Indiana Tribüne, Volume 28, Number 86, Indianapolis, Marion County, 1 December 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, I. Dezember 1901
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1" f t 44 ri JS- s -? (Isrtfthung.) Was er boffte, wünschte, war ja nicht viel weniger alZ ein Wunder. Und doch er traute ihr wundervolle Kräfte, ungemejsenc FähigZciten zu. War sie mcht seine Mutter? 26. K a p i t e l. 'sieder verließ ein Sohn das Mutterhaus. Der geliebte Schn. Hatte Karls Fortgang zur Universität allen Bewohnern der Ailla Edina ein Aufathmen, eine Erleichtcrung bedeutet, so schwamm nun der ganze weibliche HauZhalt in Thräne'?. Unser Dio.yZ! Jedr verlor den wir! samsien Vermittler zwischen sich und Madame. Was sollte nun werden? Und Madame in dieser Stimmung! Dicnys hatte seiner Mutter noch einmal ernstlich zugeredet, mit ihm nach Berlin zu gehen, sein Leben zu theilen. . Wie die Verhältnisse jetzt liegen," erklärte er Mademoiselle, halte ich es für meine Pflicht." Er meinte es ehrlich. Seiner Mutter Verhalten machte ihn besorgt. . Sie war nicht heftig und erregt wie sonst, sie erging sich nicht in endlosen Erörterungen des Falles wie früher, wenn Karl sie getränkt hatte. Stumm, apathisch lag sie auf ihrer Chaiselongue, trotz der warmen Frühlingstage in schwere D-1en gehüllt, weil sie fortwährend frierend zusammenschauderte. Sie genoß fast leine Nahrung als ein wenig Vesfiea, ein wenig Champagner. Wohin diese Art zu leiden mit Regelmäßigkeil führte, wußten ihre Angehörigen aus böser Erfahrung nur zu wohl. Dionys versuchte sie durch sein: neuen Pläne, deren Einzelheiten er ihr, verständig erwogen, mittheilte., anzuregen, zu beleben. Vergebens. Sie erklärte sich für zu schwach, eine Reise zu unternehmen, für zu müde, ihre Eewohnheiten zu ändern. Aber daß Dionys auf den Vorschlac. immer wieder zurückkam, that ihr doch gut. Um seinetwillen begann sie aufzustehen und wieder zu essen. Das Sorgen für seine Bedürfnisse zerstreute sie wohlthaug. Je hinfälliger sie selbst sich fühlte, desto bedürftiger schien ihr der kräftige, junge Mann der ängstlichsten Obhut. Sie bat Doris Nüder. ihren Liebling schwesterlich auf seiner Reise zu beschützen, m Berlin em gesundes Zimmer für ihn zu suchen und sich zu überzeiigen, daß er an eine gute und nahrhafte Küche gerathe. Toris versprach es von Herzen gern. Es war ihr eine Freude, sich der Frau, durch deren Gut- sie. so viel genojjen. endlich einmal wirklich dankbar beweisen zu können. Zu Dionys aber sagte sie traurig: Ich habe heut zum erstenmal bemerkt. daß Ihre Mutter alt wird." Dionys hatte ihr imponirt in diesen Wochen. Zwischen den aufgeregten, verweinten Frauen hatte er mit ruhiger Ueberlegenheit gewaltet. Die Art, wie er seine Mutter behandelte, zeigte, daß er zum Mann: gereift war. Aber sein letzter Abschied erschien Doris denn doch zu gehalten, zu kühl. Ihm wur den nicht einmal die Augen naß, und sie selbst, die Unbetheiligte, mußte die Thränen trocknen beim Anblick des schmerzzucki'nden Gesichtes, der blauen Augen, dir ihnen mit einem so verzwei selten Ausdruck nachschauten, als der Wagen an der Gartenpforte sich m Be wegung setzte. Dionys saß während des weiten Weges zum Bahnhof schweigend neben Doris. Sie bemerkte in seinem Gesicht zum erstenmal den nervösen, abgespannten Zug, der dem Antlitz seines Brudes zu Haus fast unausgesetzt eigen war. Er nahm die Biüets für sie, und Doris sorgte mit ihrer größeren Gewandtheit im Reisen, dasj sie vom Schaffner ein leeres Koupe in gewiesen bekamen, dionys stand c.n offenen Fenster. Als die Bahnhofshalle und die letzten Gebäude von Bernhardshausen verschwanden, reckte er die Arme tbat einen tiefen Athemzug und faaie: Gott sei Dank, das w'äre überstanden." Die letzte Zeit mit Ihrer Mutter war nicht leicht," jagte Doris iheilnehmend. Aber es ist doch etwas werth. von einem Menjchen so geliebt zu wer den . . .Das ist's ja eben " murmelte Dionys. In seinem Ton lag eine hoff nungslose Traurigkeit. Er wendete sich nach Toris um. Die Thränen stürzten unaufhaltsam über sein Gesicht. Er fiel vor ihr nieder, Umfaßte sie Hilfe suchend und barg laut und heftig schluchzend den Kopf m ihrem Schooß. Er lag da wie ein starker junger Bäum, der von einem unerwarteten Wirbelsturm niedergeworfen ist, unter der Wucht der ihn plötzlich überfallenden Gemuthserschutterung. Doris strich ihm tröstend über das Haar und ließ ihn sich ausweinen. Sie ? v vrt iaü pi08ncg einen ganz anoern cen fdjenjn ihm, einen Menschen, der ihr
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-t-t. 44 VV xt n Qoirtan Von Gabriele Reuter . j. .!! JLi. . AA ß. 0 3ß3ö8 unendlich viel herzlichere, und wärmere Gefühe erweckte, als der bisher gekannte schöne, gleichmäßig heitere Göttersohn Dionys. Das ist so furchtbar, sagte er leise. ohne den Kopf zu erheben, meine Mutter hat mich so lieb, nnd ich kann sie nicht in der gleichen Weise wieder lieben. Ich kann nicht! Karl war ja grausam, abscheulich es ihr zu sagen. Aber er hat recht gesehen. Sie hat mir meine Kindheit verdorben, durch die unaufbörlichen schrecklichen Szenen mit Karl. Niemals habe ich tonnen eine Stunde lang von Herzen vergnügt sein. immer dachte ich: jetzt kommt wieder etwas... Und sie hätte doch alles darum gegeben, mich glücklich zu machen. Seit die Dinge zwischen ihr und Karl schlimmer und schlimmer wurden da war es fast nicht mehr zu ertragen . . . Ihre Liebe stößt mich fast ab ihre Zärtlichkeit ist mir entsetzlich. Ich will ja gewiß alles thun, um ihr das Leben zu erleichtern aber ich beneide Karl ... daß er den Muth gehabt hat, sich von ihr frei zu machen!" Geht es mir denn anders als Ihnen?" fragte Doris leise. Wir tragen alle schwer an der vorigen Generation." Und die nächste wird wieder an uns tragen," sagte Dionys, das Antlitz zu ihr erhoben, und seine Arme schlössen sich fester und fester um ihren Leib. In semer Seele war durch das Weinen, durch den ungewohnten Gefühlsausbruch alles gleicysam erweicht, geoffnet . . . Es wurde ihm wohl wie nie zuvor m Doris' Rahe. Er suhlte mit einer ungeahnten Wonne ihre Hand in seinem Haar spielen. Leise, wie in einem schonen Traum, hob er den Kopf, und sie neigte den ihren, und unbewußt dessen, was sie suchten, berührten sich ihre LippenSie wurden Beide roth und wagten sich nicht anzublicken. Ihre Herzen schlugen in heftigen Schlägen. Auf's Neue fand sein Mund den ihren und wieder küßten sie sich', inniger, länger, leiden schaftlicher. Er preßte sie fest an sich und murmelte: Meine Doris." Und sie antwortete: ;Mein Dio nys." Endlich, nach einer langen Weile, befreite sie sich aus dem Bann seiner überströmenden Liebkosungen und sagte aufathmend und jich das Haar zurück streichend: Aber Dionys was sind wir für Kmder." Kinder?" fragte Dionys. Ich denke doch nicht. Weißt Du, Doris, daß Du meine Nrau werden wirst!" So ein junges Blut und will hei rathen," rief Doris lachend. Damit hat's noch gute Weile. Aber es war doch schön gelt? Und warum soll man das Schone nicht genießen wenn es auch vorübergeht!" Hast Du mich wirklich lieb. Doris?" Ob! Ich wußte ja gar nicht, was da in Dir steckte . . ." Ich auch nicht. Aber nun weiß ich's und vergesse es nicht wieder. Und Du redest von vorübergehen?" Ach, geht denn nicht alles vorüber?" nef sie wehmuthsvoll. Weiht Du, Doris," sagte er. sich ganz verständig neben sie setzend und ihre Hand nehmend, ich sehe klar, daß ich Deiner noch mcht würdig bin. Du, eine große Künstlerin, und ich vor ein paar Tagen noch Gymnasiast! Aber Du sollst sehen, ich werde es bald zu einer angesehenen Stelluna brinaen. Und ich bleibe Dir treu!" Dons nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände, mit ein-r seltsamen Mischung von mütterlicher Sorge und jäh erwach.er Lust an dieser kräftlgen jungen Mannheit blickte sie ihn an. Ihr Lächeln wußte mehr vom Leben als seine Worte, und sie legte nicht sehr viel Gewicht auf das Versprechen des schonen Knaben, der nun zum erstenmal in die Welt hinaustreten sollte. Leise küßte sie seme Stirn und sagte lnmg: Ich bleibe Deme Freundin." 27. K a p i t e l. ach wenigen Wochen schon überraschte Dionys die Mutter mit seinem Besuch. Nur für einige Stunden kam er von Berlin herüber. Sie war begluckt über das Zeichen seiner Anhänglichkeit. Um ihm zu beweisen, daß sie keine egoistische Mutter fei. schickte sie ihn Abends in's Theater. Doris hatte in einer neu einstudirten Oper eine interessante Rolle zu singen Frau Vürgelin rechnete sich das Opfer hoch an sie ahnte nicht,- daß sie ohne die neue Rolle ihren Sohn schwerlich so bald zu sehen bekommen hätte. Dio nys machte während des Mittagessens die Bemerkung, daß Frau Burgelm sich im Gespräch niemals direkt an Mademoiselle wendete und ihr Gesicht einen kalten und feindseligen Ausdruck annahm, sobald sie an die Gegenwart der jungen Schweizerin gemahnt wurde. Als er Abends nach dem Theater einen Augenblick mit der Aubert in seinem
alten Schulzimmer allein war, fragte er, was zwischen ihnen vorgefallen sei. Mademoiselle schaute bekümmert zu Boden. , Dionys, ich werde mich bald nach einer andern Stelle umsehen müssen. Ich habe bereits nach der Schweiz geschrieben." , Aber das das ist ja gar nicht möglich," rief Dionys erschrocken. Nein, davon kann keine Rede sein. Sie dürsen es mir und Karl nicht anthun. Wir können doch Mama nicht allein mit Pauline lassen. Sie wissen ja, ihre körperliche Pflege besorgt sie sehr gut. aber sie ist doch ein ungebildeter Dienstbvte, der vieles mißversteht. Wir habm doch alle den Beweis, daß sie oft, wenn Mama in schlechter Stimmung ist, mehr aufreizt, statt sie zu besänftigen. Was sollen wir denn machen, wem: wir Sie nicht mehr hier wis sen?" Mademoiselle blickte ihn dankbar an. Ich würde ja gern meine Pflicht thun. Aber Madame kann meine Gegenwart nicht mehr ertragen. Ich empfinde es täglich." Haben Sie Geduld mit ihr." Die fehlt mir gewiß mcht. Aber Sie sehen ja selbst: Madame richtet kein Wort mehr an mich. Selbst wenn ich im Zimmer bin, theilt sie mir ihre Wünsche durch Pauline mit. Das geht doch auf die Dauer nicht. Dionys, ich habe auch meinen Stolz ... ich bin nur eine arme Gesellschafterin, aber ich ver-
lange, daß man mich behandelt wie eine Dame und nicht wie einen ungehorsamen Sklaven." Seit wann liegen die Dinge so?" Seit Ihre Mutter von mir verlangte, ich solle ihr erklären, daß ich Karl für einen schlechten Charakter und einen Schurken halte. Ich habe mich geweigert. Ich habe ihr gesagt, daß ich ihn hoch schätze als Menschen und viel von ihm' erwarte, trotzdem ich sein Betragen gegen sie nicht billigen kann. Seitdem ist alles aus zwischen uns. Ich habe Karl gebeten, mir nicht mehr zu schreiben, auch ich richte keine Briefe mehr an ihn. Das ist alles, was ich thun kann. Anfangs glaubte ich, ihr Zorn würde sich mit der Zeit legen. Aber daran ist nicht mehr zu denken. O Dionys, Sie können sich nicht vorstellen, wie mißtrauisch Ihre Mutter geworden ist seit dem schrecklichen Brie'e von-Karl. Er hätte das nicht sagen dürfen. Er hatte kein Recht, zu beHäupten,' sie werde von Niemand geliebt, und wir alle heuchelten nur um unsres Vortheils oder um der Furcht willen. Ich habe ihr bewiesen, daß ich sie nicht fürchte . . . Aber ich fühle, wie meine Liebe zu ihrvonTag zuTag mehr verschwindet. Ach nie hätte ich geglaubt, daß Ihre Mutter, 'die ich so über alles hochgehalten habe, so böse, so schlecht, so grausam sein könnte. Wie sie auf jede Weise versucht, sich an Karl zu rächen, Sie können es nicht glauben . . . Sie stellt ihn den Menschen als einen völlig Verworfenen hin . . . Karl hat versucht, bei einem alten Bekannten Ihrer Familie auf sein Erbtheil hin eine Geldanleihe zu machen zum Zweck seiner Ausbildung. Sie hat keine Mühe gescheut, es zu vereiteln. Und es ist ihr gelungen." Mademoiselle hauchte die letzten Worte fast.unhörbar. Sehen Sie, Dionys, ihre Freunde ziehen sich nach und nach immer mehr von ihr zurück. Sie mögen das Klagen nicht mit anhören. Madame sagte neulich, die Deutschen seien ein undankbares Volk, sie wolle nichts mehr nr't ihnen zu thun haben, weil Philipp sie nicht besucht hat. Philipp ist Karls Freund er hält doch zu ihm, wie kann sie sich darüber wundern." Dionys nickte gedankenvoll. Und Karl bildet ,ich ein, er hätte etwas Gutes erreicht mit seinem Brief... Warum in aller Welt hat er sich nicht damit begnügt, das Geld, das sie ihi.i auszahlen wollte, durch den Bankier anzunehmen und sich im Uebrigen still zu verhalten? Warum handelt er nur immer so unverständig?" Wie geht es ihm?" fragte-Made-moiselle leite, als wage sie in diesem Hause nicht mehr, eine solche Frage laut zu thun. ' Ich habe nur flüchtige Karten von ihm. Er arbeitet bei Julien in dem großen Atelier. Aber er sprach in seiner letzten Nachricht schon davon, es sei ihm dort zu laut, zu unruhig. Sobald er ein wenig Bescheid wisse, were er sich ein eigenes Atelier nehmen. Etwas Geld hat er ja noch von dem Erbtheil umrer Tante. Gott weiß, wie lange es re'.chen wird... Die Ausbildung eines Bildhauers ist auch so besonders theuer..." Ich glaubte, er wolle kunstgewerblicher Entwerfer werden?" Ja, doch auf breitester künstlerischer Basis. Einige Freunde von uns in Berlin haben ihm kleine Aufträge gegeben. Aber das ist ja wie ein Tropfen auf einen heißen Stein ... Ich fürchte, er verstrickt sich in Schulden . . . Nun im äußersten Nothfall hat er ja immer mich ..." Dionys nahm seine Reisetasche und ging zum Bahnhof, die Drosche i : sparen. 23. K a p i t e l. 3 gibt Schicksalsschläae. die. wenn der Mensch sie sich in der Phantasie ausmalt, ihm so unyebeuerlich dünken, daß ihn zugleich wie ein Trost die Ueberzeugung erfüllt: Das kann nicht geschehen, denn ich könnte es nicht ertragen.' Er mag sich nicht vorstellen, daß es danach noch ein Leben gibt er bebt schaudernd da-
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vor zurück, dieses Kommende mit dem Gedanken zu betrachten. Und doch wenn das Ereigniß. das wir für unmöglich hielten, eingetreten ist, dann folgt auch das Kommende: das Unausdenkbare. Es legt sich um uns mit den Tagen, den Nächten; es spinnt uns ein mit den Wochen und Monden und wir leben das Dasein, daö wir für unmöglich hielten. Und am Tage, unter den Menschen wundern wir uns kaum noch darüber, wir gehen dahin wie Schlafwandelnde. Nur des Nachts, wenn wir aus tiefen Träumen erwachen, überfällt uns plötzlich wieder das Grauen, das Entsetzen . . . Und dann beginnt das Ringen mit dem Unerträglichen. Bis der Morgen kommt und das Unerträgliche weiter getragen wird. Darum lernen unglückliche Menschen die Ncchte fürchten. Frau BÜ7gelin, die zu stolz war, um sich dem Unglück leicht zu ergeben, traf Vorsichtsmaßregeln gegen die dunklen Stunden wie gegen heimtückische Feinde, die überlistet werden mußten. Oft hatte Pauline bis gegen zwei Uhr bei ihr zu thun, und endlos währte das Waschen. Baden und Kämmen. Helle Wachskerzen mußten brennen, und viele Bücher lagen auf dem Tisch neben ihrem Bett . . . Und Morgens kam zuweilen der Schlaf. Aber trotz der Bücher und der Wachskerzen ließen sich die Gedanken nicht bannen, welche die Vergagenhei! durchwühlten und sich in alle alten Schmerzen c'.nbohrtcn. Anfangs grübelte und plante sie noch viel für die Zukunft: Wie sie sich zu Karl stellen könne, wenn er sich eines Tages zu ihr zurückfinden werde... Wie die Brüder verkehren sollten, und unter welchen Bedingungen sie einen Verkehr zwischen ihnen überhaupt gestatten dürfe. Und sie überlegte, ob sie ihren alten Freund, den Herzog von Bernhardshausen, bitten solle, die VerMittlerrolle zwischen ihr und ihrem Sohn zu übernehmen. Denn es mußte doch etwas geschehen . . . Sie betrachtete die tödtliche Stille, die zwischen ihr und Karl eingetreten war, doch nur
als einen Uebergang. Die Stunden waren endlos öde. E fehlte ihr die fortwährende Erregung der täglichen leidenschaftlichen Briefe, der Telegramme. die zwischen ihr und Karl hin und her geflogen waren. Es fehlte ibr auch die prickelnde, nervöse Exaltation der langen, stürmischen und pathetisehen Szenen... Dieser kurze und verhältnißmäßig ruhige Wortwechsel sollte das' Letzte gewesen fein ? Weil sie sich nicht mehr an Karl wenden konnte, schrieb sie Fräulein von Kalb, die den Winter in Paris zubrachte, endlose Briefe, welche für ihren Sohn berechnet waren, bis die Stiftsdame ihr antwortete: Es sei jetzt nichts zu 'thun, Karl wisse. genau, was er wolle,, und werde seinen Weg schon gehen. Sie müsse bitten, den Gegenstand fallen zu lassen. Auch als sie sich endlich entschloß, den Herzog einzuweihen, fand sie geringes Entgegenkommen. Ja Hoheit schien sich sogar für Karls seltsame, kunstreformatorische Pläne zu erwärmen. Der Sommer verging. Frau Vürgelin blieb in der Stadt. Sie hatte keine Freude mehr an dem Häuschen im Dambachgrund. Sie hatte keinen Wunsch mehr, lustige junge Gäste um sich zu sehen. Sie fuhr auch in der Stadt nicht mehr aus, und es vergingen Wochen, in denen sie den Garten nicht betrat. Stundenlang lag sie müde, traurig auf ihrer Chaiselongue. Es bildete sich um ihre Glieder ein krankes, blutloses Fett, das ihr jede Vewegung noch mehr erschwerte. Sie konnte keinen, auch nicht den geringsten Widerspruch in den gleichgiltigsten Dingen mehr vertragen. Eigen war es auch, daß sie, die früher drei Sprachen mit gleicher Sicherheit beherrscht hatte, mehr und mehr zu ihrer Muttersprache, dem Englisch zurücklehrte. Sie gab -sich kaum noch Mühe, mit Doris deutsch zu spiechen, trotzdem sie wußte, daß diese nur wenig - Englisch verstand. Die begeisterte Liebe, welche sie für Deutschland besessen, verschwand mehr und mehr. Sie begann mit Ostentation alles Britische als emzig gut und richtig zu preisen, eine Eigenschaft, die sie stets als einen Fehler und eine Lächerlichkeit bei ihren Landsleuten empfunden hatte. Und sie versagte sich sogar das Glück, Dionys in den Ferien bei sich zu sehen, um ihn nach England auf die Schlösser seiner Onkel zu senden. Als er dort bei Gelegenheit einer Jagd dem Prinzen von Wales vorgestellt wurde, empfand sie dies als nne Freude und Ehre, über die sie selbst sich noch vor wenigen Jabren lustig oemacht haben würde. Sie erzählte Do-is viel und gern von ihren schottischen Kindheitseindrücken. Und im Verkehr mit ihren Untergebenen, m dem sie immer einen menschlich liebendwürdigen Ton gefunden hatte, kehrte sie mehr und mehr die gleichgiltige und hochmüthige Lady hervor. Mademoiselle weinte im Stillen oft heiße Thränen über di: Veränderung. . Als sie ihrer Herrin mittheilte, daß sie zum neuen Jahr in ihre Heima'h zurückzukehren denke, willigte Frau Bürgelin kurz und kühl ein. Und doch war Mattmotselle zehn Jahre lang von ihr mit Güte und Liebe überhäuft worden.. (Fortsetzung folgt.) . Von den Mitgliedein ,Zns Rs,ball-Klubs in Memphis, Tenn., erfreuen sich zwei zu einem Team gehörige der Namen Kam und Adel. .
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