Indiana Tribüne, Volume 28, Number 85, Indianapolis, Marion County, 30 November 1904 — Page 6
G Jltdiana Tribüne, 80. November 1902.
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Europäische Nachrichten. Frcrinz Hannover. Hannover. Das hiesige Schwurpericht verurtheilte den Landwirth Friedrich Drel)er aus Eldagsen wegen äodtschlages, begangen im Jahre 1893 an seinem eigenen Vater, zu zehn Iahren Zuchthaus und zehn Jahren EhrVerlust. Seinen Verletzungen erlegen ist im hiesigen Krankenhause I der Fuhrmann Hermann Tiftimermann, gen. Fahlbusch, aus Burgdorf, welcher im Stalle des Zimmermeisters Klause daselbst von einem Pferde einen Huftritt atatn den Leib erbielt. Tödt-
liche Brandwunden erlitt das fünfjäh-! rige Töchterchen Elise des Landwirths Wöhler in Neu - Warmbüchen. Das Kind war, während die Eltern auf dem Felde arbeiteten, allein im Hause und muß wohl durch Spielen mit Streichhölzern Feuer entzündet haben. Vom Neubau abgestürzt ist der Maurerlehrling Köhe, Hagenstraße 28 wohnhaft. Der Unfall ereignete sich auf dem Bau an der Ecke der Krausenstraße und Sallstraße, von wo der anscheinend innerlich Schwerverletzte in das Krankenhaus I überführt wurde. Bergen a. d. D. Hilfsbremser Schulz aus Uelzen wurde hier auf dem Bahnhöfe beim Aufspringen auf einen in der Anfahrt begriffenen Güterzug überfahren und sofort getödtet. B o ck e n e m. In der Zuckerfabrik ist der Arbeiter Wilhelm Löhr das Opfer eines Unfalls geworden. Ein aus einem Maschinenhahn plötzlich herausfliegende? Hahnschlüssel (Küken) traf Löhr so gewaltig an den Unterleib, daß er bald darauf verstarb. x Gleidingen. Das Haus des Schlachtermeisters Thon gerieth in Brand. Die Wehren von Gleidingen, sowie der Nachbarorte Oesselse und Reihen waren schnell zur Stelle und wurden bald des Feuers Herr, so daß ein weiteres .Umsichgreifen verhütet wurde. Der Schlachtermeister Thon, der Brandstiftung verdächtig, wurde auf der Brandstelle verhaftet und nach Hildesheim abgeführt. Leer. Gelegentlich seines 50jährigen Dicnstjubilä'ums ist dem Eisenbahn - Assistenten Ludw. Quast hicr der Kronenorden vierter Klasse mit der Zahl 60 verliehen worden. Nienburg. D Leiche der seit dem gewaltsamen Tode ihrer 16jährigen Tochter verschwundenen Wittwe Duwe wurde im sogen. Alten See" in der Holtorfer Marsch gefunden. Kürzlich fand man die Tochter auf dem Boden des elterlichen Hauses erhängt auf. Die Mutter, die in den Verdacht des Mordes gerieth, entfernte sich mit der zusgesprochenen Absicht, sich daö Leben nehmen zu wollen. Provinz Westfalen. Bielefeld. Für eine 30jährige Dienstzeit im Feuerlöschwesen wurde dem Hauptmann der 'Turnerfeuerwehr, Fabrikant Ad. Halemeier, der Kronenorden 4. Klasse verliehen. In diesem Jahre ist dieses das zweite Mal, daß hie: ein Feuerwehrhauptmann mit einer solchen Auszeichnung bedacht wurde, nachdem vor Kurzem noch fünf Feuerwehrleuten das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen wurde. Dortmund. Auf dem Heimwege von der Ze-che Gottessegen verirrte sich in der Dunkelheit der Bergmann Regener, Vater von sechs kleinenKindern, und stürzte auf der Wittbräuke in einen sechs Meter tiefen Steinbruch. Der Unglückliche blieb auf der Stelle todt. Im Alter von 41 Jahren starb hier Landgerichtsrath Eduard Loerbroks. Fredeburg. Die Eheleute Johann Schulte - Jakobs feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Die Judilare erfreuen sich völliger geistiger und körperlicher Frische. Haspe. Bauunternehmer Osthoff, der zur Ennepe - Thalsperre fuhr, um 130 kroatische Arbeiter auszulohnen, wurde bei Altenvoerde überfallen und durch Revolverschüsse schwer verwundet. Es wurden ihm 1100 Mark in Gold abgenommen. . Kaldenkirchen. Der Prof. Dr. theol, und phil. Wilhelm Hillen feierte sein goldenes Priesterjubiläum. Lüdenscheid. Der Bureaubeamte Julius Schnippering ist ununterbrochcn 60 Jahre bei der hiesigen Firma F. W. Aßmann und Söhne thätig gewesen. Die Firma ehrte den Jubilar durch eine goldene Uhr und eine bedeutende Geldspende; Bureaupersonal und Arbeiter stisteten ebenfalls Andenken. Paderborn. Das vierjährige Kind des Klempnermeisters Piazza wurde am Bogen von einem Wagen überfahren und war sofort todt. Schwerte. Der 70jährige Rentner Zivian verwechselte eine Cognacflasche mit einer Flasche Essigessenz und trank daraus. Die schweren innercn Verletzungen hatten den Tod deS alten Mannes zur Folge. veinprsvrnz. Köln. Landgerichtsdirektor a. D. Etzweiler wurde auf dem Wallrafsplatz von einem Schlaganfall betroffen. Man brachte, ihn in ein benachbartes Hotel, wo ein Arzt ihm die erste Hilfe leistete. Dann wurde er in seine Wohnung gebracht; bei seiner Ankunft war er bereits verschieden. Der Verstorbene stand im Alter von 61 Jahren. Aachen. In der Nähe nrn Heerlen fuhr eine Lokomotive zegen ein auf dem Geleise befindliches Fuhrwerk, zertrümmerte es und schleppte es noch eine größere Strecke mit sich. Der Eigen-
thümer des Fuhrwerks, Namens Diederen, und dasPferd wurden durch den Anprall sofort getödtet. Barmen. Der geschäftslose Fr. Clever von hier wurde auf dem Eisenbahngeleisc im Schonebecker Busch todt aufgefunden. Clever war dem Trunke ergeben und ist ohne Zweifel die steile Böschung an der Bahn hinabgestürzt und verunglückt. , Elberfeld. Aus Anlaß ihrer Jubelfeier stifteten die Inhaber der Firma von der Heydt, Kersten und Söhne ihren Angestellten Ehrengaben in Form erheblicher Geldbeträge. Die kürzlich errichtete August Frhr. von der Heydt - Stiftung wurde durch die Spende von 60.000 Mark auf 100,000 Mark erhöht, ihre Zinsen kommen den Angestellten in Nothfällen und Krankheiten zugute. Gevelsberg. Beim Spiel mit Streichhölzern geriethen die Kleider des 8jährigen Sohnes des Formers G. Michel in der Rosendahlerstraße in Brand. Das Kind erlitt schwere Brandwunden. Monheim. Eine hierselbst im Rhein gelandete unbekannte männliche Leiche, ist als die des Zimmermeisters Johann Baptist Pütz aus Köln erkannt worden. Pütz hatte seine Wohnung verlassen, um Verwandte in Hilden zu besuchen, ist aber nicht mehr zurückgekehrt. Er war herzleidend. MünstcramStein. Rentner Franz König erschoß aus Eifersucht seine Gattin und sich selbst. R heydt. Bei Besichtigung eines neu aufgestellten Gasofens fand im Hause des evangelischen Pfarrers Döring eine heftige Explosion statt. Als man mit einer Lampe dem Ofen sich näherte, entzündete sich ausgeströmtes Gas mit heftiger Gewalt und richtete im Zimmer eine greuliche Verwüstung an. Sowohl der Pfarrer wie seine Frau und sein Töchterchen trugen Verletzimgen davon und eine Magd wurde erheblich verletzt. Die durch den Luftdruck herausgedrückten Fensterscheiben flogen bis 20 Meter weit über die Straße. Frsvinz Keflen-'Nttsfau. Kassel. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in Hümme. Der Fuhrmann Müller hatte beim Herausfahren von Steinen aus dem dortigen Steinbruch das Unglück, unter seinen schwer mit Steinen beladenen Wagen zu kommen, wobei ihm beide Beine gebrochen wurden. DaS 26jährige GeschäftsJubiläum konnte die Firma Ferdinand Löser & Co. hierselbst, obere KönigsStraße 27, begehen. Banserode bei Frankenhain. Durch herabstürzende Kohlenmassen wurde der Bergmann Johannes Gunkel schwer verletzt. 1 Der angestrengten rechtzeitigen Hilfe seiner Kameraden ist es zu danken, daß er bald frei gemacht werden konnte. . .
Ä e r n b u r g. et emem Mwar, das zwischenWaldau und dem Restaurant Friedrichshöhe abgehalten wurde, hat sich ein bedauerlicher Unfall ereignet. Trotz des regnerischen Wetters hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die die Biwakierenden naturgemäß belästigen mußten. Hauptmann ' Fleischhack wollte seinen Leuten Ruhe verschaffen und forderte das Publikum mehrfach auf, sich zurückzuziehen. Als jedoch diesem Ersuchen nicht Folge geleistet wurde, kommandirte er einer Abtheilung, das Bajonett aufzupflanzen. Die Schlachtenbummler" stoben nun nach allen Seiten auseinander und dabei stürzten in der Dunkelheit der Gärtnerlehrling Hermann Michaelis und sein Freund Max Gleißner in einen nahen Steinbruch. Gleißner glückte es, sich am Rande festzuhalten. Michaelis stürzte jedoch in die Tiefe und wurde todt mit zerschmetterten Gliedern aufaefunden.' F r a n k s u r t a. M. Helene Schneider. ein Mitglied der hiesigen Oper, die im Alter von 20 Jahren stand, vergiftete sich. Die junge Künstlerin berechtigte zu den besten Hoffnungen. Der Privatier Z. Heimann, Börnestraße 39, und seine Ehefrau, geb. Hirsch, begingen in vollster Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Gimte (Münden). Der Invalide Franke fiel beim Kartoffeleinfahren vom Wagen, kam unter die Räder und erlitt sehr schwere Rippenbrüche. Schon nach kurzer Zeit starb derMann an den erlittenen Verletzungen. Kölschhausen bei Herborn. Auf der hiesigen Kirmes wurde der Arbeiter Louis Lang von seinem' Bruder anscheinend aus Eifersucht erstochen. Löhlbach. Endlich ist die bürgermeisterlose Zeit für Löhlbach vorüber. Einstimmig wurde der seitherige com. Bürgermeister Keute gewählt. V e l m e d e n. Der Maschinist Rudolf von hier gerieth beim Dreschen mit der. Dampfdreschmaschine ,auf einem Gute in Wollstein mit der linken Hand in das Getriebe, wodurch ihm die Finger fast vollständig abgerissen wurden. Ulitteldeutsche Staaten. Braunschweig. Malermeister Karl Sander, Cellerstraße 79, feierte das 26jährige Jubiläum des Bestehens feines Geschäfts.' Sander gehört seit Jahren dem Vorstande der Malergilde an und ist auch Mitglied der Staotverordnetenvesammlung. Der Jubilar gab seinem Personal und seinen Freunden ein Fest im 'Logenhause nn der Okerstrabe.
G anders heim. Im' benachbarten Orte Opperhausen entstand auf unaufgeklärte Weise in der Scheune des Hofbesitzers Müller Feuer, welches auf das Wohn- und Stallgebäude des Hofbesitzers Hagerodt übersprang und alles bis auf den Grund niederbrannte. Gebhardshagen. Anbauer Heinrich Kraume und seine Ehefrau feierten das Fest der goldenen Hochzeit; der Regent ließ dem Jubelpaare eine Prachtbibel überreichen. H ö r st m a r. Die Frau des hiesigen Bäckermeisters W:ampe ist von dem 18jährigen Bäckergesellen Wilhagen mit einem Beil erschlagen worden. Der Mörder raubte sämmtliches Geld, alle Werth- und Schmucksachen und floh dann in der Richtung nach Leese; er wurde von Bewohnern, die herbeigeeilt waren, verfolgt und festgenommen. I e ß n i tz. Im benachbarten Raguhn kam in der Maschinenfabrik A.-G. der Schlosserlehrling Geist beim Auflegen eines Transmissionsriemens in das Getriebe, wobei ihm der linke Arm ausgerissen wurde. Der Verung'ckte wurde nach dem Dessauer Krankenhause gebracht. Meura. Der junge Landwirth Robert Papst brachte feinem alten Vater in einem Tobsuchtsanfalle schreckliche Verletzungen bei. Der Wüthende wurde nach Hildburghausen in die Ländesirrenanstalt übergeführt. Parsau. Vollköter Wilh. Reichardt, der dem Führer eines durchgehenden Gespanns vor einer Dreschmaschine zu Hilfe sprang, gerieth unter die Maschine, so daß ein Hinterrad ihm über den Leib ging. Er war sofort eine Leiche.
Ein Drama in einer Nuß. Die Paranüsse Samen eines brasilianischen Baumes, der mit unserem Nußbaum in keinerlei Verwandtschaftlicher Beziehung steht sind jetzt bei uns schon sehr bekannt. Sehr wenig bekannt ist aber vermuthlich das Drama, mit welchem die Lebensgeschichte dieses Baumes beginnt. Jede' seiner Früchte enthält durchschnittlich sechzehn Samen, die bereits in der Frucht keimen. In der sieinharten Schale derselben befindet sich aber nur ein einziges Loch und dieses Loch sucht nun jeder der Keimlinge zu erreichen. Einen anderen Weg aus diesen Kerkermauern giebt es ja nicht. Und so wird ein grausiger Kampf gekämpst, ein Kampf auf Leben und Tod, und der Sieger, dem es gelingt, durch das Loch ins Freie und dann in die nährende Erde zu gelangen, hat dies nur zustande gebracht, indem er seine Geschwister ermordete. Eine Illustration, zu dem Thema vom Kampf ums Dasein", wie man sie, packender" kaum geben kann. Mißverständniß. Auf dieser Burg haben einstmals meine Vorfahren gesessen." So? Was hatten die denn verbrochen?" Menschenfreundlich. Tourist: An dieser Stelle ist wohl schon mancher Bergsteiger abgestürzt? Bauer: O ja, warten S' nur a bissel! . . . grad' ist wieder einer oben! Die Hauptsache. Strolch (der eine alte Couponscheere gefunden hat): So, jetzt brauch' ich mir nur noch so a . hunderttausend Mark Staatspapiere zusymmenzustehle, hernach bin ich a Rentier! EinrührenderBeweis der Treue eines Hundes wurde in Jersey City geliefert. Thomas Winn wurde von einem Lastwagen überfahren; er befindet sich zur Zeit im City Hospital und neben, seinem Bette wacht fein häßlicher, aber treuer Hund Pete", ohne ein Auge von seinem . Herrn zu lassen. Winn begab sich kürzlich in die Hackensack - Sümpfe auf die Jagd. Pete" war sein Begleiter. Da zur Zeit dichter Nebel herrschte, mußte Winn vorsichtig seinen Weg fühlen. Das verhinderte aber nicht, daß er plötzlich von einem Lastfuhrwerke zu Boden geworfen und von den Pferden arg durch Huftritte verletzt wurden Thos. Haggerty, der den Wagen führte, hielt seine Pferde sofort an,. als er einen Hund heulen hörte. Er erklärte später, der Nebel sei so dicht gewesen, daß er Niemand gesehen habe und nur durch das Bellen des Hundes auf den Unfall aufmerksam wurde. Im Begriffe, den verunglückten Winn unter den Pferden hervorzuziehen, sei ihm aber der Hund an die Kehle gefahren, und er habe große Mühe gehabt, denselben von sich fern zu halten. Alles, was er daher in seiner Verlegenheit thun konnte, war, einen Mann im naheliegenoen Bootshause um Hilfe zu rufen. Als dieser den Versuch machte, Winn unter dem Wagen hervorzuziehen, fuhr auch ihn der Hund an, und auch er sah sich veranlaßt, sich zurückzuziehen. Schließlich erschien ein Polizist, der eine Ambulanz requirirte. Als der Ambulanzarzt sich unter den Wagen beugte, war man erstaunt, zu sehen, daß der Hund, ihn gewähren ließ. Es schien in der That, als hätte sein Instinkt ihm gesagt, daß der Arzt seinem Herrn Hilfe bringen werde. Als man Winn in den Ambulanzwagn: hob, war der Hund der Erste, der hineinsprang; er folgte ihm auch bis an das Lager, ohne daß Jemand es gewagt hätte, ihn zu entfernen.
Die trinkfesteste Stadt im deutschen Vaterlande dürfte das nordschleswigsche Städtchen Tondern sein. Es übertrifft alle süddeutschen Städte, die sich rühmten", die relativ größte Zahl von Wirthschaften zu besitzen, aber sich begnügen mußten, mehr als 100 Köpfe auf jede Kneipe zu rechnen. Tondern hat Vagegen 80 Wirthschaften und, Schankstätten bei 4000 Einwohnern. Alt und Jung eingerechnet, besteht somit für jedes halbe Hundert der Einwohnerschaft ein WirthsHaus. Ein blinder Passagier" wurde dieser Tage auf BahnHof Schneidcmühl in dem Abort eines Wagenabtheils des von Berlin komwenden Personenzuges entdeckt; es war ein neunjähriges Mädchen, das mit einer Fahrkarte der Berliner Stadtbahn bis nach Schneidemühl aereist war. Die Kleine gab auf Befragen an, daß ihre in Berlin wohnende Tante ihr das Billet mit der Weisung übergeben habe, sich während der Fahrt im Abort zu verstecken; dies habe sie auch gethan. Der Vater des Mädchens, der in Schneidemühl wohnt, mußte wohl oder übel außer einer Fahrkarte von Berlin nach dort auch noch die festgesetzte Strafe bezahlen, und das hatte er den Rathschlägen der klugen" Tante zu verdanken. Großes Aufsehen in Rom erregt der Selbstmord des Kammerdieners Schlosser, des ersten Sekretärs an der österreichischen Bot-
chaft beim Quirinal, Grafen Somsich. Der Kammerdiener befand' sich eit fünf Jahren im Dienste des Graen, ohne sich je einen Tadel zuzuziehen. Er war jedoch bis über die Ohren in die Zofe der Gräfin Namens Antoinetta Michelitsch verliebt, ohne Gegenliebe zu 'finden. Als das Mädchen ihrem Bewerber eines Tages rund heraus von diesen ihren Empfindungen Mittheilung gemacht hatte, sann Schlosser auf Rache und drehte eines Tages den Gashahn in dem Zimmer seiner Geliebten auf, um sie zu ersticken. Antoinetta bemerkte jedoch den Anschlag rechtzeitig und schloß den verderbendrohenden Hahn wieder. Als Schlosser so seinen Anschlag vereitelt sah, drang er am nächsten Tage mit dem Gewehr seines Herrn in die Kammer Antoniettas ein und drohte, sie zu erschießen, wenn sie nicht einwillige, ihn zu heirathen. Es entspann sich nun zwischen den beiden ein Ringen auf Leben und Tod, bis einige Hausbewohncr das Mädchen aus seiner verzweifelten Lage befreiten. Schlosser, der sich' auf diese Weise entdeckt sah, floh in fein Zimmer und zerschmetterte sich hier mit einem Schuß den Schädel. Zur Ummauerung der Insel Helgoland wird berichtet: Nachdem in diesem Jahre wieder zwei hohe Mauern seitens des Reichsmarineamts mit einem Kostenaufwande von 260,000 Mark zur Aufführung gelangt sind, welche als Schutz für den arg bedrohten Commandcurstrand dienen sollen, ist bereits für nächstes Jahr wieder ein noch weiterer Ausbau dieser Schutzmauern bestimmt worden. Es wird im Anschluß an die Arbeiten dieses Sommers eine 100 Meter lange, vom Lummenselsen nach der Nordspitze sich erstreckende Mauer gebaut werden, nach deren Fertigstellung dann alle fortifikatorischen Anlagen Helgolands soweit geschützt sind, als es auf diesem Wege irgendwie zu erreichen ist. Damit wird jedoch in der weiteren Ummauerung Helgolands noch kein Stillstand eintreten, denn in Verbindung mit der im nächsten Jahre aufzuführenden Schutzmauer ist berclts ein direkter Anschluß bis zur unmittelbaren Nordspitze der Insel, geplant, der seitens der Landesregierung zu bauen ist. So wird anscheinend nach und nach ganz Helgoland ummauert werden, da die Erprobungen gezeigt haben, daß diese Art aus Granitblöcken mit Betonbindung be--stellten Schutzbauten die einzige Möglichkeit bieten, die Insel vor dem gänzlichen Verfall zu bewahren. Ueber eine Ovation für Eleonora Duse wird aus Budapest geschrieben: Eine Huldigung, wie sie selbst Eleonora Duse wohl großartiger noch nicht erlebt, hat man ihr bei ihrer letzten Vorstellung im hiesigen Volkstheater dargebracht. Ein Comite von Budapester Damen hatte die Ovation vorbereitet und ersonnen.- Die große italienische Tragödin spielte Dumas' Kameliendame", hinreißend wie immer, und von Begeisterung begleitet wie selten. Als nun zum. Schluß die schöne Sünderin in den Armen ihres Geliebten den herrlichsten Bühnentod gefunden hatte und der Vorhang über dem Bühnenbild gefallen war, ging er unter dem Beifall des Publikums noch einmal in die Höhe. Und jetzt geschah das Wunderbare": Von obenherab auf die Bühne fiel eine Kamelie, gleich darauf noch eine und noch eine; jetzt fielen die Kamelien schon dichter, und gleich darauf ging ein dichter Kämelienregen vom Schnürboden auf die Bühne, auf die Darstellerin der Kameliendame hernieder. Bald glich der Bühnenboden einem einzigen großen vielfarbigen Teppich. Thränen in den Augen, verneigte sich die Duse wieder und. wieder. Das Publikum aber, von dieser Ueberraschung in seiner StimMUNF doppelt gehörn, erneuerte seine Ovationen von neuem, und Minutenlang blieb man noch beifallklatschend stehen, bis sich endlich der eiserne Vorhang über dem reizenden Bilde: Eleonora Duse im Kameliengarten" senkte.
Für die Küche.
Geschmorte SchchweinSrippchen. Man läßt sich die Koteletten mit einem Fettrande gleich vom Fleischer schneiden, klopft dieselben gut, gibt sie mit ' feingewiegter Zwiebel, Salz und Pfeffer knapp mit Wasser bedeckt in eine Schmorkasserolle, fügt einen Stich Butter hinzu und läßt sie meiner Stunde gar schmoren, wobei man sie, wenn man keinen Schraubtopf hat, ein paarmal umlegen muß. Wenn sie hellbraun und gar sind, stäubt man etwas Weizenmehl an den Beiguß und servirt die Schweinsrippchen mit Petersilienkartoffeln, umlegt zu Salat oder Sauerkraut. Leipziger Allerlei mit Lebercroquetten. Allerlei junges Gemüse, bei dem womöglich Spargelspitzen und Pilze aller Art nicht fehlen sollen, brüht man mit heißem Wasser, nimmt es- sofort heraus, schmort es in Butter gar und macht es mit ganz wenig angestaubtem Mehl seimig. Indessen hat man allerlei Lebern von Wild oder Geflügel in sieigender Butter gar geschmort, durch ein Haarsieb gestrichen, mit einem ganzen Ei nebst Parmesankäse und geriebener Semmel vermischt und zum Erkalten hingestellt. Ist dies verkühlt, so rollt man Würstchen davon auf, panirt sie in Ei und geriebener Semmel und bäckt sie in Fett' schwimmend aus. Dann richtet man das Leipziger Allerlei bergartig auf einer Schüssel an, überstreut es mit feingehackter Petersilie und richtet die Croquetten oben drauf und ringsherum an. Dem Leipziger Allerlei mischt man vortheilhaft einen Theelöffel voll Fleisch - Extrakt bei. Saut6 von Lebern. Gänselebern werden in Stücke geschnitten, in rohe Milch gelegt und kurz vor dem' Anrichten herausgenommen und abgetrocknet.' Man wendet sie dann in Mehl um und bratet sie in Butter, was sehr schnell, mithin auf scharfem Feuer geschehen muß. Man richtet sie auf einem Reisrand, an, belegt sie mit Trüffelscheiben und gibt eine braune Sauce hinzu, die mit Jus und Made:ra gefertigt wurde. Kräutereter für den Abendtisch. Die .gewünschte Anzahl Eier wird unmittelbar vor dem. Gebrauch hart, doch nicht zu hart gekocht, abgeschreckt, geschält und in Hälften geschnitten. Vorher hat man bereits folgende Kräutermischung vorbereitet: Petersilie, etwas grüner Düll, Kerbel und' Schnittlauch, oder nur Petersilie und reichlich Schnittlauch werden fein gehackt, desgleichen Kapern nach Belieben und Sardellen, von denen man für 10 Eier etwa 4 Pfd. nimmt. Nun zerläßt man Butter auf dem Feuer und brät die zerkleinerten Zuthaten darin auf, bis die Butter sich zu bräunen beginnt, dann fügt man noch einen Eßlöffel geriebenen Parmefankäse und eine Prise Pfeffer hinzu und gibt die Mischung löffelweis über die Eier, die man, dasGelbe nach oben, in eine Schüssel gelegt hat. Sie müssen sofort aufgetragen und gegessen werden, da die Butter bald gerinnt. Grüner Salat oder Kartoffelsalat ist als Beigericht zu empfehlen. Das W u ndwerden der Füße wird am besten durch Ausstreichen einer Salbe aus gleichen Theilen Kampfer, Olivenöl und Wachs, welche Stoffe erwärmt werden, geheilt. Vor dem Schlafengehen wasche man die Füße, trockne sie gut ab, reibe sie mit obiger Salbe ein und ziehe frische Strümpfe an, die man während der Nacht am Fuße behält. Am folgenden Tage- werden die Füße den so brennenden Fußschweiß verloren haben, und es kann darauf der anstrengendste Marsch unternommen werden. Windbeutel (Cream Puffs). 1 Pint kochendes Wasser, 1 Tasse Butter .und 2 große Tassen Mehl rührt man über dem Feuer, bis es sich vom Topf ablöst. Ist die Masse nur noch lauwarm, so schlägt man 6 ganze Eier hinzu, eins nach dem andern mit dem Teig verrührt. Dann setzt man mit einem in kaltes Wasser getauchten Löffel kleine . Bälle auf ein mit Mehl bestäubtes Backblech und läßt dieselben im heißen Ofen rasch gelb backen. Sie gehen hoch auf und werden mit versüßtem Rahmschaum gefüllt. . Lungensuppe. Man reinigt eine Kalbslunge nebst Herz, wäscht beides und setzt es mit kaltem Wasser auf, schäumt die Brühe gehörig ab, fügt Salz, Wurzelwerk und eine Zwiebel dazu und kocht alles so lange, bis Lunge und Herz weich sind. Dann gießt man die Suppe durch ein Sieb, verkocht sie mit etwas in Butter gelb verdünstetem Mehl, fügt gehackten Kerbel und Petersilien dazu und zieht sie zuletzt mit ein bis zwei Eidottern ab. Wenn man nicht vorzieht, die Lunge als Haschee zu zeben, kann man einen Theil derselben :n feine Streifchen schneiden und mit der Suppe aufgeben. Fügt man noch einen Theil kleiner (für sich allein gar gekochter) Semmelklöße dazu, so ergibt diese Suppe ein vorzügliches Mahl für den einfachen Tisch. Beruhigungsmittel. Unmittelbar vor dem Schlafengehen Zuckerwasser mii Citronensaft trinken, wirkt sehr beruhigend. Ebenso sind grüne zerstoßene oder getrocknete, mit Rosenwasser angefeuchtete Melissen, auf die Herzgegend gelegt, von guter Wirkuna.
