zuverlässiger Quelle wird ge meldet, daß die im Hafen liegenden russischen Kriegsschiffe nicht im Stande seien, durch die einschließende japanische Flotte durchzubrechen. . Die an Bord befindlichen Kanonen seien schon lange an Land gebracht worden und die Marinesoldaten unter stützen die Festnng in ihrem Verthei digungSkriege an Land. Ein Theil der Schiffe sei außerdem durch die japanischen Geschosse schwer beschädigt. Sollte die Festung fallen, dann werden die Schiffe außerhalb deS Hafens zum Sinken gebracht werden. damit sie niemals in feindliche Dienste gestellt werden können. Verschiedene Zeitung? agiteren da für, daß das Geschwader des Admirals RojestvenSky durch das deS schwarzen Meeres verstärkt wird. Würde dies geschehen, dann würde ein Sieg deS Admirals RojestvenSky über den Ad miral Togo unzweifelhaft fein. Starker Geschützdonner wird vernommen. Mulden, 2. Dez. Von 2:30 Uhr heute Nachmittag bis spät heute Abend wurde em so heftiger Kanonen donner an der südwestlichen Front der Russen vernommen, wie er seit langer Zeit nicht gehört wurde. Russische Kriegsschiffe .gesichtet. JnselPerim.2. Dez. Heute Nachmittag um 3 Uhr wurden 20 rus. fische Kriegsschiffe gesichtet, die in der Richtung nach Jibutil, Franz. So mali fuhren. Russen t r e i b e n I a p a n e r z u r ü 3. S t. Petersburg, 2. Dez. Von Mulden wird berichtet, daß General Rennenkampf'S Truppen am 30. November die Japaner aus ihren neuen Stellungen, südlich von Tsinkhetchen, gedrängt haben. Da? Gefecht war

Versuche

kurz aber heftig. Die Japaner verbrannten in 3 Dörfern ihresümmtlichen Proviant Vorräthe und zogen sich, hart verfolgt von Cossacken, bis zu Taitfe Flusse zurück. Der japanische Verlust beträgt 50 Todte und 100 Verwundete. Die Cossacken zerstörten eine japanische Telegravhen Linie und besetzten das Dorf Suidun, 1 Meilen südöstlich von Tsinkhetchen. Russische Kriegsschiffe gesichtet. Insel P e r i m , Straße von Babelmandeb. 2. Dez. Vier russische Kriegsschiffe passirten um 2 Uhr, in südlicher Richtung fahrend, die Insel Perim. Russischer Kreuzer nimmt Kohlen in Tan gier ein. Tangier, Marocco, 2. Dez. Der russische Hülfskreuzer Rion und 2 Torpedoboot Zerstörer langten hier an und nahmen Kohlen ein. ' Vom Helden S t ö s f e l. Berlin, 2. Dez. Als Mitte die. feö Monats der russische Torpedoboot Zerstörer Rastoropny" seine verwegene Fahrt von Port Arthur nach Ehe Foo ausgesührt hatte und dann gesprengt wurde, um ihn nicht in die Hände der Japaner fallen zu lassen, hieß es gleich. er habe Depeschen General StösselS, deS Vertheidigers von Port Arthur, an den Zaren überbracht. Diese Depeschen sollten sich verhältnißmäßig gün stig über den Stand der Vertheidigung äußern. Ich erfahre aber heute aus vorzüglich unterrichteter Quelle, daß General Stössel damals eine Nachricht an den Zaren gelangen ließ, die wegen ihrer graphischen Kürze und ihres Inhalts gleich bemerkenswerth ist. Der tapfere Vertheidiger Port Arthurs depeschirte nach St. Petersburg: Werde so lange aushalten, als die Munition reicht. Bin aber bald damit zu Ende." Japan beschwert sich. Madrid, 2. Dez. Japan be schwerte sich heute officiell bei der spa nischen Regierung, daß es Schiffen des 2. russischen Pacisic-Geschwaders ge stattet worden sei, Kohlen und Lebens Mittel in Vigo,' Spanien, einzunehmen. Der japanische Gesandte giebt zu, daß er in letzter Zeit auf diplomatischem Wege Vorstellungen in dieser Ange legenheit gemacht und die Antwort Spaniens seiner Regierung übermittelt habe. Amerikanische Unterseeboote bestanden Probe fahrt. St. Petersburg. 2. Dez. Zwei amerikanische unterseeische Boote haben eine sehr erfolgreiche Probefahrt in Cronstadt bestanden und werden so fort nach Wladiwoftock versandt werden. Russische Division fährt in derRichtungnach Aden ab. Insel Perim, 2. Dez. Die russische Division hielt sich eine Stunde an der afrikanischen Küste auf, wechselte dann ihren Kurs und fuhr in der Rich tung nach Aden ab. Rußland offiziell der. st ä n d i g t. St. Petersburg, 2. Dez. Rußland wurde heute offiziell davon verständigt, daß RearAdmiral Davis zum Vertreter der Ver. Staaten in der Nordsee Commission ernannt wor den ist. Nußland. Geheimes Gerichtsver. fahren gegen die Mör der v. P l e h v e'S. St. Peterburg, 2. Dez. Die Gerichtsverhandlungen gegenSasoneffe, der den Ministern deS Innern von Plehve im vergangenen Juli ermordete, und seirien Mithelfer Sissorifsky werden am 13. Dezember beginnen. Die Ver Handlungen werben bei geschlossenen Thüren und geheim geführt werden. Die Gefangenen dürfen Niemanden als ihren Anwalt und den öffentlichen An klüger sehen. Eine Ausnahme wurde mit Safoneff's Vater gemacht.

Deutschland.

Korvettenkapitän Erwin S ch a e f e r . Berlin, 2. Dez. In Kiel ist Korvettenkapitän Erwin Schaefer, wel cher von 1902 bis zum Juni 1904 MarineMtache der deutschen Botschaft in Washington war, aus dem Leben geschieden. Schaefer war in Washing ton durch den Korvettenkapitän Heb binghaus . ersetzt und hier der Marine station der Ostsee zugetheilt woeden. Er gehörte der deutschen Marine seit dem 20. April 1832 an. Gegen Redakteur Bier m ä n n. V e r l i n, 2. Dez. In Oldenburg beginnen morgen vier gerichtliche Ver Handlungen gegen den Redakteur Bier mann vom Residenzboten", welcher die bekannten schweren Anklagen gegen den Justiz und Kultusminister Ruh ftrat, der verbotenen Spielen gestöhnt haben soll, erhoben hat. Man ist auf den Ausgang der Prozesse allgemein gespannt. Fünfzigstes Jubiläum. Berlin, 2. Dez. Das Herrenhaus des preußischen Landtags konnte heute das fünfzigste Jubiläum seiner ersten Sitzung begehen, an welches Er eigniß die Blätter erinnern und dessen auch in der Tagung der Körperschaft gedacht wurde. DeS Verrathes beschuldigt. Berlin, 2. Dez. In Jena ist nun auch der Schwager des am 23. Nov. verhafteten Mechaniker Meibuhr unter dem Verdachte des Verraths militärischer Geheimnisse verhaftet worden. Wie ich Ihnen damals kabelte, wurde Mei buhr, der Werkführer der Zeiß'fchen Fabrik, auf die Anklage des HochverrathS in Arrest genommen. Er wird beschuldigt, Geheimnisse über Gegenstünde der Marine an eine ausländische Macht verrathen zu haben. Wahrscheinlich wächst sich die Affaire zu einem großen Skandal aus. Beschluß des deutschen Reichstags. Berlin, 2. Dez. Der Reichstag nahm nach zweitägiger Debatte einen Beschluß an, die Regierung um Ein führung einer Vorlage zu ersuchen, um die mittleren Geschäftsklassen gegen große Capitalsanhäufungen im Klein Handel zu schützen. Durch - den Beschluß wird eine größere Ausdehnung des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb angestrebt, wie auch eine Regulirung der Ausver käufe. Außerdem soll den vielen schwinde! haften Anzeigen ein Ende gemacht wer den. Die Resolution wendet sich ebenfalls gegen die üblen Folzen, die, so oft bei Käufen mit Abschlagszahlungen be merkt werden. Prinz Friedrich von Hohenzollern . M ü n äst n , Bayern, 2. Dezbr. Prinz Friedrich von Hohenzollern, der jüngere Bruder deS Königs Karl von Rumänien iss bier aeftorben. Er - i wurde im Jahre 1843 geboren und bekleidete den Rang eines Generals in der preußischen Cavallerie. Oesterreich'Ungarn. Unter schwerer Anklage. Berlin, 2. Dez. In Wien hat die ehrenräthliche Vorverhandlung ge gen die vom ReichSrathS.Abgeordneten Grafen Sternbero) schwer beschuldigten Generale v. Steinitz und Graf Wel serSheimb mit der vollständigen Reha bilitirung Beider geendet. Wie be rlcktet. batte Graf Sternbera eine Broschüre veröffentlicht, in welcher ge gen die genannten Generale ernste An klagen erhoben wurden. Infolge der Publikation hatte dann Kaiser Franz Josef ein ehrengerichtlicheS Verfahren einleiten lassen. Der Kriegsminister v.. Pitreich hat jetzt auf Grund des Ergebnisses der Vorverhandlung, einen Cirkular-Erlaß ausgegeben, welcher besagt, Graf Sternberg sei eine Persönlichkeit,' auf deren Aeußerungen vom militärischen Standpunkte aus keinerlei Veranlag ung vorliege, zu reagiren. . Graf Peter Kaprift f. Wien, 2. Dez. Der russische Ge. sandte Graf Peter Kaprist verstarb in Folge eine! Schlaganfalles. Italien. Rear. Admiral Watson in Rom. Rom, 2. Dezbr. Der pensionirte RearAdmiral der . Marine der Ver. Staaten John C. Watson, kam hier

von Paris an, um sich eingehenden

tudien der italienischen Armee und Marine zu widmen. Amerikanische Geistliche in Rom. R o m. 2. Dez. Mehrere Delegaionen der amerikanischen Geistlichkeit ind hier angelangt, um die Vereinig, en Staaten beim Jubiläum der Un befleckten Empfüngniß" zu prüfen tiren. Vater Murphy empfing die New Jorker Delegation bestehend aus Hilfsbischof Cusak, Monsignore M. I. Lavell. John Kearney und Vater Jsior Meister und L. B. EverS fo wie Monsignor Swift und I. L. Reilly und Vater O'Brien von Albany in Neapel. Der Papst wird die Herren am Samstag empfangen. Italienische Abgeordnete i n t e r p e l l i r e n. Rom, 2. Dez.' In der Deputir tenkammer interpellirten die Abgeordneten Brunialti und Brazilai die Regierung bezüglich der kürzlich in JnnSbrück, Oesterreich, stattgefundenen, ge gen Italien gerichteten, feindlichen Kundgebungen. Der Minister des Auswärtigen, Tittoni, beantwortete die Interpellation, indem er fein tief steS Bedauern über die Vorgänge ausdrückte. Der Minister betonte, daß nach internationalem Rechte die ita lienische Regierung sich nicht in die internationalen Affairen eineS Landes einmischen könne. Zum Schlüsse be merkte er, daß die Behörden in Jnnsdruck alle erforderlichen Maßnahmen, die zur Schlichtung der Streitigkeiten nothwendig waren, ergriffen hätten. Dasselbe hätte die Centralregierung in Wien gethün. Serbien. DaS serbische Cabinet zurückgetreten. Belgrad, 2. Dezbr. Das serbische Minifter-Cabinet ist zurückgetreten. Uneinigkeit zwischen den Ministern bezüglich des Bauens neuer Eisenbahnen soll die Veranlassung gegeben haben. DaS Cabinet constitutionirte sich im Februar deS Jahres 1903 unter Premier Druyes. Das Alte stürzt. Kleider-Reinigung mit der Maschine Unter gang der Kleiderbürste. Der guten, alten Kleiderbürste, an die sich die Neuerungssucht bisher nicht herangewagt hat, scheint nun doch der Untergang zu drohen. Wenigstens dort, wo sie intensivere Anwendung findet, wie in Hotels, Pensionen u. s. w., wo erne größere Menge von Kiel dern in einer kurzen Zeitspanne gerei nigt werden muß. In einem großen Hotel im Westen Londons wurde dieser Tage die maschinelle Reinigung der Kleider der Hotelgäste versucht und dieser Versuch fiel im Hinblick auf die Zeitdauer und Gründlichkeit der Operation so sehr zu Ungunsten der mit der Hand betriebenen Bürst: aus, daß sich mehrere andere Hotels veranlaßt fanden, die neue Kleiderreinigungsmaschine in ihren Etablissements gleichfalls einzuführen Die maschinelle Reinigung der Kleider beruht auf demselben Prmzip. wie die maschinelle Reinigung von Möbeln und Teppichen, die schon seit einiger Zeit in verschiedenen Großstädten geübt wird. Der Staub und alle sonstigen Unreinlichkeiten wie Straßenfchmutz u. s. w. werden mittelst eines Exhaustors aus den Kleidern gesogen. Die Kleiderreinigungsmaschine ist mit einem kleinen elektrischen Motor verbunden, der die Saugarbeit verrichtet, und in dem erwähnten Londoner Hotel im Souterrain untergebracht ist. Der Hausknecht, oder wie er nun wohl heißen wird, der Kleider-Mechaniker" oder Garderobe-Jngenieur" steht in einem Raume, an dessen Wänden an numerirten Haken die Kleider der Passagiere aufgehängt sind. Ein Druck auf einen elektrischen Taster setzt die ReinigungsMaschine in Gang, und der Operateur, der eine Saugvorrichtung in Händen halt, streicht nun damit langsam über die Röcke, Hosen, Westen u. j. w., die binnen Kurzem gründlich gereinigt sind. Der aus den Kleidern gesogene Schmutz und Staub wird durch einen Schlauch in einen trommelartigen Behälter spedirt und von dort entleert. Die größten Blätter sind die der Jnaj-Palme, die an den Ufern des Amazonenstroms heimisch ist. Sie erreichen eine Länge von 30 bis zu 60 Fuß und haben eine Breite von 10 bis 15 Fuß. Drake's Palmetto Wme. Eine freie Probefiasche wird jedem Leser die er Zeitung kostenlos zugesandt, der an cbroni chen Magenbescdwerden, Blähungen, Ver tovwnq. Katarrb der Schlelmbäute. ttonaestion der Leder oder der Nieren oder Entzündung der Blase leidet. Eine Dosis per Tag gibt so fortige Linderung kuriert absolut, baut duS Nervensvstem auf und fchafft einen größeren, reineren und reicheren Vorrat an Blut. ' Fünsilndsiebzig Cents kostet in Apotheken eine grobe Flasche, die gewöhnliche Tollargröße. aber jeder Leser dieser Zeitung, der Medizin gebraucht, erhält eine Probeflasche Drake's Palmetto Wine kostenfrei, wenn er an die Trake ormula Companv. Trale Buildwg, Chicago, ll., darum schreibt.

Virtuosen im Alterthum. Werthschättung der Musik zu Ende des tiot schen Kaiserreiches. Die Musik galt während der Blüthezeit der republikanischen Staatsverfassung im alten Rom nicht viel. Noch Cornelius Nepos war der Ansicht, daß die Beschäftigung mit der Musik für einen Mann in hervorragender Stellung unpassend ser. Gegen das Ende der Republik und mit Errichtung des Kaiserthums aber änderte sich dieses Verhältniß. Je mehr griechische Lebensauffassung und griechischer Lebensgenuß in die römische Gesellschaft eindrangen, desto mehr wuchs die Werthschätzung der Musik und der mit ihr verwandten Künste. Jetzt wurden die höchsten Staatsbeamten und die Kaiser eifrige Musiklicöhaber und diesem Musikenthusiasmus entsprang dann wieder die Ausbildung eines regelrechten Virtuosenthums, das mit demjenigen der neueren Zeit viele ausfallende Uebereinstimmungen aufweist. An der Spitze der römischen Virtuosen standen die Zitharöden, Kunst-

er, die ihren Gesang auf der Zither, einem harfenartigen Instrument, begleiteten.. Mit ihnen wetteiferten Sänger, die theils dramatische, arienähnliche Gesangsstücke, theils lyrische in Form von Hymnen vortrugen. Daneben traten Flötenspieler auf. die die Längsflöte nach Art der je.wgen Oboe oder die Doppelflöte bliesen, und später auch . Virtuosen auf der Wasserorgel. Ihnen schlössen sich Pantomimen an, die die von Gesangschören vorgetragenen Weisen szenisch darstellten. Mitunter wurden auch Zither und Flöte zum selbsdständigen Zusammenspiel oder zur Begleitung des Gesanges miteinander verbunden. Wie Paris heute für Frankreich, Berlin für Deutschland, über die Aufnähme eines Künstlers entscheidet, so gab Rom den Ausschlag nicht nur für Italien, sondern auch für Griechenland und Kleinasien. Aus allen Theilen der damaligen Kulturwelt strömten darum die Virtuosen nach Rom, um sich hier Anerkennung zu erringen. Die beste Gelegenheit hierzu boten die Musikfeste, denn auch sie kannte schon das kaiserliche Rom. Die vom Kaiser -Domitian im Jahre 8 eingerichteten Musikfeste wurden alle vier Sommer abgehalten. Domitian ließ eigens für diese kapitolinischen Musikfeste ein prachtvolles, bedecktes Theater, das Odeum, erbauen, das gegen 10.000 Personen faßte. Der ' Zitharöde, Sänger und Flötenspieler, der hier durch einen Kranz von Eichenlaub, den der Kaiser selbst nach dem Spruch der Preisrichter austheilte, als Sieger ausgezeichnet wurde, war zum Künstler ersten Ranges erklärt. Jetzt war für ihn die Bahn frei, und. er konnte nun, des Erfolges sicher, seine Tournee durch die italienischen, griechischen und kleinasiatischen Städte antreten. Derartige Rundreisen unternahmen die hervorragenden Virtuosen regelmäßig. Also auch , hierin ist die Gegenwart nicht neu. Durch die Errichtung vonBildsäulen, die Verleihung des Bürgerrechts und andere Auszeichnunaen bekundeten ibnen die Musik-

enthustasten ihre Verehrung. Aber auch an klingendem Lohn fehlte es nicht. Schon in mittleren Städten erhielten berühmte Zitharöden für ihr Auftreten 500 bis 3000 Mark. Wie heutzutage, so konnte sich auch damals schon die Frauenwelt in der schwärmerischen Verehrung ihrer Lieblinge nicht genug thun. Reiche und vornehme Frauen erwarben die Jnstrumente berühmter Zitharöden um einen hohen Preis, sie betrachteten die Stäbchen, mit denen die Künstler die Saiten geschlagen hatten, als kostbare Andenken, auf die sie Küsse drückten. Eine Dame aus einem der edelsten Häuser, eine Zeitgenossin des Dichters Juvenal, suchte durch ein feierliches Opfer zu erforschen, ob der von ihr vergötterte Zitharöde bei dem nächsten Müsikfcst den Kranz erhalten werde. Eine andere verheirathete Frau wartete sogar dem Künstler Stephanio in Knabentracht und mit kurzgeschorenem Haar auf. Wer hat sie? Der idyllisch am Harz gelegene Ort Vreitungen, der vom großen Verkehr und Getriebe der Welt noch nicht angekränkelt ist, hat sich manches aus der guten, alten Zeit" herübergerettet, das recht praktisch ist. .Unlängst durchwanderte gravitätischen Schrittes der Gemeindediener die Ortsstraße; von Jung-Brcitungen" gefolgt, rührte er in gemessenen Abständen die Gemeindeklinge! und rief dann in mächtigem Baß die Worte aus: Derjenige, welcher gegenwärtig die Gemeinde-Klistier-Spntze :m Besitze hat, wird dringend ersucht, sie sofort dem Ortsschulzen zu überbringen." Es war nämlich von der Gemeinde für vorkommende Fälle" ein solches, anscheinend für viele Krankheiten nützliches Instrument angeschafft worden. Der dermalige Inhaber, der es sich beim Ortsschulzen geborgt, hatte es nicht' wieder abgeliefert, .und der Schulze benutzte nun den für ihn nicht ungewöhnlichen Weg des Ausklingelns, um .wieder zum Gemeinde-Eigenthun. zu kommen. . ! D i e Ruinen einer Stadt, die vor etwa 3000 Jahren bewohnt war, sind in den Anden, 250 Meilen von Arauco, Chile, aufgefunden worden. Es wurden auch Skelette gefun- -den, die den Beweis liefern, .daß die damaligen Menschen größer von Statur waren, als jetzt.

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