Indiana Tribüne, Volume 28, Number 86, Indianapolis, Marion County, 1 December 1904 — Page 6
Judiana Tribüne, ! Dezember 1903
6
H M H 3 deutschen Haushaltungen so ohl ie in amerikanischen ist Dr. JJugust Koenig's H H hoch geschätzt zur Heilung von jnltoi, Erkaltung, Dronchitis, geiserkeit, Der echte Thee ist ebenfalls bekannt als das beste Heil. Mittel gegen Grippe. H H CFr wärmt tat Blut, vermin der den Sket,, stärkt, stellt wieder her und heilt. H a ..Warum nicht Ihr Heim.. anziehend machen, durch den Ge brauch eines Garlaild Ofen... ....und.. .. Range... Dieselben übertreffen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. ' Dieselbe werde mit Vergnüge gezeigt. Zu WILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. 551 1 I 1 1 I II 1 l 155 55 14,55555 ? T 117 U DI TrVTVMT t V vv i rfe i iw i i i . w w m m j ' rn v A y Rechtsanwalt. (Früher Konsul in Deutschland.) Deutscher rrt. . mi i . rn i muiat uns Notar, z Praktizirt in allen Gerichtshöfen j&er Ver. Staaten. z 613 State Life Gebäude. ff i u 15X-1-M-I1-555551I5555 ..-.Herrenschneider... No. 1020 Süd Meridian Str. ZUebrigfte Preise. Gute? Passen garantirt. Theodore F. Smither. gelchickter und zuverlässiger ...Dachdeöer... Vech' und ttiesdacher. Dacher von Asphalt nnd Gilsonit. Sngros-Händler in allen Arten vo? DachnNterialien. Telephon: Neu 361. 301 West Maryland Str. 6Uftt U ftdt v enate ve. und Marylaod tt.
M
Oamburger Krusttliee w ii
I
i.rf1 t? WM ffü .V rrf"' "fljV 4a MöWW 5? VA-t -tzlA!- y Jt,AÄ" i-fv
Zos. F
titm,
Europäische Nachrichten.
Sachsen. Dresden. Adolph und Martin Renner, in Firma Adolph Nenner, haben anläßlich bes fünfzigjährigen Bestehens der Firma Adolph Renner 3000 Mark für die Armen Dresdens gespendet. Privatus Johann Traugott Neumann ist hier sanft entschlasen, der das Alter von 100 Jahren und 6 Monaten erreicht hat. Der Entfchlafene, der Röhrhofsgasse 10 wohnte, war 1804 in Friedersdorf bei Görlitz geboren. 1 F a l k e n st e i n. Unter Vergiftungserscheinungen erkrankte das dreijährige und kurz darauf das sechsjährige Söhnchen des Handelsmanns Freitag. Die Kinder haben wahrscheinlich Giftbeeren gegessen. Ein drittes Kind liegt schwer krank darnieder. Großröhrsdorf. Fabrikbescher Hermann Schöne. Inhaber der Firma Ioh.Christ. Schöne, stiftete aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit für sein Arbeiterpersonal eine Summe von über 4000 Mark. Löbau. Goldschläger Jahne ist auf dem Nachhausewege in einen Bach gestürzt und hat dabei so schwere Vers letzungen am Kopfe erlitten, daß er gestorben ist. Lug au. Mittels Dynamit tödtete sich hier der 40 Jahre alte Bergarbeite: R. Bauch. Leipzig. Auf dem Bayerischen Bahnhöfe wurde der Lampenwärter Finsterbusch durch den Nachtschnellzug München - Leipzig'- Berlin übersahren und erlitt an beiden Unterstenkeln schwere Verletzungen. Gustav Lange feierte sein 25jähriges Jubiläum als Oberpacker der Firma Bünger & Janke. Stadtrath Janke.Mitinhaber der Firma, feierte in einem Rückblicke auf die verflossenen 25Jahre den Jubilar in herzlichen Worten. Mülsen Sankt Michael. Hier verschied der Fabrikbesitzer Engelmann, Mitglied der zweiten Ständekammer für den 37. ländlichen Wahlkreis. Der Verstorbene, der zahlreiche Ehrenämter bekleidete, erfreute sich allgemeinerHochachtung und Werthschätzung. O s ch a tz. Letztens vollendeten sich 40 Jahre, seit der Oberpostschaffner Packmeister Wagner vom hiesigenPostamt in den Postdienst eingetreten ist. P lauen i. V. Einen bedauerlichen Abschluß hat das goldene Bürgerjubiläum des Kaufmanns Stauß gefunden. Der greise Herr kam, als er 'unweit seiner Wohnung einem vorüberfahrenden Geschirr ausweichen wollte, zu Fall und erlitt einen Beinbruch. . Kefsen'Aarmlradt. Darmstadt. Jakob Rupp von hier beging die Erinnerungsseier feiner 25jährigen Thätigkeit als Silberarbeite: im Hause E. L. Victor. . V e n s h e i m. Der in weiteren Kreisen .bekannte Kaufmann Jean Hartmann, früher Besitzer des eingegangenen Gasthofes Zur Traube", ist nach langem schwerem Leiden gestorben. B i n g e n. Der Hilfs - Schaffner Dulius aus Münster bei Vingen wurde von einer Rangirmaschine erfaßt und so schwer verletzt, daß er starb. Langen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, Heinrich Thon, Heinrich Dröll V., Karl Mich. Dröll. Christoph Phil. Pfannmüller, Daniel Werner, Philipp Schmidt, Johann Wilhelm Herth, Ludwig Metzger und Philipp Keim. Friedberg. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerweh ren wurde verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, Ferdinand Damm, Karl Konrad Müller, Georg Schneid, Heinrich Hohmann, Hermann Strauß, Joh. Kissel und Christ. Hanstein. Mainz. Die 68jährige Wittwe Veith wurde in Nah mit einer klaffenden Wunde am Hinterkopfe todt auf der Dorfstraße aufgefunden. Oppenheim. Kreisschulinspektor Schulrath Müller von hier trat in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er tolle 48 Jahre im Dienste des hessischen Volksschulwesens überaus ersprießlich und segensreich thätig geWesen. Wayern. München. Das drei Jahre alte Töchterchen des Malergehilfen David Späth, Thal 11 im vierten Stock wohnhaft, stürzte von dem an der Rückseite des Hauses befindlichen Balkon in den Hof herab und trug sehr schwere innere Verletzungen und einen Bruch des linken Unterschenkels davon. Die Freiwillige Sanitätskolonne überführte die verunglückte Kleine in das Hauner'sche Kinderspital, wo sie kurz darauf starb. Unterm Karlsthor wurde de? 80jährige taubstumme Pfründner des St. Josephspitales N. Schulze von einem Metzgerfuhrwerk überfahren, gerieth unter das Pferd und erliit so schwere Verletzungen am Arm und Unterleib, daß er, alsbald nach seiner Verbringung ins Spital verschied. Vaiersdorf (Erlangen). Die Herren Seligmann, Chefs der bekannten Vankfirma in Frankfurt a. M., Paris, London und New York, haben dem hiesigen Städtchen 10,000 Mark zum Gedächtniß an ihre dort hegrabenen Eltern geschenkt mit dem
Bemerken, sie würben, wenn -diese Summe nicht für eine Kinderbewahransialt ausreichen sollte, auch für die Mehrkosten aufkommen. Der Bau ist indes durch andere Gaben, darunter 1000 Mark vom Geh. Commerzienrath Gerngroß - Nürnberg, gesichert. V a m b e r g. Der Senior der hiesigen Lehrerschaft Lehrer Friedrich Gähn feierte sein 50jähriges Lehrerjubiläum. Der Jubilar war in der hiesigen Bevölkerung sehr beliebt, er ist seit 44 Jahren ununterbrochen hier thätig. Bad Reichen hall. Der hier zur Kur weilende Cigarettenfabrikant Einii Apfelberg aus Constantinopel entleibte sich auf einer Bank am seitlichen Kurgarteneingang mittels Revolverschusses in die rechte Schläfe. 'Der Selbstmörder war schwer leidend und gemüthskrank. Großmain. Der Obermedizinalrath, Hofrath und vormalige Leibarzt der "Prinzessin Gisela. Dr. Max Ritter von Braun, hier, feierte kürzlich in aller Stille sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum. L a u f !. B. Zwischen den Stativnen Röthenbach bei Lauf und Lauf l. P. wurde ein 81jähriger Mann Namens Georg Sixt aus Dehnburg bei Lauf von der ' Lokomotive eines Schnellzuges erfaßt und beiseite gestoßen. Der Verletzte wurde in den Zug aufgenommen und nach hier verbracht, wo er verschied. E ii x n h it g. Ans seltsame Weise kam der sechs Jahre alte Wechselwärtersohn Paul Stauffer ums Leben. Er fand auf der Straße einen noch glimwenden Cigarrenstummel und steckte ihn in die Hosentasche. Alsbald stand das Bübchen in hellen Flammen. Ein ihm beispringender Herr erlitt leichte,' das Kind selbst aber so schwereBrandWunden, daß eS starb. Schwandorf. Im wohlfüllten Stadel des Kunstmühlcnbesitzers Stettnec entstand Feuer, so daß der Stadel bald in hellen Flammen stand und große Feuergarben in die Höhe sandte. Das anstoßende Wohnhaus sowie die Schreinereigebäude und die Stallung des Baumeisters Urban sowie zwei weitere nicht gefüllte Stadel waren in überraschend kurzer Zeit ein Raub der Flammen, denen auch größere Holz- und Kohlenvorräthe zum Opfer fielen. Württemberg. Stuttgart. DaS 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit im Dienste der Handelskammer kann demnächst deren Sekretär Prof. Dr. Huber begehen, der sich um die Kammer wie um die Entwicklung von Handel und Industrie in unserem Lande überhaupt während dieser Zeit große Verdienste erworben hat. Magazinier Gottlieb Motz konnte auf eine 25jährige Thätigkeit im Hause Mohn und Höchel, Garnhaus, hier, zurückblicken. Aus diesem Anlaß hatten seine Prinzipale das ganze Personal und auch eine größere Anzahl früherer Angestellter zu einem Abendessen im Hotel Textor eingeladen. Vinsdorf bei Sulz am Neckar. In einem Schuppen in der Nähe deS Pfarrhauses brach Feuer aus das sich so rasend schnell verbreitete, daß irr kurzer Zeit 40 Gebäude eingeäschert waren. Das Vieh ist meist gerettet, dagegen sind die großen Ern-te-und Futtervorräthe 'und sämmtliches Mobiliar verbrannt. Das Städtchen zählt nicht viel mehr wie 800 Einwohner. Dürrmenz-Mühlacker. In der Scheuer deS Spezereiwaarenhändlers G. Stahl brach Feuer aus, das trotz raschen und thatkräftigen Eingreifens der hiesigen Feuerwehr, die später durch die Feuerwehr von ,Lomersheim unterstützt wurde, auch das Wohnhaus des Stahl, sowie Haus und Scheuer des Gottl. Hasenauer vollständig zerstörte. E ß l i n g e n. Der in einer hiesigen Metallwaarenfabrik angestellte Werkführer Stiefel vergiftete sich. Ueber das Motiv der That sind die Ansichten getheilt.' Feuerbach. Kürzlich wurde der Weinberghüter Fr. Krömer schwer verwundet in seinem Bett aufgefun den. Die Pistole, die er in seinem Beruf als Weinberghüter benützte, lag neben ihm. Der Verletzte soll in guten Verhältnissen leben. Ob ein Unglück oder Fahrlässigkeit vorliegt, ist nicht aufgeklärt. Hörfchweiler. Der 30jährige Bauer Georg Schübel erstach den 50jährigen Gemeinderath Friedrich Heß auf dem Heimwege vom Wirthshaus nach vorausgegangenem Streite. Waden. Karlsruhe. Ein schwerer Unfall ist Dr. Edmund Dambacher, einem sehr beliebten und viel beschäftigten jungen Arzt, zugestoßen. Er verunglückte beim Spazierenreiten durch Scheuwerden des Pferdes, das auf ihn zu liegen kam und ihm schwere innere Verletzungen zufügte. Dr. Dambacher ist behandelnder Arzt im städtischen Vierordtsbad und Direktionsarzt der Allgemeinen Versorgungsanstalt. Donaueschingen. DaS Ehrenzeichen sür 25jährige Dienstzeit erhielten die Feuerwehrmänner Joh.Hall und Gustav Specht und für 20jährige Dienstzeit Th. Benz, A. Dreß, A. Hauser, Joh. Hölderle, A. Reichmann, K. Stier, St. Tröndle und K. Willmann; der Fabrikbedienstete .Ferdinand Haggenjos erhielt die Medaille für treue Arbeit".
Hornberg. Der Steinhauer Wöhrle wollte 50 Cenner Gurtsteine auf einem Wagen über den Bühl transportiren. Auf dem Bühl kam der Wagen ins Schießen, sauste den Bühl herab und riß das eiserne Bachgeländer sammt dem steinernen Geländerpfosten und einer starken Kugelakazie, sich überschlagend, in den tiefliegenden Gutachbach. Hierbei verunglückte der 78jährige ledige Taglöhner Chr. Wöhrle, ein schwerho'rigerMann, der zufällig am Bachgeländer stand und in den Bach hinabsah. Der Wagen erfaßte ihn von hinten, drückte ihn an den Geländerpfosten und nahm ihn mit sich in die Tfe. Der Tod trat sofort ein. Langenschiltach. Der große Bauernhof des Landwirths Reuter brannte nebst Futter- und Erntevorräthen im Zinken Erlenmoos nieder. Der Schaden beträgt etwa 13,000 Mark; er ist durch Versicherung gedeckt. Das Vieh konnte gerettet werden. Ein- fünfjähriger Knabe sieht im Verdacht, den Brand verursacht zu haben. Mannheim. Hofschauspieler Hermann Jakobi feierte das- 40jhrige Jubiläum feiner Zugehörigkeit zum Verbände des hiesigen Hoftheaters. Meersburg. Hier erhängte sich Seminardiener Theodor Pfaff sen. in seiner Wohnung. Er war seit einiger Zeit geisteskrank. N e s s e l w a n g e n. Als der hiesige Landwirth Frei Obst pflücken wollte, stürzte er aus eine? Höhe von zehn Meter herab. Er zog sich einen Schädelbruch zu, der seinen Tod verursachte. Der Verunglückte war 80 Jahre alt. Oestringen (Bruchsaal). Infolge Kurzschlusses entstand im Hause des Fuhrmanns D. Buchmüller Feuer, welches so rasch um sich griff, daß in Kürze sechs Wohnhäuser und sechs Scheunen abbrannten. Der Schaden wird auf 50,000 Mark beziffert. W e i n h e i m. Fabrikant Hermann Ernst Freudenberg. Mitinhaber der Firma Carl Freudenberg, G. m. b. H. (Lacklederfabrik mit gegen 2000 Arbeitern), feierte mit seiner Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. 'Fltzeinpkarz. Gerhardsbrunn. Der dreißig Jahre alte Landwirth Albert Munzinger wurde vom Blitz erschlagen. Munzinger war auf dem Felde beschäftigt und wollte unter einem großen Birnbaum Schutz vor dem Regen suchen. Kleinottweiler. Vor Kurzem zog ein schweres Gewitter über die hiesige Gemeinde, wobei der Blitz die Ehefrau von Andreas Wien, Bergmann, Mutter von neun Kindern, tödtete. Im gleichen Zimmer befand sich ein Kind, das mit dem Schrecken davonkam. DaS HauS befindet sich ge--genüber der Wirthschaft von Müller, wo voriges Jahr durch Blitzschlag vier Personen umkamen. Der Blitz nahm seinen Weg durch den Schornstein, das Haus ist nur wenig beschädigt. Trippstadt. Auf seinem Sommersitz im Herrenhaus auf dem benachbarten Eisenhammer, wo er zur Sommerfrische weilte, verschied Frhr. Edmund v. Gienanth aus Brüssel, der Besitzer des Eisenhammers, im Alter von 53 Jahren. Mit. ihm ist der letzte der vier Brüder v. Gienanth, welche sämmtlich in der pfälzischen Industrie, namentlich der Eisen- und Stahlindustrie, große Erfolge erzielten, gestorben. W o l p l i n. Schneidermeister Friedrich Koch verunglückte derart, daß er an den Folgen gestorben ist. Koch wollte sich in eine Hängematte legen, die in der Klippelschen Gartenwirthschaft in geringer Höhe vom Boden angebracht war. kam aber zu Fall und brach das Rückgrat. Münch we i ler a. Als. Aus kaum nennenswerther Ursache geriethen der Ackerer Hassel und sein 23 Jahre alter Sohn Philipp mit einander in Streit, wobei Hassel jun. . den Mistkrappen und sein Vater eine Mistgabel ergriff. Letzterer stach den Sohn mit der Gabel in den Hals und verletzte ihn so schwer, daß sofort ärztliche Hilfe von Nöthen war. Ob der Schwerverletzte mit dem Leben davonkommt, ist fraglich. ' Raffini rt. Richter: Nachdem Sie nächtlicherweile in die Woynung der alten Privatiere eingebrochen waren, stahlen Sie, während die Dame schlief, außer Geld auch noch deren Perücke. Was haben Sie denn damit angefangen?" Einbrecher: Ja, wissen S', Herr Richter, die hab' ich nur deshalb gestohlen, damit die Dame am andern Morgen nicht sofort die Polizei verständigen konnte!" Gemüthlich. Der Schulze und ein Bauer sind im heftigen Streite, der Wirth sitzt schlaftrunken dabei. Da sagt der Bauer zum Schulzen ein beleidigendes Wort. Wirth," ruft der Schulze, hast gehört, was der Sandbauer zu mir gesagt hat?!" Nein," antwortet der Wirth zum Sandbauer gewendet, sag's noch a mal!" Ein Musikfreund, Bei der Soiree des Commerzienrathes Maier ersucht der Gastgeber den, Opernsänger Schrei, ein bestimmtes Lied vorzutragen. . Wünschen Sie, Herr Commerzienrath. es in A-Moll oder in C-Moll zu hören?" Bitte, singen Sie es erst aa mol, wann 's so gefällt, können Sie 's ja immer noch zehn Mol singen."
Der Vrandbrief. Humoreske von Max Hirschfeld. Der Student der Medizin Gottlieb Bimmel stand am Fenster seiner Bude", schaute nach der warm scheinenden Sonne, den grünenden Bäumen, welche den Fahrdamm einschlössen, den hübschen, Kindermädchen, welche auf den Bänken saßen und mit einander plauderten ja, das alles betrachtete er und seufzte. Natürlich des Geldes wegen; weswegen sollte ein Student sonst seufzen? Vorsichtigerweise hatte er sich bei Frau Wuppke, seiner Zimmerwirthin, in Pension gegeben; für die leiblichen Bedürfnisse war also gesorgt. Im Uebrigen zierten noch wenige Mark sein Portemonnaie, und nach acht Tagen war der große Vexeinsausflug mit Damen", da durfte Gottlieb Bimmel keineswegs fehlen. In seinem Geiste. zogen die verschiedenen Arten vorüber, auf welche er sich in Zeiten der Noth Geld verschafft hatte. An den Vater schreiben den Gedanken hatte er schon längst aufgegeben. Herr Bimmel senior war ein sparsamer Landwirth geiziger Bauer" pflegte Herr Bimmel jr. seinen Erzeuger in trüben Stunden zu nennen. Er beantwortete die außerordentlichen Geldforderungen seines Sohnes mit einem großen Aufwand von Witz, über den Gottlieb weit entfernt war, zu lachen, denn der andere hört aus allem nur das Nein. Die Komilitonen anpumpen? Jetzt, wo jeder sein Geld selbst brauchte, wäre ihm auch der letzte Freund mit der Frage: Kannst Du mir nicht soundsoviel Geld pumpen?" zuvorgekommen. Das Leihhaus? Der Winterüberzieher feligen Angedenkens befand sich fckon lange in diesem Institut. Die Uhr konnte er bei dem Vereinsausflug nicht entbehren. Bücher verkaufen? Das ist nicht so ohne," dachte Gottlieb, wir wollen einmal die alten Scharteken durchmustern. Er verwahrte die Bücher, die er zu seinen Studien nicht gebrauchte, auf dem Bodsn des Kleiderschrankes. Nun packte 'er sie aus und warf sie auf die Erde. Dabei wurde ein kleines buntes Bllchlein bis in die Mitte des Zimmers- geschleudert. Gottlieb hob es auf und las den Titel: Briefsteller für alle Lagen des Lebens." Auch für die Lage, in der ich mich gegenwärtig befinde," dachte er und blätterte in dem Büchlein, welches er in einer Bücberlott'.,:e gewonnen und unachtsam bei Sei gelvorfen hatte. Plötzlich stutzte er. Die Ueberschrift des Briefes No. 7 lautete: Ein Neffe bittet seinen wohlhabenden Onkel um ein Darlehn." Dabei fiel es Gottlieb ein, daß er wirklich einen wohlhabenden Onkel habe, das war Onkel Butterfaß auf Gut Striesow. O,,wie gut konnte er sich des Onkels Butterfaß entsinnen, der ihm immer Mandeln und Rosinen aus der Stadt gebracht hatten dann bekamen sie es aber mit der Grenzstreitigkeit. und als der Onkel den Prozeß verlor, zog er fort, kaufte das Gut Striesow und ließ nichts weiter von sich hören. Jedenfalls konnte man einen Versuch anstellen.' Schlimmstenfalls würde der Onkel gar nicht oder mit einer beleidigenden Abweisung antworten. Dann könnte er ja falls es ihm des Portos werth erscheine mit so flammender Entrüstung zurückschreiben, daß sämmtlichen Butterfässern übel und weh werden sollte. Kurz und gut, er sah keine Gefahr bei der Sache, und welcher Triumph, wenn sie günstig abliefe. Nachdem er diese Dinge in seinem Innern bekapitulirt hatte, begann er den Brief im Briefsteller" zu lesen: Theuerster Onkel! Schon lange habe ich Dir nicht geschrieben (stimmt auffallend," dachte Gottlieb, das letzte Mal schrieb ich vor zehn Jahren vom Gymnasium aus, als ich dem Onkel den Weihnachtswunschzettel schickte"), daher glaube ich. es ist endlich an der Zeit, daß ich Dir ein Lebenszeichen sende. Mir geht es glücklicherweise recht gut; von Dir und Deinen li?ben Angehörigen glaube ich dasselbe. Wenn ich sagte, es geht mir gut, so meinte ich dasselbe natürlich nur in gesundheitlicher Beziehung; Z anders steht es mit meinen pekuniären VerHältnissen. Auf Deine große Güte bauend " Als er soweit gekommen war, wurde er durch Klopfen an der Thür unterbrochen, und ohne das Herein" abzuwarten, trat der biedene Schneider Fips ein und präsentirte ihm eine Rechnung. Ich würde nicht so lange gewartet haben, Herr Bimmel, aber da ich Jhren Herrn Vater kenne 1 Zum Donnerwetter, ich habe hnen doch erst neulich gesagt, daß ich erst am nächsten Ersten " Nur nicht so hitzig. Herr. Bimmel. Sie scheinen .das Temperament von Ihrem Herrn Vater geerbt zu haben." Ich? Ich habe in meinem Leben noch nie etwas geerbt." Als es ihm endlich gelungen war, den Schneider zu entfernen, sah er nach der Uhr. So spät schon? Da muß ich auf d?e Kneipe. Heute darf ich nicht fehlen.' Und was den Brief anbetrifft ha, ein Gedanke! Der Onkel kennt ja meine Handschrift gegenwärtig nicht. Er öffnete die Th!k? und rief: Frau Wuppke!" Wa3 vünschen' Sie, Herr BimQil?"
Schicken Sie mir doch mal Ibren Hans." Hans Wuppke war Tertianer und besaß eine ziemlich ausgebildete Handfchrift. Ihn wies Gottlieb an, den Brief abzuschreiben, zu unterzeichnen und zu adressiren Auch bändiate er ihm ein Geldstück ein, welches theils zur Frankirung. theils als Belohnung des Schreibers dienen sollte. Es vergingen nur einige Tage, als Gottlieb durch eine große Kiste überrascht wurde, welche ihm der Postbote brachte. Auf dem Deckel der Kiste war zu lesen, daß dieselbe aus Striesow komme. Der gute Onkel!" rief Gottlieb. Mit großer Ungeduld öffnete er die Kiste. Zuerst kamen einige Würste und ein mächtiger Schinken zum Vorscbein, ferner ein Tafelservice für sechs Personen, eine silberne Kinderklappe und ein Kinderkleid. Was Gottlieb bei diesem Anblick schon in ein gelindes Erstaunen gerathen, so wuchs, dieses noch mehr, als er folgendes Begleitschreiben las: ' Lieber Gottlieb! Freut mich, daß Du noch in Liebe Deines alten Onkels gedenkst. Dein Vater, der alte Gauner nimm mir das nicht übel, ich habe mich zu sehr über ihn geärgert will also nichts herausrücken? Leider bin ich auch knapp bei Kasse, deshalb will ich aber nicht versäumen, Dir das Hochzeitsgeschenk und einige Sache für den kleinen Karl zu senden. Warum hast Du mir Deine Verheirathung nicht angezeigt? Meine ganze Familie läßt Dich, Deine' liebe Frau (was ist sie denn für eine Geborene?) und Deinen Jungen bestens begrüßen. Dein Onkel. Kaum hatte Gottlieb diesen Brief gelesen, als er zu den Büchern eilte und nach dem Briefsteller" griff. Der Brief No. 7 lautete an der Stelle, an welcher er aufgehört hatte, zu lesen, weiter: , Auf Deine große Güte bauend, bitte ich Dich um eine kleine Unterstützung. Meinetwegen würde ich sicherlich nicht Deine Großmuth in Anspruch nehmen, aber es ist bitter, Frau nd Kind darben zu lassen. Meine Emilie, die den kleinen Karl auf dem Arm hätt, .steht neben mir und läßt den lieben Onkel bestens grüßen." Mit Hilfe feiner Wirthin gelang es Gottlieb, alle gesandten Sachen zu versilbern und genug Geld für den Ausflug zusammenzubringen. An seinen Onkel aber sandte er zwei Wochen später folgendes Schreiben: Lieber Onkel! Wen die Götter lieben, dem wollen sie wohl, aber wen das schwere schreckliche Schicksal trifft, der hat immer Pech. Man soll niemals den Zorn des Hades reizen, und wer die ewigen Mächte zu seinen Zeinden hat, der kann sich begraben lassen. Trotz alledem und nichtsdestoweniger sage ich Dir meinen besten Dank für alle Deine lieben Gaben. Leider hatten weder Emilie noch Karl lange Genuß davon; sie sind beide nach kurzer Krankheit dahingeschieden und ruhen schon acht Tage lang im Grabe. Da ich nun wieder allein bin, habe ich beschlössen, Medizin zu studiren. Der Vater wird mir alle Monate einen Wechsel senden, der aber wohl nicht ausreichen wird. Doch will ich Deine Güte nicht weiter in Anspruch nehmen. Es grüßt bestens Dein Neffe Gottlieb Bimmel."
! Eine Selvstmordstattstik. Für neun Zehntel aller Selbstmorde kommen, so schreibt man aus Berlin, nur vier Hauptarten in Betracht. Das Berliner Statistische Jahrbuch bringt hierüber für das Jahrzehnt 1892 1901 eine Zusammenstellung, die die Selbstmorde von zusammen 3624 männlichen und 1163 weiblichen Personen berücksichtigt. Das gewöhnlichste Mittel, dessen die Lebensmüden sich bedienen, um ihrem Leben ein Ende zu machen, ist noch immer der Strick. Von je 100 männlichen Selbstmördern erhängten sich 45. Bei den Frauen ist das Erhängen weniger häufig als bei den Männern, aber auch hier fleht es bei den Selbstmordarten noch an erster Stelle. Von je 100 weiblichen SelbstMördern griffen 35 zum Strick. Bei den Männern folgt an zweiter. Stelle der Selbstmord durch Erschießen, der mit 25 v. H. aller Fälle vertreten ist. Von den Frauen dagegen wählten diese Todesart knapp 6 v. H. Bei den Frauen steht an zweiter Stelle der Tod durch Ertränken, mit rund 28 v. H., während diese Art des Selbstmordes vo'i den Männern nur in 15 v. H. aller Fälle gewählt wurde. Auch zum Gift griffen die Frauen öfter als die Männer, die Frauen in 19 v. H., die Männer nur in Sy2 v. H. aller Fälle. Bei den Frauen spielt schließlich auch noch der Selbstmord durch Sturz, Stoß u. f. w. eine größere Rolle als bei den Männern. Dort war er mit 9y2 v. H., hier nur mit 2y2 v. H.. vertreten. - Kaltblütig. Räuber: Halt! oder ich gebe Feuer. Reisender: Danke sehr . für Ihre Liebenswürdigkeit, ich rauche nicht. Ahnungsvoll. Kassirer eines Theaters, als zur ausverkauften Premiere ein Herr noch ein Billet haben will: Bedaure, es ist auch nicht eine einzige Karte mehr da!... Aber fragen Sie nach dem ersten Akt vielleicht wieder nachl" .
