Indiana Tribüne, Volume 28, Number 86, Indianapolis, Marion County, 1 December 1904 — Page 3

Jndianä Tribüne, 1. Dezember 1904

Aerzte.

DR. F. M PKAY, Spezialin. Bugen, Ohren, Nase und öaU 31 Oft Ohio Straße, JndianaVoliS. , Hnm VedäuS. - CTflct-Ctusbea : ? l Utjr Vorm.; 15 Uhr. Nach. EenntazI v a diZ 4 Uhr Nachm. Dr. Carl G. Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Kran! heiten. GeburtShülfe Spezialität. Offtee: 14 West Ohio Str. OZfiLtundm : 10 11 orm. 4 ach. Sotagl : J0 10.30 Bm. rekPhsn. Neu 43. Wohnung: 1250 Madisou Rtt SpreS Runden : 78 Sbendl Sonntag? : 6e Nachm. lSohnnng Telephone: tau 2025 ; Neu. os Dr. j. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin- urwÄectun Arankheiten. Ofilce i 155 OK Market Str. Tel. 34) Ok?.e5-Ttnndea : 9 bi 10 Udr 8m.: ,bi4vhr. Bestellen Sie Ihren Anzug odcrNcberziehcr ....von ... W. G. SCHNEIDER va erhalten Sie perfektes Passen und die feinste Arbeit zu den nied rigsten Preisen. Anzüge oder Ueberzieher auf Bestellung $15, $18, $20, $2 5, aufwärt?. Hosen 83, 8, 83 8 38 Monument Platz. Ich gebe'S Gesang-, Piano- . . und ... Orgel-Unterricht m allen Phasen dieser Künste und garantire meinen Schülern volle Zufriedenheit. Fidel kl. Lefter. The Lester Studio, No. 7 Oft North Strahe. Neue! Phone 593 Wm.Stofltar aloon 202 Nord Noble str NeneS Telephon 2001. lliti Staölirt 1863, nimmt jederzeit Engage mentS entgegen. Irgendwelche Orchester Mufik und irgend eine Anzahl von Mufiknm kird geliefert. Neue Ausstattung und new Uniformen. R. A. Miller, Director. venry Sprengpfeil, SeschäftSführer. 301 Kentucku venue. Telephon . . , , , Reu 4593. Die crfect Gas Nange wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE IHDIAIIAP0LIS GAS CO., 49 S. Pennsylvania Str. PEACOCK snmp Kohlen Mit Gabeln geladen. $4 0-per Tvnne-s4.0 Gerade wie Ohio Jaöson Koh!en. Nichts besseres für den Kochofen. Stets 2000 Pfund zur Tonne. Home Fuel Co. (Incorporlrt.) Neuer Phone 9291. . AlteS Phone, Main 1'50.

lutigc Kämpfe vor Port Arthur.

Minist MMcr's

Generalstreik in Buenos Ayres. Russen vernichten e!n's ihrer Schiffe.

Vermehrung der deutschen Cavallerie. Das japanische Parlament eröffue.

Ost'Asien. Bulletin. T o k i o, 1. Dez. Die Japaner haben den 203 M e t e r H ü g e l erstürmt u n d i m B e s i tz. Kampf um den 203 Meter Hügel. Tokio, 30. Nov. Das kaiserliche Hauptquartier erließ folgende Bekanntmzchung: Unsere Truppenmacht, welch: gegen den 203 Meter Hügel operirt, avan cirte heute um 10 Uhr von den schon eroberten Laufgräben auS bis zur Spitze des Hügels und kämpft nun um den Besitz des südöstlichen 'Theiles deö am Gipfel gelegenen Forts. Der dlu ige Kampf dauert jetzt noch 7 Uhr AbendS ununterbrochen fort." Unbestimmte Nachrichten. St. Petersburg. 3Q. Nov. Officielle und private Depeschen, welche diese Nacht hier einliefen, melden, daß die Japaner sich hinter Sinsitsin zurück gezogen haben. Sie hatten seit einigen Tagen versucht eine Flankenbewegung auszuführen. Nach viertägigem ernstem aber erfolzlosen Kampf befinden sie sich von den Russen verfolgt auf dem Rück zuge. ES ist bis jetzt noch nicht abzu. sehen, ob der Kampf irgend welche Be deutung hat. Der russische Conful in Ehe Foo telegraphirt, daß die Japaner zwei FortS um Port Arthur am 29. November genommen hätten, doch ist dies noch nicht bestätigt. Der Consul meldet, daß die japanischen Verluste 5000 Mann betrugen. Aus dem russischen Hauptquartier. M u k den, 30. Nov. Auf der aanun ftnrnt berrscht Rube. Die größte Schwierigkeit bereitet die Beschvffung von Feuerung und Proviant. Sollten vorsichtiger - sein. London, 1. Dez. Von Shang Hai wird telegraphirt, daß ein russischer Torpedodoot-Zerstörer, der in den Ha fen von Vladivostock einfahren wollte. durch russische Geschütze irrtümlicher Weise in den Grund gebohrt wurde. Das japanische Parlam e n t e r ö f f n e t. Tokio, 30. Nov. Der Mikado eröffnete heute formell das zweite Par lament. Escortirt von einer Schaar Lanzen trägern fuhr der Kaiser, begleitet vom Kronprinzen, seinem Stäbe und Mit gliedern des kaiserlichen Haushaltes, in einer Staatskarosse durch die, Straßen dei Stadt nach dem Parlament, wo selbst sich beide Häuser versammelt hatten. Das diplomatische Corps und viele hochstehende Regierungsbeamte waren bei der feierlichen Eröffnung des KriegSratheS anwesend. Deutschland. MöllerüberdenSta hl. Trust. ; Berlin. 30. Nov. Jm.preußi schen Landtag wurden zwei Tage einer animirtrn Debatte über die Vorlage, welche 17,500,000 Zwecks Erwerb der Hidernia Kohlengruben verwilligt, ge widmet. ' Minister Möller wieö darauf hin. daß, als die Vertrustung der großen Eisen-Gesellschaften mit den Kohlen Interessen begann, die Regierung ihr Augenmerk daraus richtete, Kohlengru ben im Seldstbesitz zu haben, die es ermöglichen, nöthigenfalls im Interesse des Publikums dem Syndikat die Stirne zu bieten. Der Minister wies sodann auf die Trusts in Amerika hin und warnte Deutschland gegen Nachahmung des Systems. Seit mehreren Jahren, sagte Herr Möller, waren wir unter dem Einfluß dieser mächtigen amerikanischen Orga nisationen. Mir glaubten, die Ame rikaner, hottenden Stein bei Weifen entdeckt. Nach einiger Zeit wurden wir eines Besseren belehrt. Die Größe des Stahltrust blendete uns Deutschen am meisten. Aber in welche Lage kam diese Corporation?

Ansicht fit Trusts

Um eine Organisation zu Wege zu bringen, mußte wie verrückt überkapi talistrt werden. Und nun ist die Corporation nicht mehr Herr der Situation im eigenen Lande. Der Stahltrust controllirt jetzt nur noch 45 Prozent der Produktion gegen 80 Prozent bei seinem Beginn. Vor solchen Experimenten möge Deutschland bewahrt bleiben." Vermehrung der Cavall e r i e. Berlin. 30. Nov. Trotzdem eS gewiß erscheint,- daß daS Militär-Pro-gramm der Regierung vom Reichstag mit anständiger Majorität angenommen wurde, werden die Radikalen die Gelegenheit nicht vorbeigehen lassen, den Ministern Schwierigkeiteu zu machen. Besonders wird die Vorlage, die Cavallerie um 23 Schwadronen zu vermehren, so daß sie mit den 17 Schwad ronen bentttener Scharfschützen neun neue CavallerieRegimenter bilden, auf heftigen Widerstand stoßen. Der Ge neralstab erklärt, daß dieser Zuwachs nöthig ist, um die Corps zu completi ren. Man wirl einwenden, daß die Nation die erhöhte Ausgabe nicht tra gen kann, wo die Nationalschuld seit 1887 schon 8 mal vergrößert sei. Da malö betrug sie $121,500,000. Finanzmisere. Berlin, 30. Nov. Der Reichs. haushalts.Etat für das Jahr 1905, welcher dem Reichstag in dieser Sitzung zugehen wird, weist Ausgaben in der Höhe von 2316 Millionen Mark auf. Von dieser Summe entfallen 2241 Millionen auf den ordentlichen Etat und 75 Millionen auf den außer ordentlichen. Die Ausgaben über steigen diejenigen des Vorjahres um 127 Millionen. 293 Millionen sind durch eine Anleihe aufzutreiben. Außerdem soll der Reichskanzler ermächtigt werden, bis zu 275 Millionen Mark Schaßanrreisungen auszugeben. Das Etats.Desicit wird auf 75 Mil. lionen Mart. veranschlagt, von welchem Betrage 24 Millionen durch ungedeckte Matrikularbeiträge und 51 Millionen durch eine Zuschußanleihe aufzubringen sind, so daß die seit einigen Jahren bestehende Borgwirthschaft fortgesetzt wird, weil sonst die Balancirung des Etats unmöglich wäre. Die Neuaufstellung des ReichShauS Halts Voranschlages hat ziemliche Schwierigkeiten bereitet. Die Ausga ben steigern sich, ganz abgesehen von den durchaus nothwendigen Neuforde rungen verschiedene Ressorts, an die len Stellen in Folge gefaßter Be schlüge. Der Rückgang aus den Ein nahmen der Getreidezölle hat fortge dauert und der Zuwachs an Einnah men aus dem verstärkten Zuckerconsum ist kein Aequivalent gewesen. Mit der Möglichkeit deS Zustandekommens neuer Handelsverträge konnte die Reichs Jinanzverwaltung auch noch nicht rech nen, und. so hatte sie ihren Schützungen keine anderen Grundlagen unterzule gen, als die gewohnten. DaS End ergebniß des Etats sür 1905 wird deß halb wiederum kein erfreuliches fein. In beneidenswerthem Gegensatze zu der Finanzmisere des Reiches steht die Finanzlage des größten BundesstaateS, Preußen. Nach den gegenwärtigen Voranschlügen wird der nächste preu ßische Etat, dank den ergiebigen Ein nahmequellen, kein Deficit 'ergeben. Der Hexenkessel. B e r l i n, 30. Nov. Nach Anga ben Boris Sarasoff'S, des Führers der mocedonischen Revolutionären, will man den nächsten allgemeinen Aufstand erst im Frühjahr 1906. nach Ablauf deS zweijährigen Termins für die öfter reichisch-russischen Reformbeftrebungen, die als ein vollständiger Fehlschlag und eine Maßnahme zur noch bitteren Be drückung der Landbevölkerung bezeich net werden, in's Werk setzen. Neuer dingS hat die Mobilisirung albanischer Truppen und türkischer Reservisten un ter dem Befehle de blutigen" Nazir Pascha beträchtliche Bestürzung hervor gerufen. .

Eine Nachricht auS Conftantinopel

besagt, dak die Vebörden der Provin zen Angora, Oidu und Trebizonde sei tens der Pferte angewiesen wurden, der Amerikanischen Bibelgesellschaft die im längst beschlagnahmten Bibeln zurück zuerstatten uud dem ferneren Verkaufe derselben kein Hinderniß zu bereiten. Unterstützung jüdischer Auswanderer. . Berlin, 30. Nov. AuS Kopen hagen kommt die Nachricht, daß dort auf Betreiben des Bankiers Gludeftadt eine Vereinigung hervorragender Ju den zu dem Zwecke gegründet worden ist, Glaubensgenossen im russischen Reiche zur Auswanderung nach Ame rika über dänische Häfen behilflich zu sein. Man sammelt jetzt Gelder, um Juden nicht nur das Verlassen deS Zarenreiches zu ermöglichen, sondern sie auch noch während der ersten Zeit ihres Aufenthaltes in den Ver. Staa ten zu unterstützen. Während des laufenden Jahres sollen etwa 10,000 jüdische Emigranten Dänemark verlassen haben. Einen' solchen Umfang hat der Verkehr in den skandinavischen Häfen angenom men. daß die Hamburg'AmerikaLtnie im Begriff steht, einen weiteren Dam pferanschluß zwischen Kopenhagen, Go thenburg, Christian! und New Jork herzustellen. DaS dänische Budget. Berlin, 30. Nov. Der dänische Finanzminister Hage legte dem Folkc thing den Budgetentwurf für daS am 1. April beginnende Finanzjahr 1905 1906 vor. Die Einnahmen werden auf 79,6 Millionen Kronen, die Ausgaben auf 79.5 Millionen Kronen ver anschlagt, sodaß der Entwurf einen Ueberschuß von etwa 100.000 Kronen aufweist. Der Ueberschuß der Staats Eisenbahnen wird auf 4 Millionen Kronen, die direkten Steuern auf 13.8 Millionen Kronen (H Millionen mehr als im Vorjahre), die indirekten Steuern auf 56,2 Millionen Kronen (ss.3 Millionen mehr als im Vorjahre) veranschlagt. Zur Arbeiter-Altersun-terstUgung trägt der Staat 3 Millionen Kronen bei. zu den Arbeiter-Kranken lassen 1i Millionen. Das Budget des Kriegsministeriums ist um 2z Millio nen Kronen niedriger als im Vorjahre, da 1905 keine größeren Manöver abge halten werden sollen und der Ankauf der neuen Feldgeschütze nunmehr abge schlössen ist. Das Budget des Marine Ministeriums ist ungesähr unverändert. Bezahlt sich. Berlin. 30. Nov. Der. Kaiser Wilhelm Kanal warf zum erstenmal seit seiner Fertigstellung einen hübschen Ueberschuß ab. 32.033 Schiffe Passir. ten den Kanal im letzten Jahre. Verliert ihr Erbe. Berlin, 30. Nov. Frau -Lill Braun, die bekannte Socialist! and Gattin deS früheren Reichstags-Abge-ordneten Heinrich Braun, ist von ihrer Tante,' Gräfin Klotilde von Hermann, ihrer socialistischen Tendenzen wegen, enterbt worden. Die bestellte Kaiser. Oper. Berlin, 30. Nov. Leoncavol lo's Oper Der Roland von Berlin' wird am 12. Dezember ihre Erstauffüh rung im Königlichen Opernhause zu Berlin finden. Die Proben haben un ter Mitwirkung des Kaisers begonnen, in dessen speziellem Auftrag der italie nische Komponist bekanntlich das Werk geschaffen hat. Der Kaiser hat üuch den scenischen Plan zu dem Mufik drama revidirt. Leoncavollo hat den Ausspruch gethan, ich bringe meinen deutschen Freunden und Kunstgenossen das Beste, was ich leisten konnte' AehnlicheS hat er früher schon erklärt. Die deutsche Presse ist der Ansicht, daß ein wahrhaft gujeS Werk sich von selbst empfiehlt und nicht von Kaiser und Künstlern speziell unterstützt zu werden braucht. Die präsentivsten Betheue rungen tragen nur dazu bei, daS Vorurtheil gegen die bestellte Kaiferoper zu vergrößern. Z u in 'S ch ü tz der Denk mäler der Natur. Berlin, 30. Nov. Auf Veran lassung des preußischen KultuSmi nisterS ist von Prof. Conwentz eine Denkschrift: Die Gefährdung, der Na turdenkmäler und Vorschläge zu ihrer Erhaltung" verfaßt worden, von deren Verbreitung eine Hebung deS In ter-ffeS und des Verständnisses für den Gegenstand in weiteren Kreisen er wartet wird und die auch in vorkom menden Füllenden Behörden einen An halt bieten kann. Ein RundErlaß deS Ministers des Innern lenkt die Auf.

merkfamkett auf diese Denkschrift mit der Weisung, den auf die Erhaltung der Naturdenkmäler gerichteten Be strebungen nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse thunlichst Förderung zu theil werden zu lüsien, soweit nicht wichtigere Rücksichten, insbesondere bei Unternehmungen zur Hebung des Ver kehrS, der Industrie, landwirthfchaft licher Kultur usw. eine Ausnahme be dingen. Argentinien. Ein Generalstreik. Buenos AyreS, 30. Nov. Die Regierung trifft alle Anordnungen um alle Ruhestörungen bei dem auf beute angekündigten AuSbruch des Generalstreiks mit bewaffneter Hand zu unterdrücken. . Bulgarien. Bulgarienrüstet. S o f i a, 30. Nov. Die National

Versammlung berieth hinter verschlos senen Thüren die Forderung des Kriegsministers für die außerordentliche Bewilligung von $8,400,000 zur Anschaffung von Geschützen und Küstenbefestigungen am Schwarzen Meer. Oesterreich'Ungarn. K a i s e r I o s e p h's W a h l. Wien, 30. Nov. Wie verlautet hat Kaiser Franz Joseph den Admiral Baron von Schaun als 5. Mitglied der Nordsee-Commisfion lauSersehen, sallS die Mitglieder der Commission sich über eine geeignete Person nicht einigen können. Kurze Depeschen. 30.s',November. N n ! a n d. Norfolk, Neb. Ein großes Prairiefeuer verheerte an der Rofebud Reservation ein Areal von 100 Qua dratmeilen. AnSland. Berlin. Kaiser Wilhelm hat die Pläne zur Grabung eines Tunnels unterhalb der berühmten Straße Un ter den Linden" und zwar in der Nähe des Königlichen Opernhauses geneh migt. Schiffsnachrichten. Angekommen. Antwerpen: 'Rhinland" von Pyila . ladelphia. Abgefahren. New York: Baltic" nach Liverpool; Nordamerika" nach Neapel und Genua. Queenstown: Saxonia" nach Boston. Einerwunderbaren Lei stuna kann sich die Londoner ..Evenina News" rühmen. Unter den politischen Nachrichten brachte sie unlängst neben wichtigen Meldungen vom Kriegsschauplatz und aus Vrgo folgende geographrsche Ungeheuerlichkeit: Aus dem Bodene ist eine japanische Flotte er schienen, die sich über Tirol in die GeWässer am polnischen Seegestade bcgeben wird." Wenn es als Scherz gemeint war, so steht es jedenfalls an der unrichtigen Stelle. Wollte die Evening News" damit die geographischen Kenntnisse ihrer Leser prüfen, oder aber ? Bei dem mangelnden geographischen Unterricht in den englischen Lehranstalten, der nur selten über die Grenzen des Vereinigten Königreichs und der Colonien hinausreicht, ist Alles möglich und selbst Redaktionen können da einen solchen Hereinfall erleben, wie er sich in dieser Politischen Nachricht" der Evening News" widerspiegelt. WWW ' Mir wollen euck frei, absolut kostenlos, eine Probeflasche Drake's Palmetta Wine" zusen den. Schickt uns eine Postkarte und schnell ist sie dort. Ihr wißt, daß schon in alttestament lichen Zeiten die Leute Wem tranken um ihres Magens willen". Aber der moderne Trauben wein ist nicht gut, weder für den Magen, noch das Gehirn, noch für die Tasche. .Drake's Pal metto Wine" ist ganz anders. Er sprudelt aus der Palmsrucht unseres eigenen sonnigen Sü dens hervor. Er ist ein vorzüglicher Appetiterreger. ein Tonic und ein Nervenstärker. Er reinigt und klärt das Blut und nährt dadurch Gehirn und Muskeln. Er kräftigt Athleten und nährt die Denker. grako'L?QmottoV!no Ist ferner eine natürliche Medizin. Er ist ein wunderbares Epezisilum für Verstopfung. Blüh ungen und alle dvspeptischen Beschwerden. Er heilt ganz positiv itatarrh der Nase, des Halses, der LNagens oder er Eingeweide. Er reguliert in vollkommener Weife die Leber, die Nieren und die Blase. Für Frauen ist er eine wahre Gottesgabe. Eine Eßlöffeldosis täglich kuriert alle diese Beschwerden. Der Wein bat einen retchen appetitlichen Beigeschmack und bringt sofortige Belebung. Wir beweisen alles Obige, indem wir eine freie Probestalche auf Ersuchen zusenden. Drake Forrnu'a Company, Drake Bldg., Chicago, Ist. eser srfllllttrt !- Trake'S Palmetta -iujiuuij. Wine" kostet in Slpothelcn 75 Cents die große Flasche die ge wohnliche Dollargröße aber eine Probeflasche wird Ihnen vollständig frei zugesandt, wenn Sie darum schreiben. ,

We

Dir englischen ?ischkrflotten. Schwimmende Törfer mit Kirche, Kranke Haus und Bibliothek-Unfälle. Die englischen Fischerflotten, die durch den heiklen Nordsee-Zwischen-fall" auch das Interesse der Außenwelt erregt haben, bestehen manchmal aus 100 Schiffen, von denen jedes eine Besatzung von fünf bis sieben Mann hat. Meistens betreiben sie die Schleppnetzfifcherei in der Nähe der Doggerbank. Diese große Sandbank, die auch der Schauplatz des russischen Ueberfalls war, ist von Westen nach Osten etwa320 englische Meilen lang und 40 Meilen breit. Von allen Fischgründen der Nordsee wird die Doggerbank wegen ihrer Größe und Ergiebigkeit am meisten besucht. Jeden Morgen bringt ein Schnelldampfer die Fische aller Schmacken nach dem 300 V!eilen entfernten London. Etwa 12,000 Mann bilden dieses Fischerheer, das den größten Theil des täglichen Bedarfes an Fischen in England liefert und auch das Rückgrat der britischen Marine-Reserve bildet. Seine Eigenart bekommt das Leben aus diesen Fischerflotten durch die Thätigkeit der englischen Mission für Tiefseefischer. Die Fischerflotten sind gewissermaßen schwimmende Dörfer. Jede hat ihre Kirche, ihr Krankenhaus, ihre Bibliothek und ihren Klub; das verdanken die Fischer der genannten Mission; sie ersetzt den Arzt, den Bibliothekar, den Gastgeber, den Briefträger und den Prediger. Ihre Arbeiten erstrecken sich jetzt auf die schottischen und irischen Fischereien bis an die öden Küsten Labradors; sie kommen aber hauptsächlich den Schleppnetzfischern der Nordsee zugute. Eines der Hospitalschiffe der Mission nahm auch die Verwundeten nach der Beschießung durch die Russen an Bord. Auf diesen Missionsschiffen fehlt es an nichts, was zum Fischen erforderlich ist, aber es ist auch alles vorhanden, was zur ärztlichen Behandlung und für die religiöse Bethätigung nöthig ist. Alle Fischer der Nordsee kennen die vier Schiffe, die sich den drei großen Schleppnetzfischerflotten zugesellen und Sommer wie Winter an ihrem täglichen Leben theilnehmen. Sie verkaufen auch guten Tabak zum Einkaufpreise, um den holländischen Händlern, die den Schiffen billigen Tabak abgaben und sie dadurch verleiteten, auch Getränke zu kaufen, entgegenzuwirken. Auf Grund eines Uebereinkommens mit dem Steuerdepartement erhalten die Missionsschiffe den Tabak zollfrei und können ihn nun so billig wie die Groghändler der holländischen Schiffe verkaufen. Sie haben Bücher, Zeitschriften und Spiele an Bord, und sie halten Gottesdienste unkonfessionellen Charakters ab. Im Winter leiten die Kapitäne die Arbeit; der Sommer bringt zahlreiche Helfer vom Land, Geistliche und Laien. We.nn an Sonntagen und an ruhigen Wochentagen das Fischen unmöglich ist, drängen sich auf Deck der Missionsschiffe die vom Wetter gebräunten Seebären. Das Kommen und Gehen dauert den ganzen Tag. Von diesen Männern hört man keine konventionellen Phrasen und gezierte Redensarten, dazu sind sie zu männlich und ernst. Sie erzählen ihren Gefährten von ihren Erfahrungen, und diese können am besten die Wahrheit ihrer Worte wägen und beurtheilen. Von diesen Fischern hört man ge-

wohnlich nur bei großen Unglücksfällen. So ertranken bei dem Sturmim Jahre 1883 360 Mann, und bei dem großen Sturm zu Weihnachten. 1894 kamen 200 um. . In den letzten acht Jahren ertranken 1304 infolge des Sinkens der Schleppnetzschiffe und weitere 825 fielen in's Wasser oder wurden, über Bord gefegt. Vegetarischer Künstler. Ueber den berühmten russischen BildHauer Fürst Troubetzkoi erzählt ein Mitarbeiter des Pariser Figaro": Fürst Troubetzkoi, ein baumstarker, bartloser Riese, ist ein überzeugter Vegetarier, der nicht einmal Milch und Eier genießt. Die Milch ist ihm ein Diebstahl an der natürlichen Nahrung für die Kälber," das Ei ein ungeborenes Huhn." Er spricht mit der inneren Ueberzeugung eines Apostels und donnert gegen alle Beefsteaks und Schnitzel, als wenn die Fleischfresser" Verbrecber oder wenigstens Idioten wären. Er liebt die Thiere mit einer rührenden Kindlichkeit und lebt in seinem Hause in Petersburg mit einem Bären, neun Hunden, zwei Wölfen und einem Kaninchen zusammen, die er alle zu Vegetariern erzogen hat. Seit sechs Jahren rührt der Fürst kein Fleisch mehr an. Er lebt von Gemüsen, in Oel gekocht, von Salat, von trockenem Brot, von rohen Früchten. Er fühlt sich bei dieser Lebensweise sehr wohl,, ist und ißt kräftiger als früher und behauptet, das Heilmittel gegen alle Krankheit in der Pflanzenkost gefunden zu haben. Die Feinschmeckerei ist ihm nicht nur eine Geschmacklosigkeit, sie erscheint ihm als ein Lastet. Wichtige gerichtliche Entscheidung. Das Amtsgericht zu Dresden hat den Besitzer eines dortigen Großgeschäfts in Geldstrafe genommen, weil er nicht für eine angemessene Mittagspause der Leiterinnen der Filialen des Geschäfts sorgte. Das Gericht wies den Einwand,-daß .diese Angestellten völlig selbstständig seien, zurück; sie seien Geschäftsgehilfinnen, denen nach der Gewerbeordnung eine angemessene Mittagspause gewährt werden müsse.