Indiana Tribüne, Volume 28, Number 87, Indianapolis, Marion County, 2 December 1904 — Page 5

Jndiana Trivüno, 2. Dezember ijmit

KshlM

OOO o o o preise geliefert von A. B. MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits .'. $7.50 Pocabontas Lumv... . .... 5.25 Smokeleß Lump ... 5-23 Ohio Cannel Lump 5.25 Ohio Cannel Egg. 5.25 Kanawha Lump 4.25 T.ittä&iiM Lumu : 4.25 Brazil Block ... Hocking Valley r u r ' ........ 4.00 4.00 4.50 Straight Creek Lump : . Straight Creek Egg. .. Greene County, No 4, Nein Lump.. Greene County, No.4,Vein Egz.... Jackson Ohio Lump Oven Coke Sgg Gas House Lump Coke ' . . Gas House Crushed Coke 4.25 3.25 3.Z5 5.00 5.50 5.50 600 Vx5raerechnug wo solche Aetrageu wnden NlüfftU Neue Inkorporationen. Die . .South Amboy GaS & Oil Co.". Miami County; Capital 81U, 000; Directoren: C. A. Lamm, W. C. Lamm, H. B. LewiS. T. M. Warne. Charles Nortn, I. W. Knox und A. E. Sullivan. Die Union Church von Mill Creek", Laporte County; TrufteeZ: Henry Bc ringer, John Beringer. W. H. Col Iorn,; George Callom und Nancy Short.' Die Bean Blossom Oil und Mine. ral Co.". Columbuö: Cavital t60,000; ci:.,,... mi. rr . s?s,,,2 miUUllll. Vu,, uw k- frriitnr, fr q mim' . so an O. Grafton. E. L. William, G. W. Harden und I. F. Hutchings. J 9)1 KkmardZ Mznufakturin Ko " Honey Creek. Henry Caunly; Capital . . cv V fJ $d,000; Dlrectoren: Jon S. Gran. ville und Sarah E. EoroardS. Die Diether Lumber & Supply I 6o.- Ft. Wayne; Capital 532.000; Dlrectoren: LoulS Diether, Fred., R. Hoffman und I. M. Landenberger. ' Schiffsnachrichten. : v- . Angekommen': New Aork: Citta di Napoli" von Ge. mua. , , , Neapel: Hohenzollern" von NewJork. Stettin: , Kentucky" von New York. Frenze ff" - I ViV. 1 W. Washington Stk (Merchants National Bank) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und auf alle Städte EurovaZ. Schiffsscheine naa und von Eurova.. An und Verkauf ausländischen , Geldes. sß . r , c . . r i c (UZ giebt da eimge Leute die Ut, fcrwf . -s. . . . wenn lch nur emlge Hundert 11LUIL AJLilLl,!. 4.111 UUll Dollars hätte, :ch konnte dann . . .. . . etwas Geld machen." Es ist keme schwierige Sache ein paar Hundert Dollars zu sammeln" und u . . H , g 1 C Hf ntrf " HffMtA llt riti uiv nvv vvj vv, v,v wenn fest entschlossen. d:esmcht in M?rke brinaen wenn eine aeZU erle onngen, wenn eme ' ' ..... wme (summe von :yrem mnkommen positiv jede Woche oder 1 ' Zeoen wwnai cepuiiui wiiu in CTV , C 9 i t r Der Jndiana Trust Company. Das Resultat , wird bald ein

iros

paar Hundert Dollars sein mit S&tffäZfig denen Sie Geld machen können. , Jch weiß nicht-" -Probieren Sie es. Beginnen Sie .?Doch,rief Ls triumphirend, vder j T . . ,. . Tischle? Scharss wo hab lch denn

' ftjftfV ... , 99 Q9 Vpvpvp 0 ' (Schluß.) 'Woher wollen Sie denn das wifsen?" unterbrach ihn verwundert die Frau. . Ich weiß noch mehr, oder glaube mich wenigstens nicht zu irren. Er ist noch jung, eitel, spielt gerne den Noblen. ist dabei aber doch von sorglos nachlassigem Charakter, vermuthlich ein Bruder Leichtsinn." ,Und,daZ wollen Sie alles durch Untersuchung der Krawatte erfahren Men?""'. Gewiß. Betrachten Sre sie doch! Sie . ist nicht von der billigsten Sorte, aber auch nicht von der . theuersten, ist von weißer Grundfarbe, getüpfelt und mit" hübschem Muster versehen. D:e darin steckende Nadel zeiat einen falschen Nubin. sie kostet anscheinend nickt meür als eine Mark, deutet aber doch die Net auna des Besitzers an sick in sckmücken. Dagegen läßt , der gegenwärtige Zustand! der offenbar noch ziemlich neuen Krawatte Line recht nachlässige, sorglose Behandlung erkennen; sie ist mit seitigen Fingern angefaßt worden, weist Flecke auf und ist auf der rechten Seite zerrissen. Leuchtet Ihnen das ein?" Es leuchtete ihnen em, aber sie waren vor Erstaunen und Bewunderung schier außer sich. - Und woraus entnehmen Sie seme Jugend?" fragte die Frau n sXa;i rai1 n uiui rnu juuy, wn ,, uvuj r0 bitl Werth aus fein Aeuberes leat. Er will aefallen. Vielleicht ist er auch noch unverheirathet, sonst würde er sich seiner grau die ctiateatie 9a den ausbessern lassen." Das kann wohl sein." .Alles das aibt fronen iedock nock leine Anhaltspunkte für die Erkennung VA1 Vs)irt A4 ?S(l3 VUflVA? AVtA 13 qtxCtst auf die Sprünge. Der Eigenthümer der Krawatte ist ein Handwerker " ' Warum?" Ein Maler, Tischler, oder fa etwas. Ich möchte fast behaupten ein Tischler, denn er geht mit Farbe und Leim zugleich um. Sehen Sie hr das ist ein Farbflcck, das auch, und hier hat er mit leimbeklebten Fingern hingegrifsen. Sie müssen die Lupe nehmen, dann erkennen Sie die braune Farbe deutlich." . Mag fern ja, ja" Sie sind nicht geübt in solchen Uniersuchungen. Da haben Sie übrigens einen weiteren Beweis für die von mir vorausgesetzten Charaktereigenschaften. Der Besitze: hat zweifellos öfters oder frifmnftpna tmrml m smm 9sit2mfv; 'jji'- vv v vv anzug gearbeitet und sich dabei die Kra Watte befleckt. Ja, ich glaube sogar, es ist dies an dem Abend der Fall gewesen, an welchem der Einbruch geschehen ist."' Wieso denn?" Ganz einfach. Der junge Herr und das ist wieder e'm neuer Belag für dni von mir behaupteten Charakter pflegt sich zu Parfümiren. Er benunt.ein sehr starkes und nickt allzu billiges Parfüm, dessen Geruch noch heute, nach fünf Tagen, deutlich wahrPostanweisungen zunehmen ist." Mecht man -das so lange? Noch viel länger, wenn die Parfüms gut sind. In diesem Falle hat sich der Geruch umso friicher erhalten, weil dre Krawatte von dem Kommissär in starkes Papier eingewickelt und in einer festverscklozienen Schublade semes Pul tes verwahrt worden ist. Außerdkm hat sich der Träge? wahrscheinlich am Abend vor der Auffindung erst frisch parfümirt. Ich schließe daraus, daß er für diesen Abend etwas vorhatte und. nachdem er bereits Toilette gemacht, noch ein wenig in der Werkstätte beschäftigt gewesen ist. Das würde den Farbfleck erklären, der noch ganz frisch I -w!!1-1 liU vv wv' abend etwas los gewesen 'ist,' wobei tfr Vsi) t Itor di rtrrht h nm lunnn tfmlfr nmr mtnhr ft?tri(Tltrit rnnrfn?" " , " 3' . . Der Installateur wollte schon derneinen. als seine Frau ihm in die Rede fiel: Naturlich, Franz der Gehilfen I w. 7.,, VUtt "l k "j ; . Orthaus lächelte. Und nun können Sie sich nach , memer Angabe Niek rnnnn rinf-n rttH mrtit VnnÄ tii ne .ftr II. . IVM . V fc m IMI V V I . ' T1 ' P fl(t aus eine hnen bekannte Person zu? , p. . ey V j.l ft 1 Un Iau ÜQlcn ugeiirengi wüßte Niemand." antwortete zögernd Mittag. fVTTvm Ä I tnihrnn fr nt- urTVnntt hnrn Ttsrn ivvvy vii v vtv - vvMtvMt ww vy v aufnahm und betrachtete. .Riecht sie denn wirklich noch? fragte sie. jßrobueir Sie mal. Sie roch daran.' Ja, wahrhaftig, aber-Herrgott," unterbrach , sie sich plötzlich-und streckte die Hände erregt Vorsick aus. wer ruckt nur aleick'so? Franz, riech nur einmal was ist das

M Immk

o 0s 0 Oi

Krintttt.ürrähluttg 0 t von C f. Olemens e 99 O 99 00 o o o 00 e 00 e o 0C nur meine Gedanken! Und der ist es auch, von dem ich damals geträumt habe, jetzt fällt mir's ein. Der und kein anderer!" Gespannt schaute ihr der Assessor in das hochrothe Gesicht. Also wirklich ein Tischler?" Ja ja." Der sich parfümirt?" Und wie! Er hat früher mehrfach für uns gearbeitet, wir amüsirten uns allemal über den Duft, den er um sich verbreitete. Mein Mann machte manchmal lpaß und fragte ihn: ,Na, Scharff, wieder mit Stinksalbe eingerieben?'" Jung oder alt?" So achtundzwanzig etwa Selbstständig?" Ja, seit zwei Jahren. Früher wohnte er uns gegenüber, seit einem halben Jahre wohnt er in der Körnerstrasze." . Stimmt die von mir angegebene Figur?" Auf's Haar." antwortete Mittag. Er ist untersetzt und trägt allerdings, wenn ich mich recht entsinne. Umlegekragen. Kann man ihm ein Verbrechen zutrauen?" Der Mann schwieg betroffen, Frau Mittag aber erklärte zögernd: Bisher kann ihm Niemand etwas nachsagen, darauf kommt's nicht an. Ist n so, wie ich ihn geschildert? Zeigt er sich gern nobel? 1 ' . Sehr gern" ; ' Ist er ein fleißiger. .Arbeiter? Genau?" .... .;fs .. . Na, fleißig mag er wohl sein, mit der Genauigkeit aber hapert's manchmal." ' s"! Hat er Schulden?" ' Ueber seine Verhältnisse weiß ich nichts." Also bei Ihnen aus und ein gegan gen ist er?" Früher öfters seit er fortgezogen ist, mcht mehr. Ich lasse jenr bet Iren zel. arbeiten. Scharff hat mir einmal eme Sache verdorben. Hat er vielleicht zufällig einmal gesehen, wo Sie Ihr Geld aufheben? Der Installateur überlegte. Ich glaube kaum. Doch, Männchen,". rief Frau Mitz tag. Weißt Du nicht mehr damals. lls er den Hundertmarkschein wechselie " " Wie war das?" forschte Orthaus eifrig. Einer seiner Kunden wollte bezahlen und brachte einen Hundertmarkschein. Natürlich konnte er den nicht wechseln. Da kam er zu uns. Mem Mann lc schon im Wett, er hatte Kopfschmerzen, deshalb führte ich den' Tischler in ' dik Schlafstube. Ich holte dann ''das Geld aus dem. Schranke. Er stand vor dei Thur und konnte mir durch die offen stehenden Vorhänge zugucken." Also doch?" murmelte der 'Assessor nachdenklich. Nun bliebe nur noch zu wissen nöthig, ob er hat , erfahren können, daß Sie so .viel . Geld., bekommen hatten. Haben Sie keme Ahnung, wik 1 t A V 0 ' : t uus öwBc'Vcu tuiuiy . Gar nicht." - " Immerhin, ich A?erde darüber bald Klarheit erhalten. Ich bin-überzeugt kein anderer ist der Dieb. Was haben Sie denn von ihm geträumt damals? Die Frau wußte es nicht mehr. Ich kann mich absolut nicht erinnern, ob ei etwas im Hause reparirte oder kaufen wollte. Wenn er's aber wirklich gethan hätte, so wär's doch ein wunderbarer Zufall!" Ich habe Ihnen doch erklärt, daß es kein Zufall, fondern em ganz natur licher psychologischer Vorgang gewesen ist. Ich weiß übrigens nun auch, welcher Umstand Ihnen das Bild des Mannes im Traum heraufbeschworen hat Welcher denn?" Der Geruch. . Sie waren zwat schlaftrunken und benommen, aber Ihr, Sinne waren doch noch so weit wach, daß Jhr.Geruch den starkenDuft wahrnahm. Ohne daß Ihnen dies überhaupt zum Bewußtsem kam, verbanden Sie naturgemäß mit dem bekannten Geruch den Gedanken an den Träger, sit träumten von ihm. Doch jetzt muß ick eilen, die Beweiskette zu schließen. Ick will Ihnen nur wünschen, daß wir da! Geld oder wenigstens den größten Theil noch vorfinden." Damit verließ der Assessor eiligst das Haus. . . Eile that ab?r auch noth, wenn du gestohlene Summe oder doch ein Theil derselben gereitet- werden .sollte. Ort, haus war für seine Person von du Richtigkeit seiner Folgerungen .über zeugt, um jedoch gegen Scharff vorge hen 'zu können, bedürfte er noch weite rer Handhaben. Zunächst, kehrte er in daZ Polizeige, bäude zurück, um dort über den Tischlei . Auskunft einzuholen. Man konnte ihm nichts von Belang mittheilen, deshalb 'fragte er vorsichtig bei einem Nachba? des Mannes an, ,der ihm bestätigte, was er ' vermuthet, daß das Geschäft

ScharfS nicht besonders , gut zu gehet scheine.. Anfangs sei er wohl vorwärt gekommen, aber er sei vergnügungssüchtig und , habe seine Abende meist ir Vereinen und Kneipen zugebracht. Du Kunden mußten lange warten unr klagten obendrein vielfach über mangelhafte Ausführung. Orthaus eilte darauf nach feineni Bureau, um zu telephoniren und zwai an den Vürgerrneister von Schwabsdorf. Senden Sie mir." beauftragte t: diesen, sofort den Boten an's TelePhon, welcher die fünftausend Mark ar Mittag gezahlt hat."

Nach einer Viertelstunde war dei Bote zur Stelle und läutete an. Sie trafen Mittag nicht, als ' Sn das erste Mal zu ihm kamen?" fragte der Assessor. . Nein. Ich wurde wieder bestellt." Wieviel Zeit lag zwischen Ihrem ersten und zweiten Besuch bei Mittag?' Etwa zwei Stunden." Und wo haben Sie diese zuge bracht?" . In Bertholds Restaurant , in de, Kornerstraße." Sie haben dort mit anderen übe: Ihr Vorhaben gesprochen? Haben Si gesagt, daß Sie Mittag Geld bringer würden?" Die Antwort blieb aus Sprechen Sie offen Sie sind jetzi Zeuge. Wenn Sie mir nicht ausrichtic die Wahrheit sagen, lasse ich Sie eidlick vernehmen," rief der Assessor ungeduldig.. . ' Hm so direkt ja nicht," kam de: Bescheid. Wir svracken von der neuer Wasserleitung in Schwabsdorf, da kam die Rede von selber darauf. Da mag ich wohl auch erzählt haben, was micy herführte." .. - Sie handelten sehr unklug. Wer waren denn die Leute, denen Sie das erzählten?" ;;O, ein paar sehr ehrenwerthe Man ner. Der. Gutsbesitzer Scheller aus Morwitz und der Schlossermeister Braun." ' ' 35er Tischler Scharff war nicht dabei?" : ' f.zzh-J Einen.Tischler dieses Namens kenne ich gar nicht." X 7i, . Saßen noch andere Personen in der Nahe- die-Ihre Worte Thoren konn ten?", Ich kann mir das nicht denken, denn so .laut baben, wir nicht gesprochen. Meines Wissens saß am Nebentische allerdings ein Mann, der las aber in einer Zeitung." Wie' sah er aus?". Ich hab' ihn nicht weiter angesehen." Der Assessor brach das Gespräch ab. Er wußte genug. Es war jetzt Nachmittags' vier Uhr. und er mußte sich beeilen, wenn er heute noch zum Ziele kommen wollte. Zehn Minuten später stand ei vor dem Kellner in Be;tholds Restaurant. . 'Sennen Sie. den Tischler Scharff?" 'fern" 1 Da wissen Sie also auch nicht, ob er vorigen 'Sonnabend zwischen sechs und acht Uhr Abends hier, war?" Der Kellner schüttelte den Kopf. Aber den Knecht des Schulzen von Schwabsdorf, der immer mit dessen Wagen hier . ausspannt, kennen Sie wohl?" 7 Den Metsch? Den kenn' ich wohl." Wo hat er am Sonnabend Abend gesessen?" ' ' Der Kellner zeigte den Tisch. -. Saß nicht ein Mann am Tische da neben, eine Zeitung lesend?" . Ja, hier." .. ; . Wer war das?" Ich kannte ihn nicht,' er war erst zum zweiten Male oei-uns." j Gut. Jetzt thun Sie mir' den Gefallen, gehen Sie einmal in das Haus, in welches ich Sie schicke, sehen Sie sich den Mann, zu dem ich Sie sende, genau an und sagen Sie mir, ob es der war, der hier gesessen hat. Verstanden? Der Kellner machte sich sogleich fer tig, und Orthaus fandte ihn zum Tisch ler Scharff mit dem Auftrage, nach einer zur Reparatur gebrachten Konimode zu fragen. Wenn der Tischler er kläre, er wisse von keiner Kommode, solle der Bote sagen, dann sei er wohl un Irrthum, dann müsse es be: emem anderen Tischler fein. Er möge sich aber ja mcht verrathen. Der Kellner, dem für seine Bemü hung eine Belohnung in Aussicht gestellt wurde, kam bald zurück mit der Erklärung, das , sei der betreffende Mann. X Der Assessor rieb sich erfreut die Hände. - Sein Plan war einfach) aber doch nicht ohne Bedenken. Er beruhte auf der Annahme, daß der Tischler sei ber nicht wissen konnte, wo er seine Krawatte eingebüßt hatte. Hatte er es ge wußt, fs würde er ohne Zweifel ein sol ches Beweisstück nicht liegen gelasien ha ben. Sicherlich hatte er sie zwar ver mißt, war sich aber nicht klar darüber, ob sie nicht schon vorher oder auf dem Balle, "den er vermuthlich mitgemacht. m Verlust, gerathen sei. . Entschlossen betrat er das Haus, in welchem der Tischler wohnte. Eine Frau, die gerade die Treppe aus der ersten Etage herunterkam, fragte er nach Scharff. . Sie wies nach dem Hause. Dor hinten ist die Werkstätte." Ist Herr Scharff da?" Sicherlich. -Dehen Sie nur gerade aus,, fallen Sie aber nicht, es liegen viele Bretter herum." Danke. . Wshnt Herr Scharff auch hier?" Ja auch im Hinterhause, wo die Werkstatt sich befindet." ' -

. Das paßte in seinen Plan! .Lang-

sam. durchwandelte er den Hof, der von einer Laterne erleuchtet wurde. Es war ein enger, winkliger und wüster Raum, auf dem mehrere Bretterhaufen urnherstanden ein geeigneter Platz, um darauf einen kleinen Gegenstand zu verlieren. Die Krawatte konnte da gut mehrere Tage gelegen haben, ohne'von, Jemand' bemerkt worden zu sein.' : .Mit heiterer Miene trat Orthaus in das Arbeitsgelaß des Verdächtigen. Ein Blick überzeugte ihn, daß die Werksiätte venachlässigt und liederlich' aussah, ein zweiter bekräftigte sein Urtheil über di? Persönlichkeit Scharffs, dem der Leichtsinn auf dem blassen, etwas verlebten Antlitz geschrieben stand. Guten Abend. Meister." Guten Abend was wünschen Sie ?" fragte der Tischler, von seiner Arbeit ziemlich gleichgiltig zu dem Eintreten den ausschauend. . Ich hätte gern zwei glatte Bretter. die ich zur Anfertigung -eines Puppentheaters brauche. - Können Sie mir die gleich zurecht schneiden ?7 -Wie groß sollen Sie sein?" Sie sind für Kulissen und Prospekt es brauchen aber nur zwei viereckige Stuae zu sein. Vierzig Cenhmeter lang, sechsunddreißig hoch." ; Sehr wohl. Wollen Sie daraus warten?" Wenn Sie erlauben ich habe Zeit." Nachlässig ging er in der Werstätte herum, bald dem Meister zuschauend. bald diesen, bald jenen Gegenstand in Augenschein nehmend.. - ' Ach so, meinte er . plötzlich, ich Muß mir das da doü einmal bei Licht betrackttn. Wenn ich nicht irre, habe ich da einen werthvollen Fund gemacht." Er nahm ' die Krawatte aus der Tasche und schien sie, von dem Arbeitenden abgewandt, aufmerksam zu betrachten. . - . . - Haben Sie was gefunden?" Ja, aber 's ist nur eine ganz werthlose Nadel. Ich dachte schon, es wäre em echter . Stan. Wahrscheinlich hat der Besitzer sie weggeworfen. Ich fand sie draußen .auf dem. Hofe." rnp :n y v cc'.ZX, . jju . ii 3 . vttui x iuyic vti Aiuy ler, dessen Interesse die letzten Worte erweckten. Ach. eine alte Krawatte na, alt nicht gerade, aber doch auch nicht mehr ganz ncu. Sie hat schon ewige Flecke.Zeigen Sie doch mal her." Der Assessor legte gleichgiltig du Krawatte auf Scharffs Hobelbank. Wo haben Sie denn das Ding gefunden?" fragte dieser lebhaft. Aus dem Hofe draußen?" - Ja neben dem einen Bretterhaufen. Ich sah etwas Weißes schimmern, und als ich es aufhob, erblickte ich den rothen Stein. Da meinte ich, am Endk könnte das Ding doch irgend welchen Werth haben. Es ist aber nicht der Fall. Wahrscheinlich hat's Jemand aus dem Hause weggeworfen." 'Die Miene des Tischlers 'gab', dem Assessor die Ueberzeugung, daß dieser in der That nicht wußte, wo er den Verlust erlitten hatte. Er wäre sonst sicherlich blaß geworden, und dann hättk er ihm den Besitz auf den Kopf zugesagt. 'Na," sagte der so Ueberrumpelte. weggeworfen hat's Niemand. Es ist nämlich meine eigene Krawatte. Sie muß mir heruntergefallen sein, als ick. im Dunkeln durch den Hof. ging. Werth ist sie ja nicht viel, aber der Stem gefieZ mir. Die Nadel kostet eine Mark Danke übrigens Damit nahm er den Gegenstand ohn Weiteres als sein Eigenthum in Besitz. indem e: ihn, neben sich auf em Regal legte. Orthaus 'empfing bald . darauf du Bretter, zahlte und entfernte sich. Dock schon nach einer halben Stunde kehrte ei zurück diesmal in Begleiwng zweier Schutzleute n Civil, die sich unverzug lich des Diebes bemächtigten. Dessen Erschrecken verrieth sofort sein Schuldbewußtsein. Zwar versuchte er noch zu leugnen, als ihm jedoch der Assessor erklärte, in welche Falle er gegangen sei, bekannte er alles. Die erbeutete Summe fand man beinahe unangegriffen in einem Versteck in der Werkstätte vor. Nur etwa zwanzig Thaler hatte Scharff zur Bezahlung dringender Schulden verwandt. Die Freude des bestohlenen Ehepaa res kannte keine Grenzen, aber auch Orthaus strahlte im Bewußtsein feines Triumphes,. als ihm sein Vorgesetzter, der Staatsanwalt, mit bewundernder Miene die Hand, drückte und im Tone warme? Anerkennung zu ihm sagte: Verehrter Herr Kollege, alle. Achtung vor Ihrem juristischen Scharfsinn! Ich garantire Ihnen, Sie, werden nicht lange mehr Assessor bleiben!" . . Ckolcrabckampsung . in Nußland. Als im Jahre. 1892 in Rußland die Cholera wüthete, stießen die Behörden bei der Bekämpfung der Seuche infolgender Unwissenheit und Voreingenommenhcit der Bevölkerung in manchen Gegenden auf ungewöhnliche Hin-, dernisse. Im Gouvernement Astrachan überfiel in . einigen Dörfern das Volk die behandelnden Aerzte und schlug sie todt, in der Ueberzeugung, daß die Aerzte selbst die Seuche absichtlich verbreiteten, um große Einkünfte zu erzie'fen. " AIs 'es die Bewohner eines stark verseuchten Dorfes zu arg 'trieben Und alle Bemühungen sie zur Vernunft zu bringen, vergebens waren, wurde das Dorf 'mit einem Kosakenkordon umgeben und so lange eingeschlossen gehal ten, bis die Seuche erloschen war. -'Der größte Theil der Dorfeinwohner : war allerdings inzwischen gestorben.

PEflliSYLVÄIIIA: SH0RT LINES;

: .., Verbesserte Bedienung ach 0k!cF0 und toiiirnlle. effektiv Sonntag, 27. November. Neue Busset Waaaons mit K,rn,Vn ,, ; w, Mahl eilen a la carte, werden auf dem Zug No. 19, der Indianapolis um , 11.35 Vormittags verläßt, in Dienst gestellt : Ankunft in Chicago um 5.3 Ubr Nackm fnmi Zu No 18, Jndianap.lis verlassend um A f 1 1 flf CTfi. I O lz -r, . . T.uhvui. uuv in -cüuiööiuc anrom mend um 7.10 llbr AbenK. di? n?pw. tige Büffet Waggon Bedienung - bei weitem llhDrtrorfrtwW MVbtttl IIVV. Die Waggons sind durchaus modern. Der Sveisesaal nimmt hi mf va . ?i, -mnm r .- Vl. UuyuUHO ein, um 18 Personen zu, gleicher Zeit zu be dtenen Schneeweiße Leinwand, dekorirtes' Porzellan, seines Silber und geschlissene Glaswaaren sind in dieser eleganten Ni?. nung natürlich Saupt'ache. Älvilolyer Rauchzimmer verbindet mit dem Speisesaal, das mit großen bequemen ArMstÜbleN mit Pehpmnliior einnerirhtet in Die Bibliothek enthält die beste? und neue-ft-A t - X 4. i.s.u -vuuinv, wiiofK alle oen Panagieren zur reien Versüauna stehen ii jnnr nK extra groß und speziell geeignet zur ObservaUon. Für Fahrkarten, Fahrplan, Verbindungen etc. wende man stA n Vi Mal. 0s i " "7 .v IUfc'll4llf 48 West Washington Straße und Union Bahnhos. W. W. Nichardson, A. G. P. A. Derjetzzgefranzösische Ministerpräsident, Herr Combes, ist bekanntlich bei der französischen Anstokratie wenig beliebt. Diesen Umstand' hat sich einSchwindler zunutze gemacht.Er erscheint in sehr eleganter Kleidung bei hochadligen Damen und legt eine Sammelliste für d zukunftige Wittwe und die Waisen eines Mannes vor, der Combes ermorden will. Naturlich wies man ihm überall die Thür und eine der Damen erstattete Anzeige, die dann auch die Verhaftung des Schwindlers zur Folge hatte. Er heißt Charpentier und ist der Pariser Kriminalpolizei seit Langem bekannt, freilich unter 36 verschiedenen .Namen, die er sich im Laufe bei Zeit beigelegt hat. Ein grauenerregender Vorfall hat sich an einer kleinen Staiion der. rumänischen Staätsbahn ereignet. Einem von der Gendarmerie verhafteten Eeflügeldieb war es gelungen, heimlich zu entkommen, und er eilte, hastig feiner jenseits der Ei-, senbahn liegenden Behausung zu, als plötzlich fein Fufc. in einer Schiene hängen blieb und zwar so fest, daß es ihm nicht möglich war, sich freizumachen. Plötzlich, vernimmt der Mann das Herannahen des Schnellzuges,und in der Verzweiflung, die ihn beim Gedanken des sicheren Todes erfaßt, biegt er seinen Körper so weit wie irgend möglich seitwärts aus dem Geleise, indeß der eineFuß wie in einemSchraubstock an der Schiene hangt. Der Eilzug braust in der Nacht dahin, und als der Dieb ausser Betäubung erwacht in welche Todesangst und rasende Schmerzen ihn versenkt, befindet er sich in denHändcn mitleidiger Bauern, die ihn auf einen Wagen laden, um ihn ins Krankenhaus zu bringen; denn der Schnellzug hatte ihm denFuß über dem Knöchel wie mit einem Mejser abgeschnitten. Interessante Alterthumsfunde waren vor einiger Zeit auf dem Nedbodsberge im Kreise Wittmund, Prov. Hannover, zutage gef'ördert worden, die jetzt im Staatsarchiv , in Äurich übersichtlich aufgestellt sind. Die Funde bestehen aus fünf Urnen, von denen eine besonders schön geformte unversehrt erhalten ist; ferner aus Asche, Knochenresten von Menschen und Thieren, Feuersteingeräthen, Bronzenadeln und Bronzewaffenresten. Alle Gegenstände wurden etwa zwei Meter tief aus einem fünf Meter boben 'Hüael ausaearaben. Der Befund läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß man es mit einer Begräbnißstatte nebst Opferaltar aus dem 4. oder 5. Jahrhundert vor Christi Geburt zu thun hat, bestimmt für hervorragende Führer oder Krieger des ostfriesischen Volkes, bei deren. Bestattung und Verbrennung anscheinend, auch Sklaven oder Gefangene nebst dem Schlachtroß des Verstorbenen dem o - - . iu i.....v.a.. .a4tF s rr ,ooe gcrcciui juiuvcu. yuciuui iuw die Reste von Thierknochen, ein noch ziemlich gut erhaltener' Pferdeschädel, ri:. nre. (V JU1UIC WIC Vi UUlv jis. ini.Huui.i beine. außerhalb der Urnen schließen. Das Luftschiff VeS Spaniers Alvares hat in England die ersten Prüfungen durchgemacht und im Wesentlichen gut überstanden. Das Fahrzeug gehört zu der Gruppe der sogenannten Aeroplane (Schraubenflieger), also der Maschinen, die ohne Ballon durch Luftschrauben schwebend erhalten und vorwärts getrieben werden. .Allerdings wurde bei den Versuchen ein mit Leuchtgas gefüllter Luftballon be1.1 cm . r! . NUHI, um vie cacyine zunaqsl einma: bis zu einer Höhe von 3000 Fuß zu heben, worauf sie sich selbstthätig von dem Ballon löste. Ein Mensch befand sich nicht "auf dem Fahrzeug, doch war eö mit einem Gewicht belastet, das dem einer Person entsprach. Nachdem es sich von . dem Ballon getrennt hatte, machte es mehrmals Miene, . geradenWegs zu Boden zu stürzen. Dann aber schlug es mit erstaunlicher Stetigkeit eine wagerechte Richtung ein, und man konnte die -schnellen Umdrehungen der Luftschraubey deutlich beobachten. Mit großer Geschwindigkeit glitte nun die Flugmaschine etwa 1'Mile weit durch die Luft und landete ganzlich unbeschädigt auf einer offenen Wiese.

yeulr.-