Indiana Tribüne, Volume 28, Number 87, Indianapolis, Marion County, 2 December 1904 — Page 3

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Indianer Tribüne, 2. Dezember 1904

Aerzte.

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"City

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Der

chluß der Weltaus-stellung

Im Beisein von Tausenden in cindrnSsvollcr Weise

begangen.

Wells Fargo Erpreß Co. verliert große Philippinen. Das 8 Stunden DerletzteTagderAuS' stellung. St. LouiS, Mo.. I.Dezbr. Mit dem heutigen Tage schließt die Welt ausstellung. Tausende besuchten heute zum letzten Male dieselbe. Prüsideni David R. Franc! wär heute der Eh rengast und besondere Festlichkeiten wurden ihm zu Ehren veranstaltet. Besonders lobend wurden seiner Dienste gedacht, die die Ausstellung zu solch :U nem Erfolge gestalteten. Francis Rede wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Im Na men der Direktoren wurde ihm und Schatzmeister Thompson je ein prächti ges Silberservice .überreicht. Um 4 Uhr wurden sämmtliche großen AuS ftellungsgebäude für das Publikum gechlossen. Am Abend bewunderten riesige Men chenmengen zum letzten Male die HerrIche elektrische Illumination, welche er!osch als die Glocke der großen Blu menuhr die MitiernachtSstunde verkün dete. Großer Geldbetrag ver schwurrden. ' SanFrancisco, 1. Dez. Seit Dienstag dieser Woche befinden sich Beamte der WellS Fargo Expreß Co., sowie eine Anzahl von Detectiven auf der Suche nach einem Betrage von 15.000 Dollars in Gold, der spurlos aus den hiesigen Ofsice-Räumen der Gesellschaft verschwunden ist. Das Geld war Agenten dieser Gesellschaft correct übergeben worden mit dem Auftrage, eS nach San Jose zu senden. ES bat sich herausgestellt, daß daS Geld richtig von hier aus expedirt wurde. Die bis jetzt veranstalteten, eingehenden Nachforschungen haben bislang noch zu keinem Resultate geführt. Ebenfalls ist noch nicht bekannt, ob das Geld verloren oder gestohlen wurde. Neue Truppen nach M a n i l l a. SanFrancisco, 1. Dez. Die 6. Batterie Feld-Artillerie, die in Pre fidio garnisonirt ist, wird bereits am 1. Januar nach den Philippinen abgehen. Die 26. Feld-Batterie von den VancouverKasernen, sowie die 23. von Fort Leavenworth werden sich mit der 5. Batterie am 1. Januar einschiffen. AchtStunden-Gesetz ungesetzlich. New York, 1. Dez. DaS Arbeitergesetz, Kapitel 415 der Gesetze von 1897, welches einem Contractor, der Arbeiten für eine Stadt, ein County oder den Staat besorgt, ver bietet, seine Arbeiter länger als acht Stunden im Tage zu beschäftigen, ist vom App.llhofe in Albany für verfaffungswidrig erklärt worden, eine Entscheidung, welche nicht verfehlen wird, in Arbeiterkreisen sehr döseö Blut zu machen. Seit seiner Annahme durch die Legislatur hat dieses Gesetz wiederholt Anlaß zu gerichtlichen Streitigkeiten gegeben, über einzelne Bestimmungen desselben sind bereits Entscheidungen elfiossen, aber die gestrige Entscheidung ist die erste, welche sich direkt auf. den Achtstundentag bezieht. Die Entscheidung floß in dem von Harry Cossey gegen die Stadt New Vork eingeleiteten Processe, durch wel chen er Zahlung von $28,215 für sechs Flachboote zu erlangen bestrebt war, die er für das StraßenreinigungS-De-partement gebaut hatte Die Zahlung dieser Summe war von Comptrolleur Grout aus dem Grunde verweigert worden, daß Eoffey die Bedingungen seines Kontraktes dadurch verletzte, daß er seine Arbeiter länger als acht Stunden im Tage arbeiten ließ. Coffey stellte dies nicht in Abrede, erklärte aber, daß das bezügliche Gesetz verfassungswidrig sei. Sie Supr'.'me Court entschied in zwei Instanzen zu Gunsten deö Gesetzes, nun hat aber der Appellhof diese Ent scheidungen umgestoßen, wenn auch allerdings nicht auSscbließlich auf die von den Anwälten deS Appellanten geltend gemachten Gründe hin.

Geldsumme. Neue Truppennach den

- Gesetz verfassungswidrig. G r a b s ch-P l ü n e. Washington, 1. Dez. Aon einigen Seiten wird in Congreßkreisen wieder die Frage der Erhöhung der Saläre für Senatsren und Reprkfentanten von S5000 auf 810,000 per Jahr aufs Tapet gebracht, und um dem Salärgrabfch einen unparteiischen Anstrich zu geben, wird gleichzeitig vorgeschlagen. - daß das Gehalt des Prüjidenten auf $100.000, und dasjenige des Vizepräsidenten auf $20,000 hinaufgeschraubt werden sollten. Di'e Sache müßte in der bevorstehenden kurzen Session gemacht werden, weil es sonst nicht möglich wäre, daß Präsident Roosevelt davon prositirte. denn nachdem des Präsidenten neuer Termin mit dem 4. März 1905 begonnen, kann kein Gehalt weder erhöht noch herabgesetzt werden, daS verbietet die Verfassung. Die Senatoren und Congreßmitglieder könnten freilich ihr eigenes Gehalt in die Höhe setzen, wenn eS ihnen beliebt, aber ohne dasjenige deS Präsidenten zu erhöhen, wäre daS so eine Sache. Der Salärgrabfch von anno 72 ist noch in guter Erinnerung. Es war die kurze Session des 42. Congresseö. Kurze Sessionen sind stets für derartige Grabsche beliebt, weil die langen Sessionen immer den neuen Congreßwählen vorhergehen, und Jobs" aller Arten eventuell einen unangenehmen Eindruck bei den Wählern machen können. In der kurzen Session des 42. Congresses, zwischen der Wiederwahl und der zweiten Inauguration deS Präsidenten Grant pasnrte ein republi konischer Congreß eine Bill, welche daS Gehalt deS Präsidenten von $25,000 auf 850,000 erhöhte, das der Sena toren und Repräsentanten auf $7500 und das der CabinetSmitglieder auf St 0.000. Aber damit nicht genug, daß die Herren vom Congreß dieses Gehalt für die Zukunft fegsetzten, machten sie die Bestimmung rückmirkend, so daß schon die Mitglieder des 42. Kongresses von der Erhöhung pro fitirten, denn die ausscheidenden Ge setzgeber hätten nicht für die Bill ge stimmt, wenn sie nicht auch Vortheil davon gezogen. Dieser Grabsch engte einen solchen Unwillen im Publikum, daß der nächste Congreß, der, wie der vorhergehende, eine starke republikanische Majorität aufwies, das Gesetz widerrief. Aber das Gehalt des Präsidenten mußte blei ben, wie eS angesetzt war, weil Prüsi dent Grant inzwischen seinen neuen Termin begonnen hatte. DaS ist bis zum heutigen Tage unverändert, aber CabinetSmitglieder, Senatoren und Repräsentanten gingen auf das frühere Niveau zurück, und dabei ist es bis jetzt auch geblieben. Eine Anzahl der Ge setzgeber gab, nachdem das Widerrufs Gesetz pasfirt, den MehrgehaltSbezug zurück, andere behielten, was sie einmal gezogen. Gegenwärtig, wo eS in der nächsten Zukunft so flau mit den Fi nanzen auszusehen droht, wo Sparsam keit überall am Platze ist. wäre eS wahrlich eine seltsame Politik, mit einem derartigen Salairgrabsch hervor zutreten. Bericht deramerkani s ch e n Münze. Washington, 1. Dez. Der monatliche Bericht der Münze zeigt, daß während deS Monats November im Ganzen eine Summe von 1,604.811 Dollars geprägt wurde. In Gold wurden 582.780 Dollars geprägt, in Silber 873.871 Dollars und in kleineren Geldstücken 197,160 Dollars. Ansturm auf eine Bank. Bu ff al o, N. J.,1. Dez. Ein Kampf um das controllirende In teresse in der German American Ban führte einen Ansturm auf die Ban herbei. Nahezu eine halbe Million wurde an Depositoren ausgezahlt. Die Bank ist völlig sicher. Der Kassirer Edward A. Weppner wurde, ent lassen.

Vom Arbeiterkrieg

In Leiter'S Kahlengrnben. D u q u o i n, Jll., 1. Dez. Sheriff Stein berichtet, daß Zeigler gestern Nacht angegriffen wurde. Ungefähr 300 Schüsse wurden von den Streikern abgegeben. Die Kanonen der Gesellschaft beantworteten prompt das Feuer. Die Zeigler Kohlen-Gesellschaft hat beschlossen, die zum vollen Betrieb der Anlagen nöthigen Menschenkräfte so chnell als möglich von auswärts nach hier zu bringen. In zwei besonderen Wagen wurden gestern Abend 35 erahrene Bergleute von St. LouiS hierher gebracht, die von einem starken Ausgebot von BundeS'Marschällen und Wachen der Kohlen-Gesellschaft begleiet wurden. Wurden todt aufgefunden. I o l a. Kan.', 1. Dez. Frau Jennie Johnson und JameS Williams wurden Beide heute todt in der Woh nung von Frau Johnson aufgefunden. Die Polizei erklärt, daß Williams erst die Frau erschoß und dann Selbstmord beging, indem er sich die Kehle durchschnitt. Frachtzüge stoßen zu s a m m e n. Peabody, KanS., 1. Dez. In Folge eines Zusammenstoße von Rock Island Frachtzügen wurden 3 Mann getödtet. NichtCarnegie'sTochter Ist, wie der Stahlkönig sagt, Frau Chadwick. New I ork, 1. Dez. DaS getrofsene Abkommen zwischen den Anwälten von Frau Cassie L. Chadwick aus Cleveland einerseits und dem Herrn T. Newton von Brooklyn, Mass., andererseits, wurde heute von beiden Partheien definitiv angenommen. Damit fällt die von Henrh Newton gegen Frau Chadwick angestrengte Klage zur Erlangung von S190.000 in sich zusammen. Die definitive Annahme wurde nach einer im Park Ave. Hotel abgehaltenen Conferenz beschlossen, bei der der Bankier Newton und sein Anwalt auS Bofton gegenwärtig waren.. . George Ryall, der hiesige Anwalt deS Herrn Newton, erklärte, daß er fest davon überzeugt sei, daß innerhalb weniger Tage Alles in der befriedigen sten Weise in Ordnung gebracht werde. Wo Frau Chadwick daS Geld hernehmen will, um ihre Schulden zu bezahlen, weiß Herr Ryall nicht anzuheben. Er giebt nur an. daß in New Jork und in Cleveland die Frau mächtige Freunde hat. Fernerhin gab er zu verstehen, daß viele Ansprüche gegen Fr. Chadwick nicht legitimer Natur seien und Leute versuchten Geld von ihr zu erpressen, daß aber nur legitime Ansprüche bezahlt' würden. Frau Cassie L. Chadwick, das gegenwürtig in solch arger Klemme fitzende Pumpgenie soll bei der Erlangung der großen Darlehen von Banken und Privatpersonen die Behauptung als Handhabe benutzt haben, sie sei eine Tochter Andrew Carnegie'S. Sein Name ob echt oder gefälscht ziert angeblich die 5500,000 Note, auf welche sie von der gestern geschlossenen Citizen's National Bank von Oberlin eine Summe erlangte, deren Höhe nicht bestimmt bekannt ist, die sich aber auf mehr als S340,000 belaufen soll. Carnegie behauptet hingegen, weder mit der. Frau verwandt zu sein noch Wechsel für sie endossirt. zu haben. Von der Citizens' National Bank in Oberlin erlangte Frau Chadwick Dar lehen im Betrage von ö240,000, vier mal so viel als das -Aktienkapital der Bank, und weitere persönliche Darlehen von Präsident Beckwith und Sekretär Spear im Betrage von S102 000. Beckwith will den anderen Di rektoren schon vor einem Monat gesagt haben, die Bank solle geschlossen wer den. Er gesteht zu, daß er die Dar leben machte, ohne seine Kollegen zu konsultiren, will aber später klaren Ausschluß gegeben haben. Nach seiner eigenen Erklärung hielt er das Risiko anfänglich für nicht gewagt. Ich hatte ihr seit Jahren kleinere Summen privatim verschafft manch mal 815,000, manchmal $20,000. Diese Summen wurden immer prompt bezahlt. Auf diese Welse erlangte sie mein Vertrauen und ich lieh ihr Geld, das dcr Bank qebörte", erzählte der gebrochene alte Mann beute. 65 kam ganz allmählich Die Summen wuchsen und wuchsen und schließlich saß ich so tief in der Klemme, daß ich nicht mehr

zurück konnte. Ich arbeitete in der

Hoffnung, daß nicht Alles verloren sei. daß sie bald bezahlen könnte. Dann sah ich das Institut, an dessen'Aufbau ich ein Leben lang gearbeitet, zu Grunde gehen und mit. ihm mein Renommee. Bis dahin hatte ich der Frau Chadwick unbedingt vertraut. Dann hörte ich von der Newton'schen Klage um S180.000. Ich fuhr nach Cleveland und suchte Frau Chadwick auf. Ich bat und flehte auf meinen Knieen bat und flehte ich , nicht um mein eigenes Geld, sondern um das Geld der Bank um meine Ehre; sie konnte nicht zahlen. Dir Ruin war nicht zu vermeiden. Der Foolkiller" Macht seinem. Namen alle Ehre. S t e v e n s v i l l e . Mich., 1. Dez. Peter Nissm, der in einem Ballonschiffe über den Michigansee zu fliegen versuchte,' wurde beute 2z Meilen westlich von hier todt am Strande gefunden. Man nimmt an, daß seine Leiche während der Nacht an den hiesigen . Strand gespült wurde. Der Ballon wurde ungefähr 20 Ruthen entfernt von ihm in sehr beschädigtem Zustande gefunden. Die Leiche wurde hierher gebracht, woselbst fie' in der Stadthalle liegt. Die Hände und daS Geficht waren erfroren und die GefichtSzüge-zeugten von unendlichen Leiden. Die Kleidung war etwas zerrissen. Die Leiche wurde von Frau Collier aufgefunden, die auf einer Farm in der Nähe deS SeeS wohnt. Ch ic a g o,.1. Dez. A. M. Ganzel und Walter Ganzel sowie Andrew Niessen mietheten heute ein Boot, um uach dem Verbleib von Peter Niessen mit seinem rollenden Ballonschiff Umschau zu halten. Die Hoffnungen Peter Niessen noch am Leben zu treffen,' find äußerst schwach. Sollte der Ballon wirklich noch auf der Oberfläche deS See'S treiben. so befürchtet man, daß Niessen in Folge der Kälte entweder todt oder stch in sterbendem Zustande befindet. Abgefahren: New Jork: La Savoie" nach Havre. Queenstown: Fnesland" nach Pblla- . delphia; Oceanic" nach NewYork. , Schlechte Schüler. Es ist eine alte Geschichte und mag vielen Eltern ein Trost sein, daß eine ansehnliche Reihe bedeutender Männer in der Schule durchaus keine Musterknaben waren. Karl v. Linne, der Begründer der wissenschaftlichen Botanik, mußte aus der Schule genommen werden und wurde zu einem Schuster in die Lehre gethan. Erst später entdeckte ihn ein Arzt in der Schusterftube. Dem Bahnbrecher auf dem Gebiete der Ehe mie, Justus v. Liebig, gehörte stets "der letzte Platz m der Klasse und der dum me Justus" war zur stehenden Redensart bei den Kommüüonen geworden. Alexander v. Humboldt war als Kind, im Gegensatz zu seinem Bruder, so schwachsinnig, daß seine Lehrer und seine Mutter zu der Ueberzeugung kamen, er eigne sich zum Studiren gar nicht, und Humboldt sagte selbst, daß es ihm ganz plötzlich licht im Kopfe ge worden fei. Bürger, der Balladendichter, quälte sich als Knabe bei den latei nischen Konjugationen tagelang ab, ehe er nur eine Form in den Kopf gebracht hatte, und Walter Scott, der berühmte englische Romanschreiber, war all seiner Lehrer Schrecken. Noch auf der Umversttät zu Edinburg prophezeite ihm ein Professor, daß er es zu nichts bringen werde. Der geistreiche englische Kritiker und Politiker Swift fiel auf der Hochschule zu Dublin so kräftig durch's Examen, daß man ihm in Oxford nicht die Aufnahme zur Vollendung seiner Studien gewähren wollte. Auch Wellington zeichnete sich in seiner Kindheit durch Trägheit und Ungeschicklichkeit aus, und der. große Napoleon war als Knabe sehr schwer von Begriff und entwickelte sich zuerst auf der Kriegsschule zu Bnenne. . Hogarth, der große Hu morist in Bildern, wurde von seinen Lehrern für stumpfsinnig erklärt. Thorwaldsen.der geniale dänische Bildhauer, mußte in der zweiten Klasse feiner heimathlichen Schule drei volle Jahre sitzen. Schließlich wird berichtet, daß der berühmte Chirurg Theodor Billroth seinerzeit auch ein recht mittelmäßiger Schüler gewesen sei. Eir? iJhatxiixxicn. .Der Diurmst Meierle ist ein Phä nomen der Anspruchslosigkeit und Genügsamkeit. Als er neulich in ärzt licher Behandlung stand, fand der Do! .tor absolut, nichts, was er. ihm vermeten konnte. 4 Bringt den Magen in Ordnung in einer Woche. durch Drake'S Paloietto Wwe. Keine Befchwerden mehr nach drei Tagen. . .heilt, um aebeilt au bleiben. Prodeflafche ist frei - wenn Ihr eure Adresse an die Drale For maia Company, .yicago cinieiwet.

NkgenproMonci! in China. Merkwürdige Gebräuche un) Sluöschreit' gen in trvikcucn Seiten. Die chinesischen Provinzen am mitt, leren und unteren Jangtzekiang find die Kornkammer des Reiches, aber sie leiden zuweilen unter schlimmen Dürren.

In solchen Zeiten pflegen die Manda rinen die Götter um Regen anzuflehen. In Jtschang ist es Sitte, daß bei be- ' sorgnißerregender Trockenheit jedes der umliegenden Dörfer an den zuständigen Mandarinen in der Stadt eine Mordnung schickt, die ihn ersucht, die Deputation zu dem Tempel ihres Dorfes zu begleiten, damit er dort bete. . Jedes Mitglied der Abordnung hat emen Kranz von Blättern auf dem Kopf und eine Flagge mit dem Namen ihres Dorses m der Hand. Das unvermeidliche Getöse mit allerhand Instrumenten und der ebenso unvermeidliche Weihrauch dürfen natürlich nicht fehlen. Die Leute ' kommen m der heißesten Tageszeit ohne irgend eine Kopfbedeckung. Falls ihnen Jemand begegnet, der m einem Tragsessel fitzt oder emen Sonnenschirm trägt, so wird er ohne Weiteres aus dem Sessel gezogen, und der Schirm wird zerrissen. Der Beweggrund hiersur ist. sehr einfach: man glaubt, die Götter würden eher Mitleid empfinden und Regenwolken schicken, wenn sie alle Menschen der sengenden Gluth der Sonne ausgesetzt sehen. Vor ewiger Zeit begab es sich, daß der Mandarin sich weigerte, eme solche Deputation zu begleiten, weil er kurz vorher emen Trauerfall in feiner Familie gehabt hatte, der sonst bei den Chinesen fast alles entschuldigt. Aber die erbitterten Vertreter des Dorfes zertrümmerten das Thor seiner Amtswohnung, und das hatte die beabsichtigte Wirkung. Die fremden Konsuln lassen bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich eine Warnung an ihre Staatsangehörigen ergehen, wonn fie sie ersuchen, sich möglichst selten auf die Straßen zu begeben, so lange derartige Prozessionen den Weg passiren. Das ist eine durchaus gerechtfertigte Maßregel, denn die in der Sonne glühenden Chinesen sind nicht gerade gut gelaunt. Uniform-Vorschriften. Der Kriegssekretär der Ver. Staaten hat die Empfehlungen des Generalstabes bezüglich der Vornahme von Aenderungen an den Uniformen in der Bundesarmee in Kraft gesetzt. Danach wird die Bestimmung bezuglich der Ersetzung des amerikanischen Wappen als Kragenschmuck durch die Buchstaben U. S." am 1. Juni 1905 vorgenommen werden. Die vorgeschriebene Kappe soll in den Garnisonen zu der Uniform getragen werden, aber der Kampagnehut bl-ibt für gewisse Gelegenheiten auch noch im Gebrauch. Bezüglich des Tragens der weißen Uniform wird den Offizieren und Mannschaften keine Vorschrift gemacht.' Den Soldaten wird untersagt, an ihren Uniformstücken Aenderungen vornehmen zu lassen, da sie die Neigung verrathen haben, die Uniformstücke sich zu eng anliegend herstellen zu lassen, besonders in der Brustgegend. Es wird ferner vorgeschrieben, da Dekorationen, welche von ausländischen Regierungen verliehen worden sind, von Offizieren und Mannschaften im Dienst bei den Bundestruppen nicht getragen werden dürfen da das Gesetz ein solches Tragen im Dienst untersagt. Eine wollene Uniform wird für den Dienst in den Ver. Staaten und Baumwoll-Khaki für den Dienst in den Tropen borgeschrieben. Der Segen deS Zarcvitsch. Eine merkwürdige Anekdote über die Abfahrt der baltischen Flotte wird einem englischen Blatte aus Petersburg berichtet. Ehe der Zar sie zum letzten Male besichtigte, ließ er ihren BefehlsHaber, den Admiral Rodjestwenski, kommen und führte ihn in ein Zimmer. in dem die Kaiserin mit dem kleinen Zarewitsch auf dem Schooße saß. Der Kaiser forderte den Admiral auf, die Hand des Kindes zu nehmen. Vorsichtig that der Admiral, wie ihm geheißen war, und fand dann in den zierlichen Fäustchen des Kindes ein kleines Heiligenbild, das er seitdem selbst trägt. Der Kaiser aber sagte ernsthaft zu , ihm: Admiral, mein Sohn segnet Sie Der Segen scheint, eine merkwürdige Wirkung gehabt zu haben die erste Kriegsthat des Admirals war der Angriff auf die englische Fischerflotte. Mißglücktes sozialpolitisches Experiment. Vor einigen Jahren machte Nürnberg, Bayern, den Versuch, Miethshäuser für Bedienstete der Stadt zu errichten. Es wurden damals 19 Häuser errichtet. Die Wohnungen wurden aber wemg gesucht; obschon nur eine Verzinsung von Prozent und eine Tilgungsfrist. von 100 Jahren angenoinmen wird, muffte der Stadtsäckel für 1903 .den Betrag von 4220 Mark daraufzahlen. T a b a k s p f l a n z e r gab es in Bayern im Jahre 1903 10,224. Sie vertheilten sich auf eine Gesammtfläche von 269,322 Ar (1 Ar gleich 119.6 Quadratyards). Die Ernte betrug 4,984,545 Kilogramms! Kilogramm gleich 2J2 ammkcmsche Pfund) und blieb um 440,226 Kilogramm gegen das vorhergegangene Jahr zurück; der Gesammtwerth der Tabakswerthe (4.040,502 Mark) hatte eine Minderung von 368,127 Mark.

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